Ist Gott barmherzig? – Die Antwort des Islam auf das Böse und das Leiden
Is God Merciful? – Islam’s Response To Evil And Suffering
Als ich ein Kind war, schimpften meine Eltern immer mit mir, wenn ich versuchte, den Whisky meines Großvaters zu trinken. Man kann sich vorstellen: ein aktives und neugieriges kleines Kind, das seinen Großvater beobachtet, wie er diese dicke, goldene, glatte Flüssigkeit schlürft. Ich wollte auch etwas davon! Doch jedes Mal, wenn ich heimlich versuchte, das verlockende Getränk zu trinken, bekam ich großen Ärger. Ich verstand nie, warum, und so gingen mir negative Gedanken über meine Eltern durch den Kopf. Viele Jahre später erkenne ich nun, warum sie mir nicht erlaubten, den Whisky meines Großvaters zu trinken: Er hätte mich vergiften können. Ein alkoholisches Getränk mit 40 Volumenprozent wäre weder für meinen jungen Magen noch für meine Leber angenehm gewesen. Doch als ich jünger war, hatte ich keinen Zugang zu der Weisheit, die der Entscheidung meiner Eltern zugrunde lag, und dennoch hielt ich meine Ablehnung ihnen gegenüber für gerechtfertigt.
When I was a child, my parents would always chide me for trying to drink my grandfather’s whisky. You can imagine, an active and inquisitive young child observing his grandfather sip this thick, gold, smooth liquid. I wanted some! However, every time I attempted to secretly drink the enticing beverage, I would get into big trouble. I never understood why, thus negative thoughts about my parents would race through my mind. Fast-forward many years, I now realise why they didn’t allow me to drink my grandfather’s whisky; it could have poisoned me. A 40 percent volume alcoholic drink would not have been pleasant on my young stomach or liver. However, when I was younger, I did not have access to the wisdom that formed the basis of my parents’ decision, yet I thought I was justified in my negativity towards them.
Dies fasst die atheistische Haltung gegenüber Gott zusammen, wenn es darum geht, Übel und Leid in der Welt zu verstehen. Die oben erzählte Geschichte soll das Leid und den Schmerz, den Menschen erfahren, nicht kleinreden. Als Menschen müssen wir Mitgefühl empfinden und Wege finden, die Not der Menschen zu lindern. Das Beispiel soll jedoch einen konzeptionellen Punkt verdeutlichen. Aus einer berechtigten und aufrichtigen Sorge um Menschen und andere empfindungsfähige Wesen argumentieren viele Atheisten, dass die Existenz eines mächtigen und barmherzigen Gottes mit der Existenz von Übel und Leid in der Welt unvereinbar sei. Wenn Er der Barmherzige ist, sollte Er wollen, dass Übel und Leid aufhören, und wenn Er der Allmächtige ist, sollte Er in der Lage sein, dem ein Ende zu setzen. Da es jedoch Übel und Leid gibt, bedeutet das, dass Er entweder nicht mächtig ist, oder Ihm Barmherzigkeit fehlt, oder beides. Das Argument vom Übel und Leid hat zwei Formen: die logische und die empirische. Die logische Form versucht zu zeigen, dass die Nichtexistenz Gottes eine notwendige Schlussfolgerung sei. Sie behauptet, es sei unmöglich, dass Übel und Leid existieren und zugleich Gott mit den Eigenschaften der Macht, des Wissens und der Güte existiert. Die logische Form kann jedoch nicht aufzeigen, warum die Schlussfolgerung notwendig folgt. Der folgenden logischen Form scheint eine Prämisse zu fehlen:
This sums up the atheist attitude towards God when trying to understand evil and suffering in the world. The above story is not intended to belittle the suffering and pain that people experience. As human beings, we must feel empathy and find ways of alleviating people’s hardships. However, the example is meant to raise a conceptual point. Due to a valid and genuine concern for human and other sentient beings, many atheists argue that the existence of a powerful and merciful301 God is incompatible with the existence of evil and suffering in the world. If He is The-Merciful, He should want the evil and suffering to stop, and if He is All-Powerful, He should be able to stop it. However, since there is evil and suffering, it means that either He is not powerful, or He lacks mercy, or both. The evil and suffering argument has two forms. The logical and the evidential. The logical form attempts to argue that God not existing is a necessary conclusion. It maintains that it is impossible for evil and suffering to exist and at the same time God to exist with attributes of power, knowledge and goodness.302 However, the logical form fails to show why the conclusion necessarily follows. The logical form below seems to be missing a premise:303.
Wenn Gott existiert, dann ist Gott allmächtig und allwissend und lässt zu, dass es Böses in der Welt gibt.
1. If God exists, then God is all powerful, and all knowing and allows there to be evil in the world.
2. Wenn Gott vollkommen gut ist, würde er das Böse beseitigen.
2. If God is all good, then he would eliminate evil.
3. Wenn Gott allmächtig ist, dann kann er das Böse beseitigen.
3. If God is all powerful, then he can eliminate evil.
4. Wenn Gott allwissend ist, dann ist Ihm jedes Übel bekannt, das existiert.
4. If God is all knowing, then he is aware of any evil that exists.
5. Daher existiert Gott nicht.304.
5. Therefore, God does not exist.304.
Die fehlende Prämisse lautet: „Wenn es ein Wesen gibt, das alles Böse kennt, das Böse beseitigen will und dazu in der Lage ist, dann würde dieses Wesen nicht zulassen, dass es irgendein Böses in der Welt gibt.“305 Diese verborgene Prämisse versucht, eine notwendige logische Beziehung zwischen den vorangehenden Prämissen und der Schlussfolgerung zu behaupten. Um diese Behauptung zu entkräften, genügt es, eine mögliche Erklärung für die Existenz Gottes und des Bösen zu liefern. Da es eine Reihe möglicher Erklärungen gibt, wird die verborgene Prämisse der logischen Form untergraben.306 Die evidentielle Form vertritt die Ansicht, dass angesichts der Art und Menge des Bösen sowie des offensichtlich unnötigen Leidens in der Welt es äußerst unwahrscheinlich ist, dass ein Gott mit den Eigenschaften der Güte, Barmherzigkeit und Macht existiert. Diese Version des Problems des Bösen und des Leidens ist intellektuell schwach, weil sie auf zwei grundlegenden falschen Annahmen beruht. Die erste betrifft das Wesen Gottes. Sie impliziert, dass Gott nur der Barmherzige und der Allmächtige ist, und isoliert damit zwei Eigenschaften, während sie andere ignoriert, die der Qur'an über Gott offenbart hat. Auch wenn eine Auffassung der evidentiellen Form Gottes Wissen einschließt, nimmt sie fälschlicherweise an, dass wir die Gesamtheit des Wissens Gottes erfassen können. Tatsache ist, dass wir erkenntnistheoretische Grenzen haben und die Gesamtheit des Wissens Gottes niemals begreifen können. Die zweite Annahme besagt, dass Gott uns keine Gründe dafür gegeben hat, warum Er Böses und Leiden zugelassen hat.307 Das ist nicht wahr. Die islamische Offenbarung liefert uns zahlreiche Gründe dafür, warum Gott Böses und Leiden zugelassen hat. Beide Annahmen werden im Folgenden behandelt.
The missing premise is: “If there is a being that knows about all evil, wants to eliminate evil, and is able to eliminate evil, then that being would not allow there to be any evil in the world.”305 This hidden premise attempts to assert a necessary logical relation between the previous premises and the conclusion. To dismantle this assertion all that needs to be done is to provide a possible explanation for the existence of God and evil. Since there are a range of possible explanations the logical form’s hidden premise is undermined.306 The evidential form maintains that given the nature and abundance of evil, and the apparent unnecessary suffering in the world, it is highly unlikely that a God with attributes of goodness, mercy and power exists. This version of the problem of evil and suffering is intellectually weak because it is based on two major false assumptions. The first concerns the nature of God. It implies that God is only The-Merciful and All-Powerful, thereby isolating two attributes and ignoring others that the Qur’an has revealed about God. Even though a conception of the evidential form includes God’s knowledge, it falsely assumes that we will are able comprehend the totality of God’s knowledge. The fact is we have epistemic limitations, we can never grasp the totality of God’s knowledge. The second assumption is that God has provided us with no reasons for why He has allowed evil and suffering to exist. 307. This is not true. Islamic revelation provides us with many reasons for why God has allowed evil and suffering to exist. Both assumptions will be addressed below.
