Vorstellung der Argumente
Presenting The Arguments
Eine Reihe von Argumenten für die Existenz Gottes, die im Bereich der Religionsphilosophie vorgebracht werden und vorgebracht worden sind, hat ihre Wurzeln in einigen der mittelalterlichen Darlegungen, die in den vorangegangenen Kapiteln behandelt wurden. Solche Argumente haben ihren Weg in die Sphäre der populären Debatten, Diskussionen und Artikel gefunden. Die Bedeutung, das stärkstmögliche theistische Argument bzw. die stärkstmöglichen theistischen Argumente zu haben, kann nicht hoch genug eingeschätzt werden, denn schwache oder überkomplizierte Argumente haben in solchen Gesprächen weniger Wirkkraft. In diesem Kapitel werde ich meine Argumente für die Existenz Gottes darlegen, die einen Großteil ihrer Inspiration aus dem Burhān-Argument schöpfen. Die Argumente zielen darauf ab, sowohl grundlegend als auch wirksam zu sein, um die Existenz eines notwendig Seienden zu demonstrieren. Ich werde insgesamt fünf Beweise vorlegen und sodann in diesem Zusammenhang zwei eigenständige kosmologische Argumente anführen, eines aus der Abhängigkeit und eines aus der Kausalität. Was das ontologische Argument betrifft, werde ich drei mögliche Formulierungen davon vorstellen: Die erste wird sich ausschließlich auf die Abhängigkeit beziehen, die zweite auf die modalen Begriffe der Kontingenz und Notwendigkeit, während die dritte aus der Kausalität argumentiert. Um den Willen des notwendig Seienden zu erweisen, werde ich das zuvor erwähnte Argument der Partikularisierung verwenden. Schließlich werde ich ein an das Burhān angelehntes Feinabstimmungsargument präsentieren. Außerdem biete ich drei Argumente für die Einheit des notwendigen Seins an, um den theistischen Monotheismus zu begründen. Alle diese Argumente sollten im Zusammenhang miteinander verstanden werden, um die Stichhaltigkeit der vorgebrachten Darlegung zu würdigen. Ich werde die Argumente formal darlegen. Sie werden jedoch auf eine zugängliche Weise geschrieben sein, die für den Gebrauch durch religiöse Sprecher gegenüber einem Laienpublikum bestimmt ist. Im Anschluss an Ibn Taymiyyas Unterscheidung, die Verwechslungen zwischen „Teilen" und „Eigenschaften" verhindert, wird das Wort „Stück" in der Bedeutung von etwas verwendet, das „von etwas entfernt, hinzugefügt, abgebrochen, abgerissen oder abgeschnitten werden kann". 87 Ferner unterscheide ich zwischen den Begriffen „Kausalität“ und „Abhängigkeit“, denn ein Gegenstand kann durch etwas verursacht werden, ohne von ihm in seinem Dasein abhängig zu sein (z. B. ein Kind in Bezug auf seine Eltern). Der letztgenannte Begriff impliziert hingegen, dass ein Gegenstand für sein fortdauerndes Bestehen auf etwas angewiesen ist.
A range of arguments for God’s existence that can and have been expressed in the realm of Philosophy of Religion have their roots in some of the medieval renditions covered in the previous chapters. Such arguments have made their way into the domain of popular debates, discussions, and articles. The importance of having the strongest possible theistic argument(s) cannot be overstated, as weak or overcomplicated arguments have less potency in any such conversations. In this chapter, I will present my arguments for God’s existence, which find much of their inspiration from the Burhān argument. The arguments will aim to be both basic and effective in demonstrating the existence of a necessary existence. I will present five overall proofs, and then make two separate cosmological arguments in this context, with one from dependence and the other from causation. As for the ontological argument, I will present three possible formulations of it: the first will exclusively refer to dependence, the second to modal terms of contingency and necessity, while the third will argue from causation. To establish the will of the necessary being, I will use the argument of particularisation mentioned before. Finally, I will present a fine-tuning argument inspired by the Burhān. I will also offer three arguments for the oneness of the necessary existence to establish theistic monotheism. All these arguments should be understood in conjunction with each other to appreciate the veracity of the case being made. I will present the arguments formally. However they will be written in an accessible way intended for use by religious spokespeople to lay audiences. Following Ibn Taymiyyah’s distinction that prevents conflations between ‘parts’ and ‘attributes’, the word ‘piece’ will be used to mean something that ‘can be removed, added, broken off, torn off or cut off from something’.87 Furthermore, I distinguish between the terms ‘causality’ and ‘dependence,’ as an object can be caused by something but not be dependent on it to exist (i.e. a child in relation to his parents). However, the latter term entails that an object relies upon something for its continued existence.
