Der triumphierende Glaube
The Faith Triumphant
„Werdet nicht mutlos und trauert nicht; ihr werdet die Oberhand behalten, wenn ihr Gläubige seid." (3:139)
"Do not be dejected nor grieve. You shall be the uppermost if you are Believers." (3: 139)
Der erste Gedanke, der einem beim Lesen dieses Verses kommt, ist, dass er sich auf die Form des Dschihad bezieht, die im eigentlichen Kampf besteht; doch der Geist dieser Botschaft und ihre Anwendung mit ihren vielfältigen Implikationen sind größer und weiter als dieser einzelne Aspekt. Tatsächlich beschreibt er jene immerwährende Geisteshaltung, die das Bewusstsein des Gläubigen, seine Gedanken, seine Einschätzungen von Dingen, Ereignissen, Werten und Personen beseelen sollte.
The first thought which comes to mind on reading this verse is that it relates to the form of Jihaad which is actual fighting; but the spirit of this message and its application, with its manifold implications, is greater and wider than this particular aspect. Indeed, it describes that eternal state of mind which ought to inspire the Believer's consciousness, his thoughts, his estimates of things, events, values and persons.
Er beschreibt einen triumphalen Zustand, der im Herzen des Gläubigen angesichts aller Dinge, aller Umstände, aller Maßstäbe und aller Menschen unerschütterlich bestehen bleiben soll: die Überlegenheit des Glaubens und sein Wert über allen Werten, die aus einer anderen Quelle stammen als der Quelle des Glaubens.
It describes a triumphant state which should remain fixed in the Believer's heart in the face of every thing, every condition, every standard and every person; the superiority of the Faith and its value above all values which are derived from a source other than the source of the Faith.
Es bedeutet, über all den Mächten der Erde zu stehen, die vom Weg des Glaubens abgewichen sind, über all den Werten der Erde, die nicht aus der Quelle des Glaubens abgeleitet sind, über all den Sitten der Erde, die nicht von der Färbung des Glaubens gefärbt sind, über all den Gesetzen der Erde, die nicht vom Glauben sanktioniert sind, und über all den Traditionen, die nicht im Glauben ihren Ursprung haben.
It means to be above all the powers of the earth which have deviated from the way of the Faith, above all the values of the earth not derived from the source of the Faith, above all the customs of the earth not colored with the coloring of the Faith, above all the laws of the laws of the earth not sanctioned by the Faith, and above all traditions not originating in the Faith.
Es bedeutet, sich anderen überlegen zu fühlen, sowohl wenn man schwach, wenig zahlreich und arm ist, als auch wenn man stark, zahlreich und reich ist.
It means to feel superior to others when weak, few and poor, as well as when strong, many and rich.
Es bezeichnet den Sinn für Überlegenheit, der sich vor keiner aufrührerischen Macht beugt, vor keinem gesellschaftlichen Brauch und keiner irrigen Überlieferung, vor keinem Verhalten, das bei den Menschen beliebt sein mag, im Glauben jedoch keine Autorität besitzt.
It means the sense of supremacy which does not give in before any rebellious force, before any social custom and erroneous tradition, before any behavior which may be popular among people but which has no authority in the Faith.
Standhaftigkeit und Stärke auf dem Schlachtfeld sind nur eine Ausdrucksform unter vielen des siegreichen Geistes, der in dieser Aussage Gottes, des Allmächtigen, enthalten ist.
Steadfastness and strength on the battlefield are but one expression among many of the triumphant spirit which is included in this statement of Almighty God.
Die Überlegenheit durch den Glauben ist kein bloßer einzelner Willensakt, keine vorübergehende Euphorie und keine augenblickliche Leidenschaft, sondern ein Gefühl der Überlegenheit, das auf der dauerhaften Wahrheit gründet, die im Wesen des Daseins selbst verankert ist.
The superiority through faith is not a mere single act of will nor a passing euphoria nor a momentary passion, but is a sense of superiority based on the permanent truth centered in the very nature of existence.
Diese ewige Wahrheit steht über der Logik der Gewalt, dem Begriff der Umwelt, der Terminologie der Gesellschaft und den Gebräuchen der Menschen, so wie sie ja mit dem lebendigen Gott verbunden ist, Der nicht stirbt.
