7. Strukturelle Andersheit in der Dichtung, Auschwitz, Hebron, Brian Haw, Rachel Corrie
7. Structural Otherness In Poetry, Auschwitz, Hebron, Brian Haw, Rachel Corrie
Es gibt viele Arten von Andersheit, die strukturelle Ausdrucksformen des „Othering“ vorantreiben.
There are many types of Otherness which advance ‘structural’ expressions of “Othering”.
Die Abstände zwischen uns, wie der „hohe Abgrund“ in Lawrence Ferlinghettis Gedicht, in dem „Zwei Müllsammler in einem Lastwagen“ in unmittelbare Nähe zu „Zwei schöne Menschen in einem Mercedes“ geraten:
The distances between us, like the “high gulf” in Lawrence Ferlinghetti’s poem in which “Two Scavengers In A Truck” come into close proximity with “Two Beautiful People In A Mercedes”:
„Und der jüngere der beiden/Ebenfalls mit Sonnenbrille und langen Haaren/Etwa im selben Alter wie der Mercedes-Fahrer/Und beide Aasfresser blickten hinunter/Wie aus großer Entfernung/Auf das coole Paar/Als würden sie eine geruchlose Fernsehwerbung betrachten/In der alles möglich ist/Und das sehr rote Licht für einen Augenblick/Alle vier eng beieinander haltend/Als wäre zwischen ihnen überhaupt/Irgendetwas möglich"
“And the younger of the two/Also with sunglasses and long hair/About the same age as the Mercedes driver/And both scavengers gazing down/As from a great distance/At the cool couple/As if they were watching some odorless TV ad/In which everything is possible/And the very red light for an instant/Holding all four close together/As if anything at all were possible/Between them”.
Das Gedicht beschreibt einen „leuchtenden Müllwagen mit zwei Müllmännern in roten Plastikjacken", die auf einen „eleganten offenen Mercedes mit einem eleganten Paar darin" hinabblicken. Die Männer sind „gebeugt/Wie irgendein/Glöckner von Notre-Dame", während der wohlhabende Mann im Mercedes „schulterlanges blondes Haar & eine Sonnenbrille" trägt. Sein scheinbares Gegenstück, das durch unsere Wahrnehmungen von denjenigen, die am Rand der sozialen Klasse leben, zum Anderen gemacht wird, erhält eine schlichtere Beschreibung. Strukturelle Andersmachung, das Abgrenzen und Zuweisen eines minderwertigen Lebensraums an dieses Andere, das Errichten physischer Barrieren, um das „Ungezähmte" fernzuhalten, zeigt sich deutlich in der Landschaft von Hebron in Palästina. Zwei Straßen führen zur Masjid al-Khalil (Abraham-Moschee), getrennt durch einen Zaun und Stacheldraht. Eine der Straßen ist sauber und asphaltiert, leicht zugänglich für Ältere und Kinder, bewacht und angenehm. Diese Straße ist für jüdische Siedler bestimmt. Die andere Straße ist ein unebener Erdweg, verschmutzt, schmal und zum Gehen ungeeignet, besonders für Behinderte und Ältere. Der Kontrast ist eklatant. Straßen, die für Palästinenser vorgesehen sind, sind durch Dutzende von Kontrollpunkten und Sperren eingeschränkt, was den Zugang erheblich verzögert. Die Eingänge zu den Kontrollpunkten gleichen der Vorderseite eines Hochsicherheitsgefängnisses.
The poem describes a “bright garbage truck with two garbage men in red plastic blazers”, the men look down into “an elegant open Mercedes with an elegant couple in it.” The men are “hunched back/Looking like some/Gargoyle Quasimodo”, while the wealthy man in the Mercedes has “shoulder-length blond hair & sunglasses”. His apparent opposite, Othered by our perceptions of those who exist on the margins of social class yards, is afforded a more plain description. Structural otherness, the separating and designating to that Other a substandard living space, an erecting of physical barriers to keep out the ‘untamed’ is vivid in the landscape of Hebron in Palestine. There are two roads leading to Masjid al-Khalil (Abraham Mosque) separated by a fence and barbed wire. One of the roads is clean and asphalt-paved, easily accessible for the elderly and children, guarded and pleasant. This road is for Jewish settlers. The other road is an uneven dirt path, littered and narrow and unsuitable for walking particularly for the disabled and elderly. The contrast is glaring. Roads designated for Palestinians are restricted by dozens of checkpoints and barriers, severely delaying access. The entrances to the checkpoints resemble the front of a maximum-security prison.
Apartheid in Südafrika, die erzwungene Rassentrennung der Schwarzen in Nordamerika im zwanzigsten Jahrhundert, die israelische Trennmauer und die „Apartheidstraßen“ in Hebron dienen alle dazu, andere aus dem Kreis menschlicher Anteilnahme auszuschließen. Die Botschaft lautet, dass diese Anderen nicht Teil der Gesellschaft sind, nicht zu dem gehören, was „wir“ sind. Jede dieser Maßnahmen ist ein struktureller Ausdruck des Satzes „ihr gehört nicht dazu“ und schafft eine ausgegrenzte, zum Anderen gemachte Stellung innerhalb der Gesellschaft.