Ist Gott nur der Barmherzige und Allmächtige?
Is God only The-Merciful and All-Powerful?.
Laut dem Qur'an ist Gott Al-Qadeer, was „der Allmächtige" bedeutet, und Ar-Rahmaan, was „der Barmherzige" bedeutet, wobei darin auch Mitgefühl mitschwingt. Der Islam verlangt, dass die Menschheit an einen Gott der Macht, der Barmherzigkeit und der Güte glaubt und ihn erkennt. Der Atheist stellt jedoch das umfassende islamische Gottesverständnis grob verzerrt dar. Gott ist nicht nur der Barmherzige und der Allmächtige; vielmehr hat Er viele Namen und Eigenschaften. Diese werden ganzheitlich im Zusammenhang mit der Einheit Gottes verstanden (siehe Kapitel 15). So ist einer Seiner Namen Al-Hakeem, was „der Weise" bedeutet. Da das Wesen Gottes selbst Weisheit ist, folgt daraus, dass alles, was Er will, mit göttlicher Weisheit übereinstimmt. Wenn etwas durch eine zugrunde liegende Weisheit erklärt wird, bedeutet das einen Grund für sein Eintreten. Vor diesem Hintergrund reduziert der Atheist Gott auf zwei Eigenschaften und baut auf diese Weise einen Strohmann auf, stellt das islamische Gottesverständnis falsch dar und führt dadurch einen belanglosen Monolog. Der Autor Alom Shaha, der The Young Atheist's Handbook verfasst hat, reagiert auf die Behauptung, göttliche Weisheit sei eine Erklärung für das Böse und das Leiden, indem er sie als intellektuelle Ausflucht bezeichnet.
According to the Qur’an, God is Al-Qadeer, meaning the All-Powerful, and Ar-Rahmaan, meaning The-Merciful, which also implies compassion. Islam requires that mankind know and believe in a God of power, mercy and goodness. However, the atheist grossly misrepresents the comprehensive Islamic conception of God. God is not only The-Merciful and All-Powerful; rather, He has many names and attributes. These are understood holistically via God’s oneness (see Chapter 15). For instance, one of His names is Al-Hakeem, meaning The-Wise. Since the very nature of God is wisdom, it follows that whatever He wills is in line with Divine wisdom. When something is explained by an underlying wisdom, it implies a reason for its occurrence. In this light, the atheist reduces God to two attributes and by doing so builds a straw man, misrepresenting the Islamic conception of God, thereby engaging in an irrelevant monologue. The writer Alom Shaha, who wrote The Young Atheist’s Handbook, responds to the assertion that Divine wisdom is an explanation for evil and suffering by describing it as an intellectual cop-out:
„Das Problem des Bösen bringt die meisten gewöhnlichen Gläubigen wirklich ins Stocken. Meiner Erfahrung nach antworten sie gewöhnlich mit etwas in der Art von: ‚Gott wirkt auf geheimnisvolle Weise.‘ Manchmal sagen sie: ‚Leiden ist Gottes Weg, uns zu prüfen‘, worauf die naheliegende Erwiderung lautet: ‚Warum muss er uns auf so böse Weise prüfen?‘ Darauf kommt wieder die Antwort: ‚Gott wirkt auf geheimnisvolle Weise.‘ Sie verstehen, worauf ich hinauswill.“308.
“The problem of evil genuinely stumps most ordinary believers. In my experience, they usually respond with an answer along the lines of, ‘God moves in mysterious ways.’ Sometimes they’ll say, ‘Suffering is God’s way of testing us,’ to which the obvious response is, ‘Why does he have to test us in such evil ways’ To which the response is, ‘God moves in mysterious ways.’ You get the idea.”308.
Alom, wie viele andere Atheisten, begeht den Fehlschluss des argumentum ad ignorantiam, also der Argumentation aus Unwissen. Nur weil er die göttliche Weisheit nicht erfassen kann, heißt das nicht, dass sie nicht existiert. Diese Denkweise ist typisch für Kleinkinder. Viele Kinder werden von ihren Eltern gescholten, weil sie etwas tun wollen, zum Beispiel zu viele Süßigkeiten essen. Die Kleinen weinen oder machen einen Wutanfall, weil sie denken, wie gemein Mama und Papa doch sind, doch das Kind erkennt nicht die Weisheit hinter dem Verbot (in diesem Fall, dass zu viele Süßigkeiten schlecht für die Zähne sind). Darüber hinaus verkennt dieser Einwand das Wesen und die Natur Gottes. Da Gott transzendent, wissend und weise ist, folgt logisch, dass begrenzte Menschen den göttlichen Willen nicht vollständig begreifen können. Schon die Andeutung, wir könnten die ganze Weisheit Gottes erfassen, würde bedeuten, dass wir Gott gleich wären, was Seiner Transzendenz widerspricht, oder dass Gott begrenzt sei wie ein Mensch. Dieses Argument überzeugt keinen Gläubigen, denn kein Muslim glaubt an einen geschaffenen, begrenzten Gott. Der Verweis auf die göttliche Weisheit ist kein intellektuelles Ausweichen, denn er bezieht sich nicht auf ein mysteriöses Unbekanntes. Vielmehr erfasst er tatsächlich das Wesen Gottes und zieht die notwendigen logischen Schlüsse. Wie ich bereits zuvor dargelegt habe: Gott hat das ganze Bild, und wir haben nur einen Pixel.
Alom, like many other atheists, commits the fallacy of argumentum ad ignoratium, arguing from ignorance. Just because he cannot access Divine wisdom does not mean it does not exist. This reasoning is typical of toddlers. Many children are scolded by their parents for something they want to do, such as eating too many sweets. The toddlers usually cry or have a tantrum because they think how bad mummy and daddy are, but the child does not realise the wisdom underlying their objection (in this case, too many sweets are bad for their teeth). Furthermore, this contention misunderstands the definition and nature of God. Since God is transcendent, knowing and wise, then it logically follows that limited human beings cannot fully comprehend the Divine will. To even suggest that we can appreciate the totality of God’s wisdom would imply that we are like God, which denies the fact of His transcendence, or suggests that God is limited like a human. This argument has no traction with any believer, because no Muslim believes in a created, limited God. It is not an intellectual cop-out to refer to Divine wisdom, because it is not referring to some mysterious unknown. Rather, it truly understands the nature of God and makes the necessary logical conclusions. As I have pointed out before, God has the picture, and we have just a pixel.
Wie in Kapitel 1 erwähnt, legt das Problem des Arguments vom Übel und vom Leid eine kognitive Verzerrung offen, die als „Egozentrismus“ bekannt ist. Eine solche Person kann zu einem bestimmten Thema keine andere Perspektive erkennen als ihre eigene. Manche Atheisten leiden unter dieser kognitiven Verzerrung. Sie nehmen an, dass, da sie sich keine guten Gründe vorstellen können, die das Übel und das Leid in der Welt rechtfertigen, alle anderen – auch Gott – dasselbe Problem haben müssen. Daher leugnen sie Gott, weil sie annehmen, dass Gott nicht dafür gerechtfertigt werden kann, das Übel und das Leid in der Welt zuzulassen. Wenn Gott keine Rechtfertigung hat, dann sind die Barmherzigkeit und die Macht Gottes Illusionen. Damit wird das traditionelle Gottesbild hinfällig. Die Atheisten haben jedoch lediglich ihre eigene Perspektive auf Gott übertragen. Das gleicht dem Argument, Gott müsse so denken, wie Menschen denken. Dies ist unmöglich, denn menschliche Wesen und Gott lassen sich nicht vergleichen, da Gott transzendent ist und über die Gesamtheit der Weisheit und des Wissens verfügt.
