Religion: Das Opium des Volkes?
Religion: The Opium Of The People?
Karl Marx hat das so gesagt. Die kommunistischen Propagandisten im islamischen Orient haben diesen Trugschluss seitdem nicht nur treu wiederholt, sondern versuchen sogar, ihn auch auf den Islam anzuwenden.
Karl Marx said so. The communist propagandists in tile Islamic Orient have not only faithfully repeated this fallacy ever since but they even attempt to apply it to Islam as well.
Man könnte wohl sagen, dass Karl Marx und andere kommunistische Vordenker angesichts der besonderen Umstände in Europa zu jener Zeit zumindest einen Vorwand hatten, sich gegen ihre Religion und ihre Geistlichen aufzulehnen. Damals spielte der Feudalismus in Europa und besonders in Russland eine äußerst grausame Rolle, wo jedes Jahr Tausende von Menschen verhungerten und Millionen an Schwindsucht und anderen Krankheiten starben, während die Kälte jeden Winter eine ebenso große Zahl von Menschen tötete. Doch die Feudalherren suhlten sich weiterhin im Blut der arbeitenden Menschen und führten ein Leben zügelloser Üppigkeit, indem sie sich jede erdenkliche Art von Vergnügen gönnten.
It might well be said that Karl Marx and other communist pioneers in view of the peculiar circumstances obtaining in Europe at the time, had at least an excuse for revolting against their religion and churchmen. At that time feudalism played a most monstrous role in Europe and particularly in Russia where thousands of people were starved to death every year and millions of people died of consumption and other diseases while cold killed an equal number of people every winter. But the feudal lords still wallowed in the blood of the working people and led a life of licentious luxury enjoying all imaginable kinds of pleasures.
Doch wenn die arbeitenden Menschen jemals daran dachten, zu protestieren, oder auch nur versuchten, das krasse Unrecht zu empfinden, dem sie ausgesetzt waren, sagte ihnen der Klerus hastig: „Wer dich auf die rechte Wange schlägt, dem halte auch die linke hin; wer dir den Rock nehmen will, dem gib auch den Mantel.“
But if the working people ever thought of protesting or even tried to feel the gross injustice to which they were subjected, the clergy would hastily tell them: "Whoever beats you on your right cheek turn the left cheek for him; whoever takes a part of your garment give him the rest of your clothes".
Die Kirchenmänner betäubten das Volk und versuchten, es vom Weg der Revolution abzubringen, indem sie ihm Versprechen eines ewigen Himmels und Paradieses verabreichten wie Betäubungsmittel, wo diejenigen, die in dieser Welt Unrecht ertragen, für immer in Behaglichkeit und Vergnügen leben würden.
The churchmen stupefied the people and tried to divert them from the path of revolution by administering to them dopes of promises of an eternal heaven and paradise where those who bear injustice in this world will live for ever in comfort and pleasure.
Wenn Versprechungen der Kirche nicht wirkten, griff man zu Drohungen und erklärte, wer seinem Lehnsherrn ungehorsam sei, sei auch Gott, der Kirche und den Geistlichen ungehorsam. Man muss sich vor Augen halten, dass die Kirche damals selbst der größte aller Lehnsherren war, mit Millionen von Leibeigenen, die auf ihren Gütern arbeiteten. Deshalb war es nur natürlich, dass die Kirche gemeinsame Sache mit dem Zaren und dem Adel gegen das arbeitende Volk machte. Sie gehörten alle demselben Lager an und wussten genau, dass bei einem Ausbruch der Revolution kein Blutsauger verschont würde, sei er nun Adliger oder Geistlicher.
If church promises did not work, they would resort to threatening, saying that he who disobeys his feudal lord disobeys God, the church and the churchmen. It should be remembered that at the time the church itself was the greatest of all feudal lords, with millions of serfs working on its estates. Therefore it was only natural for the church to join forces with the Tzar and the nobility against the hard working people. They all belonged to the same camp and knew full well that if revolution broke out it would spare no blood sucker whether he was a nobleman or a churchman.
Als Ermahnungen und Drohungen nichts fruchteten, griff man zur Gewalt, und die Aufständischen wurden bestraft, weil sie sich gegen Gott und die Religion aufgelehnt hatten. Deshalb galt dort die Religion als der eigentliche Feind des Volkes. Daher stammt die Bemerkung von Karl Marx: „Religion ist das Opium des Volkes.“ Die Kommunisten in der islamischen Welt verweisen auf das Verhalten der berufsmäßigen „Religionsgelehrten“ und darauf, wie sie sich auf Kosten der hart arbeitenden Menschen bei den Herrschenden einschmeicheln und sie dazu bringen wollen, Demütigung und Ungerechtigkeit zu ertragen, indem sie ihnen das ewige Paradies versprechen, als Lohn für die Geduldigen. Durch solche Versprechen versuchen die „Religionsgelehrten“, die Empfindsamkeit der Arbeiter zu betäuben, damit die verbrecherischen Blutsauger ungestört ihr Leben genießen können.
