Spontaneität
Spontaniety
Spontanität zu besitzen bedeutet, Urteile über Sachverhalte umgehend zu fällen, auf der Grundlage eines sehr schnellen Verstehens. Als Beispiel: Wenn jemand fragt: „Woher kommst du?“, erfasst du sogleich sein Anliegen aus der Frage und das, was hinter seiner Frage steckt. Du hast also umgehend über die Frage geurteilt.
Possessing spontaniety is to issue judgements on matters promptly, based on a very quick understanding. As an example, when somebody asks, “Where are you from?” you understand promptly his aim from the question and what lies behind his question. Thus, you would have judged on the question promptly.
In einem solchen Fall hast du Spontaneität eingesetzt. Auf der Grundlage dieser Spontaneität kannst du die in einer solchen Situation erforderliche Antwort geben. Ein weiteres Beispiel: Wenn du von dem Besuch eines Beamten in einem Land hörst, verstehst du den Zweck des Besuchs sofort, allein durch die Nachricht. So kann man sagen, dass du Spontaneität besitzt. Auf der Grundlage dieser Spontaneität ergreifst du die notwendigen Maßnahmen in dieser Hinsicht. Und wenn du von einem unerwarteten Besuch überrascht wirst, kannst du den Grund dafür schnell erkennen. So hättest du Spontaneität; auf der Grundlage der Spontaneität kannst du Maßnahmen ergreifen, die diesem schnellen Verständnis entsprechen.
In such a case, you have used spontaniety. Based on this spontaniety, you can give the answer required in such a situation. As another example, when you hear of the visit of an official to a country, then you will promptly understand the aim of the visit from hearing this news. Thus, you can be said to have spontaniety. Based on this spontaniety, you take the necessary measures in this regard. Also, when you are surprised by an unexpected visit, you can promptly understand the reason for this. Thus, you would have spontaniety; based on spontaniety you can take the measures that conform to this quick understanding.
Spontanität bedeutet ursprünglich, Sachverhalte schnell zu erfassen bzw. schnell zu denken. Sie soll jedoch zu einem raschen Urteil über die Angelegenheit führen, mit der man konfrontiert ist, und zwar auf der Grundlage eines schnellen Verständnisses.
Spontaniety, in origin, means understanding issues quickly, or quick thinking. However, it should result in a quick judgement on the matter that you are faced with, based on quick understanding.
Obwohl es seiner Herkunft nach schnelles Verstehen oder schnelles Denken bedeutet, besteht sein Ziel darin, Urteile rasch zu fällen. Somit ist Spontaneität schnelles Urteilen über Angelegenheiten. Das liegt daran, dass das Urteilen über Angelegenheiten Begreifen oder Denken ist, ebenso wie es das Ergebnis von Verstehen oder Denken ist.
Though in origin, it means quick understanding or quick thinking, its aim however, is to make judgements quickly. Thus, spontaniety is quick judgement on matters. This is because judgement on matters is comprehension, or thinking, as well as being the result of understanding or thinking.
So bedeutet al-badeehah (intuitive Einsicht) das Angeborene (fitri).
Thus, al-badeehah (initiative insight) means the innate (fitri)
das Verständnis oder das natürliche (tabee'ee) Verständnis.
understanding or the natural (tabee’ee) understanding.
Unabhängig von der sprachlichen Bedeutung von badeehah oder badaahah bezeichnet es in diesem Zusammenhang das natürliche oder angeborene Urteil und das natürliche oder angeborene Verständnis. Es wird natürlich oder angeboren genannt, weil es weder Vorsatz noch genaue Prüfung erfordert. Es stellt sich vielmehr spontan und auf automatische Weise ein. Es ist, als würde schon das bloße Hören der Nachricht, der Frage oder des Erstaunens von selbst alles liefern, was zum Verstehen oder Nachdenken nötig ist, sodass sofort ein Urteil gefällt werden kann. Daher ist Spontaneität oder ein schnelles Urteil mit langsamem Nachdenken unvereinbar, nicht aber mit tiefem oder erleuchtetem Denken. Denn entscheidend ist die Geschwindigkeit des Denkens, nicht seine Quelle. So denkt man beim Beispiel der Frage „Woher kommst du?“ schnell über den Fragenden, den Wortlaut der Frage und auch den Zusammenhang der Frage nach und leitet daraus das Ziel der Frage ab. Dieses Denken ist tief, denn es ist nicht leicht, über die Frage, den Fragenden und den Kontext nachzudenken, in dem die Frage gestellt wurde. Es ist schwierig, den Zweck dieser Frage zu ermitteln. Somit entspringt diese Spontaneität aus tiefem Denken. Beim Beispiel der Nachricht vom Besuch eines Beamten denkt man schnell über den Besucher, den Staat, den er vertritt, nach, über das, was diesem Besuch vorausging, und über das, was daraus folgen wird. Daraus leitet man das Ziel dieses Besuchs ab. Das ist erleuchtetes Denken, weil man über die Umstände des Ereignisses und das, was damit zusammenhängt, nachgedacht hat und dann das Urteil fällte. Die Spontaneität hier entstammt also erleuchtetem Denken.
Regardless of the linguistic meaning of the badeehah or badaahah, it means, in this context, the natural or innate judgement and the natural or innate understanding. It is said to be natural or innate because it does not need deliberateness and close examination. It rather comes spontaneously and in an automatic way. It is as if just hearing the news or the question or the surprise had provided, by itself, everything required for understanding or thinking, so judgement can be issued instantly. Therefore, spontaniety or quick judgement is incompatible with slow thinking, though it is not incompatible with deep or enlightened thinking. This is because what matters is speed of thought, not the source. So, in the example of the question, “where are you from?” you think quickly about the questioner, the wording of the question and also the context of the question, thus you deduce the aim of the question. This thinking is deep, because it is not easy to think about the question, the questioner and the context in which the question came. It is difficult to ascertain the purpose of this question. Thus, this spontaniety comes from deep thinking. In the example of hearing of the visit of an official, you think quickly about the visitor, the state he represents, what took place before this visit and what will result from it. From this you deduce the aim of this visit. This is enlightened thinking because you thought of the matters that surrounded the event and what relates to it; then you issued the judgement. So, spontaniety here came from enlightened thinking.
