Der erste rationale Beweis für die Existenz Allahs: Das Argument der Schöpfung
The First Rational Indicator For The Existence Of Allah: Argument From Creation
Dieses Argument trägt im religiösen Bereich allgemein und im islamischen Bereich insbesondere mehrere Namen. Alle drehen sich um den zentralen Gedanken, dass alles, was aus dem Nichtsein ins Dasein tritt, eine Ursache haben muss, die sein Dasein gegenüber seinem Nichtsein bevorzugt hat. Sie umfassen außerdem die Vorstellung, dass alles Mögliche notwendigerweise von einer nicht-kontingenten Ursache abhängt, die es erschaffen hat.122 Diese Ursache ist Allah (SWT). Einige der Bezeichnungen für dieses Argument sind: das Argument aus der Schöpfung, das Argument aus der Erfindung, das Argument vom ersten Beweger, das Kalam-Argument, die universelle Kausalität, das Argument von der ersten Ursache, das Kausalargument, das Argument aus dem Universum, das kosmologische Argument und weitere.
This argument has multiple names in the religious space generally, and in the Islamic domain in particular. They all revolve around the central idea that whatever comes into existence after having been non-existent must have a cause that preferred its existence over its non-existence. They also comprise of the idea that whatever is possible is most definitely contingent on a non-contingent cause that created it.122 That cause is Allah . Some of the names for this argument are: the argument from creation, the argument from invention, the prime mover argument, the kalam argument, universal causation, the argument from first cause, the causal argument, the argument from the universe, the cosmological argument, and others.
Wer über diesen Beweis nachdenkt, wird feststellen, dass er unter allen Hinweisen, die auf Allah deuten, der einfachste ist. Daher verbreitet sich dieses Argument über alle Zivilisationen, Kulturen und Nationen hinweg. Sein Antrieb ist eine instinktive Frage nach der Ursache wahrnehmbarer und beobachtbarer zeitlicher Ereignisse. Obwohl seine Erscheinungsformen und Bezeichnungen verschieden sind, beruht es auf zwei äußerst klaren Prämissen:
One who ponders over this proof will find it to be the simplest of all the indicators that are suggestive of Allah . This explains why this argument is widespread across all civilisations, cultures, and nations. The motivation behind it is an instinctive question seeking the cause of observable and perceived temporal events. Though its scenarios and names are varied, its basis lies in two extremely clear propositions:
• Erste Prämisse: Zeitliche Ereignisse existieren. Ein zeitliches Ereignis ist das, dem sein Nichtsein vorausging, oder alles, was einen Anfang hat.
• First proposition: Temporal events exist. A temporal event is that which was preceded by its non-existence, or anything that has a beginning.
• Zweite Prämisse: Zeitliche Ereignisse weisen auf die Existenz einer Ursache hin.
• Second proposition: Temporal events point to the existence of a cause.
• Schlussfolgerung: Zeitliche Ereignisse, die existieren, müssen eine Ursache haben, und diese Ursache ist Allah (SWT).
• Conclusion: Temporal events in existence must have a cause, which is Allah .
Die Grundlage dieses Arguments erläutert Ibn Rushd (Averroes) der Enkel in seinem Werk al-Kashf ʿan Manāhij al-Adillah (Aufdeckung der Methoden der Beweise). Er sagte: Was das Argument aus der Erschaffung betrifft, so erfasst es das Dasein von Tieren, Pflanzen und den Himmeln. Diese Methode beruht auf zwei Grundsätzen, die fest in der angeborenen Veranlagung aller Menschen verankert sind. Der erste ist, dass diese existierenden Dinge erschaffen sind. Dies ist bei Tieren und Pflanzen etwas, das unmittelbar bekannt ist, wie Er sagt: „…jene Götzen, die ihr statt Allah anruft, können nicht einmal eine Fliege erschaffen, selbst wenn sie alle zusammenkämen, um dies zu tun.“ Wir sehen leblose Körper, in denen Leben erschaffen wird. Wir wissen mit Gewissheit, dass es ein Wesen gibt, das sie erschafft und mit Leben begabt, und dies ist Allah (SWT). Was die Himmel betrifft, so wissen wir aus ihren unablässigen Bewegungen, dass ihnen geboten wurde, für das zu sorgen, was hier in der Welt ist, und dass sie zu unserem Nutzen dienstbar gemacht wurden. Etwas, das dienstbar gemacht wurde, ist notwendigerweise erschaffen und von einem anderen Wesen angeordnet. Der zweite Grundsatz besagt, dass jedes erschaffene Ding einen Schöpfer hat. Daher kann man aus diesen beiden Aussagen richtigerweise folgern, dass etwas, das existiert, einen Urheber hat, der es hervorgebracht hat.126
Explaining the foundation of this argument in al-Kashf ʿan Manāhij al-Adillah (Revealing the Methodologies of the Arguments), Ibn Rushd (Averroes) the grandson123 said, As for the argument from invention, it captures the existence of fauna, flora, and the heavens. This method is based on two principles that are firmly present in the innate predispositions of all people. The first is that these existing entities are invented. This is something automatically known from fauna and flora, as He said, “…those idols you invoke besides Allah can never create so much as a fly, even if they all were to come together for that.”124 We see inanimate bodies in which life is created. We definitely know that there is an entity that creates and favours them with life here, which is Allah . As for the heavens, we know from their unfaltering movements that they have been commanded to look after what is here in the world, and that they have been subjugated for our benefit. Something that is subjugated is, by necessity, invented and commanded by something else. As for the second principle, it is that every invented thing has an inventor. Therefore, one can correctly deduce from these two propositions that something in existence125 has a doer that originated it.126
Wir können die Beobachtung berücksichtigen, die Ibn Rushd macht. Er unterschied zwischen der Weise, wie Fauna und Flora auf die Entstehung (Ḥudūth) hinweisen, und der Weise, wie die Himmel auf dasselbe hinweisen. Bei ersteren hielt er dies für selbstverständlich; bei letzteren betrachtete er das Zeichen ihrer Unterwerfung (Taskhīr) als Zeichen ihrer Entstehung. Auf dieser Grundlage können wir sagen, dass die Anzeichen zeitlicher Ereignisse für Allah zwei Stufen haben. Dies beruht darauf, wie nah oder fern zeitliche Ereignisse davon sind, von den Sinnen und der Beobachtung erfasst zu werden, und auf der Möglichkeit, dass sie beim Entstehen für die Sinne beobachtbar und wahrnehmbar sind.
We can note the observation that Ibn Rushd makes. He differentiated between how fauna and flora are indicative of origination, vesus how heavens are indicative of the same. For the former, he considered it self-evident; for the latter he considered the sign of their subjugation as the sign for their origination. Based on this, we can say the indicators of temporal events for Allah are of two levels. This is based on how close or remote temporal events are from being capturable by the senses and observation, and the potential of them being observable and perceptible to the senses when emerging:
Das zeitliche Entstehen einzeln wahrnehmbarer Schöpfungen.
• The temporal emergence of individually observable creations.
• Das zeitliche Entstehen der Welt (die Gattung der zeitlichen Ereignisse).
• The temporal emergence of the world (the genus of temporal events).
Wenn wir über die Art nachdenken, wie die Offenbarung dieses Argument behandelt, bemerken wir, dass die erste Stufe stärker präsent ist. Dies liegt daran, dass sie mit den Sinnen wahrnehmbar ist, was der schnellste Weg ist, das Ziel zu erreichen, ohne langwierige Prämissen, weitläufige philosophische Argumentation oder den Beweis von etwas, das nicht gegenwärtig oder beobachtbar ist. Indem er die koranische Methode erklärt und hervorhebt, dass beobachtbare zeitliche Ereignisse keines Beweises bedürfen, um ihre Zeitlichkeit zu zeigen, sagt Ibn Taymiyyah: „Die im Koran erwähnte Methode besteht darin, auf die Zeitlichkeit des Menschen und anderer Wesen zu schließen – deren Zeitlichkeit durch Beobachtung und ähnliche Mittel bekannt ist –, um die Existenz des Schöpfers zu belegen. Der Urheber kann durch die Entstehung des Menschen als existent erwiesen werden. Die Entstehung des Menschen muss nicht dadurch begründet werden, dass man ihn mit Veränderung, Zeitlichkeit oder der Notwendigkeit, dass zeitliche Ereignisse ein Ende haben, in Verbindung bringt.“
When we contemplate the nature of how revelation dealt with this argument, we notice that the first level is more present. This is because it is perceptible by the senses, which is the quickest way to acquiring the aim without the need for lengthy propositions, expansive philosophical argumentation, or proving something that is not present or observable. Explaining the Qur’anic method here, and highlighting that observable temporal events are not in need for evidence to demonstrate their temporality, Ibn Taymiyyah states, ‘The method mentioned in the Qur’an is by reasoning for the temporality of man and other beings – whose temporality is known by observation and similar means – in order to demonstrate the existence of the Creator . The Originator can be argued for by the origination of man. Man’s origination does not need to be reasoned by associating him with change, temporality, or the necessity of temporal events being terminal.