When both promising and menacing did not work, force was resorted to and punishment was inflicted on the rebels for rebelling against God and religion. That is why religion was regarded as the real enemy of the people there. Hence the remark of Karl Marx: "Religion is the opium of the people" The communists in the Islamic Orient refer to the behavior of professional "men of religion" and to how they ingratiate themselves with the rulers at the expense of the nard workers and try to induce them to bear humiliation and injustice by promising them an eternal paradise which will be the recompense of the patient. By such promises "men of religion" try to dope the sensitivity of the hard workers so that the criminal blood-suckers may safely enjoy themselves.
Die Kommunisten verweisen außerdem auf einige Männer von al-Azhar, die die Hände der Könige küssten, die Bestimmungen des glorreichen Qur'an nach ihrem Gutdünken auslegten und den Geist und die Grundsätze des Islam verfälschten, um die Macht der Herrscher zu festigen und die hart arbeitenden Menschen davon abzuhalten, sich gegen sie zu erheben, indem sie ihnen warnend erklärten, dass sie sich damit gegen das Wort Gottes auflehnen würden, das Gehorsam gegenüber den Herrschern verlangt.
The communists also refer to some of Al-Azhar men who used to kiss the hands of kings and interpret the provisions of the glorious Qur'an to their satisfaction and falsify the spirit and principles of Islam in order to establish the power of the rulers and prevent the hard working people from revolting against them by warning them that they would be committing a rebellion against the word of God which required obedience to the rulers.
Mag all dies zutreffen; doch handelten solche berufsmäßigen Religionsgelehrten tatsächlich im Einklang mit dem Wort Gottes und den Grundsätzen des islamischen Glaubens? Oder handelten sie auf eine Weise, die ihrem persönlichen und eigennützigen Interesse diente?
All this may have been true; but were such professional men of religion really acting in accordance with the word of God, and the principles of the Islamic faith? Or did they act in a way that served their personal and selfish interest?
Die Tatsache ist, dass solche berufsmäßigen Religionsgelehrten gegen das Wort Gottes und die Grundsätze des Islam handelten. Ihr Fall gleicht dem der gottlosen Dichter, Schriftsteller und Journalisten von heute, die sich nur allzu gern im Schmutz wälzen würden, wenn sie sich dadurch sicher sein können, ein vergängliches, wenn auch verbotenes Vergnügen zu erlangen. Das Verbrechen solcher „Religionsgelehrten“ ist dennoch weit größer und ungeheuerlicher als das der gottlosen Dichter, Schriftsteller und Journalisten, denn die Religionsgelehrten sollen das Wort Gottes bewahren und das Wesen der Religion mehr als jeder andere kennen. Sie sollten sich der Wirklichkeit ihrer eigenen Haltung bewusst sein, wenn sie das Wort Gottes um eines wertlosen Preises willen verfälschen.
The fact is that such professional men of religion were acting against the word of God and the principles of Islam. Their case is similar to that of the impious poets, writers and journalists of today who would gladly wallow in dirt if they are sure to obtain thereby some transient though forbidden pleasure. But the crime of such "men of religion" is nonetheless far greater and more monstrous than that of the impious poets, writers and journalists because the men of religion are supposed to guard the word of God, and to know the essence of religion more than anyone else. They are supposed to realize the reality of their own attitudes when they falsify the word of God for a worthless price.
Bevor wir weiterfahren, möchten wir jedoch betonen, dass es im Islam keine „Religionsgelehrten" im eigentlichen Sinne gibt und dass das, was sie sagen, für den Islam nicht bindend ist. Das Unglück der muslimischen Völker entspringt tatsächlich aus ihrer Unwissenheit über ihre eigene Religion.
Before proceeding further we would, however, like to stress the fact that these are no "men of religion" as such in Islam and that what they say is not binding on Islam. The misfortune of Islamic people, in fact, sprang up from their ignorance of their own religion.
Der falsche Vorwurf, der Islam entmutige die Auflehnung der arbeitenden Menschen gegen Unterdrückung, wird am besten dadurch widerlegt, dass die Bewegung, die den König von Ägypten stürzte, zu Beginn im Wesentlichen eine religiöse Bewegung war.
The false accusation that Islam discourages the rebellion of the working people against oppression is best refuted by the fact that the movement which deposed the exking of Egypt was, to start with, essentially a religious movement.
Es sollte außerdem erwähnt werden, dass alle Befreiungsbewegungen im islamischen Osten vom Islam inspiriert waren. Der Widerstand des ägyptischen Volkes gegen die französische Besatzung wurde von muslimischen Gelehrten (Ulama) angeführt. Die Erhebung gegen die Ungerechtigkeit Muhammad Alis wurde von einem religiösen Führer, Omar Makram, unterstützt. Die Rebellion gegen die britische Besetzung des Sudan wurde von Al-Mahdi, einem weiteren religiösen Führer, angeführt. Der Aufstand gegen die Italiener in Libyen und die Franzosen in Marokko sowie die Kaschani-Revolution gegen die britische Besatzung waren alle Aufstände, die vom Islam inspiriert waren und im Namen des Islam begonnen wurden. Jeder Aufstand im islamischen Osten enthält Belege dafür, dass der Islam eine große befreiende Kraft ist, die sich gegen alle Formen von Ungerechtigkeit und Erniedrigung richtet.