Am Beispiel eines unerwarteten Besuchs eines Beamten, der einen durch seinen Zeitpunkt überrascht, leitet einen allein diese Überraschung zum Zweck des Besuchs. Dieses Denken ist normal; es ist nicht tiefgründig oder erleuchtet. Doch die Geschwindigkeit, mit der das Urteil gefällt wird, und zwar auf Grundlage der Schnelligkeit des Verstehens oder Denkens, ist das, was Spontaneität hervorbringt, und nicht das Denken selbst oder dessen Art. Spontaneität entsteht also aus schnellem Denken, unabhängig von der Art des Denkens, ob es tiefgründig, erleuchtet oder normal ist. Wichtig ist daher die Geschwindigkeit und nicht die Quelle des Denkens.
With the example of an unexpected visit by an official, which surprises you by its timing, this surprise alone will guide you to the purpose of the visit. This thinking is normal; it is not deep or enlightened. However, the speed of issuing the judgement, based on the speed of understanding or thinking, is what produces spontaniety and not the thinking itself or its type. Therefore, spontaniety results from quick thinking, regardless of the type of thinking, whether it is deep, enlightened or normal. So what is important is the speed and not the source of thinking.
Daraufhin ist Spontanität mit langsamem Denken unvereinbar, nicht jedoch mit tiefem, erleuchtetem oder normalem Denken.
Thereupon, spontaniety is incompatible with slow thinking, but not incompatible with the deep, enlightened or normal thinking.
Was wichtig ist, ist allein die Geschwindigkeit und nicht die Tiefe. Spontaneität ist notwendig für Völker und Nationen sowie für die Einzelnen, Gruppen und Parteien, die Teil dieser Völker und Nationen sind. Denn Spontaneität ist notwendig, um sich am Leben zu beteiligen, sei es mit anderen Einzelnen, mit anderen Völkern und Nationen oder bei der Erledigung der Angelegenheiten. Denn der Erfolg bei der Bewältigung von Lebensangelegenheiten erfordert zwei Dinge: erstens die Schnelligkeit, mit der Urteile über Angelegenheiten gefällt werden, und dann die Ergreifung der notwendigen Maßnahmen dazu.
What is important is the speed only and not the depth. Spontaniety is necessary for peoples and nations and for the individuals, groups and parties who are part of these peoples and nations. This is because spontaniety is necessary to engage in life, whether with other individuals, or with other peoples and nations, or with discharging the affairs. This is because success in undertaking life affairs requires two matters: firstly, the speed of issuing judgements on matters and then taking the necessary measures towards them.
Wenn Sie dies nicht tun, werden Sie scheitern und mit Dingen konfrontiert werden, die Ihre Kräfte übersteigen. Mit der Zeit wird die Last schwerer und die Hindernisse nehmen zu. Dies wird im Verlauf des Lebens zum Scheitern führen.
If you do not do this, you will fail and face matters beyond your capability to bear. As time passes the burden becomes heavier and obstructions increase. This will lead to failure in the course of life.
Zweitens sind es die Gelegenheiten, die sich einem Menschen bieten, die ihn zwingen, schnell voranzuschreiten, sodass große Strecken zurückgelegt werden.
Secondly, the opportunities offered to a person are the ones which force progress forward quickly, such that long distances are covered.
Wenn du eine Gelegenheit nicht ergreifst, wirst du sie verlieren. Sie kehrt vielleicht nicht zurück, sodass du den Nutzen dieser Gelegenheit einbüßen würdest. Würde sich der Verlust von Gelegenheiten wiederholen, würdest du die Schnelligkeit verlieren, mit der du von einer Situation in die nächste übergehst. Du würdest am selben Ort verharren und so bewegungslos werden, ein Versagen im Lauf des Lebens. Der Grund für all dies wäre der Mangel an Spontaneität.
If you do not seize an opportunity, you will lose it. It may not return, so you would lose the use of this opportunity. If the loss of opportunities were repeated, you would lose the speed of transferring from one situation to another. You would stay in the same place and thus become motionless, a failure in the course of life. The reason for all of this would be the lack of spontaniety.