As mentioned in Chapter 1, the problem of the evil and suffering argument exposes a cognitive bias known as ‘egocentrism’. Such a person cannot see any perspective on a particular issue apart from their own. Some atheists suffer from this cognitive bias. They assume that since they cannot possibly fathom any good reasons to justify the evil and suffering in the world, everyone else—including God—must also have the same problem. Thus they deny God, because they assume that God cannot be justified for permitting the evil and suffering in the world. If God has no justification, then the mercy and power of God are illusions. Thus, the traditional concept of God is nullified. However, all atheists have done is superimposed their perspective on God. This is like arguing that God must think how humans think. This is impossible because human beings and God cannot be compared, as God is transcendent and has the totality of wisdom and knowledge.
An dieser Stelle könnte der Atheist erwidern, dass das Obige ein geschickter Weg sei, dem Problem auszuweichen: Wenn der Theist auf Gottes Weisheit verweist, die so groß sei, dass sie nicht verstanden werden könne, dann könne man jedes „Rätselhafte“ mit Bezug auf eine göttliche Weisheit erklären. Ich empfinde diese Erwiderung zu einem gewissen Grad nachvollziehbar; im Kontext des Problems des Übels und des Leidens ist sie jedoch ein falsches Argument. Es ist der Atheist, der zunächst Gottes Eigenschaften anführt: Seine Macht und Seine Barmherzigkeit. Atheisten sollten Gott so benennen, wie Er ist, und nicht als einen Akteur mit nur zwei Eigenschaften. Würden sie weitere Eigenschaften wie Weisheit einbeziehen, wäre ihr Argument nicht gültig. Würden sie die Eigenschaft der Weisheit einbeziehen, müssten sie zeigen, wie göttliche Weisheit mit einer von Leid und Übel erfüllten Welt unvereinbar sei. Das wäre unmöglich zu beweisen, denn es gibt in unserem geistigen und praktischen Leben so viele Beispiele, in denen wir unsere intellektuelle Unterlegenheit eingestehen – mit anderen Worten, es gibt Fälle, in denen wir uns einer Weisheit unterwerfen, die wir nicht verstehen. Wir unterwerfen uns regelmäßig rational Wirklichkeiten, die wir nicht begreifen. Wenn wir etwa zum Arzt gehen, nehmen wir an, dass der Arzt eine Autorität ist. Auf dieser Grundlage vertrauen wir seiner Diagnose. Wir nehmen sogar die vom Arzt verschriebene Medizin ohne weiteres Nachdenken ein. Dieses und viele ähnliche Beispiele zeigen deutlich, dass der Verweis auf Gottes Weisheit nicht ein Ausweichen vor dem Problem ist. Vielmehr stellt er genau dar, wer Gott ist, und unterstellt Ihm nicht, Er habe nur zwei Eigenschaften. Da Er der Weise ist und Seine Namen und Eigenschaften in höchstem Maße vollkommen sind, folgt, dass hinter allem, was Er tut, Weisheit steht – auch wenn wir diese Weisheit nicht kennen oder verstehen. Viele von uns verstehen nicht, wie Krankheiten funktionieren, doch allein daraus, dass wir etwas nicht verstehen, folgt nicht, dass es nicht existiert.
At this point, the atheist might respond by describing the above as an intelligent way of evading the problem: If the theist can refer to God’s wisdom as so great that it cannot be understood, then we can explain anything ‘mysterious’ in reference to a Divine wisdom. I somewhat empathise with this reply; however, in the context of the problem of evil and suffering, it is a false argument. It is the atheist that refers to God’s attributes to begin with; His power and mercy. Atheists should refer to God as who He is, not as an agent with only two attributes. If they were to include other attributes such as wisdom, their argument would not be valid. If they were to include the attribute of wisdom, they would have to show how Divine wisdom is incompatible with a world full of suffering or evil. This would be impossible to prove, because there are so many examples in our intellectual and practical lives where we admit our intellectual inferiority—in other words, there are cases where we submit to a wisdom we cannot understand. We rationally submit to realities that we cannot understand on a regular basis. For example, when we visit the doctor, we assume that the doctor is an authority. We trust the doctor’s diagnosis on this basis. We even take the medicine the doctor prescribes without any second thought. This and many other similar examples clearly show that referring to God’s wisdom is not evading the problem. Rather, it is accurately presenting who God is and not making out that God has only two attributes. Since He is The-Wise, and His names and attributes are maximally perfect, it follows that there is wisdom behind everything that He does—even if we do not know or understand that wisdom. Many of us do not understand how diseases work, but just because we do not understand something does not negate its existence.
Der Koran bedient sich tiefgründiger Geschichten und Erzählungen, um dieses Verständnis zu vermitteln. Nehmen wir etwa die Geschichte von Mose und einem Mann, dem er auf seiner Reise begegnete und der als Chidr bekannt ist. Mose beobachtete, wie dieser Dinge tat, die ungerecht und böse erschienen, doch am Ende ihrer Reise wurde die Weisheit ans Licht gebracht, zu der Mose keinen Zugang hatte:
The Qur’an uses profound stories and narratives to instil this understanding. Take, for instance, the story of Moses and a man he encountered on his travels, known as Khidr. Moses observed him do things that seemed unjust and evil, but at the end of their journey, the wisdom that Moses did not have access to was brought to light:
„So kehrten die beiden um, gingen auf ihren Spuren zurück und fanden einen Unserer Diener – einen Mann, dem Wir Unsere Barmherzigkeit gewährt und dem Wir Wissen von Uns selbst gegeben hatten. Moses sagte zu ihm: ‚Darf ich dir folgen, damit du mich etwas von der rechten Leitung lehrst, die dir gelehrt worden ist?‘ Der Mann sagte: ‚Du wirst nicht imstande sein, mit mir geduldig zu sein. Wie könntest du geduldig sein bei Dingen, die jenseits deines Wissens liegen?‘ Moses sagte: ‚So Gott will, wirst du mich geduldig finden. Ich werde dir in keiner Weise ungehorsam sein.‘ Der Mann sagte: ‚Wenn du mir also folgst, dann frage nicht nach irgendetwas, das ich tue, bevor ich es dir selbst erwähne.‘ Sie zogen weiter. Später, als sie in ein Boot stiegen und der Mann ein Loch hineinmachte, sagte Moses: ‚Wie konntest du ein Loch hineinmachen? Willst du die Insassen ertränken? Was für eine seltsame Tat!‘ Er erwiderte: ‚Habe ich dir nicht gesagt, dass du niemals imstande sein wirst, mit mir geduldig zu sein?‘ Moses sagte: ‚Verzeih mir meine Vergesslichkeit. Erschwere mir nicht zu sehr das Folgen.‘ Und so zogen sie weiter. Dann, als sie einem jungen Knaben begegneten und der Mann ihn tötete, sagte Moses: ‚Wie konntest du einen unschuldigen Menschen töten? Er hat doch niemanden getötet! Was für eine schreckliche Tat!‘ Er erwiderte: ‚Habe ich dir nicht gesagt, dass du niemals imstande sein wirst, mit mir geduldig zu sein?‘ Moses sagte: ‚Von nun an, wenn ich dich nach irgendetwas frage, das du tust, dann schick mich von deiner Gesellschaft fort – du hast genug von mir ertragen.‘ Und so zogen sie weiter. Dann, als sie in eine Stadt kamen und die Bewohner um Essen baten, aber keine Gastfreundschaft erhielten, sahen sie dort eine Mauer, die im Begriff war einzustürzen, und der Mann richtete sie wieder auf. Moses sagte: ‚Wenn du gewollt hättest, hättest du dafür doch Lohn nehmen können.‘ Er sagte: ‚Hier trennen sich nun du und ich. Ich werde dir die Bedeutung der Dinge erklären, die du nicht geduldig ertragen konntest: Das Boot gehörte einigen bedürftigen Leuten, die ihren Lebensunterhalt auf dem Meer verdienten, und ich beschädigte es, weil ich wusste, dass hinter ihnen ein König war, der jedes [brauchbare] Boot gewaltsam an sich riss.‘ Der junge Knabe hatte gläubige Eltern, und da wir fürchteten, er würde sie durch Frevel und Unglauben bedrängen, wünschten wir, dass ihr Herr ihnen an seiner Stelle ein anderes Kind gebe, reiner und barmherziger.309 Die Mauer gehörte zwei jungen Waisen in der Stadt, und darunter lag ein Schatz, der ihnen gehörte. Ihr Vater war ein rechtschaffener Mann gewesen, und so wollte dein Herr, dass sie das Mannesalter erreichen und dann ihren Schatz als Barmherzigkeit von deinem Herrn ausgraben. Ich habe dies nicht aus eigenem Antrieb getan. Dies sind die Erklärungen für jene Dinge, bei denen du nicht geduldig ausharren konntest.“310
