5.5. Als umfassender Begriff
5.5. As a Comprehensive Term
In den oben angeführten Beispielen wurde das Wort in etwa in den vier verschiedenen Bedeutungen verwendet, in denen die Araber es vor dem Aufkommen des Islam gebrauchten. Es bleibt, einige Beispiele dafür anzuführen, wie es verwendet wird, um eine ganze Lebensweise zu bezeichnen, in der ein Mensch sich einem Wesen unterwirft und gehorcht, das er als die letzte Autorität ansieht, sein Verhalten nach den Grenzen, Gesetzen und Regeln ausrichtet, die dieses Wesen vorschreibt, von ihm Anerkennung, Ehre und Belohnung für treue Dienste erwartet und die Schande oder Strafe fürchtet, die auf jedes Versäumnis seinerseits folgen könnte. Vielleicht gibt es in der Terminologie keines Landes und keines Volkes – außer den Muslimen – ein Wort, das all diese Faktoren umfassend einschließt. Das Wort „Staat“, wie es in unserer heutigen Zeit verwendet wird, kommt dem Sinn bis zu einem gewissen Grad nahe, doch auch dieses Wort entbehrt der weit umfassenderen Bedeutung, die es auf eine Stufe mit dem Wort Deen stellen würde. Beispiele für den Gebrauch von deen im Qur'ān in diesem umfassenden Sinn sind folgende:
In the examples given above, the word has been used more or less in the four different senses in which the Arabs employed it before the advent of Islam. It remains to give a few examples of its use to mean a whole way of life in which a person gives his submission and obedience to someone whom he regards as having the ultimate authority, shapes his conduct according to the bounds and laws and rules prescribed by that being, looks to him for recognition honour, and reward for loyal service, and fears the disgrace or punishment that could follow any lack on his part. There is perhaps no word in the terminology of any country or people - other than Muslims - which would comprehensively embrace all these factors. The word ‘state’ as employed in our own day does, to some extent, approximate to the sense, but even this word lacks the far wider connotation which would bring it on a par with the word Deen. Examples of the Qur'ānic use of deen in this comprehensive sense are as follows:
Kämpft gegen jene, die nicht an Allah glauben und nicht an den Tag des Gerichts, und die nicht als verboten betrachten, was Allah und Sein Gesandter als verboten erklärt haben, und die nicht die wahre Religion als ihre Religion annehmen. Kämpft gegen sie, bis sie sich entscheiden, sich zu unterwerfen und zusagen, die Dschizya zu zahlen … [Dies war eine Steuer, die von allen Nicht-Muslimen entrichtet wurde, die sich der islamischen Herrschaft unterwarfen und dadurch Anspruch auf deren Schutz hatten. Ihre Höhe war gering, und sie wurde nur von denjenigen gezahlt, die waffentragend und zahlungsfähig waren. Im Gegenzug waren sie vom Militärdienst befreit, der für Muslime verpflichtend ist. Abu Asad] (at-Tawbah 9:29)
Fight those people who do not believe in Allah, nor in the Day of Judgement, nor do they treat as forbidden that which has been forbidden by Allah and His Prophet, and who do not make the true deen their deen; fight them until they decide to submit and agree to pay the Jizyah…. [This was a tax paid by all non-Muslim, who submitted to Islamic rule and were therefore entitled to its protection. Its incidence was light and was only paid by those who were capable of bearing arms and had the means to pay. In return, they were excused from military service; which is obligatory on the Muslims. Abu Asad] (at-Tawbah 9:29)
Hier umfasst das Wort „Din“ offensichtlich den Glauben an Allah als die höchste Autorität, sowie Unterwerfung und Gehorsam gegenüber Ihm als logische Folge eines solchen Anerkennens, die Auferweckung nach dem Tod und die Rechenschaftsablegung, das Fällen des Urteils sowie das Verkünden und Vollziehen von Belohnung oder Strafe, ebenso das Regelwerk, das vorschreibt, was erlaubt und was verboten ist. Erst nachdem diese vier Faktoren ausführlich dargelegt wurden, wirft der Qur'an den Betreffenden vor, dass sie das wahre Din nicht auch zu ihrem Din gemacht haben.
