Neue Argumente des Neuen Atheismus gegen die Religion
New Atheist’s Arguments Against Religion
Vielleicht sollte man zwischen zwei Arten von Argumenten unterscheiden, die von den Neuen Atheisten vorgebracht werden. Wir haben bereits über die Behandlung der „Gottes-Hypothese“ durch die Neuen Atheisten gesprochen, die als widerlegt und angesichts der neuen darwinistischen Erklärungen als „unhaltbar“ gilt. Demgegenüber haben wir auch philosophische Zurückweisungen dieser Annahme beobachtet, die zu Recht zwischen dem Mechanismus der Evolution und der vermeintlichen Wirkmacht eines Gottes unterscheiden, der sie lenkt.
Perhaps distinction should be drawn between two kinds of arguments presented by New Atheists. We have discussed the New Atheist treatment of the ‘God hypothesis’ as disproved and ‘untenable’ in the face of new Darwinian explanations. Contrastingly, we have also witnessed philosophical rejection of this postulation by those who rightly differentiate between the evolution mechanism and the supposed agency of a deity who is guiding it.
Darüber hinaus haben wir auch den subtilen, aber wichtigen Unterschied zwischen methodischem und metaphysischem Naturalismus festgestellt. Insgesamt wirft dies die Frage auf: Lassen sich diese Erkenntnisse auf die Religion im Allgemeinen übertragen, oder ist die Religion selbst angesichts dieser neuen wissenschaftlichen Belege widerlegt worden?
Moreover, we also noted the subtle but important difference between methodological and metaphysical naturalism. Overall this begs the question; can these findings be generalised to religion in general or has religion itself been disproven in light of this new scientific evidence?
Christopher Hitchens schreibt:
Christopher Hitchens writes:
Die Religion hat keine Rechtfertigungen mehr. Dank Teleskop und Mikroskop bietet sie keine Erklärung für irgendetwas Wichtiges mehr. Früher konnte sie durch ihre vollständige Beherrschung eines Weltbildes das Aufkommen von Rivalen verhindern; heute kann sie die messbaren Fortschritte, die wir gemacht haben, nur noch behindern und verzögern oder versuchen, sie rückgängig zu machen (Hitchens, 2019, S. 282).
Religion has run out of justifications. Thanks to the telescope and the microscope, it no longer offers an explanation of anything important. Where once it used to be able, by its total command of a worldview, to prevent the emergence of rivals, it can now only impede and retard—or try to turn back—the measurable advances that we have made (Hitchens, 2019, p.282).
Auf diesen Punkt bezogen behauptet Dawkins: „Als Wissenschaftler stehe ich fundamentalistischer Religion feindlich gegenüber, weil sie das wissenschaftliche Unternehmen aktiv verdirbt" (Dawkins, 2006, S. 284). Grayling führt dies von der „fundamentalistischen" Religion auf jede Religion aus, indem er vorschlägt: „…Darwinismus ist mit Religion nicht vereinbar; die Belege der Biowissenschaften sind Belege gegen die Anwesenheit übernatürlicher Handlungsmacht im Universum" (Grayling, 2014, S. 113). Grayling erklärt außerdem, das intelligente Design sei „Kreationismus in Verkleidung" (Grayling, 2014, S. 109). Offensichtlich werden hier zwei getrennte Argumente definiert. Erstens ein Argument gegen die „Gottes-Hypothese", wie bereits erörtert. Das zweite Argument betrifft die Religion. In welchem Maße jedoch sind religiöser und wissenschaftlicher Diskurs miteinander verflochten, nach Auffassung derjenigen, die solche Diskurse ernst nehmen? Dies ist natürlich eine große Frage, auf die es keine einfache Antwort gibt. Im Folgenden werde ich die wichtigsten Ansätze darlegen, die sowohl muslimische als auch christliche Gelehrte bei der Beantwortung dieser Fragen verfolgt haben.