Daher ist Spontaneität für den Erfolg im Lauf des Lebens notwendig. Wenn Bildung und Nachdenken selbst, zusammen mit Vorbereitung, Erfindung und Fleiß, Handel und Landwirtschaft und andere Angelegenheiten um des Erfolgs im Lauf des Lebens willen geschehen, dann sind diese Angelegenheiten und das Leben selbst sinnlos, wenn sie nicht mit Spontaneität verwirklicht werden. Daher gehört es zu den Dingen, auf die Staaten, Völker und Nationen in ihrem Kampf gegen ihre Feinde achten, Lähmung in deren Handeln zu bewirken. Nichts ist in dieser Hinsicht gefährlicher als Spontaneität. Daher achten die Staaten, Völker und Nationen darauf, dem Feind die Spontaneität zu nehmen, um ihn zu lähmen und ihn die Fähigkeit verlieren zu lassen, bei der Arbeit produktiv zu sein, ebenso wie Gelegenheiten nacheinander zu verpassen. Dann wird es leicht, den Feind zu vernichten, ihn zu kolonisieren und zu beherrschen und seinen Einfluss auf seine Gebiete auszudehnen. Obwohl der Westen die kulturelle Invasion der islamischen Länder und der Bürger des islamischen Staates erst begann, nachdem er bereits seine Herrschaft über sie ausgedehnt hatte, begann er damit, sie im Geist und im Denken zu verführen. Dies zielte darauf ab, dass sie die Spontaneität verloren und sich mit Nachdenken beschäftigten. Sein Erfolg darin war beispiellos, bis die Muslime beinahe gelähmt waren. Alle Menschen versanken in Überlegung, Grübelei und Warten, bis sie im Lauf des Lebens scheiterten; sie scheiterten sogar daran, die Herrschaft des Imperialismus und seinen Einfluss zu beseitigen, trotz der Revolutionen und Kriege, die sie dagegen führten. Jeder von ihnen begann bei jedem kleinen oder großen Problem, zum Grübeln und Nachdenken Zuflucht zu nehmen, bis die Zeit verstrich und die verfügbare Gelegenheit verloren war. Viele Gelegenheiten gingen verloren, ohne ergriffen zu werden. So verpassten sie den raschen Übergang von einer Lage in die andere, bis sie sich in die „automatischen“ Philosophien (al-falsafah al-aaliyyah) versenkten. Sie waren darin so sehr vertieft, dass ihnen die Sache undurchsichtig wurde und sie wegen ihrer Sorge um die automatischen Philosophien die Klarheit verloren. Tatsächlich gibt es Angelegenheiten, die philosophisch durchdacht werden müssen, nicht die einfachen, sondern die tiefgründigen, wie etwa die Wiedererweckung (Nahda), die Befreiung (Tahrir), die politischen und militärischen Schachzüge und dergleichen. Diese Angelegenheiten müssen philosophisch durchdacht und gründlich untersucht werden, ohne sich mit ihren oberflächlichen Erscheinungsformen zufriedenzugeben.
Therefore, spontaniety is necessary for success in the course of life. If education and thinking themselves, together with preparation, invention and industry, trading and farming and other matters are for the sake of success in the course of life, then these matters and life itself are pointless if not accomplished with spontaniety. Therefore, one of the matters that the states, peoples and nations pay attention to, in their struggle against their enemies, is to cause paralysis in their actions. There is nothing more dangerous than spontaniety in this matter. Therefore, the states, peoples and nations take care in removing spontaniety from their enemy so as to cause him paralysis and cause him to lose the ability to be productive in work, as well as to miss the opportunities one after the other. It then becomes easy to destroy the enemy, colonise and dominate him, extending influence over his territories. Though the West started the cultural invasion of the Islamic countries and the citizens of the Islamic State, only after it had already extended its authority over it, it started by seducing them in mind and thinking. This aimed to make them lose spontaniety and preoccupy them with thinking. Its success in that was unmatched until they, the Muslims, were almost paralysed. All the people were engrossed in deliberation, pondering and waiting, until they failed in the course of life; they even failed in removing the authority of imperialism and its influence, despite the revolutions and wars they entered against it. Each one of them, in every small or big problem, started to resort to pondering and thinking, until the time passed and the available opportunity was lost. Many opportunities were lost without being seized. So they missed the quick transfer from a situation to another until they immersed themselves in the “automatic” philosophies (al-falsafah al-aaliyyah). They were engaged in them, so that the matter became obscure to them and they lost clarity because of their concern about the automatic philosophies. Indeed, there are matters that need to be philosophised, which are not the simple ones but the deep ones, such as revival (nahdah), liberation (tahreer), the political and military manoeuvres and the like. These matters must be philosophised and studied in depth, without being satisfied with their apparent forms.
Doch bei den klaren Dingen, die kein Nachdenken erfordern, erhöht das Philosophieren über sie nur ihre Mehrdeutigkeit und Unbestimmtheit, etwa bei einem Stuhl, einer Tasse, einem Teller und dergleichen. Bei diesen Dingen und Sachen ist es nicht richtig, über sie nachzudenken und zu philosophieren; vielmehr nimmt man sie so, wie sie sind, sobald sie oder ihre Namen genannt wurden. Dies nennt man die automatische Philosophie (al-falsafah al-ā'liyyah). Das automatische Philosophieren bzw. das automatische Denken ist also das Philosophieren über den offensichtlichen Gegenstand, an dem nichts verborgen ist; dieses Ding wird nur durch die Nennung seines Namens verstanden. Der Stuhl ist also ein Stuhl. Wenn man ihn philosophisch betrachtete oder über ihn nachdächte, würde er an Undeutlichkeit zunehmen, und man würde unfähig, ihn zu verstehen. Je mehr man über den Gegenstand philosophiert, desto tiefer versinkt man in der Unbestimmtheit. Der Westen hat den Verstand, das Denken, das Überlegen, das Studieren und Berechnen und Ähnliches gepriesen, bis wir die Spontaneität verloren. Wir sind sogar darüber hinaus zur automatischen Philosophie gegangen. Man sagte einigen Leuten: „Unternimm ein Wagnis; warum gehst du kein Risiko ein?“ Risiko bedeutet, eine Handlung auszuführen, ohne vorher zu kalkulieren. Diese Leute philosophierten jedoch das Risiko in Form der automatischen Philosophie. So sagten sie: „Wir gehen kein leichtsinniges Wagnis ein; wir sind vielmehr bereit, ein kalkuliertes oder durchdachtes Wagnis einzugehen.“ Diese Aussage ist ein Philosophieren über das Wagnis, eine Form der automatischen Philosophie. Denn wäre das Wagnis berechnet und durchdacht, wäre es kein Wagnis mehr. Der Versuch, das Wagnis zu philosophieren, veränderte also sein Begriffsverständnis und entrückte es seiner Wirklichkeit. Wenn die Menschen selbst anfingen, der automatischen Philosophie zu folgen, würde die Spontaneität weit von ihnen entfernt sein.
