Verfolgung und Spontaneität
Pursuance And Spontaniety
Wir sagten, dass die Übung (al-mumārasa) die Langsamkeit des Denkens behandelt. Mit anderen Worten, sie behandelt die Spontaneität. Allerdings bedarf die Übung, die die Langsamkeit des Denkens behandelt, der Hinzufügung eines weiteren Faktors, um die Spontaneität zu behandeln. Das liegt daran, dass Spontaneität zwar aus Denken und Intelligenz entsteht, in Wirklichkeit aber auch bei Menschen auftreten kann, die nicht intelligent sind. Oder sie kann bei Menschen vorhanden sein, die weniger Intelligenz besitzen als jene, denen es lediglich an Spontaneität fehlt. Außerdem kann schnelles Denken auftreten, während keine Spontaneität vorhanden ist.
We said pursuance treats slowness of thinking. In other words, it treats spontaniety. However, the pursuance that treats slowness of thinking needs the addition of another factor so as to treat spontaniety. This is because though spontaniety results from thinking and intelligence, in reality it might originate from those who are not intelligent. Or it might be present in those who have less intelligence than those who just lack spontaniety. Moreover, quick thinking might occur while spontaniety does not exist.
Daher ist die Annahme, die Behandlung der Spontaneität lasse sich allein dadurch erreichen, dass man aus dem Streben heraus schnelles Denken erzeugt, übermäßig optimistisch; sie misst dem Streben mehr Gewicht bei, als die Wirklichkeit oder die Menschen zu tragen vermögen. Das Beispiel der Frau, die sich bei Umar ibn al-Khattab ﷺ über ihren Mann beschwerte, ist ein praktischer Beweis dafür. Die Frau kam zu Umar ibn al-Khattab, um sich über ihren Ehemann zu beklagen.
Therefore, to assume that the treatment of spontaniety can occur just by generating quick thinking based on pursuance is overly optimistic, awarding (pursuance) more weight than the reality or the people can afford. The example of the woman’s complaint to Omar bin al-Khattab is a practical evidence of this. The woman came to Omar bin al-Khattab to complain about her husband.
Sie beklagte sich jedoch nicht ausdrücklich. Sie deutete vielmehr etwas an, das derjenige verstehen kann, der über Spontaneität verfügt. Sie sagte zu Omar: „Mein Ehemann steht die Nacht im Gebet und fastet am Tag.“ Omar antwortete ihr: „Was für ein guter Mann dieser Ehemann ist!“ Daraufhin ging sie fort. Einer der Begleiter, der weniger Verstand als Omar und weniger Schnelligkeit im Denken besaß, sagte zu ihm: „Sie hat ihre Klage betont, aber du bist nicht gerecht mit ihr umgegangen.“ Omar fragte ihn: „Wie das?“ Er sagte: „Wenn ihr Mann die ganze Nacht steht und den ganzen Tag fastet, wann soll er sich dann um sie kümmern?“ Omar sagte zu ihm: „Du hast die Wahrheit gesagt.“ Dann versuchte er, die Klage beizulegen. Omar besaß in diesem Fall keine Spontaneität, und seine Schnelligkeit im Denken nützte ihm nichts.
However, she did not complain explicitly. She rather implied what the one who has spontaniety can understand. She said to Omar, “My husband stands the night praying and fasts in the day.” Omar answered her: “What a good man this husband is!” Then she went away. One of the attendants, who had less intelligence than Omar and less speed in thinking, said to him, “She emphasised her complaint but you did not deal fairly with her.” Omar said to him, “How?” He said, “If her husband stands all the night and fasts all the day, when will he tend to her?” Omar said to him, “You said the truth.” Then he tried to settle the complaint. Omar did not have spontaniety in this case and speed of thinking did not benefit him.
