3.2. Falsche Vorstellungen über die Rububiyyah
3.2. False Notions about Rububiyyah
Die oben angeführten Beispiele machen die Bedeutungen des Wortes Rabb deutlich, und wir können nun dazu übergehen, jene falschen Vorstellungen zu betrachten, die unter den irregeleiteten Stämmen und Völkern über die Rubūbiyyah (also die Eigenschaften und Attribute dessen, der ein Rabb ist) herrschten und die der Qur'ān widerlegen wollte, sowie die Glaubensvorstellungen, die der Qur'ān vertritt. Dies lässt sich am besten erreichen, indem wir nacheinander die Fälle jener besonderen Nationen oder Völker behandeln, die im Qur'ān erwähnt werden, und so eine klarere Vorstellung von den falschen Vorstellungen gewinnen, die sie hegten.
The above examples clearly bring out the meanings of the word rabb, and we may now proceed to look at those false notions which existed among the misguided tribes and people about rubūbiyyah (that is, the qualities and attributes of one who is a rabb) which the Qur'ān sought to refute, and what are the beliefs that the Qur'ān advocates. This can perhaps best be done by taking up, one by one, the cases of those particular nations or people who find mention in the Qur'ān, and thus get a clearer idea of the wrong notions which they entertained.
3.2.1. Das Volk des Hazrat Nuh
3.2.1. Hazrat Nuh’s People
Die frühesten derartigen Menschen, von denen im Qur'an die Rede ist, waren jene, unter denen Hazrat Nuh (Noah, Friede sei mit ihm) als Prophet gesandt wurde. Aus dem Qur'an geht klar hervor, dass diese Menschen die Existenz Gottes nicht leugneten, vgl. die folgende Äußerung über ihn von ihren Anführern:
The earliest of such people dealt with in the Qur'ān were those among whom Hazrat Nuh (Noah, peace be upon him) was raised as Prophet. It is clear from the Qur'ān that these people did not deny the existence of God, cf. the following comment about him by their leaders:
„Er ist nur ein Mensch wie ihr, der nur seine eigene Herrschaft über euch errichten will. Wenn Gott wirklich (einen Gesandten) hätte senden wollen, dann hätte Er gewiss Engel ausgewählt…" (al-Mu’minoon 23:24)
…He is but a man like any of you, who only wants to establish his own hold over you. If God had really wanted (to send any messenger) He would surely have chosen angels instead…. (al-Mu’minoon 23:24)
Auch leugneten sie nicht, dass Allah der Schöpfer des Universums und der Rabb im ersten und zweiten Sinne dieses Wortes ist. Unter den Ermahnungen, die Hazrat Nuh an sie richtete, waren folgende:
Nor did they deny that Allah was the Creator of the universe and the Rabb in the first and second senses of the word. Among the exhortations to them by Hazrat Nuh were:
„Er ist euer Herr, und zu Ihm werdet ihr zurückgebracht werden." (al-Hud 11:34)
…He is your Rabb, and unto Him shall you be returned. (al-Hud 11:34)
Bitte deinen Herrn um Vergebung, denn Er ist wahrlich Allvergebend.
Seek the forgiveness of your Rabb, (for) verily He is Oft-Forgiving.