However, with the clear matters that do not need thinking, trying to philosophise in them only increases their ambiguity and vagueness, such as a chair, cup, plate and the like. With these matters and things, it is not correct to think and philosophise about them; they are rather taken as they are, once they or their names were mentioned. This is what is called the automatic philosophy (alfalsafah al-aaliyyah) The automatic philosophising or the automatic thinking thus is the philosophising of the apparent object, of which nothing is hidden; this thing is not understood except by mentioning its name. So the chair is a chair. If you philosophised it or thought about it, it would increase in obscurity and you would become unable to understand it. The more you philosophise the subject, the more you will plummet into vagueness. The West praised the mind, thinking, deliberation, study and calculation and the like until we lost spontaniety. We even went beyond that to the automatic philosophising. It was said to some people; “carry out a venture; why do you not undertake a risk?” Risk means to carry out an action without first making calculation. However, these people philosophised the risk in a form of automatic philosophy. So they said; ‘we do not undertake a reckless venture; we are rather ready to undertake a calculated or studied venture.’ This statement is philosophising the venture, which is a form of automatic philosophy. This is because if the venture was calculated and studied, it would not then be a venture. Thus the attempt to philosophise the venture changed its concept and removed it from its reality. So if the people by themselves started to follow the automatic philosophy, then spontaniety will be far from them.
Es ist wahr, dass Nachdenken unverzichtbar und Überlegung notwendig ist, wie schon in der Vergangenheit gesagt wurde: „Eile kommt vom Satan“. Doch dies gilt nur für Angelegenheiten, die Untersuchung und Prüfung erfordern, nicht für Angelegenheiten, die dies nicht erfordern. Zudem werden Angelegenheiten, die Untersuchung und Prüfung erfordern, dann untersucht und geprüft, wenn noch Zeit dafür bleibt oder die Umstände geeignet sind. Sind die Umstände jedoch für das Nachdenken nicht geeignet und würde ein solches Nachdenken die Gelegenheit verstreichen lassen oder zu Störungen führen, dann kann nichts die Lage retten außer Spontaneität. Daher ist Spontaneität für Nationen und Völker, Gruppen und Parteien unverzichtbar, um im Lauf des Lebens Erfolg zu haben. Vielmehr ist ihr Vorhandensein für den Erfolg im Lauf des Lebens notwendig; sie ist eine der Bedingungen dieses Erfolgs.
It is true that thinking is indispensable and pondering is necessary, as it was said in the past “haste is from Shaitan”. But this is only in the matters that need study and scrutiny, not in matters that do not need it. Moreover, matters that need study and scrutiny are studied and examined if there is still time to do so, or if the circumstances are suitable. However, if the circumstances are not suitable for thinking and such thinking would squander the opportunity or it would lead to disruption, then nothing would save the situation except spontaniety. Therefore, spontaniety is indispensable for nations and peoples, groups and parties in order to succeed in the course of life. Rather its presence is necessary for success in the course of life; it is one of the conditions of this success.
Die Umstände und Angelegenheiten des Lebens sind zahlreich und vielfältig, seine Wege mannigfaltig, rau und eben, leicht und schwierig. Zugleich gilt: „Zeit ist Gold“; sie ist in der Tat wertvoller als Gold. Daher ist es sehr wichtig, die Lage, den Zustand und die jeweilige Angelegenheit zu berücksichtigen. Entsprechend gilt: Wenn eine Sache Nachdenken erfordert, dann ist es notwendig, darüber nachzudenken; wenn sie Spontaneität erfordert, dann ist es notwendig, spontan zu sein. So wird jede Situation entsprechend ihren Erfordernissen behandelt. Wir sagen nicht, dass alles Spontaneität braucht. Es gibt viele Angelegenheiten, die keine Spontaneität benötigen; in Bezug auf sie ist das Nachdenken vielmehr wichtig. Es gibt jedoch auch andere Angelegenheiten, die durch Nachdenken Schaden nehmen, weil sie Spontaneität benötigen. Beispielsweise werden Definitionen, die göttlichen Regeln und die fachlichen Angelegenheiten nur durch Nachdenken gelöst.
The conditions and matters of life are numerous and diverse, its paths are various, rugged and flat, easy and difficult. At the same time, ‘time is gold’; it is in fact more valuable than gold. So it is very important to take into account the situation, condition and the matter at hand. Accordingly, if the matter requires thinking, then it is necessary to think about it, if it requires spontaniety, then it is necessary to have spontaniety. Thus, every situation is dealt with according to its requirements. We do not say that everything needs spontaniety. There are many matters that do not need spontaniety; thinking is rather important regarding them. However, there are other matters that are harmed by thinking because they need spontaniety. As an example, the definitions, the divine rules and the technical matters are not solved except with thinking.
Spontaneität hat mit ihnen nichts zu tun; vielmehr ist es falsch, dass Spontaneität in sie eindringt. Dagegen ist bei den Überraschungen, all den boshaften Fragen, die absichtlich gestellt werden, und bei allen überstürzten Angelegenheiten Spontaneität für all diese unerlässlich. Nachdenken ist bei ihnen nicht hinnehmbar; es sollte vielmehr von ihnen ferngehalten werden. Träte Nachdenken hinzu, so könnte ihre Unbestimmtheit zunehmen, den Menschen die Gelegenheit genommen, die Wirklichkeit des Denkenden offenbart oder dieser deswegen zu Schaden gebracht werden. Das Leben kennt Angelegenheiten, für die Nachdenken unerlässlich ist, ebenso Angelegenheiten, für die Spontaneität unerlässlich ist, und es ist unrichtig, bei ihnen nachzudenken. Das Leben wird also je nach Lage geführt, und sein Verlauf wird entsprechend der Situation gestaltet. Wenn Balāgha (Redegewandtheit) die Übereinstimmung der Rede mit dem ist, was die Umstände erfordern, dann ist das Einschlagen des Lebensweges die Übereinstimmung des Handelns mit dem, was die Umstände erfordern.
