Einwände
Objections
Dieses Kapitel befasst sich mit den häufigsten Einwänden gegen die verschiedenen Formulierungen des kosmologischen und des ontologischen Arguments, die entwickelt worden sind. Einige davon sind für meine Beweise und Argumente aus dem vorangegangenen Kapitel nicht unmittelbar einschlägig; ich werde jedoch aktiv aufzeigen, warum dies so ist. Andere Einwände sind für meine Formulierung des Arguments relevanter und werden daher systematischer behandelt. Neben der Darlegung dieser Einwände werde ich außerdem erläutern, wie diejenigen, die sich mit ihnen in seelsorgerlichen und apologetischen Zusammenhängen auseinandersetzen, sie technisch und rhetorisch behandeln sollten, da die Art der Darbietung manchmal wichtiger sein kann als der Inhalt. Zunächst führt die Bejahung oder Verneinung des im vorangegangenen Kapitel aufgestellten Ausgangssatzes letztlich zur Kapitulation: Satz: Eine Welt, die nur abhängige Dinge enthält, ohne Bezug auf ein unabhängiges Ding, kann es nicht geben, denn abhängige Dinge können nicht aus sich selbst heraus fortbestehen. Existenz ist nur mit Bezug auf eine unabhängige Existenz erklärbar. Dies deshalb, weil unmögliche Existenzen aufgrund logischer Notwendigkeit nicht bestehen, und abhängige Existenzen sich nicht selbst hervorbringen und/oder selbst erhalten können. Der Gesprächspartner mag diese Aussage bestreiten und behaupten, es könne eine Welt geben, die nur aus abhängigen Dingen besteht, die weiterhin existieren, sich hervorbringen oder sich selbst erhalten können. Mit einer solchen Behauptung bejaht der Gesprächspartner faktisch, dass solche Existenzen insgesamt unabhängig sind, was bedeutet, dass er tatsächlich kapituliert hat. Stimmt der Gesprächspartner dem obigen Satz zu, so ist kein weiteres Argument nötig. Leider ist für den Gesprächspartner die Dichotomie von abhängig und unabhängig erschöpfend, was bedeutet, dass keine dritte Option hervorgebracht werden kann. Erfolgt die anfängliche Kapitulation, werden die anschließenden Kompositionsargumente gegen den Gesprächspartner gerichtet.
This chapter will deal with the most common objections to the various articulations of the cosmological and ontological arguments that have been formulated. Some of them are not directly relevant to my proofs and arguments mentioned in the previous chapter, nevertheless I will actively demonstrate why this is the case. Other objections are more relevant to my formulation of the argument, however, and will thus be dealt with more systematically. In addition to outlining these objections, I will outline how they should be dealt with technically and rhetorically by those contending with them in pastoral and apologetic contexts, as delivery can sometimes be of greater importance than content. First, affirming or denying the initial proposition made in the previous chapter ultimately leads to capitulation: Proposition: There cannot be a world with only dependent thing(s) without reference to an independent thing, as a dependent thing(s) cannot continue existing on their own. Existence is only explicable with reference to an independent existence. This is because impossible existences do not exist by logical necessity, and dependent existences cannot self-generate and/or self-maintain. The interlocutor may deny this statement, claiming that there can be a world with only dependent things that can continue to exist, generate, or maintain themselves. With such a claim, the interlocutor will effectively be affirming that such existences collectively are independent, which effectively means that they have in fact capitulated. If the interlocutor agrees with the proposition above, then no further argument is necessary. Unfortunately, for the interlocutor the dependent/independent dichotomy is exhaustive, which means a third option cannot be produced. If the initial capitulation is made, subsequent arguments of composition will then be levelled at the interlocutor.