Der Unterschied zwischen dem Schließen auf seine Zeitlichkeit und dem Schließen für seine Zeitlichkeit ist offensichtlich. Was im Qur'an steht, ist das Erste, nicht das Zweite. Allah sagt: „Oder wurden sie aus nichts erschaffen, oder sind sie selbst die Schöpfer?“127 Folglich ist das bloße zeitliche Entstehen von Tieren, Pflanzen, Metallen, Regen, Wolken und ähnlichem notwendigerweise bekannt; es wird tatsächlich wahrgenommen und bedarf keines Beweises. Nur das, was nicht notwendigerweise durch die Sinne bekannt ist, ist durch einen Beweis zu erlernen. Die Zeitlichkeit dieser Seienden ist ein instinktives Wissen, das keines Beweises bedarf. Sie ist entweder sinnlich oder instinktiv bekannt, sei es durch die Art der Unterrichtung, die instinktives Wissen vermitteln kann, oder durch andere Wege notwendigen Wissens. Das Entstehen des Menschen aus dem Samenflüssigkeit gleicht dem Entstehen der Früchte aus den Bäumen und der Pflanzen aus der Erde usw. Es ist sinnlich bekannt, dass diese Frucht entsteht, nachdem sie zuvor nicht war; dasselbe gilt für den Menschen und anderes. Allah sagt: „Erinnern sich solche Leute nicht, dass Wir sie zuvor erschaffen haben, als sie nichts waren?“128, und Er sagt: „Ein Engel antwortete: ‚So wird es sein! Dein Herr spricht: „Es ist Mir leicht, so wie Ich dich zuvor erschaffen habe, als du nichts warst!“‘“129130
The difference between reasoning through his temporality and reasoning for his temporality is evident. What is in the Qur’an is the first, not the second. Allah says, “Or were they created by nothing, or are they their own creators?”127 Consequently, the mere temporal emergence of fauna, flora, metals, rain, clouds, and similar is known by necessity; it is in fact witnessed and does not need proof. Only that which is not necessarily known through the senses is to be learned via proof. The temporality of these beings is instinctive knowledge that does not require evidence. It is known either sensorily or instinctively, whether by way of being informed that can offer instinctive knowledge, or by other ways of necessary knowledge. The emergence of man from seminal fluid is like the emergence of fruits from trees and flora from the Earth, etc. It is sensorily known that this same fruit is emergent, coming into existence after having not occurred; the same applies to man and others. Allah states, “Do such people not remember that We created them before, when they were nothing?”128, and He says, “An angel replied, ‘So will it be! Your Lord says, “It is easy for Me, just as I created you before, when you were nothing!”129’130
Ein subtiler Punkt, auf den Ibn Taymiyyah hinweist, betrifft den Zustand der Vertrautheit bzw. Unvertrautheit mit einem bestimmten Ereignis und die Auswirkung dieses Zustands darauf, dass ein Mensch die leicht zugänglichen Hinweise übersieht. Ibn Taymiyyah sagt: „Deshalb ist die fiṭrah der Schöpfung so beschaffen, dass sie, wann immer sie ein neu entstehendes Ereignis sehen – etwa Donner, Blitz und Erdbeben –, sich an Allah erinnern und Ihn verherrlichen. Denn sie wissen, dass sich dieses Geschehen nicht von selbst wiederholt hat, sondern dass es einen Urheber gab, der es entstehen ließ. Obwohl sie wissen, dass dasselbe für alle anderen neu entstehenden Ereignisse gilt, sind ihnen die Ereignisse, mit denen sie vertraut sind, bereits geläufig, im Gegensatz zu den selten wiederkehrenden. Andernfalls hätten jene, die sich meist dann an Allah erinnern und Ihn verherrlichen, wenn seltene neu entstehende Ereignisse auftreten, längst jene häufig wiederkehrenden Zeichen Allahs gesehen, die weit größer sind als das seltene Ereignis. Hätte Allah nichts anderes getan, als den Menschen zu erschaffen, so wäre dies allein schon das größte aller Zeichen. Jeder weiß, dass der Mensch nicht von sich selbst, nicht von seinen Eltern und auch nicht von irgendeinem anderen Menschen erschaffen wurde. Jeder weiß, dass er einen Urheber haben muss. Jeder weiß, dass er einen Schöpfer haben muss, der ihn erschaffen hat, und dass Dieser gegenwärtig, lebendig, allwissend, allmächtig, allhörend und allsehend ist. Wer andere Lebewesen erschafft, ist eher würdig, lebendig zu sein; wer anderen Dingen Wissen verleiht, ist eher würdig, wissend zu sein; wer anderen Dingen Macht verleiht, ist eher würdig, mächtig zu sein. Es ist auch bekannt, dass die meisterhafte Gestaltung darin auf das Wissen des Täters hinweist und die besondere Gestaltung auf den Willen des Täters. Der Vorgang der Entstehung selbst hätte ohne die Macht des Urhebers nicht stattfinden können. Die Kenntnis eines Menschen von seinem eigenen, besonderen, persönlichen und individuellen Selbst würde ihm die Erkenntnis dieser göttlichen Bedeutungen und anderer Dinge vermitteln, wie Allah sagt: ‚…und auch in euch selbst. Wollt ihr denn nicht sehen?‘“132
One subtle point that Ibn Taymiyyah alluded to is the state of familiarity or the lack thereof vis-à-vis observing a particular event, and the impact this state has on a person becoming heedless of the indicators that are easily accessible to him. Ibn Taymiyyah says, ‘This is why the fiṭrah of the creation is wired so that whenever they see a newly emerging event – such as thunder, lightning, and earthquakes – they remember and glorify Allah. This is because they know that this recurrence did not recur by itself, but rather there was an Originator who caused it to originate. Though they know the same is applicable to all other newly emerging events, the events they are used to are already familiarised to them, as opposed to the rarely recurring ones. Otherwise, those who mostly remember and glorify Allah when newly emerging events that are rare appear would have already seen those oft-recurring signs of Allah that are far greater than the rare event. Had Allah done nothing other than create man, that alone would be the greatest of signs. Everyone knows that man was not created by himself, his parents, or anyone else from humankind. Everyone knows that he must have had an originator. Everyone knows he must have had a Creator that created him, and that He is present, alive, omniscient, omnipotent, all-hearing, and all seeing. One who creates other living things is worthier of being alive; one who grants other things knowledge is worthier of knowledge; one who makes other things powerful is worthier of power. It is also known that the masterful design therein denotes the knowledge of the Doer, and that the special design denotes the will of the Doer. The process of origination per se could not have occurred without the originator’s power. A person’s knowledge of his own specific, personal, and individual self would offer him the knowledge of these godly meanings and other things, as Allah states, “…as there are within yourselves. Can you not see?”131’132
Es sollte beachtet werden, dass die meisten Koranstellen, die die zeitliche Natur von Ereignissen aufzeigen, nicht nur deshalb angeführt wurden, um allein die Existenz des Schöpfers zu beweisen, wie etwa die beiden Verse, mit denen Ibn Taymiyyah seine vorherige Aussage abschloss. Der Kontext dieser Verse zeigt, dass sie offenbart wurden, um die vollkommene Macht Allahs zu begründen und dass Er fähig ist, die Auferstehung herbeizuführen. Anders gesagt: Derjenige, der Dinge aus dem Nichts erschaffen hat, ist a fortiori in der Lage, sie wieder neu zu gestalten. Dies deutet, wie zuvor erwähnt, implizit, aber offensichtlich darauf hin, dass der Allmächtige existiert, und dass Seine Existenz durch das bloße Hervorgehen der Schöpfung aus dem Nichts nahegelegt wird. Der berühmteste Vers, der dieses rationale Argument enthält, ist Allahs Aussage: „Oder sind sie aus nichts erschaffen worden, oder sind sie selbst die Schöpfer?“133
It should be noted that most Qur’anic passages that reveal the temporal nature of events were brought to demonstrate a wider point, not to merely prove the existence of the Creator, like the two verses Ibn Taymiyyah concluded his previous statement with. The context in these verses show that they were revealed to offer reasoning for the perfect power of Allah , and that He is able to bring about the Resurrection. In other words, one who created things out of nothing is a fortiori able to refashion them. This amount, as mentioned before, implicitly yet self-evidently suggests that the Omnipotent exists, and that His existence is suggested by the mere emergence of the creation out of nothing. The most famous verse that carries this rational argument is Allah’s statement: ‘Or were they created by nothing, or are they their own creators?’133
Für die Frage, um die es hier geht, ist dieser ehrfurchtgebietende Vers der bleibendste Beweis im Qur'an. Der Vers beginnt damit, die große theologische Wirklichkeit darzulegen, indem er die Erörterung auf die Möglichkeiten richtet, und fährt dann fort zu zeigen, warum alle Möglichkeiten unmöglich sind außer der einen wahren Möglichkeit: Der Mensch hat einen Schöpfer, Der ihn erschaffen hat. Der Vers stellt vernunftbegabten Menschen eine Frage: „Sind sie ohne einen Urheber ins Dasein gebracht worden? Oder haben sie sich selbst erschaffen? Keines von beidem trifft zu, denn Allah ist es, Der sie erschaffen und ihnen das Leben gegeben hat, nachdem sie zuvor nichts Nennenswertes gewesen waren.“134
For the issue we are dealing with here, this awe-inspiring verse is the most enduring proof in the Qur’an. The verse starts off by setting out the great theological reality by focusing the discussion to what are the possibilities, after which it proceeds to demonstrate why all the options are impossible save for the only true option: Man has a Creator Who created him. The verse poses a question to rational people: ‘Were they brought into existence without anyone causing it? Or did they bring themselves into existence? It is neither, for it is Allah Who created them and gave them life, having previously been nothing worth mentioning.’134
Ibn al-Qayyim erläutert dieses Argument und sagt: Betrachte die wiederholte Verwendung des Begriffs „erschaffen“ und die Einschränkung, die darin liegt, dass der Beweis auf die einfachste und zugleich beredteste Weise geführt wird. Allah sagt im Wesentlichen: „Wie könnten diese Geschöpfe, die nicht existierten, ohne einen Schöpfer erschaffen worden sein? Für jeden Verständigen und Vernünftigen wäre es unmöglich, dass etwas ohne einen Macher hervorgebracht wird oder dass etwas ohne einen Schöpfer erschaffen wird.“ Würde jemand an einer unbebauten Wüste vorbeigehen und danach erneut vorbeikommen und feste Gebäude und Burgen sehen, so würde er nicht daran zweifeln, dass diese einen Erbauer haben. Dann sagte Allah: „Oder wurden sie aus nichts erschaffen, oder sind sie selbst die Schöpfer?“135 Dies zeigt ebenso, dass es unmöglich ist, dass ein Diener sich selbst erschafft und hervorbringt. Wie könnte jemand sich aus dem Nichts selbst erschaffen? Er kann nicht einmal sein eigenes Leben um eine Stunde verlängern, obwohl er über alle Mittel des Lebens verfügt. Er kann nicht einmal seinen Finger, seinen Fingernagel oder auch nur eine einzige Haarsträhne verlängern. Da beide Möglichkeiten falsch sind, bleibt allein die Möglichkeit, dass sie einen Schöpfer haben, der sie erschaffen hat, und einen Former, der sie geformt hat. Er ist der wahrhaftige Gott, der allein der Anbetung und des Dankes würdig ist. Wie könnten sie einem anderen Gott danken, wenn Er allein es ist, der sie erschaffen hat? Wenn gefragt wird: „Welchen Platz hat die Aussage Allahs ‚Oder haben sie die Himmel und die Erde erschaffen? Nein, sie haben keinen festen Glauben an Allah‘136 in diesem Beweis?“, so wäre zu antworten: „Den besten Platz. Durch die ersten Abschnitte hat Er erklärt, dass sie einen Schöpfer und Former haben und dass sie geschaffen sind. Mit dem dritten Abschnitt hat Er erklärt, dass sie nicht in der Lage sind zu erschaffen, da sie selbst erschaffen und ins Dasein gebracht wurden. Sie haben sich nicht selbst erschaffen. Sie haben weder die Himmel noch die Erde erschaffen.“ Es war Der Eine, der Allmächtige, Derjenige, von dem beschrieben wird: „Es gibt keinen Gott und keinen Herrn außer Ihm“, Der sie erschaffen hat. Er hat die Himmel und die Erde erschaffen. Indem Er die oberen und unteren Reiche und alles, was in ihnen ist, erschuf, ist Er allein Derjenige, der sowohl die Wohnstätte als auch die Bewohner erschaffen hat.“137
Detailing this argument, Ibn al-Qayyim says, Contemplate the phrasal repetition of the creation term, and the restriction that comprises of establishing evidence in the simplest and most eloquent manner. Allah is essentially saying, “How could have these creations – having not been in existence – been created without a Creator? This would be considered impossible by anyone with understanding and rationality, that there can be something made without a maker, or something created without a creator.” If a person passes by a wasteland without any building, then he passed by it again and saw solid buildings and castles, he would have no doubt that these had a maker. Then Allah said, “Or were they created by nothing, or are they their own creators?”135 This, likewise, shows that it is impossible that a servant invents and creates himself. How can someone be able to create himself out of non-existence? He cannot even increase his own life, not even by an hour, even though he has all the facilities of life. He cannot even extend his finger, fingernail, or even one strand of his hair. Given that both options are false, the only option that remains is that they have a Creator Who created them, and a Fashioner Who fashioned them. He is the True Divine Who is worthy of their worship and thanks. How can they thank a god other than Him when He is the one and only being that created them? If it is said, “What is the place of Allah’s statement ‘Or did they create the heavens and the Earth? In fact, they have no firm belief in Allah’136 in this evidence?”, it would be said in response: “The best place. Through the first couple of segments, He explained that they have a Creator and Fashioner, and that they are created. With the third segment, He explained that they are unable to create, having been created themselves and brought into existence. They did not create themselves. They did not create the heavens or the Earth. It was the One, the Omnipotent, the One described as ‘There is neither any god nor lord besides Him’ Who created them. He created the heavens and the Earth. By creating the upper and lower dominions and everything therein, He alone is the one Who created both residence and resident.”’137
Jubayr ibn Muṭʿim hat eine schöne Überlieferung, die die Größe dieses Koranverses offenbart. Er sagte: „Ich hörte den Propheten ﷺ im Maghrib-Gebet die Sure at-Tur rezitieren. Als er zu diesem Vers kam: ‚Oder wurden sie ohne einen Schöpfer erschaffen, oder sind sie selbst die Schöpfer?‘, da wäre mein Herz fast davongeflogen.“ Wer die Methode der Propheten betrachtet, mit der sie jene debattierten, die die Herrschaft Allahs leugneten und sie für sich selbst beanspruchten, wird bemerken, dass die Propheten ihnen mit dieser vernunftbasierten Methode vermittelten, für die Herrschaft Allahs einzutreten und in der Folge Seine alleinige Würdigkeit zur Anbetung zu begründen.