“So the two turned back, retraced their footsteps, and found one of Our servants— a man to whom We had granted Our mercy and whom We had given knowledge of Our own. Moses said to him, ‘May I follow you so that you can teach me some of the right guidance you have been taught?’ The man said, ‘You will not be able to bear with me patiently. How could you be patient in matters beyond your knowledge?’ Moses said, ‘God willing, you will find me patient. I will not disobey you in any way.’ The man said, ‘If you follow me then, do not query anything I do before I mention it to you myself.’ They travelled on. Later, when they got into a boat, and the man made a hole in it, Moses said, ‘How could you make a hole in it? Do you want to drown its passengers? What a strange thing to do!’ He replied, ‘Did I not tell you that you would never be able to bear with me patiently?’ Moses said, ‘Forgive me for forgetting. Do not make it too hard for me to follow you.’ And so they travelled on. Then, when they met a young boy and the man killed him, Moses said, ‘How could you kill an innocent person? He has not killed anyone! What a terrible thing to do!’ He replied, ‘Did I not tell you that you would never be able to bear with me patiently?’ Moses said, ‘From now on, if I query anything you do, banish me from your company— you have put up with enough from me.’ And so they travelled on. Then, when they came to a town and asked the inhabitants for food but were refused hospitality, they saw a wall there that was on the point of falling down and the man repaired it. Moses said, ‘But if you had wished you could have taken payment for doing that.’ He said, ‘This is where you and I part company. I will tell you the meaning of the things you could not bear with patiently: the boat belonged to some needy people who made their living from the sea and I damaged it because I knew that coming after them was a king who was seizing every [serviceable] boat by force. The young boy had parents who were people of faith, and so, fearing he would trouble them through wickedness and disbelief, we wished that their Lord should give them another child—purer and more compassionate—in his place. 309 The wall belonged to two young orphans in the town and there was buried treasure beneath it belonging to them. Their father had been a righteous man, so your Lord intended them to reach maturity and then dig up their treasure as a mercy from your Lord. I did not do [these things] of my own accord: these are the explanations for those things you could not bear with patience.’”310.
Neben der Gegenüberstellung unserer begrenzten Weisheit mit der Weisheit Gottes vermittelt uns diese Geschichte auch zentrale Lehren und geistliche Einsichten. Die erste Lehre ist, dass man demütig sein muss, um den Willen Gottes zu verstehen. Moses trat an Khidr heran und wusste, dass dieser über ein von Gott eingegebenes Wissen verfügte, das Gott Moses nicht gegeben hatte. Moses bat demütig darum, von ihm lernen zu dürfen, doch Khidr stellte daraufhin seine Fähigkeit in Frage, geduldig zu sein; dennoch bestand Moses darauf und wollte lernen. (Der spirituelle Rang des Moses ist nach der islamischen Überlieferung sehr hoch. Er war ein Prophet und Gesandter, und dennoch trat er dem Mann mit Demut entgegen.) Die zweite Lehre ist, dass Geduld nötig ist, um das Leid und das Böse in der Welt emotional und psychisch zu ertragen. Khidr wusste, dass Moses ihm gegenüber nicht geduldig bleiben würde, da er Dinge tun würde, die Moses für böse hielt. Moses bemühte sich um Geduld, hinterfragte jedoch immer wieder das Handeln des Mannes und brachte seinen Ärger über das vermeintlich Böse zum Ausdruck. Am Ende der Geschichte erklärte Khidr jedoch die göttliche Weisheit hinter seinem Handeln, nachdem er ausgerufen hatte, dass Moses nicht fähig war, geduldig zu sein. Was wir aus dieser Geschichte lernen, ist, dass wir, um mit dem Bösen und Leid in der Welt umgehen zu können, einschließlich unserer Unfähigkeit, es zu verstehen, demütig und geduldig sein müssen.
In addition to contrasting our limited wisdom with God’s, this story also provides key lessons and spiritual insights. The first lesson is that in order to understand God’s will, one has to be humble. Moses approached Khidr, and knew that he had some Divinely inspired knowledge that God had not given to Moses. Moses humbly asked to learn from him, yet Khidr responded by questioning his ability to be patient; nevertheless, Moses insisted and wanted to learn. (The spiritual status of Moses is very high according to the Islamic tradition. He was a prophet and messenger, yet he approached the man with humility.) The second lesson is that patience is required to emotionally and psychologically deal with the suffering and evil in the world. Khidr knew that Moses would not be able to be patient with him, as he was going to do things that Moses thought were evil. Moses tried to be patient but always questioned the man’s actions and expressed his anger at the perceived evil. However, at the end of the story, Khidr explained the Divine wisdom behind his actions after exclaiming that Moses was not able to be patient. What we learn from this story is that to be able to deal with evil and suffering in the world, including our inability to understand it, we must be humble and patient.
Im Kommentar zu den oben genannten Versen erklärte der klassische Gelehrte Ibn Kathir, dass Chidr derjenige war, dem Gott das Wissen über die Wirklichkeit hinter dem scheinbaren Übel und Leid gegeben hatte, und dass Er es Moses nicht gegeben hatte. Mit Bezug auf die Bedeutung der Aussage „Du wirst nicht geduldig bei mir ausharren können“ schrieb Ibn Kathir: „Du wirst mich nicht begleiten können, wenn du mich Dinge tun siehst, die gegen dein Gesetz verstoßen, denn ich habe Wissen von Gott, das Er dich nicht gelehrt hat, und du hast Wissen von Gott, das Er mich nicht gelehrt hat.“311.
Commenting on the above verses, the classical scholar Ibn Kathir explained that Khidr was the one to whom God had given knowledge of the reality behind the perceived evil and suffering, and He had not given it to Moses. With reference to the meaning of the statement, “You will not be able to bear with me patiently”, Ibn Kathir wrote: “You will not be able to accompany with me when you see me doing things that go against your law, because I have knowledge from God that He has not taught you, and you have knowledge from God that He has not taught me.”311.
Im Wesen nach ist Gottes Weisheit unbegrenzt und vollkommen, während wir eine begrenzte Weisheit und begrenztes Wissen besitzen. Anders ausgedrückt: Gott besitzt die Gesamtheit der Weisheit und des Wissens; wir haben nur deren Einzelheiten. Wir sehen die Dinge aus der Perspektive unseres bruchstückhaften Blickwinkels. Der Falle des Egozentrismus zu erliegen, ist, als glaubte man, das ganze Puzzle zu kennen, nachdem man nur ein einziges Teil gesehen hat. Daher erklärt Ibn Kathir, dass der Vers „Wie könntest du geduldig sein bei Dingen, die deinem Wissen nicht zugänglich sind?“ bedeutet, dass es eine göttliche Weisheit gibt, auf die wir keinen Zugriff haben: „Denn ich weiß, dass du mich zu Recht verurteilen wirst, aber ich kenne die Weisheit Gottes und die verborgenen Interessen, die ich sehen kann, du aber nicht.“312
In essence, God’s wisdom is unbounded and complete, whereas we have limited wisdom and knowledge. Another way of putting it is that God has the totality of wisdom and knowledge; we just have its particulars. We see things from the perspective of our fragmentary viewpoint. To fall for the trap of egocentrism is like believing you know the entire puzzle after seeing only one piece. Hence Ibn Kathir explains that the verse, “How could you be patient in matters beyond your knowledge?” means that there is a Divine wisdom that we cannot access: “For I know that you will denounce me justifiably, but I have knowledge of God’s wisdom and the hidden interests which I can see but you cannot.”312.
