Islam und Idealismus 1
Islam And Idealism 1
„Wo ist der Islam, von dem ihr Muslime sprecht?“ Diese Frage hören wir oft. Wann wurde er je in seiner wahren Form im Leben angewendet? Ihr werdet nicht müde zu sagen, er sei ein hervorragendes ideales System, aber hat er je im tatsächlichen Leben existiert? Wenn man nach seiner praktischen Form fragt, kann man nicht anders, als auf einen kurzen Zeitraum zu verweisen, der das Leben des (Heiligen) Propheten und das frühe Kalifat umfasst, oder besser gesagt die ersten beiden Kalifen. Ihr werdet nicht müde, besonders über Omar bin Al-Khattab zu sagen, dass er die Verkörperung dessen war, wofür der Islam stand; ihr schildert ihn in den strahlendsten Farben. Doch wenn wir nach den Lebensverhältnissen während seiner Herrschaft fragen, finden wir nichts als „Schichten der Finsternis, eine über der anderen“: Feudalismus, Ungerechtigkeit, Tyrannei, Reaktion und Rückständigkeit. Ihr behauptet, der Islam gebe dem Volk das Recht, seine Herrscher zu züchtigen, falls sie ihren Pflichten nicht nachkommen. Doch wann durfte das Volk, außer im frühen Kalifat, je seine eigenen Herrscher wählen, geschweige denn sie zur Rechenschaft ziehen? Ihr sagt auch, der Islam biete eine sehr gerechte Wirtschaft mit einer fairen Verteilung des Reichtums. Doch wann wurden auch nur im frühen Kalifat die Unterschiede zwischen den Menschen eingeebnet? Ihr erzählt uns, er mache es dem Staat zur Pflicht, allen seinen Bürgern Arbeit zu verschaffen. Was aber ist mit jenen Millionen Arbeitslosen, die manchmal vom Betteln lebten oder sonst zu lebenslanger Entbehrung und Armut verdammt waren? Ihr sprecht außerdem über die Rechte der Frau im Islam. Hat sie diese Rechte jemals tatsächlich genossen? Ist es nicht eine Tatsache, dass sie sie wegen der ungünstigen sozioökonomischen Bedingungen nie ausüben konnte? Sie sprechen von der geistigen Erhebung der Menschen als Folge ihrer Gottesfurcht und davon, dass daraus Beziehungen zwischen den Herrschenden und den Beherrschten sowie zwischen den verschiedenen Schichten der Gemeinschaft entstehen, auf der Grundlage gegenseitiger Zusammenarbeit um der Gerechtigkeit und der Tugend willen. Doch wann, außer in einer verhältnismäßig seltenen Zeit, war diese geistige Erhebung je zu beobachten?
We are often asked: "Where is the Islam you Muslims talk about?” When was it ever applied to life in its true form? You are never tired of saying that it is an excellent ideal system but did it ever exist in actual life? If asked about its practical form you cannot but refer to a short period stretching over the life of the (Holy) Prophet and the early caliphate or rather the first two caliphs. You are never tired of saying about Omar bin Al-Khattab, in particular, that he was the embodiment of what Islam stood for; you depict him in the most resplendent colors but when we inquire about the conditions of life prevailing during his reign we find nothing but "layers of darkness one above another"-feudalism, inequity, tyranny, reactionarism and backwardness. You assert that Islam gives the nation the right to chastise its rulers in case they fail to carry out their obligations but when, except in the early caliphate, were the people ever allowed to choose their own rulers, let alone chastising them? You also say that Islam offers a very just economy with a fair distribution of wealth but when, even in the early caliphate were the differences among the people leveled? You tell us that it makes the providing of the employment for all its citizens incumbent upon the state, but what about those millions of unemployed who sometimes lived on begging or were otherwise doomed to a lifelong privation and poverty? You also speak about the rights of women in Islam but did she ever in fact enjoy these rights? Isn’t it a fact that she has never been able to exercise them because of the unfavorable socio-economic conditions? You talk about the spiritual elevation of men as a result of their fear of God and establishment of relations as a consequence therefore between the rulers and the ruled, between different classes of the community on the basis of a mutual co-operation for the sake of justice and virtue, but when, save in a comparatively rare period, was this spiritual elevation ever witnessed?
Hat es jemals eine Kontrolle der Herrscher gegeben, die verhinderte, dass sie die Rechte der Armen an sich rissen, sie mit Ungerechtigkeit und Grausamkeit behandelten? Hat es verhindert, dass sie die Freiheiten der Menschen mit Füßen traten und sie Erniedrigung und Demütigung aussetzten?
Did it ever provide a check on the rulers to prevent them from usurping the rights of the poor subjecting them to injustice and cruelty? Did it prevent them from trampling underfoot the liberties of the people and from exposing them to disgrace and humiliation?
„In Wahrheit redest du von einem Traumland, das in der Welt der Wirklichkeit nicht existiert, und die kurze Zeit, die du so sehr liebst, beweist nichts weiter als die Tatsache, dass es gewisse außergewöhnliche Persönlichkeiten gab, die große Taten vollbrachten, wie andere sie nie zu erhoffen wagen. Es ist eine Ausnahme, denn sie wurde danach nie wiederholt; ist es denn wahrscheinlich, dass sie wieder erlebt wird?"
n fact you are talking about a dreamland which does not exist in the world of reality, and the short period of which you are so fond proves nothing beyond the fact that there were certain extraordinary persons who did perform mighty deeds such as others can never hope to do. It is an exception, for it was never afterwards repeated, for is it likely to be witnessed again".