On this point, Dawkins claims ‘as a scientist, I am hostile to fundamentalist religion because it actively debauches the scientific enterprise’ (Dawkins, 2006, p.284). Grayling furthers this from ‘fundamentalist’ religion to all religion by suggesting ‘…Darwinism is not compatible with religion; the evidences of biological science are evidences against the presence of supernatural agency in the universe’ (Grayling, 2014, p.113). Grayling also states that intelligent design is ‘creationism in disguise’ (Grayling, 2014, p.109). Clearly, two separate arguments are defined here. Firstly, an argument against the ‘God hypothesis’, as previously discussed. The second argument concerns religion. To what extent, though, has religious and scientific discourse been entangled according to individuals who take such discourses seriously? This of course is a big question to which there is no simple answer. In what follows I will outline the main approaches that both Muslim and Christian scholars have taken when answering these questions.
In christlichen wie in muslimischen Traditionen sind die religiösen Schriften auf vielfältige Weise ausgelegt worden. Bei der Erörterung der antiken jüdischen Philosophie unterscheidet David Shatz zwischen gemäßigtem und kühnem Konkordismus. Ersterer erlaubt eine Vereinbarkeit der Schrift mit der Wissenschaft, während letzterer von einer „positiven Lehre“ der Wissenschaft in einer Schrift ausgeht. Obwohl sich die Zugänge zur biblischen Exegese nicht verallgemeinern lassen, stechen drei Ansätze zur Bibel hervor. Der erste ist ein gemäßigt konkordistischer, allegorisierender Ansatz, der die allegorische Natur des Schöpfungsberichts in der Genesis betont. Da die Verse allegorisch zu verstehen seien, so könne man argumentieren, könne die Theologie weder die Evolutionstheorie noch die Urknall-Kosmologie weiter ausführen. Dieser Ansatz hat zwar exegetische Vorläufer aus der patristischen Zeit (vor allem aus der Schule von Alexandria), stößt jedoch häufig auf Herausforderungen. Diese Herausforderungen, die über den Rahmen dieses Beitrags hinausgehen, betreffen die Frage, welche Verse allegorisch gelesen werden dürfen und welche nicht.
In both Christian and Muslim traditions, religious scriptures have been interpreted in a variety of ways. While discussing ancient Jewish philosophy, David Shatz differentiates between modest and bold concordism. The former allows scriptural reconciliation with science, whereas, the latter assumes ‘positive teaching’ of science in a scripture. Though one cannot generalise approaches to Biblical exegesis, three approaches to the Bible stand out. The first is a modest concordist allegorising approach which emphasises the allegorical nature of the Genesis account. Since the verses are allegorical, it may be argued, theology cannot expand on evolution or Big Bang cosmology. Though this approach has exegetical precedent from the patristic period (most notably from the Alexandrian school), it is often met with challenges. Such challenges, which are beyond the scope of this paper, relate to deciding which verses may or may not be allegorised.
Der zweite Ansatz ist der wörtlich-nichtkonkordistische Ansatz, der, auf die Bibel angewandt, keine jungerdschaffe Schöpfungsvorstellung erfordert, da selbst einige patristische Kirchenväter wie Augustinus (der selten allegorisiert) die Tage im Schöpfungsbericht der Genesis nicht für wörtlich gehalten haben könnten (Brooke, 2012, S. 8). Dennoch hat ein wörtlicher Zugang zur Genesis seine eigenen „wissenschaftlichen“ und historischen Herausforderungen, einschließlich Deutungen, die patristische und mittelalterliche Vorläufer haben und die ein Alter des Universums von sechstausend Jahren nahelegen. Aus eigener Sicht ist dieser Ansatz nicht nichtkonkordistisch, da er „Wissenschaft“ und ihre Verfahren auf Weisen definiert, die von klassischen Ansätzen der Wissenschaftstheorie abweichen. Ken Ham, ein Vertreter des Young-Earth-Kreationismus, teilt die Wissenschaft in „beobachtende“ und „historische“ Typen ein; der letztere ist stark von menschlicher Interpretation abhängig, und wo ein Konflikt besteht, muss der schlichte Wortlaut des Textes Vorrang haben (Ham, 2013, S. 45–55). Befürworter dieser Sicht verweisen auf einen genealogischen Zugang zu Genesis 5