Beweis 1
Proof 1
Teil I:
Part I:
Prämisse: Es kann keine Welt geben, die nur aus abhängigen Dingen besteht, ohne Bezug auf ein unabhängiges Ding, denn abhängige Dinge können nicht aus sich selbst heraus weiter bestehen. Das Dasein ist nur mit Bezug auf ein unabhängiges Dasein erklärbar, da unmögliche Daseinsformen nicht mit logischer Notwendigkeit existieren. Außerdem können abhängige Daseinsformen sich weder selbst hervorbringen noch sich selbst erhalten.
Proposition: There cannot be a world with only dependent thing(s) without reference to an independent thing, as dependent thing(s) cannot continue existing on their own. Existence is only explicable with reference to an independent existence, as impossible existences do not exist by logical necessity. Furthermore, dependent existences cannot self-generate or self-maintain.
Teil II:
Part II:
1. Alles, was aus Teilen zusammengesetzt ist, ist abhängig.
1. Everything made up of pieces is dependent.
2. Das Universum besteht aus Teilen.
2. The universe is made up of pieces.
3. Daher ist das Universum abhängig.
3. Therefore, the universe is dependent.
Ich verstehe die Aufgabe so: Sie möchten, dass ich den Text umformuliere. Allerdings besteht meine Funktion darin, Texte aus dem Englischen ins Deutsche zu übersetzen. Bitte senden Sie mir den englischen Text, den Sie übersetzt haben möchten, und ich übertrage ihn ins Deutsche.
Put in another way:
1. Alles, was aus Teilen zusammengesetzt ist, ist abhängig.
1. Everything made up of pieces is dependent.
2. Ein unendliches Multiversum besteht aus Teilen.
2. An infinite multiverse is made up of pieces.
3. Ein unendliches Multiversum ist daher abhängig. Ontologisch ausgedrückt lautet das Argument wie folgt:
3. Therefore, an infinite multiverse is dependent. Expressed ontologically, the argument runs as follows:
Teil I:
Part I:
Beweis 2.
Proof 2.
Teil I:
Part I:
1. Existenz wird in allem, was wirklich ist, vorausgesetzt.
1. Existence is presupposed in everything that is real.
2. Notwendige Tatsachen sind real.
2. Necessary facts are real.
3. Notwendige Tatsachen setzen daher Existenz voraus.
3. Therefore, necessary facts presuppose existence.
Teil II:
Part II:
1. Wenn notwendige Tatsachen das Dasein voraussetzen, hängen sie von ihm ab. 2. Notwendige Tatsachen setzen das Dasein voraus.
1. If necessary facts presuppose existence, they depend on it. 2. Necessary facts presuppose existence.
3. Daher hängen notwendige Tatsachen von der Existenz ab.
3. Therefore, necessary facts depend on existence.
Mit dem Begriff „unabhängig“ meine ich selbstgenügsam. Das heißt, dass das Unabhängige nichts außerhalb seiner selbst benötigt, um erklärt oder verursacht zu werden. Auch muss es für seine Existenz nicht von irgendetwas abhängen. Wie wir bereits gezeigt haben, sind nicht alle notwendigen Dinge unabhängig, da sie zu ihrer Existenz auf vorausgesetzte Sachverhalte angewiesen sind. Folglich ist Unabhängigkeit spezifischer als Notwendigkeit. Etwas, das unabhängig ist, muss notwendig sein, aber nicht alles Notwendige ist unabhängig. Wenn dies zutrifft, sollte das Abhängigkeitsargument oben zu einer kritischen Überlegung führen, die in einem unabhängigen Seienden endet. Denn alle Dinge in der Welt haben Teile, und alle ontologischen Zusammensetzungen hängen von ihren Bestandteilen ab. Um irgendetwas zu erklären, benötigen wir daher ein unabhängiges Seiendes, von dem alle anderen Dinge abhängen, während es selbst von nichts abhängt. Dieses unabhängige Wesen wird per Definition notwendig sein, da alles „Unabhängige“ notwendig ist. Wenn dies zutrifft, kann es nicht anders gedacht werden. Wenn etwas nicht anders gedacht werden kann, muss es zu allen Zeiten und an allen Orten so sein, bzw. unabhängig von Zeit und Ort. In beiden Fällen wird es ewig sein. Ewigkeit wird somit nicht als „positive Eigenschaft“ aufgefasst, insofern sie lediglich das Fehlen eines Anfangs oder Endes beschreibt. Dadurch verschiebt sich die Beweislast auf den Gesprächspartner. Er muss entweder beweisen, dass Ewigkeit in der von mir beschriebenen Weise aufgefasst werden sollte, oder dass es möglich ist, dass etwas immateriell Notwendiges die Eigenschaft besitzt, einen Anfang zu haben. Ich formuliere das Argument nun in modalen Begriffen:
