Göttliche Präzision – Das gestaltete Universum
Divine Precision – The Designed Universe
Stell dir vor, du wachst eines Morgens auf und gehst in die Küche, um dein Frühstück zuzubereiten. Als du dich dem Küchentisch näherst, findest du zwei Scheiben Toast, die über und über mit deinem Lieblings-Schokoaufstrich bestrichen sind. Doch der Aufstrich wurde so angeordnet, dass er die Worte „I love you“ bildet. Du bist überrascht, aber warum? Glaubst du, dass sich die Brotscheiben irgendwie selbst getoastet haben und der Schokoaufstrich sich von allein so angeordnet hat – alles nur durch Zufall? Oder nimmst du an, dass dein geliebter Mensch beschlossen hat, etwas früher aufzustehen und den Toast im Voraus zuzubereiten? Jeder vernünftige Mensch auf diesem Planeten wird leugnen, dass es ohne jede Absicht oder Ursache geschehen ist; der blinde Zufall reicht als Erklärung nicht aus.
Imagine you woke up one morning and walked to the kitchen to prepare your breakfast. As you approached the kitchen table, you found two pieces of toast with your favourite chocolate spread all over them. However, the spread has been arranged into the words ‘I love you’. You are surprised, but why? Do you think that the pieces of bread somehow managed to toast themselves, and the chocolate spread was able to arrange itself in such a way—all by chance? Or do you assume that your loved one decided to wake up a little early and prepare the toast in advance? Every rational human being on this planet will deny that it happened without any intention or cause; blind chance does not suffice as an explanation.
Das Universum ist keine Ausnahme. Es besitzt eine geordnete und präzise kosmische Architektur, die auf einen zielgerichteten Entwurf hinweist. Das Universum verfügt über den richtigen Satz von Naturgesetzen, um die Existenz von Leben zu ermöglichen, und es ist auf eine bestimmte Weise geordnet, damit der Mensch gedeihen kann. Wären die Gesetze anders oder enthielte das Universum keine lebensfreundliche Anordnung von Sternen, Planeten und anderen physischen Dingen unterschiedlicher Größe, würdest du dieses Buch nicht lesen. Tatsächlich gäbe es überhaupt kein menschliches Leben. Betrachte eine andere Analogie.245 Stell dir vor, du bist Astronaut bei der NASA. Das Jahr ist 2070, und du wirst der erste Mensch sein, der einen erdähnlichen Planeten in einer anderen Galaxie besucht. Deine Aufgabe ist es, nach Leben zu suchen. Du landest schließlich, und als du aus deinem Raumschiff steigst, siehst du nichts als Felsen. Doch als du weiterziehst, findest du schließlich etwas, das wie ein riesiges Gewächshaus aussieht. Darin siehst du menschenähnliche Wesen, die umhergehen, essen, spielen, arbeiten und ein normales, produktives Leben führen. Du bemerkst auch Pflanzen, Bäume und andere Vegetation. Als du dich dem Bauwerk näherst, empfangen dich freundliche Botschafter und laden dich ein, einzutreten. Bei eurem ersten Treffen mit diesen freundlichen „Außerirdischen“ erzählen sie dir, dass das Bauwerk die richtigen Sauerstoffwerte aufweist. Außerdem verfügt es über ausreichende Mengen an Wasser und chemischen Verbindungen, um die Produktion von Nahrung und lebenserhaltender Vegetation zu ermöglichen. Erstaunt über das, was du hörst, fragst du sie, wie sie ein voll funktionsfähiges ökologisches System geschaffen haben, das Leben erhält. Einer der Botschafter antwortet: „Es geschah durch Zufall.“
The universe is no different. It has an orderly and precise cosmic architecture that points towards purposeful design. The universe has the right set of laws to permit the existence of life, and it is ordered in a particular way to allow humans to flourish. If the laws were different or the universe did not contain a life-sensitive arrangement of stars, planets, and other physical things of varying sizes, you would not be here reading this book. In fact, there would be no human life at all. Consider another analogy.245 Imagine you are an astronaut working for NASA. The year is 2070, and you will be the first human being to visit an Earth-like planet in another galaxy. Your mission is to search for life. You finally land, and as you get out of your spaceship, you see nothing but rocks. However, as you continue your travels you eventually find something that looks like a huge greenhouse. Inside, you can see human-like creatures walking around, eating, playing, working and living normal productive lives. You also notice plants, trees, and other vegetation. As you approach the structure, friendly ambassadors receive you and invite you in. During your initial meeting with these friendly ‘aliens’, they tell you that the structure has the right levels of oxygen. It also has adequate amounts of water and chemical compounds to facilitate the production of food and life-supporting vegetation. Amazed by what you hear, you ask them how they managed to create a fully functioning ecological system that sustains life. One of the ambassadors responds, “It happened by chance”.