Daher ist, obwohl sich die Übung auf die Schnelligkeit des Denkens konzentriert, dann, wenn die Erzeugung von Spontaneität beabsichtigt ist, etwas anderes hinzuzufügen. Dies ist die Erläuterung der Belege, die auf das Vorhandensein von Spontaneität hinweisen. Das, was dargeboten, wiederholt und vielfältig gestaltet wird, erzeugt also schnelles Denken. Wenn es jedoch Spontaneität allein behandelt und nicht die Schnelligkeit des Denkens, so ist es notwendig, ihr eine Erläuterung der dargebotenen Dinge hinzuzufügen, die auf Spontaneität hinweisen, oder solcher Dinge, deren Verständnis das Vorhandensein oder Fehlen von Spontaneität anzeigt. Wenn gesagt wird, Spontaneität entstehe aus schnellem Denken, so ist dies insofern wahr, als sie das Ergebnis schnellen Denkens ist. Doch bedeutet dies nicht, dass dieses Ergebnis zwangsläufig vorhanden sein wird; vielmehr liegt es in seiner Natur, vorhanden zu sein. Daher behandelt die Lehre von der Schnelligkeit des Denkens die Erzeugung von Spontaneität. Sie kann jedoch vorhanden sein oder auch nicht. So führt schnelles Denken zur Spontaneität, erzeugt sie aber nicht. Was sie erzeugt, ist das schnelle Erfassen dessen, was im schnellen Denken vorhanden ist, oder der Eigenschaften, die zu ihrer Entstehung führen. Ein Beispiel ist, als der Dichter den Emir mit dem berühmten Vers lobte, in dem er zu ihm sagte:
Therefore, though pursuance is focused on speed of thinking, when the creation of spontaniety is intended, something else has to be added. This is the explanation of the evidences that indicate the presence of spontaniety. So what is presented, repeated and diversified creates quick thinking. However, when it treats spontaniety alone and not the speed of thinking, it is necessary to add to it an explanation of the presented things indicated by spontaniety, or things whose understanding indicates the presence or absence of spontaniety. When it is said spontaniety results from quick thinking, then this is true in terms of it being the result of quick thinking. However, this does not mean that this result will necessarily exist; rather it is of its nature to exist. Therefore, the treatment of the speed of thinking treats the creation of spontaniety. However, it might or might not exist. Thus, quick thinking leads to spontaniety, but does not create it. What creates it is quick understanding of what exists in quick thinking, or characteristics that lead to its creation. For example when the poet praised the Ameer with the famous verse, where he said to him:
„Der Wagemut des Amru mit der Großzügigkeit des Hatim, mit der Sanftmut des Ahnaf, mit der Klugheit des Iyas.“ Einer der Anwesenden sagte: „Der Emir steht über deiner Beschreibung.“ Der Dichter erkannte rasch, dass der Emir mit seinem Mut, seiner Großzügigkeit, seiner Sanftmut und seiner Klugheit über jenen stand, die er erwähnt hatte. So wandte er die Sache ins Vergleichende und fügte die beiden berühmten Verse hinzu:
“Daring of Amru with the generosity of Hatim With the forbearance of Ahnaf with the Intelligence of Iyas” One of the attendants said, “The Ameer is above your description.” The poet quickly understood that the Ameer, with his courage, generosity, forbearance and intelligence was above those whom he mentioned. So he changed the matter into comparison and added the two famous verses:
„Leugne nicht, dass ich ihm, durch jene, die geringer sind als er, ein einzigartiges Beispiel an Großzügigkeit und Macht gegeben habe. Denn Allah gab dem Geringeren für Sein Licht ein Beispiel der Nische und der Lampe.“ Diese Spontaneität veranlasste ihn also, seinen Fehltritt durch die Form einer Erklärung zu entschuldigen. So fügte er die beiden berühmten Verse hinzu, um zu erklären, dass das, was als Beleidigung des Emirs aufgefasst worden war, ein Missverständnis war. Denn die Sache war nicht in ihrem wahren Sinn dargelegt worden, sondern als Vergleich. Denn Allah, der größer ist als alles, hat den Vergleich mit Sich selbst nicht mit dem Stärkeren gezogen, sondern mit dem Leichteren und Kleineren. Hätte der Dichter keine Spontaneität oder schnelle Auffassungsgabe gehabt für das, worin er sich verstrickt hatte, so wäre sein Anteil der Tod gewesen; er wäre in die Gefahr der Kritik geraten, obwohl er loben wollte. So wurde er durch seine Spontaneität gerettet. Hätte er sie nicht gehabt, wäre er in Gefahr geraten. Somit entspringt Spontaneität aus schneller Auffassungsgabe; sie kann von nichts anderem kommen als von schneller Auffassungsgabe. Schnelle Auffassungsgabe führt jedoch nicht notwendigerweise zu Spontaneität. Das Beispiel der Klage der Frau bei ʿUmar ibn al-Khaṭṭāb, einem Mann von schneller Auffassungsgabe, belegt, dass schnelle Auffassungsgabe nicht notwendigerweise zu Spontaneität führt. In den beiden berühmten Versen des Dichters kam die Spontaneität aus schneller Auffassungsgabe.