Beweis 3
Proof 3
1. Alles, was man sich abstrakt auch anders vorstellen könnte, wurde von etwas anderem angeordnet.
1. Anything that could be conceived of otherwise in abstraction was arranged by something else.
2. Das Universum ließe sich in der Abstraktion auch anders denken.
2. The universe could be conceived of otherwise in abstraction.
3. Daher wurde das Universum von etwas anderem geordnet.
3. Therefore, the universe was arranged by something else.
Ich verstehe die Aufgabe so: Sie möchten, dass ich den Text umformuliere. Allerdings besteht meine Funktion darin, Texte aus dem Englischen ins Deutsche zu übersetzen. Bitte senden Sie mir den englischen Text, den Sie übersetzt haben möchten, und ich übertrage ihn ins Deutsche.
Put in another way:
1. Alles, was in der Abstraktion auch anders hätte gedacht werden können, wurde von etwas anderem eingerichtet.
1. Anything that could be conceived otherwise in abstraction was arranged by something else.
2. Ein unendliches Multiversum könnte man abstrakt auch anders auffassen.
2. An infinite multiverse could be conceived otherwise in abstraction.
3. Daher wurde ein unendliches Multiversum von etwas anderem angeordnet.
3. Therefore, an infinite multiverse was arranged by something else.
Nach Beweis 1, der oben erwähnt wurde, muss das „Etwas andere“, das für die Anordnung des kontingenten Dings verantwortlich ist, letztlich in einem unabhängigen/notwendigen „Etwas anderen“ enden. Dass ein unabhängiges/notwendiges Dasein dazu imstande ist, würde die Fähigkeit zu Entscheidungen nahelegen. Das Universum/Multiversum auf eine bestimmte Weise statt auf eine andere anzuordnen, deutet auf eine Wahl hin: Es hat sich dafür entschieden, dass es so und nicht anders sein soll. Man könnte fragen: Ist nicht die Fähigkeit zur Wahl, also der „Wille“ des unabhängigen Daseins selbst, etwas, das man in der Abstraktion auch anders denken kann? Wenn ja, würde dann nicht dasselbe Problem, das für ein Universum oder das Multiversum gilt, auch für das unabhängige Dasein gelten? Dass das unabhängige Dasein notwendig ist, bedeutet, dass alle Arten, das unabhängige Dasein zu beschreiben, ebenfalls notwendig sind. Das heißt, dass jedes Attribut des notwendigen Daseins, einschließlich des „Willens“, notwendig ist. Wenn wir daher feststellen, dass alles am notwendigen Dasein notwendig ist, stellen wir auch fest, dass nichts am notwendigen Dasein kontingent ist oder sein kann. Um diese Ansicht zu untermauern, kann man eine Variante des Feinabstimmungsarguments verwenden, wobei Notwendigkeit und Kontingenz als Ausgangspunkt dienen.
Beweis 4
Proof 4
1. Das Universum ist für das Leben entweder durch Notwendigkeit oder durch Zufall fein abgestimmt.
1. The universe is fine-tuned for life by necessity or contingency.
2. Wenn sie durch Notwendigkeit fein abgestimmt ist, dann muss eine notwendige Existenz die notwendige Tatsache der Feinabstimmung erklären.
2. If it is fine-tuned by necessity, then a necessary existence must account for the necessary fact of fine tuning.
3. Wenn sie durch Kontingenz feinabgestimmt ist, dann muss eine notwendige Existenz jede Reihe von Kontingenzen erklären.
