Nationalismus seit der Auflösung des Kalifatsstaates im Jahr 1924
Nationalism Since The Dismantlement Of The Khilafah State In 1924
Mit dem Ende der islamischen Herrschaft im Jahr 1924 entstanden zahlreiche künstliche muslimische Staaten, die den Nationalismus als Grundlage ihrer Existenz nutzten. Diese Staaten waren jedoch weit entfernt von der „Unabhängigkeit“, für die ihre Gründer gegen das ʿOsmanische Kalifat gekämpft hatten. Tatsächlich waren die Versprechen der Unabhängigkeit seitens des Westens glatte Lügen, und in Wirklichkeit war es eine heimtückische Falle, in die die Muslime tappten. Die wahre Absicht des Westens war es, die muslimische Welt kulturell zu kolonisieren, doch als der Islamische Staat in den Bereich ihrer Krallen geriet, begnügten sie sich mit nichts Geringerem als der physischen Invasion muslimischen Landes. Dies verankerten sie in Artikel 22 der Völkerbundsatzung nach dem Ersten Weltkrieg: „Bestimmte Gemeinschaften, die früher zum Türkischen Reich gehörten, haben einen Entwicklungsstand erreicht, auf dem ihr Dasein als unabhängige Nationen vorläufig anerkannt werden kann, vorbehaltlich der Erteilung administrativer Ratschläge und Unterstützung durch eine Mandatarmacht, bis sie imstande sind, auf eigenen Füßen zu stehen.“11
The end of Islamic rule in 1924 created many artificial Muslim states that used nationalism as the basis for their existence. However, these states were far from the ‘independence’ that their creators fought for against the ‘Uthmani Khilafah. Indeed, the promises of independence by the West were outright lies and in reality, it was a vicious trap that the Muslim fell in. The real intent of the West was to colonise the Muslim world culturally, but when the Islamic State came within the reach of their claws, they settled for nothing less than the physical invasion of Muslim Land. This they enshrined in Article 22 of the League of Nations after the 1st World War, “Certain communities formerly belonging to the Turkish Empire have reached a stage of their development where their existence as independent nations can be provisionally recognised subject to the rendering of administrative advice and assistance by a mandatory, until such time as they are able to stand alone.”11
Natürlich mussten die neu gegründeten nationalistischen Staaten den „Verwaltungsratschlag“ annehmen, was nach Ansicht Großbritanniens und Frankreichs nichts anderes als eine Invasion bedeutete. Großbritannien übernahm den Irak, Palästina und Transjordanien, während Frankreich Syrien und den Libanon nahm. Von Scharif Husains „unabhängigem arabischen Staat“, bekannt als das Königreich Hidschas, blieb nur noch das übrig, das 1925 in das heutige Saudi-Arabien eingegliedert wurde.
Naturally, the ‘administrative advice’ had to be taken by the newly formed nationalistic states, which according to Britain and France meant nothing short of invasion. Britain took over Iraq, Palestine and Transjordan, while France took Syria and Lebanon. All that was left of Sharif Hussain’s ‘independent Arab state’, known as the Kingdom of Hijaz, was absorbed into what is now Saudi Arabia in 1925.
Daraus wird deutlich, dass die Muslime trotz der Gründung zahlreicher nationalistischer Staaten in der muslimischen Welt weiterhin hinter dem Rest der Welt zurückbleiben. Obwohl die muslimischen Länder nicht mehr Kolonien des Westens sind, ist die Stagnation, unter der wir gelitten haben, so gravierend, dass wir buchstäblich zu wirtschaftlichen Sklaven des Westens geworden sind, was weit schlimmer ist. Seitdem wurden Versuche unternommen, die Muslime wiederzubeleben, doch keiner von ihnen war erfolgreich.
It can be seen, therefore, that despite the creation of many nationalistic states in the Muslim world, Muslims still lag behind rest of world. Although Muslim countries are no loner colonies of the West, the stagnation that we have suffered is so severe that we have literally become economic slaves to the West, which is far worse. Attempts have been made since then to revive the Muslims but none of them have succeeded.
Der Nationalismus hat in der muslimischen Welt eine Spur des Scheiterns hinterlassen. Im Folgenden werden einige Beispiele gescheiterter Versuche angeführt, die Muslime auf der Grundlage des Nationalismus wiederzubeleben.
Nationalism has left a trail of failure in the Muslim world. Some examples of failed attempts to revive the Muslims based on nationalism are presented below.
