Die Kranken
The Sick
(25) Bei jeder Krankheit, durch die sich ein Mensch unwohl fühlt, ist es erlaubt, nicht zu fasten. Die Grundlage dafür ist der Vers (sinngemäße Bedeutung): „… und wer krank ist oder sich auf einer Reise befindet, (soll) die gleiche Anzahl (von Tagen, an denen er nicht gefastet hat,) an anderen Tagen (nachholen) …“ [al-Baqarah 2:185]. Ist die Beeinträchtigung aber geringfügig, etwa ein Husten oder Kopfschmerzen, so ist dies kein Grund, das Fasten zu brechen.
(25) In the event of any sickness that makes people feel unwell, a person is allowed not to fast. The basis for this is the aayah (interpretation of the meaning): “… and whoever is ill or on a journey, the same number [of days on which one did not observe sawm must be made up] from other days…” [al-Baqarah 2:185]. But if the ailment is minor, such as a cough or headache, then it is not a reason to break one's fast.
Wenn es medizinische Beweise gibt, oder ein Mensch aus seiner gewohnten Erfahrung weiß, oder er sich sicher ist, dass das Fasten seine Krankheit verschlimmert oder seine Genesung verzögert, dann ist es ihm erlaubt, sein Fasten zu brechen; vielmehr ist es für ihn verabscheuenswert (makrooh), in solchen Fällen zu fasten. Wenn ein Mensch schwer krank ist, muss er während der Nacht nicht die Absicht fassen, am folgenden Tag zu fasten, selbst wenn die Möglichkeit besteht, dass er am Morgen gesund ist, denn maßgeblich ist der gegenwärtige Augenblick.
If there is medical proof, or a person knows from his usual experience, or he is certain, that fasting will make his illness worse or delay his recovery, he is permitted to break his fast; indeed, it is disliked (makrooh) for him to fast in such cases. If a person is seriously ill, he does not have to have the intention during the night to fast the following day, even if there is a possibility that he may be well in the morning, because what counts is the present moment.
(26) Wenn das Fasten eine Bewusstlosigkeit verursachen wird, soll er sein Fasten brechen und es später nachholen. (al-Fataawa, 25/217). Wenn eine Person tagsüber das Bewusstsein verliert und vor Maghrib oder danach wieder zu sich kommt, ist ihr Fasten dennoch gültig, sofern sie am Morgen gefastet hat; ist sie hingegen von Fadschr bis Maghrib bewusstlos, ist ihr Fasten nach Ansicht der Mehrheit der Gelehrten nicht gültig. Nach Ansicht der Mehrheit der Gelehrten ist es verpflichtend, dass eine Person, die bewusstlos wird, ihre Fastentage später nachholt, unabhängig davon, wie lange sie bewusstlos war. (al-Mughni ma’a al-Sharh al-Kabeer, 1/412, 3/32; al-Mawsoo’ah al-Fiqhiyyah al-Kuwaytiyyah, 5/268).
(26) If fasting will cause unconsciousness, he should break his fast and make the fast up later on. (al-Fataawa, 25/217). If a person falls unconscious during the day and recovers before Maghrib or after, his fast is still valid, so long as he was fasting in the morning; if he is unconscious from Fajr until Maghrib, then according to the majority of scholars his fast is not valid. According to the majority of scholars, it is obligatory for a person who falls unconscious to make up his fasts later on, no matter how long he was unconscious. (Al-Mughni ma’a al-Sharh al-Kabeer, 1/412, 3/32; al-Mawsoo’ah al-Fiqhiyyah al-Kuwaytiyyah, 5/268).
Einige Gelehrte haben Fatwas dahingehend erlassen, dass eine Person, die bewusstlos wird, Schlaftabletten einnimmt oder aus einem echten Grund eine Vollnarkose erhält und für drei Tage oder weniger bewusstlos bleibt, die Fastentage nachholen muss, da sie als jemand angesehen wird, der schläft. Ist sie länger als drei Tage bewusstlos, muss sie die Fastentage nicht nachholen, da sie als jemand angesehen wird, der geisteskrank ist. (Aus den Fatawa von Scheich ʿAbd al-ʿAziz ibn Baz, mündlich erlassen).
Some scholars issued fatwaas to the effect that a person who falls unconscious or takes sleeping pills or receives a general anaesthetic for a genuine reason, and becomes unconscious for three days or less, must make up the fasts later on, because he is regarded as being like one who sleeps; if he is unconscious for more than three days, he does not have to make up the fasts, because he is regarded as being like one who is insane. (From the fataawa of Shaykh ‘Abd al-‘Azeez ibn Baaz, issued verbally).
