Faktoren, die zur Abweichung von der islamischen Denkweise führen
Factors Resulting In The Divergence From The Islamic Way Of Thinking
Sowohl Niedergang als auch Wiederaufstieg sind Produkte der geistigen Dynamik, die Menschen in Gang setzen. Ein Wiederaufstieg ist zu erwarten, wenn eine solche Bemühung oder Dynamik auf einem umfassenden Gedankengebäude aufbaut und die Menschen entsprechend vorgehen. Umgekehrt ist zu erwarten, dass der Niedergang vorherrscht, wenn dieses umfassende Gedankengebäude fehlt und die Menschen es versäumen, einen solchen Gedanken als ihren Bezugsrahmen anzuerkennen.
Both decline and revival are products of the intellectual momentum which people initiate. The revival is expected to occur if such an effort or momentum is built upon a comprehensive thought and the people proceeded accordingly. On the contrary, the decline is expected to prevail if this comprehensive thought is absent and the people fail to consider any such thought as their frame of reference.
Daher muss jede Erörterung oder Forschung über die Faktoren, die zum gegenwärtigen Niedergang der Ummah geführt haben, auf diesen Punkt eingehen. Wenn man die geistesgeschichtliche Entwicklung der muslimischen Ummah untersucht, stellt man fest, dass die Muslime der ersten drei Generationen den Islam als alleinigen Bezugsrahmen bewahrten. Sie nahmen den Islam so an, wie der Prophet ﷺ es sie gelehrt hatte, indem sie die Wirklichkeit durch einen tiefgehenden und umfassenden Denkprozess prüften. Die islamische Aqida, die durch diesen intellektuellen Prozess aufgebaut wurde, wurde zur Bezugsgrundlage für das Denken der Muslime. Diese Aqida diente als Fundament, auf dem die Sahaba ihr Verständnis der islamischen Regeln und Systeme aufbauten, nach denen sie ihr Leben gestalten sollten.
Therefore, any discussion or research related to the factors resulting in the current decline the Ummah is facing must address this issue. By surveying the intellectual history of the Muslim Ummah, one discovers that Muslims during the first three generations maintained Islam as the sole frame of reference. They adopted Islam the way the Prophet (saaw) instructed them to - by scrutinizing the reality through a deep and comprehensive thinking process. The Islamic Aqeedah, built through this intellectual process, became a reference for the thinking of Muslims. This Aqeedah would serve as the foundation upon which the Sahabah would build their understanding of the Islamic rules and systems to govern their lives with.
Die Muslime waren über diesen Prozess besonders besorgt, und der Prophet ﷺ behielt ihn aufmerksam im Blick und korrigierte jede Abweichung in dieser Vorgehensweise. Er berichtigte die Sahaba umgehend und unterband jedes entstandene Missverständnis, unabhängig von dessen Ausmaß. Zum Beispiel, als der Prophet ﷺ
Muslims were particularly concerned about this process, and the Prophet (saaw) kept a vigilant eye in correcting any diversion in this approach. He would immediately correct the Sahabah and censor any misunderstanding that arose, regardless of its magnitude. For example, when the Prophet (saaw)
Er sagte den Gefährten, dass die Bewohner des Paradieses für das Paradies erschaffen wurden und die Bewohner der Hölle für die Hölle erschaffen wurden. Die Gefährten fragten ihn: „Warum sollten wir dann arbeiten?" Da sagte er ihnen: „Ihr sollt arbeiten, und jeder wird dem entgegengehen, wofür er erschaffen wurde." Bei diesem Vorfall erkannte der Prophet ﷺ einen Fehler in ihrer Denkweise, als die Gefährten ihre Handlungen auf negative Weise mit dem Ghaib in Verbindung brachten, in diesem Fall mit dem, was sie als das Wissen Allahs (SWT) auffassten. Der Prophet ﷺ korrigierte dieses Missverständnis sofort, indem er ihnen erklärte, dass der Muslim seine Handlungen mit dem verbinden solle, was er begreifen und wahrnehmen kann, nämlich dem Hukm Sharii, und nicht mit dem, was er nicht ergründen oder begreifen kann, nämlich dem Ghaib.
told the Sahabah that the people of Jannah were created for the Jannah, and the people of Jahannam were created for Jahannam, the Sahabah asked him, "Then why would we work?" He (saaw) told them, "You should work, and each one will proceed towards what he was created for." In this incident, the Prophet (saaw) detected a problem in their thinking when the Sahabah sought to connect their actions in a negative fashion with the Ghaib, in this case what they perceived as the being the Knowledge of Allah (swt). The Prophet (saaw) immediately corrected this misunderstanding by explaining to them that the Muslim should connect his actions with what he can comprehend and perceive, which is the Hukm Sharii, rather than with what he cannot fathom or comprehend, which is the Ghaib.