(an-Nuh 71:10)
Siehst du nicht, wie Allah die sieben Himmel übereinander geschaffen hat, und den Mond als Licht in ihrer Mitte und die Sonne als (glänzende) Leuchte gemacht hat? Und (es war)
Do you not see how Allah has made the seven heavens one above the other, and made the moon a light in their midst, and the sun a (glorious) lamp? And (it was)
3.2.2. Das Volk der ʿĀd
3.2.2. The ’Aad People
Als Nächstes folgten die ʿĀd. Auch sie leugneten nicht die Existenz Gottes noch Seine Eigenschaft als Ilāh, doch zugleich glaubten auch sie an Ihn als den Rabb, im selben Maße und in demselben Sinne wie das Volk des Propheten Nūḥ. Und so waren auch die Punkte der Meinungsverschiedenheit zwischen ihnen und dem Propheten, der zu ihnen gesandt wurde, nämlich Hazrat Hūd, dieselben: „Und zu den ʿĀd (sandten Wir) ihren Bruder (das heißt ihren Stammesverwandten) Hūd, der zu ihnen sprach:"
The next in line were the ’Aad. They too did not deny the existence of God, or His being the Ilah but at the same time they too believed in Him as the Rabb to the same extent and in the same sense as had Hazrat Nuh’s people. And so the points of disagreement between them, and the Prophet sent to them, Hazrat Hud, were the same too: And to the Aad (We sent) their brother (that Is kinsman) Hud, who said to them:
„O mein Volk, dient Allah allein, denn es gibt keinen Gott außer Ihm; wollt ihr denn nicht gottesfürchtig sein?“ Und sie sagten: „Bist du zu uns gekommen, damit wir allein Allah dienen, ausschließlich, und die aufgeben, denen unsere Vorfahren gedient haben?“ (Al-A'raf 7:65-70)
‘O’ my people, give your ’ibadah to Allah (because) there is no ilaah but He; will you not fear Him?” (And) they said: ‘Have you come to us to make us give all of our ’ibadah to Allah alone, exclusively, and give up those to whom our ancestors used to give theirs?’ (al-A’raaf 7:65-70)
Sie sagten: „Wenn unser Herr gewollt hätte, hätte Er Engel herabgesandt (anstelle von dir, einem Menschen wie wir)…" (Al-Fussilat 41:14)
…They said: ‘If our Rabb had wanted, He would have sent down angels (instead of you, a human like us).... (al-Fussilat 41:14)
Das waren die ʿĀd, die sich den Geboten ihres Herrn widersetzten, Seinen Gesandten nicht gehorchten und stattdessen jedem hochmütigen Tyrannen folgten, der sich gegen die Wahrheit auflehnte (al-Hūd 11:59).
These then were the ’Aad, who refused to obey the commands of their Rabb, who did not obey His messengers, and who (instead) obeyed every despotic transgressor (against Truth) (al-Hud 11:59)
3.2.3. Die Thamūd
3.2.3. The Thamūd
Dann kamen die Thamūd, die nach den ’Ād die schlimmsten Übertreter waren. Im Grunde war ihre Abirrung dieselbe wie die der Leute des Propheten Nūh und der ’Ād. Auch sie glaubten an die Existenz Allahs und daran, dass Er der Ilāh und der Rabb ist, doch sie stimmten nicht darin überein, dass Er der einzige Ilāh ist, dass Er allein aller ’Ibādah würdig ist und dass Er in jeder Hinsicht des Wortes der Rabb ist. Sie beharrten darauf, dass es neben Allah noch andere gebe, die ebenfalls Gebete annehmen, Gunst gewähren und Not beseitigen könnten; und in moralischen und kulturellen Angelegenheiten nahmen sie ihr Gesetz von ihren Häuptlingen und Priestern, statt sich der göttlichen Leitung zu folgen. Dies machte sie zu einem tragisch irregeleiteten Volk und brachte die Strafe Allahs über sie:
Then there were the Thamūd, the worst transgressors after the ’Aad. Basically, their deviation was the same as that of the people of Hazrat Nuh and the ’Aad. They also believed in the existence of Allah and His being the Ilaah and the Rabb but they did not agree that He was the only ilaah, that He alone was worthy of all ’ibadah, and that He was Rabb in all the senses of the word. They insisted that there were others, besides Allah, who too could accept prayers, grant favours, and remove distress, and in moral and cultural matters they took their law from their chiefs and priests instead of following Divine guidance. It was this which made them into a tragically misled people and brought down on them Allah’s punishment:
Und (O Muhammad ﷺ), wenn sie sich abwenden (und nicht auf das hören, was du sagst), dann sprich zu ihnen: Ich warne euch vor einer Strafe, gleich jener, die über die ’Ād und die Thamūd kam, zu denen Propheten immer wieder kamen mit der Aufforderung, ihre ’Ibādah keinem anderen als Allah zu widmen, und deren einzige Antwort war: „Hätte unser Rabb gewollt, so hätte Er gewiss Engel herabgesandt; (da Er dies aber nicht getan hat,) so weisen wir die Botschaft zurück, die ihr überbringt.“ (al-Fussilat 41:13-14)
And (O’ Muhammad) if they turn away (and do not listen to what you say) then say to them: I am warning you of a punishment the like of that which visited the ’Aad and the Thamud, to whom Prophets came repeatedly telling them not to give their ’ibadah to any but Allah, and whose only reply was:‘If our Rabb had wanted, He would surely have sent down angels, (but since He did not), we reject the message which you bring’. (al-Fussilat 41:13-14)
Und zu den Thamud (sandten Wir) ihren Bruder Salih, der zu ihnen sprach: „O mein Volk, dient Allah; ihr habt keinen Gott außer Ihm.“ ... Sie antworteten: „O Salih, wir hatten große Hoffnungen auf dich gesetzt (und nun redest du seltsam); willst du uns verbieten, denen zu dienen, denen unsere Vorfahren gedient haben?“ ... ()
3.2.4. Das Volk von Hazrat Ibrahim und Namrud
3.2.4. The People of Hazrat Ibrahim and Namrud
Als Nächstes folgen in ihrer Bedeutung die Leute des Propheten Ibrahim (Abraham, Friede sei auf ihm), und die Bedeutung ihres Falles liegt darin, dass man allgemein annimmt, ihr König Namrud (Nimrod) habe nicht an Gott geglaubt, sondern sich selbst als Gott ausgegeben. Die Tatsache jedoch ist, dass er an Gott glaubte und ihn auch als den Schöpfer und Lenker der Angelegenheiten des Universums anerkannte, und sein eigener Anspruch, ein Rabb zu sein, bezog sich nur auf den dritten, vierten und fünften Wortsinn dieses Begriffs.
Next in importance are the people of Hazrat Ibrahim (Abraham, may peace be upon him), and the significance of their case is that it is commonly thought that their King, Namrud (Nimrod), did not believe in God but claimed himself to be God instead. The fact, however, is that he did believe in God, and also believed Him to be the Creator and the Regulator of the affairs of the universe, and his own claim to be a rabb was only in the third, fourth, and fifth senses of the term.
Ein weiteres verbreitetes Missverständnis besteht darin, dass diese Menschen keinen Glauben an Gott hatten und auch nicht daran, dass Er der Ilāh und der Rabb ist, obwohl ihre Vorstellungen in diesen Punkten in Wirklichkeit kaum von denen der Leute des Propheten Nūḥ und der Thamūd abwichen. Sie glaubten an die Existenz Gottes und kannten Ihn auch als den Rabb, den Schöpfer der Himmel und der Erde und den höchsten Herrscher des Universums. Ebenso leugneten sie nicht Sein Recht auf die Anbetung durch den Menschen. Ihr Irrtum lag darin, die Himmelskörper als Teilhaber Gottes an der rubūbiyyah im ersten und zweiten Sinn des Begriffs anzusehen und sie insofern Gott beizugesellen. Was die dritte, vierte und fünfte Bedeutung des Begriffs betrifft, so waren es hier ihre Könige, die sie als Rabbs behandelten.
Another common misconception is that these people had no belief in God nor in his being the Ilaah and the Rabb, although in fact their beliefs on these points were little different from those of the people of Hazrat Nuh and the Thamūd. They did believe in the existence of God, and also knew Him as the Rabb, the Creator of the heavens and the earth, and the Supreme Ruler of the universe. Nor, for that matter, did they deny His right to man’s worship. Where they were mistaken was in regarding the heavenly bodies as partners with him in rubūbiyyah in the first and second senses of the term and hence in associating them with God to that extent. As for the third, fourth, and fifth meanings of the term, here it was their kings whom they treated as the rabbs.
