Der freie Sklave – Warum Gott unserer Anbetung würdig ist
The Free Slave – Why God Is Worthy Of Our Worship
„Derjenige, der gefangen ist, ist derjenige, dessen Herz von Gott gefangen ist, und der Gefangene ist derjenige, dessen Begierden ihn versklavt haben.“ 560 Stell dir vor, ein Freund gäbe dir jeden Tag 100 £, weil du, ohne eigene Schuld, finanzielle Unterstützung benötigst. Diese Güte hörte nicht nach wenigen Tagen auf; sie dauerte jahrelang an. Das Geld erschien weiterhin auf deinem Bankkonto. Doch du begannst, zu vergessen, wer der Wohltäter war, und in diesem Zustand immenser Undankbarkeit dankst du nun dem Geld und nicht dem, der es dir gegeben hat. Das beschreibt in a nutshell Polytheismus und Atheismus. Aus spiritueller Sicht ist es der Gipfel der Undankbarkeit und Unvernunft. Der emotional intelligente und vernünftige Mensch würde stets demjenigen danken, der ihm etwas gab, das er weder verdient noch besessen hat. Dies ist ein unverhandelbares moralisches Prinzip. Warum aber beschreibt dies Polytheismus und Atheismus? Es gibt etwas in deinem Leben, das du frei empfängst, das du aber weder verdienst noch besitzt. Es gibt auch keinen guten Grund zu glauben, dass du es verdienst. Dieses Etwas ist dieser Moment, und der nächste Moment, und alle Momente deiner Existenz. Diese Momente verdienst du nicht; was könntest du also tun, um noch einen Augenblick deines Lebens zu verdienen? Genau deshalb nennen wir es in der populären Kultur ein Geschenk: das Geschenk des Lebens. Deshalb halten wir es alle für so kostbar. Du besitzt diese Momente nicht, weil du nicht die Fähigkeit hast, irgendetwas ins Dasein zu bringen; du kannnst nicht einmal eine Fliege erschaffen. Du verdienst keinen weiteren Moment deiner Existenz, weil er nicht dir gehört; du hast nicht die Fähigkeit, Leben hervorzubringen, auch nicht für eine einzige Sekunde. Angesichts dieser grundlegenden Wahrheiten solltest du dich stets in einem Zustand der Dankbarkeit befinden, denn du empfängst immer etwas, das du weder verdienst noch besitzt noch beanspruchen kannst. Da Vielgötterei und Atheismus keinen haben, dem sie danken, oder sie danken dem falschen Wesen (meist einem geschaffenen, abhängigen und endlichen Wesen), folgt, dass ihre Weltanschauungen nicht nur irrational sind, sondern den Gipfel der Undankbarkeit darstellen. Wie in Kapitel 6 erörtert, ist Gott unabhängig, und alles hängt von Ihm ab. Daher hängt alles, was wir sagen, tun, gebrauchen und erwerben, im Grunde allein von Gott ab. Es folgt unweigerlich – sofern man vernünftig und moralisch ist –, dass wir Gott dankbar sein müssen und anerkennen, dass aller Dank allein Ihm gebührt. Dankbarkeit ist ein zentraler Aspekt der Anbetung. Das Konzept der Anbetung in der islamischen Tradition beschränkt sich jedoch nicht auf die Dankbarkeit, sondern ist recht umfassend. Anbetung bedeutet, dass wir Gott lieben, Ihn erkennen und Ihm gehorchen müssen, ebenso wie alle Akte der Anbetung allein Ihm widmen. Zu den Akten der Anbetung im Islam gehören das Gebet, das Preisen Gottes, die Reue, das Bittgebet, das Vollbringen guter Taten und die Reinigung unserer Herzen von ihren geistigen Krankheiten. Diese Aspekte der Anbetung sind nicht nur vernünftig; sie werden im Qur'an auch wiederholt erwähnt.
“The one who is imprisoned is the one whose heart is imprisoned from God and the captive is the one whose desires have enslaved him.”560, Imagine a friend of yours gave you £100 each day because, without any fault of your own, you required financial assistance. This kindness did not last for a few days; it continued for years. The money kept on appearing in your bank account. However, you started to forget who the benefactor was, and in this state of immense ingratitude, you then began to thank the money and not the one who gave it to you. This describes polytheism and atheism in a nutshell. From a spiritual perspective, it is the height of ingratitude and irrationality. The emotionally intelligent and rational person would always thank the one who gave him something that he did not earn or own. This is a non-negotiable moral principle. Why, however, does this describe polytheism and atheism? There is something in your life that you receive freely, yet you do not earn it and do not own it. There is no good reason to believe that you deserve it either. This thing is this moment, and the next moment, and all of the moments of your existence. You do not earn these moments, so what can you possibly do to earn another instant in your life? This is exactly why in popular culture we call it a gift: the gift of life. That’s why we all consider it to be so precious. You do not own these moments because you do not have the capacity to bring anything into existence; you cannot even create a fly. You do not deserve another moment of your existence because it is not yours; you do not have the ability to produce life, even for a second. In light of these basic truths, you must always be in a state of gratitude, because you always receive something that you neither earn, nor own, nor deserve. Since polytheism and atheism have no one to thank or thank the wrong being (usually a created dependent and finite entity), it follows that their worldviews are not only irrational, but the height of ingratitude. As discussed in Chapter 6, God is independent and everything depends upon Him. Therefore, everything that we say, do, use and acquire is fundamentally dependent on God alone. It inevitably follows—if one is sane and moral—that we must be thankful to God, and acknowledge that all gratitude belongs to Him alone. Thankfulness and gratitude are a key aspect of worship. However, the concept of worship in the Islamic tradition is not restricted to gratitude, it is quite comprehensive. Worship entails that we must love, know and obey God, as well as dedicate all acts of worship to Him alone. Acts of worship in Islam include prayer, praising God, repentance, supplication, performing good deeds and purifying our hearts from their spiritual diseases. These aspects of worship are not only rational; they are also repeatedly mentioned in the Qur’an.
Ich habe dieses Kapitel mit der Dankbarkeit begonnen, denn Dankbarkeit ist ein Schlüssel zur Anbetung. Wer nicht dankbar ist, leugnet vollständig die Tatsache, dass er allein von Gott abhängig ist, und er leugnet, dass Er derjenige ist, der ihm alles gibt, mag es auch noch so klein sein. Abgesehen davon, dass wir dem dankbar sein müssen, der uns das Leben gibt: Warum ist Gott würdig und berechtigt, dass wir Ihn anbeten?
I started this chapter by discussing gratitude, because gratitude is a key to worship. If you are not grateful, you completely deny the fact that you are dependent on God alone, and you deny that He is the One who provides you with everything, no matter how small. So apart from being grateful to the One who gives us life, why is God worthy of and entitled to our worship?.
Gott erkennen.
Knowing God.
Bevor ich diese Frage beantworte, ist es wichtig zu erläutern, was mit der Gotteserkenntnis gemeint ist. Die Erkenntnis Gottes ist unerlässlich, um zu verstehen, warum Gott unsere Anbetung verdient, denn wir können nichts anbeten, von dem wir nichts wissen. Deshalb gilt im islamischen Verständnis das Beschreiten des Weges der Gotteserkenntnis selbst als eine Form der Anbetung:
Before I answer this question, it is important to elaborate on what is meant by knowing God. Knowledge of God is essential to understanding why God is worthy of our worship, because we cannot worship something we are ignorant of. This is why, in the Islamic tradition, traversing a path of knowing God is a form of worship:
„Wisse also, dass es keine Gottheit gibt außer Gott.“561
“So know, that there is no deity except God.”561
Gott zu kennen bedeutet, dass wir bekräftigen, Er allein ist der Schöpfer und Erhalter von allem, was existiert (bekannt als Einheit der Herrschaft Gottes). Es bedeutet außerdem, dass wir Seine Namen und Eigenschaften bekräftigen, und zwar in dem Bewusstsein, dass sie einzigartig sind und nichts mit Gott verglichen werden kann (bekannt als Einheit der Namen und Eigenschaften Gottes). Die Gotteserkenntnis umfasst zudem das Wissen, dass Er in Seiner Göttlichkeit einzigartig ist; Er allein steht allen Akten der Anbetung zu (bekannt als Einheit der Göttlichkeit Gottes). Es ist zu beachten, dass es in der islamischen Theologie entscheidend ist zu bekräftigen, dass nichts in irgendeiner Weise an Gottes schöpferischer Macht und Fähigkeit, Seinen Namen und Eigenschaften sowie Seiner Göttlichkeit teilhat. Jede Form des Anthropomorphismus wird vollständig abgelehnt. Gott ist transzendent und in höchstem Maße vollkommen. Er hat keine Mängel. Der Begriff der Einheit in der islamischen spirituellen Tradition wird als Tawhid bezeichnet, was sprachlich bedeutet, die Einheit zu bekräftigen oder etwas einzig bzw. einzigartig zu machen.
To know God means that we affirm that He is the sole creator and maintainer of everything that exists (known as Oneness of God’s Lordship). It also entails that we affirm His names and attributes in the context of recognising that they are unique and that nothing can compare to God (known as Oneness of God’s Names and Attributes). Knowledge of God also involves that we must know that He is unique in His Divinity; He alone is entitled to all acts of worship (known as Oneness of God’s Divinity). It must be noted that in Islamic theology, it is critical to affirm that nothing whatsoever shares God’s creative power and ability, names and attributes and Divinity. All forms of anthropomorphism are completely rejected. God is transcendent and maximally perfect. He has no imperfections. The concept of oneness in the Islamic spiritual tradition is referred to as tawheed, which linguistically means to affirm oneness or to make something one or unique.
Einheit der Herrschaft (Tauhid ar-Rububiyya).
Oneness of Lordship.
Die Einheit der Herrschaft Gottes bedeutet, anzuerkennen und zu bestätigen, dass Gott der alleinige Schöpfer, Herr und Eigentümer alles Existierenden ist. Gott ist derjenige, der alles erhält, sorgt und versorgt. Gemäß der islamischen Lehre des Tawhid hat, wer dies leugnet, Gott Teilhaber beigesellt, was Vielgötterei ist (im islamischen Glaubensverständnis als Shirk bekannt). Wer glaubt, dass diese Eigenschaften Gottes von irgendeinem geschaffenen Wesen geteilt werden können, hat dieses Wesen vergöttlicht. Somit hat er Gott Teilhaber beigesellt.
The oneness of God’s Lordship is to affirm and recognise that God is the sole creator, master and owner of everything that exists. God is the One who sustains, takes care of and nourishes everything. According to the Islamic doctrine of tawheed, anyone who denies this has associated partners with God, which is polytheism (known as shirk in Islamic theology). Anyone who believes that these descriptions of God can be shared by any created thing has deified that thing. Therefore, they have associated partners with God.
Einheit der Namen und Eigenschaften Gottes.
Oneness of God’s names and attributes.
Die „Einheit der Namen und Eigenschaften Gottes“ bedeutet, Gott nur mit den Namen und Eigenschaften zu beschreiben, mit denen Er sich selbst beschrieben hat und die im Qur'an und in den Überlieferungen des Propheten ﷺ zu finden sind (einige Namen wie Al-Khaaliq, der Schöpfer, und Al-Qadeer, der Allmächtige, können auch von einem gesunden Verstand bejaht werden). Diese Namen und Eigenschaften, wie der Liebende und der Feinfühlige, werden bejaht, doch sie sind nicht mit der Schöpfung vergleichbar. Die Namen und Eigenschaften Gottes sind vollkommen, ohne jeden Mangel oder Fehler. Gott selbst beschreibt Seine Namen als die schönsten:
The ‘oneness of God’s names and attributes’ means to describe God only by the names and attributes by which He has described Himself, which are found in the Qur’an and the Prophetic teachings (some names such as Al-Khaaliq, The-Creator, and Al-Qadeer, The-Powerful, can be affirmed by a sound rational mind). These names and attributes, such as The-Loving and The-Subtle, are affirmed, but they are not comparable to creation. God’s names and attributes are perfect without any deficiency or flaw. God’s names are described by God Himself as the most beautiful:
„Die schönsten Namen gehören Gott: So ruft Ihn mit ihnen an."562
“The most beautiful names belong to God: so call on Him by them.”562
Wie in diesem Buch bereits an verschiedenen Stellen erwähnt wurde, ist Gott in höchstem Maße vollkommen. Wer diese Namen und Eigenschaften mit der Schöpfung vergleicht, hat eine Vermenschlichung begangen und somit Gott Teilhaber beigesellt. Wer irgendein geschaffenes Ding mit Gott vergleicht, hat eine Vergöttlichung begangen, die ebenfalls eine Form der Beigesellung von Teilhabern an Gott darstellt.