Apartheid in South Africa which forced segregation of Blacks in North America in the twentieth century, the Israel’s separation wall, the “Apartheid roads” in Hebron are all designed to remove others from the circle of human concern. This is to relay the message that those Others are not part of the society, not a part of who “we are”. Each is a structural expression of saying “you don’t belong”, creating an Otherised structural position within society.
Der Prophet (Friede sei auf ihm) lehrte uns, dass Größe nicht unbedingt im Umfang des Reichtums eines Menschen liegt, besonders dann nicht, wenn dieser Reichtum nicht verantwortungsvoll eingesetzt wird, sondern dass Größe im Reichtum des Herzens eines Menschen liegt ﷺ. Der Muslim darf niemals einen Menschen, dem er begegnet, nach seiner Kleidung, nach seinem äußeren Erscheinungsbild oder nach einer etwaigen auffälligen Besonderheit beurteilen. All dies ist oberflächlich im Vergleich zum Wirken des Herzens dieses Menschen. Es war die Gewohnheit vieler Gefährten des Propheten ﷺ, trotz ihres hohen gesellschaftlichen Ansehens eine schlichte Erscheinung zu zeigen. Der Qur'ān lehrt nämlich Folgendes:
The Prophet (peace be upon him) taught us that greatness does not lie necessarily in the extent of a person’s wealth, particularly if that wealth is not used in a responsible way, but that greatness lies in the richness of a person’s heart. The Muslim must never judge a person he comes into contact with by his clothing, by his physical appearance or any seeming abnormality he might exhibit. Each of these is superficial in contrast to the workings of that individual’s heart. It was the practice of many of the Prophet’s companions to exhibit a simplicity in their appearances despite their lofty social standings. The Qur’ān in fact teaches that:
17:37 „Geh nicht überheblich auf der Erde umher: Du kannst sie nicht aufreißen, noch kannst du den Bergen an Höhe gleichkommen.“ Und 25:63 „Die Diener des Barmherzigen sind jene, die demütig auf der Erde einhergehen und die, wenn die Unwissenden sie ansprechen, mit ‚Frieden‘ antworten.“
17:37 “Do not strut arrogantly about the earth: you cannot break it open, nor match the mountains in height.” And 25:63 “The servants of the Lord of Mercy are those who walk humbly on the earth, and who, when the foolish address them, reply, ‘Peace’”.
Es gehört sich, dass man sich nicht erhaben verhält und keine Haltung der Überheblichkeit annimmt, die es ihm erschweren würde, sich denen zu nähern, mit ihnen zu sprechen und mit ihnen Umgang zu pflegen, die am Rande der Gesellschaft stehen. Der Prophet ﷺ wurde tatsächlich von Abū Hāmid al-Ghazālī auf folgende schöne Weise beschrieben:
It is befitting one to not carry himself in an exalted way nor to adopt a spirit of arrogance which would inhibit his approaching, communicating with or keeping company with those who exist on the margins of society. The Prophet (peace be upon him) in fact was described beautifully by Abū Hāmid al-Ghazālī in the following way:
„Er war der nachsichtigste unter den Menschen, der mutigste unter den Menschen, der gerechteste unter den Menschen und der keuscheste unter den Menschen. Seine Hand berührte niemals die Hand einer Frau, es sei denn, er besaß sie als Sklavin, war mit ihr verheiratet oder war mit ihr durch Blutsverwandtschaft eng verbunden (mahram).
“He was the most forbearing of people, the most courageous of people, the most just of people, the most chaste of people. His hand never touched the hand of any woman unless he owned her as a slave or was married to her or was closely related to her by blood (mahram).
Er war der Großzügigste unter den Menschen; er behielt niemals einen Dinar oder einen Dirham über Nacht bei sich.
He was the most generous of people, who never kept a dinar or a dirham with him overnight.
Wenn er etwas übrig hatte und vor Einbruch der Nacht niemanden fand, dem er es geben konnte, kehrte er nicht nach Hause zurück, bevor er es nicht an jemanden gespendet hatte, der es benötigte. Von dem, was Allah ihm gewährt hatte, nahm er nichts außer dem Vorrat für ein Jahr an den einfachsten Lebensmitteln, Datteln und Gerste, und auch das gab er alles um Allahs willen. Man bat ihn nie um etwas, ohne dass er es gab. Dann kehrte er zu seinen Jahresvorräten zurück und spendete davon an diejenigen, die es dringender brauchten, sodass es ihm vielleicht ausging, bevor das Jahr zu Ende war. Er flickte seine eigenen Sandalen und nähte seine eigene Kleidung, und er half seiner Familie im Haus und schnitt ihnen das Fleisch. Er war der bescheidenste aller Menschen und sah niemandem direkt in die Augen. Er nahm die Einladungen von Sklaven wie von Freien an und nahm auch ein Geschenk an, selbst wenn es nur eine Tasse Milch war, und er vergalt es dem Schenkenden. Er aß keine Speise, die als Almosen gegeben worden war. Er entsprach den Bitten von Sklavinnen und Armen, wenn sie ihn um etwas baten. Er wurde zornig um seines Herrn willen, aber er wurde nicht zornig um seiner selbst willen. Er hielt an der Wahrheit fest, selbst wenn das für ihn selbst oder seine Gefährten Schaden bedeutete. Er fand einen seiner besten Gefährten in einem Gebiet erschlagen, in dem Juden lebten, doch er behandelte sie nicht hart und ging nicht über das hinaus, was die Scharia vorschreibt.