“Do not deny that I gave him, by those who are less than him, A peculiar example in generosity and power For Allah gave the less, for His Light An example of the niche and the lamp.” So, this spontaniety made him apologise for his lapse by the form of explanation. Thus, he added the two famous verses to explain that what was understood to be an insult to the Ameer, was a misunderstanding. This is because the matter was not given in its true meaning, but rather a comparison. For Allah, Who is greater than everything, has made the comparison of Himself not with the stronger, but with the lighter and smaller thing. If the poet had no spontaniety or quick understanding of what he had fallen into, then his share would be death, he would have fallen into the danger of criticism when he intended to praise. Thus, he was saved by spontaniety. If he did not have that he would have fallen into danger. Thus, spontaniety results from quick understanding; it cannot come from anything except quick understanding. However, quick understanding does not necessarily lead to spontaniety. The example of the woman’s complaint to Omar bin al-Khattab, a man of quick understanding, is evidence that quick understanding does not necessarily lead to spontaniety. In the two famous verses from the poet, spontaniety in them came from quick understanding.
Daher zeigen diese Ereignisse deutlich, dass Spontaneität nur aus schnellem Verstehen entsteht. Um Spontaneität zu erzeugen, ist es notwendig, schnelles Verstehen zu schaffen. Daher muss das Bemühen darauf gerichtet werden, bei den Menschen schnelles Verstehen hervorzurufen. Schnelles Verstehen kann jedoch Spontaneität hervorbringen oder auch nicht.
Therefore, these events indicate clearly that spontaniety does not come except from quick understanding. To create spontaniety, it is necessary to create quick understanding. Therefore, effort has to be focused on creating quick understanding with the people. However, quick understanding might or might not produce spontaniety.
Daher müssen zu dessen Entstehung weitere Dinge hinzukommen. Das heißt, zu dem Dargebotenen muss noch etwas anderes hinzugefügt werden, nämlich die Erläuterung der darin enthaltenen Angelegenheiten. Es genügt nicht, dass sie vorhanden sind und dass es sich um Dinge handelt, die verstanden werden können. Hätte einer der Anwesenden in der Versammlung von Omar ibn al-Khattab keine Geistesgegenwart gehabt oder hätte er seine Aufmerksamkeit nicht auf das gelenkt, was hinter den Worten der Frau lag, so hätte Omar ibn al-Khattab es nicht verstanden. Hätte der Dichter außerdem die Stichhaltigkeit der Worte dessen, der seinen Vers anfocht, nicht bemerkt, so hätte er seinen Fehler nicht erkannt und ihn nicht mit den letzten zwei Versen berichtigt. Es ist also notwendig, die Aufmerksamkeit auf die Sache oder die Rede zu lenken, sei es, dass dies durch Geistesgegenwart geschieht oder durch das, was Geistesgegenwart erfordert. Deshalb muss zusätzlich zur Verfolgung im schnellen Denken noch eine weitere Sache hinzukommen, wenn beabsichtigt ist, dass diese Verfolgung sofort Geistesgegenwart hervorruft und nicht nur schnelles Denken. Ein Beispiel dafür ist, die Zukunft vor den Menschen darzustellen, sei es die Zukunft des Einzelnen, der Umma oder des Landes. Nehmen wir als Beispiel die Zukunft eines Landes wie Ägypten. Es genügt nicht, die Aufmerksamkeit auf den Lebensstandard der Menschen oder auf die sozialen Ungerechtigkeiten zu lenken, die über sie hereinbrechen. Denn was auch immer diesbezüglich gesagt wird, wird ausreichen, um im Volk schnelles Denken zu erzeugen, und sie werden sofort den Sozialismus wählen. Dies deshalb, weil er durch seinen Fortschritt die Produktion sichert und so der Lebensstandard steigt und durch dessen Anstieg die soziale Ungerechtigkeit beseitigt wird. Schnelles Denken könnte also zum Gegenteil dessen führen, was beabsichtigt ist. Doch hinzu kommt: Die Menschen sind Muslime, der Islam zielt nicht darauf ab, das Leben zu einem verschwenderischen Leben zu machen, noch beabsichtigt er, dass die Beseitigung der sozialen Ungerechtigkeiten die Werte ruiniert und das zerstört, was die Menschen an Vorteil durch Intelligenz und Fähigkeit besitzen. Der Verlust hiervon könnte zur falschen Wahl und zum Scheitern beim Erreichen der Wahrheit führen, sei es aus Spontaneität oder aus voreiligem Denken. Deshalb muss dem hinzugefügt werden, dass die Menschen in Ägypten Muslime sind, oder dass der Islam als Lösung für die Zukunft eines Landes angeführt wird, etwa Frankreichs.
