2. Die Menschlichkeit, die aus uns spricht
2. The Humanness That Speaks From Within Us
Vieles von uns selbst können wir in anderen wiedererkennen. Wir alle hoffen zumindest auf das nackte Überleben in einer Welt voller Feindseligkeiten. Manchmal kann sich unser Hauptaugenmerk im Leben allein auf die Belastungen des bloßen Überlebens richten. Das kann die Form annehmen, die Miete und Rechnungen zu bezahlen, finanzielle Lasten sowie familiäre und/oder berufliche Sorgen zu tragen. Der Muslim sollte verstehen, dass dies jeden Menschen zermürben kann und seine Sichtweise beeinflussen kann, wenn er sich mit Gedanken über Gott, das Leben und den Sinn befasst.
There is much we can see of ourselves in others. We all hope for basic survival, at the least, in a world of hostilities. Sometimes our primary focus in life can relate merely to the pressures of simply surviving. This could be in the form of paying the rent, bills, financial burdens, family and/or work stresses. The Muslim should understand that this can take its toll on any person and may affect their perspective when engaging in ideas around God, life and purpose.
Ein Blick auf die Propheten: Mūsa und Hārūn (Friede sei mit ihnen)
A Look At The Prophets: Mūsa And Hārūn (peace Upon Them)
Wir denken über Mūsa und Hārūn bei ihrer Mission nach, den Pharao zu Allāh zu rufen. Die Informationen, die Allāh uns gibt, sind erstaunlich, denn sie beschreiben, dass der erste Schauplatz des Kampfes zwischen dem Tyrannen und dem Propheten zunächst ein innerer ist.
We reflect on Mūsa and Hārūn in their mission to call Pharoah to Allāh. The information Allāh provides us is astonishing for how it describes that the initial theatre of struggle between the tyrant and the Prophet (peace be upon him), actually is first, an internal one.
Obwohl der Rahmen der Verkündigung bei Mūsa mit Prunk inszeniert ist, da Pharao sein Volk versammelt hatte („er versammelte sein Volk und rief aus“ [79:23]) und Zauberer an einem Festtag anwesend waren, war das Ziel und die Vorbereitung ganz auf die geistige Erneuerung und Reform ausgerichtet. Aufrichtigkeit kann nur dort Wurzeln schlagen, wo man das eigene Innere überwindet. Dies zeigt sich, als Allāh Mūsa zunächst anweist, zu Pharao zu gehen, der die Grenzen überschritten hatte. Allāh befahl Mūsa zu sagen:
Though the apparatus of propagation in Mūsa’s case is staged with spectacle since Pharaoh had assembled his people, (“gathering his people, proclaiming” [79:23]) with the presence of magicians on a day of festival, the objective and preparation was entirely intended for spiritual renewal and reformation. It is in the overcoming of one’s inner self that sincerity can take root. The latter can be seen when Allāh first instructs Mūsa to go unto Pharaoh who had transgressed. Allāh directed Mūsa to say:
79:17 – „Geh zu Pharao, denn er hat alle Grenzen überschritten, 79:18 – und sprich zu ihm: ‚Willst du dich läutern [von der Sünde]?‘
79:17 - ‘Go to Pharaoh, for he has exceeded all bounds, 79:18 - and ask him, “Do you want to purify yourself [of sin]?
79:19 – „Willst du, dass ich dich zu deinem Herrn führe, damit du gottesfürchtig wirst?“ Diese Verse betonen die große Notwendigkeit der geistigen Läuterung als Heilmittel gegen das Unrecht der Menschen. Pharao hatte sich zwar an der Ermordung und Verfolgung einer großen Menge von Menschen beteiligt, doch Allāhs Anweisung an Mūsā lautete, Pharao Gelegenheit zu geben, über seine eigene menschliche Veranlagung nachzudenken und über seine Notwendigkeit, an Den zu glauben und Ihn zu verehren, der alle Wesen erschaffen hat und erhält.
79:19 - Do you want me to guide you to your Lord, so that you may hold Him in awe?” These verses emphasise the great need for spiritual purification as a remedy for human wrongs. Pharaoh of course had been active in the murder and persecution of a great multitude of people but Allāh’s instruction to Mūsa was to allow Pharaoh to consider his own human disposition and his need to believe and revere the One who created and sustains all beings.