If he had anything left over and he could not find someone to give it to before night came, he would not go home until he had donated it to someone who needed it. He did not take anything from that which Allāh had bestowed upon him except one year’s supply of the simplest provisions, dates and barley, giving all of that for the sake of Allāh. He was never asked for anything but he gave it, then he would go back to his annual supplies and donate from them to those who needed it more, then he might run out before the year ended. He used to repair his own sandals and mend his own clothes, and he would help his family in the home and cut meat for them. He was the most modest of people and would not look anyone straight in the eye. He would respond to the invitations of slave and free alike, and accept a gift even if it was a cup of milk, and he would reward a person for it. He did not eat food that had been given in charity, and he would respond to slave women and the poor when they asked him for something. He got angry for the sake of his Lord but he did not get angry for his own sake. He would adhere to the truth even if that resulted in harm for himself or his companions. He found one of the best of his companions slain in an area where Jews lived, but he did not treat them harshly or do more than what which is prescribed by sharīʿah.
Vielmehr zahlte er für ihn das Blutgeld von hundert Kamelen, obwohl einige seiner Gefährten dringend nur ein einziges Kamel benötigten. Er band sich einen Stein an den Bauch, um den Hunger abzuwehren, und er lehnte keine erlaubte Speise ab, und er aß weder liegend noch an einem Tisch.
Rather he paid a diyah for him of one hundred camels even though some of his companions were in desperate need of just one camel. He would tie a rock to his stomach to ward off hunger pangs, and he did not refuse halal food or and he would not eat reclining or at a table.
Er sättigte sich nie drei Tage hintereinander an Brot, bis er Allāh, den Erhabenen, traf, denn er gab lieber weg, was er besaß, als sich satt zu essen, und zwar nicht aus Armut oder Geiz. Er nahm Einladungen zu Mahlzeiten an, besuchte die Kranken und begleitete Beerdigungen. Er ging allein unter seinen Feinden umher, ohne Leibwächter. Er war der demütigste und ruhigste unter den Menschen, ohne überheblich zu sein, der beredteste, ohne weitschweifig zu sein, und der fröhlichste im Antlitz. Er machte sich keine Sorgen um weltliche Angelegenheiten. Er trug, was er vorfand, und ließ seinen Sklaven oder andere hinter sich auf seinem Reittier mitreiten. Er ritt, was gerade verfügbar war, manchmal ein Pferd, manchmal ein Kamel, manchmal ein Maultier und manchmal einen Esel. Manchmal ging er barfuß, ohne Umhang, Turban oder Kappe, und besuchte die Kranken in den entlegensten Teilen Madinas. Er liebte Parfüm und verabscheute üble Gerüche. Er setzte sich zu den Armen, bot Bedürftigen Essen an und aß mit ihnen, ehrte die Tugendhaften und besänftigte die Herzen der Angesehenen, indem er sie freundlich behandelte. Er pflegte die Verwandtschaftsbande, ohne seine Verwandten über jene zu bevorzugen, die besser waren als sie, und er behandelte niemanden hart. Er nahm die Entschuldigungen derer an, die sich bei ihm entschuldigten; er scherzte, sprach aber nur die Wahrheit, und er lächelte, ohne laut zu lachen.
He never ate his fill of bread for three days in a row until he met Allāh, may He be exalted, as he would prefer to give away what he had rather than eat his fill, not because of poverty or miserliness. He would accept invitations to meals, visit the sick, and attend funerals. He walked alone among his enemies without a guard. He was the most humble and quiet of people without being arrogant, the most eloquent without being long-winded, the most cheerful of countenance. He did not worry about worldly matters. He wore whatever he found, and let his slave or others ride behind him on his mount. He rode whatever was available, sometimes a horse, sometimes a camel, sometimes a mule and sometimes a donkey. Sometimes he walked barefoot, with no cloak, turban or cap, visiting the sick in the furthest parts of Madina. He loved perfume and hated foul smells. He would sit with the poor and offer food to and eat with the needy, honouring the virtuous and softening the hearts of people of status by treating them kindly. He upheld ties of kinship without favouring his relatives over those who were better than them, and he did not treat anyone harshly. He accepted the excuses of those who apologized to him; he would joke but he only spoke the truth, and he would smile without laughing out loud.