Einwand 1: Der Trugschluss der Komposition
Objection 1: The fallacy of composition
Da der Trugschluss der Komposition nahelegt, dass eine falsche Verallgemeinerung vom Teil auf das Ganze vorgenommen wurde, ist es vielleicht wichtig, dass wir zunächst verschiedene Arten von „Teilen" in der Mereologie umreißen. Teile können „angehängt", „abgetrennt", „kognitiv oder funktional hervorstechend", „willkürlich abgegrenzt", „selbstverbunden", „homogen", „gerrymandert", „materiell", „immateriell", „ausgedehnt" oder „nicht ausgedehnt" sowie „räumlich" oder „zeitlich" sein.90 Wenn ich den Begriff „Teil" verwende, tue ich dies in Übereinstimmung mit dem allgemeinen Sprachgebrauch des Begriffs „Stück" im Englischen, der sich speziell auf die Kategorien „angehängt" und „abgetrennt" der Teilhaftigkeit bezieht. In seiner berühmten Debatte mit Copleston erklärte Bertrand Russell treffend: „Jeder Mensch, der existiert, hat eine Mutter, und es scheint mir, dass dein Argument darauf hinausläuft, dass deshalb auch das Menschengeschlecht eine Mutter haben muss."91 Wendet man diese Argumentation auf das kalāmische kosmologische Argument an, ergäbe sich eine Aussage wie: „Wir sehen Ursachen im Universum, also muss es eine Ursache des Universums geben." Dies ist analog zu der Behauptung, dass, da die Teile eines Wals klein sind, der Wal selbst klein sein müsse. Natürlich ist dies nicht zwingend der Fall, denn die Unterscheidung zwischen Teil und Ganzem muss nicht disparat sein. Sowohl die einzelnen Perlen einer Perlenkette können weiß sein als auch die gesamte Kette. Um (mit Gewissheit) behaupten zu können, dass man einen „Trugschluss der Komposition" begeht (oder nicht), muss man sowohl die Teile als auch das Ganze eines Objekts vollständig kennen, um zu analysieren, ob die Entsprechung zwischen Teilen und Ganzem disparat ist oder nicht. Dies ist die übliche Art, auf solche Einwände zu antworten. Es gibt jedoch andere, wirksamere Methoden hinsichtlich der im vorangegangenen Kapitel vorgebrachten Argumente, die wir stattdessen anwenden können.
Since the fallacy of composition suggests that a false generalisation has been made from part to whole, it is perhaps important for us to start by outlining different types of ‘parts’ in the study of mereology. Parts may be ‘attached’, ‘detached’, ‘cognitively or functionally salient’, ‘arbitrarily demarcated’, ‘self-connected’, ‘homogenous’, ‘gerrymandered’, ‘material’, ‘immaterial’, ‘extended’ or ‘un-extended’, or ‘spatial’ or ‘temporal’.90 When I use the term ‘part’ I do so in compliance with the common usage of the term ‘piece’ in the English language, which specifically deals with ‘attached’ and ‘detached’ categories of parthood. In his famous debate with Copleston, Bertrand Russell famously stated that ‘every man who exists has a mother, and it seems to me your argument is that therefore the human race must have a mother’.91 Applying this reasoning to the Kalām cosmological argument, this would translate to a statement like, ‘We see causes in the universe, so there must be a cause of the universe.’ This is analogous to stating that since the parts of a whale are small, the whale itself must be small. Naturally, this is not necessarily the case, as the part/whole distinction does not need to be disparate. Both the individual pearls in the pearl necklace may be white, as well as the entire necklace. To claim (with certainty) that one is committing a ‘fallacy of composition’ (or that one is not), one must have complete knowledge of both the parts and whole of an object to analyse whether the correspondence between the parts and the whole is disparate or not. This has been the standard way of responding to this kind of contention. However, there are other more effective methods regarding the arguments made in the previous chapter that we can employ instead.
Einwand 2: Ein unendliches Universum
Objection 2: An infinite universe
Das Burhān-Argument zeigt, dass ein unendlicher Regress keine notwendige Existenz ist. Dabei argumentiert es nicht damit, dass Unendlichkeit mathematisch oder tatsächlich unmöglich sei, sondern über die Zusammensetzung (tarkīb). Selbst wenn man die Gültigkeit eines unendlichen Multiversums annähme, würde dies das Argument überhaupt nicht berühren, denn ein Multiversum a) hängt von seinen Teilen ab und b) lässt sich in der Abstraktion auf andere Weise denken. Daher ist dieser Einwand zwar für einige Formen des kosmologischen Arguments relevant, hat aber keinerlei Bezug zum Burhān.