Here, the word deen obviously embraces belief in Allah, as the Supreme Authority, and submission and obedience to Him as a logical requirement following on from such recognition, the raising after death and calling to account, pronouncing judgement, and pronouncing and implementing reward or punishment, as also the code which prescribes what is permitted and what is forbidden. It is after having detailed these four factors that the Qur'ān accuses the people involved of not making the true deen their deen too.
Und Pharao sprach: „Lasst mich Musa töten, und dann soll er seinen Herrn anrufen (, damit er ihn rettet). Ich fürchte sehr, dass er euren Din verändern oder den Frieden im Land stören könnte." (Al-Ghafir 40:26)
And, said the Pharaoh: Leave me to slay Musa, and then let him call upon his Rabb (to save him). (I must slay him for) I am very much afraid that he might change your deen or disturb the peace of land. (al-Ghaafir 40:26)
Im Lichte aller Einzelheiten, die der Qur'ān über das Geschehen zwischen dem Pharao und Hazrat Mūsā (über ihm sei Friede) enthält, wird deutlich, dass das Wort dīn, so wie es hier gebraucht wird, nicht nur „Religion“ bedeutet, sondern auch die gesamte politisch-gesellschaftliche und kulturelle Ordnung umfasst.
In the light of all the details contained in the Qur'ān of what transpired between the Pharaoh and Hazrat Musa (on whom be peace), it is clear that the word deen as used here does not stand only for ‘religion’ but covers also the whole politico-social and cultural set-up.
Die Behauptung des Pharao war, dass, wenn Hazrat Musa (Friede sei auf ihm) mit seiner Sendung Erfolg hätte, es zu einem revolutionären Wandel kommen würde, in dem die bestehende Lebensweise mit dem Pharao als oberster Autorität samt all ihren Gesetzen, Regeln und Bräuchen usw. entwurzelt würde, und entweder würde eine völlig neue Lebensweise auf ganz neuen Grundlagen an ihre Stelle treten, oder es würde sich überhaupt keine neue Lebensweise etablieren, und das Land würde der Anarchie zum Opfer fallen.
The Pharaoh’s contention was that if Hazrat Musa (on whom be peace) succeeded in his mission, there would come about a revolutionary change in which the prevailing way of life with the Pharaoh as the ultimate authority, together with all the laws, rules, and customs etc., would be uprooted, and either a whole new way of life would take its place on completely new foundations, or no new way of life would establish itself at all and the land would fall a prey to anarchy.
Was Allahs Plan für den Menschen betrifft, so ist die einzige Religion (Deen) für ihn der „Islam“ und keine andere … (Āl ʿImrān 3:19)
Insofar as Allah’s scheme for man goes, the only Deen for him is ‘Islam’ and none other…. (aal-’Imran 3:19)
Und wer irgendeine andere Religion als den „Islam“ sucht, wird von ihr niemals angenommen werden. (Al-ʿImrān 3:85)
And whosoever seeks any deen other than ‘Islam’, it shall never receive acceptance…. (aal-’Imran 3:85)
Er ist es – Allah –, Der Seinen Gesandten mit der wahren Rechtleitung und der wahren Religion gesandt hat, damit Er sie über alle anderen Religionen siegreich macht, ungeachtet dessen, wie sehr dies jenen missfallen mag, die anderes neben Ihm verehren. (at-Tawbah 9:33)
It is He - Allah - Who sent his Messenger with true Guidance, and with the True Deen to make it triumph over other deens, caring naught what annoyance this may cause to those who associate others with Him. (at-Tawbah 9:33)
Und kämpft gegen sie weiter, bis aller Fitna wirksam ein Ende gesetzt ist und die einzige Religion (Din), die herrscht, die Religion Allahs ist und keine andere.
