10. Die Geißel der entmenschlichenden Sprache
10. The Scourge Of Dehumanising Language
Im Qur'an weist Allah die Gläubigen an, einander in angemessenen Worten anzusprechen, einander nicht zu verspotten und zu beleidigen und sich selbst nicht für besser zu halten als andere. Der Vers in der Sure al-Ḥujurāt warnt die Gläubigen:
In the Qur’ān, Allāh instructs the believers to address one another in fair terms, not to ridicule and insult one another and consider one’s self better than others. The verse in Sūrah al-Ḥujarāt cautions the faithful:
49:11 – Ihr Gläubigen, keine Gruppe von Männern soll eine andere verspotten, denn vielleicht ist diese besser als sie; keine Gruppe von Frauen soll eine andere verspotten, denn vielleicht ist diese besser als sie; schmäht einander nicht und gebt euch gegenseitig keine verletzenden Spitznamen. Wie schlecht ist es, nach dem Glaubensbekenntnis mit dem Namen eines Unruhestifters bezeichnet zu werden! Wer dieses Verhalten nicht bereut, gehört zu den Frevlern.
49:11 - Believers, no one group of men should jeer at another, who may after all be better than them; no one group of women should jeer at another, who may after all be better than them; do not speak ill of one another; do not use offensive nicknames for one another. How bad it is to be called a mischief-maker a after accepting faith! Those who do not repent of this behaviour are evildoers.
‘Aṭā ibn Abī Rabāh sagte, die Warnung beziehe sich auf das Sagen zu deinem Bruder: „O Hund, o Esel, o Schwein.“85 Entmenschlichung beginnt immer mit der Sprache, oft gefolgt von Bildern. Dies zeigt sich durch die gesamte Geschichte. Während des Holocaust beschrieben die Nazis die Juden als Untermenschen. Sie nannten Juden Ratten und stellten sie als krankheitsübertragende Nagetiere dar, in allem von Militärflugblättern bis zu Kinderbüchern. Hutus, die am Völkermord in Ruanda beteiligt waren, nannten die Tutsi „Kakerlaken“. Indigene Völker werden häufig als „Wilde“ bezeichnet. Serben nannten die Bosniaken „Fremdlinge“. Sklavenbesitzer betrachteten Sklaven im Laufe der Geschichte als untermenschliche Tiere.
‘Aṭā ibn Abī Rabāh said the warning is with respect to saying to your brother, “O dog, O donkey, O pig.”85 Dehumanisation always starts with language, often followed by images. We see this throughout history. During the Holocaust, Nazis described Jews as Untermenschen—subhuman. They called Jews rats and depicted them as disease-carrying rodents in everything from military pamphlets to children’s books. Hutus involved in the Rwanda genocide called Tutsis “cockroaches”. Indigenous people are often referred to as “savages”. Serbs called Bosnians “aliens”. Slave owners throughout history considered slaves subhuman animals.
Stereotype sind das, was die Wahrnehmung einer Person von einer Gruppe verzerrt. Die Art, wie Menschen andere wahrnehmen, kann bestehende kulturelle Stereotype bestätigen, die in den Medien, in Schulbüchern, in Filmen, in religiösen Zentren und unter Menschen verbreitet werden. Abdo verdeutlicht die tief verwurzelte Unkenntnis, die Amerikaner über die muslimische Präsenz in Amerika haben. Die ferne Andersartigkeit, mit der sie Muslime betrachten mögen, wäre nicht so fern, wenn sie wüssten, dass Muslime bereits seit der Kolonialzeit in den Vereinigten Staaten lebten, da viele Sklaven, die aus Westafrika nach Amerika gebracht wurden, Muslime waren. Der Autor verweist auf Namen wie Bullaly (Bilali), Mahomet (Muḥammad) und Walley (Wali), um die synkretistischen Landschaften freizulegen, an die diese Muslime gebunden waren.86
Stereotypes are what skew a person’s perception of a group. People’s perceptions of others can sometimes confirm existing cultural stereotypes disseminated in the media, in school textbooks, films, religious centres and among people. Abdo highlights the deep-seated ignorance Americans have of the Muslim presence in the Americas. The distant Otherness they might look on Muslims with is not all too distant if they had known that Muslims have been in the United States from colonial times, since many slaves that were brought to America from West Africa were Muslim. The author points to names like Bullaly (Bilali), Mahomet (Muḥammad), Walley (Wali)…to unpeel the syncretised landscapes to which those Muslims were bound.86