Eine aufschlussreiche Lehre von Ibrāhīm (Friede sei mit ihm)
An Insightful Lesson from Ibrāhīm (upon him be peace)
Das erste Beispiel betrifft den Propheten Ibrāhīm (Friede sei mit ihm), als er als junger Knabe die Götzen zerschlug, die sein Volk verehrte. Als die Leute des Ortes für den Tag fortgegangen waren, riss Ibrāhīm die Standbilder nieder und legte eine Axt um den Hals des angesehensten der Götzen. Als die Stadtbewohner zurückkehrten und die zerschmetterten Überreste ihrer Bildnisse sahen, richteten sie ihren Vorwurf gegen Ibrāhīm (Friede sei mit ihm), und so wurde er vorgeladen. Der Qur'an beschreibt dies in Sure al-Anbiyā' (27):
The first example concerns the Prophet Ibrāhīm (peace be upon him) at the point wherein he, as a young boy, smashed the idols his people were worshipping. When the townsfolk left for the day, Ibrāhīm tore down the statues and placed an axe around the neck of the most prominent of the idols. As the townspeople returned and saw the shattered remnants of their carvings, they pointed blame at Ibrāhīm (upon him be peace), and so he was called. The Qur’ān describes in Surah al-Anbiyā’ (27):
{57 – Und bei Gott, ich werde gewiss eure Götzen überlisten, sobald ihr euch abgewandt habt!“ 58 – So zerschlug er sie alle in Stücke, nur den größten ließ er für sie übrig, damit sie sich an ihn wenden.}
57 - By God I shall certainly plot against your idols as soon as you have turned your backs!’ 58 - He broke them all into pieces, but left the biggest one for them to return to.
59 - Sie sagten: „Wer hat das unseren Göttern angetan? Wie frevelhaft muss er sein!“ 60 - Einige sagten: „Wir haben einen Jungen namens Abraham über sie reden hören.“ 61 - Sie sagten: „Bringt ihn vor die Augen der Menschen, damit sie Zeugen seines Prozesses sein können.“ 62 - Sie fragten: „Warst du es, Abraham, der unseren Göttern das angetan hat?“ 63 - Er sagte: „Nein, es war der Größte unter ihnen – dieser hier. Fragt sie, wenn sie reden können.“ 64 - Sie wandten sich einander zu und sagten: „Ihr selbst seid im Unrecht,“ 65 - doch dann verfielen sie wieder in ihren alten Zustand und sagten: „Du weißt doch genau, dass diese Götter nicht sprechen können.“ 66 - Abraham sagte: „Wie könnt ihr statt Gott etwas anbeten, das euch weder nützen noch schaden kann?“
59 - They said, ‘Who has done this to our gods? How wicked he must be!’ 60 - Some said, ‘We heard a youth called Abraham talking about them.’ 61 - They said, ‘Bring him before the eyes of the people, so that they may witness [his trial].’ 62 - They asked, ‘Was it you, Abraham, who did this to our gods?’ 63 - He said, ‘No, it was done by the biggest of them– this one. Ask them, if they can talk.’ 64 - They turned to one another, saying, ‘It is you who are in the wrong, 65 - but then they lapsed again and said, ‘You know very well these gods cannot speak.’ 66 - Abraham said, ‘How can you worship what can neither benefit nor harm you, instead of God?
Eine vorübergehende Überzeugung unter den Gefolgsleuten des Pharaos
A momentary conviction in the cohorts of Pharaoh
Das zweite Beispiel betrifft den Propheten Mūsa (über ihm sei Frieden) und das Volk, zu dem er gesandt wurde. Der zentrale Vers hierbei ist Vers 14 aus Sure an-Naml (27): 12 - Steck deine Hand in dein Gewand, und sie wird weiß herauskommen, doch ohne Schaden. Dies sind unter den neun Zeichen, die du Pharao und seinem Volk zeigen wirst; sie sind wahrlich frevlerisch.“ 13 - Als aber Unsere erleuchtenden Zeichen zu ihnen kamen, sagten sie: „Das ist offenkundig [nur] Zauberei!“ 14 - Sie leugneten sie aus Ungerechtigkeit und Hochmut, obwohl ihre Seelen sie als wahr anerkannten. Sieh nur, wie das Ende derer war, die Unheil stifteten! Uns wird berichtet, dass die Sippe des Pharao, zu der der Prophet Mūsa gesandt wurde, die Zeichen zurückwies, die Mūsa gegeben wurden, obwohl „in ihren Gemütern von ihrer Wahrheit überzeugt“. Ibn ʿAbbās sagte, es bedeute, dass sie „Gewissheit in ihren Herzen“ hatten.³ Al-Saʿdī sagt, dass „sie die Zeichen nicht aufgrund irgendwelcher Zweifel und Ungewissheiten zurückwiesen, sondern aus Stolz und Arroganz, obwohl sie volle Gewissheit über die Wahrheit der Zeichen hatten, die sie gesehen hatten.“⁴ Dies zeigt, dass in bestimmten Fällen das, was äußerlich in Worten und Handlungen ausgedrückt wird, nicht dasselbe ist wie das, was im Herzen und im Verstand des Angesprochenen wirklich und vollständig empfunden und verstanden wird.