3. If it is fine-tuned by contingency, then a necessary existence must account for any series of contingencies.
4. Das Universum ist für das Leben fein abgestimmt.
4. The universe is fine-tuned for life.
5. Daher ist das Universum für das Leben durch ein notwendig Seiendes fein abgestimmt.
5. Therefore, the universe is fine-tuned for life by a necessary existence.
Prämisse 3, die oben erwähnt wird, bezieht sich auf die Ausgangsbehauptung, wonach es nicht nur abhängige Existenzen geben kann, denn abhängige Dinge können nicht aus sich selbst heraus fortbestehen. Existenz ist nur mit Verweis auf eine unabhängige Existenz erklärbar, da unmögliche Existenzen nicht aufgrund logischer Notwendigkeit existieren und abhängige Existenzen sich nicht selbst hervorbringen oder selbst erhalten können. Da Kontingenz – ebenso wie Abhängigkeit – etwas ist, das entstehen und vergehen kann und auch anders eingerichtet sein könnte, lässt sich dasselbe über eine unendliche Reihe abhängiger Dinge sagen wie über eine unendliche Reihe kontingenter Dinge. Man beachte, dass die Begriffe „Zufall“ oder „Zufälligkeit“, die in solchen Argumenten üblicherweise verwendet werden, nicht erwähnt werden. Diese Begriffe müssen vom atheistischen Gesprächspartner erst gerechtfertigt werden, denn er muss beweisen, dass so etwas wie „Zufall“ oder „Zufälligkeit“ tatsächlich existiert und dass es sich nicht bloß um einen Ausdruck der eigenen Unkenntnis über die Mechanik des Universums oder über einen anderen Aspekt der Wirklichkeit handelt. Deterministische Atheisten können tatsächlich nicht an „Zufall“ oder „Zufälligkeit“ glauben, denn solche Konzepte implizieren Volatilität und Unvorhersehbarkeit – beides ist in der deterministischen Weltsicht unmöglich. Ebenso würden viele kompatibilistische Atheisten den Deterministen in der Vorhersehbarkeit der Welt zustimmen.
Premise 3 mentioned above links to the initial postulation, which states that there cannot exist only dependent existences as ‘dependent thing(s) cannot continue existing on their own. Existence is only explicable with reference to an independent existence, as impossible existences do not exist by logical necessity and dependent existences cannot self-generate and or self-maintain’. Since contingency – like dependence – is something which is susceptible to generation, destruction, and could be arranged otherwise, the same thing can be said about an infinite series of ‘dependent things’ can likewise be said of an infinite series of contingent things. Notice the lack of mention of the terms ‘chance’ or ‘randomness’, which are usually employed in such arguments. These terms are themselves in need of justification by the atheist interlocutor, since they must prove that such a thing as ‘chance’ or ‘randomness’ exists, and that it is not merely an expression of one’s ignorance of the mechanics of the universe or any other aspect of existence. Determinist atheists cannot in fact believe in ‘chance’ or ‘randomness,’ as concepts like these imply volatility and unpredictability – both of which are impossible in the deterministic worldview. Likewise, many compatibilist atheists would also agree with determinists on the predictable nature of the world.
Beweis 5
Proof 5
Die Argumente, die man anführen kann, müssen nicht den Anfang der Welt (oder des Universums) als eine ihrer Prämissen haben. Dies nicht deshalb, weil ein ewiges Universum nicht erfolgreich widerlegt werden könnte, sondern nur, um das Argument des Gegenübers zu untergraben. Das Argument kann folgendermaßen verlaufen:
The arguments one may employ do not need to have the inception of the world (or universe) as one of their premises. This is not because an eternal universe cannot be successfully refuted, but only to undermine the argument of the interlocutor. The argument may run as follows:
1. Alles, was aus Teilen zusammengesetzt ist, ist verursacht.
1. Anything made up of pieces is caused.
2. Das Universum besteht aus Teilen.
2. The universe is made up of pieces.
3. Daher ist das Universum verursacht.
3. Therefore, the universe is caused.
Oder, anders ausgedrückt:
Or, put in another way:
1. Alles, was aus Teilen zusammengesetzt ist, ist verursacht.
1. Anything made up of pieces is caused.
2. Ein unendliches Multiversum besteht aus Teilen.
2. An infinite multiverse is made up of pieces.
3. Daher wird ein unendliches Multiversum verursacht.
3. Therefore, an infinite multiverse is caused.
Mit diesen fünf Beweisen sollte man in der Lage sein, überzeugend gegen den Atheismus zu argumentieren. Darüber hinaus sollte auf dem Feld deutlich gemacht werden, dass der Atheismus keinen Erklärungsrahmen besitzt, um die grundlegendsten Fragen zu beantworten, geschweige denn, „alles, was existiert“, zu erklären. Der Atheismus selbst verfügt über keinerlei erklärenden oder widerlegenden Gehalt. Nachdem bewiesen ist, dass eine notwendige Existenz besteht, ist es für diejenigen, die die Gültigkeit des monotheistischen Theismus belegen wollen, angebracht, drei weitere Argumente für die Einheit dieser notwendigen Existenz anzuführen. Diese Argumente schöpfen aus dem Burhān und dem Dalīl al-Tamanuʿ und berücksichtigen Standpunkte muslimischer Denker wie al-Ghazālī in seinem Buch Al-Iqtiṣād fī al-ʿItiqād.
With these five proofs, one should be able to competently make a case against atheism. In addition, it should be outlined on the field that atheism has no explanatory scope to answer the most fundamental questions, let alone explain ‘all that exists’. Atheism itself lacks any explanatory or refutational scope. After proving that a necessary existence exists, it is befitting for those intending to establish the validity of monotheistic theism to offer three additional arguments for the oneness of such a necessary existence. These arguments take their inspiration from the Burhān and Dalīl al Tamanuʿ, including viewpoints presented by Muslim thinkers like al-Ghazālī in his book Al-Iqtiṣād fi al ʿItiqād.
Argument 1
Argument 1
1. Wenn eine notwendige Existenz eine Existenz ist, die nicht anders sein kann, kann es nicht mehr als eine geben.
1. If a necessary existence is an existence that cannot be any other way, there cannot be more than one.
2. Ein notwendig Seiendes kann nicht anders sein.
2. A necessary existence cannot be any other way.
3. Daher kann es nicht mehr als eine notwendige Existenz geben.
3. Therefore, there cannot be more than one necessary existence.
Wenn es etwas gäbe, das ‚notwendige Existenz 1‘ von ‚notwendiger Existenz 2‘ abgrenzt, würde diese Eigenschaft der Abgrenzung ‚notwendige Existenz 2‘ per Definition die Notwendigkeit absprechen. Denn es würde gedacht werden, dass ‚notwendige Existenz 2‘ auch „anders sein“ könnte, und somit wäre ‚notwendige Existenz 2‘ in diesem Fall überhaupt nicht notwendig. Stattdessen würde sie als kontingent gelten. Nehmen wir zum Beispiel an, Gott 1 sei in jeder Hinsicht notwendig und Gott 2 unterscheide sich von Gott 1: Dann wird das, was Gott 2 von Gott 1 unterscheidet, auf Kontingenz bei mindestens einem der beiden „Götter“ hinweisen, oder sogar bei beiden. Wenn Macht eine notwendige Eigenschaft von Gott 1 ist – und Gott 1 notwendigerweise mächtig ist –, Gott 2 aber Macht nicht aus Notwendigkeit besitzt, dann bedeutet das, dass Gott 2 das für die notwendige Existenz erforderliche Kriterium der Notwendigkeit nicht erfüllt.
If there was anything to demarcate ‘necessary existence 1’ from ‘necessary existence 2,’ that property of demarcation would disqualify ‘necessary existence 2’ from being necessary, by definition. This is because it would be conceived that ‘necessary existence 2’ could be ‘another way’ and therefore ‘necessary existence 2’ would not be necessary at all in this case. Instead, it would be considered contingent. For instance, if one supposes God 1 is necessary in all aspects and God 2 is different from God 1, that which differentiates God 2 from God 1 will indicate contingency in at least one of the ‘Gods’, or even both. If power is a necessary attribute of God 1 – and God 1 is necessarily powerful – but ‘God 2’ does not exhibit power by necessity, then this means that God 2 does not meet the criterion of necessity required to be the ‘necessary existence’.
Argument 2
Argument 2
Teil I.
Part I.
1. Wenn die notwendige Existenz für alle anderen Dinge im Dasein verantwortlich ist, dann hat die notwendige Existenz Macht über alle Dinge im Dasein.