This eternal truth is above the logic of force, the concept of environment, the terminology of society, and the customs of people, as indeed it is joined with the Living God Who does not die.
Eine Gesellschaft hat eine herrschende Logik und eine vorherrschende Denkweise. Ihr Druck ist stark, und ihre Last liegt schwer auf jedem, der nicht durch ein einflussreiches Mitglied der Gesellschaft geschützt ist oder der sie ohne eine starke Macht herausfordert.
A society has a governing logic and a common mode, its pressure is strong and its weight heavy on anyone who is not protected by some powerful member of the society or who challenges it without a strong force.
Anerkannte Konzepte und gängige Ideen haben ein Klima eigener Art, und es ist schwer, sich von ihnen zu befreien, ohne ein tiefes Gespür für die Wahrheit, in deren Licht all diese Konzepte und Ideen zu nichts zusammenschrumpfen, und ohne die Hilfe einer Quelle, die dem Ursprung dieser Konzepte und Ideen überlegen, größer und stärker ist.
Accepted concepts and current ideas have a climate of their own, and it is difficult to get rid of them without a deep sense of truth, in the light of which all these concepts and ideas shrink to nothingness, and without the help of a source which is superior, greater and stronger than the source of these concepts and ideas.
Wer sich gegen die Richtung der Gesellschaft stellt – gegen ihre herrschende Logik, ihre gewöhnliche Lebensweise, ihre Werte und Maßstäbe, ihre Ideen und Begriffe, gegen ihren Irrtum und ihre Abweichungen –, wird sich als Fremder wiederfinden, ebenso hilflos, es sei denn, seine Autorität stammt aus einer Quelle, die mächtiger ist als die Menschen, beständiger als die Erde und edler als das Leben.
The person who takes a stand against the direction of the society - its governing logic, its common mode, its values and standards, its ideas and concepts, its error and deviations -will find himself a stranger, as well as helpless, unless his authority comes from a source which is more powerful than the people, more permanent than the earth, and nobler than life.
Tatsächlich lässt Gott den Gläubigen angesichts der Unterdrückung nicht allein, damit er unter ihrer Last winselt, Niedergeschlagenheit und Kummer erleidet, sondern befreit ihn von all dem mit der Botschaft:
Indeed, God does not leave the Believer alone in the face of oppression to whimper under its weight, to suffer dejection and grief, but relieves him of all this with the message:
„Werdet nicht mutlos und trauert nicht; ihr werdet die Oberhand behalten, wenn ihr gläubig seid." (13:139)
"Do not be dejected nor grieve; you shall be the uppermost if you are Believers." (13:139)
Diese Botschaft befreit ihn sowohl von Niedergeschlagenheit als auch von Kummer, wobei diese beiden Empfindungen für einen Menschen in dieser Lage natürlich sind. Sie befreit ihn von beiden nicht nur durch Geduld und Standhaftigkeit, sondern auch durch ein Gefühl der Erhabenheit, von dessen Höhe aus die Macht der Unterdrückung, die herrschenden Werte, die gegenwärtigen Vorstellungen, die Maßstäbe, die Regeln, die Sitten und Gewohnheiten sowie die in Irrtum verstrickten Menschen allesamt niedrig erscheinen.
This message relieves him from both dejection and grief, these two feelings being natural for a human being in this situation. It relieves him of both, not merely through patience and steadfastness, but also through a sense of superiority from whose heights the power of oppression, the dominant values, the current concepts, the standards, the rules, the customs and habits, and the people steeped in error, all seem low.
Tatsächlich ist der Gläubige überlegen – überlegen aufgrund der Autorität, die hinter ihm steht, und seiner Quelle der Rechtleitung. Was soll man dann über diese Erde sagen, was über die Menschen, was über die vorherrschenden Werte der Welt, die Maßstäbe, die unter den Menschen gelten, wo er doch von Gott inspiriert wird, sich zu Gott um Rechtleitung wendet und auf Seinem Weg wandelt?
Indeed, the Believer is uppermost-uppermost on the basis of the authority which is behind him and his source of guidance. Then, what is to be said of this earth, what of the people, what of the dominant values of the world, the standards current among people, while he is inspired by God, returns to God for guidance, and travels on His path?