Sofort beginnt dein Verstand, die Tragweite einer so absurden Aussage zu erfassen. Die einzig mögliche Erklärung für diese Struktur ist, dass sie von einem intelligenten Wesen geschaffen wurde und nicht durch irgendeinen zufälligen physikalischen Prozess entstanden ist. Während diese Gedanken dir durch den Kopf gehen, unterbricht ein anderer Gesandter und sagt: „Er macht doch nur Spaß.“ Alle lachen.
Immediately your mind starts to comprehend the implications of such a ludicrous statement. The only possible explanation for the structure is that it was designed by an intelligent being, not some random physical process. As these thoughts run through your mind, another ambassador interrupts and says, “He is only joking.” Everybody laughs.
Wenn eine kleine ökologische Struktur auf einem felsigen Planeten den Schluss nahelegt, dass sie gestaltet worden sein muss, dann stell dir vor, was wir über das gesamte Universum schlussfolgern sollten. Das Universum und alles darin gehorcht physikalischen Gesetzen. Wären diese Gesetze anders, gäbe es kein komplexes bewusstes Leben. Das Universum enthält Milliarden von Sternen und Galaxien. Unter den unzähligen Galaxien gibt es unzählige Planeten. Einer dieser Planeten ist unsere Heimat, die Erde. Unser Planet beherbergt Billionen bewusster Lebewesen. Stell dir die Schlussfolgerung vor, die wir ziehen müssen, wenn der Grund für die Existenz dieser bewussten Wesen in einer empfindlichen Anordnung der Himmelskörper und der physikalischen Gesetze liegt. Die unausweichliche Schlussfolgerung ist schlicht und dennoch tiefgreifend: Dies war kein Ergebnis des Zufalls.
If a small ecological structure on a rocky planet evokes the conclusion that it must have been designed, then imagine what we should conclude about the whole universe. The universe and everything within it obeys physical laws. If these laws were different there would be no complex conscious life. The universe contains billions of stars and galaxies. Among the countless galaxies occur innumerable planets. One of these planets is our home, Earth. Our planet contains trillions of conscious creatures. Imagine the conclusion we must reach if the reason these conscious beings exist is due to a sensitive arrangement of celestial bodies and physical laws. The inevitable conclusion is simple, yet profound: this was not a result of chance.
Die islamische Grundlage.
The Islamic basis.
Dieses Argument hat eine islamische Grundlage. Der Koran verweist auf Himmelskörper, den Wechsel von Nacht und Tag, Pflanzen, Tiere und andere physische Phänomene. Gott hat all diese Dinge mit göttlicher Präzision erschaffen: „Die Sonne und der Mond [bewegen sich] nach genauer Berechnung. Und die Sterne und Bäume werfen sich nieder. Und den Himmel hat Er erhöht und die Waage gesetzt.“246
This argument has an Islamic foundation. The Qur’an refers to celestial objects, the alternation of night and day, vegetation, animals and other physical phenomena. God created all of these things with a Divine precision: “The sun and the moon [move] by precise calculation. And the stars and trees prostrate. And the heaven He raised and imposed the meezaan.”246
Das arabische Wort „mīzān“ hat mehrere Bedeutungen. Dazu gehören Gleichgewicht und göttliche Präzision. Dieses Wort weist darauf hin, dass der Kosmos mit Präzision, Ausgewogenheit und Harmonie erschaffen wurde. Viele andere Stellen im Qur'an deuten auf diese kosmische Präzision, Ordnung und Harmonie im Universum hin:
The Arabic word meezan has a few meanings. These include balance and Divine precision. This word indicates that the cosmos was created with precision, balance and harmony. Many other references in the Qur’an indicate this cosmic precision, order and harmony in the universe:
„Wahrlich, in der Erschaffung der Himmel und der Erde und im Wechsel von Nacht und Tag sind Zeichen für diejenigen, die Verstand besitzen.“247
“Indeed, in the creation of the heavens and the Earth and the alternation of the night and the day are signs for those of understanding.”247
„Und Er hat für euch die Nacht und den Tag sowie die Sonne und den Mond dienstbar gemacht, und die Sterne sind durch Seinen Befehl dienstbar gemacht. Gewiss, darin sind Zeichen für ein Volk, das nachdenkt.“248
“And He has subjected for you the night and day and the sun and moon, and the stars are subjected by His command. Indeed, in that are signs for a people who reason.”248
Die islamische Gelehrsamkeit hat sich auf die Gestaltung des Kosmos berufen, um die Notwendigkeit eines Schöpfers und Bildners aufzuzeigen. Sie hat dies sogar in öffentlichen Debatten eingesetzt. So schreibt Al-Ghazali: „Wie kann selbst der geringste Verstand, wenn er auch nur ein wenig über die Wunder dieser Erde und des Himmels nachdenkt, über die kunstvolle Gestaltung der Pflanzen und Tiere, blind dafür bleiben, dass diese wunderbare Welt mit ihrer festgefügten Ordnung einen Schöpfer haben muss, der sie entwirft, bestimmt und lenkt?“249
Islamic scholarship has referred to the design of the cosmos to evoke the need for a designer and maker. They have even used it in public debates. For example, Al-Ghazali writes: “How can even the lowest mind, if he reflects at all the marvels of this earth and sky, the brilliant fashioning of plants and animals, remain blind to the fact that this wonderful world with its settled order must have a maker to design, determine and direct it?”249.
