3 Die Methoden der Bewahrung des Ḥadīth
3 The Methodologies of Preservation of Hadīth
Im Allgemeinen wurden drei Methoden zur Bewahrung der Hadithe angewandt:
Generally, three methods were used to preserved úódõth:
Die erste Methode war das Auswendiglernen. Die Araber waren für ihr Gedächtnis berühmt, insbesondere für ihre Fähigkeit, lange Gedichte samt den Lebensbeschreibungen ihrer Verfasser auswendig zu lernen. Sie konnten sich lange Listen der Namen der Vorfahren von Dichtern und deren Abstammungslinien ins Gedächtnis rufen. Nicht nur das: Die Araber merkten sich auch die Abstammungslinien ihrer Pferde, sogar deren Gangarten. So waren Tausende von Namen stets griffbereit, und durch die Segnungen der Ahadith erweiterte Allah (SWT) ihre Fertigkeit im Auswendiglernen.
The first method was memorization. The Arabs were renowned for their memories, particularly their ability to memorize long poems along with the biographies of their authors. They could recollect long lists of the names of poets’ forefathers and their lineages. Not only that, the Arabs also memorized the lineage of their horses, even the horse’s gaits. Thus, thousands of names were at the tip of their tongues, and through the blessings of the Ahadith Allah (SWTH) added to their proficiency in the art of memorization.
Diese einfache Methode der Überlieferung von Ḥadīth kann nicht übersehen werden, besonders wenn angesehene Persönlichkeiten wie Imam Buchari einen Vorfall wie den mit Marwān aufgezeichnet haben, der das außergewöhnliche Gedächtnis der Araber veranschaulicht. Marwān war der erste Statthalter von Damaskus und auch der erste Emir der Umayyaden-Dynastie. Sein Sekretär, Abū al-Za‘zaʿ, berichtet, dass Marwān einst den angesehenen Gefährten Abū Hurairah zu seinem Hof rief. Man sagt, der Grund für diese seltene Einladung eines Gefährten an Marwāns Hof sei gewesen, dass Marwān an der großen Zahl der Ḥadīthe zweifelte, die Abū Hurairah auswendig gelernt hatte und häufig überlieferte. Bevor Abū Hurairah eintrat, wies Marwān seinen Sekretär Abū al-Za‘zaʿ an, sich mit Feder und Papier in der Hand hinter einem Vorhang zu verbergen. Er sagte: „Ich werde ihn bitten, einige Ḥadīthe zu überliefern; während er erzählt, möchte ich, dass du alle Ḥadīthe niederschreibst.“ Als Abū Hurairah eintrat, fragte Marwān ihn nach einigen Ḥadīthen. Während Abū Hurairah zu erzählen begann, schrieb Abū al-Za‘zaʿ sie auf. Abū al-Za‘zaʿ sagt: „Abū Hurairah erzählte lange weiter, und ich sah, dass ich eine große Sammlung von Ḥadīthen auf meine Blätter geschrieben hatte.“ Aus den Worten Abū al-Za‘zaʿs „ḥadīthun kathīrun“ scheint hervorzugehen, dass er tatsächlich eine große Sammlung von Ḥadīthen auf seinem Papier festgehalten hatte. Abū Hurairah hingegen ahnte nicht, dass er geprüft wurde. Danach ging Abū Hurairah. Marwān bewahrte die Schriftrollen mit den heimlich aufgezeichneten Ḥadīthen auf und wartete auf das folgende Jahr. Ein Jahr später lud Marwān Abū Hurairah erneut ein, um ihn mit seiner Anwesenheit zu ehren. Wieder bat Marwān Abū al-Za‘zaʿ, sich mit den Blättern, auf denen er im Vorjahr die Ḥadīthe niedergeschrieben hatte, hinter dem Vorhang zu verbergen. Er sagte: „Ich werde dieselben Fragen wiederholen, die ich letztes Jahr gestellt habe. Prüfe und sieh nach, ob sie mit den Ḥadīthen des Vorjahres übereinstimmen.“ Es war eine unvorbereitete Prüfung für Abū Hurairah. Abū al-Za‘zaʿ sagt: „Marwān hielt also die vor einem Jahr niedergeschriebenen Ḥadīthe in seinen Händen. Nach einem Jahr rief er erneut Abū Hurairah, während ich still hinter dem Vorhang saß.“ Während er die Fragen stellte, schaute ich in meine Unterlagen. Er fügte nicht einmal einem einzigen Wort eines Hadīth etwas hinzu oder ließ etwas davon weg.8