Der Gläubige ist in seinem Verständnis und in seiner Vorstellung von der Natur der Welt am höchsten entwickelt, denn der Glaube an den einen Gott in der Form, die ihm durch den Islam zuteilgeworden ist, ist die vollkommenste Form des Verstehens, die größte Wahrheit. Das Weltbild, das dieser Glaube entwirft, steht weit über den Bergen von Konzepten, Überzeugungen und Religionen; es wird weder von den großen Philosophen, ob alt oder modern, erreicht, noch von Götzendienern oder den Anhängern verfälschter Schriften erlangt, noch von den niederen Materialisten erahnt. Dieses Bild ist so hell, klar, schön und ausgewogen, dass die Herrlichkeit des islamischen Glaubens wie nie zuvor strahlt. Und zweifellos sind jene, die dieses Wissen erfasst haben, allen anderen überlegen. [Siehe das Kapitel „Teeh wa rukam“ in dem Buch „Khasais al- Tasawwar al-Islami wa Muqawwimatuhu“ des Verfassers.] Der Gläubige ist in seinen Werten und Maßstäben am höchsten entwickelt, mit denen er das Leben, Ereignisse, Dinge und Personen misst. Die Quelle seines Glaubens ist die Erkenntnis Gottes und Seiner Eigenschaften, wie sie der Islam beschreibt, sowie die Kenntnis der Wirklichkeiten, die im gesamten Universum herrschen, und nicht nur auf der kleinen Erde.
The Believer is most superior in his understanding and his concept of the nature of the world, for the belief in One God, in the form which has come to him from Islam, is the most perfect form of understanding, the greatest truth. The picture of the world which this Faith presents is far above the heaps of concepts, beliefs and religions, and is not reached by any great philosophers, ancient or modern, nor attained by idolaters or the followers of distorted scriptures, nor approached by the base materialists. This picture is so bright, clear, beautiful and balanced that the glory of the Islamic belief shines forth as never before. And without doubt those who have grasped this knowledge are superior to all others. [See the chapter "Teeh wa rukam." in the book, "Khasais al- Tasawwar al-Islami wa Muqawwimatuhu", by the author.] The Believer is most superior in his values and standards, by means of which he measures life, events, things and persons. The source of his belief is the knowledge of God and His attributes as described by Islam, and the knowledge of the realities prevalent in the universe at large, not merely on the small earth.
Dieser Glaube mit seiner Erhabenheit verschafft dem Gläubigen Werte, die den mangelhaften Maßstäben überlegen und fester sind als jene, die von Menschen geschaffen wurden, welche nichts wissen außer dem, was unter ihren Füßen liegt. Sie können sich nicht einmal innerhalb derselben Generation auf denselben Maßstab einigen; ja, selbst ein und dieselbe Person wechselt ihren Maßstab von Augenblick zu Augenblick.
This belief with its grandeur provides the Believer with values which are superior to and firmer than the defective standards made by men, who do not know anything except what is under their feet. They do not agree on the same standard within the same generation; even the same person changes his standard from moment to moment.
Er ist in seinem Gewissen und seinem Verständnis, in seiner Moral und seinem Benehmen überlegen, da er an Gott glaubt, Der über vortreffliche Namen und Eigenschaften verfügt. Dies allein erzeugt in ihm ein Gefühl von Würde, Reinheit und Sauberkeit, Bescheidenheit und Frömmigkeit sowie den Wunsch nach guten Taten und danach, ein rechtgeleiteter Stellvertreter Gottes auf Erden zu sein. Darüber hinaus gibt ihm dieser Glaube die Gewissheit, dass die Belohnung im Jenseits liegt, eine Belohnung, angesichts derer die Mühsal der Welt und all ihre Sorgen unbedeutend werden. Das Herz des Gläubigen ist damit zufrieden, auch wenn er durch dieses Leben gehen mag, ohne offensichtlichen Erfolg zu haben.