Die Auffassung, dass alles, was geschieht, einer göttlichen Weisheit entspricht, ist stärkend und positiv. Das liegt daran, dass Gottes Weisheit nicht im Widerspruch zu anderen Aspekten Seiner Natur steht, etwa Seiner Vollkommenheit und Güte. Daher sind Übel und Leid letztlich Teil eines göttlichen Zwecks. Unter vielen anderen klassischen Gelehrten fasst der Gelehrte Ibn Taymiyya aus dem 14. Jahrhundert diesen Punkt treffend zusammen: „Gott erschafft nicht das reine Übel. Vielmehr liegt in allem, was Er erschafft, ein weiser Zweck um des Guten willen. Doch kann darin für manche Menschen ein gewisses Übel liegen, und dies ist ein teilweises, relatives Übel. Was das gänzliche Übel oder absolute Übel betrifft, so ist der Herr davon freigesprochen.“313
The view that everything that happens is in line with a Divine wisdom is empowering and positive. This is because God’s wisdom does not contradict other aspects of His nature, such as His perfection and goodness. Therefore, evil and suffering are ultimately part of a Divine purpose. Among many other classical scholars, the 14th century scholar Ibn Taymiyya summarises this point well: “God does not create pure evil. Rather, in everything that He creates is a wise purpose by virtue of what is good. However, there may be some evil in it for some people, and this is partial, relative evil. As for total evil or absolute evil, the Lord is exonerated of that.”313
Dies hebt die im vorherigen Kapitel erörterten objektiven moralischen Wahrheiten nicht auf. Selbst wenn alles mit dem höchsten Guten im Einklang steht und das Böse nur „partiell" ist, wird dadurch das Konzept des objektiven Bösen nicht untergraben. Wie besprochen ist objektives Böse nicht absolut, sondern vielmehr Böses, das auf einem bestimmten Kontext oder einer bestimmten Menge von Variablen beruht. Etwas kann also aufgrund bestimmter Variablen oder eines bestimmten Kontexts objektiv böse sein und zugleich in einen göttlichen Gesamtzweck eingeschlossen sein, der gut und weise ist.
This does not negate the concept of objective moral truths mentioned in the previous chapter. Even if everything is in line with ultimate goodness, and evil is ‘partial’, it does not undermine the concept of objective evil. As discussed, objective evil is not absolute, but rather it is evil based on a particular context or set of variables. So something can be objectively evil due to certain variables or context, and at the same time it can be included within an ultimate Divine purpose that is good and wise.
Dies ruft bei Gläubigen positive psychologische Reaktionen hervor, denn all das Böse und alles Leid, das geschieht, geschieht zu einem göttlichen Zweck. Ibn Taymiyya fasst diesen Punkt ebenfalls zusammen: „Wenn Gott – erhaben ist Er – der Schöpfer von allem ist, so erschafft Er Gutes und Böses um der weisen Absicht willen, die Er damit verfolgt, und durch die Sein Handeln gut und vollkommen ist.“314
This evokes positive psychological responses from believers, because all the evil and all the suffering that occur are for a Divine purpose. Ibn Taymiyya summarises this point as well: “If God— exalted is He—is Creator of everything, He creates good and evil on account of the wise purpose that He has in that by virtue of which His action is good and perfect.”314
Henri Laoust erläutert in seinem Essay sur les doctrines sociales et politiques de Taki-d-Din Ahmad b. Taimiya ebenfalls diese Position: „Gott ist im Wesen Vorsehung. Das Böse besitzt in der Welt keine wirkliche Existenz. Alles, was Gott gewollt hat, kann nur einer souveränen Gerechtigkeit und einer unendlichen Güte entsprechen, vorausgesetzt jedoch, dass es vom Standpunkt der Gesamtheit aus betrachtet wird und nicht von dem aus, der fragmentarischen und unvollkommenen Erkenntnis, die Seine Geschöpfe von der Wirklichkeit haben….“315.
Henri Laoust, in his Essay sur les doctrines sociales et politiques de Taki-d-Din Ahmad b. Taimiya, also explains this position: “God is essentially providence. Evil is without real existence in the world. All that God has willed can only conform to a sovereign justice and an infinite goodness, provided, however, that it is envisaged from the point of view of the totality and not from that of the fragmentary and imperfect knowledge that His creatures have of reality….”315.
Gibt Gott uns Gründe dafür an, warum Er das Böse und das Leid in der Welt zugelassen hat?
Does God give us reasons for why He has allowed evil and suffering to exist?.
Eine ausreichende Antwort auf die zweite Annahme besteht darin, ein starkes Argument dafür vorzulegen, dass Gott uns einige Gründe mitgeteilt hat, warum Er Übel und Leid in der Welt zugelassen hat. Der intellektuelle Reichtum des islamischen Denkens bietet uns viele solcher Gründe.
A sufficient response to the second assumption is to provide a strong argument that God has communicated some reasons to us about why He has allowed evil and suffering in the world. The intellectual richness of Islamic thought provides us with many reasons.
Unser Zweck ist die Anbetung.
Our purpose is worship.
Der eigentliche Zweck des Menschen besteht nicht darin, ein vergängliches Glücksgefühl zu genießen; vielmehr geht es darum, durch die Erkenntnis und Verehrung Gottes einen tiefen inneren Frieden zu erlangen (siehe Kapitel 15). Die Erfüllung dieses göttlichen Zwecks wird zu ewiger Glückseligkeit und wahrem Glück führen. Wenn dies also unser Hauptzweck ist, so sind andere Aspekte der menschlichen Erfahrung zweitrangig. Der Qur’an sagt: „Ich habe die Dschinn [die Geisterwelt] und die Menschen nur erschaffen, damit sie Mir dienen.“316
The primary purpose of the human being is not to enjoy a transitory sense of happiness; rather, it is to achieve a deep internal peace through knowing and worshipping God (see Chapter 15). This fulfilment of the Divine purpose will result in everlasting bliss and true happiness. So, if this is our primary purpose, other aspects of human experience are secondary. The Qur’an states, “I did not create either jinn [spirit world] or man except to worship Me.”316
Stellen Sie sich einen Menschen vor, der nie Leid oder Schmerz erfahren hat und stets Freude erlebt. Dieser Mensch hat aufgrund seines sorglosen Zustands Gott vergessen und daher versäumt, das zu tun, wofür er erschaffen wurde. Vergleichen Sie ihn mit jemandem, dessen Erfahrungen von Not und Schmerz ihn zu Gott geführt und seinen Lebenszweck erfüllt haben. Aus der Sicht der islamischen spirituellen Tradition ist derjenige, dessen Leid ihn zu Gott geführt hat, besser als derjenige, der nie gelitten hat und dessen Freuden ihn von Gott weggeführt haben.
Consider someone who has never experienced any suffering or pain, but experiences pleasure all the time. This person, by virtue of his state of ease, has forgotten God and therefore failed to do what he was created to do. Compare this person with someone whose experiences of hardship and pain have led him to God, and fulfilled his purpose in life. From the perspective of the Islamic spiritual tradition, the one whose suffering has led him to God is better than the one who has never suffered and whose pleasures have led him away from God.
Das Leben ist eine Prüfung.
Life is a test.