Abu Hanifa, einer der großen Gelehrten des Islam, führte einst eine Diskussion mit einem Atheisten. Überliefert ist, dass der Gelehrte dabei erfolgreich eine Variante des Arguments aus dem Design anwandte:
Abu Hanifa, one of the great scholars of Islam, once engaged in a discussion with an atheist. It was reported that the scholar successfully used a variant of the argument from design:
„‚Bevor wir in eine Diskussion über diese Frage eintreten, sagt mir, was ihr von einem Boot auf dem Euphrat haltet, das ans Ufer fährt, sich selbst mit Nahrung und anderen Dingen belädt, dann zurückkehrt, vor Anker geht und sich ganz von allein entlädt, ohne dass jemand es steuert oder lenkt?‘ Sie sagten: ‚Das ist unmöglich; so etwas könnte niemals geschehen.‘ Darauf sagte er zu ihnen: ‚Wenn es schon bei einem Schiff unmöglich ist, wie soll dann diese ganze Welt mit all ihrer Weite sich von selbst bewegen können?‘“250
“‘Before we enter into a discussion on this question, tell me what you think of a boat in the Euphrates which goes to shore, loads itself with food and other things, then returns, anchors and unloads all by itself without anyone sailing or controlling it?’ They said, ‘That is impossible; it could never happen.’ Thereupon he said to them, ‘If it is impossible with respect to a ship, how is it possible for this whole world, with all its vastness, to move by itself?’”250
Diese Koranverse und islamischen Gelehrtenschriften decken sich mit den Entdeckungen der Physik im vergangenen Jahrzehnt, die gezeigt haben, dass das Universum physikalische Gesetze besitzt, die offenbar genau auf das Leben abgestimmt sind, und dass das Universum eine bestimmte Ordnung aufweist, die die Existenz des Menschen begünstigt. Diese Präzision wird von vielen Physikern, Theologen und Philosophen auch als „Feinabstimmung“ bezeichnet.
These Qur’anic verses and Islamic scholarship echo the discoveries in physics in the past decade, which have shown that the universe has physical laws that seem to be precisely set for life, and that the universe has a particular order that facilitates human existence. This precision has also been referred to as ‘fine-tuning’ by many physicists, theologians and philosophers.
Feinabstimmung.
Fine-tuning.
Die Feinabstimmung des Universums besteht aus verschiedenen Aspekten. Erstens: Gäbe es die Naturgesetze des Universums nicht, wäre Leben, insbesondere komplexes bewusstes Leben, nicht möglich. Zweitens zeigt das Universum eine faszinierende Ordnung; die Art und Weise, wie Himmelskörper und andere physikalische Objekte angeordnet sind, ermöglicht das Leben auf der Erde. Alle Daten, die mit diesen verschiedenen Aspekten der Feinabstimmung verbunden sind, liefern ein starkes kumulatives Argument dafür, dass das Universum so gestaltet wurde, dass es komplexes, empfindungsfähiges Leben beherbergen kann.
The fine-tuning of the universe consists of various aspects. Firstly, if the laws of the universe were to not exist, life, especially complex conscious life, would not be possible. Secondly, the universe displays a fascinating order; the way celestial and other physical objects have been arranged facilitates life on Earth. All of the data associated with these different aspects of fine-tuning provide a strong cumulative case for the universe being designed to harbour complex, sentient life.