He is most superior in his conscience and understanding, in his morals and manners, as he believes in God Who has excellent names and attributes. This by itself creates in him a sense of dignity, purity and cleanliness, modesty and piety, and a desire for good deeds, and of being a rightly-guided representative of God on earth. Furthermore, this belief gives him the assurance that the reward is in the Hereafter, the reward before which the troubles of the world and all its sorrows become insignificant. The heart of the Believer is content with it, although he may pass through this life without apparent success.
Und er ist in seinem Gesetz und seiner Lebensordnung der Überlegene. Wenn der Gläubige das überblickt, was irgendein Mensch, ob alt oder modern, je erkannt hat, und es mit seinem eigenen Gesetz und seiner eigenen Ordnung vergleicht, erkennt er, dass all dies wie das Spielzeug von Kindern oder das Tasten von Blinden ist im Vergleich mit dem vollkommenen System und dem vollständigen Gesetz des Islam. Und wenn er von seiner Höhe aus mit Mitgefühl und Anteilnahme auf die irrende Menschheit blickt, auf ihre Hilflosigkeit und ihren Irrtum, findet er in seinem Herzen nichts außer einem Gefühl des Triumphes über Irrtum und Unsinn.
And he is most superior in his law and system of life. When the Believer scans whatever man, ancient or modern, has known, and compares it with his own law and system, he realizes that all this is like the playthings of children or the searchings of blind men in comparison with the perfect system and the complete law of Islam. And when he looks from his height at erring mankind with compassion and sympathy at its helplessness and error, he finds nothing in his heart except a sense of triumph over error and nonsense.
Dies war die Haltung der frühen Muslime gegenüber den leeren Ausdrücken von Prunk und Macht sowie gegenüber den Traditionen, die die Menschen der Zeit der Unwissenheit (Dschahiliyya) versklavt hatten. Unwissenheit ist nicht an eine bestimmte Epoche gebunden, sondern ist ein Zustand, der immer dann wiederkehrt, wenn Menschen vom Weg des Islam abweichen, sei es in der Vergangenheit, in der Gegenwart oder in der Zukunft.
This was the attitude of the early Muslims toward the hollow expressions of pomp and power and the traditions which had enslaved the people of the Days of Ignorance. Ignorance is not limited to any particular age, but is a condition which reappears whenever people deviate from the way of Islam, whether in the past, present or future.
Dies war die Antwort von al-Mughira ibn Shu'ba, als er in dem Lager des berühmten persischen Feldherrn Rustum den Formen, Sitten, Maßstäben und Ausdrucksweisen der Dschahiliyya begegnete.
This was the response of al-Mughira ibn Shtuba when he encountered the forms, manners, standards, and expressions of Jahiliyyah in the camp of Rustum, the famous Persian general.
Abi Uthman al-Nahdi berichtet: Als al-Mughira die Brücke überquerte und das persische Heer erreichte, ließ man ihn Platz nehmen und bat Rustum um die Erlaubnis zur Audienz. Trotz ihrer Niederlage hatten sie an keiner Form ihres prunkvollen Auftretens etwas geändert. Al-Mughira schritt voran. Die Menschen standen alle in ihren Militäruniformen da, viele trugen Kronen und waren in mit Goldfäden durchwirkte Gewänder gekleidet. Der Boden war dicht mit Teppichen belegt (der Teppich erstreckte sich über dreihundert oder vierhundert Schritte), und diesen musste man durchqueren, um zum Feldherrn zu gelangen. Al-Mughira ging weiter, sein Haar in vier Zöpfe geflochten, stieg auf den Thron und setzte sich neben Rustum. Die Diener sprangen auf ihn zu und zogen ihn herunter. Da sagte er: „Wir hatten gehört, dass ihr ein verständiges Volk seid, doch ich sehe, dass ihr das törichteste Volk seid. Unter den Arabern sind alle gleich, und keiner ist des anderen Sklave, außer wenn jemand auf dem Schlachtfeld gefangen genommen wird. Ich hatte mir vorgestellt, dass ihr einander gleich behandelt, so wie wir es tun. Es wäre besser gewesen, ihr hättet mich darüber informiert, dass einige von euch über andere herrschen, anstatt mich so zu behandeln."