The second approach is the literalist non-concordist approach which, when applied to the Bible, does not need to produce a young-age creationist conception as even some patristic Church Fathers like Augustine (who is infrequent in his allegorisation) may not have considered the days in the Genesis account to be literal (Brooke, 2012, p.8). Nevertheless, a literal approach to Genesis has its own set of ‘scientific’ and historical challenges including interpretations, which have patristic and medieval precedent, and which indicate the universe’s age as six thousand years old. This approach is not non-concordist from its own perspective, as it defines ‘science’ and its processes in ways that differ from classical approaches of philosophy of science. Ken Ham, a Young Age Creationist, divides science into ‘observational’ and ‘historical’ types, the latter of which is highly subject to human interpretation, and where conflict exists, the plain reading of the text must take precedence (Ham, 2013, p.45-55). Proponents of this view refer to a genealogical approach to Genesis 5
, die die Jahre von einer Generation zur nächsten addiert und so zu dem Schluss gelangt, dass das Universum ungefähr sechstausend Jahre alt ist; siehe Floyd Nolen Jones, The Chronology of the Old Testament. Man kann diese Sichtweise als ablehnend (rejectionist) einordnen, da sie die allgemein akzeptierte Wissenschaft zurückweist.
which adds up the years from one generation to another, thereby concluding the universe is approximately six thousand years old; see Floyd Nolen Jones’s The Chronology of the Old Testament. One can categorise this perspective as rejectionist, on account of its rejecting popularly accepted science.
Ein dritter Ansatz, der in jüngster Zeit von Leuten wie Dr. Hugh Ross populär gemacht wurde, ist der „kühn konkordistische“ wörtliche Ansatz, der darauf abzielt herauszuarbeiten, wie naturwissenschaftliche Phänomene wie der Urknall in der Schrift gelehrt werden. Ein solcher Ansatz ist im Wesentlichen ein wörtlich verstandener altersbetonter Kreationismus, der jedoch an dem Punkt halt macht, an dem es um die menschliche Evolution geht (Ross et al., 2001, S. 11).
A third approach, popularised recently by the likes of Dr. Hugh Ross, is a ‘bold concordist’ literalist approach which aims to establish how scientific phenomenon, like the Big Bang, is taught in scripture. Accordingly, such an approach is essentially a literalist Old Age creationist approach but one which crucially stops at the point of human evolution (Ross et al., 2001, p.11).
Ähnlich wie die Gelehrten der patristischen Zeit, etwa Origenes und Augustinus, die oben erwähnt wurden, waren auch frühe islamische Gelehrte gelegentlich deutlich konkordistisch, sowohl zurückhaltend als auch kühn.
Much like scholars in the patristic period, like Origen and Augustine mentioned above, early Islamic scholars were also occasionally noticeably concordist, both modestly and boldly.
Dennoch deuten Vertreter bedeutender theologischer Schulen wie Ibn Taymiyyah (für die Hanbaliten) und Al-Ghazali (für die Aschariten) Verse, die auf die physische Welt verweisen, wörtlich (Qadhi und Khan, 2018). Die Falasifa oder „die Philosophen“, am bekanntesten vertreten durch Ibn Sina (ähnlich wie Origenes von Alexandria, allerdings vielleicht weniger ausgeprägt), neigten dazu, Verse zu allegorisieren, die nicht mit den kosmologischen Vorstellungen ihrer Zeit übereinzustimmen schienen, so wie er es mit der Theorie der zehn himmlischen Sphären tat (Qadhi und Khan, 2018).
Nevertheless, representatives of major creedal schools of thought, like Ibn Taymiyyah (for the Hanbalis) and AlGhazali (for the Asharis), would interpret verses which reference the physical world in a literal manner (Qadhi and Khan, 2018). The falasifa or ‘the philosophers’ most prominently represented by Ibn Sina (like Origen of Alexandria – though perhaps less flagrantly) would prefer allegorising verses which appeared to not correspond with the cosmologies of the day as he did with the theory of ten celestial spheres (Qadhi and Khan, 2018).