Das behaupten die Kommunisten und ihresgleichen. Leider lassen sich auch viele Muslime von dieser Art Propaganda beeinflussen, denn sie wissen wenig über die islamische Geschichte, außer dem, was ihnen ihre imperialistischen Herren beigebracht haben.
This is what tile communists and their like assert. Many of the Muslims too are unfortunately found to be a prey to this sort of propaganda as they know nothing about the Islamic history save that taught to them by their imperialist masters.
Bevor wir weitergehen, möchten wir einen grundlegenden Unterschied betonen: zwischen einem reinen Idealismus, für den es keinen Beleg gibt, dass er sich verwirklichen lässt oder auf die Lebensbedingungen anwenden lässt, und einem Idealismus, der sich voll verwirklichen lässt und dessen Anspruch durch geschichtliche Belege gestützt ist, dass er nicht nur erfolgreich auf das praktische Leben angewandt werden kann, sondern auch fähig ist, dessen Verlauf zu lenken. Daraus ergibt sich die Frage: Ist der Islam seinem Wesen nach lediglich ein utopisches Ideal, das nirgends existiert und in dieser Welt nicht praktiziert werden kann, weil sein ganzes Gefüge aus rein imaginären und fiktiven Elementen gewoben ist? Oder ist er ein praktisches Lebenssystem, das jedoch nicht notwendigerweise in allen Epochen der Menschheitsgeschichte mit gleichem Erfolg oder auf gleiche Weise im Leben angewandt werden kann? Offensichtlich besteht ein sehr großer Unterschied zwischen diesen beiden Formen des Idealismus. Wäre der Islam eine Ideologie rein abstrakten Charakters, dann bestünde keinerlei Hoffnung mehr, dass er jemals auf die tatsächlichen Lebensbedingungen anwendbar wäre, so große Veränderungen die gesellschaftlichen Umstände und Lebensbedingungen in Zukunft auch durchlaufen mögen. Ist er hingegen ein praktisches Lebenssystem und stehen allein die äußeren Lebensbedingungen seiner vollsten Anwendung im Weg, dann liegt der Fall ganz anders. In diesem Fall besteht jede Hoffnung, dass er im Leben verwirklicht werden kann, wenn und sobald sich diese ungünstigen Lebensbedingungen ändern oder ihm günstig werden. Welcher der beiden Fälle trifft auf den Islam zu: der erstere oder der letztere?
Before proceeding further we would like to stress a basic difference between a pure idealism with no instance to show that it is practicable or applicable to conditions of life, and an idealism such as is fully attainable with historical evidence to support its claim that it cannot only be successfully applied to practical life but is also fully capable of directing its course. As such, the question that crops up is: is Islam by its very nature merely a Utopian ideal that exists nowhere, nor is capable of being practiced in this world, its whole texture being fabricated out of purely imaginary and fictitious elements, or is it a practical system of life but may not necessarily be applied to lire with equal success or in similar manner during all the periods of human history? Evidently, there is a very great difference between these two forms of idealism. If Islam be an ideology of a purely abstract character, then there is no longer any hope of its ever being applicable to the actually conditions of life howsoever great a change the social circumstances and conditions of life might undergo in future. But if it is a practical system or life and only the external conditions or life intervene in the way or its fullest application, then the case is quite different. In such a case there is every hope that it might be materialized in life if and when these unfavorable conditions of life change or become favorable to it. Which or the two cases is applicable to Islam, the former or the latter?
Die Antwort liegt nicht weit entfernt, denn die Sache ist so eindeutig, dass man kaum zwei Meinungen darüber haben kann. Dass der Islam einst bereits vollständig in der Menschheitsgeschichte verwirklicht wurde, beweist ohne jeden Zweifel, dass er ein praktisches Lebenssystem ist, das vom Menschen vollständig ausgeübt oder angenommen werden kann. Es beweist außerdem, dass seine Grundlage nicht imaginär oder fiktiv ist. Die Menschen sind, was sie vorher waren oder gewesen sind, denn die menschliche Natur als solche hat sich nicht verändert. Was einst geschah, kann daher immer wieder geschehen.
The answer is not far to seek as the matter is so clear that there can hardly be two opinions about it. That Islam has once been already fully applied in human history proves beyond any doubt as to its being a practical system of lire that is fully capable of being practiced or adopted by man. It also proves 1hat its basis is not an imaginary or a fictitious one. Men are what they were or have been before, there being no change in the human nature as such. Therefore what happened once might happen again and again.
Moderne Fortschrittsdenker sagen, dass sich dies nicht wiederholen könne, und daher sei die islamische Wiederbelebung eine aussichtslose Aufgabe. Doch dürfen wir sie fragen, ob sie behaupten wollen, dass der Mensch in den frühen Tagen des Islam eine so hohe Stufe moralischer Vollkommenheit erreicht habe, dass die Menschheit diese Höhen niemals wieder erreichen könne? Wie rechtfertigen sie diese Haltung angesichts ihrer eigenen Behauptung, dass die Menschheit beständig voranschreite und immer weiter vorwärtsstrebe?
Modern progressionists say that it cannot re-happen and, therefore, Islamic revival is a hopeless task, but may we ask them if they want to say that man in the early days or Islam had attained to such a high pinnacle of moral perfection as humanity is unable to regain those heights ever again? How do they justify this stand of theirs in the face of their own claim that humanity is constantly advancing forward and ever marching ahead?