Jubayr ibn Muṭʿim has a beautiful narration revealing the greatness of this Qur’anic verse. He said, ‘I heard the Prophet read al-Ṭūrin the Maghrib prayer. When he reached this verse: “Or were they created by nothing, or are they their own creators?”138, my heart almost flew out.’139 The one contemplating the method of the Prophets in debating those who denied the lordship of Allah and claimed it for themselves will note that the Prophets instructed them with this rational method to argue for the lordship of Allah , and subsequently His worthiness to be worshipped alone.
Der berüchtigtste Mensch, der die Herrschaft Allahs leugnete, war der Pharao. Er sagte: „Ich bin euer Herr, der Höchste!“140 So bestand ein Teil des Disputs, den Mūsā mit ihm führte, darin, die Wirkungen der Macht Allahs als Beweis gegen ihn anzuführen. Allah sagt: {Pharao fragte: „Und was ist ‚der Herr der Welten‘?“}141
The most infamous person who denied the lordship of Allah was Pharaoh. He said, ‘I am your lord, the most high!’140 As thus, part of the discussion Mūsā had with him was to use the effects of the power of Allah as an evidence against him. Allah says, ‘Pharaoh asked, “And what is ‘the Lord of all worlds’?”’141
Mūsā gab eine Vielzahl von Antworten und Beweisen. Er erinnerte den Pharao an den angeborenen Instinkt, dass Allah weit offensichtlicher erkennbar ist, als es einer Definition bedarf. Er erklärte, dass die gesamte Schöpfung Allahs in ihrer Existenz von Ihm abhängig ist – alle Himmel, die Erde und alles, was dazwischen liegt, bedürfen Allahs zur Erschaffung, zum Unterhalt und zur Unterstützung. Seine Aussage „Herr des Ostens und des Westens“142 ist eine zusätzliche Information und Betonung, dass alle Geschehnisse von Ihm abhängig sind. Alles über und unter dir, alles im Osten und im Westen und alles dazwischen, was vor dir und hinter dir ist, ist von Ihm abhängig.
Mūsā offered a variety of answers and proofs. He reminded Pharaoh of the innate instinct, that Allah is far more recognisable than the need for some definition. He explained that all of Allah’s creation is existentially dependent on Him – all the heavens, the Earth, and everything in between is in need of Allah for creation, sustenance, and assistance. His statement ‘Lord of the east and west’142 is additional information and emphasis that all events are dependent on Him, . Everything above and beneath you, everything in the east and the west, and everything in between that is in front of you and behind you is dependent on Him .
Ibn Taimiyya analysierte die Auseinandersetzung zwischen Mūsā und dem Pharao:
Ibn Taymiyyah analysed the debate between Mūsā and Pharaoh:
Pharao hüllte seine Leugnung und Ablehnung in die Form einer rhetorischen Frage. Er fragte nicht nach den Eigenschaften eines Herrn, den er bereits anerkannt hätte, denn er leugnete Ihn und lehnte Ihn ab. Deshalb sagte er gegen Ende der Unterredung: „Wenn du einen anderen Gott als mich nimmst, werde ich dich gewiss ins Gefängnis werfen lassen."143
Pharaoh shrouded his denial and rejection in the form of a rhetorical question. He was not asking about the attributes of a Lord he had already acknowledged, as he was in denial of Him and rejected Him. This is why towards the end of the discussion, he said, “If you take any other god besides me, I will certainly have you imprisoned.”143
Er sagte außerdem: „…obwohl ich sicher bin, dass er (Mūsā) ein Lügner ist.“144 Seine Frage diente tatsächlich dazu, seine Leugnung und Ablehnung zum Ausdruck zu bringen. Er wollte im Grunde sagen: „Die Welt hat keinen Herrn, der dich gesandt hat. Wer soll das sein?“ – als Ausdruck der Leugnung. Mūsā ﷺ erklärte, dass Er sowohl ihm als auch denen, die am Hof anwesend waren, bekannt ist und dass Seine Zeichen offensichtlich, klar und unleugbar seien. Er stellte fest, dass sie mit ihren Zungen leugneten, was sie instinktiv als wahr erkannten. Wie an einer anderen Stelle im Qur’an berichtet wird, sagte Mūsā ﷺ zu Pharao: „Du weißt wohl, dass diese Zeichen niemand anders herabgesandt hat als der Herr der Himmel und der Erde als Einsichten.“145 Allah sagt: „Und obwohl ihre Herzen überzeugt waren, dass die Zeichen wahr sind, leugneten sie sie dennoch aus Ungerechtigkeit und Hochmut. Sieh also, was das Ende der Unheilstifter war!“146 Pharao sagte nicht „Wer (Arabisch = man) ist der Herr der Welten?“, denn man ist eine Frage nach einem bestimmten Wesen. Es wird in Fragen verwendet, in denen nach einer genauen und bestimmten Entität gefragt wird, deren allgemeine Identität bereits bekannt ist. Es ist wie wenn man einen Boten fragt, von wem er komme: „Wer (man) hat dich gesandt?“ Mā hingegen wird in Fragen nach einer Beschreibung verwendet. Pharao sagte also: „Was ist das? Und was ist das, was du ‚Herr der Welten‘ genannt hast?“ Er sagte dies aus Leugnung und Ablehnung Ihm gegenüber. Als er dies geringschätzig fragte, antwortete Mūsā ﷺ, dass Er weit zu gut erkennbar sei, um geleugnet zu werden, und weit zu offensichtlich, als dass an Ihm gezweifelt werden könnte. Er sagte: „Er ist der Herr der Himmel und der Erde und alles, was dazwischen ist, wenn ihr nur festen Glauben hättet.“147 Er sagte nicht: „…wenn ihr nur festen Glauben an dies oder jenes hättet“ – er ließ es offen. Im Kern gilt: Wenn du für irgendetwas Gewissheit hast, sollte an erster Stelle dieser Gewissheiten die Überzeugung von diesem Herrn stehen – so wie die Gesandten zu ihrem Volk sagten: „Gibt es denn einen Zweifel an Allah?“148 Wenn du sagst: „Wir haben in nichts Gewissheit.“ Wenn also gesagt wird: „Alles Wissen ist uns entrissen worden", dann ist dies eine allgemeine Behauptung der Sophistik. Ihr Urheber lügt offensichtlich, denn Wissen gehört zu jedem Menschen. Jeder vernünftige Mensch muss über ein gewisses Wissen verfügen. Deshalb wurde in der Definition der Vernunft festgehalten, dass sie das instinktive Wissen ist, von dem kein vernünftiger Mensch frei ist. Als Pharao sagte: „Euer Gesandter, der zu euch geschickt wurde, muss wahrlich verrückt sein"149, war dies eine Lüge gegen den Gesandten. Sie hatten ihre lobenswerten Überlieferungen verlassen und schrieben deshalb die Gesandten dem Wahnsinn zu. Sie zeigten auch eine Leugnung oder einen Zweifel am Schöpfer. Dies war der Zustand ihres gemeinen Volkes und ihrer Religion. Es war in ihren Augen eine gute Religion, und der Gott, dem sie gehorchten, war Pharao: „Euer Gesandter, der zu euch geschickt wurde, muss wahrlich verrückt sein."150 Da erklärte ihm Mūsā, dass er selbst derjenige sei, dem die nützliche Logik genommen wurde, und dass er dieser Zuschreibung würdiger sei. Er sprach: „Er ist der Herr des Ostens und des Westens und dessen, was zwischen ihnen liegt, wenn ihr nur Verstand hättet."151 Logik erfordert instinktives und gewisses Wissen, das in der fiṭrah am größten ist, nämlich die Anerkennung des Schöpfers. Danach erklärte er, dass die Bejahung Seiner eine logische Folge ist. Nützliches Wissen ist jedoch nur dann lobenswert, wenn eine Person, die es besitzt, danach handelt. Handelt sie nicht danach, so wird gesagt, dass ihr die Logik fehlt. Es wird auch gesagt, dass derjenige, der dem, dessen er scheinbar gewiss ist, nicht folgt, in Wahrheit keine Gewissheit besitzt. Gewissheit kann auch Wissen bedeuten, das im Herzen verankert ist; sie kann auch bedeuten, nach diesem Wissen zu handeln. Daher wird der Begriff Gläubiger (derjenige, der gewiss ist) nur für jene gebraucht, in deren Herzen sich sowohl Wissen als auch Handeln festgesetzt haben. Das Volk des Pharao folgte nicht, obwohl es wusste. Sie besaßen daher weder Logik noch Gewissheit. Die Aussage Mūsās weist auf beide Punkte hin: Wenn ihr Gewissheit habt, werdet ihr Ihn erkennen, und wenn ihr Verstand habt, werdet ihr Ihn erkennen. Wenn ihr behauptet, ihr hättet weder Gewissheit noch Verstand, dann gilt dasselbe für euer Volk. Dies wäre demnach ein Eingeständnis eurerseits, dass euch eure Menschlichkeit genommen wurde. Wer so beschaffen ist, ist nicht geeignet, Göttlichkeit für sich zu beanspruchen. Obwohl dies falsch ist, was ihr behauptet, glaubt ihr dennoch an Ihn. So wie Allah sagt: „Und obwohl ihre Herzen überzeugt waren, dass die Zeichen wahr sind, leugneten sie sie dennoch aus Unrecht und Hochmut.“152 Ihr besitzt Verstand, mit dem ihr Ihn erkennen könnt. Doch eure Neigungen hindern euch daran, dem zu folgen, was der Verstand gebietet. Ihr wollt euch im Land brüsten und Unheil stiften. Daher habt ihr unter diesem Gesichtspunkt keinen Verstand.153
Es gab eine Auseinandersetzung zwischen Ibrāhīm und Namrūd (Nimrod), ähnlich der zwischen Mūsā und dem Pharao. Allah sagt: „Hast du nicht gesehen, der mit Ibrahim über seinen Herrn stritt, weil Allah ihm die Herrschaft gegeben hatte? Als Ibrahim sprach: »Mein Herr ist es, der lebendig macht und sterben lässt.« Er sagte: »Ich mache lebendig und lasse sterben.« Ibrahim sprach: »Allah lässt die Sonne im Osten aufgehen; so lass du sie im Westen aufgehen.« Da war der Ungläubige verstummt. Und Allah leitet das ungerechte Volk nicht.“154 Ibn Kathīr erläuterte die Abschnitte dieser Debatte und den Zustand Namrūds: „Das liegt daran, dass er leugnete, dass es einen Gott außer ihm gibt, so wie der Pharao zu seinem Volk sagte: »O Vornehme! Ich kenne für euch keinen Gott außer mir.«“155 Nur sein Hochmut und seine lange Herrschaft führten ihn zu seiner Tyrannei, seinem offenkundigen Unglauben und seiner heftigen Halsstarrigkeit. Deshalb sagte Allah: „…weil Allah ihm die Herrschaft gegeben hatte?“156 Es ist, als verlangte er von Ibrāhīm einen Beweis für die Existenz des Herrn, zu dessen Anbetung er aufrief. Ibrāhīm sagte: „Mein Herr ist es, der lebendig macht und sterben lässt.“157 Damit meinte er: „Der Beweis für Seine Existenz ist das Erscheinen dieser wahrnehmbaren Dinge, nachdem sie zuvor nicht existierten, und ihr Nichtmehrsein, nachdem sie existiert hatten. Das ist von selbst ein Beweis für die Existenz des Schöpfers und des Wählenden, denn sie wären nicht von selbst entstanden. Daher muss es notwendigerweise ein Wesen geben, das sie ins Dasein gebracht hat. Das ist der Herr, zu dessen Anbetung ich rufe, denn Er ist allein und ohne Teilhaber.“ In diesem Moment sagte der Gesprächspartner – Namrūd: „Ich mache ebenfalls lebendig und lasse sterben.