As has been mentioned throughout this book, God is maximally perfect. The one who compares these names and attributes to creation has committed humanisation, and therefore has associated partners with God. The one who compares any created thing to God has committed deification, which is also a form of associating partners with God.
Einheit der Göttlichkeit Gottes.
Oneness of God’s Divinity.
Die Einheit der Göttlichkeit Gottes besteht darin, dass wir bekräftigen müssen, dass alle Akte der Anbetung allein an Ihn gerichtet werden müssen. Wer Akte der Anbetung an etwas anderes als Gott richtet, und wer in irgendeinem Akt der Anbetung Lohn von etwas anderem als Gott erwartet, hat Ihm Teilhaber beigesellt.
The oneness of God’s Divinity is that we must affirm that all acts of worship must be directed to Him alone. Someone who directs acts of worship to anything other than God, and the one who seeks reward from anything other than God in any act of worship, has associated partners with Him.
In bestimmten Zusammenhängen stellen manche Akte des Gehorsams, wenn sie an einen anderen als Gott gerichtet sind, keine Beigesellung zu Ihm dar. So kann etwa die Liebe zu Gott unvollkommen sein und der Vervollkommnung bedürfen. Beigesellung zu Gott im Bereich der Liebe läge vor, wenn man etwas oder jemanden anstelle von Gott oder in gleichem Maße wie Gott liebt. Jemand kann seine Familie lieben, und dies stellt keine Beigesellung zu Gott dar. Würde er jedoch seine Familie anstelle von Gott oder in gleichem Maße wie Gott lieben, so wäre dies eine Form der Beigesellung zu Ihm.
In certain contexts, some acts of obedience, if directed to other than God, do not constitute associating partners with Him. For example, one’s love for God may be deficient and require perfecting. Associating partners with God in the context of love would involve loving something or someone instead of God or as much as God. Someone can love their family and it would not constitute associating partners with God. If they loved their family instead of God, or as much as God, then that would constitute a form of associating partners with Him.
Die schwerste Sünde.
The gravest sin.
Das Beigesellen von Partnern zu Gott ist die schwerste Sünde. Die Folge dieser Sünde ist, dass derjenige, der in einem solchen Zustand stirbt und nicht bereut hat, im Zustand des Unglaubens stirbt. Dies wird Gott niemals vergeben. (Dies gilt für die großen Formen des Beigesellens von Partnern zu Gott. Es gibt geringere Formen, die nicht zum Unglauben führen, etwa Almosen zu geben für etwas anderes als Gott, jemandem anstelle Gottes zu gehorchen und die eigenen guten Taten zur Schau zu stellen. Die großen Formen des Beigesellens von Partnern zu Gott, wie das Anbeten anderer als Ihn und der Glaube, andere Dinge seien der Anbetung würdig, führen jedoch zum Unglauben. Dies ist allerdings ein differenziertes Thema mit vielen zu berücksichtigenden Variablen. Ich schlage vor, dieses Thema weiter zu studieren, da es nicht Ziel ist, hier ins Detail zu gehen.)
Associating partners with God is the gravest sin. The consequence of this sin is that the one who dies in such a state and has not repented dies in a state of disbelief. This will never be forgiven by God. (This applies to major forms of associating partners with God. There are lesser forms that do not lead to disbelief, such as giving charity for other than God, obeying someone instead of God and showing off one’s good deeds. However, major forms of associating partners with God such as praying to other than Him and believing other things are worthy of worship lead to disbelief. This however is a nuanced topic with many variables to consider. I suggest further study on this topic, as it is not the objective to go into detail here):
„Gewiss, Gott vergibt nicht, dass Ihm etwas beigesellt wird, doch vergibt Er, was darunter liegt, wem Er will. Und wer Gott etwas beigesellt, hat wahrlich eine gewaltige Sünde begangen.“563
“Indeed, God does not forgive association with Him, but He forgives what is less than that for whom He wills. And he who associates others with God has certainly committed a tremendous sin.”563
Wer jedoch Gott Teilhaber beigesellt, sich dann aber zu Ihm bekehrt und zum Pfad der Einheit Gottes zurückkehrt, dem wird vergeben, und seine Verfehlungen werden in gute Taten verwandelt:
However, if one associates partners with God and repents to Him and returns to the path of oneness, he or she will be forgiven, and their transgressions will be transformed into good deeds:
„Und diejenigen, die neben Gott keine andere Gottheit anrufen … außer denen, die bereuen, glauben und rechtschaffene Werke tun; für diese wird Gott ihre Sünden in gute Taten verwandeln, und Gott ist allvergebend, barmherzig.“564
“And those who invoke not any other deity along with God… Except those who repent and believe, and do righteous deeds; for those, God will change their sins into good deeds, and God is Oft-Forgiving, Most Merciful.”564
Wer Gott Teilhaber beigesellt hat, ohne jemals Reue zu üben, und in diesem Zustand stirbt (und keine Entschuldigung hat), hat sich im Grunde selbst Unrecht getan, indem er sich die Tür zur Barmherzigkeit Gottes verschlossen hat. Ihre Herzen haben die Rechtleitung und Barmherzigkeit Gottes „ewig“ abgelehnt; daher haben sie sich vom Göttlichen entfremdet. Diejenigen, die Gott ablehnen, werden darum bitten, zur Erde zurückkehren zu dürfen, um Rechtschaffenes zu tun, doch ihre Herzen haben „ewig“ abgelehnt:
The one who has associated partners with God and has never repented, and dies in that state (and has no excuse), has essentially oppressed themselves by closing the door to God’s mercy. Their hearts have ‘eternally’ rejected God’s guidance and mercy; therefore, they have alienated themselves from the Divine. Those who reject God will plead to go back to earth to do righteousness, but their hearts have ‘eternally’ rejected:
„[Denn so verhält es sich mit den Ungläubigen], bis dann, wenn einem von ihnen der Tod kommt, er spricht: ‚Mein Herr, schick mich zurück, damit ich Rechtschaffenes tue in dem, was ich zurückgelassen habe.‘ Nein! Es ist nur ein Wort, das er spricht.“565
“[For such is the state of the disbelievers], until, when death comes to one of them, he says, ‘My Lord, send me back that I might do righteousness in that which I left behind.’ No! It is only a word he is saying.”565
Diese selbst auferlegte geistige Wirklichkeit ist eine Form der Verleugnung. Der Mensch hat alle gerechten und fairen Gelegenheiten, die Gott ihm gegeben hat, um Seine Barmherzigkeit und Liebe anzunehmen, ausgeschlagen.
This self-imposed spiritual reality is a form of denial. The person has denied all the just and fair opportunities that God has given them to embrace His mercy and love:
„Gott hat ihnen kein Unrecht getan, sondern sie haben sich selbst Unrecht getan.“566
“God has not wronged them, but they wronged themselves.”566
„Das ist der Lohn für das, was eure Hände getan haben. Und Gott ist gegenüber Seinen Dienern niemals ungerecht.“567
“This is reward for what your hands have done. And God is never unjust to His servants.”567
Es muss beachtet werden, dass nach islamischer Theologie jemand, dem die richtige Botschaft des Islam nicht überbracht wurde und der nach der Wahrheit gesucht hat, eine Entschuldigung haben wird und am Tag des Gerichts geprüft wird.568 Gott ist der Gerechte, und niemandem wird Unrecht getan. Deshalb gilt es als unislamisch, wenn über den endgültigen Aufenthaltsort eines verstorbenen Nichtmuslims ein Urteil gefällt wird (allerdings haben einige Gelehrte gesagt, dies gelte möglicherweise nicht für diejenigen, die die Wahrheit nie gesucht haben oder kein ausreichendes Wissen über den Islam besaßen). Niemand kennt das Herz eines anderen Menschen und weiß, ob ihm die richtige Botschaft auf die richtige Weise überbracht wurde. Aus glaubensmäßiger und gesellschaftlicher Sicht jedoch werden verstorbene Nichtmuslime als Nichtmuslime bestattet. Das bedeutet nicht, dass dies ihr endgültiges Urteil ist. In Wirklichkeit ist Gott in höchstem Maße und vollkommen gerecht und barmherzig, sodass niemand unbarmherzig behandelt wird und niemandem Unrecht geschieht.
It must be noted that according to Islamic theology, if someone was not given the right message of Islam, and sought the truth, they will have an excuse and will be tested on the Day of Judgment.568 God is The-Just and no one will be treated unjustly. This is why, when a non-Muslim has passed away, it is considered un-Islamic to pass judgment on their final abode (however, some scholars have said this may not apply to those who never sought the truth or had sufficient knowledge of Islam). No one knows what is in someone else’s heart and whether someone was given the right message in the right way. However, from a creedal and societal point of view, non-Muslims who died will be buried as non-Muslims. This does not mean that this is their final judgement. In reality, God is maximally and perfectly just and merciful, so no one will be treated unmercifully and no one will be treated unjustly.
Menschen, die die Botschaft des Islam auf richtige und korrekte Weise vernommen haben, werden für ihre Ablehnung Rechenschaft ablegen müssen. Wer jedoch stirbt, ohne die Botschaft des Islam gehört zu haben, oder sie nur in verzerrter Form gehört hat, wird die Gelegenheit erhalten, die Wahrheit anzunehmen.
People who have heard the message of Islam in a sound and correct way will have to account for their denial. However, whoever dies without having heard the message of Islam, or heard it in a distorted form, will be given an opportunity to accept the truth.