Die Frage, warum die Art des frühen Kalifats in der späteren Geschichte nicht mehr zu sehen ist, abgesehen von einmal am Anfang und später in den überaus kurzen Zeiträumen, die hier und dort in der muslimischen Geschichte verstreut sind, etwa die Herrschaft von Umar bin Abdul Aziz, verlangt eine genaue Untersuchung des Problems. Ihre Antwort jedoch ist deutlich in den Seiten der Geschichte eingeprägt, sei es in Form eines lokalen Phänomens, das in der islamischen Welt beobachtet wurde, oder als universale Wahrheit, die sich in der Lebensgeschichte der Menschheit zeigt.
The question as to why the like of the early caliphate is not seen in the subsequent history save once in the beginning and later on during the extremely short periods scattered here and there in Muslim history, such as the reign of Omar bin Abdul Aziz for example, calls for a close study of the problem. Its answer, however, is clearly imprinted on the pages of history, either in the form of a local phenomenon witnessed in the Islamic world or as a universal truth exhibited in the life-history of mankind.
Wir müssen diesbezüglich auf die folgenden zwei Tatsachen verweisen:
We needs must in this respect refer to the following two facts:
Erstens war der große Sprung, den die Menschheit mithilfe des Islam vorwärts tat, und der tiefe Abgrund, aus dem der Islam sie zu den erhabenen Höhen sittlicher Veredelung emporhob, die man im frühen Kalifat beobachten konnte, ein Phänomen, das sich nicht mit den gewöhnlichen physikalischen Gesetzen des Lebens erklären lässt; es war vielmehr ein Wunder, eines von den vielen anderen Wundern, die der Islam auf dem Antlitz dieser Erde bewirkte. Doch es wurde erst möglich nach Jahren der Vorbereitung und einer gründlichen sittlichen Neuausrichtung jener großen Helden des Islam, die dieses große Wunder sowohl in ihrer Person als auch in ihrer gesamten Lebensführung verkörperten und vorlebten.
Firstly, the great leap that humanity strode forward with the help of Islam and the deep abyss from the bottom of which Islam lifted it to the lofty heights of moral refinement witnessed in the early caliphate, was a phenomenon such as cannot be explained in terms of ordinary physical laws of life; it was rather a miracle out or the so many other miracles brought about by Islam on the face of this earth. But it was made possible only after years of preparation and a thorough moral reorientation of those great heroes of Islam who exemplified and embodied this great miracle in their persons as well as in their whole conduct in life.
Doch der Islam verbreitete sich in der Welt mit einer so blitzartigen Geschwindigkeit, dass es dafür kaum eine Parallele in der Geschichte der verschiedenen historischen Bewegungen gibt, weder in früheren noch in späteren Epochen. Dies ist ein weiteres Wunder, das der Islam hervorgebracht hat und das sich schwerlich durch eine materialistische oder ökonomische Deutung der Geschichte erklären lässt, wie sie Kommunisten und Materialisten zur Erklärung der menschlichen Geschichte zu verwenden pflegen. Diese rasche Ausbreitung des Islam brachte jedoch sehr viele Völker in seinen Bereich, die mit dem wahren Geist des Islam keineswegs vollständig vertraut waren, noch verstanden sie die wirkliche Bedeutung seines sozioökonomischen und politischen Systems. Leider war es den muslimischen Regierungen jener Zeit nicht möglich, für die doktrinäre Unterweisung oder die moralische Erziehung dieser Konvertiten zu sorgen, wie sie den frühen Muslimen Arabiens zuteilwurde.
But Islam spread with such a lightning speed in the world that there is hardly any parallel to it in the history of the different historical movements either in the earlier or in the subsequent periods. This is just another miracle brought about by Islam that is hard to explain through any materialistic or economic interpretation of history such as with which the communists and the materialists are wont to explain away human history. This speedy propagation of Islam, however, brought into its fold very many nations who were far from being fully acquainted with the real spirit of Islam, nor did they understand the real significance of its socioeconomic and political system. Unfortunately, it was not possible for the Muslim governments of the time to arrange for the doctrinal instruction or moral education of these converts such as was given to early Muslims of Arabia.
Infolgedessen dehnte sich das islamische Reich aus, und auch die Zahl der Gläubigen vermehrte sich, doch die islamischen Grundsätze und Lehren fanden nie den Weg in die Herzen dieser großen Scharen von Konvertiten. Die Herrscher fürchteten die öffentliche Meinung nicht mehr, während sie die Gebote des Islam mit Füßen traten. Sie eigneten sich die Freiheiten des Volkes an und unterwarfen es allen Formen des Unrechts, wie die Geschichte der Umayyaden, Abbasiden, Türken und Mamluken zeigt. Mangels einer wohlgeformten und gebildeten öffentlichen Meinung konnten sie den Islam leicht als Spielzeug behandeln und die Rechte des Volkes an sich reißen.
Consequently, the Islamic empire expanded and the number of the believers also multiplied but Islamic principles and teachings never found way into the hearts of these large hosts of converts. The rulers no longer feared public opinion while trampling underfoot the commandments of Islam. They usurped the people's liberties and subjected them to all forms of injustice as is known by the history of the Ommeyeds, Abassides, Turks and Mamlukes. In the absence of a well-formed and educated public opinion they could easily treat Islam as a plaything and usurp the rights of the people.