The second example concerns the Prophet Mūsa (upon him be peace) and the people to whom he was sent. The focal verse here is verse 14 from Surah al-Naml (27): 12 - Put your hand inside your cloak and it will come out white, but unharmed. These are among the nine signs that you will show Pharaoh and his people; they have really gone too far.’ 13 - But when Our enlightening signs came to them, they said, ‘This is clearly [just] sorcery!’ 14 - They denied them, in their wickedness and their pride, even though their souls acknowledged them as true. See how those who spread corruption met their end! We are told that the clansmen of Pharaoh to whom Prophet Mūsa was sent, rejected the signs given unto Mūsa, though “in their minds were convinced of their truth”. Ibn ‘Abbas said it means they had “certainty in their hearts.”3 Al-Sa’di says that “they did not reject the signs due to any doubts and uncertainties but rejected them out of pride and arrogance despite having full certainty in the truth of the signs they witnessed.”4 This reflects that in certain instances what is expressed outwardly in speech and actions is not what is truly and fully felt and understood in the heart and mind of the one being addressed.
Die Dynamik der Konfrontation kann oft das verbergen, was auf der inneren Ebene jedes Menschen geschieht, etwa innere Gefühle von Schuld, Mitgefühl und Reue. Diese können stundenlang oder sogar acht Jahre lang zurückgehalten oder sofort ausgedrückt werden. Einst standen einige der Führer aus Mekka nachts vor dem Haus des Propheten ﷺ und lauschten dem Propheten ﷺ beim Rezitieren des Qur'ān. Ohne voneinander zu wissen, waren sie so in die Rezitation vertieft, dass sie bis zum Morgengrauen blieben. Als die Männer einander bemerkten, machten sie sich gegenseitig Vorwürfe, weil sie dem Qur'ān zugehört hatten, und versprachen, dies nicht zu wiederholen. Am nächsten Tag und am dritten Tag schlichen sich die Männer heimlich wieder zum Haus des Propheten ﷺ. Das Beispiel zeigt, wie selbst der Prophet ﷺ
Das Gewissen des Saʿīd Ibn ʿĀmir
Sa´īd Ibn ‘āmir’s Conscience
Das letzte Beispiel, das im Lichte des Verständnisses für das menschliche Leid und die Grausamkeit von Gewalttaten von Bedeutung ist, betrifft den Fall des frühen Gefährten des Propheten ﷺ, Sa´īd ibn ‘Āmir (möge Allah an ihm Wohlgefallen haben). Sa´īd ibn ‘Āmir gehörte vor seiner Annahme des Islam zu den Zuschauern, die sich in Makkah versammelt hatten, um der Hinrichtung des Gefährten des Propheten ﷺ, Khubayb bin ‘Adiyy (möge Allah an ihm Wohlgefallen haben), beizuwohnen.
The final example, which is applicable in light of understanding the human cost of atrocity and suffering, concerns the case of an early companion of the Prophet (peace be upon him), Sa´īd ibn ‘Āmir (Allāh be pleased with him). Sa´īd ibn ‘Āmir, before his embracing of Islam, was one of the spectators who had gathered in Makkah to witness the execution of the Prophet’s (peace be upon him) companion Khubayb bin ‘Adiyy (Allāh be pleased with him).