Ausgehend von den Grundsätzen, wie sie in verschiedenen Versen des Qur’an und in den prophetischen Überlieferungen zum Ausdruck kommen, fasst al-Ghazālī diesen differenzierten Ansatz zusammen. Er vertritt die Auffassung, dass Menschen, die die Botschaft des Islam nie gehört haben, eine Entschuldigung haben werden: „Tatsächlich würde ich sagen, dass so Gott will die meisten byzantinischen Christen und die Türken dieser Zeit in Gottes Barmherzigkeit eingeschlossen sein werden. Ich beziehe mich hier auf jene, die in den entferntesten Regionen von Byzanz und Anatolien leben und nicht mit der Botschaft in Berührung gekommen sind … Sie sind entschuldigt.“569
Echoing the principles from the various verses of the Qur’an and the Prophetic traditions, Al-Ghazali summarises this nuanced approach. He argues that people who never heard the message of Islam will have an excuse: “In fact, I would say that, God willing, most of the Byzantine Christians and the Turks of this age will be included in God’s mercy. I’m referring here to those who live in the farthest regions of Byzantium and Anatolia who have not come into contact with the message… They are excused.”569
Al-Ghazali argumentiert außerdem, dass auch Menschen, die Negatives über den Propheten Muhammad ﷺ und seine Botschaft gehört haben, entschuldigt werden: „Diese Menschen kannten den Namen ‚Muhammad‘, aber nichts von seinem Charakter oder seinen Eigenschaften. Stattdessen hörten sie seit ihrer Kindheit nur, dass ein Lügner und Betrüger namens ‚Muhammad‘ behauptete, ein Prophet zu sein … Diese Gruppe gleicht meiner Meinung nach der ersten Gruppe. Denn obwohl sie seinen Namen gehört haben, hörten sie das Gegenteil dessen, was seine wahren Eigenschaften waren. Und das gibt ihnen nicht genügend Anreiz, [seinen wahren Status] zu untersuchen.“ 570
Al-Ghazali also argues that the people who heard negative things of the Prophet Muhammad صلى الله عليه وسلمand his message will also be excused: “These people knew the name ‘Muhammad’, but nothing of his character or his qualities. Instead, all they heard since childhood is that a liar and imposter called ‘Muhammad’ claimed to be a prophet… This party, in my opinion, is like the first party. For even though they’ve heard his name, they heard the opposite of what his true qualities were. And this does not provide enough incentive for them to investigate [his true status].” 570
Die wahren Lehren des Islams sind ein Bollwerk gegen Extremismus. Meiner Ansicht nach beruhen alle Formen des Extremismus auf einer „ideologischen Verhärtung“, die die Herzen der Menschen verhärtet. Damit meine ich, dass Menschen unverhandelbare, binäre und negative Annahmen über die Welt und über andere Menschen übernehmen. Dadurch gelangt eine Gruppe von Menschen dazu, eine andere zu „othering“ – also zu einem „Anderen“ zu machen. Othering bedeutet nicht einfach, Menschen als Angehörige anderer Gruppen zu bezeichnen. Das ist natürlich und Teil der modernen Gesellschaft. Othering geschieht in der Regel dann, wenn eine Gruppe eine andere auf negative Weise beschreibt und behauptet, dass jedes ihrer Mitglieder gleich sei. Dies verhärtet die Herzen der Menschen und hindert sie daran, sich positiv auf Menschen einzulassen, die anders erscheinen. Der Islam macht niemanden zu einem „Anderen“. Er behauptet nicht, dass jeder, der kein Muslim ist, letztlich verloren oder böse sei. Der Koran macht deutlich, dass die Angehörigen anderer Gruppen „nicht alle gleich“ sind 571, und beschreibt einige von ihnen als „rechtschaffen“.572
The true teachings of Islam are a barrier to extremism. In my view, all forms of extremism are based on an ‘ideological hardness’ that hardens people’s hearts. What I mean by this, is that people adopt non-negotiable, binary and negative assumptions about the world and other people. This makes one group of people ‘otherize’ another. Otherization is not simply labelling people as belonging to other groups. This is natural and part of modern society. Otherization usually happens when one group describes another group in a negative way and maintains that each member is the same. This hardens people’s hearts and prevents them from positively engaging with other people who seem to be different. Islam does not otherize people. It does not assert that everyone who is not a Muslim is ultimately doomed or evil. The Qur’an makes it quite clear that people constituting other groups “are not all alike” 571 and describes some of them as “upright”572
Der Koran wendet dieses Konzept auch auf die Gläubigen an: Manche sind rechtschaffen, andere nicht. Dennoch lehrt der Islam, dass jeder Mensch mit Barmherzigkeit, Mitgefühl und Gerechtigkeit behandelt werden muss (siehe Kapitel 14).
. The Qur’an also applies this concept to believers too; some are righteous and some are not. Nevertheless, Islam teaches that every human being must be treated with mercy, compassion and fairness (see Chapter 14).
Das Wesen der Anbetung.
The essence of worship.
In der islamischen Tradition ist das Bittgebet (bekannt als Dua in der islamischen Theologie) ein zentraler Akt der Anbetung. Der Prophet Muhammad ﷺ lehrte, dass das Bittgebet „das Wesen der Anbetung“ sei573. Bittgebete richten sich allein an Gott, denn nur Er kann helfen, wenn wir Ihn um Hilfe für etwas bitten, das wir brauchen oder wünschen. Ein Bittgebet an irgendetwas anderes als Gott ist ein Akt des Polytheismus, denn der Betende wendet sich an ein Wesen, das nicht die Fähigkeit besitzt, diese Bitte zu gewähren oder zu erfüllen. Würde jemand etwa einen Götzen aus Stein darum bitten, ihm Zwillingsmädchen zu schenken, wäre dies ein Akt des Polytheismus, weil er sich an ein Wesen wendet, das keine Macht hat, diese Bitte zu erfüllen. Das bedeutet jedoch nicht, dass es Polytheismus ist, jemanden, der die Fähigkeit hat, dir zu helfen, um Hilfe zu bitten. Es wäre nur dann Polytheismus, wenn man glaubte, Gott sei nicht der letztliche Schöpfer seiner Fähigkeit, dir zu helfen. Das Bittgebet an Gott ist Teil der Reinigung unserer Anbetung, und die Art, wie wir uns an Ihn wenden, sollte von Demut geprägt sein. Gott spricht: „Ruft euren Herrn demütig an“574 und „So ruft Ihn an, Ihm in der Religion aufrichtig ergeben“575.
In the Islamic tradition, a key act of worship is supplication (known as dua in Islamic theology). The Prophet Muhammad صلى الله عليه وسلم taught that supplication is “the essence of worship”573. Supplications are to God alone, because only He can help us when we ask for help for something that we need or want. Supplicating to anything other than God is an act of polytheism, because the person is asking for something from an entity that does not have the ability to provide or fulfil that request. For example, if someone were to ask a stone idol to grant them twin girls, it would be an act of polytheism because they are supplicating to an entity that has no power to fulfil that request. This does not mean, however, that asking someone who has the ability to assist you for help is polytheism. It would only be polytheism if one were to believe that God was not the ultimate creator of their ability to help you. Supplicating to God is part of making our worship pure, and the way we supplicate to Him should be with humility. God says: “Invoke your Lord with humility”574 and “So call upon Him, [being] sincere to Him in religion.” 575.
Der Islam versteht die islamische spirituelle Überlieferung so, dass Gottesdienste (ʿIbādāt) angenommen werden, wenn sie zwei Bedingungen erfüllen. Die erste ist, dass der Gottesdienst allein um Gottes willen geschieht. Die zweite ist, dass die Handlung selbst durch die islamischen Quellentexte vorgeschrieben ist: den Qur’an und die Überlieferungen des Propheten ﷺ. Daraus ergibt sich eine naheliegende Frage: Welche Handlungen sind diese Gottesdienste? Die Gottesdienste sind zahlreich. Wie bereits erwähnt, ist jede gute Tat, die zum Wohlgefallen Gottes getan wird, ein Gottesdienst. Es gibt jedoch einige grundlegende Gottesdienste, die für die islamische spirituelle Praxis unverzichtbar sind. Der Prophet Muhammad ﷺ hat diese als die fünf Säulen des Islam zusammengefasst. Sie umfassen: das Bekenntnis und die Anerkennung im Herzen, dass es keine Gottheit gibt, die der Anbetung würdig ist, außer Gott, und dass Muhammad ﷺ der letzte Gesandte Gottes ist; das fünfmalige Gebet am Tag; das Entrichten der Pflichtabgabe, wenn man es sich leisten kann; das Fasten im Ramadan (dem 9. Monat des islamischen Kalenders) und die Pilgerfahrt, wenn man dazu in der Lage ist. Diese Gottesdienste haben tiefgreifende Bedeutungen und innere Dimensionen. Dies sind die grundlegenden Säulen des Islam. Bei der Entfaltung der eigenen spirituellen Praxis kann man sich jedoch einer Vielzahl zusätzlicher spiritueller Tätigkeiten widmen. Dazu gehören: das Rezitieren des Qur’an; das Gedenken an Gott (Dhikr); das Entfernen der seelischen Krankheiten aus dem Herzen; freiwillige Wohltätigkeit; das Verbreiten der Botschaft des Islam unter anderen; das Speisen der Armen; die Fürsorge für Tiere; das Studium der Lebensgeschichte des Propheten Muhammad ﷺ; das Auswendiglernen des Qur’an; das nächtliche Gebet; das Nachdenken über die Phänomene der Natur und vieles mehr.
According to the Islamic spiritual tradition, acts of worship are accepted if they fulfil two conditions. The first is that the act of worship should be done purely for the sake of God. The second is that the action itself is prescribed by the Islamic source texts: the Qur’an and the Prophetic traditions. So a natural question that follows from this is: What are these acts of worship? The acts of worship are many. As previously mentioned, any good action that is done to please God is an act of worship. However, there are some basic acts of worship which are essential to Islamic spiritual practice. These have been summarised by the Prophet Muhammad صلى الله عليه وسلم as the five pillars of Islam. They include: affirming and recognising in one’s heart that there is no deity worthy of worship except God and that Muhammad صلى الله عليه وسلم is God’s final messenger; praying five times a day; giving the obligatory charity if one can afford to; fasting in Ramadan (the 9th month of the Islamic calendar) and performing the pilgrimage if one is able to do so. These acts of worship have profound meanings and inner dimensions. These are the basic pillars of Islam. However, in developing one’s spiritual practice one can engage in a plethora of additional spiritual activities. These include: reciting the Qur’an; remembrance of God; removing the spiritual diseases in one’s heart; voluntary charity; conveying the message of Islam to others; feeding the poor; taking care of animals; studying the life of the Prophet Muhammad صلى الله عليه وسلم ;memorising the Qur’an; the night prayer; reflecting on natural phenomena and much more.
Warum müssen alle unsere Gottesdienste allein Gott gewidmet sein?
So why do all our acts of worship have to be dedicated to God alone?.
Ich werde die folgenden Punkte ausführen, um diese Frage zu beantworten:
I will elaborate on the following points to answer this question:
Gottes Recht auf Anbetung ist eine notwendige Tatsache Seiner Existenz.
• God’s right to worship is a necessary fact of His existence.
• Gott hat alles erschaffen und erhält alles.
• God has created and sustains everything.
Gott erweist uns unzählige Gunstbezeugungen.
• God provides us with innumerable favours.
• Wenn wir uns selbst lieben, müssen wir Gott lieben.
• If we love ourselves, we must love God.
Gott ist der Liebende, und Seine Liebe ist die reinste Form der Liebe.
• God is The-Loving, and His love is the purest form of love.
• Anbetung ist Teil dessen, was wir sind.
• Worship is part of who we are.
Den Gehorsam gegenüber Gott gehört zur Verehrung Ihm gegenüber.
• Obeying God is part of worshipping Him.
Das Recht Gottes auf Anbetung ist eine notwendige Tatsache Seiner Existenz.
God’s right to worship is a necessary fact of His existence.
Der beste Ausgangspunkt ist, zu verstehen, wer Gott ist. Gott ist seiner Definition nach derjenige, dem unsere Anbetung zusteht; das ist eine notwendige Tatsache seiner eigenen Existenz. Der Koran hebt diese Tatsache über Gott immer wieder hervor: „Wahrlich, Ich bin Gott. Es gibt keine Gottheit außer Mir, so diene Mir und verrichte das Gebet zu Meinem Gedenken.“576
The best place to start is to understand who God is. God, by definition, is the One who is entitled to our worship; it is a necessary fact of His own existence. The Qur’an repeatedly highlights this fact about God, “Indeed, I am God. There is no deity except Me, so worship Me and establish prayer for My remembrance.”576
Da Gott der einzige Wesenheit ist, dessen Recht unsere Anbetung ist, sollten alle unsere Akte der Anbetung allein auf Ihn gerichtet sein. In der islamischen Überlieferung gilt Gott als ein in höchstem Maße vollkommenes Wesen. Er besitzt alle vollkommenen Namen und Eigenschaften im höchstmöglichen Grad. So wird Gott in der islamischen Theologie beispielsweise als der Liebende beschrieben, und das bedeutet, dass Seine Liebe die vollkommenste und größte mögliche Liebe ist. Aufgrund dieser Namen und Eigenschaften muss Gott angebetet werden. Wir loben Menschen stets für ihre Güte, ihr Wissen und ihre Weisheit. Doch Gottes Güte, Wissen und Weisheit sind im höchstmöglichen Grad vorhanden, ohne jeden Mangel oder Fehler. Deshalb ist Er des umfassendsten Lobes würdig, und Gott zu loben ist eine Form der Anbetung. Gott ist zudem der Einzige, dem unsere Bittgebete und Gebete zustehen. Er weiß am besten, was gut für uns ist, und Er will, was gut für uns ist. Ein solches Wesen mit diesen Eigenschaften muss angerufen und um Beistand gebeten werden. Gott ist unserer Anbetung würdig, weil es etwas an Gott gibt, das Ihn dazu macht. Er ist das Wesen mit den vollkommensten Namen und Eigenschaften.
