Errichtung von Missionszentren
Establishment Of Missionary Centres
Die missionarische Bewegung begann tatsächlich bereits vor dem Ausbruch der Industriellen Revolution in Europa im 18. Jahrhundert und dauerte bis zur Auflösung des Islamischen Staates im Jahr 1924 an. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts wurde auf Malta ein riesiges missionarisches Zentrum gegründet. Dieses diente als Hauptquartier, von dem aus sie ihren missionarischen Ansturm auf die muslimische Welt führten; im Jahr 1625 zogen sie jedoch nach al-Sham und versuchten, dort ebenfalls missionarische Bewegungen aufzubauen. Die Missionare hatten dabei nicht viel Erfolg, abgesehen davon, dass sie einige Schulen gründeten und ein paar Bücher zu religiösen Themen veröffentlichten. Schließlich erlitten sie 1773 Schiffbruch, als ihre Aktivitäten eingestellt wurden und sie nach Malta zurückkehrten.
The missionary movement actually started before the Industrial Revolution erupted in Europe in the 18th Century, and it continued until the Islamic State was dismantled in 1924. A huge missionary centre was established in Malta towards the end of the 16th century. This acted as the headquarters from which they conducted their missionary onslaught on the Muslim world, but in 1625 they moved to al-Sham and tried to establish missionary movements there as well. The missionaries did not find much success beyond establishing a couple of schools and publishing few a books on religious matters, finally succumbing to failure in 1773 when their activities were shut down and they returned to Malta.
Der eigentliche Durchbruch für die Missionare gelang im 19. Jahrhundert, als der Islamische Staat verschiedene Arten von Reformen einzuführen begann, die als Tanzimat bekannt waren und vor allem darauf abzielten, den wachsenden Druck aus dem Westen abzumildern. Diese Reformen betrafen viele Bereiche, darunter Landbesitz, Besteuerung und die Rechte der Nicht-Muslime. Obwohl einige davon eindeutig im Widerspruch zum Islam standen, bezog sich der damalige Islamische Staat tatsächlich auf ijtihad und kam zu dem Schluss, dass diese Reformen nicht im Widerspruch zur Shari‘ah stünden. Man kann daher nicht sagen, dass sie kufr-Gesetze umgesetzt hätten, denn im Verständnis der Muslime widersprachen diese Maßnahmen nicht der Shari‘ah.
The real breakthrough for the missionaries was made during the 19th Century when the Islamic State started to introduce various types of reforms, known as Tanzimat, mostly aimed at diffusing the increasing pressure from the West. These reforms affected many areas, including land, taxation and the rights of non-Muslims. Although some of them were clearly contradictory to Islam, the Islamic State at that time did actually refer to ijtihad and it concluded that these reforms did not contradict the Shari‘ah. So one cannot say that they implemented Kufr laws because in the minds of the Muslims, these measures did not contradict Shari‘ah.
Teile dieser Reformen umfassten eine größere Autonomie für die christlichen Bürger des Islamischen Staates. Die Khulafa’ gewährten Ländern wie Russland und Frankreich nahezu freie Hand im Umgang mit Fragen, die Christen betrafen, und diese Länder nutzten diese Gelegenheit, um den Islamischen Staat zu unterwandern. Dieses Zeitfenster führte zu einem verstärkten Eifer in der Missionsarbeit und ebnete den Weg für die Gründung eines Missionszentrums in Beirut im Jahr 1820. Dieses Zentrum sollte wie ein tödlicher Krebs wirken, der sich über den gesamten Islamischen Staat ausbreitete, und als Katalysator für den Niedergang des ‘Uthmani-Khilafah dienen.
Parts of these reforms included a greater autonomy for the Christian citizens of the Islamic State. The Khulafa’ gave countries like Russia and France an almost free hand in dealing with problems relating to Christians, and these countries used this opportunity to infiltrate the Islamic State. This window of opportunity led to a greater vigour in missionary work and paved the way for the establishment of a missionary centre in Beirut in 1820. This centre was to act as the deadly cancer that spread all over the Islamic State, acting as a catalyst in the decline of the ‘Uthmani Khilafah.