Der Heilige Qur'ān ist in diesen Punkten so klar, dass es erstaunlich ist, wie die soeben erwähnten Missverständnisse entstanden sind und so weite Verbreitung und Akzeptanz gefunden haben. Nehmen wir zum Beispiel die Geschichte von Hazrat Ibrahims Suche nach der Wahrheit, wie sie im Qur'ān erzählt wird.
3.2.5. Das Volk Lots
3.2.5. Lot’s People
Als Nächstes in der historischen Reihenfolge kommen die Leute von Sodom, deren Aufgabe der Besserung Hazrat Ibrahims Neffe Lot (Friede sei mit beiden) übertragen wurde. Aus dem Qur'ān wissen wir auch über diese Leute, dass sie zwar weder die Existenz Gottes noch Seine Eigenschaft als Schöpfer und Rabb im ersten und zweiten Sinne des Wortes leugneten, sie Ihn aber im dritten, vierten und fünften Sinne als solchen nicht anerkennen wollten und auch die Autorität des Propheten Lot als Seines vertrauenswürdigen Gesandten zurückwiesen, der ihnen ihr Verhalten vorschreiben sollte. Sie wollten, dass man sie tun lässt, was sie wollten, und genau das war ihr eigentliches Verbrechen und der Grund, weshalb sie Gottes Zorn auf sich zogen. So sagt der Qur'ān über sie: Als ihr Verwandter Lot zu ihnen sprach: „Wollt ihr denn nicht Gott fürchten? Siehe, ich bin für euch ein vertrauenswürdiger Gesandter (von Gott). Darum (glaubt, was ich sage, und) trachtet danach, euch vor dem göttlichen Zorn zu retten, und tut, was ich euch sage. Ich verlange dafür keinen Lohn von euch, denn mein Lohn liegt bei dem Herrn der Welten. Wendet ihr euch, anders als die ganze übrige Menschheit, Knaben zu (zur Befriedigung eurer Sinnlichkeit) und lasst ihr die Frauen beiseite, die euer Rabb für diesen Zweck für euch geschaffen hat? Wahrlich, ihr seid ein Volk der Übertreter.“ {Asch-Schu'arā' 26:161-166}
The next in historical order are the people of Sodom, the task of whose reformation was entrusted to Hazrat Ibrahim’s nephew, Lot (may peace be upon both). From the Qur'ān we know about these people too that while they neither denied the existence of God nor His being the Creator and the Rabb in the first and the second senses of the word, they refused to acknowledge Him as such in the third, fourth, and fifth senses, and also repudiated the authority of the Prophet Lot as His trusted representative to lay down the law for their conduct. What they wanted was to be left to do as they pleased, and this was their real crime and the reason for their bringing God’s wrath upon their heads. This is what the Qur'ān says about them: When their kinsman Lot said to them,‘Will you not fear God? Look! I am a trusted messenger to you (from God). Therefore (believe what I say and) try to save yourselves from Divine wrath, and do as 1 tell you, I ask no regard for myself, because my reward lies with God. Do you, unlike the whole of the rest of humanity, turn to boys (for your Sexual satisfaction) and leave aside the wives your Rabb has created for you for this purpose? Surely, you are the worst of wrongdoers.’ (Ash-Shu’araa’ 26:161-166)
Offensichtlich können diese Worte nur an ein Volk gerichtet gewesen sein, das die Existenz Gottes nicht leugnete und auch nicht, dass Er der Schöpfer und Versorger ist. Deshalb entgegneten sie auch nicht, wer Gott sei, wie Er behaupten könne, der Schöpfer zu sein, oder wie Er ihr Rabb geworden sei. Stattdessen sagten sie: „Hör zu, Lot, wenn du nicht mit deinen Predigten aufhörst, wirst du gewiss aus dem Land vertrieben werden.“ (asch-Schu'ara' 26:167)
3.2.6. Das Volk Schu'aibs
3.2.6. Shu’aib’s People
