9 Wirtschaft
9 Economy
53. Das wirtschaftliche Problem ist nicht die Armut des Landes, sondern die Armut der Einzelnen. Oder anders ausgedrückt: Das wirtschaftliche Problem ist die Verteilung des Reichtums und nicht die Erzeugung des Reichtums. Ist ein Land arm, wird sein Problem dadurch gelöst, dass man daran arbeitet, die Produktion zu steigern, durch Ausweitung oder durch Zusammenschluss mit anderen Ländern. Das Vorhandensein des Problems der Armut in einem Land ist nicht unvermeidlich. Es kann auftreten, wie in armen Ländern, und es kann ausbleiben, wie in reichen Ländern. Es hängt nicht mit der Lebensanschauung zusammen, und es unterscheidet sich auch nicht je nach Völkern und Nationen; außerdem erzeugt es keine Probleme innerhalb der Bevölkerung. Anders verhält es sich mit dem Problem der Armut des Einzelnen: Dieses wird mit Sicherheit auftreten. Denn es wird in der Gesellschaft unweigerlich Behinderte und Faule geben, neben anderen, die durch Unfälle behindert wurden; all diese und Ähnliche werden zwangsläufig in der Gesellschaft existieren. Darüber hinaus ist der Besitz ein Trieb, und der Wettbewerb zwischen den Menschen um mehr Besitz wird in der Gesellschaft unweigerlich entstehen. Somit ist die Armut Einzelner in der Gesellschaft etwas, das nicht vermieden werden kann. Es ist ein unvermeidliches Problem, das einer Lösung bedarf. Dieses Problem hängt auch mit der Lebensanschauung zusammen, die von Volk zu Volk und von Nation zu Nation verschieden ist. So gibt es Menschen, die meinen, die Belohnung solle sich nach der Anstrengung richten; daher sei es gerecht, dass derjenige arm ist, der nichts hervorbringt. Es gibt aber auch Menschen, die es für Ungerechtigkeit halten, dass dem Behinderten das Recht auf Leben vorenthalten wird, selbst wenn seine Unfähigkeit eine natürliche Beeinträchtigung ist oder ihm etwas widerfahren ist, das außerhalb seiner Kontrolle lag und ihn daran hindert, etwas zu verdienen. Daher verlangt die Gerechtigkeit, dass sein Lebensunterhalt gesichert wird. Der Wettbewerb im Leben um Lebensunterhalt und Geld ist natürlich. Ein solcher Wettbewerb erzeugt Probleme innerhalb der Bevölkerung, die einer Lösung bedürfen. Dies zeigt, dass das Problem, das einer Lösung bedarf, das Problem der Armut der Einzelnen ist, nicht die Armut des Landes. Die Lösung der individuellen Armut löst die Armut des Landes. Somit liegt das Problem in der Verteilung und nicht in der Produktion.