Obwohl die Werke von Ibn Sina und der Falasifa bis in die Gegenwart überdauert haben, sind ihre exegetischen Präferenzen praktisch in Vergessenheit geraten, insbesondere nach den vernichtenden Angriffen von Al-Ghazali in seinem berühmten Werk „Die Inkohärenz der Philosophen“ und von Ibn Taymiyyah in seiner Schrift „Eine Erwiderung auf die griechischen Logiker“. In diesen Werken wurde Ibn Sina aus dem Islam ausgeschlossen, und obwohl Ibn Rushd (Averroes) in seiner Schrift „Die Inkohärenz der Inkohärenz“ Teile davon widerlegte, schien die sunnitisch-muslimische Welt in dieser Frage bereits entschieden zu haben.
Though Ibn Sina and the falasifa’s work has survived to the modern day, their exegetical preferences have become practically disregarded particularly after the scathing attacks of both Al-Ghazali in his famous work The Incoherence of the Philosophers and Ibn Taymiyyah following A Response to the Greek Logicians. In such works, Ibn Sina was ex-communicated from Islam and though Ibn Rushd (Averroes) refuted aspects of this in his The Incoherence of the Incoherence, the Sunni-Muslim world appeared to have already decided on the matter.
Das Endergebnis dieser historischen Entwicklung war, dass die allegorische Deutung historischer Erzählungen oder Verse mit naturwissenschaftlichem Gehalt auf die glaubensmäßigen Aspekte beschränkt blieb, die sich auf Allahs „Thron“ (ʿArsh) sowie auf Seine Namen und Eigenschaften beziehen. Dies ist besonders umstritten unter den Aschariten, Hanbaliten, Maturiditen, Mutaziliten, den zwölferschiitischen Schiiten und anderen, weniger bekannten Schulen. Koranexegeten nahezu aller dieser glaubensmäßigen Schulen akzeptieren die wörtliche Entsprechung naturwissenschaftlicher Verse mit der „realen Welt“. Dies gilt vor allem für Exegeten von Schulen wie Fakhr al-Din al-Razi (ein Ascharit), Ibn Kathir (ein glaubensmäßiger Hanbalit), Al-Zamakhshari (ein Mutazilit) und Abu Jaʿfar al-Tusi (ein Schiit). Obwohl solche Exegeten den symbolischen Wert der Verse erörterten, erreichte praktisch keiner von ihnen das, wozu Ibn Sina oder Origenes bereit waren, nämlich die Verse auf eine Form der Ätiologie zu reduzieren und ihnen ihren wörtlichen Wert zu nehmen.
The net result of this historical development was that allegorising historical narratives or verses of naturalistic significance were limited to creedal aspects of referencing Allah’s ‘throne’ (Arsh) and his names and attributes which is notably controversial among Ashari’s, Hanbalis, Maturidis, Mutazili’s, Shia Twelvers and other less well known schools. Quranic exegetes from virtually all of these creedal schools accept the literal correspondence of naturalistic verses with the ‘real world’. Perhaps most notably including exegetes of schools such as Fakhr al Deen al Razi (an Ashari), Ibn Kathir (creedal Hanbali), Al-Zamakhshari (A Mutazli) and Abu Jafar al Tusi (A Shia). Though such exegetes discussed the verses’ symbolic value, virtually none of them achieved what Ibn Sina or Origen were willing to do; namely reduce the verses to a form of aetiology, stripping it of its literal value.
Mit dem glaubensmäßigen Ausschluss der allegorischen Koraninterpretation der Falāsifa lassen sich die populären islamischen exegetischen Ansätze zu naturalistischen Versen leicht in drei Typen einteilen: kühner Konkordismus, gemäßigter Konkordismus und Ablehnung der modernen Wissenschaft. Wie in der christlichen Gelehrsamkeit und Apologetik sind diese Kategorien nicht starr, denn ein Gelehrter oder Apologet kann in einem Kontext ablehnend sein und in einem anderen nicht.