Ägypten Gamal Abdel Nasser von Ägypten ist ein klassisches Beispiel für ein solches Scheitern. Nasser kam 1954 an die Macht und begann, seine Vision für Ägypten zu verbreiten. In seinem Buch The Philosophy of Revolution skizziert er die drei Hauptrollen Ägyptens: als Führer der arabischen Welt, der muslimischen Welt und der afrikanischen Staaten südlich der Sahara, die um ihre Unabhängigkeit kämpfen.
Egypt Gamal Abdul Nasser of Egypt is a classical example of such failure. Nasser came to power in 1954 and began to propagate his vision for Egypt. In his book The Philosophy of Revolution he outlines the three main roles of Egypt as the leader of the Arab world, the Muslim world and of the black African nations struggling for independence.
Nassers Hoffnung auf eine Einigung der Araber stützte sich in erster Linie auf den arabischen Nationalismus. Er stellte sich vor, dass sich die Araber schlicht deshalb vereinen würden, weil sie eine gemeinsame Sprache, Kleidung und Geschichte teilten. Dennoch gelang es Nasser, den arabischen Nationalismus in einem bis dahin nie gekannten Maße zu wecken. Die Verstaatlichung des Suezkanals im Jahr 1956 sowie der Zusammenschluss Ägyptens und Syriens im Jahr 1958 zur Vereinigten Arabischen Republik, durch den zwei der strategisch bedeutendsten Länder des Nahen Ostens zusammengeführt wurden, verstärkten seinen Aufruf zum „Arabismus“ weiter.
Nasser’s hope of uniting the Arabs primarily hinged around Arab nationalism. He imagined that the Arabs would unite simply because they had a common language, dress and history. However, Nasser did manage to arouse Arab nationalism to the extent never seen before. The nationalisation of the Suez Canal in 1956 and the merger between Egypt and Syria in 1958 to create the United Arab Republic, bringing together two of the most strategic countries in the Middle East, further boosted his call of ‘Arabism’.
Der Ruf nach „Arabismus“ ging jedoch auch mit leichtsinnigen sozialistischen Wirtschaftsmaßnahmen einher, die das Land lahmlegten. Außerdem musste die Umma später erkennen, dass Nasser nichts weiter als eine Schachfigur im Ringen zwischen Großbritannien und Amerika im Nahen Osten war.
The call for ‘Arabism’, however, was also accompanied by reckless socialist economic policies that crippled the country. Also, as the Ummah learnt later, Nasser was nothing more than a pawn in the struggle between Britain and America in the Middle East.
Obwohl Nasser öffentlich von der ehemaligen Sowjetunion unterstützt zu sein schien, war er in Wirklichkeit ein Agent Amerikas.
Although Nasser was seen to be publicly backed by the former Soviet Union, in reality he was an agent of America12.
Die Auflösung der Vereinigten Arabischen Republik im Jahr 1961 und der Triumph Israels im Jahr 1967
The breakup of the United Arab Republic in 1961, and the triumph of Israel in the 1967
Krieg, als er den Sinai von Ägypten, die Golanhöhen von Syrien und das Westjordanland von Jordanien eroberte, setzte Nassers „Arabismus“ ein Ende. Dieses große nationalistische Experiment war gescheitert, und bis heute ist die arabische Welt in viele Staaten zerteilt.
war, when it captured Sinai from Egypt, the Golan Heights from Syria and the West Bank from Jordan, put an end to Nasser’s ‘Arabism’. This great nationalistic experiment had failed and to this day the Arab world is still divided into many states.
Die Türkei Die Türkei, der Sitz des Osmanischen Kalifats, gehört zu den Ländern, die vom Nationalismus tiefgreifend geprägt wurden. Mustafa Kemals Vision, eine Nation auf der Grundlage des Nationalismus zu formen, verwirklichte sich zwar, doch sie entwickelte sich nicht in nennenswerter Weise weiter. Weder die nationalistische Politik von Kemals Republikanischer Volkspartei in der Vergangenheit noch die der säkularen Mutterlandspartei oder der Sozialdemokratischen Volkspartei heute werden die Türkei jemals zu ihrem früheren Glanz zurückführen. Stattdessen gleitet die Türkei allmählich in innere Konflikte ab, während der kurdische Nationalismus Wurzeln schlägt.