Therefore, other things must be added to create it. That is, something else must be added to what is presented, which is the explanation of the matters included in the presented material. It is not enough that they exist and they are things that can be understood. If one of the attendants in the assembly of Omar bin al-Khattab did not have spontaniety, or he did not draw his attention to what lay behind the words of the woman, Omar bin al- Khattab would have not understood. If the poet also did not notice the validity of the words of the one who disputed his verse, he would have not understood his mistake, so he would not have rectified it with the last two verses. Thus, it is necessary to draw the attention to the matter or the speech, whether this draws to the attention by spontaniety or by what spontaniety requires. Therefore, there must be another matter in addition to pursuance in quick thinking, if it is intended that this pursuance create spontaniety straightaway, not just quick thinking. The example of this is presenting the future before the people, whether the future of the individual, the Ummah, or the country. Let us take, as an example, the future of a country like Egypt. It is not enough to draw the attention to the standard of living of the people or the social injustices befalling them. This is because whatever is said in this regard will be enough to create quick thinking in the people and they will immediately choose socialism. This is because through its progress it secures the production and thus the standard of living rises and through its rise the social injustice is removed. So quick thinking might lead to the opposite of what is intended. However, added to this, the people are Muslims, Islam does not aim at making living an extravagant life, nor does it intend that removing the social injustices should ruin the values and destroy what the people have of the advantage of intelligence and capability. The loss of this might lead to the wrong choice and the failure in reaching the truth, from spontaniety or from quick thinking. Therefore, there must be added to this that the people in Egypt are Muslims, or adding Islam as a solution to the future of a country, like France, for example.
Der Zusatz ist notwendig, um Spontaneität zu erzeugen, und damit Spontaneität wirksam und produktiv wird, nicht bloß schnelles Denken für sich allein. Zwar erzeugt das Streben Spontaneität, doch erzeugt es sie nicht zwingend, und daher existiert die produktive Spontaneität nicht.
The addition is necessary to create spontaniety and in order that spontaniety be effective and productive, not quick thinking on its own. Though pursuance creates spontaniety, it does not create it definitely and accordingly the productive spontaniety does not exist.
So kann das Verfolgen allein bereits schnelles Denken anstoßen. Um jedoch Spontaneität zu erzeugen und sie fruchtbar und produktiv zu machen, muss noch etwas anderes hinzukommen. Dieses Etwas besteht darin, die Aufmerksamkeit auf das Dargebotene zu lenken, sei es, indem man den Mangel darin aufzeigt oder die verborgenen Dinge darin offenbart, wie im Beispiel der Frau, die sich bei Omar ibn al-Chattab über ihren Ehemann beklagte.
Thus, pursuance, even alone, can initiate quick thinking. However, for creating spontaniety and making it fruitful and productive, another thing must be added. This thing is to draw the attention to what is presented; whether by showing the deficiency in it or showing the hidden matters in it, like the example of the woman who complained about her husband to Omar bin al-Khattab.
Was sollte zuerst getan werden?
What should be done first?
Es stimmt, dass das Problem in der übermäßigen Beschäftigung der Menschen mit dem Denken und in ihrer Heiligsprechung des Denkens liegt. Der einzige Weg, diese Angelegenheit zu lösen, besteht darin, ihren Schaden deutlich zu machen. Die Beschäftigung der Menschen mit dem Denken ist empfohlen, und ihre Abkehr davon ist eine Abkehr von der Grundlage des Erfolgs im Leben. Die Achtung des Denkens ist ebenfalls empfohlen; sie ist vielmehr verpflichtend, denn es gehört zu den höchsten Werten. Die Zerstörung der bestehenden Werte oder jener, die geschaffen werden müssen, wird der Ummah und den Einzelnen Schaden zufügen.