And continue the fight against them until all mischief is effectively destroyed and the only deen holding away is Allah’s deen and none other.
(al-Anfaal 8:39)
Wenn die Hilfe Allahs kommt und der Sieg errungen wird, und du siehst, wie die Menschen in Scharen in die Religion Allahs eintreten, dann preise deinen Herrn und bitte Ihn um Vergebung, denn Er ist der oft Vergebende.
When Allah’s help arrives, and victory results, and you see people joining in Allah’s deen in crowd, then Glorify your Rabb, and beg forgiveness of Him, for He is the Oft-Forgiving?
[Vielleicht wäre die richtigere Übersetzung als die, für die ich mich hier entschieden habe, folgende: Wenn die besondere Hilfe Allahs eintrifft und der Sieg errungen wird, dann ist es deine Pflicht, deinen Rabb zu preisen (der die Hilfe sandte und dir den Sieg gab), und Ihn um Vergebung zu bitten (für jedes Versäumnis, das du unwissentlich begangen haben magst); wahrlich, Er ist der Oftmals-Vergebende. Abu Asad] (an-Nasr 110)
[Perhaps the more correct translation than the one I have acutely chosen would be when Allah’s special help arrived, and victory resulted, then it is your duty that you Glorify your Rabb (Who sent the help and gave you the victory) and that you seek forgiveness of Him (for any failing you may have unwittingly committed); Verily He is the Oft-Forgiving. Abu Asad] (an-Nasr 110)
In all diesen Versen steht das Wort Din für die vollständige Lebensweise, die den Glauben des Menschen, seine sittlichen Grundsätze und sein Verhalten in allen Lebensbereichen umfasst.
In all these verses, the word Deen stands for the complete way of life, including man’s beliefs, his moral principles, and his behaviour in all walks of life.
In den ersten beiden Versen wird gesagt, dass der richtige und angemessene Lebensweg, den Gott für den Menschen vorgesehen hat, auf dem Gehorsam gegenüber Ihm und der Befolgung Seiner Gesetze gründet. Jede andere Lebensweise, die auf dem vermeintlichen Recht eines anderen auf letzte Autorität und auf der Unterwerfung unter diese beruht, hat nicht den geringsten Platz in Allahs Plan für den Menschen und ist daher für Ihn völlig inakzeptabel.
In the first two verses it is said that the right and proper way of life intended by God for man is that founded on obedience to Him and conformity to His Laws. Any other way of life, based on someone else’s supposed right to ultimate authority and submission to it, has not the slightest place in Allah’s scheme for man and is hence wholly unacceptable to Him.
Und dies ist nur natürlich. Der Mensch ist Gottes Geschöpf und lebt in Seinem Herrschaftsbereich, und Gott ist sein Herr und Erhalter. Wie könnte da von Gott erwartet werden, dass Er einverstanden ist, dass der Mensch sein Leben im Gehorsam gegenüber einem anderen zubringt, der ebenso Sein Geschöpf und abhängig ist, und sich von diesem anderen Rechtleitung erhofft? Der dritte Vers verkündet, dass Allah Seinen Gesandten ﷺ mit der wahren Din sandte, dem Lebensweg, den Er für den Menschen bestimmt hat, der als Islam bekannt ist, und es war der Hauptzweck der Sendung des Propheten ﷺ, dass er diese Din an ihrer Stelle zur Geltung bringen und über alle anderen Lebensweisen triumphieren lassen sollte.
And this is but natural. Man is God’s creature and lives in His Domain and God is his Master and Sustainer. How then, can God be expected to consent that man may spend his life in obedience to someone else similarly His creature and dependant, and look to that someone for guidance? The third verse proclaims that Allah sent His Messenger صلى الله عليه وسلمwith the true Deen, the way of life meant by Him for man, which is known as Islam, and it was the primary purpose of the Prophet’s mission that he should make this Deen prevail in their stead and triumph over all other ways of life.