The Burhān argument shows how an infinite regress is not a necessary existence. It does so by not arguing that infinity is mathematically or actually impossible, but through composition (tarkīb) instead. Even if one assumed the validity of an infinite multiverse, it would not affect the argument at all, since a multiverse is a) dependent on its pieces, and b) able to be conceived of in another way in abstraction. Therefore, this objection, though relevant to some forms of the cosmological argument, has no bearing at all to the Burhān.
Einwand 3: „Das Universum ist einfach“
Objection 3: ‘The universe just is’
Bertrand Russell hätte ebenso gut sagen können, „das Universum ist das Universum“ oder „das Universum existiert“. Es erinnert mich an den Moment, in dem ich meine dreijährige Tochter zur Rede stelle und sie frage, warum sie sich so danebenbenommen hat. In solchen Fällen antwortet sie einfach „weil“, ohne jede Erklärung. Man fragt sich dann, warum Russell diese Denkweise nicht auch auf andere Dinge in der Existenz anwendet, statt das Universum auf diese Weise zu einem Sonderfall zu machen. Richard Swinburne (in einer mehr als zufriedenstellenden Widerlegung dieser Argumentation) stellt fest: Der Einwand unterscheidet nicht zwischen dem Universum und anderen Objekten; und so scheitert er in seinem Versuch, von vornherein eine rationale Untersuchung der Frage zu verhindern, ob das Universum einen Ursprung außerhalb seiner selbst hat.92
Bertrand Russell may as well have said ‘the universe is the universe’ or ‘the universe exists’. It reminds me of when I reprimand my three-year old daughter and ask her why she has misbehaved. In such cases, she simply replies ‘because’, while offering no explanation whatsoever. This causes one to wonder why Russell does not apply the same reasoning to other things in existence, instead of simply peculiarising the universe in this way. Richard Swinburne (in a more than satisfactory refutation of this line of reasoning) states: The objection fails to make any crucial distinction between the universe and other objects; and so it fails in its attempt to prevent at the outset a rational inquiry into the issue of whether the universe has some origin outside itself.92
Einwand 4: Kausalskepsis und Rückwärtskausalität
Objection 4: Causal scepticism and retro-causality
Eine umgangssprachliche Wörterbuchdefinition von Kausalität lautet: etwas, das eine Wirkung hervorbringt. Eine formalere Definition lautet wie folgt: „C ist eine Ursache von E genau dann, wenn C und E wirklich sind und C, ceteris paribus, hinreichend für E ist“.93 Eine Ursache muss nicht einseitig gerichtet sein und auch nicht an die Zeit gebunden sein; nur bestimmte Auffassungen von Kausalität sind so gedacht. John Mackie bezeichnet diesen spezifischen Kausalitätstyp als „kausale Priorität“.94 Zur Frage der Richtung stellt John Mackie fest: „Es ist denkbar, dass es Belege für eine rückwärtsgerichtete Kausalität gibt, bei der A kausal früher als P ist und P zeitlich früher als A liegt“.95 Solche Auffassungen von Retrokausalität erfordern zusätzliche Belege. Karl Popper hält fest: „Fällt ein Stein in einen Teich, so erklärt der Eintritt des Steins die sich ausbreitenden kreisförmigen Wellen. Dies würde eine große Zahl entfernter, kohärenter Wellenerzeuger voraussetzen – deren Kohärenz, um erklärbar zu sein, als von einem einzigen Zentrum ausgehend gezeigt werden müsste“.96 Die Möglichkeit dieser Aussage (oder ihr Fehlen) hängt von der eigenen Auffassung der Zeitrichtung ab. William Craig widmet einen großen Teil seiner argumentativen Bemühungen dem Versuch, eine statische Zeittheorie zu widerlegen. Da die im vorangegangenen Kapitel dargelegten Argumente zur Kausalität kein zeitliches Element enthielten, sind die Fragen der Rückwärtskausalität für die hier entwickelte Analyse unerheblich. Es muss ebenfalls berücksichtigt werden, dass jeder kausal begründete Einwand nur für den letzten der fünf im vorangegangenen Kapitel genannten Beweise relevant ist, da sich die ersten vier nicht auf Kausalität stützen. Obwohl kausale Skepsis (oder sogar kausaler Nihilismus) unsere Argumente nicht gefährdet, muss man auch die Folgen hervorheben, die entstünden, wenn man diesen Einwand ernst nimmt, ohne eine vernünftige metaphysische Alternative zur Hand zu haben. Denn dann müsste die wissenschaftliche Methode selbst infrage gestellt werden, da sich kaum leugnen lässt, dass ein solches Wissen in der Wissenschaft unentbehrlich ist. 97 Ebenso wie die Regelmäßigkeit wird auch die Kausalität von der Wissenschaft vorausgesetzt und nicht durch sie entdeckt. Seelsorgerisch betrachtet ist es, wenn man das Thema mit einem Atheisten erörtert, wahrscheinlich, dass er an die darwinistische Evolution glaubt. Wissenschaftliche Theorien wie die Evolution setzen Kausalität voraus, und daher kann ein Atheist, der sich der Evolutionstheorie verpflichtet fühlt, kein Kausalitätsskeptiker sein.