It should also be mentioned that all the liberation movements in the Islamic East were inspired by Islam. The resistance of the Egyptian people against French occupation was led by Muslim scholars (Ulama). The rebellion against the injustice of Mohammad Ali was advocated by a religious leader, Omar Makram. The rebellion against the British occupation of Sudan was led by Al-Mahdi, still another religious leader. The rebellion against the Italians in Libya and the French in Morocco as well as the Kashani Revolution against the British occupation, all these were rebellions inspired by and launched in the name of Islam. Every rebellion in the Islamic East contains evidence to show that Islam is a great liberating force directed against all forms of injustice and humiliation.
Kommunistische Propagandisten berufen sich häufig auf bestimmte Verse des Heiligen Qur'an, aus denen sie zu beweisen versuchen, dass der Islam die Menschen dazu aufruft, alle Arten von Ungerechtigkeit und Erniedrigung geduldig zu ertragen.
Communist propagandists often refer to certain verses of the Holy Qur'an from which they try to extort evidence that Islam calls on people to bear patiently all kinds of injustice and humiliation.
Sie beziehen sich auf diesen Vers:
They refer to this verse:
„Und begehrt nicht das, womit Gott einige von euch vor anderen ausgezeichnet hat" (Sure 4, Vers 32), und zu folgendem Vers:
“And do not Covet that by which God hath made some of you excel others" (iv 32), and to the following verse:
„Richte deine Augen nicht sehnsüchtig auf das, was Wir gruppenweise anderen von ihnen zum Genuss gegeben haben, den Glanz des diesseitigen Lebens, durch den Wir sie prüfen. Doch die Versorgung deines Herrn ist besser und beständiger" (Sure 20, Vers 131).
“Nor strain thine eyes in longing for the things We have given for enjoyment to parties of them, the splendor of the life of this world through which We test them, but the provision of they Lord is better and more enduring” (xx: 131).
Ausleger des Heiligen Qur'an sagen, dass der vorangegangene Vers offenbart wurde, als eine Frau fragte: „Warum sind die Männer mit der Pflicht, auf dem Weg Allahs zu kämpfen, begünstigt, während den Frauen ein solches Vorrecht vorenthalten wird?“ Nach einer anderen und allgemeiner anerkannten Auslegung verbietet dieser Vers leere Wünsche, die nicht mit praktischem Bemühen einhergehen. Solche Wünsche neigen dazu, Männer neidisch zu machen; sie stellen einen krankhaften Geisteszustand und Gefühle dar, die ohne jeglichen materiellen Gewinn sind, von dem die Menschheit profitieren könnte.
Interpreters of the Holy Qur'an say that the former verse was revealed when a woman asked: "Why are men privileged with the obligation of fighting in Allah's way while women are deprived of such a privilege?" According to another and more generally accepted interpretation, this verse forbids empty longings that are unaccompanied by practical effort: such longings are apt to make men envious, which represent, a morbid state of mind and feelings without any material gains such as humanity may benefit from.
Dieser Vers ruft die Menschen dazu auf, Taten zu verrichten, durch die sie Verdienst und Ehre erlangen können, anstatt nur Luftschlösser zu bauen, Vorteile zu begehren, aber nicht bereit zu sein, sich um deren Verwirklichung zu bemühen.
This verse exhorts the people to do acts which might gain for them merit and honor instead of merely building castles in the air, desiring benefits but not prone to put in any effort for their realization.
Der zweite Vers ruft die Menschen dazu auf, sich über bloß materielle Erwägungen zu erheben, und sie sollen niemanden begehren oder hoch achten, nur weil er sich materiellen Wohlstands erfreut. Man nimmt an, dass der Vers ursprünglich an den Gesandten ﷺ gerichtet war, um die Ungläubigen geringzuschätzen, denen reichlich materielle Genüsse zuteilgeworden waren. Der Gesandte ﷺ steht über solchen Menschen, denn Recht und Wahrheit sind auf seiner Seite.
The second verse cans on people to rise higher than merely material considerations and should not covet or think highly of others simply because they happen to enjoy material prosperity. The verse is believed to have been originally addressed to the Apostle (peace and prayer of God be upon him) to belittle the unfaithful who had been endowed with plenty of materialistic pleasures. The Apostle is more elevated than such people because he has right and truth on his side.
Doch nehmen wir der Argumentation halber an, diese Verse empfehlen, sich mit dem zu begnügen, was man hat, und verbieten, nach dem zu verlangen, was andere besitzen. Die Frage lautet dann jedoch: Wann soll diese Vorschrift in Kraft treten? Wann ist sie zu befolgen?
Nevertheless, let us suppose, for the sake of sheer argument, that these verses advocate contentment with what we have, forbidding to long for what others have. But the question is as to when should such an injunction be put into effect? When should it be complied with?
In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, dass der Islam entweder als Ganzes angenommen und angewendet oder völlig aufgegeben werden sollte. Als Lebensordnung kann er nur dann Früchte tragen, wenn alle seine Forderungen und seine Anweisungen vollständig befolgt und eingehalten werden. Der Aufruf an die Armen und Benachteiligten, stets geduldig zu sein und nicht danach zu verlangen, was die Reichen erhalten haben, ist nur die eine Seite des Bildes. Auf der anderen Seite steht der Aufruf an die Reichen, selbstlos zu sein und ihr Geld auf dem Weg Gottes auszugeben. Ihnen wird eine große Strafe im Jenseits angedroht, falls sie sich in dieser Welt zu hasserfüllter Selbstsucht herablassen. Betrachtet man die Frage in diesem Licht, so scheinen die Waagschalen in vollkommenem Gleichgewicht zu stehen.
