Wissenschaft im Qur'an
Science In The Qur’an
Der Koran und seine Beziehung zur Wissenschaft wird seit Jahrhunderten diskutiert, wobei Gelehrte darüber streiten, ob die Wissenschaft als exegetisches Werkzeug eingesetzt werden soll, um seine Bedeutungen zu erhellen. Der Gelehrte Al-Shatibi aus dem 14. Jahrhundert war gegen den Einsatz der Wissenschaft. Er argumentiert, dass der Koran ein religiöses Buch ist, das hauptsächlich auf die Offenbarung des göttlichen Willens in der menschlichen Sphäre der Existenz ausgerichtet ist. Al-Shatibi schreibt:
The Qur’an’s relationship with science has been discussed for centuries, with scholars debating whether to use science as an exegetical tool to elucidate its meanings. The 14th Century scholar Al-Shatibi was against using science. He argues the Qur’an is a religious book which is mainly focused on the manifestation of the Divine will in the human sphere of existence. Al-Shatibi writes:
Viele Menschen haben jedes Maß überschritten und unberechtigte Behauptungen über den Koran aufgestellt, indem sie ihm alle Arten von Wissen über Vergangenheit und Gegenwart zuschrieben, etwa die Naturwissenschaften, die Mathematik und die Logik.15
Many people have overstepped all bounds and made undue claims about the Qur’an when they assigned to it all types of knowledge of the past and the present such as the natural sciences, mathematics and logic.15
Jedoch befürwortet der Theologe und Philosoph Al-Ghazali aus dem 11. Jahrhundert, die Wissenschaft zu nutzen, um die Bedeutungen des Qur’an zu erläutern. Al-Ghazali betrachtet den Qur’an als Grundlage aller Arten von Wissen. So erklärt er beispielsweise, dass alles Wissen „in den Zeichen und Hinweisen im Qur’an“ angelegt sei,16 und in seinem Buch The Jewels of the Qur’an vertritt er die Auffassung, dass die Prinzipien der verschiedenen Wissenschaften „nicht außerhalb des Qur’an liegen“.17
However, the 11th Century theologian and philosopher, Al-Ghazali advocates using science to elucidate the meanings of the Qur’an. Al-Ghazali views the Qur’an as providing the foundations to all types of knowledge. He states, for example, that all knowledge is implied “in the signs and indications in the Qur’an”16 and in his book The Jewels of the Qur’an he argues that the principles of various sciences “are not outside the Qur’an.” 17.
Gelehrte behaupten außerdem, der Koran sei ein eindringlicher Text, der sich mit den inneren Dimensionen des Menschen auseinandersetzt. Zu den kommunikativen Strategien, derer sich der Koran dafür bedient, gehören die Technik des Fragens und der Verweis auf Zeichen Gottes, d. h. seine Anspielungen auf die natürliche Welt. Schätzungsweise 750 Verse befassen sich mit Wissenschaft und Naturphänomenen.18
Scholars also claim the Qur’an is an intrusive text engaging with the inner dimensions of man. Communicative strategies employed by the Qur’an to achieve this include the technique of asking questions and referring to sign-posts to God i.e. its allusions to the natural world. There are an estimated 750 verses concerning science and natural phenomena.18
Wissenschaft ist, so wie der Philosoph Bertrand Russell sie definiert, „der Versuch, durch Beobachtung und darauf gegründete Schlussfolgerung ... bestimmte Tatsachen über die Welt und die Gesetze, die Tatsachen miteinander verbinden, zu entdecken“19.
Science, as defined by the philosopher Bertrand Russell, is “the attempt to discover, by means of observation and reasoning based upon it, ...particular facts about the world, and the laws connecting facts with one another...”19.
Obwohl es keinen Konsens über die Definition von Wissenschaft gibt, scheint es, dass Russells Definition, auf den Qur'an angewandt, eine Reihe von Versen aufzeigt, die auf wissenschaftliche Untersuchung hinweisen. Einige Beispiele sind:
Although there is no consensus over the definition of science, it seems that Russell's definition applied to the Qur’an offers an array of verses pointing to scientific study. Some examples include:
Und Er ist es, Der alle Dinge erschaffen und ihnen ihr genaues Maß bestimmt hat.20
And who created all things and made them to an exact measure.20
Wir werden ihnen Unsere Zeichen in den Gegenden der Erde und in ihnen selbst zeigen, bis ihnen klar wird, dass dies die Wahrheit ist.21
We shall show them Our signs in every region of the earth and in themselves, until it becomes clear to them that this is the Truth.21
Wahrlich, in der Erschaffung der Himmel und der Erde und im Wechsel von Nacht und Tag liegen Zeichen für diejenigen, die Verstand besitzen.22
There truly are signs in the creation of the heavens and the earth, and in the alternation of the night and day, for those with understanding.22
Bei der Erschaffung der Himmel und der Erde; im Wechsel von Nacht und Tag; in den Schiffen, die mit Gütern für die Menschen über die Meere fahren; im Wasser, das Gott vom Himmel herabsendet, um die Erde nach ihrer Dürre wieder zum Leben zu erwecken und darauf allerlei Lebewesen zu verbreiten; im Wechsel der Winde und Wolken, die zwischen Himmel und Erde ihre bestimmten Bahnen ziehen: in all diesen gibt es Zeichen für Menschen, die ihren Verstand gebrauchen.