Physikalische Gesetze
Physical laws.
Es muss genau die richtige Abfolge von Gesetzen gegeben haben, damit Leben existieren kann. Wären diese Gesetze auch nur geringfügig verändert worden, wäre das Ergebnis ein Universum ohne komplexes Leben.
There must have been exactly the right set of laws for life to exist. If these laws were even slightly changed, the result would be a universe without complex life:
• Das Gesetz der Schwerkraft: Die Schwerkraft ist die Anziehungskraft zwischen zwei Massen. Ohne Schwerkraft gäbe es keine Kraft, die Dinge zusammenballt. Folglich gäbe es keine Sterne (und keine Planeten). Ohne Sterne gäbe es keine verlässliche Energiequelle, die das Leben ermöglicht.251 Das Universum wäre ein dunkles, leeres Vakuum.
• The law of gravity: Gravity is the force of attraction between two masses. Without gravity, there would be no force to aggregate things. Therefore, there would be no stars (and no planets). Without any stars, there would not be any sustainable source of energy to facilitate life.251 The universe would be a dark, empty vacuum.
• Die elektromagnetische Kraft: Diese einzigartige Kraft wirkt auf alles im Universum. Die elektromagnetische Kraft ist dafür verantwortlich, dass Dinge Stärke, Form und Härte besitzen. Ohne sie gäbe es keine Atome, denn nichts würde die Elektronen auf ihren Bahnen halten. Gäbe es keine Atome, könnte es kein Leben geben. Die elektromagnetische Kraft bewirkt außerdem chemische Bindungen, indem sie Ladungen anzieht. Ohne jegliche chemische Bindung könnte kein Leben existieren.252.
• The electromagnetic force: This unique force affects everything within the universe. The electromagnetic force is responsible for giving things strength, shape and hardness. Without it, atoms would not exist, because nothing would keep the electrons in orbit. If there were no atoms, there could not be any life. The electromagnetic force also causes chemical bonding by attracting charges. In absence of any chemical bonding, life could not exist.252.
Ein interessanter Aspekt der elektromagnetischen Kraft ist, dass sie eine einheitliche Stärke besitzt und dennoch eine Reihe von Anforderungen erfüllt. In seinem Buch „Infinite Minds: A Philosophical Cosmology“ schreibt Professor John Leslie:
An interesting aspect of the electromagnetic force is that it has one-force strength, yet it satisfies a range of requirements. In his book, Infinite Minds: A Philosophical Cosmology, Professor John Leslie writes:
„Der Elektromagnetismus besitzt eine Stärke von genau einem Kraftwert, die mehrere zentrale Prozesse ermöglicht: Sie erlaubt es Sternen, über Milliarden von Jahren stetig zu brennen; sie ermöglicht die Kohlenstoffsynthese in Sternen; sie sorgt dafür, dass Leptonen die Quarks nicht ersetzen, was Atome unmöglich gemacht hätte; und sie ist dafür verantwortlich, dass Protonen nicht zu schnell zerfallen oder sich nicht zu stark abstoßen, was die Chemie unmöglich gemacht hätte. Wie ist es möglich, dass ein und dieselbe Kraftstärke so viele verschiedene Anforderungen erfüllt, obwohl es scheint, dass für jeden dieser Prozesse unterschiedliche Stärken erforderlich wären?“253.
“Electromagnetism has one-force strength, which enables multiple key processes to take place: it allows stars to burn steadily for billions of years; it enables carbon synthesis in stars; it ensures that leptons do not replace quarks, which would have made atoms impossible; it is responsible for protons not decaying too fast or repelling each other too strongly, which would have made chemistry impossible. How is it possible for the same one-force strength to satisfy so many different requirements, when it seems that different strengths would be required for each of these processes?”253.
Vielleicht ist eine befriedigende Antwort auf Leslies Frage, dass genau diese Kraft so fein abgestimmt ist, dass sie all diese Anforderungen erfüllt.
Maybe a satisfactory answer to Leslie’s question is that this force is precisely calibrated to satisfy all of these requirements.
• Die starke Kernkraft: Da der Atomkern aus positiv geladenen Protonen besteht, müsste er eigentlich auseinanderfliegen, denn gleiche Ladungen stoßen sich ab. Dass der Kern dennoch zusammenhält, liegt an der starken Kernkraft. Würde diese verändert, „bestünde das Universum mit großer Wahrscheinlichkeit aus einem riesigen Schwarzen Loch“.254.