In this connection it may be pointed out that Islam should either be adopted and applied as a whole or wholly abandoned. As a system of life it can bear fruit only if all its demands and its instructions are followed and complied with in total. This call on the poor and the deprived ever to be patient and refrain from longing for what the rich people have been given is only one side of the picture. On the other hand, there is another call on the rich people to be selfless and spend their money in the way of God. They are threatened with great punishment in the hereafter in case they should in this world stoop to hateful selfishness. If we view the question in this light, the scales of the balance seem to be in perfect equilibrium.
Einerseits steht die Aufforderung, selbstlos zu spenden, und andererseits die Aufforderung, den Geist von Missgunst zu reinigen und sich nicht zu erniedrigen, indem man nach dem begehrt, was anderen gegeben wurde. Auf diese Weise lässt der Islam die Gemeinschaft in seelischem Frieden leben, der vollkommen im Einklang steht mit der wirtschaftlichen Gerechtigkeit, die verlangt, dass der Reichtum gleichmäßig und gerecht unter den Menschen verteilt wird, ohne dass einige im Luxus leben und andere Entbehrungen erleiden müssen. Wenn eine Gesellschaft die Grundsätze des Islam übernimmt, wird es weder Ungerechtigkeit noch wirtschaftliche Not geben, die die Unterdrückten in nichtislamischen Gemeinschaften hinnehmen und ertragen sollen. Doch wenn die Reichen ihrer Pflicht nicht nachkommen, ihr Geld auf dem Weg Gottes auszugeben oder dem Gemeinwohl zu dienen, wer sollte dann die Armen und Benachteiligten dazu aufrufen, ihre Entbehrungen anzunehmen und zu ertragen? Gewiss würde der Islam so etwas nicht tun. Im Gegenteil: Der Islam droht allen, die sich der Ungerechtigkeit unterwerfen oder sich davon abhalten, ihr Widerstand zu leisten, mit einem bösen Schicksal in dieser Welt wie auch im Jenseits. Der Heilige Qur'an sagt:
On the one hand, there is the invitation to spend selflessly and, on the other, the invitation to purify the spirit from malice and not to humiliate oneself by coveting what others have been given. In this way Islam makes the community live in spiritual peace which is fully in keeping with the economic justice that demands that wealth should be evenly and fairly distributed among the people without making some people live in luxury or leaving others to suffer privations. When a society adopts the principles of Islam there will be neither injustice nor economic deprivation which the oppressed are called on to accept and bear in non-Islamic communities. But where the rich people do not fulfill their obligations of spending their money in the way of God or to serve the public interest, who would call on the poor and the deprived to accept and bear their deprivation? Surely Islam would not do such a thing. On the Contrary, Islam threatens with ill fate in this world as well as in the hereafter all those who submit to injustice or forbear from resisting it. Says the Holy Qur'an:
„Wenn Engel die Seelen derer abberufen, die sich selbst gegenüber gesündigt haben, sagen sie: ‚In welchem Zustand wart ihr?‘ Sie sagen: ‚War die Erde Gottes nicht weit genug, dass ihr euch (vom Bösen) hättet fortbewegen können?‘ Solche Menschen werden ihre Bleibe in der Hölle finden – welch schlimme Zuflucht! Ausgenommen sind jene, die (wirklich) schwach und unterdrückt sind – Männer, Frauen und Kinder –, die keine Mittel in ihrer Macht haben und auch keinen Wegweiser, der ihnen den Weg zeigt. Für diese besteht die Hoffnung, dass Gott vergeben wird; denn Gott tilgt (Sünden) und vergibt immer wieder: {Sure 4, Verse 97–99}"
"When angels take the souls of those who die in sin against their souls, they say: "In what (plight) were ye?" They say: “Was not the earth of God spacious enough for you to move yourselves away (from evil)?” Such men will find their abode in Hell, -What an evil refuge! Except those who are (really) weak and oppressed- men, women and childrenwho have no means in their power nor (a guide post) to direct their way. For these there is hope that God will forgive: For God doth blot out (sins) and forgive again and again” (iv: 97-99).
Es ist ein unverzeihliches Verbrechen, sich der Ungerechtigkeit zu fügen unter dem Vorwand, auf Erden schwach oder unterdrückt zu sein. Der Koran verwendet diesen Begriff, Selbstunterdrücker oder Sünder gegen die eigene Seele, zur Beschreibung von Menschen, die sich mit einer Stellung zufriedengeben, die weniger ehrenvoll ist als jene, die Gott allen Menschen zu genießen wünscht, und die dazu aufruft, mit aller Kraft für deren Verwirklichung zu arbeiten.
It is an unforgivable crime to submit to injustice on the excuse that one is weak or oppressed on earth. The Qur’an uses this term, self oppressors or sinners against their own souls in describing people who accept a position less than the honorable one which God wants all people to enjoy and calls on them to work with all their might for its achievement.