Since God is the only Being whose right is our worship, then all of our acts of worship should be directed to Him alone. In the Islamic tradition, God is considered a maximally perfect Being. He possesses all the perfect names and attributes to the highest degree possible. For example, in Islamic theology, God is described as the The-Loving, and this means that His love is the most perfect and greatest love possible. It is because of these names and attributes that God must be worshipped. We always praise people for their kindness, knowledge and wisdom. However, God’s kindness, knowledge and wisdom are to the highest degree possible with no deficiency or flaw. Therefore, He is worthy of the most extensive form of praise, and praising God is a form of worship. God is also the only One entitled to our supplications and prayers. He knows best what is good for us, and He wants what is good for us. Such a Being with these attributes must be prayed to and be asked assistance of. God is worthy of our worship because there is something about God that makes Him so. He is the Being with the most perfect names and attributes.
Ein wichtiger Punkt in Bezug auf die Anbetung Gottes ist, dass sie Sein Recht ist, selbst wenn wir keinerlei Art von Trost empfangen. Würden wir ein Leben voller Leid führen, muss Gott dennoch angebetet werden. Die Anbetung Gottes hängt nicht von einer Art wechselseitiger Beziehung ab; Er gibt uns das Leben, und wir beten Ihn dafür an. Missverstehen Sie nicht, was ich hier sage: Gott überschüttet uns mit vielen Segnungen (wie ich weiter unten erörtern werde). Dennoch wird Er angebetet um dessentwillen, wer Er ist, und nicht unbedingt um der Art willen, wie Er entscheidet, Seine Gaben – durch Seine grenzenlose Weisheit – zu verteilen. Wir loben Menschen wegen ihres sportlichen Könnens, ihrer Redegewandtheit, ihrer Stärke oder irgendeiner anderen Eigenschaft. Wir tun dies, obwohl sie uns nicht auf direkte Weise nützen. Ähnlich verdient Gott umfassendes Lob aufgrund Seiner vollkommenen Namen und Eigenschaften und nicht infolge dessen, wie Er beschlossen hat, sie in unserem Leben zu offenbaren. Wenn wir Menschen loben können, die begrenzte und fehlerhafte Eigenschaften besitzen, was bedeutet das dann für die Art, wie wir Gott preisen müssen, dessen Namen und Eigenschaften keinerlei Mangel oder Fehler aufweisen?
An important point regarding worshipping God is that it is His right, even if we are not recipients of any type of comfort. If we were to live a life full of suffering, God must still be worshipped. Worshipping God is not dependent on some kind of reciprocal relationship; He gives us life, and we worship Him in return. Do not misunderstand what I am saying here: God showers us with many blessings (as I will discuss below); however, He is worshipped because of who He is and not necessarily how He decides—via His boundless wisdom—to distribute His bounty. We praise people due to their sporting skill, eloquence, strength or any other attribute. We do so even though they do not benefit us in any direct way. Similarly, God deserves extensive praise by virtue of His perfect names and attributes and not as a result of how He decided to manifest them in our lives. If we can praise people who have limited and flawed attributes, what does it mean on how we must praise God whose names and attributes have no deficiency or flaw?.
Gott hat alles erschaffen und erhält alles.
God has created and sustains everything.
Gott hat alles erschaffen; Er erhält ständig das gesamte Universum und versorgt uns aus Seiner Huld. Der Qur’an wiederholt dieses Konzept immer wieder auf verschiedene Weise, wodurch im Herzen des Zuhörers oder Lesers ein Gefühl der Dankbarkeit und Ehrfurcht geweckt wird: „Er ist es, Der euch alles erschaffen hat, was auf der Erde ist.“ 577
God has created everything; He continually sustains the entire cosmos and provides for us out of His bounty. The Qur’an continually repeats this concept in various ways, which evokes a sense of gratitude and awe in the heart of the listener or reader: “It is He who created for you all of that which is on the Earth.” 577
„Schreiben sie Ihm tatsächlich Teilhaber zu, die nichts erschaffen können, sondern selbst erschaffen werden?“ 578
“Do they indeed ascribe to Him as partners things that can create nothing but are themselves created?” 578
„O Menschen, gedenkt der Gunst Gottes an euch. Gibt es etwa einen Schöpfer außer Gott, der euch aus dem Himmel und der Erde versorgt? Es gibt keine Gottheit außer Ihm, wie seid ihr also verblendet?“ 579
“O mankind, remember the favour of God upon you. Is there any creator other than God who provides for you from the heaven and Earth? There is no deity except Him, so how are you deluded?” 579
Daher ist alles, was wir in unserem täglichen Leben gebrauchen, und alle wesentlichen Dinge, die wir zum Überleben benötigen, Gott zu verdanken. Daraus folgt, dass Ihm alle Dankbarkeit gebührt. Da Gott alles erschaffen hat, was existiert, ist Er der Eigentümer und Herr über alles, auch über uns. Deshalb müssen wir in Ehrfurcht und Dankbarkeit vor Ihm stehen. Da Gott unser Herr ist, müssen wir Seine Diener sein. Dies zu leugnen bedeutet nicht nur, die Wirklichkeit zu verwerfen, sondern ist der Gipfel von Undankbarkeit, Hochmut und Dankbarkeitslosigkeit, wie zuvor in diesem Kapitel erörtert.
Therefore, everything we use in our daily lives, and all of the essential things that we require to survive, are due to God. It follows then that His is all gratitude. Since God created everything that exists, He is the owner and master of everything, including us. Hence, we must be in a sense of awe and gratitude to Him. Since God is our Master, we must be His servants. To deny this is not only rejecting reality, but it is the height of ingratitude, arrogance and thanklessness, as discussed earlier in this chapter.
Da Gott uns erschaffen hat, hängt unsere Existenz allein von Ihm ab. Wir sind nicht selbstgenügsam, auch wenn manche von uns sich darin täuschen, dass sie es seien. Ob wir ein Leben in Luxus und Bequemlichkeit oder in Armut und Not führen, wir sind letztlich von Gott abhängig. Nichts in diesem Universum ist ohne Ihn möglich, und was auch geschieht, geschieht durch Seinen Willen. Unser Erfolg im Geschäftsleben und die großen Dinge, die wir erreichen mögen, sind letztlich Gottes Verdienst. Er hat die Ursachen im Universum geschaffen, die wir nutzen, um Erfolg zu erzielen, und wenn Er unseren Erfolg nicht will, wird er niemals eintreten. Das Verständnis unserer grundlegenden Abhängigkeit von Gott sollte in unseren Herzen ein tiefes Gefühl der Dankbarkeit und Demut hervorrufen. Sich vor Gott zu demütigen und Ihm zu danken, ist eine Form der Anbetung. Eines der größten Hindernisse für die göttliche Rechtleitung und Barmherzigkeit ist der Wahn der Selbstgenügsamkeit, der letztlich auf Ego und Arroganz beruht. Der Qur’an macht diesen Punkt deutlich: „Doch der Mensch wird aufsässig, wenn er sich selbst genug zu sein glaubt.“580
Since God created us, our very existence is solely dependent on Him. We are not self-sufficient, even if some of us are deluded in thinking that we are. Whether we live a life of luxury and ease or poverty and hardship, we are ultimately dependent on God. Nothing in this universe is possible without Him and whatever happens is due to His will. Our success in business and the great things that we may achieve are ultimately because of God. He created the causes in the universe that we use to achieve success, and if He does not will our success it will never happen. Understanding our ultimate dependency on God should evoke an immense sense of gratitude and humility in our hearts. Humbling ourselves before God and thanking Him is a form of worship. One of the biggest barriers to Divine guidance and mercy is the delusion of self-sufficiency, which is ultimately based on ego and arrogance. The Qur’an makes this point clear: “But man exceeds all bounds when he thinks he is self-sufficient.”580
„Und dann gibt es denjenigen, der geizig ist und sich selbst genügt, und das Gute leugnet – Wir werden ihm den Weg zur Mühsal ebnen, und sein Reichtum wird ihm nicht helfen, wenn er zugrunde geht. Unsere Aufgabe ist es, Rechtleitung zu gewähren.“ 581.
“There is the one who is miserly, and is self-satisfied, who denies goodness—We shall smooth his way towards hardship and his wealth will not help him as he falls. Our part is to provide guidance.”581.
Gott schenkt uns unzählige Gnaden.
God provides us with innumerable favours.
„Und wenn ihr die Gunst Gottes zählen wolltet, könntet ihr sie nicht aufzählen. Wahrlich, der Mensch ist sehr ungerecht und undankbar.“582
“And if you should [try to] count the favours of God, you could not enumerate them. Indeed mankind is [generally] most unjust and ungrateful.”582
Wir sollten Gott ewig dankbar sein, denn wir könnten Ihm für Seine Segnungen niemals genug danken. Das Herz eignet sich als passendes Beispiel, um diesen Punkt zu veranschaulichen. Das menschliche Herz schlägt etwa 100.000 Mal am Tag, das sind ungefähr 37.000.000 Mal im Jahr. Würden wir das Alter von 75 Jahren erreichen, käme die Zahl der Herzschläge auf 2.759.400.000. Wie viele von uns haben jemals so viele Herzschläge gezählt? Niemand hat das je getan. Tatsächlich ist es unmöglich, so viele Herzschläge zu zählen. Erstens kann man in den ersten Lebensjahren noch gar nicht zählen, und schon damit entsteht ein Rückstand von einigen Jahren. Zweitens kann man die Herzschläge während des Schlafes nicht zählen. Um die Herzschläge eines ganzen Lebens zu zählen, müsste man vom Tag der Geburt an jeden einzelnen Herzschlag zählen, auch während man schläft. Das würde das normale Leben beeinträchtigen, denn man müsste ständig zählen, jedes Mal, wenn das Herz einen neuen Schlag beginnt. Praktisch ist es unmöglich. Dennoch ist uns jeder Herzschlag kostbar. Jeder von uns würde einen Berg aus Gold opfern, um sicherzustellen, dass unser Herz richtig arbeitet und uns am Leben erhält. Doch wir vergessen und leugnen den, der unser Herz erschaffen hat und dessen Funktion ermöglicht. Diese Veranschaulichung zwingt uns zu dem Schluss, dass wir Gott dankbar sein müssen, und Dankbarkeit ist eine Form der Anbetung. Die obige Betrachtung bezieht sich nur auf die Herzschläge; stellen wir uns also vor, welche Dankbarkeit wir für all die anderen Segnungen empfinden müssten, die Gott uns geschenkt hat. Aus dieser Perspektive ist alles andere als ein Herzschlag ein Zusatzgeschenk. Gott hat uns Gunstbeweise gewährt, die wir nicht aufzählen können, und könnten wir sie zählen, müssten wir Ihm auch dafür danken, dass wir dazu in der Lage sind.
We should be eternally grateful to God because we could never thank Him for His blessings. The heart is an appropriate example to illustrate this point. The human heart beats around 100,000 times a day, which is approximately 37,000,000 times a year. If we were to live up to the age of 75, the number of heartbeats would reach 2,759,400,000. How many of us have even counted that number of heartbeats? No one ever has. It is actually impossible to count that many heartbeats. Firstly, for the first few years of your life you cannot count. Already there are a few years of backlog. Secondly, you cannot count your heartbeats while you are sleeping. To be able to count a lifetime’s worth of heartbeats, you would have had to start counting each heartbeat from the day you were born and while you were asleep. This would interfere with your ability to live a normal life, as you would always be counting every time your heart started a new beat. As a practical matter it is impossible. However, every heartbeat is precious to us. Anyone of us would sacrifice a mountain of gold to ensure that our hearts function properly to keep us alive. Yet we forget and deny the One who created our hearts and enables them to function. This illustration forces us to conclude that we must be grateful to God, and gratitude is a form of worship. The above discussion just refers to heartbeats, so imagine the gratitude we must express for all the other blessings God has given us. From this perspective, anything other than a heartbeat is a bonus. God has given us favours we cannot enumerate, and if we could count them we would have to thank Him for the ability to do so.