• The strong nuclear force: Since the nucleus is made up of positively charged protons, it should just fly apart, because charges repel each other. However, the nucleus remains intact because of the strong nuclear force. If this were changed, “the universe would most likely consist of a giant black hole.”254.
• Die schwache Kernkraft: Die schwache Kernkraft ist stärker als die Gravitationskraft, wirkt aber nur über extrem kleine Distanzen. Sie ist für die Energieversorgung der Sterne und für die Bildung der Elemente verantwortlich. Außerdem ist sie für den radioaktiven Zerfall zuständig. Ohne diese Kraft könnte die Sonne nicht brennen, denn sie spielt eine wichtige Rolle bei der Kernfusion. Wäre diese Kraft geringfügig stärker oder schwächer, würden sich keine Sterne bilden. Angesichts der obigen Beispiele für die Feinabstimmung der physikalischen Gesetze würde sich jeder vernünftige Mensch ernsthafte Fragen stellen: Woher stammen diese Naturgesetze? Warum beobachten wir gerade diese Gesetze und nicht eine andere Gesetzmäßigkeit? Wie treiben diese Gesetze nicht bewusste, nicht rationale, blinde und zufällige physikalische Prozesse dazu an, menschliches Leben zu ermöglichen? Es ist ein Zeichen eines vernünftigen Geistes, zu dem Schluss zu kommen, dass ein Gesetzgeber, ein „großer“ Mathematiker oder ein kosmischer „Geist“ diese Gesetze erschaffen hat, um bewusstes Leben zu ermöglichen.
• The weak nuclear force: The weak nuclear force is stronger than the force of gravity, but its strength is only effectual at extremely small distances. It is responsible for fuelling stars and the formation of elements. It is also responsible for radioactive decay. The sun would not be able to burn without this force, as it plays an important role in nuclear fusion. If this force were slightly stronger or weaker, stars would not form. In light of the above examples of the fine-tuning of physical laws, any rational person would ask some serious questions: Where did these laws of physics come from? Why do we observe these laws rather than a different set? How do these laws drive non-conscious, non-rational, blind and random physical processes to facilitate human life? It is a sign of a rational mind to conclude that a lawmaker, a ‘grand’ mathematician, or cosmic ‘mind’ created these laws to facilitate conscious life.
Kosmische Ordnung.
Cosmic order.
Die geordnete Erscheinung, die wir im Universum beobachten, und seine himmlische Harmonie haben nicht nur beim durchschnittlichen Denker Ehrfurcht hervorgerufen, sondern auch die größten Geister in ihren Bann gezogen. Albert Einstein sagte einmal:
The orderly display we observe in the universe, and its celestial harmony, has not only evoked awe in the average thinker, but also mesmerised the greatest minds. Albert Einstein once said:
„Ich bin kein Atheist, und ich glaube nicht, dass ich mich einen Pantheisten nennen kann. Wir befinden uns in der Lage eines kleinen Kindes, das eine riesige Bibliothek betritt, gefüllt mit Büchern in vielen Sprachen. Das Kind weiß, dass jemand diese Bücher geschrieben haben muss. Es weiß nicht, wie. Es versteht die Sprachen nicht, in denen sie geschrieben sind. Das Kind ahnt dunkel eine geheimnisvolle Ordnung in der Anordnung der Bücher, doch es weiß nicht, worin sie besteht. So, scheint mir, verhält es sich mit der Haltung selbst des klügsten Menschen gegenüber Gott. Wir sehen das Universum wunderbar geordnet und certain Gesetzen gehorchend, doch diese Gesetze verstehen wir nur dunkel. Unser begrenzter Verstand erfasst die geheimnisvolle Kraft, die die Sternbilder bewegt.“255.
“I’m not an atheist, and I do not think I can call myself a pantheist. We are in the position of a little child entering a huge library filled with books in many languages. The child knows someone must have written those books. It does not know how. It does not understand the languages in which they are written. The child dimly suspects a mysterious order in the arrangement of the books but does not know what it is. That, it seems to me, is the attitude of even the most intelligent human being toward God. We see the universe marvellously arranged and obeying certain laws but only dimly understand these laws. Our limited minds grasp the mysterious force that moves the constellations.”255.
Sogar der bekennende Atheist Richard Dawkins hat sich zur Ordnung im Universum geäußert. Obwohl er die Design-Hypothese verwirft und eine eigene naturalistische Erklärung anbietet, hebt er dennoch das hervor, was einen Einstein faszinierte.