Spontaniety has nothing to do with them; it is rather wrong for spontaniety to enter them. On the other side, for the surprises, all the mischievous questions that are asked purposefully and all the hasty matters, spontaniety is indispensable for all of them. Thinking is unacceptable in them; it rather should be distanced from them. If thinking entered them, then it is possible to increase their vagueness, to remove the opportunity from the people, expose the reality of the thinker or be harmed because of that. Life has matters for which thinking is indispensable, as well as matters for which spontaniety is indispensable and it is incorrect to think regarding them. So, life is conducted and its course is engaged according to the situation. If balaaghah (eloquence) is the agreement of speech with what the circumstances require, then taking up the course of life is the agreement of action with what the circumstances require.
Wenn etwas Nachdenken erfordert, dann wird nachgedacht. Wenn etwas Spontaneität erfordert, dann folgt man der Spontaneität. So wie Nachdenken für den Lauf des Lebens in all seinen Formen notwendig ist, ist auch Spontaneität für das Leben notwendig. Wir kritisieren nicht das Nachdenken, denn es ist für das Leben notwendig. Vielmehr kritisieren wir das automatische Zurückgreifen auf das Nachdenken und das Fehlen der Spontaneität im Leben.
If it requires thinking, then thinking is used. If it requires spontaniety, then spontaniety is followed. As thinking is necessary for the course of life, with all of its types, spontaniety is also necessary for life. We do not criticise thinking, for it is necessary for life. We rather criticise the automatic resort to thinking and the absence of spontaniety from life.
Denken gehört zu den Grundbedürfnissen des Lebens. Wenn es wahr ist, dass der Mensch ein Lebewesen ist, das mit der Fähigkeit zu sprechen ausgestattet ist, so ist es ebenso wahr, dass der Mensch ein denkendes Lebewesen ist. Was den Menschen von anderen Geschöpfen unterscheidet, ist das Denken. Der Verstand im eigentlichen Sinne ist das Denken. Das Tier besitzt zwar ein Gehirn, denkt aber nicht, denn es besitzt keinen Verstand. Das liegt daran, dass das bloße Vorhandensein des Gehirns für den Denkprozess nicht ausreicht; vielmehr gibt es weitere Voraussetzungen. Das Denken selbst ist daher eines der Merkmale des Menschen. Es kann also keinen Menschen ohne Denken geben, das heißt ohne Verstand. Das Denken selbst kann dem Menschen nicht fehlen. Daher ist der Angriff auf das Denken unerheblich. Der Angriff richtet sich vielmehr auf das langsame Denken, also auf den Mangel an Spontaneität. Denn schnelles Denken bzw. Spontaneität ist notwendig, um im Lauf des Lebens voranzukommen und in diesem Lauf Erfolg zu erzielen.
Thinking is one of life’s necessities. If it is true that man is an animal (creature) endowed with the faculty of speaking, it is also true that man is a thinking animal (creature). What distinguishes man from other creatures is thinking. The mind, in its true meaning, is thinking. The animal, although it has a brain, does not think, for it does not have a mind. This is because the presence of the brain alone is not enough for the thinking process to exist; rather there are other requirements. Therefore, thinking itself is one of the characteristics of man. Thus, there could not be a man without thinking, i.e. without the mind. Thinking itself can’t be absent from man. Therefore, attacking thinking is irrelevant. The attack is rather focused on the slow thinking, i.e. on the lack of spontaniety. This is because quick thinking or spontaniety is necessary to proceed in the course of life, as well as to achieve success in this course.
Spontaneität hat drei Punkte, die besprochen werden müssen: Erstens, was ist sie?
Spontaniety has three matters to discuss: Firstly, what is it?
Zweitens: Was ist seine praktische Wirklichkeit? Obwohl seine Definition bzw. das Wissen darum, was es ist, zu seiner praktischen Wirklichkeit führt, ist dies jedoch etwas anderes als die Wirklichkeit selbst. Wenn man beispielsweise von einer Sache überrascht wird, die verlangt, dass man seine Haltung dazu bestimmt, dann ist in diesem Fall die Spontanität recht offensichtlich, aber es ist nicht die Spontanität selbst. Denn bei der Spontanität muss man ein Urteil darüber rasch und sehr schnell fällen, und zwar so, dass diese Haltung die Maßnahmen festlegt, die gegenüber dieser Überraschung zu ergreifen sind. Zum Beispiel die Überraschung durch eine Frage, mit der man nicht gerechnet hat, oder das Finden eines Feindes an einem Ort, an dem man ihn nicht erwartet hat, oder eines Problems, von dem man nicht erwartet hat, dass es auftritt. Die Überraschung bzw. die Wirklichkeit ist der Gegenstand des Handelns oder der Spontanität, aber sie ist nicht die Spontanität selbst. Drittens besteht die Aufgabe darin, Beispiele aus dem Leben für diese beiden anzuführen: für die Wirklichkeit, in der sich Spontanität ereignete, und für die Spontanität selbst. Was Beispiele für Maßnahmen betrifft, die in solchen Fällen ergriffen werden, so sind sie zwar nützlich, aber nicht notwendig. Denn die Maßnahmen können mit wechselnden Wirklichkeiten variieren oder mit der Spontanität bei derselben Angelegenheit.
Secondly, what is its practical reality? Although its definition or knowing what it is guides to its practical reality; but this is different from the reality. When you are, for example, surprised with a matter that requires you to determine your position towards it, then in this case spontaniety is quite evident, but it is not spontaniety. This is because in spontaniety you need to issue a judgement regarding it swiftly and very quickly, in a way that this position determines the measures that have to be taken towards this surprise. For example the surprise at a question that you did not anticipate, or finding an enemy in a place you did not expect, or of a problem you did not expect to occur. The surprise or the reality is the subject of action or spontaniety, but it is not spontaniety itself. The third matter is to provide examples about these two from life, about the reality in which spontaniety took place and about spontaniety itself. As for examples of measures taken in such cases, though they are beneficial they are not necessary. This is because the measures can vary with varying realities, or with the spontaniety in the same issue.