Im vierten Vers wird den Gläubigen befohlen, gegen alle Ungläubigen zu kämpfen, bis die Fitna beseitigt ist – das heißt jedes Denk-, Glaubens- und Handlungssystem, das nicht auf der Anerkennung Allahs als der höchsten Autorität beruht und das daher dauerhaft die Quelle aller Streitigkeiten und Unruhen bleiben wird –, und bis die gesamte Menschheit die gebilligte Lebensweise annimmt, Allahs Din.
In the fourth, the believers have been ordered to fight all non-believers until mischief — that is, every system of thought, belief, and action which is not based on recognition of Allah as the Supreme Authority, and which therefore will perpetually remain the source of all strife and unrest — has been wiped out, and entire humanity adopts the approved way of life, Allah’s Deen.
Der fünfte Satz von Versen wurde offenbart, als nach dreiundzwanzig Jahren mühsamen Kampfes die islamische Revolution jeden Widerstand in Arabien überwunden hatte, als der Islam sich etabliert hatte und allgemein als ein System des Glaubens, des Denkens, der Moral, der Kultur usw. in all seinen Einzelheiten und in allen Lebensbereichen anerkannt war, und Delegation um Delegation aus allen Teilen des Landes kam, um ihm die Treue zu schwören, und der Heilige Prophet ﷺ somit die Erfüllung seiner Sendung miterlebte. Nachdem der Vers darauf Bezug genommen hat, fährt er fort, dem Propheten ﷺ zu sagen, dass er keinerlei Gefühle von Eitelkeit oder Stolz in seinem Geist aufkommen lassen solle, die ihn glauben lassen könnten, den Erfolg sich selbst zu verdanken. Allah, der Rabb aller, und auch des Propheten ﷺ, ist allein frei von allen Unzulänglichkeiten und Fehlern und in jeder Hinsicht vollkommen und vollendet. Daher gebührte allein Ihm jegliches Verdienst für den Erfolg, der die Bemühungen des Propheten krönte, und der Prophet sollte Ihn preisen, Sein Lob aussprechen und um Vergebung für mögliche Unzulänglichkeiten bitten, die während seines dreiundzwanzig Jahre währenden Dienstes für seinen Herrn vorgekommen sein mögen. [Möge der auserlesenste Friede und Segen Allahs auf diesem frommsten und vollkommensten aller Menschen ruhen, unserem Fürsprecher bei Allah am Tag des Gerichts! Möge Allah dem Übersetzer alle Fehler und Unzulänglichkeiten in diesem demütigen Bemühen vergeben, Seine Religion darzustellen - Abu Asad]
The fifth set of verses was revealed when, after twenty three years of prolonged struggle the Islamic Revolution had overcome all resistance in Arabia, when Islam had established itself and been universally accepted as a system of belief, thought, morality, culture, etc., in all its details and in all walks of life, and delegation after delegation from all parts of the country was arriving to pledge allegiance to it, and the Holy Prophet صلى الله عليه وسلمwas thus witnessing the fulfilment of his mission. After referring to this, the verse goes on to tell the Prophet صلى الله عليه وسلم not to let any sentiments of vanity or pride arise in his mind and make him feel that he owed the success to himself. Allah, the Rabb of all, and of the Prophet صلى الله عليه وسلمtoo, is alone free of all shortcomings and failings and complete and perfect in every respect. Therefore, any credit for the success which crowned the Prophet’s efforts, was due rightfully to Him alone, and the Prophet should Glorify Him, and utter His praises, and beg forgiveness for any possible shortcomings that might have occurred during his twenty three years long term of service to his Lord. [May Allah’s choicest peace and blessings be upon this most pious and perfect of human beings, our intercessor with Allah, on the Day of Judgement! May Allah forgive the translator for any failing or short-coming is this humble effort to present His Deen - Abu Asad]