This simple method of preserving úadīth cannot be ignored, especially when eminent personalities like Imam Bukhari have recorded incidents such as that of Marwan, which illustrate the extraordinary memory of the Arabs. Marwan was the first governor of Damascus and also the first emir of the Umayyad Dynasty. His secretary, Abñ al-Za‘za, narrates that once Marwón called the eminent Sahabi, Abñ Huraira , to his court. It is said that the reason behind this rare invitation of a Sahabi to Marwan’s court was that Marwan doubted the large number of ahadith Abñ Huraira had memorized and frequently narrated. Before Abñ Huraira entered, Marwan instructed his secretary, Abñ al-Za‘za, to hide behind a curtain with a pen and paper in his hand. He said, “I am going to ask him to narrate some aúódõth; while he narrates, I want you to pen all the aúódõth down.” When Abñ Huraira entered, Marwón asked him about some aúódõth. As Abñ Huraira began narrating, Abñ al-Za‘za wrote them down. Abñ al-Za‘za says, “Abñ Huraira continued narrating for a long time and I saw that I had written a large collection of aúódõth on my papers.” It seems from Abñ al-Za‘za’s words “úadõthun kathõrun” that he had indeed recorded a large collection of aúódõth on his paper. Meanwhile, Abñ Huraira had no idea he was being tested. After this, Abñ Huraira left. Marwón preserved the scrolls of the secretly recorded Hadith and waited for the following year. A year later, Marwan again invited Abñ Huraira to honor him with his presence. Once again, Marwan told Abñ al-Za‘za to hide behind the curtain with the papers on which he had written the aúódõth the previous year. He said, “I am going to repeat the same questions I asked last year. Check and see if it coincides with the aúódõth of the previous year.” It was an extemporaneous test for Abñ Huraira. Abñ al-Za‘za says, “So Marwón kept the year old aúódõth in his hands. After one year, he again called upon Abñ Huraira as I sat quietly behind the curtain. As he put the questions, I looked into my papers. He did not add to or subtract from even one word of a Hadīth.”8
Obwohl sich die genaue Anzahl der niedergeschriebenen Ahadithe nicht ermitteln lässt, ist klar, dass es eine beträchtliche Menge war. Ein ähnlicher Vorfall ereignete sich zur gleichen Zeit mit Ibn Shihāb al-Zuhrī. Hishām ibn ʿAbd al-Malik ließ Ibn Shihāb an seinen Hof rufen. Bei diesem Vorfall wird ausdrücklich erwähnt, dass Ibn Shihāb genau vierhundert Ahadithe überlieferte.
Though it is not possible to ascertain the exact number of Ahadith noted, it is clear that it was a significant number. A similar incident occurred with Ibn Shihób al-Zuhrõ during the same time period. Hishóm ibn ‘Abd al-Malik called Ibn Shihab to his court. In this incident, it is clearly mentioned that Ibn Shihab narrated exactly four hundred Ahadith.