Even the outspoken atheist Richard Dawkins has commented on the order in the universe. Although he dismisses the design hypothesis and provides his own naturalistic explanation, he still highlights what mesmerised the likes of Einstein:
„Aber was ich beim Schreiben sehe, ist, dass ich ein Glückspilz bin, am Leben zu sein, und du ebenso. Wir leben auf einem Planeten, der für unsere Art des Lebens nahezu vollkommen ist: nicht zu warm und nicht zu kalt, von freundlichem Sonnenlicht beschienen, sanft bewässert; ein sich sacht drehendes, grün-goldenes Erntefest von einem Planeten … Welche Chancen hat ein zufällig ausgewählter Planet, diese gefügigen Eigenschaften zu besitzen?“256.
“But what I see as I write is that I am lucky to be alive and so are you. We live on a planet that is all but perfect for our kind of life: not too warm and not too cold, basking in kindly sunshine, softly watered; a gently spinning, green and gold harvest festival of a planet… what are the odds that a planet picked at random would have these complaisant properties?”256.
Das Universum ist in der Tat „wunderbar angeordnet“ und zeigt eine komplizierte Ordnung. Würde diese Ordnung anders sein, wäre es höchst unwahrscheinlich, dass menschliches Leben gedeihen könnte. Hier sind einige ausgewählte Beispiele zum Nachdenken:
The universe is indeed “marvellously arranged” and it displays intricate order. If this order were different, it would be highly unlikely that human life could flourish. Here are some selected examples to reflect upon:
• Die Position unseres Planeten: Eines der lebenserhaltenden Merkmale unseres Planeten ist sein Abstand zur Sonne. Die Erde befindet sich in einer Zone, die als bewohnbare Zone bekannt ist. Diese Zone wird definiert als die „Region, in der die Erwärmung durch den Zentralstern eine Oberflächentemperatur des Planeten bewirkt, bei der ein Wasserozean weder gefriert noch den Siedepunkt überschreitet.“257 Wäre unser Planet etwas näher an der Sonne, wäre er zu heiß, um Leben zu beherbergen. Wäre er weiter entfernt, wäre er zu kalt, um komplexes Leben, wie unser eigenes, zu ermöglichen.
• The position of our planet: One of the life-supporting features of our planet is its distance from the Sun. Earth is located in an area known as the habitable zone. This zone is defined as the “region where heating from the central star provides a planetary surface temperature at which a water ocean neither freezes over nor exceeds boiling point.”257 If our planet were slightly closer to the Sun, it would be too hot to host life. If it were farther away, it would be too cold to facilitate complex life, such as our own.
• Die Anziehungskraft Jupiters: Das Fehlen des Gasriesen Jupiter in unserem Sonnensystem hätte gravierende Folgen für das Leben. Der Professor für Geowissenschaften Peter Ward vertritt die Ansicht: „Ohne Jupiter besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass es heute auf der Erde kein tierisches Leben gäbe.“258 Jupiter wirkt als kosmischer Schutzschild; er verhindert, dass Kometen und Asteroiden unseren Planeten treffen, weil seine Anziehungskraft Asteroiden gleichsam „aufsaugt“. Ohne unseren freundlichen Gasriesen wäre die Entwicklung höheren Lebens womöglich nicht möglich gewesen. Rebecca Martin, NASA-Sagan-Stipendiatin, die den Einfluss Jupiters untersucht hat, erklärt: „Unsere Studie zeigt, dass nur ein winziger Bruchteil der bisher beobachteten Planetensysteme Riesenplaneten an der richtigen Stelle zu haben scheint, um einen Asteroidengürtel passender Größe zu erzeugen, der die Möglichkeit für Leben auf einem nahen felsigen Planeten bietet … Unsere Studie legt nahe, dass unser Sonnensystem womöglich ziemlich besonders ist.“259
• Jupiter’s gravitational pull: The absence of the gas giant Jupiter in our solar system would have severe implications for life. Professor of Geological Sciences Peter Ward maintains, “Without Jupiter, there is a strong likelihood that animal life would not exist on Earth today.”258 Jupiter acts as a cosmic shield; it prevents comets and asteroids from bombarding our planet because its gravitational pull ‘sucks’ up asteroids. Without our friendly gas giant, the development of advanced life might not have been possible Rebecca Martin, a NASA Sagan Fellow who studied the influence of Jupiter, states, “Our study shows that only a tiny fraction of planetary systems observed to date seem to have giant planets in the right location to produce an asteroid belt of the appropriate size, offering the potential for life on a nearby rocky planet… Our study suggests that our solar system may be rather special.”259
Ohne die Anwesenheit des Jupiters wäre das Leben auf unserem Planeten aufgrund der großen Zahl an Einschlägen von Asteroiden und Kometen kaum aufrechtzuerhalten gewesen.260 261.