In der Sure Yusuf gibt es eine sehr berührende Stelle, über die wir nachdenken sollten. Als sich die Brüder des Propheten Yusuf zusammenfinden, angetrieben von einem krankhaften Neid, um Yusuf zu schaden, sagen sie:
In Sūrah Yūsuf, there is a very touching point that requires our reflection. When the brothers of Prophet Yūsuf gather together, motivated by a pathological envy, to do harm to Yūsuf, they say:
12:9 - [Einer von ihnen sagte:] „Tötet Joseph oder verbannt ihn in ein anderes Land, dann wird die Aufmerksamkeit eures Vaters euch allein gehören. Danach könnt ihr rechtschaffen sein.“ 12:10 - [Ein anderer von ihnen] sagte: „Tötet Joseph nicht, sondern werft ihn, wenn es denn sein muss, in die verborgene Tiefe eines Brunnens, damit ihn vielleicht eine Karawane aufliest.“ Wir stellen zunächst fest, dass der Prophet Joseph mit Respekt bei seinem Namen eingeführt wird. Im folgenden Vers, als der ältere Bruder die Führung übernimmt und den ersten Vorschlag gewissenhaft ablehnt, erwähnt auch er Joseph bei seinem Namen. Was er außerdem vorschlägt, ist weniger hart als der erste Vorschlag. Wo das Pronomen „ihn“, wie in „Tötet ihn nicht“, dieselbe Aussage hätte vermitteln können, beschreibt Allah den Bruder stattdessen mit den Worten „Tötet Joseph nicht“.
12:9 - [One of them said], ‘Kill Joseph or banish him to another land, and your father’s attention will be free to turn to you. After that you can be righteous.’ 12:10 - [Another of them] said, ‘Do not kill Joseph, but, if you must, throw him into the hidden depths of a well where some caravan may pick him up.’ We notice in the first instance that Prophet Yūsuf is introduced with respect to his name. In the subsequent verse when the older brother takes the lead, conscientiously objecting to the initial proposal, he too mentions Yūsuf by his name. What he also proposes is less severe than the first proposition. Where the pronoun “him” as in “Do not kill him” could have conveyed the same point, Allāh instead describes the brother saying “Do not kill Yūsuf”.
Manche Gelehrten vertreten die Ansicht, dass dies dazu dienen könne, die familiäre Bindung zu stärken, und dass die Heiligkeit des menschlichen Lebens auch in dieser Begegnung weiterhin gegeben sei.
Some scholars suggest that this may be to reinforce the familial bond, and that the sanctity of human life is still present in the encounter.
Benennung ist Personalisierung, die Zuschreibung eines Zugehörigkeitsgefühls an einen anderen. Der Name ist etwas, das gewählt und ausgesucht und danach jemandem verliehen wird. Er weckt einen Sinn für das Gefühlvolle und ruft Gedanken an Geburt und Zeremonie, an Familie und Glück hervor.
Naming is personalising, the attributing to another a sense of belonging. The name is something chosen and selected and thereafter conferred onto someone. It evokes a sense of the sentimental, conjuring up thoughts of birth and ceremony, of family and happiness.
Die Namensgebung kommt der Verleihung einer Identität gleich, durch die Konnotationen des Namens selbst, eines Ideals, einer Eigenschaft, einer Persona. Der Muslim mag seine Gespräche damit beginnen, sich vorzustellen und den anderen zu fragen, wie er oder sie heißt. Man kann manchmal feststellen, dass der Name selbst ein ganzes Gespräch eröffnen kann.
Naming is akin to bestowing of an identity through the connotations of the name itself, of an ideal, a characteristic, a persona. The Muslim might begin his conversations by introducing himself and asking another what his or her name is. One can sometimes find that the name itself can open up an entire conversation.