Zweitens kann der große Fortschritt, den der Islam im menschlichen Leben bewirkt hat, nicht als physisches oder natürliches Phänomen bezeichnet werden, denn er hob die Menschheit mit einem einzigen großen Sprung aus den tiefsten Abgründen der Sklaverei und Leibeigenschaft in den höchsten und idealsten Zustand sozialer Gerechtigkeit, wie ihn die Menschheit unter keinem anderen gesellschaftlichen System, das sie bisher erprobt hat, je erfahren hat. Der Islam befreite sie von der Herrschaft ungezügelter Leidenschaften und erhob sie zu den höchsten Sphären sittlicher Vollkommenheit, wie sie in der gesamten Geschichte der Menschheit je beobachtet wurden.
Secondly, the great advancement that Islam effected in human life cannot be termed as a physical or a natural phenomenon, for in one great leap it raised humanity from the lowest depths of slavery and serfdom to the highest and most ideal state of social justice yet experienced by mankind under any other social system it has so far tried. Islam freed it from the dominance of unruly passions and elevated it to the highest realms of moral perfection ever witnessed in the whole range of human history.
Es war der Islam, der die Menschen in seiner frühen Zeit zu diesen erstaunlich hohen sittlichen Höhen emporführte, denn die geistige Kraft, die in der Persönlichkeit des Heiligen Propheten ﷺ und seiner Gefährten verkörpert war, war außergewöhnlich. Eben diese Kraft erhob die Menschen auf eine Stufe, die weit über das hinausging, was sie gewöhnlich zu erreichen vermochten, und ließ sie gewaltige Werke vollbringen, die großen Wundern sehr ähnlich waren. Als jedoch dieser mächtige Antrieb nachließ, fielen die Menschen aus ihrem einstigen erhabenen sittlichen und geistigen Dasein wieder in ihren früheren Zustand zurück, auch wenn sie zumindest einen Funken des göttlichen Lichts bewahrten. Die Seiten der Geschichte, die von diesem göttlichen Licht erhellt sind, wollen wir in dieser Abhandlung unseren Mitmenschen vor Augen führen. Dies bedeutet jedoch nicht, wie manche irrtümlich annehmen, dass es der ständigen Gegenwart des Propheten ﷺ selbst und seiner Gefährten bedürfe, um auch nur die kleinste Veränderung im praktischen Leben herbeizuführen, wie sie der Islam bewirkte. Denn was vor dreizehnhundert Jahren in der Welt der politisch-wirtschaftlichen Beziehungen ein Wunder war, ist heute dank der Erfahrungen, die die Menschheit oder die muslimische Gemeinschaft selbst im Laufe der Jahrhunderte gesammelt hat, zu einer Aufgabe geworden, für deren Erfüllung der Mensch voll ausgerüstet ist.
It was Islam that made men win these surprisingly lofty moral heights during its early period as the spiritual force exemplified in the personality of the Holy Prophet and his Companions was an extraordinary one. It was this force that raised men to a plane far higher than they could ordinarily attain and made them perform mighty works very much akin to miracles. When, however, this mighty impulse ebbed away the people reverted to their former state from their erstwhile sublime state of moral and spiritual existence, although they still retained a spark at least of the divine light. It is the pages of history illumined by this divine light which we intend to point out to our fellowmen in this treatise. But this does not mean, as some people have wrongly assumed, that it requires the constant presence of the Prophet himself and his Companions to bring about even the smallest change in practical life such as was effected by Islam, for that which was a miracle in the world of politico-economic relationships thirteen hundred years ago, has now, thanks to the experiences gained by mankind or by the Muslim community itself over the centuries, become a task for the performance of which man is fully equipped.
Daher müssten wir, wenn wir den Islam auf die heutigen Lebensverhältnisse anwenden wollten, unter angemessener Berücksichtigung der hohen moralischen Vortrefflichkeit, wie sie im Leben der frühen Muslime verkörpert war, nicht mit jener wundersam hohen Geschwindigkeit voranschreiten, die die frühe Geschichte des Islam kennzeichnete, denn die verschiedenen Erfahrungen und der seither von den Menschen gemachte Fortschritt haben uns bereits sehr viel näher an den erhabenen Gipfel des islamischen Ideals gebracht. Dessen Verwirklichung ist infolgedessen viel leichter geworden, und auch der erforderliche Einsatz ist weit weniger mühsam. Einige Beispiele aus dem modernen Leben mögen genügen, um die Wahrheit des oben Gesagten zu veranschaulichen.
Therefore if we should want to apply Islam to the modern conditions of life making due allowance for the high moral excellence exemplified in the lives of the early Muslims we would not have to move forward at the miraculously high speed such as characterized the early history of Islam, for the various experiences and the progress since made by man have already brought us much closer to the lofty pinnacle of the Islamic ideal. Its achievement has, as a consequence thereof, become much easier, the effort required also being far less arduous. A few examples from the modern life may suffice to illustrate the truth of what we have said above.
Die meisten Nationen der heutigen Zeit wählen ihre Herrscher durch allgemeine Wahlen und haben außerdem das Recht, sie abzusetzen oder zu entlassen, wenn sie ihren Pflichten gegenüber dem Volk nicht nachkommen. Doch dies ist nichts anderes als eine moderne Anwendung eines wichtigen Merkmals des islamischen Regierungssystems, das der Islam vor mehr als dreizehnhundert Jahren eingeführt hat. Zwar war dies zur Zeit der Kalifen Abu Bakr und Omar ein Wunder, nicht jedoch in dieser unserer modernen Welt; seine Verwirklichung liegt heute durchaus in unserer Reichweite, sofern wir es aufrichtig wünschen, es in unserem Leben umzusetzen.