Without the presence of Jupiter, life on our planet would have been extremely difficult to sustain, due to the large number of collisions by asteroids and comets.260 261.
• Mondgezeiten: Die relativ große Masse des Erdmondes ist aufgrund seiner Anziehungskraft für die Gezeiten verantwortlich. Nach der Entstehung des Mondes war er der Erde näher als heute, doch diese Nähe war nur von kurzer Dauer. Wäre der Mond nicht (aufgrund des Drehimpulses) von der Erde weggewandert, hätte dies ernsthafte Auswirkungen auf unseren Planeten gehabt. Dazu gehörte unter anderem die Erwärmung der Erdoberfläche, was die Entstehung komplexen Lebens verhindert hätte.
• Lunar tides: The relatively large size of Earth’s moon is responsible for tides, due to its gravitational pull. After the Moon’s formation, it was closer to the Earth than it is now, but this proximity was short-lived. If the Moon had not receded (due to angular momentum), there would have been serious effects on our planet. These include heating the Earth’s surface, which would have prevented complex life from emerging.
Professor Ward erklärt, dass ein näherer Mond die Erdkruste verformt und durch Reibung Wärme erzeugt hätte, wodurch die Oberfläche möglicherweise geschmolzen wäre: „Die Gezeiten der Ozeane (und die Gezeiten an Land) eines nahen Mondes wären enorm gewesen, und die Verformung der Erdkruste zusammen mit der Reibungswärme hat die felsige Oberfläche womöglich tatsächlich geschmolzen.“262.
Professor Ward explains that a closer Moon would have flexed the Earth’s crust and produced frictional heating, possibly melting its surface: “The ocean tides (and land tides) from a nearby Moon would have been enormous, and the flexing of the Earth’s crust, along with the frictional heating, may have actually melted the rocky surface.”262.
• Stabilisierung der Neigung der Erdrotationsachse: Auch der Mond war für die Stabilisierung der Neigung der Erdachse verantwortlich. Professor Ward erklärt, dass selbst obwohl „die Richtung der Neigung über Zeiträume von zehntausenden Jahren variiert, während der Planet taumelt, ähnlich der Präzession eines sich drehenden Kreisels, bleibt der Neigungswinkel relativ zur Bahnebene nahezu konstant.“263.
• Stabilizing the tilt of the Earth’s spin axis: The Moon has also been responsible for stabilizing the tilt of the Earth’s axis. Professor Ward explains that even though “the direction of the tilt varies over periods of tens of thousands of years as the planet wobbles, much like precession of a spinning top, the angle of the tilt relative to the orbit plane remains almost fixed.”263.
Dieser Winkel ist seit Hunderten von Millionen Jahren aufgrund der Gravitationskraft des Mondes stabil geblieben. Wäre der Mond kleiner oder befände er sich an einer anderen Position im Verhältnis zur Sonne und zu Jupiter, würde er keine „langfristige Stabilität der Temperatur der Erde“ gewährleisten.
This angle has held steady for hundreds of millions of years due to the gravitational pull of the moon. If the moon were smaller, or had a different location in relation to the Sun and Jupiter, it would not provide “long-term stability of the Earth’s temperature”.
264 Wenn die Erde also keinen Mond hätte, wäre das Klima unseres Planeten dynamisch, heftig und ständig wechselnd. Es hätten sich nur kleine Organismen entwickelt, und komplexes Leben wäre nicht möglich. In Anbetracht des Obigen: Was erklärt die Gesetze der Physik und die geordnete Anordnung unseres Sonnensystems am besten? Es gibt einige Möglichkeiten:
264 Therefore, if the Earth did not have a moon, the climate of our planet would be dynamic, severe and ever changing. Only small organisms would have emerged, and complex life would not be possible. In light of the above, what best explains the laws of physics and the orderly display of our solar system? There are a few options:
Zufall, physikalische Notwendigkeit, das Multiversum oder Design.
chance, physical necessity, the multiverse or design.
Chance.
Chance.