Nachdem man den Unterschied zwischen Spontaneität und Denken verstanden hat, ist es notwendig zu wissen, wie man Spontaneität bei Menschen hervorruft, also wie man sie bei den Menschen entwickelt. Dies gilt besonders für jene, die keine Spontaneität besitzen. Die Antwort auf diese Frage hängt davon ab, dass Menschen zwei Typen angehören. Erstens gibt es die Menschen der wissenschaftlichen Forschung und ihresgleichen. Die Aufgabe dieser Menschen ist die Hinwendung zum Denken, etwa bei den Menschen der wissenschaftlichen Forschung und den nicht-konventionellen Politikern. Zweitens gibt es die gewöhnlichen Menschen, also alle, die nicht zum ersten Typ gehören, ob gebildet oder ungebildet, sowie die konventionellen Politiker. Das liegt daran, dass die ursprüngliche Aufgabe der Menschen in der Umma entweder im Denken oder im materiellen Handeln besteht, ohne dass etwas Drittes hinzukommt. Die Stellung eines jeden dieser beiden Typen unterscheidet sich vom anderen. Daher sollte das Vorgehen bei jedem Typ verschieden sein, sei es beim Hervorrufen oder beim Entwickeln von Spontaneität. Denn wer ans Denken gewöhnt ist, unterscheidet sich von dem, für den Denken etwas Neues ist. Deshalb wird die Arbeit mit ihnen unterschiedlich ausfallen. Bei den gewöhnlichen Menschen, einschließlich der konventionellen Politiker, ist die Arbeit, Spontaneität in ihnen hervorzurufen, leichter als bei denjenigen, deren ursprüngliche Aufgabe das Denken ist. Das liegt daran, dass bei diesen Menschen das Denken neu und nicht ursprünglich ist.
After understanding the difference between spontaniety and thinking, it is necessary to know how to initiate spontaniety in people, i.e. how to develop spontaniety in the people. This is particularly the case with those who do not have spontaniety. The answer to this matter depends on the fact that people are of two types. Firstly, there are the people of scientific research and their like. The task of these people is the involvement in thinking, such as the people of scientific research and the non-conventional politicians. Secondly, there are ordinary people, i.e. other than the first type, whether they were educated or not, as well as the conventional politicians. This is because the original task of the people in the Ummah is either thinking or material actions, without the presence of something else. The position of each of these two types differs to the other. Thus the action with each type should be different, regarding initiating spontaniety with it or developing spontaniety with it. This is because the one who is used to thinking is different from the one for whom thinking is new. Therefore, the work will vary with them. As for the ordinary people, including the conventional politicians, the work towards initiating spontaniety in them is easier than with those whose original task is thinking. This is because with these people the thinking is new and not original.
Da sie von Natur aus denkende Wesen sind, denn der Mensch ist ein denkendes Geschöpf, besteht die Aufgabe bei ihnen einfach in der Gewöhnung, d. h. darin, die Gewohnheit der Spontaneität anzuleiten. So wird es zu einem natürlichen Vorgang, sogar in ihrer normalen Arbeit. Zum Beispiel müssen Zimmerleute, Maurer, Arbeiter, Handwerker, Bauern, einfache Leute und ihresgleichen Beispiele aus ihrer Arbeit oder ihrem Beruf erhalten, mit denen sie etwas anfangen können. Danach wird der Vorgang bei ihnen allmählich durch komplexere Beispiele gesteigert, die auf wiederholende Weise gegeben werden. Dies würde Spontaneität bei ihnen zur Gewohnheit und zur Natur machen. Man sagt ihnen zum Beispiel: „Wenn du bei deiner Arbeit auf eine unerwartete Schwierigkeit stößt, wie löst du sie?“ Wenn die Antwort viele Male richtig wäre, würde es leicht, zu schwierigeren Fragen überzugehen. Wird nur eine Antwort gegeben, richtig oder falsch, aber nicht wiederholt, muss man ihr zustimmen, damit die richtige wiederholt wird, oder die falsche korrigieren, damit sie nicht wiederholt wird. Diese Wiederholung wird fortgesetzt, bis die Sache gefestigt ist, und danach wird die Aufgabe anhand komplexerer Beispiele durchgeführt. Fragen zu einem plötzlichen Problem müssen nicht immer mündlich sein; sie können auch durch Veranschaulichung oder schriftlich erfolgen. Entscheidend ist die Schulung durch das Darlegen von Gedanken vor den Menschen gemeinsam, und nicht, sie als Einzelne zu schulen. Alles, was eine gemeinsame Schulung oder die Darlegung von Gedanken vor den Menschen bewirkt, sollte verfolgt werden, sei es in schriftlicher Form, etwa Flugblätter, Bücher, Briefe, Broschüren und dergleichen, oder mündlich, etwa Gespräche, Reden, Unterhaltungen, Ratschläge, Anweisungen und dergleichen. Beide Formen ermöglichen das Darlegen von Gedanken vor den Menschen und die gemeinsame Schulung. Entscheidend dabei ist das Thema des Gesprächs oder des Geschriebenen, worüber nachgedacht werden sollte, und dann das Handeln entsprechend diesem Gedanken. Zweifellos sollte es ein Gedanke sein, der nicht