Der Aufruf zur Auswanderung aus Orten, an denen der Islam verfolgt wurde, wurde aus einem bestimmten Anlass offenbart, denn die Auswanderung ist nicht das einzige Mittel, um gegen Ungerechtigkeit zu kämpfen.
The call for migration from places where Islam was being persecuted was revealed on a specific occasion, for migration is not the only mean, of fighting against injustice.
Es gibt viele andere Wege, sich gegen Ungerechtigkeit zu wehren und für sie zu kämpfen. Was wir hier betonen wollen, ist, dass der Islam es für äußerst verwerflich hält, Ungerechtigkeit geduldig zu ertragen. Selbst denjenigen, die wirklich sehr schwach und unterdrückt sind und weder die Mittel in ihrer Macht noch einen Leitfaden haben, der ihren Weg weist, wurde im obigen Vers nur ein Bittgebet um Vergebung versprochen, nicht eine gewisse ausdrückliche Vergebung, obwohl ihre Entschuldigung klar und ihre Schwäche real ist. Der Vers bedeutet nicht, dass Gott solchen schwachen und unterdrückten Menschen nicht vergeben würde – denn Gott würde Seinen Geschöpfen kein Unrecht antun –, sondern er betont die Tatsache, dass niemand mit auch nur einem Funken Stärke davon absehen sollte, gegen Ungerechtigkeit zu kämpfen.
There are many other ways of resisting and struggling against Injustice. What we want to stress here is that Islam deems it very horrible to bear injustice patiently. Even those who arc really very weak and oppressed and have no means in their power nor a guiding post to direct their way have been in the above verse promised only a prayer for forgiveness, and not a certain express forgiveness, though their excuse is clear and their weakness is real. The verse does not mean that God would not forgive such weak and oppressed people-as God would not do injustice to His creatures-but stresses the fact that no one with even an iota of strength should forbear struggling against injustice.
Was die Muslime betrifft, die wirklich schwach und unterdrückt sind, so werden sie nicht sich selbst überlassen. Es ist die Pflicht und Aufgabe der islamischen Gemeinschaft, für sie zu kämpfen und sie von der Unterdrückung zu befreien:
As for the Muslims who are really weak and oppressed, they would not be left to themselves. It is the obligation and the duty of the Islamic nation to light for their sake and liberate them from oppression:
„Und warum solltet ihr nicht für die Sache Gottes kämpfen und für jene Schwachen, die misshandelt und unterdrückt werden – Männer, Frauen und Kinder, deren Ruf lautet: „Unser Herr! Befreie uns aus dieser Stadt, deren Bewohner Unterdrücker sind“ (4:75)."
“And why should ye not fight in the cause of God and of those who being weak, are ill-treated (and oppressed)-men, Women and children whose cry is "Our Lord! Rescue us from this town, whose people are oppressors" (iv : 75).
Gott ist niemals zufrieden mit denjenigen, die Ungerechtigkeit bereitwillig hinnehmen und sich ihr beugen. Vielmehr sind sie verpflichtet, gegen Ungerechtigkeit anzukämpfen und den Unterdrückten zu helfen, damit Gott mit ihnen zufrieden sein möge.
God is never satisfied with those who willingly accept and succumb to injustice. They are rather required to struggle against injustice and rescue the Oppressed that God may be satisfied with them.
Manche Menschen mögen meinen, dass diese Verse nur auf die Ausübung des Glaubens zutreffen, d. h. wenn Muslime unter Ungläubigen leben, die sie zwingen, Gott zu verleugnen, oder sie daran hindern, ihre islamischen Pflichten als Muslime zu erfüllen.
Some people may think that these verses apply to the practice of faith only i,e. when Muslims live among infidels who force them to disown God or prevent them from performing their Islamic duties as Muslims.
Der Islam macht keinen Unterschied zwischen der Ausübung religiöser Riten und der Verbesserung des sozialen, wirtschaftlichen und politischen Lebens der Menschen, denn alles beruht auf dem Grundbekenntnis des Islam. Dabei spielt es keine Rolle, ob diejenigen, die die Ausübung islamischer Riten und die Errichtung einer islamischen Ordnung verhindern, dem Namen und der Praxis nach Ungläubige sind oder dem Namen nach Muslime, in ihrem praktischen Leben jedoch Ungläubige sind. Der Heilige Qur'an sagt: „Diejenigen, die nicht nach dem urteilen, was Gott herabgesandt hat, das sind die Ungläubigen" (5:44).
Islam does not make any distinction between the performance of religious rites and the improvement of Social, economic and political life of the people as they are all based on the basic creed of Islam. It makes no difference whether those who prevent the performance of Islamic rites and the establishment of Islamic system are infidels in name and practice or are Muslims in name but infidels in their practical life. Says the Holy Qur'an: "Those who do not rule in accordance with what was revealed by God are the unbelievers" (v: 44).
Der Islam schreibt vor, dass Reichtum nicht auf wenige Reiche beschränkt bleiben darf. Er legt außerdem fest, dass der Staat mit allen möglichen Mitteln die Sicherheit der Beschäftigung für seine Bürger gewährleisten soll: entweder indem er ihnen ehrenhafte Arbeitsplätze verschafft oder indem er sie aus der öffentlichen Staatskasse unterstützt, falls sie arbeitsunfähig sind.