With the creedal exclusion of the falasifa’s allegorical exegesis, popular Islamic exegetical approaches to naturalistic verses can be easily divided into three types: bold concordism, modest concordism and modern science rejection. As with Christian scholarship and apologetics, these categories are not fixed as a scholar or apologist may be rejectionist in one context and not in another.
Dr. Zakir Naik ist der populärste Vertreter des kühnen konkordistisch-literalistischen Ansatzes im englischsprachigen Raum. In einer Studie aus dem Jahr 2017 wurden auf YouTube 1006 Online-Videos identifiziert, in denen die Begriffe „Islam“ und „Wissenschaft“ gemeinsam vorkommen, und der Redner mit der höchsten Anzahl an Beiträgen war Zakir Naik (Gardner et al., 2018, S. 358). Wie Dr. Hugh Ross weist Naik darauf hin, dass der Koran lehre, der Urknall habe stattgefunden, und wie Ross lehnt Naik die menschliche Evolution ab, da sie dem einfachen Wortsinn des Textes widerspreche (Gardner et al., 2018, S. 385). Naiks wissenschaftliche Argumente sind nahezu identisch mit denen von Dr. Maurice Bucaille, der in einer polemischen Schrift mit dem Titel „Bibel, Koran und Wissenschaft“ darlegte, dass die Bibel in Fragen der Kosmologie, der Geologie und der Sintflut Noahs der Wissenschaft widerspreche, während der Koran mit solchen Erkenntnissen übereinstimme (Bucaille und Fahim, 1977, S. 96–143; Bucaille und Fahim, 1977, S. 152–157). Dieser neuartige evangelisierende bzw. apologetische islamische Ansatz (im Arabischen als Ijaaz-Ilmi-Ansatz bezeichnet) veranlasste sogar salafistische Geistliche in Saudi-Arabien, ein Komitee für die wissenschaftlichen Wunder des Korans und der Sunna einzurichten (Dallal, 2010, S. 171).
Dr. Zakir Naik is the most popular representative of the Bold concordist literalist approach in the English-speaking world. In a 2017 study, 1006 online videos were identified with the terms ‘Islam’ and ‘science’ together on YouTube, and the speaker with the highest output was Zakir Naik (Gardner et al., 2018, p.358). Like Dr. Hugh Ross, Naik indicates that the Quran teaches that the Big Bang occurred, and also like Ross, Naik doesn’t accept human evolution because of its contradiction with the plain reading of the text (Gardner et al., 2018, p.385). Naik’s scientific arguments are almost identical to those of Dr. Maurice Bucaille who wrote a polemic book titled The Bible, Quran and Science effectively arguing that the Bible is incongruent to science on matters related to cosmology, geology and Noah’s flood whereas the Quran is in line with such matters (Bucaille and Fahim, 1977, p.96-143; Bucaille and Fahim, 1977, 152-157). This novel evangelising/apologetic Islamic approach (termed the Ijaaz Ilmi approach in Arabic) even prompted Salafist clergy members in Saudi Arabia to start a committee on the Scientific Miracles of the Quran and Sunnah (Dallal, 2010, p.171).
Dieser Ansatz wurde jedoch dafür kritisiert, dass er Eisegese und Pseudowissenschaft betreibe, insbesondere in Fragen, die den Darwinismus und die Evolution betreffen (Gardner et al., 2018, S. 385).
However, this approach was criticised for employing eisegesis and pseudo-science, especially regarding issues relating to Darwinism and evolution (Gardner et al., 2018, p.385).
Dieser Ansatz kritisierend, erklärt Ahmed Dallal:
Criticising this approach, Ahmed Dallal states:
Als Muslime die wichtigsten Produzenten der Wissenschaft in der Welt waren, befürworteten sie nicht, Wissenschaft und Religion miteinander zu verbinden. Heute, ironischerweise, da die Beteiligung der Muslime an der Hervorbringung der universalen Kultur der Wissenschaft schwindet, fordern sie, beides zusammenzuführen (Dallal, 2010, S. 170).