Gegenstand einer Auseinandersetzung zwischen dem Vortragenden und den Menschen ist. Es sollte vielmehr für beide eindeutig richtig sein. Mit anderen Worten: Es sollte ein Konzept sein (das heißt, gut verstanden werden) und nicht bloß ein Gedanke. Denn das Ziel ist nicht, vom Gedanken zu überzeugen. Vielmehr geht es darum zu sehen, wie jemand handelt und wie er die Gedanken aufnimmt, mit denen er Probleme behandelt und löst. Die Art und Weise, nach der jemand handelt, und die Weise, wie er die Gedanken aufnimmt, ist also der Gegenstand der Behandlung. Mit anderen Worten: Sie ist das, worüber oder wodurch das Gefühl für Richtigkeit oder das Gefühl für Irrtum erkannt wird. Dazu gehören Wiederholung, Pausen, Hilfe bei der Wiederholung und anschließend das Übergehen zu schwierigeren und komplizierteren Fragen. Die einfachen Leute brauchen die Anregung der Spontaneität nicht, außer dadurch, dass man sie zur Gewohnheit oder zur Natur für sie macht. Dann wird Spontaneität bei den Menschen vorhanden sein. Es ist vorzuziehen, dass der Gedanke ausführlich und bestimmt ist, nicht unklar oder vage – etwa wenn man fragt: „Wenn du vor einem Problem stündest, wie würdest du es lösen?“ Stattdessen sagt man zum Beispiel zu Bauern: „Wenn es keinen Regen gäbe und du keine industrielle Bewässerung durchführen könntest, was würdest du für deine Feldfrüchte tun?“ Wenn er schnell antwortet, besitzt er Spontaneität. Wenn er nicht antwortet oder langsam, aber erst nach Überlegen antwortet, besitzt er keine Spontaneität. Diese Genauigkeit in der Frage ist bei solchen Menschen vorzuziehen. Bei den einfachen Leuten ist sie jedoch nicht wichtig, denn die Menschen nehmen die Dinge ohne Verkomplizierung auf und verstehen von dem Unbestimmten und Vagen, was sie können. Entscheidend ist also ihre Antwort oder die Weiterführung ihrer Antwort. Daher gibt es keine Schwierigkeit, die Menschen auf Spontaneität abzustimmen und sie in ihnen zu erzeugen.
Doch es bestehen Schwierigkeiten mit anderen Menschen, d. h. mit denjenigen, die in der wissenschaftlichen Forschung tätig sind (Akademiker), und mit unkonventionellen ideologischen Politikern. Die Schwierigkeit besteht bei denjenigen, deren Arbeit Denken oder Wissenschaft ist und nicht materielles Handeln. Sie erfordern große Aufmerksamkeit, sowohl im Hinblick auf sie selbst als auch im Hinblick darauf, in ihnen Spontaneität anzuregen. Denn obwohl sie bei einigen von ihnen vorhanden sein mag, liegt die Grundlage ihrer Arbeit in dem, was keine materielle Existenz hat.
However, difficulties exist with other people, i.e. with those who work in scientific research (academics) and unconventional ideological politicians. The difficulty exists with those whose work is thought or science and not the material actions. They need great attention regarding them and regarding initiating spontaniety within them. This is because, though it may exist in some of them, the basis of their work is in that which has no material existence.
Daher muss ihr Gegenstand erörtert werden, denn er ist der Gegenstand der Diskussion.
Therefore, their subject must be discussed, for it is the discussion point.
Es mag zunächst scheinen, dass die Konfrontation des Menschen mit Gefahren der Grund für das Vorhandensein von Spontaneität ist, aufgrund der Häufigkeit von Überraschungen und der Fülle an Angelegenheiten, die Spontaneität erfordern.
It may appear at first that man’s facing of danger is the reason for the existence of spontaniety, due to the frequency of surprises and the abundance of the occurrence of matters that need spontaniety.
Es mag auch so scheinen, dass Übung bzw. Training und Gewohnheiten die Dinge sind, die Spontaneität hervorbringen. Es ist wahr, dass diese beiden Dinge dabei helfen, Spontaneität entstehen zu lassen, doch weder das eine noch das andere, noch beide zusammen, bringen sie hervor. Das ist nicht der Fall bei denjenigen, die mit dem Verstand arbeiten, wie Ärzte, Ingenieure oder Lehrer und dergleichen, noch bei denjenigen, die körperliche Arbeit verrichten, wie Zimmerleute, Schmiede, Tagelöhner und dergleichen. Dies liegt daran, dass das Leben des Menschen in Gefahren Spontaneität begünstigt. Ihre Einübung und Gewöhnung daran machen sie zur Natur, entwickeln sie und helfen, sie entstehen zu lassen. Keines davon bringt sie jedoch je als Spontaneität bzw. als schnelles Denken hervor.
It may also seem that practice or training and habits are the matters that initiate spontaniety. It is true that these two matters help in initiating spontaniety, but neither one of them nor both combined, initiate it. This is not the case with those who work with thought, like doctors, engineers or teachers and their like, nor with those who carry out physical work, like the carpenters, blacksmiths, labourers and their like. This is because man’s living in dangers aids spontaniety. Practicing it and being accustomed to it make it natural and develop it and help in initiating it. However, none of these ever initiate it as spontaniety or as quick thinking.