Im Holocaust vermieden die NS-Wachen beim Sprechen über Häftlinge Namen und selbst Wörter wie „Menschen“, „Personen“ oder sogar „Männer“. Stattdessen sprachen sie von „Stücken“ oder „Ware“. Der Zweck war, den Opfern jede Bedeutung zu nehmen und ihr Leben als bedeutungslos erscheinen zu lassen. Die Worte „Leiche“ oder „Opfer“ waren verboten; die Toten wurden stattdessen wie Holzklötze behandelt, völlig belanglos. In einem geheimen Memorandum vom 5. Juni 1942 werden die Menschen, die in den mobilen Gaskammern in Chełmno zum Tode bestimmt waren, durchweg als „die Fracht“ oder „die Stücke“ bezeichnet. Täter von Völkermord sehen ihre Opfer selten als Individuen, sondern als eine Masse von Körpern und Leichen. Wenn wir vom Tod Tausender Opfer hören, verhindert die Zahl eine persönliche Vorstellung jedes einzelnen Lebens. Das Verbrechen selbst tritt zwar deutlich hervor, doch das Leid einer persönlichen Tragödie entgeht uns oft. Die NS-Wachen mussten dafür sorgen, dass den Opfern die Ausweispapiere abgenommen wurden, dass Gaskammern an die Stelle summarischer Hinrichtungen traten und dass die Opfer nie mit ihrem Namen oder auch nur in Begriffen angesprochen wurden, die auf menschliche Existenz hindeuteten.
In the Holocaust when speaking of prisoners, Nazi guards avoided using names or even words like ‘people’ or ‘individuals’ or even ‘men’, referring to them instead as “pieces” or “items”. The purpose was to strip victims of all importance and render their lives meaningless. Using words such as “corpse” or “victim” were forbidden; the dead were instead akin to blocks of wood, completely irrelevant. In a secret memorandum, dated June 5, 1942, the human beings marked for death in mobile gas chambers at Chelmno are always referred to as “the cargo” or “the items.” Perpetrators of genocide rarely see their victims as individuals, seeing them instead as a mass of bodies and corpses. When we hear of the deaths of thousands of victims, the number disallows a personalising with each life. The atrocity indeed stands out, but the sorrow of a personal tragedy often escapes us. Nazi guards had to ensure that identity cards were removed from their victims, that gas chambers took the place of summary executions, that victims were never addressed by their names or even in terms that denoted human presence.
Unter Verwendung der medialen Deutung einer landesweiten Welle des Mitgefühls, die von der Sandy Hook Elementary School in Connecticut am 14. Dezember 2012 ausging, setzte George Monbiot die humanitäre Anteilnahme für die amerikanischen Kinder, die beim Schusswaffenangriff an der Sandy Hook Elementary School in Connecticut am 14. Dezember 2012 ermordet wurden, mit der Anteilnahme für Kinder in Verbindung, die in Pakistan durch amerikanische Drohnenangriffe getötet wurden. In Monbiots Beispiel steht das Ergebnis des Irakkriegs im Mittelpunkt, im Einklang mit der kritischen Haltung der Zeitung zu diesem Krieg, und dessen Auswirkungen auf Kinder werden hervorgehoben. Die einfühlsame Sichtweise, das Zusammenführen beider Arten von Opfern, soll jedoch zeigen, wie wir ungleiche verlorene Leben in unseren kognitiven Schemata einordnen. Monbiot macht auf die Dutzenden Kinder aufmerksam, die bei Drohnenangriffen getötet wurden, die von den Präsidenten Bush und Obama genehmigt worden waren: 64 in den ersten drei Jahren von Obamas Amtszeit und 69
Using the media framing of a national outpouring of compassion which emerged from the Sandy Hook Elementary School in Connecticut on December 14th 2012, George Monbiot sought to correlate humanitarian compassion between American children murdered in the gun attack at Sandy Hook Elementary School in Connecticut on December 14th 2012 and children murdered in Pakistan from American drone strikes. In Monbiot’s example, it is the outcome of the Iraq War, in line with the newspaper’s critical position on the war, and its effect on children that is highlighted. However, the empathic outlook, the merging together of both types of victims is intended to show how we situate disparate lives lost in our cognitive schemas. Monbiot brings to light the dozens of children killed in drone strikes authorised by Presidents Bush and Obama, 64 in the first three years of Obama’s time in office and 69
Kinder, die bei einem der früheren Angriffe Bushs getötet wurden. Er kommentiert die Gleichgültigkeit gegenüber den kindlichen Opfern der amerikanischen Drohnenangriffe als Teil eines Prozesses der Entpersonalisierung: „Sie gehören dem Anderen an: der nichtmenschlichen Welt von Insekten, Gras und Gewebe.“87
children killed in one of Bush’s earlier strikes. He comments on the indifference to the child victims of the American drone attacks as being part of a process of depersonalisation, ‘they belong to the other: to the non-human world of bugs and grass and tissue.’87