Turkey Turkey, being the seat of the ‘Uthmani Khilafah, is one of the countries that was deeply affected by nationalism. The vision of Mustapha Kamal to forge a nation based on nationalism did materialise but it failed to progress in any substantial way. Neither the nationalistic policies of Kamal’s Republican People’s Party in the past, nor those of the secular Motherland Party or the Socialist Democratic Populist Party now, are ever going to return Turkey to its former glory. Instead, Turkey is gradually slipping towards civil strife as Kurdish nationalism takes root.
Kamals Versuch einer Wiederbelebung auf der Grundlage des türkischen Nationalismus hat die Türkei im Stich gelassen.
Kamal’s attempted revival based on Turkish nationalism has left Turkey in the cold.
Das Gebiet, das einst als Hauptstadt des führenden Staates der Welt, des Islamischen Staates, geehrt wurde, ist nun zum kranken Staat geworden, der nirgendwohin führt; es wird weder von den Europäern noch vom Nahen Osten akzeptiert. Der Nationalismus hat der Türkei nichts als Demütigung gebracht, doch trotz alledem beharrt die türkische Regierung weiterhin auf dem türkischen Nationalismus.
The area which was once honoured as the capital of the leading state of the world, the Islamic State, has now become the diseased state, left for nowhere; it is not accepted by the Europeans nor by the Middle East. Nationalism has brought nothing but humiliation for Turkey, yet despite this, the Turkish government still persists with Turkish nationalism.
Saudi-Arabien und die Golfstaaten Saudi-Arabien und die verschiedenen Staaten am Golf verkörpern einen klassischen Fall von Nationalismus, der vom Westen, insbesondere von Großbritannien, gefördert wurde. Die mächtigen Stämme dieser Gebiete wurden durch finanzielle Abkommen und Versprechungen unabhängiger Staaten gegen das ʿUthmānische Khilafah mobilisiert.
Saudi Arabia and the Gulf States Saudi Arabia and the various states in the Gulf reflect a classical case of nationalism that was nurtured by the West, especially Britain. The powerful tribes were mobilised from these areas against the ‘Uthmani Khilafah through financial deals and promises of independent states.
Die Briten setzten zunächst Scharif Husain und seine Söhne Faisal und ʿAbdullah ein, um gegen das Kalifat zu revoltieren. Diese Aufstände wurden mit Unterstützung des berühmten britischen Agenten T. E. Lawrence13 angezettelt, der versuchte, die Streitkräfte des Islamischen Staates zu behelligen und ihre Kommunikation auf dem rechten Flügel der Armee von General Allenby zu stören, die im Jahr 1917 von Ägypten aus vorrückte. Als Scharif jedoch später bei den Briten in Ungnade fiel, ersetzten sie ihn durch ʿAbd al-ʿAziz ibn Saud, der ebenfalls von den Briten finanziell unterstützt wurde, während er um die Kontrolle kämpfte.
The British first used Sharif Hussain and his sons Faisal and ‘Adbullah to revolt against the Khilafah. These revolts were instigated through the assistance of the famous British agent T. E. Lawrence13, who was trying to harass the Islamic State’s forces and disrupt their communications on the right flank of General Allenby’s army advancing from Egypt during 1917. However, when Sharif later fell out of favour with the British, they replaced him with ‘Abd al-Aziz ibn Saud, who was also being financed by the British in his struggle to gain control.
Bis Ende des Jahres 1927 hatte es die Familie Saud geschafft, die Kontrolle über den größten Teil der Arabischen Halbinsel zu erlangen. Im selben Jahr wurde ein Vertrag mit den Briten unterzeichnet, die der Familie im Gegenzug für die Anerkennung der britischen Oberhoheit über die Golfscheichtümer Katar, Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate und Oman die volle Herrschaftsgewalt übertrugen. Im Jahr 1932 wurde die Arabische Halbinsel in Königreich Saudi-Arabien umbenannt.
By the end of 1927, the Saud family had managed to secure control of most of the Arabian peninsular, and in the same year, a treaty was signed with the British who gave the family complete authority in return for the Saud’s recognition of British suzerainty over the Gulf Sheikhdoms of Qatar, Bahrain, United Arab Emirates and Oman. In 1932, Arabian peninsular was named Kingdom of Saudi Arabia.
Seitdem hält die Familie Saud die Region sehr straff unter Kontrolle und stützt ihre Herrschaft auf eine stammesbasierte Struktur. Die gesamte Regierung wird von Angehörigen der Familie Saud geführt, die derzeit mehr als fünftausend Personen umfasst.