"Abi Uthman al-Nahdi reports: When al-Mughira crossed the bridge and reached the Persian army, they seated him and asked Rustum's permission for an audience. In spite of their defeat, they had not changed any of their show of pomp. Al-Mughira proceeded. The people were all in their military uniforms, many wearing crowns, and clothed in gold-threaded garments. The floor was thickly carpeted (the carpet extending to three hundred or four hundred steps) and was to be traversed to reach the general. Al-Mughira proceeded, his hair braided in four braids, and climbed on the throne and sat beside Rustum. The attendants jumped on him and pulled him down. He then said, 'We had heard that you were a sensible people, but I see that you are the most foolish nation. Among Arabs all are equal and no one is slave to another, except when one is captured on the battlefield. I imagined that you treated each other equally as we do. It would have been better if you had informed me that some of you are lords over others rather than treating me like this.
„Das ist nicht gute Manier, und so handeln wir nicht. Ich bin auf deine Aufforderung hin gekommen und nicht aus eigenem Antrieb. Ich weiß nun, dass deine Lage schwach ist und dass du besiegt werden wirst. Kein Königreich kann mit diesem Charakter und dieser Gesinnung bestehen." Eine ähnliche Haltung zeigte Rab'i ibn 'Amir vor Rustum und dessen Hofleuten vor der Schlacht von al-Qadisiyya.
This IS not good manners, and we do not do it. I have come at your request and not on my own. I know now that your situation is weak and that you will be defeated. No kingdom can survive with this character and mentality." A similar attitude was shown by Rabati bin 'Amer in front of Rustum and his courtiers before the battle of al-Qadisyyah:
Vor der Schlacht von al-Qadisyyah schickte Sa'd bin Waqqas Rab'i bin 'Amir als Gesandten zu Rustum, dem Befehlshaber des persischen Heeres und ihrem Herrscher. Er trat in das Zelt ein, das ganz mit Teppichen ausgelegt und mit Seide und Samt behängt war. Rustum saß auf einem goldenen Thron, gekrönt und mit Edelsteinen und Perlen geschmückt.
"Before the battle of al-Qadisyyah, S'ad bin Waqqas sent Rabatl bin 'Amer as a messenger to Rustum, the commander of the Perslan army and their ruler. He entered the tent which was all carpeted and curtained with silk and velvet. Rustum sat on a golden throne, crowned and wearing precious stones and pearls.
Rabati trat in zerlumpter Kleidung ein, mit einem Schild, auf einem kleinen Pferd sitzend. Eine ganze Strecke lang stieg er nicht von seinem Pferd ab; dann stieg er ab und band das Pferd an ein großes Kissen. Er ging weiter, bewaffnet und behelmt.
Rabati, in tattered clothes, with a shield, sitting on a small horse, entered. He did not alight from his horse for some distance; then he alighted and tied the horse to a large pillow. He proceeded armed and helmeted.
Sie sagten zu ihm: „Leg deine Waffen ab.“ Er antwortete: „Ich bin nicht aus eigenem Antrieb gekommen, sondern auf eure Einladung hin. Wenn es euch nicht gefällt, dann kehre ich um.“ Rustum sagte: „Lasst ihn herankommen.“ Er kam vor, sich auf seinen Speer stützend, und machte Löcher in den Teppich. Rustum fragte ihn: „Zu welchem Zweck seid ihr gekommen?“ Er antwortete: „Gott hat uns gesandt, um jeden, der es wünscht, aus der Knechtschaft gegenüber den Menschen in den Dienst Gottes allein zu führen, aus der Enge dieser Welt in die Weite dieser Welt und des Jenseits, aus der Tyrannei der Religionen in die Gerechtigkeit des Islam.“ (Ibn Kathir: Al-Bidayah wa al-Nihayah)
They said to him: 'Take off your arms'. He replied: 'I have not come on my own but on your request. If you do not like it, then I will go back'. Rustum said: 'Let him come'. He came forward leaning on his spear, making holes in the carpet. Rustum asked him: 'For what purpose you have come?" He replied: 'God has sent us to bring whoever wishes from servitude to men into the service of God alone, from the narrowness of this world into the vastness of this world and the Hereafter, from the tyranny of religions into the justice of Islam". (Ibn Kathir: Al-Bidayah wa al-Nihayah)
Die Umstände ändern sich, der Muslim verliert seine körperliche Stärke und wird besiegt, doch das Bewusstsein verlässt ihn nicht, dass er der Überlegene ist. Bleibt er gläubig, so blickt er auf seinen Eroberer von einer überlegenen Position herab. Er bleibt gewiss, dass dies ein vorübergehender Zustand ist, der vergehen wird, und dass der Glaube das Blatt wenden wird, dem kein Entkommen ist. Selbst wenn der Tod sein Los ist, wird er niemals sein Haupt beugen.