It is true that the problem is the people’s preoccupation in thinking and their sanctification of thinking. The only way to solve this matter is to make its harm clear. The preoccupation of the people in thinking is recommended and their deviation from it is deviation from the basis of success in life. Respecting thinking is also recommended; it is rather obligatory, for it is one of the highest values. The destruction of the existent values, or those that must be created will cause harm to the Ummah and to the individuals.
Daher muss dem Denken Respekt entgegengebracht werden. Damit wir dieses Übel nicht verursachen, d. h. damit wir die Beschäftigung der Menschen mit dem Denken nicht zerstören und auch nicht ihre Ehrfurcht vor dem Denken, müssen wir dieses Denken korrigieren. Daneben, neben der Beschäftigung der Menschen mit dem Denken, sollten wir diesem Denken seine angemessene Wirklichkeit geben, bzw. die Wirklichkeit seines Gegenstands. Es sollte also bei automatischen Dingen kein Denken stattfinden. Es genügt vielmehr, sie zu sehen oder ihren Namen zu hören. So ist es für das Unternehmen, den Teller und den Stuhl nicht richtig, den Verstand über sie nachdenken zu lassen. Anders gesagt: Sie sind keine Gegenstände der Beschäftigung im Denken. Auf diese Weise würden wir weder die Beschäftigung im Denken zerstören noch die Ehrfurcht vor dem Denken als Denken. Wir setzen das Denken vielmehr an seinen angemessenen Platz. Entsprechend werden sich die Menschen vom Nachdenken über automatische Dinge abwenden, während sie die Beschäftigung mit dem Denken und die Ehrfurcht vor dem Denken bewahren. Ein weiteres Beispiel ist, das Denken so verlaufen zu lassen, wie es dem Gedachten entspricht. Erfordert es Schnelligkeit, so erzeugt man die Schnelligkeit durch das Verfolgen. Erfordert es Langsamkeit, so sollte Langsamkeit herrschen, etwa beim Nachdenken über Politik oder über den Hinweis, den die Gedanken bezeichnen. Für solche Gegenstände ist schnelles Denken nicht gut; vielmehr sollte es langsam sein. So lassen wir das Denken dem Gedachten gemäß verlaufen (d. h. entsprechend dem Gegenstand des Denkens), nicht dem gemäß, was wir damit beabsichtigen. Dies erzeugt schnelles Denken und zugleich die Abwesenheit schnellen Denkens. Obwohl Schnelligkeit erforderlich ist, um Spontaneität zu erzeugen, müssen wir im Leben wissen, dass sie nicht alles ist. Deshalb sollten wir sie nur so weit erzeugen, wie es für den Erfolg im Lebensbereich genügt, ohne dass sie alles beherrscht. Dies gilt in Bezug auf Worte und Ereignisse. Was jedoch vor allem anderen und zuerst beabsichtigt ist, ist, dies in den Seelen zu erzeugen, d. h. Die Seelen sollten nicht mit dem Denken beschäftigt sein und das Denken nicht heiligen. Dies sollte vor allem so geschehen, dass es nicht vom Denken abwendet und dazu führt, dass es mit Unbehagen behandelt wird; ebenso sollte es die Ehrfurcht vor dem Denken nicht zerstören oder verringern. Man muss daher zunächst beim Gefühlszentrum im Menschen und im Leben ansetzen und danach die Menschen dieses Zentrum verstehen lassen. Dieses Gefühlszentrum existiert im Menschen. Wenn die Menschen dieses Gefühlszentrum und seine Wirkung auf den Menschen weiterhin leugnen, wird der Mensch sich weiterhin von der Emotion abwenden. Er wäre dann mit dem Denken beschäftigt, und die Ehrfurcht vor dem Denken würde über die Emotion und alles andere die Oberhand gewinnen. Soll das Denken behandelt werden, so ist es notwendig, sich auf die Emotion zu konzentrieren, auf ihr Zentrum, ihre Wirkung und die Notwendigkeit ihres Vorhandenseins, denn der Mensch besteht sowohl aus Intellekt als auch aus Emotion. Als der Islam kam, kam er mit Intellekt und Emotion zugleich. Somit ist die Emotion ein untrennbarer Bestandteil des Menschen, ebenso wie der Intellekt. Liebe und Hass, Aktivität und Trägheit, Traurigkeit und Glück – kein Mensch ist frei von diesen und ähnlichen Dingen.