Gott hat uns auch zur Prüfung erschaffen, und Teil dieser Prüfung ist es, Leid und Übel zu erfahren. Das Bestehen der Prüfung ebnet den Weg zu unserem ewigen Aufenthalt im Paradies, in dauerhafter Glückseligkeit. Der Qur'an erklärt, dass Gott Tod und Leben geschaffen hat, „damit Er euch prüfe, wer von euch im Handeln der Beste ist. Er ist der Allmächtige, der Allvergebende.“317
God also created us for a test, and part of this test is to experience trials with suffering and evil. Passing the test facilitates our permanent abode of eternal bliss in paradise. The Qur’an explains that God created death and life, “so that He may put you to test, to find out which of you is best in deeds: He is the The-Almighty, The-Forgiving.”317
Auf einer grundlegenden Ebene missversteht der Atheist den Zweck unserer Existenz auf der Erde. Die Welt soll ein Schauplatz von Prüfungen und Heimsuchungen sein, um unser Verhalten zu prüfen und damit wir Tugend entwickeln. Wie können wir zum Beispiel Geduld entwickeln, wenn wir keine Dinge erfahren, die unsere Geduld auf die Probe stellen? Wie können wir mutig werden, wenn es keine Gefahren gibt, denen wir uns stellen müssen? Wie können wir Mitgefühl zeigen, wenn niemand es braucht? Dass das Leben eine Prüfung ist, beantwortet diese Fragen. Wir brauchen Herausforderungen, um unser moralisches und geistliches Wachstum sicherzustellen. Wir sind nicht hier, um zu feiern; das ist der Zweck des Paradieses. Warum also ist das Leben eine Prüfung? Da Gott vollkommen gut ist, möchte Er, dass jeder Einzelne von uns glaubt und dadurch mit Ihm im Paradies ewige Glückseligkeit erfährt. Gott macht deutlich, dass Er den Glauben für uns alle vorzieht: „Und Er billigt für Seine Diener keinen Unglauben.“318
On a basic level, the atheist misunderstands the purpose of our existence on Earth. The world is supposed to be an arena of trials and tribulations in order to test our conduct and for us to cultivate virtue. For example, how can we cultivate patience if we do not experience things that test our patience? How can we become courageous if there are no dangers to be confronted? How can we be compassionate if no one is in need of it? Life being a test answers these questions. We need challenges to ensure our moral and spiritual growth. We are not here to party; that is the purpose of paradise. So why is life a test? Since God is perfectly good, He wants every single one of us to believe and, as a result, experience eternal bliss with Him in paradise. God makes it clear that He prefers belief for us all: “And He does not approve for His servants’ disbelief.”318
Dies zeigt klar, dass Gott nicht will, dass jemand in die Hölle kommt. Würde Er jedoch alle ins Paradies schicken, fände eine grobe Verletzung der Gerechtigkeit statt; Gott würde Moses, den Pharao, Hitler und Jesus gleich behandeln. Es bedarf eines Mechanismus, der sicherstellt, dass Menschen, die ins Paradies eingehen, dies aufgrund ihrer Verdienste tun. Dies erklärt, warum das Leben eine Prüfung ist. Das Leben ist lediglich ein Mechanismus, um zu erkennen, wer unter uns wirklich das ewige Glück verdient. Daher ist das Leben voller Hindernisse, die als Prüfungen unseres Verhaltens dienen.
This clearly shows that God does not want anyone to go to hell. However, if He were to send everyone to paradise, then a gross violation of justice would take place; God would be treating Moses and the Pharaoh and Hitler and Jesus as the same. A mechanism is needed to ensure that people who enter paradise do so based on merit. This explains why life is a test. Life is just a mechanism to see who among us are truly deserving of eternal happiness. As such, life is filled with obstacles, which act as tests of our conduct.
In dieser Hinsicht ist der Islam äußerst stärkend, denn er sieht Leid, Unrecht, Schaden, Schmerz und Probleme als Prüfung an. Wir dürfen Freude haben, doch wir wurden mit einem Zweck erschaffen, und dieser Zweck ist die Anbetung Gottes. Die stärkende islamische Sicht besteht darin, dass Prüfungen als Zeichen der Liebe Gottes gesehen werden. Der Prophet Muhammad ﷺ sagte: „Wenn Gott einen Diener liebt, prüft Er ihn.“319
In this regard, Islam is extremely empowering because it sees suffering, evil, harm, pain and problems as a test. We can have fun, but we have been created with a purpose and that purpose is to worship God. The empowering Islamic view is that tests are seen as sign of God’s love. The Prophet Muhammad صلى الله عليه وسلم said, “When God loves a servant, He tests him.”319
Der Grund, weshalb Gott diejenigen prüft, die Er liebt, liegt darin, dass dies ein Weg ist, die ewige Glückseligkeit des Paradieses zu erlangen – und der Einzug ins Paradies ist eine Folge göttlicher Liebe und Barmherzigkeit. Gott weist im Qur'an klar darauf hin: „Meint ihr, ihr würdet ins Paradies eingehen, ohne dass euch zuvor das widerfahren ist, was jenen vor euch widerfuhr? Sie wurden von Unglück und Not getroffen und so erschüttert, dass sogar [ihr] Gesandter und die Gläubigen mit ihm riefen: ‚Wann kommt Gottes Hilfe?‘ Wahrlich, Gottes Hilfe ist nahe.“320
The reason God tests those whom He loves is because it is an avenue to achieve the eternal bliss of paradise—and entering paradise is a result of Divine love and mercy. God points this out clearly in the Qur’an: “Do you suppose that you will enter the Garden without first having suffered like those before you? They were afflicted by misfortune and hardship, and they were so shaken that even [their] messenger and the believers with him cried, ‘When will God’s help arrive?’ Truly, God’s help is near.”320
Das Schöne an der islamischen Überlieferung ist, dass Gott, der uns besser kennt als wir uns selbst, uns bereits gestärkt hat und uns sagt, dass wir die Kraft besitzen, diese Prüfungen zu überwinden. „Gott belastet keine Seele mit mehr, als sie zu tragen vermag."321
The beauty of the Islamic tradition is that God, who knows us better than we know ourselves, has already empowered us and tells us that we have what it takes to overcome these trials. “God does not burden any soul with more than it can bear.”321
Wenn wir diese Prüfungen jedoch auch nach unserem besten Bemühen nicht überwinden können, werden Gottes Barmherzigkeit und Gerechtigkeit dafür sorgen, dass wir auf die eine oder andere Weise belohnt werden, sei es in diesem Leben oder im ewigen Leben, das uns erwartet.
However, if we cannot overcome these trials after having tried our best, God’s mercy and justice will ensure that we are recompensed in some way, either in this life or the eternal life that awaits us.
Gott erkennen.
Knowing God.
Leid und Not ermöglichen es uns, Gottes Eigenschaften zu erkennen und zu verstehen, etwa Der-Beschützer und Der-Heiler. Ohne den Schmerz einer Krankheit etwa würden wir Gottes Eigenschaft als Der-Heiler, also als Derjenige, der uns Gesundheit schenkt, nicht zu schätzen wissen. Die Gotteserkenntnis ist in der islamischen spirituellen Tradition ein höheres Gut und das Leid oder den Schmerz wert, denn sie sichert die Erfüllung unseres eigentlichen Zwecks, der letztlich ins Paradies führt.
Hardship and suffering enables us to realise and know God’s attributes, such as The-Protector and The-Healer. For example, without the pain of illness we would not appreciate God’s attributes as The-Healer, or the one who gives us health. Knowing God in the Islamic spiritual tradition is a greater good, and worth the experience of suffering or pain, as it will ensure the fulfilment of our primary purpose, which ultimately leads to paradise.
Größeres Wohl.
Greater good.