“158 Qatādah, Muhammad ibn Isḥāq, Suddī und andere sagten: „Schau – ich habe jetzt zwei Menschen vor mir, die zum Tode verurteilt sind. Ich befehle hiermit, dass der eine getötet und der andere begnadigt wird.“ „Das ist die Bedeutung von Lebendigmachen und Sterbenlassen.“ Es scheint – und Allah weiß es am besten –, dass Namrūd damit nicht das meinte, da dies keine direkte Antwort auf Ibrāhīm ist und auch nicht mit seiner Frage zusammenhängt, denn es schließt die Existenz eines Schöpfers nicht aus. Vielmehr wollte er aus Starrsinn und Hochmut diese Stellung für sich selbst verkünden. Er tat so, als sei er derjenige, der Leben und Tod verfügt. Pharao folgte ihm darin: „O Häupter! Ich kenne für euch keinen anderen Gott außer mir selbst.“159 Deshalb sagte Ibrāhīm zu ihm, als er diese Prahlerei äußerte: „Allah lässt die Sonne im Osten aufgehen. So lass du sie im Westen aufgehen.“160 Damit meinte er: „Wenn du behauptest, Leben und Tod zu geben, dann ist derjenige, der dies tut, Derjenige, Der Seinen Willen im Dasein durchsetzt, indem Er Seine auserwählten Geschöpfe erschafft und die Planeten und ihre Bewegungen unterwirft. Diese Sonne erscheint jeden Tag im Osten. Wenn du ein Gott bist, der Leben und Tod gibt, wie du behauptest, dann bring sie aus dem Westen.“ Als er erkannte, dass er dazu nicht imstande war und keine Antwort geben konnte, begriff er, dass er in dieser Lage nicht mehr prahlen konnte, und blieb sprachlos zurück. Allah sagte: „Und Allah leitet das ungerechte Volk nicht recht.“161 Das bedeutet, dass Er sie nicht zu einem Beweis oder einem Nachweis anleitet. Vielmehr ist ihr Beweis in den Augen ihres Herrn nichtig. Über ihnen ist Zorn, und sie werden eine schwere Strafe erleiden. Eine Deutung gemäß dieser Bedeutung ist weitaus besser als das, was die meisten Logiker anführen, nämlich dass Ibrāhīms Übergang von der ersten Frage zur zweiten ein Übergang von einem Beweis zu einem anderen, eindeutigeren Beweis gewesen sei. Einige Logiker bezeichnen diesen Übergang mit einem unschönen Ausdruck. Es verhält sich jedoch nicht so, wie sie es darstellen. Vielmehr verhält sich die erste Frage zur zweiten wie die Prämisse zur Schlussfolgerung, und sie zeigt die Falschheit dessen auf, was Namrūd sowohl in der ersten als auch in der zweiten Frage behauptete. Und Allah gebührt aller Lobpreis und Dank.162
Beweis für die Behauptung und die Schlussfolgerung
Evidence for the proposition and the conclusion
• Erste Prämisse: Zeitliche Ereignisse existieren.
• First proposition: Temporal events exist.
• Zweite Prämisse: Jedes zeitliche Ereignis hat jemanden, der es verursacht hat.
• Second proposition: Every temporal event has someone who caused it.
• Schlussfolgerung: Allah ist die Ursache der zeitlichen Ereignisse.
• Conclusion: Allah is the cause of temporal events.
Für diese beiden Prämissen und dafür, wie sie zu der oben genannten Schlussfolgerung führen, sind Belege erforderlich.
Evidence for these two propositions, and how they lead to the aforementioned conclusion, is required.
Beweis für die erste Prämisse: „Zeitliche Ereignisse existieren“
Proof for the first proposition: ‘Temporal events exist’
Der Beweis für diese Aussage sind die Sinne und die Beobachtung, worauf Ghazālī, Ibn Rushd, Ibn Taymiyyah und andere in Bezug auf wahrnehmbare zeitliche Ereignisse hingewiesen haben. Hinsichtlich der Zeitlichkeit des Universums (und alles, was darin ist) kann sowohl dessen Existenz als auch dessen Nichtexistenz vorgestellt werden; somit wird seine Existenz nicht als notwendig betrachtet, sondern ist lediglich kontingent. Kontingente Seiendes ist mit Sicherheit zeitlich, denn zu seinem Entstehen bedarf es des Daseins eines nicht-kontingenten Wesens. Die Zeitlichkeit des Universums wird im nächsten Abschnitt, so Allah will, ausführlicher behandelt.
The proof of this proposition is the senses and observation, which is what Ghazālī, Ibn Rushd, Ibn Taymiyyah, and others pointed out in relation to perceptible temporal events. On the temporality of the universe (and everything within it), both its existence and non-existence can be envisaged, and thus its existence is not considered necessary – it is only contingent. Contingent entities are most certainly temporal, as they require the existence of a non-contingent being for them to come into existence. The temporality of the universe will be discussed in more detail in the next section, by the permission of Allah.
Die Sinne sind kognitive Übermittler, nicht kognitive Richter. Die Erkenntnis des Mannes über die entstehenden Dinge, die er um sich herum wahrnimmt und spürt, ist notwendig. Ibn Taymiyyah sagte: Die Methode, Beweise durch das zu erbringen, dessen Entstandensein beobachtbar ist, findet sich im Qur'an, und die alten Gelehrten und Imame haben ihr zugestimmt, jedoch in Verbindung mit dem natürlichen Empfinden und den Sinnen. Damit besteht keine Notwendigkeit, einen Beweis für das Entstandensein bestimmter Dinge zu erbringen. Das Bezweifeln des Entstandenseins jener Dinge, deren Entstehen beobachtet werden kann, führt zur Sophisterei, die jede Möglichkeit von Erkenntnis verschließt. Es führt dazu, dass ein vernünftiger Mensch und ein Wahnsinniger gleichgestellt werden.
The senses are cognitive transmitters, not cognitive arbiters. A man’s recognition of the emerging things he witnesses and senses around him is necessary. Ibn Taymiyyah said, The method of bringing evidence by using that whose temporality is observable is in the Qur’an, and the ancient scholars and Imams have agreed to it, though in conjunction with instinct and the senses. With this, there is no need to offer evidence for the temporality of specific Doubting the temporality of those things whose emergence can be observed leads to sophism, which shuts down the possibility of any knowledge. It results in the equalisation of a sane person and a madman.
Beweis für die zweite Prämisse: „Jedes zeitliche Ereignis muss jemanden haben, der es verursacht hat“
Proof for the second proposition: ‘Every temporal event must have someone who caused it’
Der Beweis dafür ist die rationale Intuition, wie sie im Kausalitätsprinzip zum Ausdruck kommt. Es handelt sich um eine selbstevidente und instinktive Angelegenheit, deren gegenteiliges Szenario nicht vorstellbar ist: Man kann sich die Existenz einer zeitlich entstandenen Sache nicht vorstellen, ohne zu wissen, dass es eine Ursache gab, die ihre Entstehung bewirkte. Ibn Taymiyyah sagte: „Dass ein entstandenes Seiendes einen Urheber haben muss, ist angeborenes und instinktives Wissen.“164 Daher handelt es sich um eine Frage, die keines Beweisverfahrens bedarf. Sie wird vielmehr als Tatsache angenommen, denn sie ist grundlegendes Wissen, auf dem theoretisches Wissen aufbaut. Rationale Notwendigkeiten dienen als Beweis für andere Dinge; sie selbst werden nicht bewiesen. Ihre Gewissheit erhalten sie aus ihrer Angeborenheit. Ohne die Bejahung ihrer Instinktivität würde die Grundlage des Wissens zu einer unendlichen Reihe, was die Möglichkeit, überhaupt Wissen zu erlangen, zum Einsturz brächte. Deshalb muss es einige grundlegende Tatsachen – oder kognitive Konzepte – geben, auf denen der Prozess des beweisgestützten Schließens gründet. Eines dieser instinktiven kognitiven Konzepte ist das Kausalitätsprinzip.
The proof for this is rational instinctiveness, as represented in the principle of causality. It is a self-evident and instinctive issue whose opposite scenario cannot be envisaged: It is not possible to imagine the existence of a temporal matter without knowing there was a cause that brought about its emergence. Ibn Taymiyyah said, ‘Knowing that an originated entity must have an originator is innate and instinctive knowledge.’164 Therefore, this is an issue that does not require a process of evidence-based reasoning. Rather, it would be accepted as fact, for it is basic knowledge, upon which theoretical knowledge is based. Rational necessities are to be used as evidence for other things. They are not there to be proven. They acquire their decisiveness from their innateness. Without affirming their instinctiveness, the basis of knowledge would become an infinite series, causing the collapse of the possibility of gaining any knowledge. Therefore, there must be some basic facts – or cognitive concepts – upon which the process of evidence-based reasoning is founded. One of these instinctive cognitive concepts is the principle of causality.
Es ist interessant, dass der Prozess eines auf Belegen gestützten Denkens die Anerkennung einer rationalen Notwendigkeit voraussetzt. Die Verbindung zwischen einem Beleg und dem, worauf er verweist, wird von dieser Regel bestimmt, denn der Beleg ist die Ursache dafür, dass Wissen über das gewonnen wird, worauf er verweist. Der Versuch des Gegners, das Kausalitätsprinzip zu widerlegen, ist bereits ein stillschweigendes Eingeständnis zugunsten dieses Prinzips. Zu dem tiefen Einfluss dieses Prinzips auf die Beschaffenheit menschlicher Vernunft sagte Ibn Taymiyyah: „Es ist durch die fiṭrah bekannt – mit der Allah seine Diener durch klare Logik ausgestattet hat –, dass ein entstehendes Ereignis nicht ohne etwas geschieht, das es hervorbringt, und dass das Entstehen eines zeitlichen Ereignisses ohne einen Urheber von selbst als falsch ausgeschlossen werden kann. Dies ist in allen Kindern Adams verankert, selbst in kleinen Kindern. Wenn ein Kind geschlagen würde und fragte: ‚Wer hat mich geschlagen?‘, und ihm würde gesagt: ‚Niemand‘, so würde sein Verstand nicht akzeptieren, dass der Schlag ohne jemanden erfolgt ist, der ihn ausgeführt hat. Deshalb würden vernünftige Menschen jemanden, der behauptet, dass Schreiben, Bauen, Einpflanzen oder Ähnliches ohne jemanden geschehen könne, der dies tut, entweder für einen Verrückten oder für einen Sophisten halten, ebenso wie jemanden, der Selbstverständliches und instinktives Wissen leugnet.“165
Die zweite Stufe des Arguments aus Schöpfung und Erfindung: Das kosmologische Argument
The second level of the argument from creation and invention: The cosmological argument
Dieser Beweis ist bekannt als das Argument aus der Zeitlichkeit, das Kalam-Argument, das Argument aus dem Universum oder das kosmologische Argument. Die Prämissen und die Schlussfolgerung dieses Beweises ähneln denen der ersten Stufe, mit der wir uns soeben befasst haben.