Es wird auch in den Geschichtsbüchern erwähnt, dass Hischam das Gedächtnis des Ibn Zuhra prüfte, so wie Marwan das des Abu Huraira geprüft hatte. Die Geschichte verläuft wie folgt:
It is also mentioned in the books of history that Hisham tested Ibn Zuhra’s memory as Marwan had Abñ Huraira’s. The story goes like this:
Eines Tages kam Ibn Shihāb zu Gericht wegen einer Angelegenheit. Hishām bat Ibn Shihāb persönlich, einige Ahādīth für seinen Sohn, den Prinzen, niederzuschreiben. Ibn Shihāb willigte ein; ein Schreiber wurde herbeigerufen, und das Diktat begann. Dhahabī schreibt: „Ibn Shihāb diktierte dem Prinzen vierhundert Ahādīth.“
One day, Ibn Shihób came to the court for something. Hishóm personally requested Ibn Shihób to write some aúódõth for his son, the prince. Ibn Shihób accepted; a scribe was called in and the dictation began. Dhahabõ writes, “Ibn Shihab dictated four hundred aúódõth to the prince.”.
Dann ging Ibn Schihāb. Als Ibn Schihāb einen Monat später zurückkehrte, heuchelte Hischām Reue und sagte zu Ibn Schihāb: „Es betrübt mich, dir mitteilen zu müssen, dass die Pergamente, auf denen die Ahadith niedergeschrieben waren, verschwunden sind und nirgends mehr gefunden werden.“ „Worüber soll man deswegen weinen?“, fragte Ibn Schihāb. „Ruf den Schreiber, und ich diktiere sie dir erneut.“ Genau dies war das Ziel Hischāms. Er ließ den Schreiber umgehend an seinen Hof rufen. Ibn Schihāb diktierte dieselben Ahadith noch einmal. Die erste Sammlung der Ahadith war tatsächlich nicht verschwunden; es war lediglich eine List, um Ibn Schihābs Gedächtnis für Ahadith zu prüfen. Als Ibn Schihāb den Hof verlassen hatte, verglich Hischām die ältere Abschrift mit der neuen und stellte fest, dass an der ursprünglichen Niederschrift der Ahadith keine Veränderung vorgenommen worden war.9
Then Ibn Shihób left. When Ibn Shihób returned a month later, Hishóm feigned remorse by saying to Ibn Shihób, “I am saddened to tell you that the parchments on which the aúódõth were written have disappeared and they are nowhere to be found.” “What is this to cry about?” asked Ibn Shihób. “Call the scribe and I will dictate them again.” This was precisely the objective of Hishóm. He quickly ordered the scribe to his court. Ibn Shihab dictated the same aúódõth over again. The first collection of aúódõth had not really disappeared, it was only a ploy to test Ibn Shihób’s memory of Ahadõth. When Ibn Shihób left the court, Hisham compared the older copy with the new one and saw that no change had been made to the original copy of aúódõth.9
Hätte es nicht die Huffaz [Auswendigkönner] des Qur'an bis heute gegeben, so würde die Behauptung, „nicht eine einzige Hinzufügung sei an der ursprünglichen Niederschrift der Ahadith vorgenommen worden", wie ein Märchen aus einem Kinderbuch erscheinen. Heute kann man einen Hafiz [Auswendigkönner] des Qur'an prüfen, dessen Umfang größer ist als eine Sammlung von vierhundert Ahadith. Lässt man ihn ein Kapitel des Qur'an lesen und bittet ihn dann, es aus dem Gedächtnis wiederzugeben, so zeigt sich, dass es Wort für Wort keinen Unterschied gibt zwischen der ersten und der zweiten Rezitation. Man ist somit gezwungen zuzugeben, dass weder eine Hinzufügung noch eine Auslassung an diesen Ahadith vorgenommen wurde.
Had it not been for the úuffóþ [memorizers] of Qura’n today, the claim “not one addition had been made to the original copy of Ahadith” would seem like a tale from a children’s storybook. Today one can test a Hafiz [memorizer] from the Qura’n, which is bigger than a collection of four hundred aúódõth. Having him read a chapter of the Qur’an and then asking him to recite it from memory will prove that word for word, there will be no difference between the first recitation and the second. One is thus forced to admit that neither any addition nor any subtraction was made to these Ahadith.