Bei einem anderen Vorfall ereignete sich eine Sonnenfinsternis nach dem Tod Ibrahims, des Sohnes des Propheten ﷺ.
In another incident, an eclipse occurred after the death of Ibrahim, the son of the Prophet (saaw).
Einige Leute begannen irrtümlicherweise, das Eintreten der Sonnenfinsternis mit diesem Ereignis in Verbindung zu bringen. Der Prophet ﷺ korrigierte ihr Verständnis sofort, indem er den Menschen erklärte, dass sie keine Naturerscheinung mit dem Verlauf des Lebens in Verbindung bringen sollten, da zwischen beiden keinerlei Zusammenhang bestehe. Er sagte zu den Sahabah: „Sowohl die Sonne als auch der Mond sind Zeichen Allahs, und sie erleiden keine Finsternis wegen der Geburt oder des Todes irgendeines Menschen.“ Dieser Korrekturprozess fand nicht nur zur Zeit des Propheten ﷺ statt, sondern setzte sich auch in der Zeit der Sahabah fort. Es wird überliefert, dass Abu Bakr die Menschen korrigierte, als sie folgenden Vers falsch verstanden:
Some people began to mistakenly connect the occurrence of the eclipse to this incident. The Prophet (saaw) immediately corrected their understanding by explaining to the people that they should not connect any natural phenomenon with the process of life and because there is no relationship between the two. He told the Sahabah, "Both the sun and the moon are signs of Allah, and they do not have their eclipse due to the birth or death of any individual." This correction process did not just happen during the time of the Prophet (saaw) but also continued during the Era of the Sahabah. It was reported that Abu Bakr corrected the people when they incorrectly understood the following ayah:
„O ihr, die ihr glaubt! Bewahrt euch selbst. Wenn ihr rechtgeleitet seid, kann euch keiner schaden, der irregeht. Zu Allah ist eure Heimkehr, aller Einzelner von euch." [TMQ 5:105].
"O You who believe. Guard your own selves. If you follow guidance, no harm can come to you from those who go astray. The return of all of you is to Allah." [TMQ 5:105].
Einige Menschen haben diesen Vers missverstanden und behauptet, ein Muslim solle nur für sich selbst sorgen und sich um niemand anderen kümmern. Abu Bakr erklärte ihnen, dass der Vers kein Hinweis darauf sei, das Gute zu gebieten und das Schlechte zu verbieten (Amr bil-Ma'ruf wa nahy anil-Munkar) einzustellen. Vielmehr befiehlt der Vers den Muslimen, solchen Menschen nicht zu folgen, die Fehler begehen. Der Vers erwähnt weiter, dass die Fehler solcher Personen den Muslimen nicht schaden werden, es sei denn, sie folgen ihnen und begehen dieselben Fehler. Abu Bakr führte nach der Erklärung der richtigen Bedeutung des Verses auch einen Hadith an, in dem der Prophet ﷺ sagte:
Some people misunderstood this ayah to claim that a Muslim should care only for himself and not have any concern for others. Abu Bakr explained to them that the ayah is not an indication to stop enjoining the good and forbidding the evil (Amr bil-Ma'ruf wa nahy anil-Munkar). Instead, the ayah is ordering the Muslims not to follow such persons who commit mistakes. The ayah further mentions that the mistakes committed by such individuals will not harm the Muslims unless they follow them and commit the same mistakes. Abu Bakr, after explaining the ayah's correct meaning, also quoted a hadith in which the Prophet (saaw) said:
„Du wirst weiterhin das Gebieten des Rechten und das Verbieten des Verwerflichen ausüben und du wirst den Unterdrücker weiterhin zur Rechenschaft ziehen und ihn zwingen, mit seiner Unterdrückung aufzuhören. Andernfalls wird Allah eine Strafe senden, und du wirst zu Allah Du'a erheben, aber dein Du'a wird nicht erhört werden." In einem anderen Vorfall rezitierte Umar ibn al-Khattab den Vers:
"You will continue performing Amr bil- Ma'ruf wa nahy anil-Munkar, and you will continue to hold the oppressor accountable and force him to cease his oppression. Otherwise, Allah will send a punishment, and you will make Du'a to Allah but your Du'a will not be answered." In another incident, Umar ibn al Khattab was reciting the ayah:
„und Früchte und Gras.“ [TMQ 80:31] Ein Sahabi fragte ihn: „Was ist dieses ‚Gras‘?“ Umar bemerkte, dass er nach etwas fragte, das mit dem Ghaib zusammenhängt, und wies ihn an, dies nicht zu tun, und sich mit der allgemeinen Bedeutung des Ayahs zu begnügen, das die Gaben des Jannah beschreibt. Außerdem erkannte Umar, dass die allgemeine Bedeutung des Textes klar ist und verstanden werden kann, ohne die Bedeutung des Wortes „abba“ zu kennen. Ein weiteres Beispiel, das diesen Korrekturprozess veranschaulicht, ereignete sich, als die Muslime in der Schlacht am Yarmuk auf die Römer trafen. Ein Muslim, der von der Zahl der römischen Armee überwältigt war, sagte: „Die Araber sind zu wenige und die Römer zu viele. Wie groß die Römer sind und wie klein die Araber.“ Khalid ibn al-Walid erwiderte: „Du solltest sagen: ‚Wie groß die Muslime sind und wie klein die Römer‘, denn die Kämpfer werden durch den Sieg groß und durch die Niederlage klein.“ In diesem Vorfall korrigierte Khalid die gesamten Maßstäbe des Kräfteverhältnisses zwischen Armeen und erklärte jenem Mann, dass die Größe einer Armee an ihren Siegen und nicht an ihrer Zahl gemessen werden sollte.
"and fruits and abba." [TMQ 80:31] A sahabi asked him, "What is this 'abba'?" Umar noticed that he was asking about something related to the Ghaib and instructed him not to do so and to be content with the ayah's general meaning of describing the bounties of the Jannah. Also, Umar realized that the general meaning of the text is clear and can be understood without understanding the meaning of the word "abba." Another example which illustrates this corrective process occurred when the Muslims faced the Romans in the Battle of Yarmuk. A Muslim who was overwhelmed by the numbers of the Roman Army stated, "Arabs are too little and Romans are too many. How great the Romans are and how little the Arabs are." Khalid ibn al-Walid replied, "You should say, 'How great Muslims are and how little the Romans are,' since the soldiers will be great by the victory and will be little by the defeat." In this incident, Khalid corrected the entire criteria of the balance of power between armies, and explained to that individual that the measure of an army's greatness should be based on its victories and not on its size.
Diese Beispiele zeigen, dass dem Propheten ﷺ sowie den Sahaba nach ihm der Denkprozess sehr am Herzen lag. Sie korrigierten das Missverständnis eines bestimmten Begriffs und zugleich die Denkweise jedes Einzelnen, bei dem eine Korrektur nötig war. Daher bemühten sich die Muslime stets, jede fremde Vorstellung aus dem Islam fernzuhalten, um das richtige Verständnis des Islam zu bewahren und die Möglichkeit jeder Abweichung auszuschließen. Die Muslime achteten sorgfältig darauf, ihre Sichtweise auf das Leben zu wahren, ebenso ihr Verständnis der Aqida, der islamischen Gedanken und Regeln sowie den Mechanismus, durch den sie den Islam verstanden.
These examples illustrate that the Prophet (saaw) as well as the Sahabah after him were very concerned about the thinking process. They would correct the misunderstanding of a certain concept in addition to addressing the way of thinking of anyone whom they needed correction. Therefore, Muslims always strove to eliminate any alien idea from Islam in order to preserve the correct understanding of Islam and eliminate the possibility of any divergence emerging. Muslims paid careful attention towards maintaining their point of view towards the life in addition to preserving their understanding of the Aqeedah, the Islamic thoughts and rules, and the mechanism through which they understood Islam.
Doch in der dritten Generation begannen sich in der Denkweise mancher Muslime Abweichungen abzuzeichnen, als sie fremde Ideen in ihr Denken aufnahmen. Infolgedessen verschlechterte sich das Verständnis des Islam unter den Muslimen allmählich. Obwohl von Muslimen erwartet wird, ein hohes Maß an Verständnis zu bewahren, versagten sie darin aufgrund einer Häufung mehrerer Faktoren. Die drei bedeutendsten Faktoren, die zum Niedergang des Denkens unter den Muslimen beitrugen, waren: die griechische Philosophie, die orientalischen bzw. östlichen Philosophien und die jüngste intellektuelle Invasion des Westens.