Später im Leben war Saʿīd ibn ʿĀmir anfällig für Anfälle und Ohnmachten. Einmal gestand er dem Kalifen ʿUmar ibn al-Khaṭṭāb (Allāh sei mit ihm zufrieden) widerwillig, dass das innere Bild von Khubaybs Schmerz, seinen Tränen, seinen Schreien und der Entwürdigung des Menschen, als Schwerter und Speere durch Khubaybs Körper schnitten, eine unsichtbare, aber unauslöschliche Spur in seinem eigenen Gewissen hinterlassen hatte. Es zeigt, wie sehr das Miterleben menschlichen Leidens einen Menschen belasten kann, und wie der Jubel der Makkaner für Saʿīd ibn ʿĀmir in ein grauenhaftes Schauspiel umschlug. Es war nichts anderes als die sadistische Tötung eines Glaubensbruders, dessen unerschütterliche Liebe zum Propheten ﷺ selbst seine Feinde beeindruckte.5
Prone to fits and fainting later on in his life, Sa´īd ibn ‘Āmir once reluctantly confessed to the caliph ‘Umar ibn al-Khaṭṭāb (Allāh be pleased with him) that the mental image of Khubayb’s pain, tears, shrieks and the stripping away of human dignity as swords and spears cut through Khubayb’s body left its invisible, yet indelible mark on his own conscience. It shows how witnessing human suffering can take a severe toll on a human and how the fanfare of excitement among the Makkans came to be transformed to a horrific spectacle for Sa´īd ibn ‘Āmir. It was nothing more than the sadistic killing of a fellow Muslim whose unswerving love for the Prophet (peace be upon him) impressed even his enemies.5
Die Stereotype überwinden
Seeing Past Stereotypes
Als Menschen sind wir durchaus in der Lage, Menschen auf eine Weise zu sehen, die sich von gängigen Stereotypen unterscheidet. Ein Beispiel dafür findet sich in den neuen Medien, etwa in Blogs, Websites und Online-Gemeinschaften. Für den Muslim ist es wesentlich, sich stets bewusst zu bleiben, dass Meinungen, die routinemäßig für Talkshows im Fernsehen oder für Radiosendungen formuliert werden, nicht die Gesamtheit oder die Mehrheit der Meinungen zu einem Thema darstellen. Auch wenn die Medien das Bild von den Muslimen trüben oder verdunkeln (oft sogar stereotypisieren und verunglimpfen), bedeutet das nicht zwangsläufig, dass die breite Öffentlichkeit dieselben Ansichten vertritt oder ihnen zustimmt. Es könnte sogar genau das Gegenteil der Fall sein. Menschen können aufmerksam und sensibel für ungerechte Behandlung und unfaire Darstellung sein.
As humans, we are fully capable of seeing people in ways which differ from common stereotyping and one example of this can be found in new media examples of blogs, websites and online communities. It is essential for the Muslim to remain mindful that opinions routinely formulated for TV talk shows or on radio broadcasts are not the sum total or the majority of opinions on any matter. Though the media might cloud or darken perceptions about Muslims, (often even stereotype and vilify), it does not mean that the general public necessarily hold to those same views or are in agreement with them. It might, in fact, be the very opposite. People can be alert and sensitive to mistreatment and unfair representation.
Dies wird an einem Beispiel gezeigt, das die Tragödie der 14-jährigen Abeer Hamza Qasim al-Janabi betrifft, eines jungen Mädchens, das von amerikanischen Soldaten vergewaltigt und ermordet wurde. Das Verbrechen fand in der US-amerikanischen Mainstream-Presse zweifellos eine grob verzerrte Berichterstattung, doch die Aufnahme der Geschichte in Online-Gemeinschaften unterschied sich davon drastisch. Die Reaktion auf Abeers Tötung spiegelte eine Neuausrichtung der Erzählung wider, die sich auf das menschliche Leid eines kindlichen Opfers sowie auf die Ermordung ihrer Eltern und ihrer jüngeren Schwester stützte.
This is shown in an example concerning the tragedy of 14-year old Abeer Hamza Qasim al-Janabi, a young girl raped and murdered by American soldiers. The crime undoubtedly received grossly skewed coverage in the U.S mainstream media, however the reception of the story within online communities differed drastically from this. The response to Abeer’s killing reflected a repositioning of the narrative to draw on the human suffering of a child-victim and the murder of her parents and younger sister.
Die Ausgrenzung von Abeer
The Othering of Abeer
Am 12. März 2006 nahmen fünf Soldaten der US-Armee des 502. Infanterieregiments, SGT Paul E.