Most of the nations in the modern times elect their rulers through general elections and also have the right to suspend or dismiss them if they should fail in discharging their obligations towards the people. But this is no more than a modem application of an important feature of the Islamic system of government that was instituted by Islam more than thirteen hundred years ago. Surely this was a miracle in the age of the caliphs Abu Bakr and Omar, but not in this modem world of ours; its realization is now completely within our means provided we should honestly wish to enforce it in our lives.
Denn wenn wir es aus England oder Amerika übernehmen können, warum sollten wir es dann nicht ebenso im Namen des Islam übernehmen, besonders wenn es im Islam ohnehin schon vorhanden ist?
For if we can take it from England or America, why cannot we as well adopt it in the name of Islam, especially when it is already therein Islam?
Dann stellt sich die Frage, wie der Staat die Grundbedürfnisse seiner Angestellten sicherstellt.
Then there is the question of guaranteeing the basic needs of its employees by the state.
Auch dazu gibt es die ausdrückliche Anordnung des Propheten ﷺ, dass allen Angestellten des Staates ihre Grundbedürfnisse zu gewährleisten sind. Gerade diese Anordnung hat der Kommunismus im zwanzigsten Jahrhundert umgesetzt, obwohl der Islam dies bereits getan hatte, ohne auf eine Diktatur des Proletariats zurückzugreifen, auf die der Kommunismus nicht verzichten konnte. Wenn wir heute geneigt sind, den Staatsangestellten diese Grundbedürfnisse zu garantieren, warum sollten wir dann nicht dem Vorbild des Islams folgen, statt den Kommunismus nachzuahmen?
About this too there is the explicit commandment of the Prophet (peace be on him) that all employees of the state shall be provided with their basic needs. It was this very commandment that communism carried into effect in the twentieth century notwithstanding the fact that Islam had already done so without resorting to a dictatorship of the proletariat such as communism could not do without. If we are inclined today to guarantee these basic needs to the state-employees, why should we not follow the lead of Islam rather than imitate communism?
Somit läuft das Problem, mit dem wir uns letztlich befassen, auf die grundlegende Frage hinaus: Ist ein bestimmtes sozioökonomisches und politisches System praktikabel oder nicht? Dies ist das einzige Kriterium, anhand dessen sich die Praktikabilität oder Nichtpraktikabilität eines Systems richtig beurteilen lässt. Von diesem Standpunkt aus betrachtet stellen wir fest, dass das islamische Lebenssystem tatsächlich ein praktikables System ist, denn es war das erste System, das jemals praktisch auf das menschliche Leben auf dieser Erde angewendet wurde.
Thus the problem we are dealing with in the final analysis crystallizes into the fundamental question: Is a particular socio-economic and political system practicable or not? This is the only criterion whereby the practicability or otherwise of a system can be judged aright. Judging from this standpoint we find that the Islamic system of life is in fact a practical system of life, for it was the first system ever practically applied to human life on the face of this earth.
Es ist nicht wahr, was die Kommunisten und ihre Mitläufer behaupten, dass das moderne Leben auf einer wissenschaftlichen Grundlage ruhe, während der Islam ein System sei, das auf Leidenschaften und frommen Absichten beruhe. Dass dies absolut falsch ist, lässt sich schon daran erkennen, dass das islamische Recht beispielsweise keineswegs auf den Gefühlen oder Empfindungen der Menschen beruht.
There is no truth in what the communists and their camp-followers say that the modern life is raised on a scientific foundation while Islam is a system based on passions and pious intentions. That this is absolutely false may be realized from the fact that the Islamic law, for instance, does not at all rest on the feelings or emotions of men.
Ebenso stützten die frühen Kalifen ihre Entscheidungen nicht auf Wunschdenken oder die Absichten von Menschen, wenn sie sich mit ihren Beratern besprachen oder eine rechtliche Auslegung und Anwendung des islamischen Rechts suchten.
Similarly, early caliphs did not rest their decisions on wishful thinking or the intentions of men when conferring with their councils or seeking some legal interpretation and application of Islamic law.
Die Wahrheit ist, dass der Islam sich nicht allein auf das Gesetz stützt. Er rahmt zwar verschiedene Gesetze ein, doch er will vor allem den Menschen von innen her zivilisieren, damit er sich dem Gesetz, wenn und sofern es durchgesetzt wird, freiwillig unterwirft – nicht allein aus äußerer Furcht vor der Regierung, sondern aus seiner eigenen sittlichen Initiative von innen heraus. Zweifellos ist dies die vortrefflichste Errungenschaft, die die Menschheit bisher auf dem Gebiet der Politik erreicht hat. Dennoch ist das Gesetz die ganze Zeit vorhanden, auch wenn es nur dann angerufen wird, wenn das allgemeine Wohl es verlangt. In solchen Fällen wird es ohne jede Rücksicht auf Personen durchgesetzt, und zwar in dem Maße, dass der Kalif Othman sagte: „Gott hält mit Autorität zurück, was nicht durch den Qur'an zurückgehalten wird.“ Manche Schriftsteller, die argumentieren, eine Wiederbelebung des Islam sei unmöglich, behaupten, Männer wie Omar würden nicht jeden Tag geboren; Persönlichkeiten wie er seien Ausnahmen und in der Geschichte nicht häufig anzutreffen. Eine solche Argumentation verrät jedoch ihre eigene gedankliche Unfruchtbarkeit. Denn nicht die Person Omars – der typische Mensch, den der Islam hervorgebracht hat – brauchen wir für die Durchsetzung des islamischen Rechts, sondern vielmehr die Gesetze oder Rechtspräzedenzien, die er hinterlassen hat. So ordnete Omar beispielsweise an, dass einem Dieb die Hände nicht abgeschnitten werden sollen, falls die Möglichkeit besteht, dass er durch äußere wirtschaftliche oder soziale Zwänge dazu getrieben wurde. Gewiss verlangt dieses Rechtspräzedenz nicht notwendigerweise die Gegenwart eines Mannes wie Omar, um es im praktischen Leben anzuwenden, denn es war nichts anderes als eine Auslegung des Grundprinzips der islamischen Rechtswissenschaft, das besagt, dass bei zweifelhaften Fällen die gesetzliche Strafe zu vermeiden ist. Es gibt keine äußere oder innere Hemmung, aufgrund derer wir es in unserem praktischen Leben nicht durchsetzen könnten, nur weil kein Omar unter uns ist.