However, by the third generation, patterns of divergence began to appear in the thinking of some Muslims when they incorporated some alien ideas into their thinking. Consequently, the understanding of Islam among Muslims gradually deteriorated. Even though Muslims are expected to maintain a high level of understanding, they failed to do so as a result of an accumulation of several factors. The three most significant factors which contributed to the decline of the thinking among Muslims were: Greek Philosophy, the Oriental or Eastern Philosophies, and the recent Western intellectual invasion.
Griechische Philosophie
Greek Philosophy
Die griechische Philosophie kann als eine bestimmte Lebensanschauung betrachtet werden, da sie über eine Aqeedah sowie über bestimmte grundlegende Gedanken verfügt, die allesamt eine eigenständige, auf Logik beruhende Denkweise hervorbringen.
Greek philosophy can be considered a specific outlook toward life since it has an Aqeedah as well as certain key fundamental thoughts, all of which produce a unique way of thinking based upon logic.
Diese Philosophie wurde den Muslimen auf zwei Wegen vermittelt: durch die Christen, die unter der islamischen Herrschaft lebten, und durch die Übersetzungsbewegung. Die Christen, die von Muslimen regiert wurden, waren bereits mit der griechischen Philosophie vertraut, weil das Christentum jeglicher rationaler Gedanken und Konzepte entbehrte und daher keine Grundlage bilden konnte, auf der sich substanzielle Gedanken aufbauen ließen. Aufgrund dieses Mangels wandten sich die Christen der griechischen Philosophie und Logik zu, um ihr Denksystem zu gestalten. Leider ließen sich auch einige Muslime vom griechischen Denken beeinflussen; sie begannen, die griechische Philosophie zu studieren, in der Annahme, dies werde es ihnen ermöglichen, den Christen intellektuell mit denselben Werkzeugen entgegenzutreten.
This philosophy was exposed to Muslims through two channels: The Christians living under the Islamic State, and the Translation movement. The Christians who were ruled by Muslims were already equipped with the Greek philosophy because Christianity became devoid of any rational thoughts and concepts and, therefore, could not be considered as an basis for building any substantial thoughts upon. Due to this deficiency, the Christians began to look towards Greek philosophy and logic in order to their system of thoughts. Unfortunately, some Muslims were influenced by the Greek thoughts as well, and they began studying Greek philosophy, thinking that doing so would enable them to intellectually face the Christians with the same tools.
Sie erkannten nicht, dass die Beschäftigung mit der griechischen Philosophie sie dazu bringen würde, von ihr beeinflusst zu werden.
They failed to realize that delving into Greek philosophy would lead them to be influenced by it.
Die Muslime verstanden nicht, dass jede Denkweise durch eine eigene Aqida bestimmt wird, und dass jemand, der eine Denkweise übernimmt, letztlich von der Aqida beeinflusst wird, die diese Denkweise hervorgebracht hat.
The Muslims did not understand that any way of thinking is defined by a unique Aqeedah, which will result in the person adopting any way of thinking to ultimately be influence by the Aqeedah which shaped such a way of thinking.
Östliche Philosophien
Eastern Philosophies
Zwei der bedeutendsten östlichen Philosophien, die die Muslime beeinflussten, waren die indische und die persische Philosophie. Viele Perser und Hindus wurden Muslime, doch sie versuchten, ihre alten Vorstellungen mit den neuen islamischen Gedanken, die sie übernommen hatten, in Einklang zu bringen. Schließlich wurden viele ihrer Philosophien und ihre Literatur ins Arabische übersetzt, und infolgedessen verbreiteten sich unter den Muslimen zahlreiche ihrer Konzepte, etwa der Brahmanismus, der Dualismus und die Lehren des Mazdak. Ketzer (Zanadiqah)
Two of the most significant Eastern philosophies that influenced Muslims were the Indian and the Persian philosophies. Many Persians and Hindus became Muslims, but they attempted to reconcile between their old thoughts and the new Islamic thoughts they adopted. Eventually, many of their philosophies and literature was translated into Arabic, and as a result, many of their concepts, such as Brahmanism, Dualism, and the ideas of Mazdak, spread among Muslims. Heretics (Zanadiqah)
...erschienen zum ersten Mal in der muslimischen Geschichte, wobei einige die kommunistischen Lehren des Mazduk verbreiteten,2 andere den Brahmanismus3 förderten, der auf der Vorstellung gründet, den Körper zu quälen, um den geistigen Aspekt zu erhöhen. Neben einzelnen Personen entstanden ganze Sekten, deren Grundlage und Aufbau die Grenzen des Islam überschritten, darunter die Karamiten und die Hashashin (Assassinen).
emerged for the first time in Muslim history, some propagating the Communistic teachings of Mazduk,2 while others promoting Brahmanism,3 which is rooted in the notion of torturing the body in order to elevate the spiritual aspect. In addition to individuals, entire sects whose foundation and structure exceeded the boundaries of Islam emerged, among them the Karamitah and Hashashin (Assassins).