Wenn er erlaubtes Spiel sah, verurteilte er es nicht, und er wettlief mit seiner Frau. Wenn Stimmen gegen ihn erhoben wurden, ertrug er dies mit Geduld. Er hatte Sklaven, männliche und weibliche, doch er aß und kleidete sich nicht besser als sie. Er verschwendete keine Zeit, ohne sich für Allāh zu bemühen oder das zu tun, was notwendig war, um sich selbst zu verbessern. Er verachtete keinen Armen wegen seiner Armut oder einer chronischen Krankheit, und er fürchtete keinen König wegen seiner Macht. Beide rief er auf gleicher Stufe zu Allāh.55
If he saw permissible play he did not denounce it, and he raced with his wife. When voices were raised against him, he bore that with patience. He had slaves, male and female, but he did not eat or dress any better than they did. He did not waste time without striving for the sake of Allāh or doing that which was essential to better himself. He did not look down on any poor person because of his poverty or chronic sickness, and he did not fear any king because of his power. He called both of them to Allāh on equal terms.”55
In der Betrachtung einer anderen Welt, einer Welt, in der Räume und Grenzen eine Selbstidentität behaupten können, ein Gefühl der Zugehörigkeit, müssen wir anerkennen, dass diese auch für den Anderen existieren und nicht trotz des Anderen. Dies erfordert eine Empathie, die auf der Anerkennung des Privilegs gründet, das ‚Raum‘ verleiht. Wo Krieg und Konflikt mit Raum und Raumorten zu tun haben, verorten sich auch jene, die Widerstand leisten, innerhalb eines Raumes, der durch ihre Wahrnehmung der Konflikte bestimmt wird, die sie herausfordern. Brian Haw wählte 2003 als Schauplatz seines Antikriegsprotests eine Stelle auf dem gepflasterten Boden außerhalb des Parliament Square. Der Grund für sein Lager war der Protest gegen den Krieg im Irak und insbesondere dagegen, dass der Krieg im Irak viele Waisen hervorbrachte. In seiner selbstgewählten Begrenzung sehen wir eine Verwirklichung des Anderen, mit dem er sich identifizierte; die Empathie, die er auslöste, zeigt sich nicht nur in den Einschränkungen des ‚Raumes‘, sondern in ihrer Weise, den Platz des Anderen ‚einzunehmen‘. In seinem Protest erkennen wir, wie er seinen Zuschauern nicht nur seinen Akt des Protests ‚zeigen‘ wollte, sondern auch die erweiterten Abgrenzungen von Selbst und Anderem, in denen das Missverhältnis in der Größe zwischen dem Parlament und seinem Zelt, zwischen Struktur und Stoff, mit dem Missverhältnis zwischen Opfer und Aggressor verbunden sein könnte, wie er es sah.
So, in the viewing of a different world, a world in which spaces and boundaries can assert a self-identity, a sense of belonging, we must appreciate these also exist for the Other and not in spite of the Other. Doing this, involves an empathy founded on acknowledging the privilege that ‘space’ accords. Where war and conflict have to do with space and locations of space, those who resist also situate themselves within space defined by what they perceive about the conflicts they challenge. Brian Haw in 2003 chose to make the scene of his anti-war protest a site on the paved floor outside Parliament Square. The reason for his encampment was to protest against the war in Iraq and in particular how the war gave birth to many orphans in Iraq. We see in his self-confinement an actualising of the Other he identified with; the empathy he stimulated is discernible not only in ‘space’ restrictions, but in its way of ‘taking the place’ of the Other. In his protest, we appreciate how he sought to ‘show’ his spectators not only his act of protest, but also the broadened demarcations of self and Otherness in which the disparity in size between Parliament and his tent, between structure and cloth might connect to what he viewed as the disparity between victim and aggressor.
Ähnlich verhält es sich in der Gedenkstätte Auschwitz, wo fotografische Zeugnisse so angeordnet sind, dass sie Individualität und Gemeinschaft symbolisieren und der nationalsozialistischen Entpersönlichung ihrer Opfer entgegenwirken. Individualisierte Einträge können in einem Raum bestehen, der das Ausmaß des kollektiven Leids widerspiegelt, der kollektivierten Erfahrung der jüdischen Häftlinge, und der zugleich ihre individuellen Namen und Berufe hervorhebt. Der Raum verbindet so eine vorgestellte kollektive Vergangenheit für die Museumsbesucher mit einer individualisierten visuellen Verbindung zu einzelnen Häftlingen. Man sieht sich mit einer Rücknahme dessen konfrontiert, was diese Häftlinge entmenschlicht hatte. Ihre Kleidung, Schuhe, Koffer, körperlichen Merkmale wie Haar und Handschrift dienen alle dazu, das in unmittelbare Nähe zu rücken, was verweigert, abstrahiert und auf Distanz gehalten worden war. Der Ort und Raum des Museums ist natürlich insgesamt darauf ausgerichtet, die Erinnerung an den Holocaust zu verstärken, obwohl Auschwitz selbst alles andere als ein isotroper Raum war. Vielmehr war er fragmentiert durch die ständige Bewegung von Häftlingen aus den Außenlagern. Jedes Porträt zeigte ein Fotoporträt des Häftlings mit seinem Namen, darunter die Häftlingsnummer sowie Angaben zu Volkszugehörigkeit, Geburtsdatum, Beruf vor der Haft, Datum der Deportation und Todesdatum. Die Anordnung der Porträts deutet auf Solidarität hin, ebenso auf eine Gleichstellung im Opfersein und auf die Endgültigkeit des Todes in Auschwitz. Sie dienen als Zeugnis eines „gegenwärtigen“ Lebens, beschmutzt, doch noch vollständig und noch nicht körperlich, emotional und geistig vom Lagerleben zerstört. Die Wand der Porträts stellt anderen Fotografien und Zeichnungen einen Gegenpol gegenüber, die Letzteres drastisch darstellen. Rachel Aliene Corrie, eine amerikanische Friedensaktivistin, die mit der von Palästinensern geführten Menschenrechts- und Gewaltfreiheitsgruppe International Solidarity Movement (im Folgenden ISM) zusammenarbeitete, stellte sich in ihrer Arbeit zur Verteidigung der Häuser palästinensischer Bauern einer strukturellen Andersheit entgegen. Sie reiste im Januar 2003 nach Israel und anschließend ins Westjordanland, wo sie von der ISM ausgebildet wurde. Häufig kam sie mit mehreren amerikanischen und britischen Aktivisten zusammen, die sich gegen den Abriss palästinensischer Häuser wehrten. Am 16. März 2003, während der Zweiten Intifada, versammelte sie sich mit anderen Aktivisten vor dem Haus eines palästinensischen Apothekers, als sie unter einer gepanzerten Planierraupe der IDF (Israelische Verteidigungsstreitkräfte) zu Tode gequetscht wurde. Ihre Aussagen, die sehr wichtiges Licht auf Überlegungen zum „Selbst“ und „Anderen“ werfen und darauf, wie diese mit Raum, Identität und Identifikation zusammenhängen, stammen aus *Let Me Stand Alone: The Journals of Rachel Corrie*, bestehend aus Tagebucheinträgen und E-Mails, die später von ihren Eltern zur Veröffentlichung ausgewählt wurden.