(27) Wenn eine Person extremen Hunger oder Durst verspürt und befürchtet, dass sie sterben könnte oder dass einige ihrer Fähigkeiten irreparabel geschädigt werden, und sie dafür vernünftige Gründe hat, zu glauben, dass dies so ist, darf sie ihr Fasten brechen und es später nachholen, denn die Rettung des eigenen Lebens ist verpflichtend. Es ist jedoch nicht erlaubt, das Fasten wegen erträglicher Beschwerden zu brechen oder weil man sich müde fühlt oder sich vor einer eingebildeten Krankheit fürchtet. Menschen, die körperlich anstrengende Berufe ausüben, dürfen das Fasten nicht brechen, und sie müssen in der Nacht die Absicht fassen, am folgenden Tag zu fasten. Wenn sie ihre Arbeit nicht unterbrechen können und befürchten, dass ihnen tagsüber ein Schaden zustoßen könnte, oder wenn sie einer extremen Härte ausgesetzt sind, die sie zum Fastenbruch veranlasst, dann sollen sie nur so viel essen, wie ausreicht, um die Härte zu ertragen, danach sollen sie sich bis Sonnenuntergang des Essens enthalten, und sie müssen das Fasten später nachholen. Arbeiter in körperlich anstrengenden Berufen, wie etwa beim Arbeiten an Öfen und beim Schmelzen von Metallen, sollten versuchen, ihre Arbeitszeiten so zu ändern, dass sie nachts arbeiten, oder ihren Urlaub während des Ramadan zu nehmen, oder sogar unbezahlten Urlaub nehmen. Ist dies jedoch nicht möglich, dann sollten sie sich nach einer anderen Arbeit umsehen, bei der sie ihre religiösen und weltlichen Pflichten miteinander vereinbaren können. „Und wer Allah fürchtet und Ihm gegenüber seine Pflicht erfüllt, für den wird Er einen Ausweg schaffen (aus jeder Schwierigkeit). Und Er wird ihn versorgen von (Quellen), mit denen er nie gerechnet hätte." [at-Talaq 65:2-3 – sinngemäße Bedeutung]. (Fataawa al-Lajnah al-Daa'imah, 10/233, 235)
(27) If a person feels extreme hunger or thirst, and fears that he may die or that some of his faculties may be irreparably damaged, and has rational grounds for believing this to be so, he may break his fast and make up for it later on, because saving one’s life is obligatory. But it is not permissible to break one's fast because of bearable hardship or because one feels tired or is afraid of some imagined illness. People who work in physically demanding jobs are not permitted to break their fast, and they must have the intention at night of fasting the following day. If they cannot stop working and they are afraid that some harm may befall them during the day, or they face some extreme hardship that causes them to break their fast, then they should eat only what is enough to help them bear the hardship, then they should refrain from eating until sunset, and they have to make the fast up later. Workers in physically demanding jobs, such as working with furnaces and smelting metals, should try to change their hours so that they work at night, or take their holidays during Ramadaan, or even take unpaid leave, but if this is not possible, then they should look for another job, where they can combine their religious and worldly duties. “And whoever fears Allaah and keeps his duty to Him, He will make a way for him to get out (from every difficulty). And He will provide him from (sources) he could never imagine.” [al-Talaaq 65:2-3 – interpretation of the meaning]. (Fataawa al-Lajnah al-Daa’imah, 10/233, 235)
Prüfungen der Studenten sind keine Entschuldigung dafür, während des Ramadan das Fasten zu brechen, und es ist nicht erlaubt, den Eltern darin zu gehorchen, das Fasten wegen Prüfungen zu brechen, denn es gibt keinen Gehorsam gegenüber einem Geschöpf, wenn er Ungehorsam gegenüber dem Schöpfer beinhaltet.
Students’ exams are no excuse for breaking one’s fast during Ramadaan, and it is not permissible to obey one’s parents in breaking the fast because of having exams, because there is no obedience to any created being if it involves disobedience to the Creator.
(Fatāwā al-Lajnah ad-Dāʾimah, 10/241).
(Fataawa al-Lajnah al-Daa’imah, 10/241).