Wenn wir uns selbst lieben, müssen wir Gott lieben.
If we love ourselves, we must love God.
Gott zu lieben ist ein grundlegender Aspekt der Anbetung. Es gibt viele Arten von Liebe, und eine davon ist die Selbstliebe. Sie entsteht aus dem Wunsch, unsere Existenz zu verlängern, Freude zu empfinden und Schmerz zu vermeiden, sowie aus dem Bedürfnis, unsere menschlichen Bedürfnisse und Motivationen zu befriedigen. Wir alle haben diese natürliche Liebe zu uns selbst, weil wir glücklich und zufrieden sein wollen. Der Psychologe Erich Fromm vertrat die Ansicht, dass Selbstliebe keine Form von Arroganz oder Egozentrik ist. Vielmehr geht es bei der Selbstliebe um Fürsorge, Verantwortungsbewusstsein und Achtung vor uns selbst. Diese Art der Liebe ist notwendig, um andere lieben zu können. Wenn wir uns selbst nicht lieben können, wie können wir dann andere Menschen lieben? Nichts ist uns näher als wir selbst; wenn wir uns selbst nicht umsorgen und achten können, wie können wir dann andere umsorgen und achten? Sich selbst zu lieben ist eine Form der „Selbstempathie“. Wir stehen in Verbindung mit unseren eigenen Gefühlen, Gedanken und Bestrebungen. Wenn wir keine Verbindung zu uns selbst herstellen können, wie können wir dann mit anderen mitfühlen und in Verbindung treten? Erich Fromm greift diesen Gedanken auf, indem er sagt, Liebe „impliziert, dass die Achtung vor der eigenen Integrität und Einzigartigkeit, die Liebe zu und das Verständnis für das eigene Selbst nicht von der Achtung, Liebe und dem Verständnis für einen anderen Menschen getrennt werden können.“583
Loving God is a fundamental aspect of worship. There are many types of love and one of these includes self-love. This occurs due to the desire to prolong our existence, feel pleasure and avoid pain, as well as the need to satisfy our human needs and motivations. We all have this natural love for ourselves because we want to be happy and content. The psychologist Erich Fromm argued that loving oneself is not a form of arrogance or egocentricity. Rather, self-love is about caring, taking responsibility and having respect for ourselves. This type of love is necessary in order to love others. If we cannot love ourselves, how then can we love other people? There is nothing closer to us than our own selves; if we cannot care for and respect ourselves, how then can we care for and respect others? Loving ourselves is a form of ‘self-empathy’. We connect with our own feelings, thoughts and aspirations. If we cannot connect with our own selves, how then can we empathise and connect with others? Erich Fromm echoes this idea by saying that love “implies that respect for one’s own integrity and uniqueness, love for an understanding of one’s own self, cannot be separated from respect and love and understanding for another individual.”583
Wenn die Selbstliebe des Menschen notwendig ist, sollte ihn dies dazu führen, denjenigen zu lieben, der ihn erschaffen hat. Warum? Weil Gott die materiellen Ursachen und Mittel geschaffen hat, damit der Mensch Glück und Freude erlangt und Schmerz vermeidet. Gott hat uns jeden kostbaren Augenblick unseres Daseins frei geschenkt, doch wir verdienen diese Augenblicke nicht und besitzen sie auch nicht. Der große Theologe Al-Ghazali erklärt treffend, dass wir Gott lieben müssen, wenn wir uns selbst lieben:
If a person’s love for himself is necessary, this should lead him to love the One who made him. Why? Because God created the physical causes and means for human beings to achieve happiness and pleasure, and avoid pain. God has freely given us every precious moment of our existence, yet we do not earn or own these moments. The great theologian Al-Ghazali aptly explains that if we love ourselves we must love God:
„Wenn also die Eigenliebe des Menschen notwendig ist, dann muss auch seine Liebe zu Dem notwendig sein, durch Den zunächst sein Entstehen und sodann sein Fortbestehen in seinem Wesen mit all seinen inneren und äußeren Eigenschaften, seiner Substanz und seinen Akzidenzien, zustande kommt. Wer so sehr von seinen fleischlichen Begierden betört ist, dass ihm diese Liebe fehlt, vernachlässigt seinen Herrn und Schöpfer. Er besitzt keine echte Erkenntnis von Ihm; sein Blick ist auf seine Gelüste und auf die Dinge der Sinne beschränkt.“ 584.
“Therefore, if man’s love for himself be necessary, then his love for Him through whom, first his coming-to-be, and second, his continuance in his essential being with all his inward and outward traits, his substance and his accidents, occur must also be necessary. Whoever is so besotted by his fleshy appetites as to lack this love neglects his Lord and Creator. He possesses no authentic knowledge of Him; his gaze is limited to his cravings and to things of sense.” 584.
Gott ist der Liebevolle, und Seine Liebe ist die reinste Form der Liebe.
God is The-Loving, and His love is the purest form of love.
Gott ist der Liebende. Er besitzt die reinste Form der Liebe. Dies sollte jeden dazu bewegen, Ihn lieben zu wollen, und Ihn zu lieben ist ein wesentlicher Bestandteil der Anbetung. Stellen Sie sich vor, ich würde Ihnen erzählen, dass es einen Menschen gibt, der der liebevollste Mensch überhaupt ist und dessen Liebe von keiner anderen Liebe erreicht werden kann. Würde das nicht in Ihnen den starken Wunsch wecken, diesen Menschen kennenzulernen und schließlich auch ihn zu lieben? Die Liebe Gottes ist die reinste und intensivste Form der Liebe; deshalb würde jeder vernünftige Mensch auch Ihn lieben wollen.
God is The-Loving. He has the purest form of love. This should make anyone want to love Him, and loving Him is a key part of worship. Imagine if I were to tell you that there was this person who was the most loving person ever, and that no other love could match his love; wouldn’t that instil a strong desire to get to know this person and eventually love him too? God’s love is the purest and most intense form of love; therefore, any sane person would want to love him too.
Da das englische Wort für Liebe eine Reihe von Bedeutungen umfasst, lässt sich die islamische Vorstellvon der Liebe Gottes am besten erläutern, indem man sich die tatsächlich im Qur'an verwendeten Begriffe anschaut, mit denen die göttliche Liebe beschrieben wird: Seine Barmherzigkeit (raḥmah), Seine besondere Barmherzigkeit (raḥīm) und Seine besondere Liebe (waddūd). Wenn wir diese Begriffe und ihren Zusammenhang mit dem göttlichen Wesen verstehen, lernen unsere Herzen, Gott zu lieben.
Given that the English word for love encompasses a range of meanings, the best way to elaborate on the Islamic conception of God’s love is to look into the actual Qur’anic terms used to describe Divine love: His mercy (rahmah), His special mercy (raheem) and His special love (muwadda). By understanding these terms and how they relate to the Divine nature, our hearts will learn to love God.
Barmherzigkeit.
Mercy.
Es heißt, ein anderes Wort für Liebe sei Barmherzigkeit. Einer der Namen Gottes ist Der Barmherzige; das arabische Wort dafür lautet Ar-Rahmaan. Diese englische Übersetzung gibt die Tiefe und Intensität, die die Bedeutung dieses Wortes trägt, nicht vollständig wieder. Der Name Ar-Rahmaan hat drei wesentliche Bedeutungsschichten: Erstens ist Gottes Barmherzigkeit eine intensive Barmherzigkeit; zweitens ist Seine Barmherzigkeit eine unmittelbare Barmherzigkeit; und drittens ist es eine Barmherzigkeit von so gewaltiger Kraft, dass nichts sie aufhalten kann. Gottes Barmherzigkeit umfasst alle Dinge, und Er bevorzugt die Rechtleitung für die Menschen. In Seinem Buch, dem Qur'an, sagt Er: {…doch Meine Barmherzigkeit umfasst alle Dinge…} 585
It is said that another word for love is mercy. One of God’s names is The-Merciful; the Arabic word used is Ar-Rahmaan. This English translation does not fully represent the depth and intensity that the meaning of this word carries. The name Ar-Rahmaan has three major connotations: the first is that God’s mercy is an intense mercy; the second is that His mercy is an immediate mercy; and the third is a mercy so powerful that nothing can stop it. God’s mercy encompasses all things and He prefers guidance for people. In God’s book, the Qur’an, He says, “…but My mercy encompasses all things….” 585
„Der Erbarmer hat den Koran gelehrt.“ 586
“It is the Lord of Mercy who taught the Qur’an.” 586
In dem obigen Vers sagt Gott, Er sei Der Barmherzige, was so verstanden werden kann, dass Er der „Herr der Barmherzigkeit“ ist, und dass Er den Koran gelehrt hat. Dies ist ein sprachlicher Hinweis, um hervorzuheben, dass der Koran als Ausdruck der Barmherzigkeit Gottes offenbart wurde. Mit anderen Worten: Der Koran ist wie ein großer Liebesbrief an die Menschheit. Wie bei wahrer Liebe will derjenige, der liebt, das Gute für den Geliebten, warnt ihn vor Fallstricken und Hindernissen und zeigt ihm den Weg zum Glück. Der Koran ist nicht anders: Er ruft die Menschheit an, und er warnt und verkündet zugleich frohe Botschaft.
In the above verse, God says He is The-Merciful, which can be understood as the “Lord of Mercy”, and that He taught the Qur’an. This is a linguistic indication to highlight that the Qur’an was revealed as a manifestation of God’s mercy. In other words, the Qur’an is like one big love-letter to humanity. As with true love, the one who loves wants good for the beloved, and warns them of pitfalls and obstacles, and shows them the way to happiness. The Qur’an is no different: it calls out to humanity, and it also warns and expresses glad tidings.
Besondere Barmherzigkeit.
Special Mercy.
Mit Ar-Rahmaan verbunden ist Ar-Raheem. Diese beiden Namen haben dieselbe sprachliche Wurzel, die vom arabischen Wort für Mutterleib stammt. Der Bedeutungsunterschied ist jedoch erheblich. Ar-Raheem bezieht sich auf eine besondere Barmherzigkeit für jene, die sie annehmen wollen. Wer sich entscheidet, die Rechtleitung Gottes anzunehmen, hat im Wesentlichen Seine besondere Barmherzigkeit angenommen. Diese besondere Barmherzigkeit gilt den Gläubigen und offenbart sich im Paradies als endloser, glückseliger Frieden mit Gott.
Connected to Ar-Rahmaan is Ar-Raheem. These names share the same linguistic root which comes from the Arabic word for womb. The difference in meaning however is significant. Ar-Raheem refers to a special mercy for those who want to embrace it. Whoever chooses to accept God’s guidance has essentially accepted His special mercy. This special mercy is for the believers and it is manifested in paradise; unending, blissful peace with God.
Besondere Liebe.
Special Love.