This proof is known as the argument from temporality, the kalam argument, the argument from the universe, or the cosmological argument. The propositions and conclusion of this proof are similar to those of the first level that we just dealt with:
• Erste Prämisse: Alles, was einen Anfang hat, muss eine Ursache haben.
• First proposition: Anything with a beginning must have a cause.
• Zweite Prämisse: Das Universum hat einen Anfang.
• Second proposition: The universe has a beginning.
• Schlussfolgerung: Daher muss das Universum eine Ursache haben.
• Conclusion: Therefore, the universe must have a cause.
Die Ursache, die sein Dasein seinem Nichtdasein vorzog, ist Allah.
The cause that preferred its existence over its non-existence is Allah .
In Wirklichkeit ist diese Argumentationsweise im Bereich der Philosophie und der Kalam-Theologie nicht neu. Tatsächlich ist sie der bekannteste Einstieg des Kalam in die Frage nach der Existenz Allahs (SWT). Deshalb haben manche, die diese Argumentation im zeitgenössischen westlichen Raum verwendet haben – etwa der bekannte christliche Debattierer William Lane Craig – sie als „kalam-kosmologisches Argument“ bezeichnet; er hat auch ein gleichnamiges Buch verfasst. Zu Beginn dieses Buches macht er folgendes wichtige Eingeständnis: „Vermutlich ist kein Kapitel in der Geschichte des kosmologischen Arguments so bedeutsam – oder so allgemein ignoriert – wie das der arabischen Theologen und Philosophen. Obwohl wir bei ihnen den Ursprung und die Entwicklung zweier der wichtigsten Versionen des kosmologischen Arguments finden, nämlich des Arguments aus dem zeitlichen Regress und des Arguments aus der Kontingenz, wird der Beitrag dieser islamischen Denker in westlichen Anthologien und Büchern zu diesem Thema praktisch übergangen.“168
In actuality, this method of reasoning is not new in the philosophy or kalam space. In fact, it is the most famous entry point of kalam into the issue of the existence of Allah . This is why even some of those who have used this reasoning within the contemporary Western arena – such as the famous Christian debater William Lane Craig – have called it the ‘kalam cosmological argument’; he also has a book with the same name. In the beginning of this book, he makes the following important acknowledgement: ‘Probably no chapter in the history of the cosmological argument is as significant – or as universally ignored – as that of the Arabic theologians and philosophers. Although we find in them the origin and development of two of the most important versions of the cosmological argument, namely the argument from temporal regress and the argument from contingency, the contribution of these Islamic thinkers is virtually ignored in western anthologies and books on the subject.’168
Erstes Konzept: Ausdehnung des Universums
First concept: Expansion of the universe
In den frühen Phasen der Geschichte der Kosmologie herrschte in gewisser Weise Einigkeit über zwei grundlegende Vorstellungen zur Natur des Universums:
During the early stages of the history of cosmology, there was an agreement of sorts on two fundamental notions related to the nature of the universe:
1. Das Universum ist homogen mit denselben Eigenschaften – es ist in all seinen Bestandteilen gleich beschaffen.
1. The universe is homogeneous with the same characteristics – it is the same across all its constituent parts.
2. Das Universum folgt einem festen und unveränderlichen Muster.
2. The universe is in a fixed and constant pattern.
Als Einstein kam und die Relativitätstheorie vorstellte, schienen diese beiden Annahmen der ersten Fassung des von ihm entwickelten Relativitätsgesetzes zu widersprechen. Um dieses Problem zu lösen, schlug er einen konstanten Koeffizienten vor, den er kosmologische Konstante nannte, um der Wirkung der Gravitation entgegenzuwirken. Auf diese Weise sollte in der neuen Theorie des Universums, die er vorgeschlagen hatte, ein Gleichgewicht herrschen, nach der das Universum statisch ist. Dies war damals in den meisten wissenschaftlichen Kreisen die allgemein akzeptierte Sicht auf das Universum: Es wurde als statisch und konstant beschrieben.
When Einstein came and introduced relativity, these two assumptions appeared to contradict the first iteration of the law of relativity that he theorised. To deal with this problem, he proposed a constant coefficient he called the cosmological constant in order to counterbalance the effect of gravity. That way, there would be balance in the new theory of the universe that he had proposed, which was that the universe is static. This was the generally accepted view on the universe in most scientific circles back then: The universe was characterised as being static and constant.
Danach traten der belgische katholische Priester und Physiker Georges Lemaître und der russische Wissenschaftler Alexander Friedmann auf den Plan. Sie boten eine neue Theorie des Universums an: Das Universum dehnt sich aus, und es begann aus einem extrem dichten und kompakten Zustand. Eine zentrale Stütze für die expansionistische Theorie des Universums kam von Edwin Hubble. Im Jahr 1929 machte er eine wichtige Entdeckung: Die Galaxien um uns herum entfernen sich von uns mit einer Geschwindigkeit, die ihrer Entfernung zu uns und zueinander entspricht; ihre Geschwindigkeit nimmt zu, je größer der Abstand wird. Die Expansion wurde anhand des Lichtspektrums dieser Galaxien nachgewiesen – sie erscheinen rötlich, was darauf hindeutet, dass sie sich entfernen, im Gegensatz zu etwas, das sich nähert und dem Beobachter daher in einem bläulichen Schimmer erscheint. Im Jahr 1946 stellte George Gamow die Theorie auf, dass sich mit der Ausdehnung des Universums und dem Absinken der Temperatur Photonen von der Materie lösten. Dies wurde in Form eines Lichtstrahls dargestellt, den Gamow als existierend annahm und der weiterhin durch das Universum strahlte. Entdeckt wurde dies zufällig von Arno Penzias und Robert Wilson. Dieses Phänomen wurde später als kosmische Mikrowellen-Hintergrundstrahlung bezeichnet und gilt als einer der stärksten Belege für die Urknalltheorie. Diese Strahlung zeigte das Vorhandensein ungewöhnlich hoher Temperaturen zwischen den Galaxien und dass der Weltraum keine Temperatur des absoluten Nullpunkts besitzt. Vielmehr liegt die Temperatur des Weltraums bei etwa 3 Kelvin – diese Strahlung ist das Wärmerestfeld des Urknalls. Aufgrund dieser Entdeckung erhielten die beiden Forscher 1978 den Nobelpreis für Physik. Dieser Punkt markierte einen Wandel in der Wissenschaftsgemeinschaft: Die Ablehnung des Urknalls wich allgemeiner Akzeptanz. Bemerkenswert ist, dass diese Entdeckung ihnen zufällig gelang. Sie sagten: „Entweder haben wir die Geburt des Universums gesehen, oder (wie es eine astrophysikalische Volkserzählung will) wir haben einen Haufen 81 gesehen.“
Zweites Konzept: Der zweite Hauptsatz der Thermodynamik
Second concept: The second law of thermodynamics
In der Mitte der 1990er Jahre unternahmen Wissenschaftler den Versuch, eine Regel aufzudecken, die alle irreversiblen Prozesse im Universum erklärt. Als Ergebnis dieser Bemühungen wurde der zweite Hauptsatz der Thermodynamik entdeckt. Der erste Schritt dazu bestand darin, festzustellen, dass Wärme immer von einem wärmeren Körper auf einen weniger warmen übergeht und so lange übertragen wird, bis alle verbundenen Körper das thermische Gleichgewicht erreicht haben. Tatsache ist, dass die Wärmeübertragung nur ein Beispiel von vielen ist, die sich als das Gleichgewichtskonzept oder das Gleichgewicht der Natur beschreiben lassen. Dasselbe lässt sich im Hinblick auf die Ausbreitung von Gasen zur Erreichung des Gleichgewichts, auf Elektrizität und andere Fälle beobachten. Wären diese Phänomene in der Natur nicht vorhanden, wäre das Leben unmöglich. Durch dieses Phänomen trennt sich die Luft beispielsweise nicht in der Weise, dass sich Sauerstoff nur auf einer Seite des Raumes und Stickstoff auf der anderen Seite sammelt. Eine bedeutende Entwicklung bei der Ausformung dieses Gesetzes ist seine Verbindung mit dem Konzept der Entropie. Dies ist ein Fachbegriff, der das Maß an Chaos bezeichnet. Immer wenn das Ausmaß an Unordnung in einem System zunimmt, steigt darin die Summe der Entropien; ebenso sinkt die Summe der Entropien, wenn das Ausmaß an Unordnung abnimmt. Deshalb enthält das Gesetz der Thermodynamik eine Bestimmung, wonach Systeme dazu neigen, von niedriger zu höherer Entropie überzugehen. Mit anderen Worten: Sie wechseln von Ordnung zu Unordnung. Uns interessiert hier der Zusammenhang dieses Gesetzes mit dem Universum. Das Universum ist ein geschlossenes System. Deshalb ist der zweite Hauptsatz der Thermodynamik auf es anwendbar. Als geschlossenes System strebt das Universum in mehreren Bereichen nach einem Gleichgewicht. Wärme breitet sich aus, bis sie ein Gleichgewicht erreicht, und ebenso geschieht dies bei der Verteilung von Energie, Entropie und anderem.
In the mid-90s, scientists attempted to uncover a rule that explains all irreversible processes in the universe. As a result of those efforts, the second law of thermodynamics was discovered. The first step to realising this was to note that heat always transfers from a more heated body to a less heated one, and heat keeps on transferring until all connected bodies reach thermal equilibrium. The fact of the matter is that the thermal transfer is just one example of many, which can be described as the equilibrium concept or the balance of nature. The same can be seen vis-à-vis the spread of gases to achieve equilibrium, electricity, and other cases as well. Had these phenomena not occurred in nature, life would have been impossible. By this phenomenon, the air – for example – does not separate out so that oxygen gathers only on one side of the room and nitrogen on the other side. One significant development in the shaping of this law is its connection with the concept of entropy. It is a technical term used to denote the amount of chaos. Anytime there is an increase in the scale of disorder within a system, the sum of the entropies rises therein; likewise, when there is a disorder scale decrease, the sum of the entropies decreases. This is why the law of thermodynamics has within it a provision that states that systems are inclined to switch from low entropy to higher entropy. In other words, they switch from order to disorder. What concerns us here is the connection of this law to the universe. The universe is a closed system. This is why the second law of thermodynamics is applicable to it. As a closed system, the universe strives to achieve equilibrium in multiple fields. Heat spreads until it reaches equilibrium, and likewise the same occurs in the distribution of energy, entropy, and others as well.
Die bekanntesten Einwände gegen das Argument aus der Schöpfung
The most famous objections to the argument from creation
Wer die Existenz Allahs leugnet, würde die instinktive Hinweiskraft dieses Arguments nicht akzeptieren, sondern stattdessen eine Reihe von Zweifeln dagegen vorbringen. Diese Zweifel beziehen sich entweder auf die erste Prämisse, die zweite Prämisse oder die Schlussfolgerung des Arguments. Hier werde ich die wichtigsten Zweifel und Einwände nennen, die aufgeführt wurden.
One who denies the existence of Allah would not accept the instinctive indication of this argument, and would instead cast a set of doubts on it. These doubts either go back to the argument’s first proposition, second proposition, or conclusion. Here, I shall mention the most important doubts and objections that have been listed.