Ein BBC-One-Dokumentarfilm aus dem Jahr 2018 mit dem Titel „Killer in Our Classroom: Never Again“88 basierte auf dem Schulmassaker von Parkland, Florida, im Februar 2018. Bei diesem Angriff betrat der 19-jährige Nikolas Cruz die Marjory Stoneman Douglas High School und tötete vierzehn Schülerinnen und Schüler sowie drei Mitarbeiter der Schule. Er verfolgte Schülerinnen und Schüler der Schule, die eine breit angelegte, von Jugendlichen getragene Kampagne organisiert hatten, die strengere Waffengesetze in Amerika forderte. Ein zentraler emotionaler Schwerpunkt des Dokumentarfilms liegt auf den Geschichten einiger der von dem Attentat betroffenen Schülerinnen und Schüler. Als ihnen eine Grafik von Gebäude 12, erster Stock, gezeigt wurde, auf der verstreute Punkte in verschiedenen Klassenzimmern anzeigten, wo Menschen während des Angriffs starben, äußerte einer der Schüler: „Jedes Mal, wenn ein Punkt blau wurde oder ein Punkt gelb wurde, wusste ich, wer das war, und es war einfach wirklich verstörend.“ Eine zweite Schülerin sagte: „Ich kenne jeden einzelnen Punkt, und ich weiß, wer jeder dieser Punkte ist, wirklich jeden einzelnen. Und ich hatte das Gefühl, als würde ich alles noch einmal erleben.“ Ein Weiterer sagte: „Das Schlimmste ist, dass es wehtut, wenn man den Punkten Namen gibt.“ Die Schülerinnen und Schüler konnten hinter dem „Punkt“ ein ganzes Leben, eine Erfahrung und eine Erinnerung verorten, und so wurden diese Leben als wertvoll und kostbar gerahmt, um unterschiedliche Zeitlichkeiten, Werte und Prioritäten zum Ausdruck zu bringen.
A 2018 BBC One documentary ‘Killer in Our Classroom: Never Again’88 was based on the February 2018 Parkland, Florida school shooting. This was a shooting in which 19-year-old Nikolas Cruz entered Marjory Stoneman Douglas High School and killed fourteen pupils and three members of staff. He followed students from the school who had organised a mass youth-led campaign calling for stricter gun laws in America. Part of the emotive thrust of the documentary centres on the stories of some of the students affected by the shooting. On being shown a graphic of Building 12-First Floor with scattering of dots in different classrooms indicating where people died during the shooting, one of the students stated that “Every time a dot would turn blue, or a dot would turn yellow, like I knew who that was, and it was just really upsetting.” A second said that “I know every single dot, and I know who every single one of those dots are, like every single one. And I felt as if I just like experienced it all over again”. Another stated that “The worst thing is that when you do give names to the dots, it hurts”. The students were able to place an entire life, experience and memory behind the ‘dot’, and thus enabling the framing of those lives as worthy and treasured to articulate different temporalities, values and priorities.
Für Kristoffer Goldsmith, Sergeant in der United States Army, der zwischen Januar und Dezember 2005 in Sadr City eingesetzt war, war es die Verbreitung von Bildern des Leidens in sein Selbstbewusstsein, die ihn dazu brachte, die Entmenschlichung der irakischen Bevölkerung in Frage zu stellen. Goldsmith beschreibt eine Fotografie eines Mannes, dem „das Gesicht fehlt, es ist keine Haut mehr auf seinem Kopf“. Das Foto war in seiner „Unvollständigkeit“ repräsentativ für ein betrauerbares Opfer. Es führte dazu, dass Goldsmith die Menschlichkeit des irakischen Mannes erkannte: „Das ist jemandes Bruder, das ist jemandes Ehemann, das ist jemandes Sohn, und das ist jemandes Cousin. Der einzige Grund, warum wir dagegen abgestumpft sind, ist, dass sie nicht weiß sind, dass sie keine amerikanischen Soldaten sind.“89 Im Irakkrieg erfährt das irakische Andere eine Derealisierung und wird „gespenstisch“, und wir sehen, wie Entmenschlichung als Vorstufe zur Gewalt fungiert und durch das Fehlen eines Rahmens für das verlorene Leben zu Missbrauch und Gewalt führt.
For Kristoffer Goldsmith, Sergeant in the United States Army deployed between January-December 2005 in Sadr City, it was the diffusion of images of suffering into his self-consciousness that brought him to a point of contesting the dehumanisation of Iraqi people. Goldsmith describes a photograph of a man ‘missing his face, there is no skin left on his head’. The photograph was in its ‘incompleteness’ representative of a grievable victim. It led to Goldsmith recognising the humanness of the Iraqi man: “this is somebody’s brother, this is somebody’s husband, this is somebody’s son, and this is somebody’s cousin. The only reason that we’re desensitized to it is because they’re not white, they’re not American soldiers.”89 In the Iraq War the Iraqi Other undergoes a derealisation and becomes ‘spectral’ and we see how dehumanisation functions as a precursor to violence and results in abuse and violence through omission of a frame for the life lost.