Conditions change, the Muslim loses his physical power and is conquered, yet the consciousness does not depart from him that he is the most superior. If he remains a Believer, he looks upon his conqueror from a superior position. He remains certain that this is a temporary condition which will pass away and that faith will turn the tide from which there is no escape. Even if death is his portion, he will never bow his head.
Der Tod kommt zu allen, doch für ihn gibt es das Märtyrertum. Er wird in den Garten eingehen, während seine Bezwinger ins Feuer gehen. Welch ein Unterschied! Und er hört die Stimme seines großzügigen Herrn:
Death comes to all, but for him there is martyrdom. He will proceed to the Garden, while his conquerors go to the Fire. What a difference! And he hears the voice of his Generous Lord:
„Laß dich nicht täuschen, daß die Ungläubigen im Land umherziehen. Ein kleiner Genuß, und ihre Bleibe ist die Hölle, und welch schlimme Lagerstätte! Denen aber, die ihren Herrn fürchten, gehören Gärten, durch die Flüsse strömen, darin sie ewig bleiben werden – eine Gastfreundschaft von Gott; und was bei Gott ist, das ist das Beste für die Rechtschaffenen."
"Let it not deceive you that the unbelievers walk about in the land. A little respite and their abode is Hell, and what an evil place! But for those who fear their Lord are Gardens through which rivers flow, to abide therein -a hospitality from God; and that which is with God is best for the righteous." (3:196-198)
Die Gesellschaft mag in Begierden versinken, in niedrigen Leidenschaften verharren, sich im Schmutz und Dreck wälzen und dabei glauben, sie genieße Vergnügen und sei frei von Fesseln und Einschränkungen. Eine solche Gesellschaft kann jedes reine Vergnügen verlieren, ja sogar das erlaubte Essen, sodass nichts mehr übrig bleibt außer einem Abfallhaufen oder Schmutz und Schlamm. Der Gläubige blickt von seiner Höhe herab auf die Menschen, die im Dreck und Schlamm versinken. Vielleicht ist er der Einzige; doch er ist weder niedergeschlagen noch betrübt, und sein Herz verlangt nicht danach, seine sauberen und makellosen Kleider abzulegen und sich der Menge anzuschließen. Er bleibt obenan, mit dem Genuss des Glaubens und dem Geschmack des Iman.
The society may be drowned in lusts, steeped in low passions, rolling in filth and dirt, thinking that it has enjoyment and freedom from chains and restrictions. Such a society may become devoid of any clean enjoyment and even of lawful food, and nothing may remain except a rubbish heap, or dirt and mud. The Believer from his height looks at the people drowning in dirt and mud. He may be the only one; yet he is not dejected nor grieved, nor does his heart desire that he take off his neat and immaculate garments and join the crowd. He remains the uppermost with the enjoyment of faith and the taste of belief.