Wir haben zuvor gesagt, dass man die Spontaneität bei denjenigen anregt, die körperliche Arbeit verrichten, und sie bilden die große Mehrheit der Menschen oder des Volkes, und zwar durch kollektives Training. Mit anderen Worten, es geschieht, indem man die Gedanken anregt, die sie hervorbringen, etwa indem man einen Mann fragt, was er tut, oder warum ihm eine Überraschung eingefallen ist. Dies gilt neben ähnlichen Fragen. Bei denjenigen, die mit dem Denken arbeiten, wie Lehrer und ideologische Politiker, ist es leicht, sie anzuregen. Es genügt, sie dazu aufzufordern, Spontaneität zu gebrauchen. Obwohl Spontaneität zu den tiefgründigen Angelegenheiten gehört, bei denen es berechtigt ist, Philosophie und Nachdenken einzubeziehen, gehört sie zugleich zu den alltäglichen Dingen, das heißt, sie fällt in die alltägliche Philosophie. Daher genügt es, sie in dieser Weise zu fordern, also denjenigen, die mit dem Denken arbeiten, zu sagen, dass es notwendig ist, dass sie Spontaneität besitzen. Dann würden sie aus der Spontaneität verstehen, was sie bedeutet und was sie ist, ohne dass man auf Einzelheiten eingehen oder Fragen beantworten müsste, ja nicht einmal, dass man die Bedeutung der Spontaneität erklären müsste. Das liegt daran, dass diese Menschen mit dem Denken und im Denken arbeiten. Da ein großer Teil ihrer Arbeit im Denken, in der Wissenschaft und im Wissen liegt, haben sie sich daran gewöhnt, sodass sich dies bei ihnen durch die Gewohnheit zeigt, für die Lösung jedes Problems auf das Denken zurückzugreifen. Deshalb zeigt sich bei ihnen häufig eine Langsamkeit des Denkens oder langsames Denken, das Studium, Prüfung und Berechnung erfordert. Wenn man ihnen sagt, dass sie Spontaneität besitzen müssen, beeilen sie sich im Denken, und so entwickelt sich die Spontaneität bei ihnen aus dieser Schnelligkeit im Denken.
We said before that initiating spontaniety with those who carry out physical work, who are the great majority of the people or the nation, is by collective training. In other words, it is by initiating the thoughts that initiate it, such as asking a man about what he does or why a surprise occurred to him? This is beside similar questions. Initiating it with those who work with thought, such as the teachers and the ideological politicians, is easy. It is simply done by urging them to use spontaniety. Though spontaniety is one of the profound matters, in which it is valid to involve philosophy and thinking, nevertheless it is at the same time, of the routine matters, i.e. it falls within the routine philosophy. Therefore, it is enough to be requested as such, i.e. it is said to those who work with thought that it is necessary that they have spontaniety. Then they would understand from spontaniety what it means and what it is, without the need for entering into the details or answering to questions, or even the need for explaining the meaning of spontaniety. This is because these people work with and in thought. Due to the fact that much of their work is in thought, science and knowledge, they become used to that; so it manifests in them due to this habit of resorting to thinking for solving every problem. Therefore, slowness of thinking or slow thinking that requires study, scrutiny and calculation, manifests often in them. If it said to them, it is necessary that they have spontaniety, they hasten in thinking and thus spontaniety develops with them from this speed in thinking.
Daher genügt es bloß, diejenigen, die im Denken arbeiten, dazu anzuhalten, schnelles Denken zu haben. Dies geschieht, indem man ihnen sagt, sie müssten Spontaneität besitzen. So entsteht Spontaneität bei solchen Menschen, die mit und im Denken arbeiten, etwa den Lehrern, den ideologischen Politikern und ihresgleichen, indem man sie auffordert, Spontaneität anzuwenden. Mit anderen Worten: Es genügt, ihnen zu sagen, dass sie Spontaneität haben müssen, damit Spontaneität vorhanden ist. Sie brauchen dafür keine großen Schwierigkeiten oder neue Sachverhalte. Sie arbeiten vielmehr im und mit dem Denken, und deshalb brauchen sie nichts anderes. Da sie diese Arbeit ausüben und sie ihre tägliche Beschäftigung ist, entwickeln sie durch Gewohnheit und Übung die Eigenschaft des Denkens oder das Merkmal des langsamen Denkens. So sagen sie über alles, was ihnen vorgelegt wird: „Das erfordert Studium, Prüfung und Untersuchung“, auch wenn es vielleicht gar nicht nötig ist. Damit sie sich an schnelles Denken gewöhnen und zwischen dem unterscheiden, was Studium erfordert, und dem, was keines erfordert, werden sie aufgefordert, schnelles Denken zu haben, d. h. sie werden gebeten, Spontaneität zu besitzen. Schnelles Denken selbst ist Spontaneität. Dieses schnelle Denken würde, wenn es nicht durch ein Hindernis behindert wird, sofort das Urteil über die Sache rasch hervorbringen.
Therefore, it is enough merely to encourage those who work in thought to have quick thinking. This is done by saying to them that they must have spontaniety. Thus, spontaniety is created in such people who work with and in thought, like the teachers and the ideological politicians and their like, by urging them to use spontaniety. In other words, it is enough to tell them that they must have spontaniety, for spontaniety to exist. They do not need much difficulty or new matters. They rather work in and with thought, so they do not need anything else. It is because they practice this work and it is their daily work, so they develop, due to the habit and training, the attribute of thinking or the characteristic of slow thinking. Thus, they say about everything presented to them, “this requires study and examination and investigation,” though it might not be the case. In order that they become used to quick thinking and they distinguish between that which needs study and that which does not need study, they are asked to have quick thinking, i.e. they are requested to have spontaniety. Quick thinking itself is spontaniety. This quick thinking, if not obstructed by a barrier, would produce, immediately, the judgement on the matter quickly.
Dann würde man wissen, dass dies Spontaneität ist bzw. aus Spontaneität geschieht, in Bezug auf das, was kein Studium und keine Prüfung erfordert. Gäbe es in der Angelegenheit eine Schranke oder ein Hindernis, so würde er wissen, dass sie Studium und Prüfung benötigt, denn sie gehört nicht zu der Art von Angelegenheiten, die Spontaneität erfordern.
One would know then that this is spontaniety or from spontaniety regarding that which does not need study or scrutiny. If there were a barrier or an obstruction in the issue, he would know then that it needs study and scrutiny, because it is not among the type of issues that require spontaniety.