Einwände gegen die erste Prämisse: „Alles, was einen Anfang hat, muss eine Ursache haben“
Objections to the first proposition: ‘Everything that has a beginning must have a cause’
Die wichtigste Art, diese Aussage in Zweifel zu ziehen, ist die Behauptung, dass etwas ohne jede Ursache entstehen könne und dass es möglich sei, dass ein kontingentes Wesen ohne einen Wähler zum Dasein – gegenüber dem Nichtsein – ausgewählt werde. Darauf aufbauend ist es möglich, dass das Universum einfach ohne Ursache entstanden ist; daher bedürfe es keiner Ursache, die sein Dasein bevorzugt hätte. Somit würde diese Behauptung die Notwendigkeit eines unabhängigen Schöpfers gegenstandslos machen. Das berühmteste skeptische Argument ist darauf gerichtet, den instinktiven Bestandteil des Menschen zu verneinen. Dieser Instinkt bezeichnet das Prinzip der Kausalität. Wie zuvor hervorgehoben wurde, ist dieses Prinzip ein instinktives und selbstevidentes rationales Konzept, das keine äußere Bestätigung benötigt. Der berühmteste Skeptiker dieses Prinzips ist der englische Philosoph David Hume. Er ist ein Wegbereiter der empiristischen Schule, die erklärt, dass allein die Sinne die Quelle des menschlichen Wissens sein können. Er sagt:
The main way of casting doubt to this proposition is through the claim that something can come into existence without any cause, and that it is possible for a contingent entity to be chosen for existence – versus non-existence – without a chooser. Based on this, it is possible that the universe just came into existence without cause; therefore, it is not in need for a cause that preferred it to exist. As thus, this claim would make the need for an independent creator irrelevant. The most famous sceptic argument strives to negate man’s instinctive element. That instinct denotes the principle of causality. It has been previously highlighted that this principle is an instinctive and self-evident rational concept that does not require external veracity. The most famous sceptic of this principle is the English philosopher David Hume. He is a pioneer of the empiricist school, that declares that only the senses can be the source for human knowledge. He states.
Um daher den Begriff der Macht oder notwendigen Verknüpfung vollständig zu erfassen, wollen wir seinen Eindruck untersuchen; und um diesen Eindruck mit größerer Gewissheit zu finden, wollen wir ihn in allen Quellen suchen, aus denen er möglicherweise herrühren könnte. Wenn wir uns in der äußeren Welt umsehen und die Wirkungsweise von Ursachen betrachten, vermögen wir niemals in einem einzigen Fall irgendeine Macht oder notwendige Verknüpfung zu entdecken, irgendeine Eigenschaft, die die Wirkung an die Ursache bindet und das eine zur unfehlbaren Folge des anderen macht. Wir finden lediglich, dass das eine tatsächlich dem anderen nachfolgt. Der Stoß einer Billardkugel wird von der Bewegung der zweiten begleitet. Das ist alles, was den äußeren Sinnen erscheint. Der Geist empfindet bei dieser Abfolge von Gegenständen keine Regung und keinen inneren Eindruck; folglich gibt es in keinem einzelnen, besonderen Fall von Ursache und Wirkung etwas, das den Begriff der Macht oder notwendigen Verknüpfung nahelegen könnte.176
Einwände gegen die zweite Prämisse: „Das Universum hat einen Anfang“
Objections to the second proposition: ‘The universe has a beginning’
Der gewichtigste Einwand besteht im Versuch, alternative Auffassungen an die Stelle der herkömmlichen Urknalltheorie zu setzen. Dieser Einwand behauptet erstens, das Universum sei vorewig, ähnlich dem statischen Modell, oder er deutet den Urknall evolutionär in dem Sinne, dass er zwar der Anfang im Verhältnis zu unserem Universum war, nicht aber der absolute Anfang. Es scheint, dass der Versuch, solche alternativen Theorien vorzuschlagen, ideologisch motiviert ist, nämlich durch die Ablehnung der theoretischen Konsequenzen des Urknalls. Ein Physiker bringt tiefe Verbitterung gegenüber dieser Theorie zum Ausdruck, als handle es sich um eine religiös motivierte Verschwörung. Er sagte: „Das zugrunde liegende Motiv ist natürlich, Gott als Schöpfer einzuführen. Es scheint die Gelegenheit zu sein, auf die die christliche Theologie seit dem Beginn der Wissenschaft im 17. Jahrhundert gewartet hat, als sie die Religion aus den Köpfen vernünftiger Menschen zu verdrängen begann.“184 Die Idee des Urknalls machte Einstein zunächst unbehaglich, denn ihre Konsequenz war, dass das Universum – so wie wir es heute sehen – einen Anfang hat. Er sagte: „Dieser Umstand (d. h. eines expandierenden Universums) irritiert mich.“ Robert Jastrow bemerkt: „Einstein mochte die Idee eines Urknalls nie, weil sie einen Anfang und eine Schöpfung nahelegte, und eine Schöpfung legt einen Schöpfer nahe.“ Er zitierte Eddington mit den Worten: „Als Wissenschaftler glaube ich einfach nicht, dass die gegenwärtige Ordnung der Dinge mit einem Knall begonnen hat.“ Jastrow fügt hinzu: „Oh ja, die Metapher dort war, dass wir heute wissen, dass das Universum einen Anfang hatte und dass alle Dinge, die in diesem Universum existieren – Leben, Planeten, Sterne – auf jenen Anfang zurückgeführt werden können, und es ist ein eigentümlich theologisches Ergebnis, das aus der Wissenschaft hervorgegangen ist. Das Bild, das ich vor Augen hatte, als ich darüber schrieb, war eine Gruppe von Wissenschaftlern und Astronomen, die eine Bergkette hinaufsteigen; sie erreichen den höchsten Gipfel, und ganz oben treffen sie auf eine Schar von Theologen, die dort seit Jahrhunderten auf sie gewartet haben.“185
The most significant objection here is the attempt to offer alternative viewpoints that would replace the traditional theory of the Big Bang. The objection firstly entails – and maintains – the notion that the universe is pre-eternal, like the static model, or that it assigns an evolutionary angle to the Big Bang in the sense that it was the beginning relative to our universe, but not the absolute beginning. It would appear that the attempt to propose such alternative theories is ideologically driven by the rejection of the theoretical implications of the Big Bang. We have one physicist express deep resentment of this theory, as if it were a religiously driven conspiracy. He said, ‘The underlying motive is, of course, to bring in God as creator. It seems like the opportunity Christian theology has been waiting for ever since science began to depose religion from the minds of rational men in the seventeenth century.’184 The idea of the Big Bang made Einstein initially uncomfortable, as its implication was that the universe – as we see it today – has a beginning. He said, ‘This circumstance (i.e., of an expanding universe) irritates me.’ Robert Jastrow notes: Einstein never liked the idea of a big bang because it suggested a beginning and a creation, and a creation suggested a Creator.’ He quoted Eddington by saying, ‘As a scientist I simply do not believe that the present order of things started off with a bang.’ Jastrow adds: ‘Oh yes, the metaphor there was that we know now that the universe had a beginning, and that all things that exist in this universe – life, planets, stars – can be traced back to that beginning, and it’s a curiously theological result to come out of science. The image that I had in my mind as I wrote about this was a group of scientists and astronomers who are climbing up a range of mountain peaks and they come to the highest peak and the very top, and there they meet a band of theologians who have been sitting for centuries waiting for them.185
Das oszillierende Universum-Modell
The oscillating universe model
Das Modell des oszillierenden Universums beruht auf der Vorstellung, dass sich das Universum für eine Zeitspanne ausdehnt, dann in sich zusammenfällt und kontrahiert und danach erneut expandiert. Dieser Prozess wiederholt sich und ähnelt einem „Crunch and Bounce“ (Kollaps und Rückprall). Diese Sichtweise besagt, dass das Universum im Kern vorewig ist, ohne einen eindeutigen Anfang, sich aber in einem ständigen Zustand der Schwankung zwischen Expansion und Kontraktion befindet. Dieses Modell hat eine Reihe von Problemen. Darüber hinaus trägt es die verbreitete, aber unbelegte Mentalität von der Vorewigkeit des Universums in sich. Man kann dies in dem erkennen, was John Gribbin sagte:
The oscillating universe model is based on the idea that the universe expands for a period, then collapses and contracts, and then expands again. The process repeats itself, resembling a ‘crunch and bounce’. This view states that the universe at its core is pre-eternal without any definitive beginning, but it is in a constant state of volatility of expansion and contraction. This model has a number of problems. In addition, it carries the pervading yet unsubstantiated mentality of the pre-eternality of the universe. One can detect this in what John Gribbin said:
Das größte Problem der Urknalltheorie zum Ursprung des Universums ist philosophischer – vielleicht sogar theologischer – Natur: Was war vor dem Urknall? Allein dieses Problem gab der Steady-State-Theorie einen großen anfänglichen Auftrieb; da diese Theorie jedoch inzwischen leider im Widerspruch zu den Beobachtungen steht, bietet das beste Mittel, diese anfängliche Schwierigkeit zu umgehen, ein Modell, in dem sich das Universum aus einer Singularität ausdehnt, wieder zusammenstürzt und den Zyklus unbegrenzt wiederholt.190
The biggest problem with the Big Bang theory of the origin of the Universe is philosophical – perhaps even theological – what was there before the bang? This problem alone was sufficient to give a great initial impetus to the Steady State theory; but with that theory now sadly in conflict with the observations, the best way round this initial difficulty is provided by a model in which the universe expands from a singularity, collapses back again, and repeats the cycle indefinitely.190
Ein Einwand gegen die Theorie des oszillierenden Universums besteht darin, dass der Begriff der Kontraktion ein Gegenstand intensiver Debatte in der wissenschaftlichen Gemeinschaft ist. Alan Guth und Marc Sher verfassten eine wissenschaftliche Arbeit mit dem Titel „The Impossibility of a Bouncing Universe“, in der sie erwähnten, dass das Universum selbst dann, wenn angenommen wird, dass es sich zusammenzieht, keinen weiteren Urknall wiederholen könnte.
One objection to the oscillating universe theory is that the notion of contraction is an area of great debate in the scientific community. Alan Guth and Marc Sher wrote a scientific paper titled ‘The Impossibility of a Bouncing Universe’, in which they mentioned that even if it is assumed that the universes contracts, it would be unable to repeat another bang.
Das ewige Inflationsmodell
The eternal inflation model
Dieses Modell ist eine weiterentwickelte Version der Urknalltheorie. Es bejaht, dass unser Universum einen Ursprung hat, fügt jedoch hinzu, dass dies nicht bedeutet, dass dies der absolute Anfang aller Materie und Energie ist. Nach dieser Auffassung sind Materie und Energie präexistent-ewig. Zur Verdeutlichung: Diese Theorie geht davon aus, dass sich die Bestandteile des Universums mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten ausdehnen und zusammenziehen. Man kann diese Teile als verschiedene Universen oder als Multiversum betrachten. Es könnte zwar sein, dass unser Universum einen Ursprungspunkt hat, dies bedeutet aber nicht, dass alle Universen so sind. Wissenschaftler haben festgestellt, dass auch diese Theorie mit einer Reihe von Problemen behaftet ist. Deshalb versuchte der Kosmologe Andrei Linde, das Problem dieses Modells zu lösen, indem er eine verfeinerte Version davon anbot, die neue Inflation genannt wird. Er selbst wies jedoch auf Mängel darin hin, was ihn dazu veranlasste, sein berühmtestes Modell vorzuschlagen, die chaotische Inflation. Kurz gesagt postuliert es ein „Mutteruniversum“, aus dem viele neue Universen entstehen, und aus diesen wiederum weitere Universen – wie Blasen. Dieser Prozess würde sich endlos fortsetzen. Diese Theorie besagt, dass die neuen Universen zwar einen Anfang haben, das Hauptuniversum jedoch nicht. Zur allgemeinen Präexistenz-Ewigkeit des Universums sagte er: „Der schwierigste Aspekt dieses Problems ist nicht die Existenz der Singularität selbst, sondern die Frage, was vor der Singularität war … Dieses Problem liegt irgendwo an der Grenze zwischen Physik und Metaphysik.“194 Wegen dieses Problems und weil es keinen Anlass gibt, etwas jenseits des Bereichs der Physik zu bejahen, nahm Linde ein Modell an, das einen Anfang und ein Ende der Zeit verneint. So wie das Hauptuniversum präexistent-ewig ist, argumentierte er, würden ununterbrochen neue Universen entstehen. Auf diese Weise könne er dem Begriff der Singularität und den damit verbundenen apriorischen Fragen entgehen. Mit anderen Worten: Er vermied es, nach einer Ursache für die Entstehung des Universums zu suchen, indem er es (gewissermaßen) als vorewig annahm. Wenn wir dieses Modell – und alle früheren Modelle – analysieren, sehen wir, dass keines von ihnen auf Wissenschaft beruht. Sie sind bestenfalls Annahmen. Tatsächlich sind sie lediglich Hypothesen, die dazu dienen, das Problem eines absoluten Anfangs des Universums zu umgehen. Deshalb glauben viele Physiker, dass es unmöglich ist, die Gültigkeit dieser Theorien durch Belege zu zeigen – geschweige denn zu überprüfen.