(28) Der kranke Mensch, der hofft, wieder gesund zu werden, soll warten, bis es ihm besser geht, und dann die Fastentage nachholen, die er versäumt hat; er darf nicht einfach Arme speisen. Wer an einer chronischen Krankheit leidet und keine Hoffnung auf Genesung hat, sowie alte Menschen, die nicht fasten können, sollen für jeden Tag, den sie versäumt haben, einen Armen mit einem halben Sa' des Grundnahrungsmittels ihres Landes speisen. (Ein halbes Sa' entspricht ungefähr eineinhalb Kilogramm Reis.) Es ist erlaubt, dies auf einmal zu tun, an einem Tag am Ende des Monats, oder jeden Tag einen Armen zu speisen. Er muss dies durch die Abgabe tatsächlicher Nahrung tun, aufgrund des Wortlauts des Verses – er kann es nicht dadurch erfüllen, dass er den Armen Geld gibt (Fatāwā al-Lajnah ad-Dā'imah, 10/198). Er kann jedoch einer vertrauenswürdigen Person oder einer wohltätigen Organisation Geld geben, damit diese Nahrung kauft und sie in seinem Namen an die Armen verteilt. Wenn ein kranker Mensch im Ramadan nicht fastet, weil er auf seine Genesung wartet, um die Tage später nachholen zu können, und sich dann herausstellt, dass seine Krankheit chronisch ist, muss er für jeden Tag, den er nicht gefastet hat, einen Armen speisen. (Aus den Fatāwā von Scheich Ibn ʿUthaimīn). Wenn eine Person auf ihre Genesung wartet und hofft, wieder gesund zu werden, dann aber stirbt, besteht keine „Schuld“, die er oder seine Erben zu begleichen haben. Wenn die Krankheit eines Menschen als chronisch gilt, er deshalb nicht fastet und stattdessen Arme speist, der medizinische Fortschritt aber inzwischen ein Heilmittel hervorbringt, das er anwendet und wodurch er genest, muss er die versäumten Fastentage nicht nachholen, denn er hat zur damaligen Zeit getan, was von ihm verlangt war. (Fatāwā al-Lajnah ad-Dā'imah, 10/195)
(28) The sick person who hopes to recover should wait until he gets better, then make up for the fasts he has missed; he is not allowed just to feed the poor. The person who is suffering from a chronic illness and has no hope of recovery and elderly people who are unable to fast should feed a poor person with half a saa’ of the staple food of his country for every day that he has missed. (Half a saa’ is roughly equivalent to one and a half kilograms of rice). It is permissible for him to do this all at once, on one day at the end of the month, or to feed one poor person every day. He has to do this by giving actual food, because of the wording of the aayah – he cannot do it by giving money to the poor (Fataawa al-Lajnah al-Daa’imah, 10/198). But he can give money to a trustworthy person or charitable organization to buy food and distribute it to the poor on his behalf. If a sick person does not fast in Ramadaan, waiting to recover so that he can make the days up later, then he finds out that his sickness is chronic, he has to feed a poor person for every day that he did not fast. (From the fataawa of Shaykh Ibn ‘Uthaymeen). If a person is waiting to recover from his illness and hopes to get better, but then dies, there is no “debt” owed by him or his heirs. If a person’s sickness is considered to be chronic, so he does not fast and feeds the poor instead, then advances in medical science mean that there is now a cure, which he uses and gets better, he does not have to make up the fasts he has missed, because he did what he had to do at the time. (Fataawa al-Lajnah al-Daa’imah, 10/195)
(29) Wenn eine Person krank ist, dann genest und in der Lage ist, die versäumten Fasttage nachzuholen, es aber vor ihrem Tod nicht tut, dann soll aus ihrem Nachlass für jeden versäumten Tag ein Armer gespeist werden. Wenn einige ihrer Verwandten für sie fasten wollen, ist das in Ordnung, denn in al-Saheehayn wird überliefert, dass der Gesandte Allahs ﷺ sagte: „Wer stirbt und noch Fasttage schuldet, dessen Erbe soll für ihn fasten.“ (Aus Fataawa al-Lajnah al-Daa’imah, Band über Da’wah, 806).
(29) If a person is sick, then recovers, and is able to make up the missed fasts but does not do so before he dies, then money should be taken from his estate to feed a poor person for every day that he missed. If any of his relatives want to fast on his behalf, then this is OK, because it was reported in al-Saheehayn that the Messenger of Allaah (peace and blessings of Allaah be upon him) said: “Whoever dies owing some fasts, let his heir fast on his behalf.” (From Fataawa al-Lajnah al-Daa’imah, volume on Da’wah, 806).