A vernacular dictionary definition of causation is something which produces an effect. A more formal definition runs as follows: ‘C is a cause of E if, and only if, C and E are actual and C, cetereis paribus, is sufficient for E’.93 A cause does not need to be one directional, or indeed bound by time at all; only some conceptions of causation are envisioned like this. John Mackie refers to this specific type of causality as ‘causal priority’.94 On the issue of directionality, John Mackie states that ‘it is conceivable that there should be evidence for backwards causation, with A being causally prior to P and P temporally prior to A’.95 These conceptions of retro causality require additional evidence. As Karl Popper states, ‘If a stone dropped into a pool, the entry of the stone will explain the expanding circular waves. This would demand a vast number of distant coherent generators of waves – the coherence of which, to be explicable, would have to be shown as operating from one centre’.96The possibility of this proposition (or the lack thereof) depends on one’s conception of the direction of time. William Craig dedicates much of his argumentative effort into arguing against a static theory of time. Since the arguments presented in the previous chapter relating to causation did not have a time element, the issues of backward causation are irrelevant for the analysis articulated here. It must be also remembered that any cause based objection will only be relevant to the last of the five proofs mentioned in the previous chapter, as the first four do not rely on causation. Though causal scepticism (or even causal nihilism) does not pose a threat to our arguments, one must also highlight the implications of taking this objection seriously without a reasonable metaphysical substitute. For one then must call into serious question the scientific method itself, as it ‘can hardly be denied that such knowledge is indispensable in science’.97 Like regularity, causality is presupposed by science, not discoverable by it. Pastorally, if one is discussing the issue with an atheist, it is likely that they believe in Darwinian evolution. Scientific theories like evolution require causality, and so an atheist who is committed to evolutionary theory cannot be a causal sceptic.
Einwand 5: Etwas aus Nichts
Objection 5: Something from nothing
Nichts kann als die Abwesenheit von etwas definiert werden. Der neue Atheist Lawrence Krauss hat ein Buch mit dem Titel „A Universe from Nothing“ (Ein Universum aus dem Nichts) geschrieben. In diesem Werk verwendet er den Begriff „Nichts“ synonym mit „leerem Raum“. In einer wichtigen Passage seines Werkes erklärt er:
Nothing can be defined as the absence of something. New Atheist Lawrence Krauss wrote a book entitled A Universe from Nothing. In this work, he uses the term ‘nothing’ as interchangeable with ‘empty space’. In an important passage of his work, he states:
Zusammenfassend lässt sich sagen: Die Beobachtung, dass das Universum flach ist und die lokale newtonsche Gravitationsenergie heute im Wesentlichen null beträgt, deutet stark darauf hin, dass unser Universum durch einen Prozess der Inflation entstanden ist – einen Vorgang, bei dem die Energie des leeren Raumes (des Nichts) in Energie von etwas umgewandelt wird, während sich das Universum zu einer Zeit befand, in der es auf allen beobachtbaren Skalen immer näher an eine im Wesentlichen exakt flache Gestalt getrieben wurde.98
To summarize then: the observation that the universe is flat and that the local Newtonian gravitational energy is essentially zero today strongly suggests that our universe arose through a process of inflation, a process whereby the energy of empty space (nothing) gets converted into energy of something, during a time when the universe is driven closer and closer to being essentially exactly flat on all observable scales.98