1. If the necessary existence is responsible for all other things in existence, then the necessary existence has capacity over all things in existence.
2. Die notwendige Existenz ist für alle anderen Dinge im Dasein verantwortlich.
2. The necessary existence is responsible for all other things in existence.
3. Daher hat das notwendige Dasein Macht über alle Dinge im Dasein.
3. Therefore, the necessary existence has capacity over all things in existence.
Teil II.
Part II.
1. Wenn das notwendige Sein über die volle Fähigkeit gegenüber allen Dingen im Dasein verfügt, ist nichts außer dem notwendigen Sein über alle Dinge vermögend.
1. If the necessary existence has ultimate capacity over all things in existence, nothing other than the necessary existence is over all things capable.
2. Das notwendig Seiende hat Macht über alle Dinge im Dasein.
2. The necessary existence has capacity over all things in existence.
3. Daher ist das notwendig Seiende über allen Dingen, die Macht besitzen.
3. Therefore, the necessary existence is over all things capable.
Argument 3
Argument 3
1. Damit die Natur stabil, einheitlich und regelmäßig sein kann, darf nur ein einziges äußeres Wesen die Welt ordnen.
1. For nature to be stable, uniform, and regular, there must only be one external agent arranging the world.
2. Die Natur ist beständig, gleichförmig und regelmäßig.
2. Nature is stable, uniform, and regular.
3. Daher muss es nur einen äußeren Akteur geben, der die Welt ordnet. Man könnte einwenden, dass eine Vielzahl von „Geistern“ zusammengewirkt habe, um die Natur stabil, einheitlich und regelmäßig zu machen. Doch wenn derjenige, der allmächtig ist, für die Existenz solcher Geister verantwortlich ist, dann ist er auch für alles verantwortlich, was diese Geister hervorbringen.
3. Therefore, there must be only one external agent arranging the world It could be argued that a collection of ‘minds’ cooperated together to allow nature to be stable, uniform and regular. However, if the one who is all capable is responsible for the existence of such minds, then they will also be responsible for whatever such minds produce.
Die Sammlung von Beweisen und Argumenten, die ich oben vorgelegt habe, begründet die Notwendigkeit, die Fähigkeit zur Wahl, die absolute Macht, die Unabhängigkeit und die Einheit des notwendig Seienden. Wie eingangs dargelegt, muss ein notwendig Seiendes existieren, um das fortdauernde Bestehen der Welt zu erklären. Darüber hinaus muss ein notwendig Seiendes existieren, um jegliches Dasein zu erklären, denn abhängige Existenzen könnten weder sich selbst hervorbringen noch sich selbst erhalten. Damit diese Argumente in seelsorgerlichen und apologetischen Zusammenhängen wirksam werden, sollte man mit grundlegenden, zum Nachdenken anregenden Fragen beginnen, etwa: „Warum gibt es etwas und nicht vielmehr nichts?“ Diese Frage ist trotz ihrer Schlichtheit tiefgründig genug, um tiefe Gedanken anzuregen und existenzielle Saiten im Gegenüber zum Klingen zu bringen. Sie führt den Gesprächspartner auf eine Weise zum Theismus hin, die wertvoller ist als eine bloße Argumentation. Hinsichtlich von Analogien und Metaphern gibt Joshua Rasmussen (der ein Buch speziell für Laien verfasst hat) das Beispiel eines Stapels Ziegelsteine auf dem Boden. Dabei stellt der Stapel die abhängigen Dinge dar, der Boden das unabhängige Wesen.89 Man kann auch das Beispiel des Meeresbodens und des Meeres anführen: Man nimmt die Abhängigkeit des Wassers von seinem Untergrund wahr, ohne den Meeresboden zu sehen. Das macht deutlich, wie klar der Beweis für die Unabhängigkeit ist. Jungen Menschen, die mit ihren Smartphones vertraut sind, kann man das Beispiel des Mobiltelefons geben, das vom Akkustand abhängt, wobei der Akkustand wiederum von einem Kraftwerk abhängt. Ausnahmslos endet dieser Prozess bei einem selbstgenügsamen, unabhängigen Wesen. Auch im Hinblick auf die Kausalität lässt sich argumentieren: Alles, was aus Teilen zusammengesetzt ist, ist kausal kontingent. Ich bestehe aus meinen Körperteilen, und das zeigt, dass ich von etwas außerhalb meiner selbst zusammengefügt wurde. Das Universum besteht aus vielen Teilen, was darauf hinweist, dass auch es von etwas außerhalb seiner selbst zusammengefügt wurde. Die Bildsprache ist in diesen Auseinandersetzungen wichtig, wenn sie vor Laien wirksam sein sollen, ebenso das Fragen und das Verlagern der Beweislast auf den atheistischen Gesprächspartner. Lohnende Fragen in dieser Hinsicht sind: Kann Existenz durch Nicht-Existenz erklärt werden? Was ist Nicht-Existenz, und ist sie überhaupt denkbar ohne Bezug auf Existenz? Ist die Null jemals verständlich ohne Bezug auf natürliche und negative Zahlen? Kann es einen Sachverhalt geben, in dem nur abhängige Dinge von abhängigen Dingen ad infinitum abhängen? Wie rechtfertigt man einen solchen Sachverhalt kosmologisch oder a priori? Fragen wie diese sind wichtig, um die Stärke der theistischen Position zu zeigen, ebenso wie die völlige Ohnmacht der gegnerischen Sicht.