In the creation of the heavens and earth; in the alternation of the night and day; in the ships that sail the seas with goods for people; in the water which God sends down from the sky to give life to the earth when it has been barren, scattering all kinds of creatures over it; in the changing of the winds and clouds that run their appointed courses between the sky and earth: there are signs in all of these for those who use their minds.
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Dies bedeutet jedoch nicht, dass der Koran ein Buch der Wissenschaft ist; vielmehr ist er ein Buch der Ayat, was gewöhnlich als „Verse“ gedeutet wird und sprachlich verschiedene Bedeutungen vermittelt, etwa: Zeichen, Beweis, Nachweis und Wunder.24 Daher sind die Koranverse, die sich auf die natürliche Welt beziehen, nicht dazu bestimmt, detaillierte Beschreibungen der Natur zu liefern, sondern sie ermutigen zum Nachdenken und zur Reflexion.
This, however, does not imply the Qur’an is a book of science; rather it is a book of ayaat, which is commonly interpreted as ‘verses’ and linguistically conveys various meanings, such as: sign, proof, evidence and miracle.24 Thus, the qur’anic verses pertaining to the natural world are not meant to provide detailed descriptions of nature, but they encourage thinking and reflection.
Außerdem vertritt die islamische Glaubenslehre die Position, dass der Qur'an keine feststehenden Tatsachen verneint, und es besteht ein wissenschaftlicher Konsens darüber, dass seine Aussagen über die natürliche Welt nicht auf ein Verständnis der Natur aus dem 7. Jahrhundert beschränkt sind. Dies wird von Shaykh Mohar Ali in seinem Buch The Qur'an and the Orientalists erläutert:
Moreover, the Islamic creedal position maintains that the Qur’an does not negate established realities, and there is a scholarly consensus that its statements pertaining to the natural world are not confined to a 7th century understanding of nature. This is explained by Shaykh Mohar Ali in his book The Qur’an and the Orientalists:
Weit davon entfernt, die irrige Weltanschauung im Arabien des siebten Jahrhunderts wiederzugeben oder widerzuspiegeln, geht der Koran tatsächlich weit über das wissenschaftliche Wissen seiner Zeit hinaus und spricht von wissenschaftlichen Tatsachen und Wahrheiten, die der Mensch erst vor kurzem entdeckt hat.25
Far from reproducing or reflecting the erroneous world-view prevailing in the seventh century Arabia, the Qur’an indeed goes far beyond the scientific knowledge of the time and speaks of scientific facts and truths that have only recently been discovered by man.25
In Betracht dessen zieht die Tatsache, dass ein Dokument aus dem 7. Jahrhundert Aussagen enthält, die die damals etablierten wissenschaftlichen Behauptungen zurückweisen, und mit der heutigen Wissenschaft und ihren Entdeckungen übereinstimmt, die Natur des Qur'ans als Wegweiser zum Transzendenten offenkundig nach sich. Dies regt zum Nachdenken an und führt zu der Schlussfolgerung, dass Gott Einer ist und der Diskurs des Qur'ans göttlich ist. Dieser Beitrag greift eines dieser Zeichen auf, das sich in Sure 23, Verse 12 bis 14 findet, und liefert eine sprachliche Analyse, die jedes Schlüsselwort mit der modernen Embryologie in Beziehung setzt.
In considering this, the fact that a 7th century document contains statements rejecting the established scientific assertions of its time, and complying with modern-day science and its discoveries, makes evident the nature of the Qur’an as a sign-post to the transcendent. This encourages contemplation, and facilitates the arrival at a conclusion that God is One and qur’anic discourse is Divine. This paper will take one of these signs found in chapter 23 verses 12 to 14, and provide a linguistic breakdown correlating each key word with modern embryology.