Die rasche Verbreitung des Sufismus unter den Muslimen war eines der deutlichsten Ergebnisse der östlichen Philosophien. Der Sufismus begann als Aufruf an die Muslime, sich von weltlichen Angelegenheiten wie finanziellen und politischen Fragen sowie von materiellen Genüssen zu lösen und sich allein auf das Jenseits zu konzentrieren.
The rapid spread of Sufism among Muslims was one of the most evident products of the Eastern philosophies. Sufism began as a call for Muslims to detach themselves from the worldly issues, such as financial and political affairs and material enjoyments, and to focus solely on the Hereafter.
Jedoch übernahm der Sufismus später viele fremde Ideen, etwa aus dem Brahmanismus, der Inkarnationslehre und dem Dualismus. Seitdem entwickelte sich der Sufismus von einem Aufruf, die Menschen von den Angelegenheiten des Lebens zu lösen, zu einer umfassenden Philosophie mit eigenen Ideen, Symbolen, Denkweisen, Ordnung, Literatur und Dichtung. Das sufische Denken zeichnete sich durch den Gebrauch eigener Symbole und Ausdrucksweisen aus, die niemand außer den Sufis selbst verstehen konnte. So behaupteten die Sufis zum Beispiel, jeder Vers oder jeder Hadith habe zwei Bedeutungen: eine, die von den einfachen Menschen verstanden wird (die offensichtliche Bedeutung), und die batinische (verborgene) Bedeutung, die nur sie selbst verstehen können. Sie begründeten diese Haltung damit, dass ihnen alles infolge bestimmter Praktiken und Akte der Hingabe, die sie vollzogen, enthüllt worden sei. Im Folgenden einige Beispiele von Versen mit den batinischen Bedeutungen, die die Sufis ihnen zuschrieben: Allah (SWT) sagt: „Er hat die beiden Meere freigelassen, die zusammenströmen; zwischen ihnen ist eine Schranke, die keines von beiden überschreitet." [] Ibn Arabi, ein bedeutender Sufi, äußerte sich zu diesem Vers wie folgt: „Die beiden Meere (das Salzwassermeer und das Süßwassermeer) beziehen sich jeweils auf den physischen Körper und den Geist, und sie treffen sich im menschlichen Dasein."
Die westliche intellektuelle Invasion
The Western Intellectual Invasion
Während sich die Muslime in einem Zustand intellektuellen Niedergangs befanden, begann Europa, sich als neue intellektuelle Macht in der Welt zu erheben. In dieser Zeit erlebte Europa die Renaissance, aus der der Kapitalismus als neue Ideologie hervorging. Die kapitalistische Ideologie hatte als Grundlage das säkulare Glaubensbekenntnis, das das Verhältnis zwischen Kirche und Staat bestimmte. Denker wie Hobbes und Rousseau begannen, die neu entstehenden Konzepte von Demokratie, Freiheit, Individualismus und Liberalität zu verbreiten. Parallel zur intellektuellen Entwicklung entstand die wissenschaftliche Denkweise, die Europa annahm. All diese intellektuellen Entwicklungen führten Europa in die Industrielle Revolution. Mit dem Aufkommen der kapitalistischen Ideologie und der Industriellen Revolution trat der Westen als neue intellektuelle und materielle Kraft in der Welt hervor.
While Muslims were experiencing a state of intellectual decline, Europe began to emerge as a new intellectual power in the world. During this time, Europe experienced the Renaissance, which resulted in the emergence of Capitalism as a new ideology. The Capitalist ideology had as its foundation the Secular creed which defined the relationship between Church and State. Thinkers such as Hobbs and Rosseau began propagating the newly-emerging concepts of Democracy, Freedom, Individualism, and Liberty. Parallel to the intellectual development was the emergence of the scientific way of thinking, which Europe embraced. All of these intellectual developments ushered Europe into the Industrial Revolution. With the emergence of the Capitalist ideology and the Industrial Revolution, the West emerged as a new intellectual and material force in the world.