Als Nächstes folgen die Leute von Madyan und von Aikah (dem alten Namen von Tabuk), zu denen Hazrat Shu’aib صلى الله عليه وسلم als Prophet gesandt wurde. Wir wissen, dass diese Menschen Nachkommen von Hazrat Ibrahim (Friede sei auf ihm) waren, und daher kann es keine Frage sein, dass sie Gott nicht kannten oder nicht an Ihn als den Ilaah und den Rabb glaubten. Sie waren tatsächlich ein Volk, das ursprünglich Muslime gewesen war, dessen Glaube und Verhalten jedoch im Laufe der Zeit verdorben war. Aus dem Qur'ān scheint sogar hervorzugehen, dass sie behaupteten, Gläubige zu sein, denn Hazrat Shu’aib sagt ihnen wiederholt: „Wenn ihr wirklich glaubt“; „Wenn ihr wirklich Gläubige seid.“ Eine Untersuchung seiner Reden und ihrer Antworten zeigt deutlich, dass sie sowohl an Allah glaubten und Ihn als den Ilaah und den Rabb anerkannten, sich jedoch in zwei Punkten irrten. Erstens gesellten sie Ihm im übernatürlichen Sinne andere als ebenfalls Ilaahs und Rabbs bei und erwiesen Ihm daher ihre ’Ibadah nicht ausschließlich; zweitens vertraten sie die Auffassung, dass Sein Rabb-Sein nicht seine Befugnis einschließe, Gesetze zur Regelung des moralischen, sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Verhaltens zu erlassen, oder sie beanspruchten für sich selbst Handlungsfreiheit in diesen Bereichen.
Next come the people of Madyan and of Aikah (the ancient name of Tabuk), to whom Hazrat Shu’aib صلى الله عليه وسلمwas sent as prophet. We know that these people were descendants of Hazrat Ibrahim (on whom be peace) and so there can be no question of their not knowing God or not believing in him to be the Ilaah and the Rabb. They were in fact a people who had originally been Muslims but whose beliefs as also conduct had become corrupted through the passage of time. It would even appear from the Qur'ān, that they claimed to be believers, because Hazrat Shu’aib repeatedly says to them; “If you truly believe”; “If you truly are believers.” An examination of his discourses and of their answers clearly shows that they both believed in Allah and acknowledged Him as the Ilaah and the Rabb, but went wrong on two points. Firstly, in the supernatural sense they associated others with Him as also being ilaahs and rabbs and so did not give Him their ’ibadah exclusively and, secondly, they held that His being the Rabb did not extend to His having authority to lay down the law for regulating moral, social, economic and cultural behaviour, or they claimed freedom of action for themselves so far as these spheres were concerned:
Und zu (den Leuten von) Madyan sandten Wir ihren Stammesbruder Schu'aib (der zu ihnen sprach): „O mein Volk, dient Allah (allein), denn es gibt keinen Gott außer Ihm; wahrlich, es ist euch ein klarer Beweis von eurem Herrn gekommen. So gebt den Menschen volles Maß und Gewicht und schmälert ihnen nicht ihr Recht, und richtet nach dem Zustand der Erde, nachdem sie in Ordnung gebracht wurde, kein Verderben an; das ist besser für euch, wenn ihr wahrhaft Gläubige seid... Und wenn eine Gruppe unter euch an die Botschaft glaubt, mit der ich gesandt wurde, eine andere aber nicht, so wartet, bis Allah zwischen uns entscheidet; und Er ist der Beste der Richter.“ ()
3.2.7. Der Pharao und sein Volk
3.2.7. The Pharaoh and his People
Als Nächstes kommen wir zum Pharao und seinem Volk, über die noch größere Missverständnisse verbreitet sind als im Fall von Namrud und seinem Volk. Die allgemein vertretene Ansicht lautet, dass der Pharao nicht nur die Existenz Gottes leugnete, sondern selbst behauptete, Gott zu sein, das heißt, dass er so irregeleitet war, sich anzumaßen, der Schöpfer der Himmel und der Erde zu sein, und dass sein Volk ebenso so vernunftlos war, eine solche Behauptung ohne Widerspruch anzunehmen.