Laut dem Qur'an ist Gott Al-Wadūd, Der Liebende. Dieser arabische Name bezieht sich auf eine besondere Liebe, die sichtbar ist. Er leitet sich von dem Wort wudd ab, das die Liebe meint, die sich im Akt des Gebens ausdrückt: „Und Er ist Der Vergebende, Der Liebende." 587
According to the Qur’an, God is The-Loving. The Arabic name is Al-Wadood. This refers to a special love that is apparent. It comes from the word wud, which means expressing love through the act of giving: “And He is The Forgiving, The Loving.” 587
Gottes Liebe übertrifft alle Arten der Liebe. Seine Liebe ist größer als alle weltlichen Formen der Liebe. Die Liebe einer Mutter zum Beispiel ist, obwohl selbstlos, in ihrem inneren Bedürfnis begründet, ihr Kind zu lieben. Sie vervollständigt sie, und durch ihre Opfer fühlt sie sich ganz und erfüllt. Gott ist ein unabhängiges Wesen, das autark und vollkommen ist; Er bedarf keiner Sache. Gottes Liebe gründet nicht auf einem Bedürfnis oder einem Verlangen; sie ist daher die reinste Form der Liebe, denn Er gewinnt absolut nichts dadurch, dass Er uns liebt.
God’s love transcends all of the different types of love. His love is greater than all worldly forms of love. For example, a mother’s love, although selfless, is based on her internal need to love her child. It completes her, and through her sacrifices she feels whole and fulfilled. God is an independent Being who is self-sufficient and perfect; He does not require anything. God’s love is not based on a need or want; it is therefore the purest form of love, because He gains absolutely nothing from loving us.
Im Lichte dessen: Wie könnten wir jene nicht lieben, die liebevoller ist als alles, was wir uns vorstellen können? Der Prophet Muhammad ﷺ sagte: „Gott ist seinen Dienern zugeneigter als eine Mutter ihren Kindern.“588
In this light, how can we not love the One who is more loving than anything we can imagine? The Prophet Muhammad صلى الله عليه وسلم said, “God is more affectionate to His servants than a mother to her children.”588
Wenn Gott der Liebevollste ist und Seine Liebe größer ist als die größte weltliche Liebe, die wir je erfahren haben, so sollte dies in uns eine tiefere Liebe zu Gott hervorrufen. Bedeutsam ist, dass dies uns den Wunsch geben sollte, Ihn zu lieben, indem wir zu Seinen Dienern gehören. Al-Ghazali sagte treffend: „Für jene, die mit Einsicht begabt sind, gibt es in Wahrheit kein Objekt der Liebe außer Gott, und niemand außer Ihm verdient Liebe.“589
If God is the most loving, and His love is greater than the greatest worldly love we have experienced, this should instil in us a deeper love for God. Significantly, this should make us want to love Him by being one of His servants. Al-Ghazali aptly said, “For those endowed with insight there is in reality no object of love but God, nor does anyone but He deserve love.”589
Aus geistlicher Sicht ist die Liebe zu Gott der größte Segen, den ein Mensch je erlangen kann, denn sie ist eine Quelle innerer Ruhe, Gelassenheit und ewiger Glückseligkeit im Jenseits. Gott nicht zu lieben ist nicht nur eine Form von Undankbarkeit, sondern die größte Form des Hasses. Den nicht zu lieben, der die Quelle der Liebe ist, bedeutet, das abzulehnen, was es ermöglicht, dass Liebe entsteht und unsere Herzen erfüllt.
From a spiritual perspective, God’s love is the greatest blessing anyone can ever achieve, as it is a source of internal tranquillity, serenity, and eternal bliss in the hereafter. Not loving God is not only a form of ingratitude, but the greatest form of hate. Not loving the One who is the source of love is a rejection of that which enables love to occur and fill our hearts.
Gott zwingt uns Seine besondere Liebe nicht auf. Zwar schenkt Er uns durch Seine Barmherzigkeit in jedem Augenblick unseres Lebens liebevoll Seine Gaben, doch um Gottes Liebe vollständig anzunehmen und Empfänger Seiner besonderen Liebe zu werden, muss man eine Beziehung zu Ihm eingehen. Es ist, als wartete Gottes Liebe darauf, dass wir sie annehmen. Wir haben jedoch die Tür geschlossen und die Fensterläden vorgelegt. Indem wir Gott leugnen, Ihn ignorieren und Ihn zurückweisen, haben wir die Tür verschlossen gehalten. Würde Gott uns Seine besondere Liebe aufzwingen, verlöre die Liebe jede Bedeutung. Wir haben die Wahl: den rechten Weg zu gehen und so Gottes besondere Liebe zu erlangen, oder Seine Rechtleitung zurückzuweisen und die geistigen Folgen auf uns zu nehmen.
God does not force His special love on us. Although, by His mercy, He lovingly gives us every moment of our lives, to fully embrace God’s love and be recipients of His special love, one must enter into a relationship with Him. It is as if God’s love is waiting for us to embrace it. However, we have closed the door and put up the shutters. We have kept the door shut by denying, ignoring and rejecting God. If God were to force His special love on us, love would lose all meaning. We have the choice: to follow the right path and thereby gain God’s special love, or reject His guidance and face the spiritual consequences.
Das liebevollste Wesen möchte dich lieben, doch damit du diese Liebe annimmst und sie bedeutsam wird, musst du dich dafür entscheiden, Ihn zu lieben und dem Pfad zu folgen, der zu Seiner Liebe führt. Dieser Pfad ist der prophetische Weg des Propheten Muhammad ﷺ (siehe Kapitel 14):
The most loving Being wants to love you, but in order for you to embrace that love, and for it to be meaningful, you have to choose to love Him and follow the path that leads to His love. This path is the Prophetic path of the Prophet Muhammad صلى الله عليه وسلم)see Chapter 14):
„Sprich: [O Muhammad]: ‚Wenn ihr Gott liebt, so folgt mir, dann wird Gott euch lieben und euch eure Sünden vergeben. Und Gott ist Allverzeihend und Barmherzig.‘“590.
“Say, [O Muhammad]: ‘If you love God, then follow me, [so] God will love you and forgive your sins. And God is Forgiving and Merciful’.”590.
Anbetung ist Teil unseres Wesens.
Worship is part of who we are.
Gott ist es wert, angebetet zu werden, weil Anbetung ein Teil dessen ist, was wir sind. So wie unser Bedürfnis zu essen, zu trinken und zu atmen, ist Anbetung eine angeborene Neigung (siehe Kapitel 4). Aus dieser Sicht sind wir von Natur aus Anbetende, denn das ist es, was wir sind, und es ist unser gottgegebener Zweck. Gott anzubeten ist eine logische Notwendigkeit, so wie wenn wir sagen, ein Auto ist rot. Es ist rot, weil wir diese Farbe als rot definiert haben; es ist per Definition rot. Ebenso sind wir per Definition Anbetende, weil Gott uns so definiert und geschaffen hat: „Ich habe die Dschinn [die Geisterwelt] und die Menschen nur erschaffen, damit sie Mich anbeten.“591
God is worthy of our worship because worship is part of who we are. Just like our need to eat, drink and breathe, worship is an innate tendency (see Chapter 4). From this perspective, we are natural-born worshippers, because that is who we are and it is our Divinely given purpose. Worshipping God is a logical necessity, just as when we say a car is red. It is red because we have defined that colour as red; it is red by definition. Likewise, we are worshippers by definition, because God defined and made us that way: “I did not create the Jinn [spirit world], nor mankind, except to worship Me.”591
Selbst Menschen, die nicht an Gott glauben, einschließlich derer, die die Tatsache zurückweisen, dass Ihm allein die Anbetung gebührt, zeigen Zeichen von Verehrung, Ehrfurcht und Hingabe. Wenn du Gott nicht anbetest, wirst du dennoch irgendetwas anbeten. Aus islamischer Sicht ist der Gegenstand, den du am meisten liebst und verehrst, einschließlich dessen, dem du letztlich Macht zuschreibst und von dem du dich letztlich abhängig glaubst, im Wesentlichen dein Gegenstand der Anbetung. Für viele Menschen kann dies eine Ideologie, ein Anführer, ein Familienmitglied und sogar das eigene Selbst umfassen. Mit anderen Worten: Viele Menschen vergöttern diese Dinge. Vielgötterei oder Götzendienst bedeutet nicht nur, einen Gegenstand anzubeten oder sich vor ihm niederzuwerfen.
Even people who do not believe in God, including those who reject the fact that He is entitled to worship, manifest signs of adoration, reverence and devotion. If you do not worship God, you’ll still end up worshipping something. From an Islamic perspective, the object that you love and revere the most, including whatever you attribute ultimate power to and believe you are ultimately dependent on, is essentially your object of worship. For many people, this can include an ideology, a leader, a family member and even your own self. In other words, many people idolise these things. Polytheism or idolatry is not just about praying to or bowing down in front of an object.
Gott ist in unserem innersten Wesen verwurzelt, und wenn Gott uns gebietet, Ihn anzubeten, so ist dies tatsächlich eine Barmherzigkeit und ein Akt der Liebe. Es ist, als hätte jeder Mensch ein Loch in seinem Herzen. Dieses Loch ist nicht physischer, sondern geistiger Natur, und es muss gefüllt werden, um seelische Ruhe zu erlangen. Wir versuchen, dieses Loch mit einem neuen Job, einem Urlaub, einem neuen Haus, einem neuen Auto, einem Hobby, Reisen oder dem Besuch eines populären Selbsthilfekurses zu füllen. Doch jedes Mal, wenn wir unsere Herzen mit diesen Dingen füllen, tut sich ein neues Loch auf. Wir werden nie wirklich zufriedengestellt, und nach einiger Zeit suchen wir nach etwas anderem, um die geistige Leere zu füllen. Sobald wir jedoch unser Herz mit der Liebe zu Gott füllen, bleibt das Loch dauerhaft geschlossen. So fühlen wir uns im Frieden und erfahren eine Ruhe, die sich niemals in Worte fassen lässt, und eine Gelassenheit, die durch Unheil nicht erschüttert wird.
God is rooted in our innermost nature, and when God commands us to worship Him, it is actually a mercy and act of love. It is as if every human being has a hole in his or her heart. This hole is not physical, it is spiritual, and it needs to be filled to achieve spiritual tranquillity. We attempt to fill this hole with a new job, a holiday, a new house, a new car, a hobby, travel or taking up a popular self-help course. However, every time we fill our hearts with these things, a new hole appears. We are never truly satisfied, and after a while we seek something else to fill the spiritual void. Yet, once we fill our hearts with the love of God, the hole remains permanently closed. Thus, we feel at peace and experience a tranquillity that can never be put into words, and a serenity that is undisturbed by calamity.
Dem Gehorsam gegenüber Gott gehört zur Anbetung Ihm.
Obeying God is part of worshipping Him.
„[G]ehorcht Gott und dem Propheten ﷺ, damit euch Barmherzigkeit zuteilwird.“593
“[A]nd obey God and the Prophet592 so that you may be given mercy.”593
Wenn ich mit dem Flugzeug reise, höre ich über die Bordlautsprecheranlage meist den Piloten ankündigen, dass wir uns wegen bevorstehender Turbulenzen anschnallen sollen. Meine übliche Reaktion ist, mich hinzusetzen, den Gurt zu schließen und auf das Beste zu hoffen (und zu beten). Dass ich der Anweisung des Piloten folge, liegt daran, dass ich verstehe, dass er die Autorität in Bezug auf das Flugzeug ist, wie es funktioniert und welche Auswirkungen Turbulenzen haben. Mein Gehorsam ist das Ergebnis des Gebrauchs meiner Vernunft. Nur ein arrogant Mensch würde einer gültigen Autorität nicht gehorchen. Würde einer von uns einen siebenjährigen Jungen ernst nehmen, der sagt, dass unser Mathematikprofessor nicht wisse, wie man Analysis unterrichtet?
When I travel by plane, I usually hear the pilot announce—via the inflight audio system—to fasten our seat belts due to oncoming turbulence. My typical response involves sitting down, fastening my belt and hoping (and praying) for the best. The reason I obey the pilot’s command is that I understand he is the authority concerning the plane, how it works and the effects of turbulence. My obedience is a result of using my rational faculties. Only an arrogant person would disobey a valid authority. Would any of us take seriously a seven-year-old telling us that our maths professor does not know how to teach calculus?