Der Intellekt verhält sich ähnlich. Wenn der Mensch sich allein auf seine Gefühle konzentriert, geht er durchs Leben ohne einen Lenker.
The intellect is a similar matter. Man’s concentration on the emotions alone makes him proceed in life without a controller.
Die Sorge des Menschen, allein durch das Denken oder allein durch den Verstand zu handeln, raubt ihm die Fähigkeit zum Widerstand im Leben, denn die Emotion ist der Antreiber, während der Verstand der Lenker ist. Wenn also die Bewegung ohne Lenkung geschähe, könnte sie zerstörerisch sein. Existierte hingegen die Lenkung ohne einen Antreiber oder ohne eine Bewegung, so wäre sie eine Richtung, losgelöst vom Antreiber und von den Bewegungen. Sie würde somit zu keinem Ergebnis führen. Als der Islam die treibende Kraft der Umma im Leben war, durch den Verstand und die Emotion, schritt sie erfolgreich voran. Als jedoch die Zeit verging und die Ereignisse aufeinanderfolgten, begann die Emotion, sich nur noch durch die schwächste Anregung oder durch den alten Schwung antreiben zu lassen. So wurde der Lenker entbehrlich, und die Emotion wurde zur Beherrscherin. Zu jener Zeit verfestigte sich der Kampf zwischen der Umma und ihrem Feind, d. h. zwischen dem Islam und den Muslimen einerseits und dem Kufr und den Kuffar andererseits. Die Muslime verloren daraufhin den Lenker, d. h. sie verloren das Denken.
Man’s concern about thinking alone, or with the intellect alone, deprives him of the capability of resistance in life, because emotion is the instigator, while intellect is the director. So if the movement occurred without direction, it could be destructive. However, if the direction existed without a stimulator or without a motion, it would be in a direction detached from the stimulator and from the motions. Thus, it would not lead to a result. When Islam was the driving force of the Ummah in life, through the intellect and the emotion, she proceeded successfully. When time passed and the events followed one another, the emotion started to be driven with the weakest stimulation, or with the old momentum. So, the director was dispensed with and the emotion became the controller. At that time, the struggle between the Ummah and her enemy became crystallized, i.e. between Islam and Muslims against Kufr and the Kuffar. The Muslims then lost the director, i.e. they lost thinking.
Daher trugen ihre Handlungen keine Früchte, und ihr Feind besiegte sie. Sie glaubten, ihr Feind habe sie mit Verstand und Denken besiegt, doch sie wurden besiegt, weil sie sich mit den Gefühlen beschäftigten. Deshalb wandten sie ihre Aufmerksamkeit dem Denken zu und kehrten den Gefühlen den Rücken. So verloren sie alles, was aus dem Denken hervorgeht. Aus Ehrfurcht vor dem Denken beschäftigten sie sich mit den automatischen Dingen, daher wurden sie langsam im Denken, denn sie waren ganz damit beschäftigt. So verloren sie die Spontaneität, weil das Gefühl in ihnen fehlte.
Therefore, their actions did not bear fruit and their enemy defeated them. They thought that their enemy defeated them with intellect and thought, but they were defeated because they were preoccupied with the emotions. Therefore, they turned their attention to the thinking and turned away from the emotions. So they lost everything that resulted from thinking. Because of their reverence of thinking they became busy with the automatic things, hence they became slow in thinking for they were preoccupied with it. Thus they lost spontaniety due to the absence of emotion in them.