Islam prescribes that wealth should not be confined to the few rich people. It also lays down that the state should ensure, by all possible means, security of employment for its subjects: either by providing honorable jobs for them or by Supporting them from the Public Treasury in the event of their incapacity to work.
Darüber hinaus ordnet der Gesandte des Islam an, dass den Regierungsangestellten bestimmte Garantien gewährt werden sollen, die bereits auf den vorangegangenen Seiten beschrieben wurden – Garantien, die auch für diejenigen gelten, die in privaten oder öffentlichen Einrichtungen arbeiten. All dies bildet einen integralen Bestandteil der Religion des Islam. Als wahrer Muslim gilt demnach nicht, wer nicht bereit ist, sich darum zu bemühen, das göttliche Gesetz auf dieser Erde durchzusetzen. Die oben genannten Verse über die willentliche Hinnahme von Unrecht sowie über diejenigen, die gegen ihre eigenen Seelen Unrecht begehen, gelten für all jene, die nicht für die Durchsetzung der politischen, wirtschaftlichen und sozialen Gesetzgebung des Islam kämpfen.
Moreover, the Apostle of Islam orders that certain guarantees that have already been described in the foregoing pages should be accorded to government employees-the guarantees that also apply to those working in private or public establishments, all this forms an integral part of the religion of Islam. It does not as such regard anyone a true Muslim unless he is ready to endeavor to enforce divine law on this earth. The abovementioned verses regarding acceptance of injustice willingly and those who commit injustice towards their own souls apply to those who do not fight for the enforcement of the political, economic and social legislations of Islam.
Nehmen wir an, Menschen würden davon absehen, gegen soziale Ungerechtigkeit anzukämpfen, weil sie die Verse: „Und begehrt nicht das, womit Gott die einen von euch vor den anderen mit Gaben bevorzugt hat", und den Vers: „Und richte deine Augen nicht auf das, was Wir einigen Gruppen von ihnen zu genießen gegeben haben", falsch verstehen. Welche Folgen hätte es, auf den Kampf gegen soziale Ungerechtigkeit zu verzichten?
Let us suppose that people will forbear from struggling against social injustice in compliance with the mistaken understanding of the verses: “And in no wise covet that by which God hath bestowed His gifts more freely on some of you than on others," and the verse: "And strain not thine eyes towards that which We cause some classes among them to enjoy" What would be the outcome of forbearing to fight against social injustice?
Reichtum wird in den Händen einer bestimmten Klasse von Menschen gehortet werden, die ihn unter sich aufteilen und der Mehrheit vorenthalten (so wie es tatsächlich unter dem Feudalismus und dem Kapitalismus geschehen ist). Doch dies ist ein ungeheures Übel; es verletzt Gottes ausdrückliche Anordnung, dass Reichtum nicht auf die Reichen beschränkt sein soll. Eine weitere Folge eines solchen Verzichts, gegen soziale Ungerechtigkeit zu kämpfen, wäre, dass die Wohlhabenden ihren Reichtum zurückhalten oder ihn für sich selbst ausgeben und sich dem Luxus und ausschweifenden Vergnügungen hingeben. Der erstgenannte Zustand ist ein Übel: „Und es gibt jene, die Gold und Silber horten und es nicht auf dem Weg Gottes ausgeben: Verkünde ihnen eine äußerst schmerzhafte Strafe“ (ix: 34). Im letzteren Fall gibt es im Qur'an viele Verse, die Luxus ausdrücklich verbieten und diejenigen, die im Luxus leben, als gottlose Ungläubige bezeichnen:
Wealth will be hoarded up in the hands of a particular class of people sharing it among themselves and depriving of it the majority (just as what actually happened under feudalism and capitalism). But this is a monstrous evil; it violates God's express order that wealth should not be confined to the rich. Another consequence of such a forbearance to fight against social injustice would be that the wealthy people will withhold their wealth or they will spend it on their own selves and indulge in luxury and extravagant pleasures. The former state is an evil one: "And there are those who hoard gold and silver and spend it not in the way of God: announce unto them a most grievous penalty" (ix: 34). In the latter case, there are many verses in the Qur'an which explicitly prohibit luxury and dub those who live in luxury as impious disbelievers:
„Und Wir haben in keine Stadt einen Warner gesandt, ohne dass ihre Wohlhabenden sagten: Wahrlich, wir glauben nicht an das, womit ihr gesandt seid." (xxxiv: 33). „Wenn Wir beschließen, eine Bevölkerung zu vernichten, senden Wir zuvor einen bestimmten Befehl an diejenigen unter ihnen, die im Genuss der guten Dinge dieses Lebens stehen und dennoch frevelhaft handeln; so bewahrheitet sich das Wort gegen sie, und dann vernichten Wir sie gänzlich." (xvii: 16).
"And We sent not unto any township a warner but its pampered ones declared: Lo! We are disbelievers in that which ye bring unto us" (xxxiv: 33). "When We decide to destroy a population, We (first) send a definite order to those among them who are given the good things of this life and yet transgress: So that the Word is proved true against them: then (it is) that We destroy them utterly"(xvii: 16).