Ähnlich verhält es sich: Gott ungehorsam zu sein ist töricht und unbegründet. Gott zu gehorchen, selbst wenn wir die volle Weisheit hinter manchen Seiner Gebote nicht kennen, ist das Vernünftigste, was man tun kann. Gottes Gebote beruhen auf Seinem grenzenlosen Wissen und Seiner Weisheit. Er ist die letzte Autorität. Diese Autorität zu leugnen gleicht dem, als würde ein zweijähriges Kind auf ein Blatt Papier kritzeln und behaupten, es sei beredter als Shakespeare. (Eigentlich ist es noch schlimmer.)
In a similar light, disobeying God is foolish and unfounded. Obeying God, even if we do not know the full wisdom behind some of His commands, is the most rational thing to do. God’s commands are based on His boundless knowledge and wisdom. He is the ultimate authority. To deny this authority is like a two-year-old child scribbling on a piece of paper and claiming that he is more eloquent than Shakespeare. (Actually, it is worse.)
Das bedeutet nicht, dass wir beim Gehorsam gegenüber Gott unseren Verstand abschalten. Gott selbst fordert uns auf, unsere Vernunft zu gebrauchen. Sobald wir jedoch festgestellt haben, was Gott gesagt hat, sollte daraus Gehorsam folgen. Gehorsam gegenüber Gott bedeutet, dass man Ihn fürchten sollte. Ein Gläubiger sollte Gott fürchten, wenn er sich in einem Zustand des Dienens und Gehorsams befinden will. Diese Furcht ist jedoch nicht die Art von Furcht, die mit dem Erschrecken vor einem Feind oder einer bösen Macht verbunden ist. Gott will das Gute für uns. Vielmehr ist diese Furcht verbunden mit einem Schaudern der Haut vor Ehrfurcht, mit Verlust, Liebe und Unglück. Wir fürchten Gott aus der Perspektive heraus, die Seine Liebe und Sein Wohlgefallen zu verlieren.594 Um diesen Punkt zu erklären, betrachte folgendes Beispiel:
This does not mean that we suspend our minds when obeying God. We are told by God Himself to use our reason. However, once we have established what God has said, then that should result in obedience. Obeying God entails that one should fear Him. A believer should fear God if he wants to be in a state of servitude and obedience. This fear, however, is not the type of fear that is associated with being scared of an enemy or an evil force. God wants good for us. Rather, this fear is associated with skin-shivering awe, loss, love and unhappiness. We fear God from the perspective of fearing losing His love and good pleasure.594 To explain this point, consider the following illustration:
Stellen Sie sich vor, Sie gehen durch ein Einkaufszentrum. Sie bemerken ein kleines Mädchen, das von seiner Mutter ausgeschimpft wird. Das Kind beginnt zu weinen und klammert sich an das Bein seiner Mutter. Das Kind bittet die Mutter um Vergebung und bittet um eine Umarmung. Die Mutter lächelt und sagt ihrem Kind, dass sie es zurechtgewiesen hat, um es zu beschützen und dafür zu sorgen, dass es in Sicherheit bleibt. Die Angst des Kindes ist die Angst, die Liebe und Zufriedenheit seiner Mutter zu verlieren. Das Kind will die Liebe seiner Mutter nicht verlieren und sie nicht unglücklich machen. Diese Art von Furcht müssen wir vor Gott haben.
Imagine you are walking through a mall. You notice a young child being told off by her mother. The child starts to cry and holds on to her mother’s leg. The child begs for her mother’s forgiveness and asks for a hug. The mother smiles and tells her child that she was telling her off to protect her and ensure she stays safe. The child’s fear is a fear of losing her mother’s love and pleasure. The child does not want to lose her mother’s love and make her unhappy. This is the type of fear we must have for God.
Wir sollten Gott gehorchen wollen, weil wir die geistigen Folgen des Ungehorsams fürchten. Dazu gehört der Verlust der besonderen Liebe Gottes, einschließlich des Abbrechens der Verbindung, die wir durch unsere Gottesdienste zu Ihm aufgebaut haben. Ungehorsam ist unser Weg, vor Gottes Barmherzigkeit davonzulaufen, und das Fehlen Seiner Barmherzigkeit führt zu einem schrecklichen Aufenthaltsort selbst verschuldeten Leids: der Hölle. Al-Ghazali fasst diese Art der Furcht zusammen, indem er sie als Furcht vor dem Verlust eines Geliebten beschreibt: „Wer etwas liebt, muss fürchten, es zu verlieren. Daher kann Liebe nicht ohne Furcht sein, denn der Gegenstand der Liebe ist etwas, das verloren gehen kann.“595
We should want to obey God because we fear the spiritual consequences of disobedience. These include losing God’s special love; including breaking the connection we have built with Him through our acts of worship. Disobedience is our way of running away from God’s mercy, and an absence of His mercy leads to a terrible abode of self-inflicted suffering; hell. Al-Ghazali summarises this type of fear by describing it as a fear of losing something that is loved: “Whoever loves something must fear to lose it. Hence love cannot be without fear, for the object of love is something that can be lost.”595
Der Koran erwähnt die Furcht vor Gott, und diese Furcht muss so verstanden werden, wie ich es soeben oben erklärt habe. Das göttliche Buch erwähnt jedoch auch das Gottesbewusstsein, im islamischen Glaubenslehre als taqwaa bekannt. Eine gute Übersetzung des Korans würde die beiden Begriffe unterscheiden. Ihre Bedeutungen sind verschieden, und sie überschneiden sich. Die Furcht vor Gott bedeutet, den Verlust und die geistlichen Folgen des Ungehorsams zu fürchten, während das Gottesbewusstsein sich auf die achtsame und wache Gegenwart Gottes bezieht: Er weiß, was wir tun, und als Liebende Gottes sollten wir danach streben, Sein Wohlgefallen und Seine Liebe zu suchen.
The Qur’an mentions the fear of God, and this fear must be understood in the way I have just explained above. However, the Divine book also mentions God-consciousness, known as taqwaa in Islamic theology. A good translation of the Qur’an would distinguish the two terms. Their meanings are different and they overlap. While fear of God entails fearing loss and the spiritual consequences of disobedience, God-consciousness refers to being mindful and aware of the Divine presence; He knows what we are doing and, as lovers of God, we should want to seek His good pleasure and love.
Braucht Gott unsere Anbetung?
Does God need our worship?.
Diese häufige Frage entsteht aus einem Missverständnis von Gott in der islamischen Tradition. Der Koran und die prophetischen Überlieferungen erklären klar, dass Gott transzendent und frei von jeglichem Bedürfnis ist; mit anderen Worten: Er ist absolut unabhängig (siehe Kapitel 6).
This common question arises due to a misunderstanding of God in the Islamic tradition. The Qur’an and the Prophetic traditions clearly explain that God is transcendent and free of any need; in other words, He is absolutely independent (see Chapter 6).
Daher benötigt Gott unsere Anbetung überhaupt nicht. Er gewinnt nichts durch unsere Anbetung, und unser Ausbleiben nimmt Gott nichts. Wir beten Gott an, weil Er uns durch Seine Weisheit und Barmherzigkeit so erschaffen hat. Gott hat die Anbetung für uns gut und nützlich gemacht, sowohl in weltlicher als auch in geistlicher Hinsicht.
Therefore, God does not need us to worship Him at all. He gains nothing from our worship, and our lack of it takes nothing away from God. We worship God because—through God’s wisdom and mercy— He created us that way. God made worship good and beneficial for us, from both worldly and spiritual perspectives.
Warum hat Er uns erschaffen, damit wir Ihn anbeten?
Why did He create us to worship Him?.
Die Antwort darauf lautet meist die Frage: Warum hat Gott uns erschaffen, damit wir Ihn anbeten? Gott ist ein in höchstem Maße gutes Wesen, und deshalb sind Seine Handlungen nicht nur gut, sie sind Ausdruck Seines Wesens. Außerdem liebt Gott das Gute. Dass Gott vernunftbegabte Geschöpfe erschaffen hat, die aus freiem Willen wählen würden, Ihn anzubeten und Gutes zu tun – manche bis zu dem Grad, dass sie in der Tugend erhaben werden wie die Propheten, und danach ewiges Leben in der Gegenwart Gottes erhalten, um eine Ewigkeit voller inniger Liebe und Gemeinschaft zu verbringen –, ist die größte Geschichte, die je erzählt wurde. Da Gott alles Gute liebt, ist klar, warum Er diese Geschichte Wirklichkeit werden lassen würde. Zusammengefasst: Gott hat uns erschaffen, damit wir Ihn anbeten, weil Er Gutes für uns will; mit anderen Worten, Er will, dass wir ins Paradies gelangen. Er hat deutlich gemacht, dass jene, die das Paradies erlangen, erschaffen wurden, um Seine Barmherzigkeit zu erfahren:596
What follows from this answer is usually the question: Why did God create us to worship Him? God is a maximally good Being, and therefore His actions are not only good, they are expressions of His nature. In addition, God loves good. The fact that God has created rational creatures who would freely choose to worship Him and do good—some to the point of becoming exalted in virtue like the prophets, and then being given eternal life in the presence of God—to pass an eternity of intimate love and companionship, is the greatest story ever told. Since God loves all good, it is clear why He would make this story a reality. In summary, God created us to worship Him because He wants good for us; in other words, He wants us to go to paradise. He has made it clear that those who attain paradise have been created to experience His mercy:596
„Hätte dein Herr es gewollt, so hätte Er alle Menschen zu einer einzigen Gemeinschaft gemacht; doch sie werden weiterhin verschiedenartig sein – außer denen, derer sich dein Herr erbarmt. Denn dazu hat Er sie erschaffen.“ 597
“If your Lord had pleased, He would have made all people a single community, but they continue to have their differences—except those on whom your Lord has mercy— for He created them to be this way.” 597
Dass Gott uns erschaffen hat, damit wir Ihn anbeten, war unausweichlich. Seine vollkommenen Namen und Eigenschaften mussten sich offenbaren. Ein Künstler bringt zwangsläufig Kunstwerke hervor, weil er die Eigenschaft besitzt, künstlerisch zu sein. Umso mehr würde Gott uns unausweichlich erschaffen, damit wir Ihn anbeten, denn Er ist derjenige, der der Anbetung würdig ist. Diese Unausweichlichkeit beruht nicht auf einem Bedürfnis, sondern ist vielmehr eine Manifestation der Namen und Eigenschaften Gottes.
God creating us to worship Him was inevitable. His perfect names and attributes were going to manifest themselves. An artist inevitably produces art work because he has the attribute of being artistic. By greater reason, God would inevitably create us to worship Him because He is the One worthy of worship. This inevitability is not based on need, but rather a manifestation of God’s names and attributes.
Eine andere Möglichkeit, diese Frage zu beantworten, besteht darin, zu erkennen, dass unser Wissen bruchstückhaft und begrenzt ist, weshalb wir die Gesamtheit der Weisheit Gottes niemals ergründen werden. Wie bereits erwähnt, würde es bedeuten, dass wir zu Göttern würden oder dass Gott uns gleich wäre, wenn wir die ganze Weisheit Gottes begreifen könnten. Beides ist unmöglich. Dass es auf diese Frage vielleicht keine Antwort gibt, zeigt daher gerade die Erhabenheit des Wissens Gottes. Zusammengefasst: Er hat uns aufgrund Seiner ewigen Weisheit erschaffen, damit wir Ihn anbeten; warum, können wir lediglich nicht begreifen.
Another way of answering this question is to understand that our knowledge is fragmentary and finite, so we will never be able to fathom the totality of God’s wisdom. As previously mentioned, if we comprehended all of God’s wisdom, it would mean we would become Gods or that God would be like us. Both are impossibilities. Hence, the very fact that there may be no answer to this question indicates the transcendence of God’s knowledge. In summary, He created us to worship Him due to His eternal wisdom; we just cannot comprehend why.