On March 12th 2006, five U.S. Army soldiers of the 502nd Infantry Regiment, SGT Paul E.
Cortez, SPC James P. Barker, PFC Jesse V. Spielman, PFC Brian L. Howard und PFC Steven D. Green verließen ihren Kontrollposten in Richtung des Bauernhauses der Familie Janabi südwestlich des Dorfes Yusufiyya in der Stadt Mahmudiyah im Irak. Während Howard als Späher fungierte, betraten die anderen vier das Wohnhaus der Familie. Dem war ein Plan der Angreifer vorausgegangen, ein „Hajji“-Mädchen zu vergewaltigen. Nach Mittag jenes Tages betraten die Soldaten das Haus, wo Barker, Cortez und Green sich bei der Vergewaltigung von Abeer abwechselten. Die übrigen Familienmitglieder wurden erschossen. Die Männer erschossen anschließend auch Abeer, legten ihre Leiche in Brand und verließen das Haus. Green, ebenfalls ein früherer Drohnenoperator, erklärte, dass er die 14-jährige Abeer vergewaltigt und sie zusammen mit ihrer Familie getötet habe, weil er „Iraker nicht als Menschen betrachtete“.6
Cortez, SPC James P. Barker, PFC Jesse V. Spielman, PFC Brian L. Howard and PFC Steven D. Green left their checkpoint for the Janabi farmhouse to the southwest of the village of Yusufiyya, in the town of Mahmudiyah, Iraq. As Howard acted as a lookout, the other four entered the family home. This was subsequent to a plan devised by the assailants of raping a ‘Hajji’ girl. After noon that day, the soldiers entered the home where Barker, Cortez and Green took turns to rape Abeer. The remaining members of the family were shot dead. The men then shot dead Abeer, set her body on fire and left the house. Green, also an ex-drone operator, stated that he raped the 14-year old Abeer and killed her alongside her family because ‘he didn’t view Iraqis as human.’6
Der Blog Daily Kos, 2002 von Markos Moulitsas gegründet, zählt bis heute zu den beliebtesten politischen Blogs.7 Der Blog ist eine diskussionsorientierte Alternative zu den Massenmedien, die es Bloggern ermöglicht, bestehende Berichte der Massenmedien zu kritisieren und darauf zurückzugreifen. Interessanterweise enthält er mehr als 25 Artikel/Beiträge, die von 2006 bis heute Informationen zu Abeer und den Morden von Mahmudiyah enthalten. Die Beiträge bei Daily Kos greifen die verhaltene Reaktion der Medien auf und betonen ihr Alter sowie die unterschiedliche mediale Aufmerksamkeit für den Fall.
The Daily Kos blog, founded by Markos Moulitsas in 2002 is one of the most popular political blogs to date.7 The blog is a discussion-oriented alternative to mainstream media enabling bloggers to critique and draw on existing reports in mainstream media. Interestingly, it hosts more than 25 articles/posts that contain some information pertaining to Abeer and the Mahmudiyah killings from 2006 to the present. The Daily Kos posts draw on the muted media response and seek to emphasise her age and the differential media attention to the case.
Vom Geier und den Konzentrationslagern lernen
Learning from Vultures and Concentration Camps
Ein Gedicht des nigerianischen Romanautors, Lyrikers und Gesellschaftskritikers Chinua Achebe mit dem Titel „Vultures“ greift genau diese widersprüchliche Natur des Menschen auf. Es fordert uns auf, die gegensätzlichen Merkmale im Leben eines Geiers vorzustellen. Der Geier ruht seinen „eingeschlagenen Kopf“ auf einem „zerbrochenen Knochen eines toten Baumes“. Als Aasfresser behält er seine „ausgehöhlten Überreste in bequemer Reichweite kalter Teleskopaugen“ im Blick, nachdem er „die Augen“ seines „geschwollenen Leichnams in einem wassergefüllten Graben ausgepickt und die Dinge in seinem Gedärm gegessen hat“. Die Szene ist trostlos und abstoßend – bis wir eine andere, gegensätzliche Seite des Geiers sehen. So beschreibt Achebe etwa, wie seltsam es ist, dass derselbe Geier „Liebe“ zeigt, indem er den Ort seines Blutes und Schmutzes aufräumt und säubert. Der Geier schläft sogar mit „dem Gesicht zur Wand!“, um die Trostlosigkeit, die ihn umgibt, nicht ansehen zu müssen. Er schmiegt sich sogar eng an seinen Gefährten. Mit diesem Dualismus im Sinn richtet Achebe dann unseren Blick auf die Menschen. Auch sie können in solchen Dualitäten existieren und als solche wahrgenommen werden.