The fact is that Islam does not rely on law alone. It no doubt frames various laws but it first of all wants to civilize human beings from within so that they would willingly submit to the law if and when it is enforced not only because of any outside fear of the government but because of their own moral initiative from within. Undoubtedly, this is the most excellent achievement so far gained by mankind in the world of politics. But still the law is there all the time although it is invoked only when the general good calls for it. In such cases it is enforced without any regard whatsoever of people to such an extent that caliph Othman said: "God restrains with authority that which is not restrained by the Qur'an." Some writers while arguing that the revival of Islam is impossible allege that men like Omar are not born every day; personalities like him are exceptions and not met with frequently in history, But such a line of reasoning betrays their own barrenness of thought, For, it is not the person of Omar-the typical man produced by Islam that we stand in need of for the enforcement of the Islamic law but rather the laws framed or legal precedents left behind by him. Thus, for instance, Omar ordered that the hands of a thief shall not be cut in case there is a possibility of his being driven to it due to some external economic or social exigency. Surely, this legal precedent does not necessarily call for the presence of a man like Omar to apply it to practical life, as it was nothing but an interpretation of the basic principle of the Islamic jurisprudence which lays down that in cases of doubtful nature the legal punishment should be avoided. There is no external or internal check upon us such as due to which we may not be able to enforce it in our practical life just because there is no Omar amongst us.
Ebenso verfügte Omar, dass der Herrscher uneingeschränkt befugt sei, vom Überschuss des Reichtums der Reichen zu nehmen und ihn unter den Armen zu verteilen, wie es heutzutage etwa in England geschieht. Es bedurfte keines Omar, um dieses Gesetz in England durchzusetzen, was seine Durchführbarkeit in der modernen Welt hinreichend beweist. Auch diese Entscheidung stützte sich auf den bekannten koranischen Grundsatz über den Reichtum: „Damit er nicht (bloß) unter den Reichen unter euch die Runde macht" (Sure 59:7). Omar stellte außerdem das Recht des Staates fest, eine Untersuchung über das Vermögen einzuleiten, das die Statthalter angehäuft haben, um zu erfahren, woher sie es erworben haben, ob es ihr eigenes war oder ob sie es aus öffentlichen Mitteln veruntreut oder auf unrechtmäßige Weise erlangt haben. Auch dies ist in der heutigen Welt beinahe zu einer allgemeinen Praxis geworden, obwohl es hier natürlich keinen Omar unter uns gibt. Er machte es ferner zum Gesetz, dass ein Findelkind vom Staat versorgt und seine Kosten aus der öffentlichen Staatskasse bestritten werden sollen, denn es könne nicht für die Sünde verantwortlich gemacht oder leiden gelassen werden, die die Eltern begangen haben. Europa und Amerika haben dies im zwanzigsten Jahrhundert endlich anerkannt, indem sie entsprechende Gesetze erließen, was wiederum zeigt, dass für die Durchsetzung und Anwendung des Gesetzes die Gegenwart eines Omar nicht unerlässlich ist. Wir brauchen Omar nicht nur, weil er eine Persönlichkeit von überragendem Format war, sondern weil er der bedeutendste Rechtsgelehrte der frühen Zeit des Islam war, der zudem tief vom Geist und vom Verständnis des Islam durchdrungen war. Was sein persönliches Leben betrifft, so können wir ihm mit Gewinn folgen, denn es hilft uns, zu höheren Daseinsebenen aufzusteigen, und bietet den Muslimen aller kommenden Zeiten ein erhabenes und edles Vorbild, dem sie folgen können. Doch selbst wenn wir darin scheitern, sein persönliches Vorbild nachzuahmen, könnte unsere Befolgung der von ihm erlassenen Gesetze im praktischen Leben genügen, denn sie würden uns befähigen, auf eigenen Füßen zu stehen, anstatt die aus fremden Ländern eingeführten Gesetze und Verfassungen bloß nachzuahmen oder blind zu befolgen.