Next, we come to the Pharaoh and his people, regarding whom there are even greater misconceptions than in the case of Namrud and his people. The view generally held is that the Pharaoh not only denied the existence of God but himself claimed to be God, that is, that he had become so misled as to presume to be the creator of the heavens and the earth, and that his people too were so bereft of reason as to unquestioningly subscribe to such claim.
Der Heilige Qur'ān und die Geschichte zeigen dagegen, dass zwischen seinem Volk und dem des Namrud im Glauben an Gott als den Ilaah und den Rabb nur wenig Unterschied bestand. Der einzige Unterschied lag im bestehenden Rassenvorurteil gegen die Bani-Israel, das die Ägypter dazu bewog, sich zu weigern, Gott als den Ilaah und den Rabb offen anzuerkennen, obwohl sie wussten, dass Er existiert, wie es auch heute viele bekennende Atheisten tun.
The Holy Qur'ān and history both show, on the contrary, that there was little difference between his people and those of Namrud in regard to their beliefs about God as both the Ilaah and the Rabb. The only difference was the existence of a racial bias against the Bani-Israel which prompted the Egyptians to refuse, to openly acknowledge God as the Ilaah and the Rabb, although they knew that He existed, as do also many a professing atheist in our own day.
Die Tatsachen sind, dass Hazrat Yousuf (Friede sei auf ihm), nachdem ihm der König hohe Befugnisse übertragen hatte, sich aufs Äußerste bemüht hatte, die Menschen auf den Weg des Islam zu führen, und die Wirkung seiner Bemühungen bis in die Zeit Hazrat Musas (Friede sei auf ihm) angehalten hatte. Auch wenn nicht alle Menschen zum wahren Glauben gefunden hatten, gab es nach der Zeit Hazrat Yousufs niemanden, der völlig unwissend über die Existenz Gottes oder darüber war, dass Er allein der Schöpfer der Himmel und der Erde ist. Mehr noch: Die Lehren Hazrat Yousufs hatten in allen auch die Vorstellung verankert, dass Er sowohl der Ilaah als auch der Rabb im übernatürlichen Sinne ist, sodass niemand Seine Existenz leugnete. Diejenigen, die an ihren Überzeugungen festhielten, bestand ihr Irrtum selbst darin, anderes neben Ihn zu stellen. Und die Wirkung dieser Lehren war selbst bis zur Zeit Hazrat Musas (Moses, Friede sei auf ihm) nicht ganz erloschen. [Glaubt man dem, was im Alten Testament steht, so scheint es, dass im Laufe der Zeit etwa ein Fünftel der Bevölkerung Ägyptens den Glauben Hazrat Yousufs (Friede sei auf ihm) angenommen hatte. Die Gesamtzahl der Israeliten, die mit Hazrat Musa (Friede sei auf ihm) Ägypten verließen, wird mit etwa zwei Millionen angegeben, während die Gesamtbevölkerung Ägyptens zu jener Zeit mehr als hundert Millionen betragen haben soll.]
3.2.8. Die Juden und Christen
3.2.8. The Jews and Christians
Nach dem Volk des Pharaos folgen in der geschichtlichen Reihenfolge die Israeliten sowie jene Völker, die das Judentum oder das Christentum angenommen haben. Bei ihnen kann offensichtlich keine Rede davon sein, dass sie entweder die Existenz Gottes leugnen oder nicht glauben, dass Er der Ilaah und der Rabb ist. Der Qur'ān selbst bestätigt ihren Glauben an Ihn in diesem Punkt, und die Frage, die sich daher stellt, betrifft den besonderen Irrtum, um dessentwillen sie im Qur'ān als jene charakterisiert werden, „die irregegangen sind“ (al-Fātiḥah 1:7).