This model is an evolved version of the Big Bang theory. It affirms that our universe has an origin, but it adds that this does not mean that this is the absolute beginning of all matter and energy. This view states that matter and energy are pre-eternal. To clarify, this theory proposes that the constituent parts of the universe expand and contract at varying rates. It is possible to treat these parts as various universes, or the multiverse. Though it could be the case that our universe has an origin point, this does not mean that all universes are like this. Scientists have noted that this theory has also been beset by a number of problems. This is why the cosmologist Andrei Linde attempted to solve the problem facing this model by offering a refined version of it, called new inflation. However, he himself noted that there are faults in this, which led him to propose his most famous model called chaotic inflation. In brief, it proposes that there is a ‘mother universe’ from which many new universes are spawned, and from them other universes are born – like bubbles. This process would continue forever. This theory suggests that though the new universes have a beginning, the principal universe does not. Speaking on the overall pre-eternality of the universe, he said, ‘The most difficult aspect of this problem is not the existence of the singularity itself, but the question of what was before the singularity…This problem lies somewhere at the boundary between physics and metaphysics.’194 Because of this problem, and because of the lack of impetus to affirm anything beyond the realm of physics, Linde assumed a model that negated a beginning and end for time. Just as the principal universe is pre-eternal, he argued that new universes would endlessly continue to be made. As thus, he could escape the notion of singularity and the a priori questions that come with it. In other words, he evaded searching for a cause for the emergence of the universe by making it (somewhat) pre-eternal. When we analyse this model – and all previous models – we can see that none of them are based on science. They are at best assumptions. In fact, they are just hypotheses that are designed to avoid the problem of an absolute beginning for the universe. This is why many physicists believe it is impossible to demonstrate – let alone test – the validity of these theories through evidence.
Einwände gegen die Schlussfolgerung „Gott ist Derjenige, Der das Universum aus dem Nichts ins Dasein gebracht hat“
Objections to the conclusion ‘God is the One Who brought the universe out of nothingness into existence’
Erster Einwand: Warum Allah?
First objection: Why Allah?
Der Hintergrund zu diesem Einwand lautet: Selbst wenn angenommen wird, dass es eine Ursache für das Entstehen der Welt gibt, warum wird dann automatisch angenommen, dass Allah diese Ursache ist? Dies ist einer der berühmtesten Einwände der Atheisten. Seltsam ist, dass Richard Dawkins, als er in seinem berüchtigten Buch The God Delusion das Argument aus der Zeitlichkeit für die Existenz Gottes besprach, nur diesen Einwand vorbrachte:
The background to this objection is this: Even if it is assumed that there is a cause behind the emergence of the world, how is Allah then automatically assumed to be that cause? This is one of the most famous objections of atheists. What is strange is that when Richard Dawkins discussed the argument from temporality for the existence of God in his infamous book The God Delusion, he offered only this objection:
Selbst wenn wir uns den zweifelhaften Luxus erlauben, willkürlich einen Endpunkt eines unendlichen Regresses zu ersinnen und ihm einen Namen zu geben, nur weil wir einen brauchen, gibt es absolut keinen Grund, diesem Endpunkt irgendeine der Eigenschaften zuzuschreiben, die normalerweise Gott zugeschrieben werden: Allmacht, Allwissenheit, Güte, Schöpfungskraft der Gestaltung, ganz zu schweigen von menschlichen Eigenschaften wie dem Erhören von Gebeten, dem Vergeben von Sünden und dem Lesen der innersten Gedanken.199
Even if we allow the dubious luxury of arbitrarily conjuring up a terminator to an infinite regress and giving it a name, simply because we need one, there is absolutely no reason to endow that terminator with any of the properties normally ascribed to God: omnipotence, omniscience, goodness, creativity of design, to say nothing of such human attributes as listening to prayers, forgiving sins and reading innermost thoughts.199
Danach konzentriert er sich auf die Eigenschaften Allahs und darauf, wie es möglich ist, dass diese Seine Eigenschaften sind. Bei näherer Betrachtung ist diese Vorgehensweise seinerseits – und die der Atheisten im Allgemeinen – ein strategisches Ausweichen vom zur Debatte stehenden Punkt, das die Diskussion auf ein völlig anderes Thema lenkt. Wer dies als Beleg verwendet, täte dies, um die Existenz des nicht-kontingenten Seienden zu beweisen, nicht seine Eigenschaften. Der Sprung vom zentralen Punkt des Arguments zu einem Thema, das von seinen Befürwortern nicht behandelt wird, zeugt entweder von einem Mangel an Unvoreingenommenheit oder von einer leichtfertigen Unkenntnis der Regeln des Disputs und der philosophischen Diskussion. Betrachten Sie Folgendes:
Then he focuses on the attributes of Allah , and how it is possible for these to be His attributes. Upon further analysis, this strategy on his part – and by atheists in general – is a strategic evasion of the point under discussion, landing it onto a completely separate issue. Whoever uses this in evidence would be doing so to prove the existence of the non-contingent being, not its attributes. Jumping from the central point of the argument to an issue not tackled by its proponents reflects either a lack of impartiality or wanton ignorance of the rules of debate and philosophical discussion. Consider the following:
Zweiter Einwand: Gott der Lücken
Second objection: God of the gaps
Atheisten sagen: „Die Antwort der Theisten auf die Frage ‚Was ist die Ursache für die Entstehung der Welt?‘ mit ‚Allah‘ ist ein Ausdruck von Unwissen über Kausalität. Es ist, als würden Theisten die Lücken ihres Unwissens mit einer solchen Antwort füllen. Theisten betonen diese unwissende Haltung, indem sie sich auf Unwissen berufen, und führen daher als Beweis die Unfähigkeit des Gegners an, diese Haltung zu widerlegen – mehr nicht. Sie bieten keinerlei Beweis für die Beweiskraft ihrer Aussage.“ Diese Rhetorik ist ein weiterer Irrtum seitens der Atheisten. Unsere Bejahung der Existenz des Schöpfers gründet sich nicht auf unsere Unfähigkeit, die letzte Ursache des Universums zu erklären, und sie ist auch kein bloßer blinder Glaubenssprung, bei dem wir den Begriff Gottes hineingeschoben haben, um ein Problem zu lösen, für das wir keine Antwort haben. Vielmehr ist unser Glaube das Ergebnis einer Reihe vernunftgemäßer und intuitiver Prämissen, die zu dieser Schlussfolgerung führen. Unser Glaube, dass Allah die Ursache für die Existenz des Universums ist, beruht auf Wissen, nicht auf Unwissen. Wie zuvor bewiesen, ist das Universum zeitlich. Es ist daher entweder zeitlich mit einer Ursache hinter sich oder ohne Ursache; Letzteres ist unmöglich, da zeitliche Dinge eine Ursache haben müssen. Eine Ursache wäre entweder das zeitliche Ding selbst oder etwas anderes; Ersteres ist unmöglich, da es vor seiner Entstehung nicht existiert hätte – etwas, das aus sich selbst heraus keine Existenz besitzt, kann einem anderen Ding keine Existenz verleihen. Da es also aus einer davon getrennten Ursache hervorgegangen ist, muss diese Ursache selbst entweder zeitlich oder zeitlos sein; ist sie zeitlich, so muss diese Reihe bei einer zeitlosen Ursache enden, denn eine unendliche Kausalkette ist unmöglich. Daher wird deutlich, dass unsere Position nicht bloß der Wunsch ist, die durch Unwissen entstandene Lücke zu füllen, sondern eine durchdachte und vernünftige Antwort, die sich auf selbstverständliche Prämissen stützt.
This is a well-known objection. Atheists say, ‘The theists’ answer to the question “What is the cause for the emergence of the world?” with Allah is ignorance of causality. It is as if theists are filling in the gaps of their ignorance with such an answer. Theists emphasise this ignorant stance of theirs by appealing to ignorance, and thus use as evidence the opponent’s inability to dismantle it – nothing more. They fail to offer any proof for the evidentiary veracity of their statement.’ This rhetoric is another error on the part of atheists. Our affirmation of the existence of the Creator is not based on our inability to explain the ultimate cause of the universe, nor is it merely a blind leap of faith in which we shoved in the concept of God to solve a problem for which we have no answer. Rather, our belief is a result of a set of rational and instinctive propositions that offers this conclusion. Our belief of Allah being the cause for the existence of the universe is based on knowledge, not ignorance. As proven earlier, the universe is temporal. It is therefore either temporal with a cause behind it, or without a cause; the latter is impossible as temporal entities must have a cause. A cause would be either the temporal entity itself or something different; the former is impossible as it would have been non-existent before emergence – something that does not possess existence for itself cannot confer existence onto something else. Therefore, as it emerged from a separate cause, that cause must in itself be temporal or atemporal; if the former, this series must end at an atemporal cause, as infinite causality is impossible. Therefore, it becomes clear that our position is not merely the desire to fill in the gap left by ignorance, but is rather a considered and rational answer that relies on self-evident propositions.