Daher besteht das Erste, was wir tun müssen, darin, die Emotionen an ihren angemessenen Platz zurückzuführen, damit das Denken dann wieder in seinen eigenen Bereich zurückkehrt: Beim Automatischen sollte kein Denken stattfinden, und im Menschen sollte schnelles Denken entstehen. Die Frage betrifft also die Emotion und ihren Platz, nicht das Denken. Daher besteht das Erste, was zu tun ist, darin, die Emotion wieder zu aktivieren, die dem Menschen von Geburt an innewohnt. Das Problem liegt somit nicht darin, dass die Menschen dem Denken zu viel Aufmerksamkeit schenken oder es übermäßig verehren. Vielmehr geht es darum, der Emotion wieder ihren Mittelpunkt zu geben. Es ist wahr, dass die Emotion im Menschen erhalten geblieben ist, ebenso wie der Verstand; niemand hat dem Menschen die Emotionen genommen. Das Problem liegt jedoch in der Beschäftigung mit der Emotion und in der Beschäftigung mit dem Denken.
Therefore, the first thing that we have to do is to restore the emotions to their appropriate place, where thinking will return then to its domain: no thinking should be in the automatic things and quick thinking should be created in man. Thus, the issue is related to emotion and its place, not to the thinking. Therefore, the first thing to do is to re-activate emotion, which is present in man by creation. Thus, the problem is not the people’s concern about thinking or with their reverence of it. It is rather to restore emotion to its centre. It is true that emotion remained in man, as well as the intellect; nobody removed the emotions from man. However, the issue is the concern about emotion and the concern about thinking.
So, das Gefühl blieb im Menschen bestehen, doch die Sorge darum verschwand.
So, emotion remained in man, but concern about it disappeared.
Dass man das Gefühl sogar angegriffen hat, während die Sorge ums Denken zunahm und das Gefühl ersetzte, führte dazu, dass die Ungläubigen die Menschen vom Gefühl abbrachten. Da sie sich vom Gefühl abwandten, wandten sie sich auch von allem ab, was weniger wichtig war als dieses. Entsprechend wandten sie sich vom schnellen Denken und von der Spontaneität ab. Sie widmeten sich ganz dem Denken, bis der mangelnde Gebrauch des Denkens und der Verlust der Spontaneität offensichtlich wurde und bei den meisten Menschen bemerkt wurde. Der Ursprung dafür ist der Verlust der Beschäftigung mit dem Gefühl und die Beschränkung auf die Beschäftigung mit dem Denken. Da der Mensch über Gefühl und Verstand verfügt, bedeutet die Vernachlässigung des einen zugleich die Vernachlässigung des anderen; auch der Mangel an Produktivität ergibt sich daraus, dass man sich mit dem Faktor beschäftigt, der nicht vernachlässigt wurde. Mit anderen Worten: Die Vernachlässigung des Gefühls ist zugleich die Vernachlässigung des Verstandes, denn ohne Gefühl kann der Verstand nicht produktiv sein. Obwohl er nicht vernachlässigt wurde, ist er wegen der Vernachlässigung des Gefühls unproduktiv geworden. Daher kann der Verstand bzw. das Denken nur dann produktiv sein, wenn das Gefühl vorhanden ist, und zwar nicht nur als etwas, das im Menschen vorhanden ist, sondern auch dadurch, dass man sich mit ihm beschäftigt.
Being emotional was even attacked, while the concern about thinking increased and it replaced emotion. Thus, the disbelievers succeeded in deviating the people from emotion. Since they turned away from it, they turned away from everything less important than it. They accordingly turned away from quick thinking and from spontaniety. They devoted themselves to preoccupation in thinking, until the lack of use of thinking and the loss of spontaniety became apparent and was noticed in most of the people. The origin of that is the loss of preoccupation in emotion and confining themselves to preoccupation in thinking. Since man has emotion and intellect, negligence of one of these two means negligence of the other; also lack of productiveness results from being preoccupied with the factor that was not neglected. In other words, negligence of emotion is negligence of intellect, because without emotion, intellect can’t be productive. Though it was not neglected, because of the negligence of emotion, it became non-productive. Therefore, intellect or thinking can’t be productive unless emotion existed, not only being present in man but also by being concerned with it.
Die Hinwendung zum Gefühl, verbunden mit der Sorge um den Verstand, ist es, die dem Denken seine Mitte zurückgibt und es fruchtbar macht.
Concern with emotion, together with concern about the intellect, is what restores to thinking its centre and makes it productive.
Daher erfordert es, die Produktivität des Denkens zu behandeln, neben der Sorge um das Denken auch die Sorge um die Emotion.
Therefore, to treat the productiveness of thinking requires concern about emotion, besides the concern about thinking.