In a similar sentiment, at the holocaust memorial in Auschwitz, photographic testimony is positioned in a way that symbolises individuality and togetherness and offsets Nazi depersonalisation of its victims. Individualised entries can exist in a space arranged to reflect the scale of collective suffering, the collectivised experience of Jewish prisoners, as well as to emphasise their individual names and occupations. The space thus meshes an imagined collective past for the museum visitors with an individualised visual connection with single prisoners. One is confronted with an undoing of what had dehumanised those prisoners. Their clothes, shoes, suitcases, physical features of hair, handwriting, all serve to bring into proximity what was denied, abstracted and distanced. The site and space of the museum is of course altogether present in accentuating the memory of the holocaust though Auschwitz itself was anything but an isotropic space. It was instead fragmented with the endless movement of prisoners from sub-camps. Each displayed a photographic portrait of the prisoner including his or her name, under which is the prison number and details of ethnicity, date of birth, occupation before imprisonment, date of deportation and date of death. The arrangement of the portraits suggests solidarity, as well as an equalising in victimhood and the finality of death at Auschwitz. They serve as a testimony to a ‘present’ life, sullied though still complete and not yet physically, emotionally and mentally decimated by camp life. The wall of portraits offsets other photographs and drawings which do graphically portray the latter. Rachel Aliene Corrie who was an American peace activist working with the Palestinian-led human rights and non-violent resistance group International Solidarity Movement (ISM henceforth) challenged a structural otherness in her work to defend the homes of Palestinian farmers. She travelled to Israel in January 2003 and then to the West Bank where she received training from the ISM. She would frequently gather with several American and British activists resisting the demolition of Palestinian homes. On March 16, 2003 during the Second Intifada she gathered with other activists outside the home of a Palestinian pharmacist when she was crushed to death under an armoured IDF (Israeli Defence Forces) bulldozer. Her statements which shed very important light on ‘self’ and ‘other’ considerations and the way they relate to space, identity and identification are taken from Let Me Stand Alone: The Journals of Rachel Corrie, made up of journal entries and emails later selected for publication by her parents.
Am 29. Januar 2003 beobachtete Corrie, während sie in Gaza stationiert war, und kommentierte, wie Einschränkungen des Raums, Bewegungsbeschränkungen, eine gestörte sinnliche Beziehung zum Land und die Art, wie Kinder von Gewalt betroffen sind, für die Palästinenser eine wichtige Bedeutung für Landschaft und Landschaftsgestaltung erlangen. Dies ist ein Gefängnis, das die Gefängniswärter für zu groß hielten, weshalb sie es nun enger machen. Die Menschen hier leben in Sichtweite des Meeresgeruchs, können es aber nicht mehr sehen. „Was ist denn hier schön? Wir könnten das Meer anschauen gehen. Eine Sache, die schön ist. Jetzt kann ich das Meer nicht mehr sehen. Was gibt es für die Kinder, das schön ist? Ein achtjähriger Junge namens Ali starb am Tag bevor ich kam. Er wollte nur den Panzer anschauen – den Panzer sehen – und sie sprengten ihm den Kopf weg.“56 Die Weite des Meeres steht im Gegensatz zum eingeengten Land Gaza. Das Leid seiner Menschen wird dadurch verschärft, dass ihnen der Blick auf eine Landschaft verwehrt wird, von der sie glauben, dass sie ihnen von Natur aus gehört. Während die „Landschaft“ jedes Landes aus denselben gesellschaftlichen Prozessen besteht, bezeichnet „Landschaftsgestaltung“ als Verb die Art und Weise, in der Land durch menschliches Handeln umgestaltet wird und dabei einzigartige Räume entstehen, auf denen Orte liegen.57
On January 29, 2003 whilst Corrie was stationed in Gaza she observed and commented on how limitations of space, restrictions of movement, of sensory relationship with land and the way children are affected by violence come to have an important bearing on landscape and landscaping for the Palestinians. This is a jail that the jailkeepers decided was too big, so now they are squeezing it smaller. The people here live within the smell of the ocean but they can’t go see it anymore. “What is there beautiful? We could go see the ocean. One thing beautiful. Now I cannot see the ocean. What is for the children that is beautiful? An eight-year old named Ali died the day before I came. He just wanted to look at the tank – see the tank – and they explode his head.”56 The expanse of the ocean is set against the constricted land of Gaza. The suffering of its people is exacerbated through their denial of vision of a landscape that they believe is inherently theirs. While ‘landscape’ of any land is made up of the same societal processes, ‘landscaping’ understood as a verb is about the way in which land is transformed by human agency, creating unique spaces upon which sites are located.57
Für die Bewohner des Gazastreifens bedeutet das, dass sie das Meer zwar „riechen“, aber nicht „sehen“ können, und gerade diese Unfähigkeit der Einheimischen, für ihre Kinder das zu genießen, was schön ist, prägt ihre mitfühlende Haltung.58 Die Abgrenzungen von Selbst und Anderem bei Rachel sind hier rezeptiv; sie vertritt keine Gegenseitigkeit in den Beziehungen zwischen ihr und den Palästinensern, sie ist vielmehr einseitig. Rachels Einbeziehung des kindlichen Opfers Ali in ihren Bericht dient dazu, das Nicht-Sehen des Meeres dem Sehen von „dem Panzer – und sie sprengen ihm den Kopf“ gegenüberzustellen. Mit ihrem Brief verstärkt sie die Zerstörung, die sie beobachtet, indem sie das Natürliche mit dem Mechanischen kontrastiert.