Since then the Saud family has kept a very tight control of the area, establishing the authority on a tribalistic structure. The entire government is run by the members of the Saud family, which is currently in excess of five thousand.
Was Kuwait, Katar, Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate und Oman betrifft, hatte Großbritannien seine Agenten als Herrscher eingesetzt, noch bevor der Islamische Staat 1924 zu Ende ging. Die Familie al-Said unterzeichnete 1891 Verträge mit Großbritannien, al-Sabah von Kuwait tat dies 1899, die Familie al-Thani folgte 1915, und verschiedene lokale Herrscher der Vereinigten Arabischen Emirate folgten demselben Muster.
As for Kuwait, Qatar, Bahrain, United Arab Emirates and Oman, Britain had installed its agents as rulers even before the demise of the Islamic State in 1924. Al-Said family signed treaties with Britain in 1891, al-Sabah of Kuwait signed in 1899, al-Thani family followed suit in 1915 and various local rulers of United Arab Emirates also followed the same pattern.
Die Einsetzung dieser Familien als Herrscher durch die Briten hat die Arabische Halbinsel in die vorislamische Zeit zurückversetzt, als verschiedene Stämme die Region beherrschten. Diese Form der Regierungsstruktur hat die Muslime dieser Region nicht wiederbelebt. Tatsächlich hat die Aufteilung des Gebiets nach nationalistischen Gesichtspunkten jede Hoffnung auf Fortschritt zunichtegemacht, denn die Herrscher sind allesamt zu sehr damit beschäftigt, ihre eigenen Positionen zu sichern. Obwohl die Arabische Halbinsel Einnahmen aus Erdöl erzielt, die diejenigen der westlichen Länder bei Weitem übersteigen, hat dies zu keiner Form von Fortschritt geführt. Abgesehen vom Öl gibt es keine Industrie und auch keine Pläne, eine solche aufzubauen. Das Geld, das das Öl seit den 1940er Jahren eingebracht hat, ist auf Schweizer Bankkonten und in die Investmenthäuser der westlichen Nationen abgezweigt worden. Der Nationalismus hat diese Staaten nicht erhoben, sondern sie vielmehr als je zuvor der Kontrolle der Kuffar unterworfen.
The installation of these families as rulers by the British returned the Arabian peninsular to the pre-Islamic days when various tribes were ruling the region. This form of governmental structure has not revived the Muslims of this region. Indeed, dividing the area on nationalistic lines has obliterated any hope of progress because the rulers are all too busy trying to secure their positions. Despite the fact that the Arabian peninsular has income from oil that far exceeds even the Western countries has not resulted in any form of progress. Except the oil, there is no industry or any plans to establish one. The money that oil has brought since the 1940’s has been siphoned off to the Swiss banks accounts and Investment Houses of the Western nations. Nationalism has not elevated these states, rather, it has subjected them to the control of the Kuffar more than ever before.
Iran Der Aufstieg des iranischen Nationalismus lässt sich bis ins 19. Jahrhundert zurückverfolgen, zur Zeit des Eindringens der missionarischen Bewegung in den islamischen Staat. Seitdem hatte Iran ebenfalls seinen Anteil an ausländischer Einmischung, Besetzungen und Kollaborationen. Die entscheidende Periode, die hervorgehoben werden muss, ist jedoch die Zeit seit dem Ausbruch der sogenannten „Islamischen Revolution“ im Jahr 1979, die die gesamte Gestalt der Gesellschaft veränderte.
Iran The rise of Iranian nationalism can be traced back to the 19th Century during the infiltration of the missionary movement in the Islamic State. Since then Iran also had its share of foreign intervention, occupations and collaborations. However, the key period that need to be highlighted is the period since the eruption of the so-called ‘Islamic Revolution’ in 1979, which transformed the entire shape of the society.
Die „Islamische Revolution“ beseitigte die Monarchie des Schahs im Iran und ersetzte sie durch das, was als islamisches System bezeichnet wird. Eine genaue Betrachtung des Iran zeigt jedoch, dass dieses System noch weit von dem entfernt ist, was der Islam fordert. Obwohl der Dschilbab und das Chimar weit verbreitet sind, ebenso Bärte und der Klang des Adhan, spiegeln die angewandten Gesetze dennoch Nicht-Islamisches wider. Außerdem bestimmt die iranische Verfassung, dass das Staatsoberhaupt nur ein Iraner sein kann. Dies widerspricht eindeutig dem Islam, denn Stamm, Rasse oder Hautfarbe sind keine Bedingungen für das Amt des Staatsoberhaupts. Die Revolution im Iran hat den Nationalismus daher nicht entwurzelt, sondern ihn vielmehr weiter gestärkt.