In Shakespeares Drama „Der Sturm“ denkt die Figur Trinculo beim ersten Anblick von Caliban zuerst daran, dass man ihn in England zur Schau stellen könnte: „Kein Narr auf einem Jahrmarkt dort, der nicht ein Stück Silber geben würde … Wenn sie keinen Heller geben, um einem lahmen Bettler zu helfen, dann zahlen sie zehn, um einen toten Indianer zu sehen.“ Die Ausstellung von Fotografien über Grausamkeiten, die Menschen mit dunklerer Hautfarbe in fernen Ländern zugefügt werden, setzt dieses Angebot fort, ohne Rücksicht auf die Erwägungen, die solche Zurschaustellungen unserer eigenen Gewaltopfer verhindern. Der Andere, selbst wenn er kein Feind ist, wird nur als jemand betrachtet, den man sehen soll, nicht als jemand, der (wie wir) selbst sieht.
In the Shakespeare play, The Tempest, the character Trinculo’s first thought upon coming across Caliban is that he could be put on exhibit in England: ‘not a holiday fool there but would give a piece of silver…When they will not give a doit to relieve a lame beggar, they will lay out ten to see a dead Indian.’ The exhibition in photographs of cruelties inflicted on those with darker complexions in exotic countries continues this offering, oblivious to the considerations that deter such displays of our own victims of violence; the Other, even when not an enemy, is regarded only as someone to be seen, not someone (like us) who also sees.
Sontag fordert uns auf, an den verwundeten Taliban-Soldaten zu denken, der um sein Leben bettelt, dessen Schicksal in der New York Times prominent abgebildet wurde und der außerdem eine Ehefrau, Kinder, Eltern, Schwestern und Brüder hatte, von denen einige eines Tages auf die drei Farbfotografien ihres Ehemanns, Vaters, Sohnes, Bruders stoßen könnten, wie er geschlachtet wird – falls sie diese nicht schon gesehen haben.90
Sontag calls on us to consider the wounded Taliban soldier begging for his life, whose fate was pictured prominently in The New York Times and who also had a wife, children, parents, sisters and brothers, some of whom may one day come across the three colour photographs of their husband, father, son, brother being slaughtered – if they have not already seen them.90
85 http://Qur’ān.ksu.edu.sa/tafseer/waseet-baghawy/sura49-aya11.html#baghawy.
85 http://Qur’ān.ksu.edu.sa/tafseer/waseet-baghawy/sura49-aya11.html#baghawy.
86 Abdo. G, Mecca and Main Street: Muslim life in America after 9/11 (Oxford, Oxford University Press: 2006), S. 66.
86 Abdo. G, Mecca and Main Street: Muslim life in America after 9/11 (Oxford, Oxford University Press: 2006), p. 66.
87 George Monbiot, „In den USA sind Massenmorde an Kindern Tragödien. In Pakistan sind sie bloße Insektenklatschen“, https://www.theguardian.com/commentisfree/2012/dec/17/us-killings-tragedies-pakistan-bug-splats.
87 George Monbiot, ‘In the US, mass child killings are tragedies. In Pakistan, mere bug splats’, https://www.theguardian.com/commentisfree/2012/dec/17/us-killings-tragedies-pakistan-bug-splats.
„Killer in Our Classroom: Never Again“, https://www.bbc.co.uk/programmes/p06hym5p.
88 ‘Killer in Our Classroom: Never Again’, https://www.bbc.co.uk/programmes/p06hym5p.
89 Iraq Veterans Against the War und Aaron Glantz, Winter Soldier Iraq and Afghanistan: Eyewitness Accounts of the Occupations (Haymarket Books: Chicago, IL: 2008), S. 188.
89 Iraq Veterans Against the War and Aaron Glantz, Winter Soldier Iraq and Afghanistan: Eyewitness Accounts of the Occupations (Haymarket Books: Chicago, IL: 2008), p. 188.
90 Susan Sontag, Regarding the Pain of Others (London, Penguin: 2004), S. 65.
90 Susan Sontag, Regarding the Pain of Others (London, Penguin: 2004), p. 65.