In der Anwendung
In Application
Ein Großteil der polemischen Kritik der Neuen Atheisten an der Religion beruht auf Vorstellungen, die nahelegen, Religion sei „veraltet“. Sowohl Richard als auch Betty scheinen von dieser Art des Diskurses beeinflusst zu sein. Schon die bloße Tatsache, dass gebildete Naturwissenschaftler und andere Intellektuelle sich für den Atheismus entscheiden, kann dazu beitragen, dass jemand sich nicht positiv mit dem Theismus auseinandersetzt. Richard und Betty faszinieren beispielsweise beide Bertrand Russell. Sie zitieren ihn bei ihrer Argumentation gegen den Theismus sogar direkt. Rein logisch betrachtet ist das offensichtlich unerheblich und ein „Appell an eine Autorität“. Richard und Betty sind klug genug, das zu wissen. Psychologisch gesehen lässt sich jedoch, wie zahlreiche Studien (allen voran Milgrams Schockexperiment) zeigen, nicht sicher ausschließen, dass Richard und Betty nicht doch vom intellektuellen Ansehen mancher Atheisten wie Russell beeinflusst werden. Ein einfacher, aber wirkungsvoller Hinweis könnte deshalb darin bestehen, schlicht die schiere Zahl der intellektuellen Denker aufzuzeigen, die im Laufe der Jahrhunderte nicht nur Theisten waren, sondern auch für den Theismus argumentiert haben.
Much of the New Atheist polemic against religion depends on notions which imply that religion is ‘outdated’. Both Richard and Betty seem affected by this kind of discourse. The simple fact that educated scientists and other kinds of intellectuals choose to be atheists can be influential in keeping someone from positively engaging with theism. Richard and Betty are both fascinated with Bertrand Russell for example. They may even quote him directly when making a case against theism. On strictly logical terms, this is obviously inconsequential and an ‘appeal to authority’. Both Richard and Betty are clever enough to know that. Psychologically, as shown in multiple studies (most notably Milgram’s Shock Experiment), one cannot be sure that Richard and Betty are not immune influenced by the intellectual status of some atheists like Russell. It may be a simple, yet powerful, point of reminder therefore to simply outline the sheer number of intellectual contributors who not only were theists, but argued for theism throughout the years.
87 Collins. (o. J.). Definition of Piece [online]. Verfügbar unter: https://www.collinsdictionary.com/dictionary/english/piece#:~:text=noun- ,1.,when%20broken%20off%20or%20separated.
87 Collins. (n.d.). Definition of Piece [online]. Available at: https://www.collinsdictionary.com/dictionary/english/piece#:~:text=noun- ,1.,when%20broken%20off%20or%20separated.
Smart, J J C und Haldane, John (2001). Atheism and theism. Oxford: Blackwell Publishing, S. 83.
88 Smart, J J C and Haldane, John (2001). Atheism and theism. Oxford: Blackwell Publishing, p. 83.
89 Rasmussen, J. (2019). How reason can lead to God. InterVarsity Press, S. 4.
89 Rasmussen, J. (2019). How reason can lead to God. InterVarsity Press, p. 4.