The ‘Islamic Revolution’ eradicated the Iranian monarchy of the Shah and replace it with what is claimed to an Islamic system. Close examination of Iran shows that it is still very far from the system that Islam calls for. Although jilbab and khimar are common, as well as the beards and the sound of adhan, the laws that are applied still reflect non-Islam. Also, the constitution of Iran stipulates that the head of the state can only be an Iranian. This clearly contradicts Islam because tribe, race or colour are not conditions for the post of the head of the state. So the revolution in Iran has not uprooted nationalism, instead, it has further strengthen it.
Pakistan Pakistan wurde 1947 als eigenständiger Staat für die Muslime auf dem indischen Subkontinent gegründet.
Pakistan Pakistan was created in 1947 be to an entity for the Muslims in the Indian subcontinent.
Obwohl die den Massen vermittelte Vision lautete, Pakistan werde ein islamischer Staat sein, wurde Pakistan in Wirklichkeit als säkularer nationalistischer Staat geschaffen. Am 11. August 1947 trat die verfassunggebende Versammlung Pakistans erstmals in Karatschi zusammen, und Mohammed Ali Jinnah, der zum Vorsitzenden der Sitzung gewählt worden war, sagte: „Ich denke, wir sollten unsere Ideale stets vor Augen behalten, und Sie werden feststellen, dass im Laufe der Zeit die Hindus aufhören werden, Hindus zu sein, und die Muslime aufhören werden, Muslime zu sein, nicht im religiösen Sinne, denn das ist der persönliche Glaube jedes Einzelnen, sondern im politischen Sinne als Bürger des Staates ...“14
Although the vision given to the masses was that Pakistan would be an Islamic State, in reality, Pakistan was carved-up as a secular nationalistic state. On August 11, 1947, Pakistan’s constituent assembly met in Karachi for the first time and Mohammed Ali Jinnah, who was elected to preside over the meeting, said, “I think we should keep in front of us our ideals and you will find that in the course of time Hindus would cease to be Hindus and Muslims will cease to be Muslims, not in the religious sense, because that is the personal faith of each individual, but in the political sense as citizens of the State...”14
Wenn ein Muslim im politischen Sinne aufhört, ein Muslim zu sein, bedeutet das, dass der Islam keinerlei Rolle bei der Führung des Staates spielt, er jedoch seine gottesdienstlichen Rituale beibehält; er wird zu einem säkularen Menschen, da Säkularismus bedeutet, die Religion (Din) vom Staat zu trennen. Jinnahs Vision von Pakistan war daher die eines säkularen Staates. Darüber hinaus wurden die Muslime dazu aufgerufen, sich hinter einer nationalistischen Parole zu versammeln, „Pakistan Zindabad“ (Es lebe Pakistan), die noch heute in Pakistan und darüber hinaus zu hören ist.
When a Muslim ceases to be a Muslims in the political sense, it means that Islam will not play any part in running the state, but he keeps his rituals of worships, he becomes a secular person since secularism is to divorce the deen from the state. So Jinnah’s vision of Pakistan was that of a secular nation. Furthermore, the Muslims were encouraged to rally behind a nationalistic slogan, ‘Pakistan Zindabad’ (Long live Pakistan), which is heard even to this day in Pakistan and outside.
Die Gründung Pakistans sollte die Muslime einen und wiederbeleben. Dieses Experiment war jedoch von Anfang an fehlerhaft, da zwischen Ost- und West-Pakistan Unterschiede entstanden. Obwohl mehr als die Hälfte der Muslime im vereinten Pakistan Bengalisch sprach, machten die herrschenden Eliten in West-Pakistan Urdu zur Staatssprache, da Urdu die Sprache war, die in West-Pakistan gesprochen wurde. Hinzu kam, dass die Bengalen als eine minderwertige Rasse betrachtet wurden, sodass die Verantwortung für die Regierung ausschließlich in den Händen West-Pakistans lag. Auch der größte Teil der industriellen Entwicklung fand im westlichen Landesteil statt, und die Bengalen entfremdeten sich zunehmend. Diese Faktoren sowie die Kampagne Indiens zur Zerstörung der Einheit der Muslime führten zu einem Machtkampf zwischen Ost- und West-Pakistan. Auf seinem Höhepunkt wurde dieser Machtkampf zu einem Kampf zweier Rassen, nämlich der „Pakistaner“ und der „Bengalen“.