After Pharaoh’s people, the next in historical order are the Israelites and those people who adopted the Jewish religion or Christianity. In their case, there can obviously be no question about their either not acknowledging the existence of God or not believing in His being the Ilaah and the Rabb. The Qur'ān itself affirms their belief in Him on the point and the question which therefore arises is of the particular error for which they were characterised in the Qur'ān as “those who went astray”. (al-Fātihah 1:7)
Eine kurze Antwort lautet:
A brief answer is:
Sprich (o Muhammad): „O Volk des Buches! Übertreibt nicht in eurer Religion und folgt nicht den falschen Ansichten jener, die vorher irregegangen sind, viele in die Irre geführt haben und selbst vom geraden Weg abgeirrt sind."" (al-Ma’idah 5:77)
Say (O Muhammed): ‘O people of the Book: Do not exaggerate concerning your faith, and adopt not the wrong notions of those who have gone astray before you, who misled many others, and themselves too strayed from the straight path.’(al-Ma’idah 5:77)
Daraus lässt sich schließen, dass im Grunde auch die Juden und Christen in denselben Irrtum verfielen, in den zuvor andere gefallen waren, und dass dies bei ihnen aus übertriebener Frömmigkeit entstand. Lasst uns die Sache mit Hilfe des Qur'ān etwas ausführlicher betrachten:
From this, one may conclude that, in essence, the Jews and Christians too were guilty of the same error into which others had fallen earlier, and that in their case this arose out of exaggerated piety. Let us go into the matter in some detail, with the help of the Qur'ān:
(i) Und die Juden sagten: „Uzair (Esra) ist der Sohn Gottes“, während die Christen sagten: „Isa (Jesus) ist der Sohn Gottes.“ (at-Tawbah 9:30)
3.2.9. Die heidnischen Mekkaner
3.2.9. The Meccan Pagans
Zuletzt kommen wir zu den Bewohnern von Mekka, zu denen der Prophet Muhammad ﷺ als Gesandter Gottes gesandt wurde und an die daher die Botschaft des Qur'ān unmittelbar gerichtet war.
Last of all, we come to the Meccans, to whom Prophet Muhammad صلى الله عليه وسلم, was sent as God’s Messenger and to whom therefore the Qur'ān’s message was immediately addressed.
Worin bestand ihr Irrtum? Waren sie unwissend über Gott, oder leugneten sie Seine Existenz, und wurde der Heilige Prophet صلى الله عليه وسلم als Gottes Gesandter gesandt, um sie dazu zu bringen, Seine Existenz anzuerkennen? Oder leugneten sie, dass Er der Ilaah und der Rabb ist, und war es daher der Zweck des Heiligen Qur'ān, sie von Seiner Gottheit und Rububiyyah zu überzeugen? Hielten sie Ihn für nicht würdig der Anbetung und Verehrung, oder bezweifelten sie, dass Er ihre Gebete hören und ihre Bitten erfüllen kann? Glaubten sie, dass Lat, Manat, Uzza, Hubal und ihre anderen vermeintlichen Götter die wirklichen Schöpfer, Herrscher, Planer, Organisatoren und Verwalter des Universums seien und die Versorger aller Geschöpfe darin? Galten ihre Götter ihnen zufolge als die Quellen aller Gesetze sowie der moralischen und sozialen Ordnungen? Wenn wir den Qur'ān studieren, finden wir all diese Fragen verneint.
What was the nature of their error? Were they ignorant of God, or did they deny His existence, and was the Holy Prophet صلى الله عليه وسلم sent as God’s Messenger to make them acknowledge His existence? Or did they deny His being the Ilaah and the Rabb, and was it therefore the purpose of the Holy Qur'ān to persuade them of His godhood and Rububiyyah? Did they hold that He was not worthy of worship and adoration, or did they disbelieve His being able to listen to their prayers and grant their supplications? Did they think that Lat, Manat, and Uzza and Hubal and their other supposed gods were the real creators, masters, planners and organisers and administrators of the universe and the providers for all the creatures in it? Were their gods, according to them, the sources of all law and moral and social codes? When we study the Qur'ān, we find all such questions answered in the negative.