„Und die zur Linken – was ist mit den Gefährten der Linken? Im glühenden Wind und im siedenden Wasser und im Schatten schwarzen Rauches, weder kühl noch erfrischend. Siehe, zuvor lebten sie im Wohlstand" (lvi : 41).
"And those on the left hand: what of those on the left hand? In scorching wind and scalding water and in shadow of black smoke, neither cool nor refreshing. Lo! Heretofore they lived in luxury"(lvi : 41).
Nichts als Böses wird daraus entstehen, wenn Menschen davon absehen, gegen soziale Ungerechtigkeit anzukämpfen. Wie kann dem Islam vorgeworfen werden, er rufe dazu auf, das Böse um des Wohlgefallens Gottes willen zu akzeptieren, wo doch Gott selbst sagt: „Verflucht wurden diejenigen von den Kindern Israels, die nicht geglaubt haben, durch die Zunge Davids und Jesu, des Sohnes der Maria. Dies, weil sie ungehorsam waren und in Übertretungen verharrten. Sie untersagten einander nicht das Verwerfliche, das sie taten. Böse war wahrlich, was sie taten." (5:78-79)
Nothing but evil will result from people's forbearing from struggling against social injustice. How can Islam be accused of calling on people to accept evil for the pleasure of God, when God Himself says: "Curses were pronounced on those among the Children of Israel who rejected faith by the tongue of David and of Jesus, the son of Mary: Because they disobeyed and persisted in excesses. Nor did they (usually) forbid one another the iniquities which they committed: evil indeed were the deeds which they did" (v; 81-82).
Gott betrachtet die Duldung von Ungerechtigkeit und Bösem sowie das Stillhalten gegenüber solchem als ein Zeichen des Unglaubens, das Gottes Zorn, Flüche und Strafe nach sich zieht.
God treats acceptance of iniquity and evil and the forbearance of these as a mark of disbelief that brings forth God's wrath, Curses and castigation.
Der Gesandte sagt: „Wer Böses sieht, soll es verhindern“ ﷺ, und er sagt auch: „Der größte Dschihad, das Ringen auf dem Weg Gottes, ist ein Wort der Gerechtigkeit, das vor einem ungerechten Herrscher gesprochen wird.“ ﷺ
The Apostle says, "He who sees evil should prevent it" and he also says: "The greatest (jihad) struggling for the sake of God is a Word of justice said before an unjust ruler".
Die oben genannten Übel können sich in der Gesellschaft niemals ausbreiten und einem Herrscher nicht annehmbar erscheinen, es sei denn, er ist ungerecht; und ein solcher ist um Gottes willen zu bekämpfen und gegen ihn zu kämpfen.
The above-mentioned evils call never Spread ill the society and be acceptable to a ruler unless he is unjust who as such should be resisted and fought against for the sake of God.
Kein Mensch mit gesundem Verstand kann dem Islam vorwerfen, er gebiete den Menschen, vor Ungerechtigkeit zu kriechen oder Entbehrung hinzunehmen. Nur wer voreingenommen gegen ihn ist oder von seinen Begierden und Leidenschaften beherrscht wird, kann es wagen, eine solche Unwahrheit auszusprechen.
No one of sound mind can accuse Islam of enjoining upon people to cringe before injustice or to accept deprivation. Only those who are prejudiced against it or dominated by their lust and passion can dare utter such a falsehood.
Die oben genannten Verse verbieten müßige Wünsche, denen keine produktive Anstrengung folgt. Sie befürworten außerdem die Hinnahme von Umständen, die von keiner Macht auf Erden verändert werden können: weder vom Staat, von der Gesellschaft noch von irgendeinem Volk. Sie sind natürlich und keine künstliche Auswucherung.
The above-mentioned verses prohibit the idle longings which are not accompanied with productive effort. They also advocate acceptance of situations such as cannot be altered by any Power on earth: the state, society or any people. They are natural, not an artificial outgrowth.
Es gibt viele Menschen, die Begabungen besitzen, die ihnen Ruhm und Beliebtheit einbringen können. Andere sehnen sich nach einem ähnlichen Ruhm, besitzen aber nicht die nötigen Talente, um ihn zu erreichen oder zu verdienen. Was kann der Staat tun, um solche müßigen Sehnsüchte zu befriedigen? Kann er verhindern, dass sie in krankhafte Bosheit ausarten? Wird oder kann der Staat für solche Menschen ein Talent "herstellen"?
There are many people who have the talents that may bring them fame and popularity. Others long to have a similar fame but they do not have the necessary talents to achieve or deserve it. What can the state do in order to satisfy such idle longings? Can it prevent them from degenerating into morbid malice? Will or can the state "manufacture" a talent for such people?
Nehmen wir das Beispiel einer schönen Frau, die Aufmerksamkeit und Bewunderung auf sich zieht, und einer anderen, der es weder an Schönheit noch an Anmut fehlt, die aber dennoch sehr schön gelten möchte, um Aufmerksamkeit und Bewunderung auf sich zu ziehen. Was kann der Staat tun, um in diesem Fall Gleichheit herzustellen? Oder nehmen wir den Fall eines verheirateten Paares, das in Glück und Liebe lebt und Kinder zeugt, die für sie zur Quelle des Glücks werden, und ein anderes Paar, das weit davon entfernt ist, ein glückliches Leben voller Liebe zu führen, und keine Kinder hat, die ihm Freude bereiten, trotz aller medizinischen Behandlung. Wie können alle Mächte der Erde versuchen, das auszugleichen, was dem zweiten Paar in dieser Hinsicht fehlt?