Die Muslime, zufrieden mit ihrer militärischen Überlegenheit, waren entweder unwissend oder gleichgültig gegenüber den tiefgreifenden Veränderungen, die sich in weiten Teilen Europas vollzogen. Diese Zufriedenheit wurde durch ihren Glauben verstärkt, dass der Islam nicht besiegt werden könne, durch die lange Geschichte, die der Islamische Staat als erster Staat der Welt über ein Jahrtausend lang genoss, und durch ihre Fähigkeit, sowohl die Kreuzfahrer als auch die Mongolen zu besiegen. Zusätzlich verstärkt wurde dieses Gefühl der Zufriedenheit durch die Tatsache, dass die Muslime in der Lage waren, über Europa hinwegzufegen und schließlich bis ins Zentrum Frankreichs und nach Wien vorzudringen.
Muslims, content with their military superiority, were either unaware or heedless of the sweeping changes which were occurring throughout most of Europe. This contentment was further strengthened by their belief that Islam could not be conquered, the long history the Islamic State enjoyed as the First State in the world for a millennium, and their ability to defeat both the Crusaders and the Moguls. Further adding to this feeling of contentment was the fact that the Muslims were able to sweep across Europe, ultimately reaching Central France and Vienna.
1 Allah (swt) sagt:
1 Allah (swt) says:
„Wahrlich, Sein Befehl ist, wenn Er etwas will, nur, dass Er zu ihm sagt: „Sei!", und es ist."{TMQ 36:82}
"Verily, His Command, when He intends a thing, is only that He says to that thing, 'Be,' and it is."[TMQ 36:82].
Mazduk war ein zoroastrischer Hochpriester im Persien des 5. Jahrhunderts, der auch als zoroastrischer Philosoph weithin bekannt war.
2 Mazduk was a Zorastrian high priest in 5th century Persia who was also well-known as a Zorastrian philosopher.
3 Der Brahmanismus behauptet, dass der Mensch aus zwei einander widerstreitenden Elementen zusammengesetzt sei: dem materiellen und dem geistigen Bestandteil.
3 Brahmanism claims that man is composed of two antagonistic elements: The material and spiritual components.
Weil sie einander entgegengesetzt sind, müsste man sich materiell entbehren, um sich geistig zu erheben, bis man einen Zustand geistiger Vollkommenheit erreicht, den seine Anhänger den Zustand des „Nirvana" nannten. 4 Die Briten waren eifrig darauf bedacht, Gelehrte anzuwerben, um ihre Pläne für die muslimische Welt umzusetzen. Ein Beispiel für die engen Verbindungen Großbritanniens zu solchen Gelehrten ist, dass der Khalifah die Anwesenheit Muhammad Abduhs in Istanbul verlangte.
Because they are antagonistic, one would have to deprive himself materially in order to elevate himself spiritually, until reaching a state of spiritual perfection which its adherents termed the state of "Nirvana." 4 The British were keen in recruiting scholars in order to carry out their plans for the Muslim world. An example of Britain's close ties with such scholars is when the Khalifah requested Muhammad Abdu's presence in Istanbul.
Muhammad Abduh, besorgt um seine Sicherheit, reiste nach Istanbul und wohnte als Gast des britischen Konsulats, das erheblichen Druck auf den Khalifen ausübte, um Abduhs Sicherheit zu gewährleisten.
Muhammad Abdu, fearful for his security, traveled to Istanbul and resided as a guest of the British Consulate, which exerted considerable pressure upon the Khalifah to secure Abdu's safety.
5 Die Debatte in diesem Punkt hat nichts damit zu tun, ob der zu übernehmende (oder abzulehnende) Gegenstand mit dem Islam übereinstimmt oder ihm ähnelt. Muslimen ist befohlen, nur die scharʿi-Regeln zu übernehmen, sich daran zu halten und sich nur danach zu richten, die aus einem gültigen islamischen Text abgeleitet sind. Eine Regel, die nicht aus einem Text abgeleitet ist, kann nicht übernommen werden, selbst wenn sie dem Islam ähnlich zu sein scheint. Den Muslimen ist es untersagt, irgendeine kufr-Gesetzgebung zu übernehmen, selbst wenn eine solche Gesetzgebung an einer Stelle nicht im Widerspruch zum Islam steht.