The creation of Pakistan was meant to unify and revive the Muslims. However, this experiment was flawed right from the start as differences emerged between East and West Pakistan. Despite the fact that more than half of the Muslims in united Pakistan spoke Bengali, the ruling elites in West Pakistan adopted Urdu as the state language, Urdu being the language spoken in West Pakistan. Added to this was the fact that Bengali people were seen as an inferior race, and responsibility of governance was thus exclusively in the hands of West Pakistan. Most of the industrial development was also carried out in the Western wing and the Bengali people became very alienated. These factors, and the campaign by India to destroy the unity of the Muslims, led to a power struggle between East and West Pakistan. At its zenith, this power struggle became the struggle of two races, namely, the ‘Pakistanis’ and the ‘Bengalis’.
Der Nationalismus erreichte seinen Höhepunkt im Jahr 1971, als Zulfiqar Ali Bhutto sich weigerte, die Macht abzugeben, nachdem Mujibur Rahman aus Ostpakistan die Parlamentswahlen mit einer knappen Mehrheit gewonnen hatte. Mujibur Rahman ging anschließend daran, einen bengalischen Staat namens Bangladesch zu gründen, und vollendete damit die Zerstörung des vereinten Pakistan.
Nationalism reached climax in 1971 when Zulfiqar Ali Bhutto refused to relinquish power after Mujibur Rahman, from East Pakistan, won the General Elections with a slim majority. Mujibur Rahman went on to create a Bengali state called Bangladesh, thus completing the destruction of united Pakistan.
Die Zerstückelung des vereinten Pakistan entlang nationalistischer Linien hat keines der Probleme der Muslime gelöst. Die Uneinigkeit hat die Muslime militärisch und wirtschaftlich geschwächt, insbesondere Bangladesch, das bis heute unter weitverbreiteter, lähmender Armut und Korruption leidet.
Carving-up united Pakistan on nationalistic lines did not solve any problems for the Muslims. Disunity has made the Muslims weak militarily and economically, especially Bangladesh which continues to suffer from wide-spread crippling poverty and corruption even to this day.
Zusammenfassend können wir festhalten, dass der Nationalismus den Muslimen nie gedient hat. Er brachte weder Einheit, Fortschritt noch Harmonie, sondern schuf Uneinigkeit, Instabilität und Abhängigkeit von ausländischen Staaten und Organisationen wie den Vereinten Nationen und dem Internationalen Währungsfonds.
In summary, we can conclude that nationalism has never worked for the Muslims. It did not provide unity, progress nor harmony but created disunity, instability and dependence on foreign nations and organisations like the UN and the IMF.
11 Ebd., S. 10.
11 Ibid, page 10.
12 Miles Copeland schreibt in seinem Buch The Game Player, dass Nassers Verbindung zur CIA bereits vor dem Staatsstreich begann, der im Juli 1952 König Faruk von der Macht stürzte. In der Folge unterstützte die CIA die Gründung des Mukhabarat (Geheimdienst), beriet bei der Umstrukturierung des Innenministeriums und bot Nasser Schutz vor Attentaten.
12 Miles Copeland, in his book The Game Player, recalls that Nasser’s involvement with the CIA began before coup d’état that ousted King Farook from power in July 1952. Subsequently, CIA assisted in the establishment of Mukhabarat (intelligence service), advised on the reorganisation of Interior Ministry and provided protection for Nasser against assassinations.
13 T.E. Lawrence wird im Film Lawrence von Arabien als Held dargestellt, als ein gewöhnlicher Mann, der in den Konflikt zwischen den Arabern und den „Türken“ hineingezogen wird. In Wirklichkeit war Lawrence ein britischer Agent, dessen Aufgabe darin bestand, Aufstände gegen den Islamischen Staat zu organisieren.
13 T.E. Lawrence is portrayed as a hero in the film Lawrence of Arabia, where he is seen as an ordinary man caught up in the conflict between the Arabs and the ‘Turks’. In reality, Lawrence was a British agent whose task was to organise revolts against the Islamic State.
14 Reden des Quaid-i-Azam Mohammed Ali Jinnah als Generalgouverneur von Pakistan, Sind Observor Press, Karatschi, 1948.
14 Speeches of Quaid-i-Azam Mohammed Ali Jinnah as Govenor-General of Pakistan, Sind Observor Press, Karachi, 1948.