Let us take the example of a beautiful woman who captures attention or admiration and still another one who lacks beauty as well as grace but nonetheless desires to be considered very beautiful so as to attract attention and admiration. What can the state do in order to establish equality in this case? Or take the case of a married couple living in happiness and love begetting children who become a source of happiness for them, and another couple that are far from leading a happy life of love with no children to please them despite all medical treatment. How can all the powers on earth try to make up for what the second couple lack in this respect?
Es gibt unzählige Beispiele für solche Fälle im Leben. Weder wirtschaftliche Lösungen noch irgendein Plan sozialer Gerechtigkeit können etwas dagegen ausrichten. Die einzige Lösung in solchen Fällen ist die Annahme und Zufriedenheit mit den Bestimmungen Gottes, die den Menschen nach anderen Maßstäben als den irdischen zuteilwerden und die diese weltliche Entbehrung mit der himmlischen Glückseligkeit vergelten.
There are innumerable examples of such cases in life. Neither economic solutions nor any scheme of social justice can do anything about it. The only solution in such cases is the acceptance and contentment with God's provisions that are given out to people in accordance with measures other than the earthly ones, and which recompense this worldly deprivation with the heavenly bliss.
Wer kann selbst unter sozialen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten behaupten, dass absolute Gleichheit auf dieser Erde erreichbar ist? Gibt es auch nur ein einziges Land auf der Welt, in dem alle Löhne und alle Posten gleich sind?
Even from the social and economic points of view, who can say that absolute equality is attainable on this earth? Is there a single country in the world where all wages and all posts are equal?
Nehmen wir das Leben in der Sowjetunion, dem Land, das behauptet, absolute Gleichheit hergestellt zu haben. Angenommen, es gibt einen ehrgeizigen Arbeiter, der sich danach sehnt, Ingenieur zu werden, dessen geistige Fähigkeiten ihn jedoch nicht dazu befähigen, trotz aller fairen Chancen, die ihm gegeben werden. Wie kann der Staat ihm helfen, seinen Wunsch zu verwirklichen?
Take for instance life in the Soviet Union, the country that claims to have established absolute equality. Supposing that there is an ambitious workman who longs to become an engineer but his mental ability does not qualify him to become one despite all fair opportunities that are given to him. How can the state help him realize his wish?
Ähnlich könnte es einen anderen Arbeiter geben, der nicht die körperliche Fähigkeit besitzt, eine freiwillige Schicht zu übernehmen, für die man zusätzlichen Lohn erhalten kann, der aber dennoch den zusätzlichen Lohn begehrt, den nur der stärkere Arbeiter verdienen kann. Was kann der Staat in seinem Fall tun? Wie können solche Menschen ein Leben voller ständiger Sorgen, unablässiger Sehnsucht und krankhafter Missgunst genießen? Wie können solche Menschen ihre Arbeitspflichten ordnungsgemäß erfüllen, ohne nach größerer Macht Ausschau zu halten und dort überhöhte Gehälter zu erwarten? Ist es besser, dieses Übel von außen mit Feuer und Schwert zu heilen, oder es freiwillig und aus eigener Initiative von innen zu beheben?
Similarly, there might be another worker who does not have the physical ability to take up a voluntary work-shift for which he can get extra wages, but still he desires to get the extra wages which only the stronger workman can earn. What can the state do in his case? How can such people enjoy a life full of constant worrying, incessant longing and morbid malice? How can such people properly perform the duties of their work without looking up for greater power and expecting swollen salaries there from. Is it better to cure this malady with fire and sword from without or to remedy it willingly and with one's own initiative from within?
Kurz gesagt besteht die Botschaft des Islam darin, sich aktiv für die Verwirklichung erlaubter Wünsche einzusetzen und das, was nicht verändert werden kann, bereitwillig anzunehmen. Wo jedoch Ungerechtigkeit herrscht, die verhindert werden kann, wird Gott an solchen Menschen keinen Gefallen finden, es sei denn, sie lehnen sich dagegen auf und beseitigen diese Ungerechtigkeit: „Dem, der auf dem Weg Gottes kämpft, sei er getötet oder siegreich, werden Wir bald einen großen Lohn geben" (4:74).
In short, the message of Islam is to work actively for the realization of lawful desires and to accept willingly that which cannot be altered. But where there is injustice that can be prevented, God will not be pleased with such people unless they rebel against it and do away with such injustice: "To him who fighteth in the cause of God whether he is slain or gets victory-soon shall We give a reward of great (value)" (iv : 74).
Sollte es auf der Welt irgendeine Religion geben, die als Opium des Volkes bezeichnet werden kann, so ist der Islam sicherlich nicht diese Religion, denn er lehnt jede Form von Ungerechtigkeit ab und droht denjenigen, die sie annehmen, mit der schwersten Strafe.
Should there be in the world any religion that can be termed as an opium of the people, surely Islam is not that religion, as it disowns all forms of injustice and threatens those who accept it with the most grievous chastisement.