For the residents of Gaza, this means that though they can ‘smell’ the ocean they cannot ‘see’ it and it is this inability of natives to enjoy ‘what is’ beautiful for their children that informs her empathetic outlook.58 Demarcations of Self and Otherness for Rachel here are receptive; she does not espouse mutuality in relations between her and the Palestinians, it is instead unilateral. Rachel’s inclusion of child victim Ali in her account serves to juxtapose the failing to see the ocean with seeing ‘the tank – and they explode his head.’ She uses her letter to accentuate destruction in what she observes by juxtaposing the natural with the mechanical.
Der Eindruck ist, dass nichts „gesehen“ wird; Schönheit und Grausamkeit sind miteinander verwoben zu einem Bereich, in dem Dinge nur gefühlt werden. Rachel denkt über ihr Privileg nach, als eine „weißhäutige“ Person zu gelten, die sehen und bezeugen kann und deren Gefühle eine Überwindung der Grenzen zwischen Selbst und Anderem erforderlich machen. Das Gaza-Stadt, das Corrie beschreibt, ist tatsächlich „verloren“ „im Blickfeld“, im Sehen und im Gedächtnis verschoben. Da die Kinder von Gaza wissen, dass das Meer dort ist, es aber nicht sehen können, haben sie eine verschobene visuelle Bindung, behalten die Stadt aber durch eine sensorische Bindung des Geruchs und durch Landschaftspunkte, von denen sie glauben, dass sie von Natur aus palästinensisch sind. Wir fragen uns, ob wir wissen können, ob Corrie Alis Blickwinkel spiegelt? Was ist Alis Geruch des Meeres im Vergleich zu dem Corries?
The impression is that nothing is ‘seen’, both beauty and cruelty are meshed together into a domain in which things are only felt. Rachel reflects on her privilege as a ‘white-skinned’ person who can see and witness, and whose feelings mandate a transcending of Self/Other boundaries. The Gaza City that Corrie describes is actually ‘lost’ ‘in the field of vision’, dislocated in vision and memory. Since the Gazan children know the ocean is there, but cannot see it, they have a dislocated visual attachment but still retain the city through sensory attachment of smell, and points of landscaping they believe are inherently Palestinian. We question whether we can know if Corrie mirrors Ali’s vantage point? What is Ali’s smell of the ocean in comparison to Corrie’s?
Corrie stellt erneut gegenüber, wie die Palästinenser, die sie beobachtet, Raum und seine Zeitlichkeiten wahrnehmen, während sie spielen: „Hinter uns spielen Kinder, und wir rufen „La! La!“, wenn sie versuchen, in den Schutt hinauszulaufen, um mit uns zu spielen – denn irgendwie kannst du trotz allem, obwohl du in einem Käfig geboren wurdest und nie ohne nächtliches Schießen gelebt hast, dennoch spielen.“59
Corrie again juxtaposes the way space and its temporalities are considered by the Palestinians she observes whilst they play: “Children play behind us and we yell, “La! La!” when they try to wander out into the rubble to play with us – because somehow even though you are born in a cage and you have never lived without shooting all night, you are still able to play.”59
Ihre Beschreibung eines „Käfigs“ bezeichnet Einschränkung; in der körperlichen Eingeschlossenheit, die sie miterlebt, kann sie „Käfig“ und „Schießerei“ mit „Spiel“ nebeneinanderstellen und dabei auf die gemeinsamen ikonischen Codes zurückgreifen, über die ihr Publikum eine Beziehung zu Kindern herstellen kann. Corries Beschreibung von Kindern, die eine sinnliche Beziehung zu einem Land haben, das zu einem „vorgestellten“ und käfigartigen geworden ist, ist aufschlussreich für das, was sie über Selbst- und Fremdwahrnehmungen aussagt. Beide beschreibenden Darstellungen sind ihre eigenen Wahrnehmungen und die eines Erwachsenen darüber, was Kinder in Gaza erleben.