Der Gläubige hält an seiner Religion fest wie der Halter eines kostbaren Edelsteins in einer Gesellschaft, die ohne Religion, ohne Charakter, ohne hohe Werte, ohne edle Umgangsformen und ohne alles, was rein, sauber und schön ist, auskommen will. Die anderen verspotten seine Standhaftigkeit, machen sich über seine Ideen lustig und lachen über seine Werte. Doch das macht den Gläubigen nicht kleinmütig. Er blickt von seiner Höhe auf jene herab, die spotten, verhöhnen und lachen, und er spricht, wie eine der großen Seelen auf dem langen und lichtvollen Pfad des Glaubens, die ihm vorausgegangen sind – Noah (Friede sei mit ihm) –, sagte:
The believer holds on to his religion like the holder of a precious stone in the society devoid of religion, of character, of high values, of noble manners and of whatever is clean, pure and beautiful. The others mock his tenacity, ridicule his ideas, laugh at his values, but this does not make the Believer weak of heart: and he looks from his height at those who mock, ridicule and laugh, and he says, as one of the great souls-those who preceded him on the long and bright path of faith, Noah (peace be on him), said:
„Ihr verspottet uns! Doch wahrlich, wir werden euch verspotten, so wie ihr verspottet." (11:38)
"You ridicule us! Yet indeed we shall ridicule you as you ridicule." (11:38)
Und er sieht das Ende dieses hellen Weges, und ebenso das Ende des dunklen Weges, in den Worten Gottes:
And he sees the end of this bright path, and also the end of the dark path in the words of God:
Die Verbrecher pflegten die Gläubigen auszulachen, ihnen im Vorübergehen zuzuzwinkern und über sie zu scherzen, wenn sie zu ihren Familien zurückkehrten. Wenn sie sie sahen, sagten sie: „Gewiss, diese Leute sind irregeleitet." Dabei waren sie jedoch nicht als Wächter über sie gesandt worden. Heute lachen die Gläubigen über die Ungläubigen und blicken auf sie herab, während sie auf Ruhebänken sitzen. Haben die Ungläubigen den Lohn für das erhalten, was sie zu tun pflegten?" (83:29–36)
"The criminals used to laugh at the Believers, wink at them in passing, and joke about them when they returned to their families. When they saw them, they used to say: "Certainly these people are astray". Yet they were not sent as watchers over them. Today the Believers laugh at the unbelievers, and watch them while sitting on couches. Did the unbelievers get their reward according to what they used to do"? (83:29- 36)
Bevor dies geschah, hat uns der Heilige Qur'an berichtet, was die Ungläubigen zu den Gläubigen sagten:
Before this, the Holy Qur'an told us what the unbelievers said to the Believers:
Und wenn Unsere deutlichen Verse ihnen vorgetragen werden, sagen diejenigen, die ungläubig sind, zu den Gläubigen: „Welche der beiden Parteien ist in der Stellung besser und in der Versammlung ansehnlicher?“ (19:73)
"When Our clear verses are recited to them, the unbelievers say to the Believers: 'Which of the two parties is superior in station, better in assembly?" (19:73)
Welche der beiden Parteien? Die vornehmen Männer, die nicht an Muhammad glauben, oder die Armen, die sich um ihn versammeln? Welche der beiden Parteien? Al-Nadr bin al-Harith und 'Amr bin Hisham und al-Walid bin al-Mughira und Abu Sufyan bin Harb? Oder Bilal und 'Ammar und Khabbab? Wenn der Ruf Muhammads besser gewesen wäre, würden dann nur solche Menschen ihm gefolgt sein, die unter den Quraisch keine Macht oder Stellung hatten und sich an einem so niedrigen Ort wie dem Haus al-Arqams versammelten, während ihre Gegner die Herren von al-Nadwah waren, des großen und ruhmreichen Versammlungssaals, und sie Macht, Autorität und Größe besaßen?
Which of the two parties? The great men who do not believe in Muhammad, or the poor who assemble around him? Which of the two parties? Al-Nadr bin al-Harith and 'Amr bin Hisham and al-Walid bin al- Mughira and Abu Sufyan bin Harb? Or Bilal and 'Ammar and Khabbab? If the call of Muhammad had been better, would only such people have followed him who did not have any power or position among the Quraish, who assembled in such a lowly place as the house of al-Arqam, while their opponents were the lords of al-Nadwah, the great and glorious assembly hall, and they possessed power, authority and grandeur?
Dies ist die Logik dieser Welt, die Logik derer jeder Zeit und jeden Ortes, die die höheren Horizonte nicht zu sehen vermögen. Es ist die Weisheit Gottes, dass der Glaube unabhängig bleibt vom Glanz und Prunk weltlicher Verlockungen, wie der Nähe zum Herrscher, der Gunst der Regierung, der Beliebtheit beim Volk oder der Befriedigung von Begierden. Es gibt nur Bemühen, harte Arbeit, Kampf und Märtyrertum. Wer annehmen kann, der nehme es an, wer in seinem Herzen die Gewissheit hat, dass dies rein um Gottes willen geschieht und nicht um der Menschen willen oder um der Verlockungen und Reize, die den Menschen so lieb sind. Wer Vergnügen und Vorteile begehrt, wer gierig nach Pracht und Schau ist, wer nach Reichtum und Besitz trachtet und den Erwägungen der Menschen Gewicht beimisst, obwohl diese in der Waagschale Gottes leicht wiegen, der halte sich davon fern.