Leid und Übel ermöglichen ein größeres Gut, das auch als Gut zweiter Ordnung bekannt ist. Gut erster Ordnung sind körperliche Lust und Glück, Übel erster Ordnung sind körperlicher Schmerz und Traurigkeit. Einige Beispiele für Güte zweiter Ordnung sind Mut, Demut und Geduld. Um jedoch ein Gut zweiter Ordnung (wie Mut) zu haben, muss ein Übel erster Ordnung (wie Feigheit) vorhanden sein. Laut dem Qur'an haben erhabene Güter wie Mut und Demut nicht denselben Wert wie das Übel: „Sprich, Prophet: Das Schlechte kann nicht dem Guten gleichgesetzt werden, auch wenn dich die Fülle des Schlechten blenden mag. Fürchte Gott, ihr Verständigen, auf dass ihr Erfolg habt." ﷺ322.
Suffering and evil allow a greater good, also known as second-order good. First-order good is physical pleasure and happiness, and first-order evil is physical pain and sadness. Some examples of second-order goodness include courage, humility and patience. However, in order to have a second-order good (like courage) there must be a first-order evil (like cowardice). According to the Qur’an, elevated good such as courage and humility do not have the same value as evil: “Say Prophet, bad cannot be likened to good, though you may be dazzled by how abundant the bad is. Be mindful of God, people of understanding, so that you may prosper.”322.
Freier Wille
Free will.
Gott hat uns den freien Willen gegeben, und der freie Wille schließt die Fähigkeit ein, sich dafür zu entscheiden, böse Taten zu begehen. Dies erklärt das persönliche Böse, also das Böse oder Leid, das von einem Menschen verursacht wird. Man kann fragen: Warum hat Gott uns überhaupt einen freien Willen gegeben? Damit die Prüfungen im Leben einen Sinn haben, muss es einen freien Willen geben. Eine Prüfung ist sinnlos, wenn der Prüfling verpflichtet oder gezwungen ist, auf jede Frage richtig zu antworten. Ebenso müssen Menschen in der Prüfung des Lebens ausreichend Freiheit haben, zu tun, was sie wollen. Gut und Böse verlieren ihre Bedeutung, wenn Gott immer dafür sorgen würde, dass wir das Gute wählen. Man betrachte das folgende Beispiel: Jemand hält dir eine geladene Pistole an den Kopf und fordert dich auf, für wohltätige Zwecke zu spenden. Du gibst das Geld, aber hat das einen moralischen Wert? Nein, denn es hat nur dann Wert, wenn ein freier Handelnder sich dafür entscheidet.
God has given us free will, and free will includes the ability to choose to commit evil acts. This explains personal evil, which is evil or suffering committed by a human being. One can ask: Why has God given us free will at all? In order for the tests in life to be meaningful, there must be free will. An exam is pointless if the student is obligated or forced to answer correctly on each question. Similarly, in the exam of life, human beings must be given adequate freedom to do as they please. Good and evil lose their meaning if God were to always ensure we chose good. Take the following example into consideration: someone points a loaded gun to your head and asks you to give to charity. You give the money, but does it have any moral value? It does not, for it only has value if a free agent chooses to do so.
Loslösung von der Welt.
Detachment from the world.
Nach der islamischen Überlieferung hat Gott uns erschaffen, damit wir Ihn anbeten und uns Ihm nähern. Ein grundlegendes Prinzip hierbei ist, dass wir uns von der vergänglichen Natur der Welt lösen müssen. Die vergängliche Welt, die als dunya bekannt ist, was niedrig oder gering bedeutet, ist der Ort der Begrenzungen, des Leidens, des Verlusts, der Begierden, des Egos, des Übermaßes und des Bösen. Das Leid zeigt uns, wie niedrig die dunya tatsächlich ist, und erleichtert uns dadurch, uns von ihr zu lösen. So können wir Gott näherkommen.
According to the Islamic tradition, God has created us so that we may worship and draw near to Him. A fundamental principle concerning this is that we must detach ourselves from the ephemeral nature of the world. Known as dunya, meaning low or lowly, the ephemeral world is the place of limitations, suffering, loss, desires, ego, excessiveness and evil. Suffering shows us how truly low the dunya is, thereby facilitating our detachment from it. Thus, we are able to draw closer to God.
Der Prophet Muhammad ﷺ soll gesagt haben: „Die Liebe zur Welt (ad-dunyā) ist die Wurzel allen Übels.“323 Daher ist die Loslösung von der Welt (ad-dunyā) notwendig, um das höchste spirituelle Ziel der Nähe zu Gott und in der Folge das Paradies zu erreichen.
The Prophet Muhammad صلى الله عليه وسلم was reported to have said, “Love of the dunya is the root of all evil.”323 Therefore, detachment from the dunya is necessary to reach the ultimate spiritual goal of nearness to God, and subsequently paradise.
Der Koran macht sehr deutlich, dass die Dunya vergänglich ist und ein trügerischer Genuss: „Wisset, dass das Leben dieser Dunya nichts als Zeitvertreib und Spiel ist, Prunk und Prahlerei untereinander und ein Wettstreiben um Vermehrung an Reichtum und Kindern – gleich dem Regen, dessen Pflanzenwuchs den Bauern gefällt; dann verdorrt er, und du siehst ihn vergilben; dann wird er zu Spreu.“324
The Qur’an makes it very clear that the dunya is ephemeral and a deceiving enjoyment: “Know that the life of this dunya is but amusement and diversion and adornment and boasting to one another and competition in increase of wealth and children—like the example of a rain whose [resulting] plant growth pleases the tillers; then it dries and you see it turned yellow; then it becomes [scattered] debris.”324
Der Begriff der dunya darf nicht mit den positiven Aspekten der Schöpfung verwechselt werden, die im Arabischen als ʿālam und khalq bekannt sind. Diese Begriffe beziehen sich auf die Schönheit und Wunder dessen, was Gott erschaffen hat. Sie sollen die Menschen dazu anregen, nachzudenken und zu verstehen, und dienen als Mittel, um zu dem Schluss zu gelangen, dass hinter ihnen eine göttliche Macht, Barmherzigkeit und Weisheit steht.
The concept of the dunya should not be confused with the positive aspects of creation, known in Arabic as ‘alam and khalq. These concepts relate to the beauty and wonder of what God has created. They are intended to encourage people to reflect and understand, which serve as a means to conclude that there is a Divine power, mercy and wisdom behind them.
Das Leid unschuldiger Menschen ist vorübergehend.
Suffering of innocent people is temporary.
Auch wenn ein großes größeres Gut verwirklicht werden kann, muss man feststellen, dass manche Menschen weiterhin leiden, ohne dass ihnen irgendeine Linderung zuteilwird. Deshalb gibt Gott im Islam nicht nur Rechtfertigungen für das Übel und das Leid in dieser Welt, sondern vergilt sie auch. Am Ende werden alle gläubigen Menschen, die gelitten haben und unschuldig waren, ewige Glückseligkeit erlangen, und all ihr Leid – selbst wenn sie ihr ganzes Leben lang gelitten haben – wird für immer vergessen sein. Der Prophet Muhammad ﷺ sagte:
Even if there is a lot of greater good to be actualised, one may observe that some people still suffer without experiencing any relief. This is why in Islam, God not only provides justifications for evil and suffering in this world, but also recompenses them. At the end, all believers who suffered and were innocent will be granted eternal bliss, and all the suffering they had—even if they suffered all of their lives— will be forgotten forever. The Prophet Muhammad صلى الله عليه وسلم said:
„…dann wird derjenige, der auf der Welt unter den für das Paradies Bestimmten am meisten Leid erfahren hat, herbeigebracht und nur für einen Augenblick ins Paradies getaucht. Dann wird ihn gefragt: ‚O Sohn Adams, hast du jemals Leid gesehen? Hast du in deinem Leben jemals Not erfahren?‘ Er wird antworten: ‚Nein, mein Herr, bei Gott. Ich habe niemals Leid erfahren. Ich habe niemals Not gesehen.‘“325.