Dritter Einwand: Warum die Eile? Die Wissenschaft wird die Ursache offenbaren
Third objection: Why the haste? Science will reveal the cause
Dieser Einwand ist tatsächlich eine Kombination aus einer groben Einschränkung des Wissenschaftsbegriffs einerseits und einer Übertreibung desselben andererseits. Atheisten leiten ihre existenzielle Philosophie aus einer rein materiellen Sichtweise ab: Sie vertrauen nur dem, was die empirischen Wissenschaften vorgeben, und sie akzeptieren nur natürliche, materielle Erklärungen für Phänomene. Somit bleibt kein Raum für irgendeine übernatürliche oder metaphysische Erklärung. Man beachte, was der Atheist Scott Todd dazu gesagt hat – er hat in klaren Worten formuliert, was diese Denkweise bedeutet: „Selbst wenn alle Daten auf einen intelligenten Designer hinweisen, ist eine solche Hypothese von der Wissenschaft ausgeschlossen, weil sie nicht naturalistisch ist.“202
This objection is actually a combination of a gross restriction of the definition of science on the one hand, and an exaggeration of it on the other. Atheists draw their existential philosophy from a purely material view: They have faith in only what the empirical sciences dictate, and they accept only natural material explanations for phenomena. As thus, there is no room for any supernatural or metaphysical explanation. Check what the atheist Scott Todd said – he stated in clear terms what this outlook meant: ‘Even if all the data point to an intelligent designer, such a hypothesis is excluded from science because it is not naturalistic.’202
Der Darwinist und Atheist Richard Lewontin sagte: „Unsere Bereitschaft, wissenschaftliche Behauptungen zu akzeptieren, die dem gesunden Menschenverstand widersprechen, ist der Schlüssel zum Verständnis des eigentlichen Kampfes zwischen Wissenschaft und Übernatürlichem. Wir ergreifen die Seite der Wissenschaft trotz der offensichtlichen Absurdität mancher ihrer Konstrukte, trotz ihres Versagens, viele ihrer überschwenglichen Versprechen von Gesundheit und Leben zu erfüllen, trotz der Duldung unbelegter Just-so-Geschichten durch die wissenschaftliche Gemeinschaft, weil wir eine vorgängige Verpflichtung haben, eine Verpflichtung zum Materialismus. Nicht dass die Methoden und Institutionen der Wissenschaft uns irgendwie zwingen würden, eine materielle Erklärung der erscheinenden Welt zu akzeptieren, sondern im Gegenteil: Wir sind durch unser apriorisches Festhalten an materiellen Ursachen gezwungen, einen Untersuchungsapparat und eine Reihe von Begriffen zu schaffen, die materielle Erklärungen hervorbringen, egal wie kontraintuitiv, egal wie rätselhaft für Außenstehende. Überdies ist dieser Materialismus absolut, denn wir können keinen göttlichen Fuß in die Tür lassen.“203
The Darwinist and atheist Richard Lewontin said, Our willingness to accept scientific claims that are against common sense is the key to an understanding of the real struggle between science and the supernatural. We take the side of science in spite of the patent absurdity of some of its constructs, in spite of its failure to fulfil many of its extravagant promises of health and life, in spite of the tolerance of the scientific community for unsubstantiated just-so stories, because we have a prior commitment, a commitment to materialism. It is not that the methods and institutions of science somehow compel us to accept a material explanation of the phenomenal world, but, on the contrary, that we are forced by our a priori adherence to material causes to create an apparatus of investigation and a set of concepts that produce material explanations, no matter how counter-intuitive, no matter how mystifying to the uninitiated. Moreover, that materialism is absolute, for we cannot allow a Divine Foot in the door.203
Vierter Einwand: Das Universum hat überhaupt keine Ursache, oder es hat sich selbst verursacht
Fourth objection: The universe has no cause at all, or it caused itself
Diese Idee hat sich in letzter Zeit in atheistischen Kreisen verbreitet. Sie ist zu einem zentralen Einwand gegen das Argument aus Schöpfung und Erfindung geworden. Dieser Einwand behauptet, das Universum sei selbstgenügsam und nicht auf einen Urheber angewiesen, oder es besitze die Fähigkeit, sich selbst hervorzubringen, oder es sei möglich, dass es aus dem Nichts entstanden ist. Diese Vorstellung wurde von Bertrand Russell in seinem Buch „Warum ich kein Christ bin“ vorgeschlagen und wird ausführlich in „The Grand Design“ behandelt, verfasst vom berühmten theoretischen Physiker Stephen Hawking gemeinsam mit Leonard Mlodinow. Es ist dieselbe Behauptung, die der bekannte Atheist Lawrence Krauss in seinem Buch „A Universe From Nothing“ aufstellt, in dem er behauptet, das Universum könne – im Lichte der modernen Physik – aus dem Nichts entstehen, ohne dass es einer äußeren Instanz bedürfe, die dieses Entstehen erklärt; vielmehr entstehe das Universum aus nichts. Zu Beginn von „The Grand Design“ wird erörtert, welche Art von Fragen das Buch zu beantworten sucht und welche Informationsquellen in diese Antworten einfließen:
This idea has spread across atheist circles recently. It has become a key objection to the argument from creation and invention. This objection claims the universe to be self-sufficient and not dependent on a founder, or that it has the power to make itself, or that it is possible it emerged from nothing. This notion was proposed by Bertrand Russell in his book Why I Am Not a Christian, and is covered extensively in The Grand Design, co-authored by the famous theoretical physicist Stephen Hawking and Leonard Mlodinow. It is the same claim made by the famous atheist Lawrence Krauss in his book A Universe From Nothing, in which he claims that the universe – in light of modern physics – can emerge from nothing without the need for an external entity that would explain this emergence; rather, the emergence of the universe is from nothing. In the beginning of The Grand Design, there is a discussion on the type of questions that the book seeks to offer an answer to, and the source of information that feeds into these answers:
Wir existieren jeweils nur für eine kurze Zeit und erforschen in dieser Zeit nur einen kleinen Teil des gesamten Universums. Doch der Mensch ist eine neugierige Spezies. Wir wundern uns und suchen nach Antworten. Die Menschen haben in dieser weiten Welt, die abwechselnd gütig und grausam ist, und beim Blick auf den unermesslichen Himmel über uns, schon immer eine Vielzahl von Fragen gestellt: Wie können wir die Welt verstehen, in der wir uns befinden? Wie verhält sich das Universum? Was ist das Wesen der Wirklichkeit? Woher kommt all das? Brauchte das Universum einen Schöpfer? Die meisten von uns verbringen den größten Teil ihrer Zeit nicht damit, sich über diese Fragen Gedanken zu machen, aber fast alle von uns beschäftigen sie manchmal. Traditionell sind dies Fragen der Philosophie, doch die Philosophie ist tot. Die Philosophie hat mit den modernen Entwicklungen der Wissenschaft, insbesondere der Physik, nicht Schritt gehalten. Wissenschaftler sind zu den Trägern der Fackel der Entdeckung auf unserer Suche nach Wissen geworden. Der Zweck dieses Buches ist es, die Antworten zu geben, die sich aus den jüngsten Entdeckungen und theoretischen Fortschritten ergeben. Sie führen uns zu einem neuen Bild des Universums und unseres Platzes darin, das sich sehr vom traditionellen unterscheidet, und auch von dem Bild, das wir noch vor einem oder zwei Jahrzehnten gezeichnet hätten.209
Fünfter Einwand: Wer hat dann Allah erschaffen?
Fifth objection: So who created Allah?
Dies ist einer der bekanntesten atheistischen Einwände gegen Gläubige. Er gilt im atheistischen Diskurs als zentraler rationaler Zweifel am Theismus. Bei genauerer Betrachtung handelt es sich jedoch lediglich um rhetorisches Gezänk – nicht mehr. Ihr gesamtes Glaubenssystem beruht auf der Annahme, dass Allah die Welt nicht erschaffen hat. Daher wäre ihr Einwand „Wer hat dann Allah erschaffen?“ typisch für die Erfahrungen von Gläubigen. In den meisten Zusammenhängen sind dies einfach Werkzeuge für fruchtlosen Streit und Einwände.
This is one of the most famous atheist objections against believers. It is a key rational doubt against theism in atheist discourse. Upon contemplation, it is just sparring rhetoric – nothing more. Their entire belief system rests upon the notion that Allah did not create the world. Therefore, their objection ‘So who created Allah?’ would be typical of believers’ experiences. In most contexts, these are simply tools for unfruitful quarrel and objection.
Wenn man die vielen atheistischen Persönlichkeiten betrachtet, die im Lauf der Geschichte aufgetreten sind, kann man leicht erkennen, wie viele diesen Einwand hatten und wie diese Frage viele Köpfe in Beschlag nahm und unter Druck setzte. Sie gehört zu den wichtigsten Zweifeln, die bei vielen Menschen die Neigung zum Atheismus hervorgerufen haben. John Stuart Mill, Bertrand Russell, David Hume und Stephen Hawking haben alle erklärt, dass diese Frage ein Problem des Theismus darstellt, das sie schließlich dazu brachte, den Atheismus anzunehmen oder von ihm überzeugt zu werden. Es wird festgehalten, dass dies auch die zentrale Frage im Buch „The God Delusion“ ist. Fast überall ist diese Frage im Diskurs des Neuen Atheismus stark präsent und steht im Vordergrund, was man erkennt, wenn man dessen Schriften, Artikel, Debatten und sonstige Materialien untersucht. Die Probleme, die diese Frage aufwirft, lassen sich durch die folgenden Punkte ausräumen:
When studying the many atheist personalities that have gone by, we can easily uncover how many had this objection, and how this question took control and pressurised many minds. It is one of the most important doubts that introduced the inclination to atheism in many people. John Stuart Mill, Bertrand Russell, David Hume, and Stephen Hawking have all stated that this question represents a problem in theism, which ultimately led them to adopt, or become convinced by, atheism. It is noted that this is also the central question in the book The God Delusion. In almost every instance, this question is heavily present in, and at the forefront of, New Atheism discourse, which one can detect by studying its writings, articles, debates, and other materials. The problems brought about by this question can be dispelled by the following points:
1. Diese Frage ist offensichtlich nicht neu. Tatsächlich ist sie eine recht naheliegende Frage, über die Menschen nachdenken. Letztlich ist sie eine der bösen Einflüsterungen Satans und beruht auf einer enorm fehlerhaften Prämisse. 2. Diese Frage beruht auf einem Irrtum, den der atheistische Diskurs verbreitet hat. Sie stellt ein grobes Missverständnis der genauen Art der rationalen Belege für den Glauben dar, die Theisten anbieten. Die Frage trägt folgende Vorstellung vom Argument aus Schöpfung und Erfindung zur Stützung der Existenz Allahs in sich:
Das Argument aus der Kontingenz wurde zusammen mit dem Argument aus der Zeitlichkeit erwähnt, da beide gemeinsame Themen haben und einander ähnlich sind. Obwohl sie zum selben Ergebnis führen, handelt es sich tatsächlich um zwei getrennte Beweise.
122 The argument from contingency was mentioned alongside the argument from temporality, as they have common themes and are mutually similar. Though they lead to the same outcome, they are actually two separate proofs.
Anmerkung des Übersetzers: Im Gegensatz zu seinem Großvater, der ebenfalls als Ibn Rushd bekannt war.
123 Translator’s note: As opposed to his grandfather, who was also known as Ibn Rushd.
124 Al-Ḥaǧǧ, 73.
124 Al-Ḥajj, 73.
Es wäre genauer gewesen, von „der erfundenen existierenden Entität“ zu sprechen, wie aus dem Kontext klar hervorgeht.
125 It would have been more accurate to say, ‘the invented existing entity’, as is clear from the context.
126 Al-Kashf ʿan Manāhij al-Adillah, S. 119. 127 Al-Ṭūr, 35.
126 Al-Kashf ʿan Manāhij al-Adillah, p. 119. 127 Al-Ṭūr, 35.
128 Maryam, 67.
128 Maryam, 67.
129 Maryam, 9.
129 Maryam, 9.
130 Dar’ Taʿāruḍ al-ʿAql wa al-Naql, 7/219. Siehe auch Sharḥ al-ʿAqīdah al-Aṣbahāniyyah, S. 51.
130 Dar’ Taʿāruḍ al-ʿAql wa al-Naql, 7/219. See also Sharḥ al-ʿAqīdah al-Aṣbahāniyyah, p. 51.
131 Al-Dhāriyāt, 21.
131 Al-Dhāriyāt, 21.
Dar' Taʿāruḍ al-ʿAql wa al-Naql, 3/123.
132 Dar’ Taʿāruḍ al-ʿAql wa al-Naql, 3/123.
133 Al-Ṭūr, 35.
133 Al-Ṭūr, 35.
134 Tafsīr Ibn Kathīr, 7/437.
134 Tafsīr Ibn Kathīr, 7/437.
135 Al-Ṭūr, 35.
135 Al-Ṭūr, 35.
136 Al-Ṭūr, 36.