Ein praktischer Weg, diese Frage zu betrachten, wird durch das folgende Bild erklärt. Stell dir vor, du stündest am Rand einer Klippe und jemand stieße dich in das Meer darunter. Dieses Wasser ist voller Haie. Derjenige, der dich gestoßen hat, hat dir jedoch eine wasserdichte Karte und eine Sauerstoffflasche gegeben, damit du zu einer wunderschönen tropischen Insel navigieren kannst, auf der du für immer in Glückseligkeit bleiben wirst. Wärst du klug, würdest du die Karte benutzen und die Sicherheit der Insel erreichen. Wenn du dich jedoch an der Frage festhältst: Warum hast du mich hier hineingeworfen?, wirst du wahrscheinlich von den Haien gefressen. Für den Muslim sind der Qur'an und die prophetischen Überlieferungen die Karte und die Sauerstoffflasche. Sie sind unsere Werkzeuge, um den Weg des Lebens sicher zu beschreiten. Wir müssen Gott erkennen, Ihn lieben und Ihm gehorchen und alle Taten der Anbetung Ihm allein widmen. Grundsätzlich haben wir die Wahl, uns selbst zu schaden, indem wir diese Botschaft ignorieren, oder die Liebe und Barmherzigkeit Gottes anzunehmen, indem wir sie akzeptieren.
A practical way of looking at this question is explained in the following illustration. Imagine you were on the edge of a cliff and someone pushed you into the ocean below. This water is infested with sharks. However, the one who pushed you gave you a waterproof map and an oxygen tank to enable you to navigate to a beautiful tropical island, where you will stay forever in bliss. If you were intelligent, you would use the map and reach the safety of the island. However, being stuck on the question, why did you throw me in here? will probably cause you to be eaten by the sharks. For the Muslim, the Qur’an and Prophetic traditions are the map and the oxygen tank. They are our tools to navigate the path of life safely. We have to know, love and obey God, and dedicate all acts of worship to Him alone. Fundamentally, we have the choice of harming ourselves by ignoring this message, or embracing the love and mercy of God by accepting it.
Der freigelassene Sklave.
The free slave.
Aus existenzieller Perspektive ist die Anbetung Gottes wahre Befreiung. Wenn Anbetung bedeutet, Gott am meisten zu lieben und ihm am meisten zu gehorchen, dann haben in Wirklichkeit auch viele von uns andere Götter in ihrem Leben. Viele von uns wollen am meisten ihr eigenes Ego und ihre eigenen Wünsche lieben und ihnen gehorchen. Wir glauben, immer recht zu haben, wir wollen nie falsch liegen, und wir wollen anderen immer unseren Willen aufzwingen. Aus dieser Sicht sind wir uns selbst versklavt. Der Qur'an weist auf einen solch verkommenen geistlichen Zustand hin und beschreibt denjenigen, der seine Begierden, Leidenschaften und Launen zu seinem Gott macht, als schlechter als ein Tier: „Hast du den gesehen, der seine Leidenschaft zu seinem Gott genommen hat? Willst du etwa sein Sachwalter sein? Oder meinst du, dass die meisten von ihnen hören oder verstehen? Sie sind nur wie das Vieh – nein, sie sind noch weiter vom Weg abgeirrt.“598
From an existential perspective, worshipping God is true liberation. If worship entails loving and obeying God the most, then in reality many of us also have other gods in our lives. Many of us want to love and obey our own egos and desires the most. We think we are always right, we never want to be wrong, and we always want to impose ourselves on others. From this perspective, we are enslaved to ourselves. The Qur’an points out such a debased spiritual state and describes the one who considers his desires, passions and whims as his god, to be worse than an animal: “Think of the man who has taken his own passion as a god: are you to be his guardian? Do you think that most of them hear or understand? They are just like cattle—no, they are further from the path.”598
Aus der Selbstanbetung geraten wir manchmal in die Anbetung verschiedener Formen gesellschaftlichen Drucks, von Ideen, Normen und Kulturen. Sie werden zu unserem Bezugspunkt, wir beginnen, sie zu lieben, wollen mehr über sie erfahren und lassen uns dazu verleiten, ihnen zu „gehorchen“. Beispiele gibt es zuhauf; nehmen wir zum Beispiel den Materialismus. Wir sind mit Geld und materiellem Besitz beschäftigt geworden. Natürlich ist der Wunsch nach Geld und Besitz nicht unbedingt etwas Schlechtes, doch haben wir zugelassen, dass unser Streben bestimmt, wer wir sind. Unsere Zeit und Mühe widmen wir der Anhäufung von Reichtum, und die falsche Vorstellung von materiellem Erfolg steht als Hauptziel in unserem Leben im Mittelpunkt. Aus dieser Perspektive beginnen die materiellen Dinge, uns zu beherrschen, und verleiten uns, der Kultur der gierigen Materialität zu dienen, statt Gott zu dienen. Ich weiß, dass dies nicht auf jeden zutrifft, doch ist diese Form übermäßigen Materialismus sehr verbreitet. Untersuchungen von Jean M. Twenge und Tim Kasser kamen zu dem Schluss, dass der Materialismus unter Jugendlichen über Generationen hinweg zugenommen hat – diese Studie stützte sich auf Daten von 1976 bis 2007 – und auf einem sehr hohen Niveau geblieben ist. Soziale Instabilität wie Scheidung, Arbeitslosigkeit, Rassismus, antisoziales Verhalten, eine geringere Lebenszufriedenheit und andere soziale Probleme stehen in einem gewissen Zusammenhang mit einem höheren Maß an Materialismus.599 Dies wird durch Forschungsergebnisse von S. J. Opree und anderen gestützt, die zu dem Schluss kommen, dass ein hohes Maß an Materialismus in der Kindheit die Lebenszufriedenheit im Erwachsenenalter verringern kann.
From self-worship, sometimes we move to worship various forms of social pressures, ideas, norms and cultures. They become our point of reference, we start to love them, want to know more about them, and are led to ‘obey’ them. Examples abound; take, for instance, materialism. We have become preoccupied with money and material belongings. Obviously, to want money and possessions is not necessarily a bad thing, but we have allowed our pursuit to define who we are. Our time and efforts are devoted to the accumulation of wealth, making the false notion of material success the primary focus in our lives. From this perspective, material things start to control us and lead us to serve the culture of avid materialism rather than serving God. I appreciate that this does not apply to everyone, but this form of excessive materialism is very common. Research by Jean M. Twenge and Tim Kasser concluded that materialism amongst youth has increased over generations—this study was based on data from 1976 to 2007—and it has remained very high. Social instability such as divorce, unemployment, racism, antisocial behaviour, decreased life-satisfaction and other social problems have some association with higher levels of materialism.599 This is supported by research conducted by S. J. Opree and others, where they conclude that a high level of materialism during childhood years may decrease life-satisfaction in adulthood.
600 Offensichtlich ist Forschung dieser Art nicht völlig schlüssig, und es muss noch viel mehr geforscht werden, doch sie stützt eine kollektive Intuition, dass solche Prioritäten eindeutig nicht richtig sind. Unser Selbstverständnis gründet sich auf unsere Berufe, unser Einkommen, unseren Reichtum und unseren Besitz. Unsere Identität wird allmählich von materiellen Faktoren abhängig, und nicht mehr von dem, was viele als höhere Werte betrachten würden: unserer Ethik, unseren moralischen Maßstäben, unserer Menschlichkeit und unserer Verbindung zu Gott und zu anderen Menschen.
600 Obviously, research of this kind is not entirely conclusive, and much more research needs to be done, but it supports a collective intuition that such priorities are clearly not right. Our sense of who we are is based on our jobs, earnings, wealth and possessions. Our identities are slowly becoming contingent on material factors and not on—what many would consider—higher values such as our ethics, moral standards, humanitarianism and connecting with God and other human beings.
Im Wesentlichen gilt: Wenn wir nicht Gott anbeten, beten wir trotzdem etwas anderes an. Das können unser eigenes Ego und unsere Begierden sein oder vergängliche Dinge wie materieller Besitz. In der islamischen Überlieferung bestimmt die Anbetung Gottes, wer wir sind, denn sie gehört zu unserer Natur. Wenn wir Gott vergessen und anfangen, Dinge anzubeten, die der Anbetung nicht würdig sind, vergessen wir nach und nach uns selbst: „Und seid nicht wie jene, die Gott vergessen haben, so dass Er sie sich selbst vergessen ließ.“ 601
Essentially, if we are not worshipping God, we are still worshipping something else. This can be our own egos and desires, or ephemeral things like material possessions. In the Islamic tradition, worshipping God defines who we are, as it is part of our nature. If we forget God, and start to worship things that are not worthy of worship, we will slowly forget our own selves: “And be not like those who forgot God, so He made them forget themselves.” 601
Unser Verständnis davon, wer wir sind, hängt von unserer Beziehung zu Gott ab, die durch unsere Dienstbarkeit und Anbetung geprägt wird. In diesem Sinne werden wir, wenn wir Gott anbeten, von der Unterwerfung unter andere „Götter“ befreit, seien es wir selbst, Dinge, die wir besitzen, oder Begierden, die wir hegen. Wie bereits erwähnt, führt uns der Qur'an ein tiefgründiges Gleichnis vor Augen: „Gott stellt ein Gleichnis auf: Kann ein Mann, der mehrere Herren hat, die miteinander im Streit liegen, einem Mann gleichgestellt werden, der sich ganz einem einzigen Herrn hingibt? Alles Lob gebührt Gott, doch die meisten von ihnen wissen es nicht.“602
Our understanding of who we are is dependent on our relationship with God, which is shaped by our servitude and worship. In this sense, when we worship God we are freed from submission to other ‘gods’, whether ourselves or things that we own or desire. As previously mentioned, the Qur’an presents us with a profound analogy: “God puts forward this illustration: can a man who has for his masters several partners at odds with each other be considered equal to a man devoted wholly to one master? All praise belongs to God, though most of them do not know.”602
Gott sagt uns im Grunde, dass wir, wenn wir Gott nicht anbeten, etwas anderes anbeten. Diese Dinge versklaven uns, und sie werden zu unseren Herren. Das Gleichnis des Qur'an lehrt uns, dass wir ohne Gott viele „Herren“ haben, die alle etwas von uns wollen. Sie stehen alle „im Widerspruch zueinander“, und wir geraten in einen Zustand des Elends, der Verwirrung und Unglücklichkeit. Gott aber, der alles weiß, auch uns selbst, und der barmherziger ist als jeder andere, sagt uns, dass Er unser Herr ist, und dass wir uns nur dann wahrhaft von den Fesseln der Dinge befreien, die wir an Seiner Stelle genommen haben, wenn wir Ihn allein anbeten.
God is essentially telling us that if we do not worship God, we end up worshipping something else. These things enslave us and they become our masters. The Qur’anic analogy is teaching us that without God, we have many ‘masters’ and they all want something from us. They are all ‘at odds with each other’, and we end up in a state of misery, confusion and unhappiness. However, God, who knows everything, including our own selves, and who has more mercy than anyone else, is telling us that He is our master, and that only by worshipping Him alone will we truly free ourselves from the shackles of the things we have taken as replacements for Him.
Um dieses Kapitel abzuschließen: Wer Gott liebevoll verehrt und sich Ihm friedvoll hingibt, befreit sich von der erniedrigenden Anbetung der vergänglichen Welt und von der begierigen Unterwerfung unter die fleischlichen und egoistischen Gegebenheiten der menschlichen Existenz. Die folgenden Verse des Dichters des Ostens, Muhammad Iqbal, fassen diesen Punkt treffend zusammen:
To conclude this chapter, lovingly worshipping God and peacefully submitting to Him frees you from the degraded worship of the ephemeral world and the lustful submission to the carnal and egotistical realities of the human condition. The following lines of poetry by the Poet of the East, Muhammad Iqbal, eloquently summarises this point:
„Diese eine Niederwerfung, die du für zu beschwerlich hältst, befreit dich von tausend Niederwerfungen.“603
“This one prostration which you deem too exacting liberates you from a thousand prostrations.”603