In den folgenden Seiten widerlegt Krauss im Grunde seine eigene frühere Aussage, indem er feststellt: Während die Inflation zeigt, wie leerer, mit Energie ausgestatteter Raum effektiv alles erzeugen kann, was wir sehen, samt einem unglaublich großen und flachen Universum, wäre es unredlich zu behaupten, leerer, mit Energie ausgestatteter Raum, der die Inflation antreibt, sei tatsächlich nichts. In diesem Bild muss man voraussetzen, dass Raum existiert und Energie speichern kann… Wenn wir hier stehen bleiben, könnte man also durchaus behaupten, dass die moderne Wissenschaft noch weit davon entfernt ist, wirklich zu klären, wie aus nichts etwas werden kann. Dies ist jedoch erst der erste Schritt. Indem wir unser Verständnis erweitern, werden wir als Nächstes sehen, dass die Inflation nur die Spitze eines kosmischen Eisbergs des Nichts darstellen kann.99
In the following pages, Krauss essentially refutes his own earlier comment by stating: While inflation demonstrates how empty space endowed with energy can effectively create everything we see, along with an unbelievably large and flat universe, it would be disingenuous to suggest that empty space endowed with energy, which drives inflation, is really nothing. In this picture, one must assume that space exists and can store energy…so if we stop here, one might be justified in claiming that modern science is a long way from really addressing how to get something from nothing. This is just the first step, however. As we expand our understanding, we will next see that inflation can represent simply the tip of a cosmic iceberg of nothingness.99
In der Anwendung
In application
Die Einwände, mit denen ich mich in diesem Kapitel befasse, sind die häufigsten, denen ich im Feld begegnet bin. Ich habe die Top 5 um der Kürze und Prägnanz willen genannt, nicht weil es keine anspruchsvolleren Fassungen des Burhan (oder der von mir vorgestellten Argumente) gäbe. Dennoch ist es nach meiner Erfahrung im Feld sehr wahrscheinlich, dass ein Gesprächspartner einen dieser fünf Einwände verwendet, oder eine Kombination aus mehreren von ihnen. Zum Punkt der Retro-Kausalität kann Richard die Quantenmechanik heranziehen, um Zweifel am Ablauf und an der Funktion der Kausalität zu säen. Er könnte, etwa mit dem Großvater-Paradoxon, argumentieren, dass zukünftige Ursachen frühere Wirkungen hervorbringen können. Das Großvater-Paradoxon besagt: Wenn ein Enkel in die Zeit zurückreist und seinen Großvater tötet, müsste dadurch seine eigene Existenz unmöglich werden. Auf das Universum angewandt, könnte Richard behaupten wollen, das Universum habe sich selbst verursacht. Man kann einwenden, dass so etwas aus logischen Gründen unmöglich ist, ebenso wie eine Mutter, die sich selbst gebiert. Retro-Kausalität ist jedoch nicht dasselbe wie Retro-Kontingenz oder Retro-Abhängigkeit. Letztere implizieren eine fortwährende Abhängigkeit des Universums von sich selbst. Macht Richard diesen Punkt, so stimmt man ihm zu, dass das Universum unabhängig und selbstgenügsam ist, was nach den in diesem Buch dargelegten Argumenten eine unhaltbare Position ist. Betty könnte die Argumente zunächst für bare Münze nehmen und vorschlagen, dass es ein notwendiges Sein gibt. „Was ist mit den anderen religiösen Eigenschaften Gottes?“, könnte sie fragen. „Was ist mit Liebe, Barmherzigkeit und Vergebung?“ Man kann darauf antworten, dass die Einzelheiten der göttlichen Eigenschaften über einen religiösen Text verstanden werden, in dem Gott der Welt offenbart hat, wer er ist. Betty müsste freilich davon überzeugt werden, dass dieser Text von Gott inspiriert ist, doch das geht über den Rahmen dieses Buches hinaus. Es kann hilfreich sein, Betty auf erfahrungsbezogene Weise anzusprechen und dabei an ihre subjektiven Erfahrungen aus erster Person anzuknüpfen. Liebe ist für die meisten Menschen unerklärlich, doch woher kommt sie? Religiöse Überlieferungen deuten darauf hin, dass die Quelle der Liebe die notwendige Existenz selbst ist. Dies liegt daran, dass ein Wesen, dem etwas fehlt, in der Regel nicht bewirken kann, dass ein anderes Wesen eine Eigenschaft besitzt, die es selbst nicht hat. Wer behaupten will, dass Leben aus Lebloses entstehen kann, muss dafür eine Erklärung geben.