Similarly, Omar laid it down that the ruler was fully authorized to take of the excess of the rich people's wealth and distribute it among the poor as is nowadays being done, for instance, in England. It did not need an Omar to enforce this law in England which is sufficient to prove its practicability in the modern world. This ruling of his was also based on the well-known Qura'nic principle concerning riches: “In order that it may not (merely) make a circuit between the wealthy among you” (Iix : 7). Omar also enunciated the right of the state to institute an inquiry about the wealth amassed by the governors with a view to know as to whence they had acquired it, if it was their own or misappropriated from public funds or gained through unlawful means. This has also become almost a universal practice in the contemporary world, although there is, of course, no Omar here among us, He also made it a law that a foundling shall be looked after by the state and his expenses defrayed from the public exchequer, for he could not be held responsible or left to suffer for the sin committed by the parents, Europe and America at last recognized this by framing laws to that effect in the twentieth century, which again shows that so far as the enforcement or the application of the law is concerned the presence of an Omar is not inevitable. We need Omar not just because he was a man of towering personality but because he is the most outstanding legist of the early period of Islam besides his being so deeply imbued with the spirit and understanding of Islam, As for his personal life, we may follow it with benefit, for it helps us to ascend to higher planes of being and affords the Muslims of all times to come with a sublime and noble example to follow. But even if we fail in following his personal example, our observance of the laws enacted by him might suffice in practical life, for these would enable us to stand on our legs and not merely imitate or follow blindfoldly the laws and constitutions imported from foreign lands.
Ein weiteres großes Missverständnis über den Islam besteht fort. Es heißt, der Islam sei auf dieser Erde nie vollständig verwirklicht worden, außer in der frühen Zeit des Kalifats. Richtig ist, dass der Islam nie in seiner wahren Form durchgesetzt wurde, außer während der kurzen Zeit des ʿUmar bin ʿAbdul ʿAziz nach dem frühen Kalifat. Das bedeutet jedoch keineswegs, dass der Islam als Religion und als Lebensordnung nach der Zeit des Kalifats aufgehört hätte zu existieren. In den folgenden Jahren erlitt allein die Regierung eine krankhafte Veränderung aus islamischer Sicht, teilweise oder vollständig. Die übrige Gesellschaft blieb im Geist so islamisch wie zuvor. Sie erkannte niemals die Teilung der Menschen in „Habende“ und „Habenichtse“ an, auch nicht in Herren und Sklaven. Vielmehr waren alle in einer universellen Bruderschaft vereint, die einander die Arbeit sowie deren Früchte teilte.
There is also still another great misunderstanding prevalent against Islam. It is said that Islam was never fully established on this earth save in the early caliphate period. It is correct that Islam was never enforced in its true form except during the short period of Omar bin Abdul Aziz after the early caliphate; yet it does not at all mean that Islam as a religion and a system of life had ceased to exist after the caliphate period. In the subsequent years, it was the government only that had suffered a morbid change from the point of view of Islam partly or totally. The rest of the society remained as Islamic in spirit as ever. It did never recognize the division of the people into the 'haves' and 'havenots' nor into masters and salves. Rather they were all united in a universal brotherhood sharing with one another the labor as well as the fruits thereof.
Das Recht des islamischen Landes galt stets uneingeschränkt in allen verschiedenen Teilen der islamischen Welt. Die Menschen wurden niemals der Willkür feudaler Herren überlassen, wie es in Europa geschah. Die islamischen Traditionen lebten fort, und dies lässt sich in der Geschichte der Kriege des Islam gegen seine Feinde nachvollziehen. Ein Blick auf die Kreuzzüge, besonders zur Zeit Salah-ud-Din Al-Ayubis, dürfte genügen, um von der Wahrheit der obigen Aussage zu überzeugen. Das Verhalten der Muslime bei der Einhaltung ihrer internationalen Verträge war selbst in ihrer späteren Geschichte nicht minder erhaben und ruhmreich. Ihre Liebe zum Wissen und ihre Wertschätzung der Zivilisation machten die islamische Welt zu einem bevorzugten Anziehungspunkt für alle wahren Sucher nach Wissen und Künsten. Es war diese durch den Islam entzündete Fackel des Wissens, die schließlich ganz Europa in Brand setzte und es auf den Weg des Fortschritts und der Entwicklung führte.
The law of the land of Islam always ruled supreme in all the different parts of tile Islamic world. The people were never left to the mercy of feudal lords as happened in Europe. The Islamic traditions lived and these may be witnessed in the history of wars of Islam against its enemies. A perusal of the crusades, particularly during the days of Salah-ud-Din Al-Ayubi, may suffice to convince one of the veracity of the above Statement. The conduct of the Muslims in carrying out their international agreements even during their latter history was no less sublime and glorious. Their love for knowledge and regard for civilization made the Islamic world a favorite haunt of all true seekers of knowledge and arts. It was this torch of knowledge lighted by Islam that finally set ablaze the whole of Europe and made it march ahead on the path of progress and development.
Kurz gesagt ist der Islam kein Ideal im abwertenden Sinne, den dieser Begriff im Westen gewöhnlich hat. Vielmehr ist er ein durchaus praktisches Lebenssystem, das die Menschheit bereits einmal erprobt hat. Die Menschheit als solche kann es heute mit demselben Erfolg übernehmen, mit dem sie es vor dreizehnhundert Jahren getan hat, dank der Erfahrungen, die seitdem gesammelt wurden, denn er hat die Menschheit seiner Verwirklichung weit nähergebracht. Der Kommunismus dagegen mag zu Recht als bloßer untätiger Idealismus bezeichnet werden, da er bisher keine erfolgreiche praktische Anwendung auf das menschliche Leben gefunden hat. Die Stufe des wirklichen Kommunismus, so heißt es, sei noch nicht erreicht; die Welt bewege sich vielmehr stetig auf jenes ideale Stadium zu.