Die Heiden Arabiens erkannten nicht nur die Existenz Gottes an, sondern glaubten auch, dass Er der Schöpfer und Herr des Universums sowie ihrer eigenen Götter sei, und ebenso der Ilaah und Rabb. Zu Ihm richteten sie ihre Gebete letztlich, wenn alles andere versagte, und sie erkannten Sein Recht auf ihre Anbetung und Verehrung an. Was ihre Götter betrifft, so glaubten sie weder, dass diese ihre Schöpfer und Herren oder die des Universums seien, noch dass sie in den sozialen und moralischen Angelegenheiten des Lebens Anleitung geben könnten, vgl.
The pagans of Arabia not only acknowledged the existence of God but they also believed Him to be Creator and Master of the universe as well as of their own gods, and also the Ilaah and Rabb. It was to Him that they addressed all their prayers in the last resort, when all else failed, and they acknowledged His right to their worship and adoration. As for their gods, they believed them neither to be their own creators and masters nor of the universe nor able to provide guidance in the social and moral affairs of life, cf.
3.2.10. Die Botschaft des Qur'ān
3.2.10. The Message of the Qur'ān
Die vorangegangene ausführliche Darlegung der irrigen Vorstellungen verschiedener vorislamischer Völker macht unmissverständlich deutlich, dass keiner derjenigen, die der Qur'ān als Übertreter, Irrende und Abirrende nennt, von der Frage der Existenz Gottes oder davon, dass Er der Rabb und der Ilaah ist, überhaupt etwas leugnete. Alle gerieten jedoch in ähnlicher Weise auf Abwege, indem sie die Eigenschaften der rubūbiyyah in ihren fünf verschiedenen Bedeutungen in zwei voneinander getrennte Bereiche aufteilten.
The foregoing detailed exposition of the misguided conceptions of various pre-Islamic people make it patently clear that from earliest times to the revelation of the Qur'ān, none of those whom it mentions as the transgressors, the misguided, and the astray, actually denied the existence of God, or His being the Rabb and the Ilaah. All, however, went wrong in much the same ways in dividing the attributes of rubūbiyyah, in its five different senses, into two separate compartments.
Was die Eigenschaften Allahs betrifft, dass Er der Erhalter, der Versorger und der Beschützer und Helfer der Geschöpfe im übernatürlichen Sinne ist, so betrachteten die Menschen diese als etwas Gesondertes vom Übrigen. Und obwohl sie Allah in diesem Bereich als den höchsten Rabb anerkannten, glaubten sie auch, dass die Engel und verschiedene Gottheiten, die Dschinn und unsichtbaren Kräfte, die Sterne und andere Himmelskörper, die Propheten und Heiligen sowie andere fromme Menschen ebenfalls unterschiedliche Anteile an dieser Rubūbiyyah hätten.
Insofar as such attributes of Allah as His being the Cherisher, the Provider, and the Protector and Helper of the creatures in the transcendental sense were concerned, the people regarded them as something apart from the rest. And, although in this sphere they did regard Allah as the Supreme Rabb, they also believed that the angels and various gods, the genii, and invisible forces, the stars, and other heavenly bodies, the Prophets and saints and other holy men, also had different shares in this rubūbiyyah.
Was die übrigen Attribute betrifft, nämlich dass Allah der oberste Souverän, die Quelle der Autorität, der oberste Gesetzgeber und der oberste Herr der gesamten Schöpfung ist usw., so haben die Menschen diese Rollen entweder vollständig bestimmten Menschen zugewiesen, oder sie haben sie zwar in der Theorie Gott zugeschrieben, in der Praxis jedoch die gesamte rubūbiyyah auf moralischem, kulturellem und politischem Gebiet so behandelt, als läge sie bei diesen Wesen.
As for the remaining attributes, namely, Allah’s being the Supreme Sovereign, the Fountainhead of authority, the Supreme Law-giver, and the Supreme Lord of all creation etc., the people either assigned these roles wholly to particular human beings or, while assigning them to God in theory, in practice treated the entire rubūbiyyah in moral, cultural, and political spheres as vesting in these beings.