The kind of objections I tackle in this chapter are the most common ones I have encountered in the field. I have mentioned the top-5 for the sake of brevity and conciseness not because other more sophisticated renditions of the Burhan (or arguments I have presented) do not exist. Having said this, based on my experience in the field, the likelihood that an interlocutor will use one of the five objections (or a combination of more than one of them) is high. On the point of retro-causality, Richard may use quantum mechanics to cast aspersions on the process and function of causation. He may argue, using the grandfather paradox for example, that future causes can create prior effects. The grandfather paradox states that if a grandson goes back in time and kills his grandfather, this should make his own existence impossible. Applying this to the universe, Richard may want to argue that the universe may have caused itself. One can argue that this kind of thing is impossible on logical grounds just as in the case of a mother giving birth to herself. Retro-causation, however, is not the same as retro-contingency or retro-dependence. The latter imply a perpetual reliance of the universe on itself. If Richard makes this point, one agrees that the universe is independent and self-sufficient, which is an untenable position as per the arguments presented in this book. Betty may accept the arguments on face value and suggest that there is a necessary existence. ‘What about the other religious attributes of God?’ she may ask. ‘What about love, mercy and forgiveness?’. It could be said that details of the divine attributes are understood through a religious text wherein God has revealed who he is to the world. Of course, Betty needs to be convinced that such text is inspired by God, but this goes beyond the scope of this book. It may be useful to engage Betty experientially, drawing upon her first-person subjective experiences. Love, for example, is inexplicable to most people but from whence did it come? Religious narratives would indicate that the source of love is the necessary existence itself. This is because an entity which is deplete of something cannot usually cause another entity to have a quality that it doesn’t have. An explanation must be given, for example, for someone who wants to suggest that life can emerge from lifelessness.
Varzi, W. (2003). Mereology [online]. Abrufbar unter: https://plato.stanford.edu/entries/mereology/.
90 Varzi, W. (2003). Mereology [online]. Accessible at: https://plato.stanford.edu/entries/mereology/.
91 Allen, D. (1989). Christian belief in a post-modern world. John Knox Press, S. 6.
91 Allen, D. (1989). Christian belief in a post-modern world. John Knox Press, p. 6.
92 Swinburne, R. (2004). The existence of God. Oxford University Press, S. 134-135.
92 Swinburne, R. (2004). The existence of God. Oxford University Press, pp. 134-135.
93 Tooley und Sosa. (2011). Causation. Oxford: Oxford University Press, S. 5.
93 Tooley and Sosa. (2011). Causation. Oxford: Oxford University Press, p. 5.
94 Mackie, J. (2011). Causes and conditions in causation. Oxford University Press, S. 50.
94 Mackie, J. (2011). Causes and conditions in causation. Oxford University Press, p. 50.
95 Ebd.
95 Ibid.
96 Popper, Karl R. (1956) The Arrow of Time. Nature 177, S. 538.
96 Popper, Karl R. (1956) The Arrow of Time. Nature 177, p. 538.
97 Mackie, J. (2011). Causes and conditions in causation. Oxford University Press, S. 52.
97 Mackie, J. (2011). Causes and conditions in causation. Oxford University Press, p. 52.
98 Krauss, L. (2012). A universe from nothing. New York: Free Press, S. 75.
98 Krauss, L. (2012). A universe from nothing. New York: Free Press, p. 75.
Ebd.
99 Ibid.