In short, Islam is not an ideal system in the derogatory sense this term is commonly understood to imply in the West. It is rather a perfectly practical system of life that has already been once tried by humanity. Mankind as such can adopt it now with as much success as it did thirteen hundred years ago thanks to the experience gained since, for it has brought mankind much closer and nearer to its realization. On the other hand, it is communism which may rightly be dubbed as a mere idle idealism with no successful practical application of it so far to human life. The stage of real communism, we are told, has not yet been attained: the world is rather steadily moving towards that ideal stage.
Wenn die ganze Welt unter die Herrschaft eines einzigen kommunistischen Weltstaates gebracht wird und aller Reichtum gleichmäßig unter alle seine Bürger verteilt wird, dann wird die wahre Stufe des Kommunismus erreicht sein. Dann wird der Klassenkampf zwischen den „Besitzenden“ und den „Besitzlosen“ ein für alle Mal beendet sein, denn die ungleiche Verteilung des Reichtums ist die alleinige Ursache dieses Klassenkampfes.
When all the world shall be brought under the control of a single world communist state and all wealth distributed evenly among all its citizens, then will the real stage of communism be attained. Then the class-war between the 'haves' and the 'have-nots' shall be done away with once for all as it is the uneven distribution of wealth that is the sole cause of this class warfare.
Dieses kommunistische Traumland ist eine Utopie, wie sie niemals in dieser Welt der Wirklichkeit verwirklicht werden würde. Sie gehört in das Reich der Täuschung. Ihre grundlegenden Annahmen, dass Menschen künstlich gleich gemacht werden können, indem sie ähnliche Produktionsmittel besitzen, dass aller Klassenkampf ein Ende findet, wenn und falls der Reichtum gleichmäßig unter allen Menschen verteilt wird, und dass die Menschheit nur durch Klassenkampf fortschreiten kann, sind durchweg haltlos und unwahr. Sie stellt einen Idealismus dar, der nur Toren faszinieren kann. Er entstand aus dem Materialismus und ist, ironischerweise, angeblich auf wissenschaftlichen Prinzipien und Tatsachen des Lebens gegründet.
This communist dreamland is a Utopia such as would never be materialized in this world of reality. It belongs under the realm of delusion. Its basic assumptions that human beings can ever be artificially made equal in possessing similar means of production and that all class war shall come to an end when and if wealth is distributed evenly among all the people and that humanity cannot progress except through interclass warfare, are altogether baseless and untrue. It represents an idealism such as can fascinate the fools only. It originated out of materialism and, ironically enough, is supposed to be based on scientific principles and facts of life.
1 „Idealismus" ist im Osten ein sehr verbreitetes Wort, mit dem ein System bezeichnet wird, das alles in sich vereint, was am besten ist. Daraus muss klar hervorgehen, dass wir diesen Begriff in diesem Sinne nicht auf den Islam anwenden, da wir uns in diesem Buch mit den Verunglimpfungen beschäftigen, die gegen ihn erhoben werden. Wir verwenden das Wort vielmehr in dem Sinne, in dem es im Westen allgemein gebraucht wird. Nach der westlichen Auffassung bedeutet Idealismus, im Reich der Ideen hoch aufzusteigen und die Menschen unten auf der Erde ihrem Schicksal zu überlassen, ihren Entbehrungen, ihrem Hunger, ihrem Elend und ihrer Ungerechtigkeit. Praktisch wird nichts unternommen, um diese Übel zu beseitigen. Die Menschen bleiben sich selbst überlassen, um unter ihnen zu seufzen. Deshalb haben die Europäer das Wort „Idealismus" gehasst, und zwar durchaus zu Recht, denn es forderte die Menschen auf, die Hölle des Feudalismus hinzunehmen, Drangsal und Schmach zu erleiden, während man ihnen von philosophischen Themen erzählte, die für ihren Alltag keine Bedeutung oder keinen Nutzen hatten. So trocken und leer diese abstrakten Diskussionen auch waren, sie entbehrten zugleich jeden Sinnes.
1 "Idealism" is a word very popular in the East where it is used to describe a system that embraced in itself all that is best. From this it must be clear that we are not using this term in this sense with regard to Islam as we are in this book concerned with the aspersions cast against it. We use this word rather in the sense in which it is generally used in the West. According to the western interpretation, idealism means soaring high in the realm of ideas leaving the people below on earth to their fate, deprivations, hunger, misery and inequity. Practically nothing is done in order to do away with these evils. The people are left to themselves to groan under them. This is why the Europeans came to hate the word "idealism", quite justifiably of course, as it called on the people to accept the hell of feudalism, to suffer tribulations and disgrace, while it talked on to them about philosophical subjects such as had no meaning or use for them in their everyday life. Dry and empty as these abstract discussions were, they were also devoid of all sense.
Natürlich konnte der menschliche Verstand diese Sophisterei nur verabscheuen. Aufgrund dieses historischen Hintergrunds verspotten und verachten die Europäer alle Formen des Idealismus. Die Kommunisten, die bestrebt sind, diese Lage auszunutzen, verraten damit ihre eigene Unwissenheit, wenn sie dem Islam einen ähnlich unfruchtbaren und illusionären Idealismus vorwerfen.
Naturally, human reason could not but abhor this sophistry. It is because of this historical background that the Europeans ridicule and hate all forms of idealism. Anxious to exploit this situation the communists betray their own ignorance when they accuse Islam of a similar barren and visionary idealism.