Dass diese Feinabstimmung durch Zufall entstanden sein soll, deutet darauf hin, dass die Gesetze der Physik und die Anordnung unseres Sonnensystems ohne Absicht und Zweck zustande kamen. Sie seien das Ergebnis zufälliger, willkürlicher und planloser Ursachen. Diese Behauptung ist unvernünftig. Betrachte dieses Gemälde von Bruce Lee.265
For this fine-tuning to have arisen by chance indicates that the laws of physics and the display of our solar system occurred without any intention or purpose. They were a result of accidental, random and haphazard causes. This is an irrational assertion. Consider this painting of Bruce Lee265
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Wenn ich Ihnen sagte, es sei das Ergebnis des Zufalls – dass etwas Tinte auf die Leinwand gefallen sei und so dieses Bild entstanden sei –, würden Sie diese Vorstellung sofort verwerfen. Das liegt daran, dass Ihre Erfahrungen und Ihr Hintergrundwissen Ihnen sagen, dass es unmöglich ist. Ebenso würden Sie mich für verblendet halten, wenn ich behauptete, die Freiheitsstatue sei das Ergebnis blinden Zufalls.
If I told you that it was a result of chance—that some ink fell on the canvas and produced this picture—you would dismiss the idea immediately. That’s because your experiences and background information tell you it is impossible. Similarly, if I argued that the Statue of Liberty was a result of blind chance, you would think I was deluded.
Die Zufallshypothese ist nicht nur irrational, sie ist auch diskursfeindlich. Damit meine ich: Würde jemand Zufall als Erklärung behaupten, käme das jeder beliebigen irrationalen Behauptung gleich. Ich könnte zum Beispiel einem Atheisten sagen, ich glaube, meine Mutter sei in Wirklichkeit nicht die Frau, die ich meine Mutter nenne, sondern ein großer rosa Elefant, der auf dem Pluto geboren wurde und auf einer riesigen Feder hierhergeflogen ist. Mein atheistischer Freund würde mich für verrückt erklären, doch ich würde antworten: „Es besteht trotzdem eine Chance.“ Wer die Zufallshypothese übernimmt, macht alle Behauptungen möglich, und die Rolle der Vernunft in unseren wissenschaftlichen und alltäglichen Diskussionen wäre überflüssig. Ich könnte behaupten, der Islam sei wahr, weil es eine Chance gebe, dass er wahr ist, und ich wäre epistemisch berechtigt, eine solche Aussage zu machen, denn sobald jemand die Zufallshypothese als Argument übernimmt, steht jedem Tor und Tür offen, alles zu behaupten, was er behaupten möchte.
The chance hypothesis is not only irrational, it is counter-discourse. What I mean by this is that if someone were to claim chance, it would be equivalent to making any type of irrational claim. For instance, I could tell an atheist that I believe that my mother is not really the woman who I call my mother, but rather a large pink elephant that was born on Pluto and flew here on a giant feather. My atheist friend would call me crazy, but I would reply, “There’s still a chance.” Adopting the chance hypothesis renders all claims possible, and the role of reason would be made redundant in our academic and everyday discussions. I could assert that Islam is true because there is a chance that it is, and I would be within my epistemic rights to make such a claim because the minute someone adopts the chance hypothesis as an argument, it opens the door to anyone claiming anything they want to claim.
Ein Atheist, der die Zufallshypothese als gültige Erklärung für die Feinabstimmung der physikalischen Gesetze akzeptiert, muss sich den Vorwurf intellektueller Doppelmoral gefallen lassen. In ihren alltäglichen Entscheidungen wird der Zufall nicht als vernünftige Begründung für äußerst unwahrscheinliche Dinge herangezogen. Man stelle sich eine Atheistin vor, die ihrem Sohn verbietet, vor dem Schlafengehen Kekse zu essen, und die ihn dann schlafend auf dem Boden findet, mit Krümeln im ganzen Gesicht und der Keksdose direkt neben ihm, offen. Was, glauben Sie, wird sie schlussfolgern? Glauben Sie, dass ihr auch nur der Gedanke an die Zufallshypothese käme? Natürlich nicht. Stellen Sie sich vor, eine solche Denkweise würde auf unsere finanziellen Transaktionen oder auf Gerichte und Politik angewandt. Der Alltag, die Weltpolitik und unsere Wirtschaft wären chaotisch. Viele Atheisten legen bei Gott eine höhere epistemische Messlatte an, verwenden jedoch für ihr tägliches Leben einen anderen Maßstab. Ihr Beharren darauf, das Offensichtliche zu leugnen, scheint eine emotionale Ursache zu haben (oder, wie manche Denker meinen, eine spirituelle). Für manche Atheisten dienen die sogenannten rationalen Argumente als Schleier, der ein größeres Problem verbirgt: die Arroganz, Gott nicht anbeten zu wollen (siehe Kapitel 15).