Her description of a ‘cage’ denotes restriction; in the physical confinement that she witnesses she is able to juxtapose ‘cage’ and ‘shooting’ with ‘play’, drawing on the mutual iconic codes by which her audience can relate to children. Corrie’s description of children who have a sensory relationship to a land that has become ‘imagined’ and cagelike is insightful for what it tells us about Self/Other perceptions. Both descriptive accounts are her own perceptions, and an adult perception, of what children in Gaza are experiencing.
In einem Brief an ihre Mutter vom 19. Januar 2003 gelingt es Corrie, den vorherrschenden Diskurs von Leid und Opferrolle weiter zu überwinden, indem sie die Grenzen zwischen „Selbst" und „Anderem" umkehrt:
In a letter to her mother dated January 19, 2003, Corrie is able to further transcend the dominant discourse of suffering and victimisation by inverting ‘self’ and ‘other’ boundaries:
„Ich denke, weiße Menschen leiden in den Vereinigten Staaten manchmal unter einem System, das uns immer noch gegenüber Menschen mit Migrationshintergrund bevorzugt; Männer leiden unter dem System, das sie gegenüber Frauen bevorzugt; und jüdische Israelis leiden (weitaus mehr als weiße Menschen und Männer in den USA) unter einem System in Israel, das sie gegenüber palästinensischen Israelis und Palästinensern in den besetzten Gebieten bevorzugt. Dennoch bleibt das System ein rassistisches.“60
“I think white people sometimes suffer in the United States from a system that still privileges us over people of color; men suffer from the system that privileges them over women; and Jewish Israelis suffer (much more than white people and men in the U.S.) from a system in Israel that privileges them over Palestinian-Israelis and Palestinians in the Occupied Territories. Nevertheless, the system remains a racist one.”60
Corries Worte, die eine unipolare Beziehung zwischen Dominanz und Unterordnung darstellen, scheinen aus empathischen Überlegungen hervorzugehen, die in ihrer Rede in der fünften Klasse anklingen, in der sie sagte: „Sie sind wir, wir sind sie.“61 Für sie ist diese Normalisierung von Selbst und Anderem eine Voraussetzung für empathisches Denken. Das Zusammengehörigkeitsgefühl, das Corrie beschreibt, ist ein zentrales Motiv im Werk von Aktivistinnen und Aktivisten, die erkennen, dass es nötig ist, geopolitische Zeitlichkeiten zu überwinden, um die Wahrnehmung von „Selbst“ und „Anderem“ neu zu gestalten. In der folgenden Äußerung konstruiert Corrie die Identität von Selbst und Anderem durch Ortsbildung, wobei die Zerstörung von „Obstgärten, Gewächshäusern und Obstbäumen“ eine empathische Auseinandersetzung auf einer besonders persönlichen Ebene ermöglicht; dabei greift sie auf „Onkel Craig“ und „Oma“ zurück: „Ich denke besonders daran, wenn ich Obstgärten, Gewächshäuser und Obstbäume zerstört sehe – jahrelange Pflege und Kultivierung. Ich denke an dich und daran, wie lange es dauert, bis Dinge wachsen, und was für ein Werk der Liebe das ist. Ich glaube wirklich, dass die meisten Menschen in einer ähnlichen Situation sich so gut wie möglich verteidigen würden. Ich glaube, Onkel Craig würde das tun. Ich glaube, Oma wahrscheinlich auch. Ich glaube, ich würde es auch tun.“62
Corrie’s words, a representation of unipolarity between dominant and subordinate, seem to stem from empathetic considerations informed in her 5th grade school speech in which she instructed: “They are us, we are them.”61 She sees this normalising of Self and Other as prerequisite to empathetic considerations. The togetherness that Corrie describes is a salient motif in the work of activists who realise the need to transcend geo-political temporalities to reshape ‘self’ and ‘other’ perceptions. In the following comment, Corrie constructs Self/Other identity through place-making wherein the destruction of ‘orchards and greenhouses and fruit trees’ allows for an empathic consideration at a particularly personal level; by drawing on ‘Uncle Craig’ and ‘Grandma’ “I think about this especially when I see orchards and greenhouses and fruit trees destroyed - just years of care and cultivation. I think about you and how long it takes to make things grow and what a labour of love it is. I really think, in a similar situation, most people would defend themselves as best they could. I think Uncle Craig would. I think probably Grandma would. I think I would.”62
Corrie versucht, ihre Mutter zu überzeugen, indem sie die Konfliktreaktionen von Selbst- und Fremdbild miteinander verbindet.
Corrie seeks to convince her mother by merging conflict responses of Self/Other binaries.
Corries Zusammenführung innerer Landschaften aus palästinensischen und amerikanischen Kontexten verhindert, dass ein idealisiertes System bloß als kulturelle Modeerscheinung übernommen wird. Indem sie sich mit beiden Landschaften identifiziert, entsteht kein „Abstand“ zu den Ursachen der von ihr beschriebenen Umweltzerstörung. Corrie beschreibt, dass jede Auseinandersetzung mit der heiligen Landschaft Gazas eine Reflexion über die ökologische Verantwortung derer erfordern würde, die dort leben. Ihre Bezugnahmen auf ihren Großvater zeigen, dass Erfahrung eine notwendige Voraussetzung für Empathie ist.