A poem by the Nigerian novelist, poet and social critic Chinua Achebe entitled “Vultures” draws on such a conflicting nature of man. It challenges us to imagine the juxtaposing features of a vulture’s life. The vulture rests its “bashed in head” on a “broken bone of a dead tree”. A scavenger, it keeps a watch on its “hollowed remnants in easy range of cold telescopic eyes” having “picked the eyes” of its “swollen corpse in a water-logged trench and ate the things in its bowel.” The scene is bleak and repulsive - until we see another, contrasting, side to the vulture. For example, Achebe describes how strange it is that the same vulture demonstrates “love” by tidying and cleaning its site of blood and gore. The vulture will even sleep with “her face turned to the wall!” and not looking upon the bleakness that surrounds her. It will even “nestle close to his mate”. It is with this duality in mind that Achebe then turns our focus towards human beings. They too can exist with such dualities, and be perceived as such.
Ein weiteres Beispiel dafür liegt im Beispiel des Lagers Belsen und des dort erlassenen Gebots. Das Lager Bergen-Belsen, im Norden Deutschlands gelegen, war ein Konzentrationslager, das bei der Ermordung von Juden im Holocaust genutzt wurde. Etwa 50.000 Juden fanden im Lager den Tod, darunter die bekannte kindliche Tagebuchschreiberin Anne Frank. Achebe beschreibt das Gebot:
A further example of this rests in the example of the Belsen Camp and the commandment issued therein. The Bergen-Belsen camp, situated in northern Germany was a concentration camp used in the execution of Jews in the Holocaust. Approximately 50,000 Jews met their death at the camp including well-known child diarist Anne Frank, Achebe describes the commandment:
3 http://Qur’ān.ksu.edu.sa/tafseer/tabary/sura27-aya14.html.
3 http://Qur’ān.ksu.edu.sa/tafseer/tabary/sura27-aya14.html.
4 http://Qur’ān.ksu.edu.sa/tafseer/saadi/sura27-aya14.html#saadi.
4 http://Qur’ān.ksu.edu.sa/tafseer/saadi/sura27-aya14.html#saadi.
5 Ibn Kathīr, al-Bidāya wa al-nihāya 4/55.
5 Ibn Kathīr, al-Bidāya wa al-nihāya 4/55.
6 Mail Foreign Service, „Ich habe Iraker nicht als Menschen betrachtet“, sagt US-Amerikaner
6 Mail Foreign Service, ‘‘I didn’t think of Iraqis as humans,’ says U.S.
„Soldat, der ein 14-jähriges Mädchen vergewaltigte, bevor er es und seine Familie tötete“ – dailymail.co.uk/news/article-1340207/I-didnt-think-Iraqis-humanssays-U-S-soldier-raped-14-year-old-girl-killing-her-family .html.
soldier who raped 14-year-old girl before killing her and her family’ - dailymail.co.uk/news/article-1340207/I-didnt-think-Iraqis-humanssays-U-S-soldier-raped-14-year-old-girl-killing-her-family .html.
7 J.W. Rettberg, Blogging (Polity Press, Malden, MA: 2008), S. 15–17.
7 J.W, Rettberg, Blogging (Polity Press, Malden, MA: 2008), pp. 15-17.
„Niemals sechzehn, und so schmerzlich vermisst“ - https://m.dailykos.com/stories/373559.
8 ‘Never Sixteen, and so Sorely Missed’ - https://m.dailykos.com/ stories/373559.
9 http://abeermemorial.blogspot.com.
9 http://abeermemorial.blogspot.com.
10 Kaplan, E.A., „Empathy and Trauma Culture: Imaging Catastrophe“, in Coplan A., Goldie P. (2011), Empathy:
10 Kaplan, E.A., ‘Empathy and Trauma Culture: Imaging Catastrophe’, in Coplan A., Goldie P. (2011), Empathy:
Philosophische und psychologische Perspektiven, Oxford University Press, Oxford, S. 275.
Philosophical and Psychological Perspectives, Oxford University Press, Oxford, p. 275.