This is the logic of this world, the logic of those of any age or any place who cannot see the higher horizons. It is the wisdom of God that belief remains independent of the glitter and glamour of worldly allurements, such as closeness to the ruler, favor from the government, popularity among the people or the satisfaction of desire. It is only striving, hard work, fighting and martydom. Let him accept it who may accept, who has the certainty in his heart that this is purely for the sake of God and not for the sake of people, or for the allurements and attractions so dear to people. Let him stay away from it who desires pleasures and benefits, and who is greedy for pomp and show, and who is after wealth and possessions, and who gives weight to the considerations of men although these may be light in the balance of God.
Tatsächlich leiht sich der Gläubige seine Werte, Vorstellungen und Maßstäbe nicht von den Menschen, sodass er von deren Urteil abhängig wäre; er nimmt sie von dem Herrn der Menschen, und das genügt ihm. Er folgt nicht den Begierden der Menschen, sodass er mit deren wechselnden Wünschen schwanken müsste; er stützt sich auf die feste Waage der Wahrheit, die nicht schwankt und sich nicht auf eine Seite neigt. Tatsächlich stammt seine Inspiration nicht aus dieser vergänglichen und endlichen Welt; die Eingebung seiner Seele kommt aus den Quellen des Universums. Wie könnte er dann Niedergeschlagenheit in seiner Seele oder Kummer in seinem Herzen finden, während er mit dem Herrn der Menschen, der Waage der Wahrheit und den Quellen des Universums verbunden ist?
Indeed, the Believer does not borrow his values, concepts and standards from people so that he is dependent on the estimation of people; he takes them from the Sustainer of the people, and that is sufficient for him. He does not follow the desires of men so that he has to fluctuate with their changing desires; he depends on the firm balance of the truth which does not fluctuate or lean to one side. Indeed, his inspiration does not come from this passing and finite world; the inspiration of his soul comes from the fountainheads of the universe. Then how can he find dejection in his soul or grief in his heart, while he is linked to the Sustainer of the people, the balance of truth, and the fountainheads of the universe?
Wahrlich, er steht auf der Seite der Wahrheit – und was gibt es jenseits der Wahrheit außer dem Irrtum? Mag der Irrtum Macht haben, mag er seine Trommeln und Banner haben, und mag er seine Scharen und Massen haben; all dies kann nichts an der Wahrheit ändern. Wahrlich, er steht auf der Seite der Wahrheit, und jenseits der Wahrheit gibt es nichts außer dem Irrtum, und der Gläubige kann den Irrtum nicht der Wahrheit vorziehen. Er ist ein Gläubiger, und welche Umstände und welche Lage auch immer herrschen mögen, er kann den Irrtum nicht gegen die Wahrheit eintauschen.
Indeed, he is with the truth - and what is beyond the truth but falsehood? Let falsehood have power, let it have its drums and banners, and let it have its throngs and mobs; all this cannot change anything of the truth. Indeed, he is with the truth, and nothing is beyond the truth except error, and the Believer cannot prefer error to the truth. He is a Believer, and whatever be the conditions and the situation, he cannot exchange error for the truth.
„Unser Herr! Lass unsere Herzen nicht abirren, nachdem Du uns geleitet hast, und schenke uns Barmherzigkeit von Dir; denn Du bist der wahrhaft Schenkende. Unser Herr! Du wirst die Menschen am Tag versammeln, über den kein Zweifel besteht; denn Gott bricht Sein Versprechen nicht." (3:8-9)
"Our Master! Do not let our hearts waver after You have guided us, and bestow on us mercy from Yourself; indeed You are the Bestower. Our Master! You will gather mankind on the Day about which there is no doubt; indeed God does not fail in His promise." (3:8-9)