Die Missionare sahen sich anfangs großen Schwierigkeiten gegenüber, doch sie setzten ihre Tätigkeit unermüdlich fort.
The missionaries initially faced great difficulties but they persisted with their activities.
Ihr erstes Augenmerk galt der religiösen Verkündigung und der religiösen Kultur; ihr Bildungsprogramm blieb begrenzt und schwach. Es gelang ihnen, in dem Dorf A‘ntoura im Libanon ein College zu eröffnen. Die amerikanische Mission verlegte ihre Druckerei von Malta nach Beirut, um ihre Bücher zu drucken und zu verbreiten, und bis 1834 war sie in die gesamte Region von al-Sham vorgedrungen.
Their first area of concern was religious preaching and religious culture; their education programme remained limited and weak. They managed to open a college in the village of A‘ntoura in Lebanon. The American mission transferred its print shop from Malta to Beirut in order to print and distribute its books, and they penetrated the entire region of al-Sham by 1834.
Ein bemerkenswerter Missionar dieser Epoche war der Amerikaner Eli Smith, der auf Malta als Freiwilliger die Leitung der Missionsdruckerei innehatte. Eli Smith kam 1827 nach Beirut, doch ein Jahr später trieben ihn Angst und Langeweile fort, und er kehrte nach Malta zurück. Danach kehrte er 1834 nach Beirut zurück und eröffnete zusammen mit seiner Ehefrau eine Mädchenschule. Sein Wirkungsbereich weitete sich aus, und er widmete sein Leben der Arbeit in al-Scham, insbesondere in Beirut.
One notable missionary from this period was the American Eli Smith, who had been working in Malta as a volunteer in charge of the mission press. Eli Smith arrived in Beirut in 1827 but a year later fear and boredom drove him out and he returned to Malta. He next returned to Beirut in 1834 and together with his wife opened a school for girls. His area of work broadened and he devoted his life to working in al-Sham, Beirut in particular.
Eine weitere Gelegenheit bot sich den Missionaren, als Ibrahim Pascha in Syrien einen neuen Lehrplan für die Grundschulbildung annahm und umsetzte. Die Wurzeln dieses Lehrplans lagen im ägyptischen Bildungswesen, das seinerseits dem französischen liberalen System entnommen war. Ibrahim führte außerdem eine regelmäßige Besteuerung ein, wodurch den Nichtmuslimen der Weg in Regierungsämter geöffnet wurde, und er verkündete die europäische Auffassung von der Gleichheit aller Bürger vor dem Gesetz. Die Missionare nutzten diese Gelegenheit, verstärkten ihre Aktivitäten und erweiterten dabei ihre Druckereien. Die Jesuiten, deren Orden 1773 vom Papst aufgehoben worden war, kehrten mit großer Kraft zurück, und britische und amerikanische protestantische Missionare fassten festen Fuß, indem sie 1839 die Protestantische Kirche Syriens gründeten. Darauf folgte das Syrische Protestantische College, heute die Amerikanische Universität Beirut, das 1866 gegründet wurde, und die Tätigkeit der Jesuiten gipfelte 1874 in der Université Saint-Joseph in Beirut.
A further opportunity came for the missionaries when Ibrahim Pasha adopted and implemented a new primary education syllabus in Syria. The roots of this syllabus lied in the Egyptian educational system which in turn was taken from the French libertian system. Ibrahim also enforced regular taxation, opening the way for the non-Muslims to hold posts in the government, and proclaimed the European view of equality of all citizens before the law. The missionaries took advantage of this opportunity and intensified their activities, expanding their printing works in the process. The Jesuits, whose order had been suspended by the Pope in 1773, returned in force, and British and American Protestant missionaries established a firm foothold by establishing the Protestant Church of Syria in 1839. Following on from this the Syrian Protestant College, now the American University of Beirut, was established in 1866 and Jesuit activity culminated in Universite Saint-Joseph in Beirut in 1874.