When Muslims were the main producers of science in the world, they did not advocate wedding science and religion. Now, ironically, when Muslim participation in the production of the universal culture of science is dwindling, they call for bringing the two together (Dallal, 2010, p.170).
Der zweite ablehnende Ansatz richtet sich nicht gegen alle wissenschaftlichen Phänomene, sondern nur gegen solche, die dem exegetischen Präzedenzfall oder dem eindeutigen Wortlaut widersprechen. Das zeigt sich am besten an der Theorie der menschlichen Evolution, die als unvereinbar mit der wörtlichen Bedeutung des Qur'ān gilt (Qadhi und Khan, 2018). Leider fehlt im Diskurs (sowohl bei den Neuen Atheisten als auch bei Theologen, die ihnen entgegentreten) weitgehend eine substanzielle Auseinandersetzung mit der Wissenschaftsphilosophie. So lässt sich etwa theoretisch, bei der Unterscheidung zwischen methodologischem und metaphysischem Naturalismus, argumentieren, dass Muslime und Christen, die Ansichten vertreten, welche der menschlichen Evolution (oder dem gesamten darwinistischen Forschungsprogramm) widersprechen, eher eine instrumentalistische als eine realistische Haltung einnehmen. Da der Instrumentalismus nicht voraussetzt, dass die wissenschaftliche Theorie wörtlich wahr ist, können Muslime und Christen die Gültigkeit des darwinistischen Modells anerkennen, auch wenn sie Fortschritte innerhalb dieses Modells in ihrem eigenen Bereich zulassen.
The second rejectionist approach does not oppose all scientific phenomena, only those deemed contrary to exegetical precedent or clear text. This is best exemplified by the theory of human evolution which is considered incompatible with literal Quranic meanings (Qadhi and Khan, 2018). Unfortunately, much of what has been missing from the discourse (from New Atheists and theologians who attempt to counter them) is a meaningful engagement with scientific philosophy. For example, theoretically, and when differentiating between methodological and metaphysical naturalisms, it may be suggested that Muslims and Christians who adopt views which may contradict human evolution (or the entire Darwinian enterprise) adopt an instrumental view rather than a realist view. Since instrumentalism does not necessitate believing the literal truth of scientific theory, Muslims and Christians can accept the validity of the Darwinian model (even allowing advances in it within their spaces)
ohne dass man an die Entwicklung des Homo sapiens (zum Beispiel) aus anderen Hominiden glauben muss.
without needing to believe in the evolution of homo-sapiens (for example) from other hominids.
Dementsprechend kann die darwinsche Evolutionstheorie als nützliche Heuristik dienen, ähnlich einer Karte der London Underground: Sie ist äußerst hilfreich, aber nicht maßstabsgetreu. Folglich lassen sich Hemmnisse für den wissenschaftlichen Fortschritt abschwächen. Hierzu sind zwei Vorbehalte anzubringen. Erstens müssen, wenn dieser Ansatz übernommen wird, Behauptungen (etwa von Ross und Naik), der Urknall werde im Koran oder in der Bibel ausdrücklich gelehrt, zumindest zu einer gemäßigten konkordistischen Position abgeschwächt werden.
Accordingly, Darwinian evolution can act as a useful heuristic, like a London Underground map; though highly useful is not properly to scale. Consequently, inhibitions to scientific progress can be mitigated. Two caveats must be made here. Firstly, if this approach is adopted, claims (made by Ross and Naik for example) that the Big Bang theory is explicitly taught by the Quran or Bible must be softened at least to a modest concordist position.
Zweitens dürfte es schwierig sein, (aus instrumentellen Gründen) zu argumentieren, dass das Alter des Universums von vierzehn Milliarden Jahren ein „Modell“ sei, da es sich eher um eine historische Aussage als um ein Modell handelt.
Secondly, it may be difficult to argue (on instrumental grounds) that the age of the universe being fourteen billion years is a ‘model’, as it is a historical claim rather than a model.