Corrie’s drawing together mental landscapes from Palestinian and American settings disallow an embracing of an idealised system as a mere cultural fashion. By aligning herself with both landscapes, we do not sense a ‘distance’ from the causes of the environmental destruction she describes. Corrie describes how any consideration of the sacred landscape of Gaza would necessitate a reflection of the ecological responsibilities of those who live there. Corrie’s references to her grandfather reflect the necessity of experience as a determinant of empathy.
Sie führt an, dass „Grandma“ die Not der Palästinenser gut nachvollziehen könne, da sie selbst erfahren habe, was diese empfinden mögen, wenn sie ihre Olivenbäume verlieren.
She submits that ‘Grandma’ could well understand the plight of the Palestinians since she has experience of what they might feel at the loss of their olive trees.
In ihrem Brief geht sie auch auf die theoretische und praktische Realität ein, dass sich Körper durch Gebiete, Orte und Hindernisse bewegen, indem sie die einheimischen Bewohner Gazas, sich selbst und ihre Verwandten als anwesende und abwesende Akteure darstellt. Die Sprache, mit der Corrie Gefühle des Unrechts und das Recht der Palästinenser auf Widerstand beschreibt, stützt sich weitgehend auf ihre eigenen Reaktionen oder auf das, was sie für universelle Reaktionen auf Rechte der Zugehörigkeit hält. Corrie deutet daher an, dass sowohl Palästinenser als auch Amerikaner ein emotionales Zugehörigkeitsgefühl zu landwirtschaftlichen Landschaften haben, wobei „Fürsorge“, „Kultivierung“ und „wachsen“ zu Schlüsselbegriffen werden, die die politische Form ihrer Solidarität prägen. Die „Liebesarbeit“, die sie beschreibt und die nötig ist, um „Dinge wachsen zu lassen“, ist im Hinblick darauf, wie sie mit der mütterlichen Symbolik korreliert, die palästinensische Bauern verwenden, eine interessante Beschreibung.63
In her letter, she also engages the theoretical and practical reality of bodies moving through areas, locations and obstacles by situating native residents of Gaza, herself and her relatives as present and absent actors. The language Corrie uses to describe feelings of injustice and the right of the Palestinians to resist draws extensively on her own or what she considers universal responses to rights of belonging. Corrie therefore intimates that for both Palestinians and Americans, there is an emotional sense of belonging to agricultural landscapes, ‘care’, ‘cultivation’ and ‘grow’ becoming keywords that shape the political form of her solidarity. The ‘labour of love’ she describes required to ‘make things grow’ is an interesting description in light of how it correlates with the maternal symbolism used by Palestinian farmers.63
55 Iḥyā’ ‘ulūm al-dīn 2/430-442.
55 Iḥyā’ ‘ulūm al-dīn 2/430-442.
56 R. Corrie, Let Me Stand Alone: The Journals of Rachel Corrie (Granta Books, London: 2008), S. 233.
56 R. Corrie, Let Me Stand Alone: The Journals of Rachel Corrie (Granta Books, London: 2008), p. 233.
57 G. Fields, „Landscaping Palestine: reflections of enclosure in a historical mirror“, Int. J. Middle East Stud. 42 (2010), S.
57 G. Fields, ‘Landscaping Palestine: reflections of enclosure in a historical mirror’, Int. J. Middle East Stud. 42 (2010), p.
64.
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58 O. Latiff: „Landscaping otherness and challenging frames of ‘nothingness’ in contemporary Palestine“, Space and Polity, 20:3 (2016), S. 249–262.
58 O. Latiff: ‘Landscaping otherness and challenging frames of ‘nothingness’ in contemporary Palestine’, Space and Polity, 20:3 (2016), pp. 249-262.
59 R. Corrie, Let Me Stand Alone: The Journals of Rachel Corrie (Granta Books, London: 2008), S. 234.
59 R. Corrie, Let Me Stand Alone: The Journals of Rachel Corrie (Granta Books, London: 2008), p. 234.
60 Ebd., S. 226.
60 Ibid, p. 226.
61 „Rachel Corrie 5th Grade Speech – I’m here because I care“ https://www.youtube.com/watch?v=pDq32EgMxb8
61 ‘Rachel Corrie 5th Grade Speech - I’m here because I care’ https://www.youtube.com/watch?v=pDq32EgMxb8.
62 R. Corrie, Let Me Stand Alone: The Journals of Rachel Corrie (Granta Books, London: 2008), S. 272–273.
62 R. Corrie, Let Me Stand Alone: The Journals of Rachel Corrie (Granta Books, London: 2008), pp. 272-273.
63 O. Latiff: „Landscaping otherness and challenging frames of ‘nothingness’ in contemporary Palestine“, Space and Polity, 20:3 (2016), S. 250–253.
63 O. Latiff: ‘Landscaping otherness and challenging frames of ‘nothingness’ in contemporary Palestine’, Space and Polity, 20:3 (2016), pp. 250-253.