“…the person who had suffered the most affliction in the world of those destined for Paradise will be brought forth and merely dipped into Paradise for a moment. Then he will be asked ‘O son of Adam, have you ever seen suffering? Have you ever experienced hardship in your life?’ He will reply ‘No my Lord, by God. I have never undergone suffering. I have never seen hardship.’”325.
Spirituelle Perspektiven.
Spiritual perspectives.
Im Atheismus hat das Böse keinen Zweck. Es ist eine der blinden Kräfte in der Welt, die wahllos ihre Opfer auswählt. Diejenigen, die Leid und Böses erfahren, haben keine emotionale und rationale Perspektive, die ihnen helfen könnte, ihr Leiden zu lindern oder ihre Erfahrungen einzuordnen. Jemand könnte sein ganzes Leben lang gelitten haben und am Ende einfach im Grab landen. All sein Leiden, Opfern und Schmerz hätte nicht die geringste Bedeutung. Das Böse gilt als Folge vorausgegangener physikalischer Prozesse, und wer es erlebt, hat keinen Ausweg. Man kann ihm keinerlei Willen zuschreiben, weder einen menschlichen noch einen göttlichen, da alles auf blinde, zufällige und nicht-rationale physikalische Vorgänge reduziert wird. Daher sind die logischen Konsequenzen des Atheismus ziemlich deprimierend.
Under atheism, evil has no purpose. It is one of the blind forces in the world that indiscriminately chooses its prey. Those who are victims of suffering and evil have no emotional and rational perspectives to help alleviate their suffering or put their experiences into context. Someone could have suffered all their life and just ended up in the grave. All of their suffering, sacrifice and pain would have absolutely no meaning whatsoever. Evil is viewed to occur due to prior physical processes, and those who experience evil have no recourse. They cannot attribute any type of will to it, whether human or Divine, because everything is just reduced to blind, random and non-rational physical occurrences. Thus, the logical implications of atheism are quite depressing.
Die islamische Tradition besitzt einen reichen Quell an Konzepten, Prinzipien und Ideen, die dem Gläubigen seinen Weg im Leben erleichtern. Der Prophet Muhammad ﷺ stärkte die Gläubigen mit Hoffnung und Geduld. Alles Leid, dem wir begegnen, ist ein Mittel zur geistigen Läuterung und ebnet so den Weg ins Paradies, in dem wir jedes Leid vergessen werden, das wir je erfahren haben:
The Islamic tradition has a fountain of concepts, principles and ideas that facilitate the believer’s journey in life. The Prophet Muhammad صلى الله عليه وسلم empowered the believers with hope and patience. All of the suffering that we face is a means of spiritual purification, thereby facilitating paradise in which we will forget every suffering that we ever experienced:
„Einem Muslim widerfährt kein Unglück, ohne dass Gott ihm dadurch einige seiner Sünden tilgt, selbst wenn es nur der Stich ist, den er von einem Dorn erhält.“326.
“No calamity befalls a Muslim but that God expiates some of his sins because of it, even though it were the prick he receives from a thorn.”326.
„Erstaunlich ist die Angelegenheit des Gläubigen, denn seine gesamte Angelegenheit ist gut, und das gilt für niemanden außer dem Gläubigen. Widerfährt ihm etwas Gutes/Freude, so ist er dankbar, und das ist gut für ihn. Widerfährt ihm etwas Schädliches, so ist er geduldig, und das ist gut für ihn.“327.
“Amazing is the affair of the believer, verily all of his affair is good, and this is for no one except the believer. If something of good/happiness befalls him he is grateful and that is good for him. If something of harm befalls him he is patient and that is good for him.”327.
Selbst Naturkatastrophen und tödliche Krankheiten werden mit den Augen der Hoffnung, der Barmherzigkeit und der Vergebung betrachtet. Die islamische Sicht auf Krankheit besagt, dass sie eine Form der Läuterung ist, die dem Kranken das ewige Glück im Paradies ermöglicht. Der Prophet Muhammad ﷺ ermutigte dazu, Kranke zu besuchen: „Speist die Hungrigen, besucht die Kranken und befreit die Gefangenen.“328
Even natural disasters and fatal illnesses are seen through the eyes of hope, mercy and forgiveness. The Islamic perspective on illness is that it is a form of purification, which facilitates eternal bliss in paradise for the sick. The Prophet Muhammad صلى الله عليه وسلمencouraged visiting the sick: “Feed the hungry, visit the sick, and free the captives.”328
Diejenigen, die sich um Kranke kümmern, werden mit Barmherzigkeit und Vergebung belohnt und schließlich mit dem Paradies. Es gibt zahlreiche prophetische Überlieferungen, die diese Punkte ausführen. So sagte der Prophet Muhammad ﷺ, dass ein Gläubiger, der an der Pest oder an einer Magenkrankheit stirbt, als Märtyrer gilt, und alle Märtyrer gehen ins Paradies.330 Es gibt eindrucksvolle Überlieferungen über Barmherzigkeit, Lohn und Segen für diejenigen, die Kranke besuchen und pflegen; der Prophet Muhammad ﷺ sagte: Wer einen Kranken besucht, „taucht in die Barmherzigkeit ein, bis er sich hinsetzt, und wenn er sich hinsetzt, ist er von ihr umhüllt.“331 Eine bewegende und eindringliche Überlieferung vom Propheten Muhammad ﷺ lehrt uns, dass diejenigen, die Kranke besuchen, Gott bei ihnen finden werden.
Those who take care of the sick are rewarded with mercy and forgiveness, and ultimately paradise. There are many Prophetic traditions that elaborate on these points. For example, the Prophet Muhammad صلى الله عليه وسلمsaid that if a believer dies of the plague or a stomach illness, they are considered a martyr, and all martyrs329 go to paradise.330 There are inspiring traditions of mercy, reward and blessings for those who visit and care for the sick; the Prophet Muhammad taht dias صلى الله عليه وسلمwhoever visits a sick person “is plunging into mercy until he sits down, and when he sits down he is submerged in it.”331 A moving and powerful narration from the Prophet Muhammad t صلى الله عليه وسلمeaches us that those who visit the sick will find God with them:
Wahrlich, Gott, der Erhabene und Majestätische, wird am Tag des Gerichts sprechen: „O Sohn Adams! Ich war krank, doch du hast Mich nicht besucht.“ Der Mensch wird fragen: „O mein Herr und Erhalter! Wie könnte ich Dich besuchen, da Du doch der Erhalter der Welten bist? Und wie kann Dich eine Krankheit befallen?“ Er, der Allmächtige, wird sagen: „Wusstest du nicht, dass einer Meiner Diener krank war? Doch du hast ihn nicht besucht. Wusstest du nicht, dass du, hättest du ihn besucht, Mich bei ihm gefunden hättest?“332
“Verily, God, the Exalted and Glorious, will say on the Day of Judgement: ‘O Son of Adam! I fell ill, but you did not visit Me.’ The human will ask, ‘O my Sustainer! How could I visit You when You are the Sustainer of the Worlds? And how can You fall sick?’ He, the Almighty, will say, ‘Did you not know that such and such a servant of Mine was sick. But you did not visit him. Did you not know that, had you visited him, you would have found Me by his side?’”332
Auch im Falle von Naturkatastrophen wie Tsunamis würden die gläubigen Opfer als Menschen des Paradieses gelten, denn der Tod durch Ertrinken gilt in der islamischen Tradition als Märtyrertod. Der Prophet Muhammad ﷺ sagte diesbezüglich: „Wer ertrinkt, ist ein Märtyrer.“333 Islamische Gelehrte folgern, dass ein Gläubiger, der bei einem Erdbeben unter einem einstürzenden Gebäude zu Tode kam (manche weiten dies sogar auf einen Flugzeug- oder Autounfall aus), als Mensch des Paradieses gilt. Der Prophet Muhammad ﷺ sagte, dass zu den Märtyrern auch „derjenige gehört, der in einem eingestürzten (Gebäude) stirbt“.334
Even in the case of natural disasters like tsunamis, the believing victims would be considered people of paradise because death by drowning is considered martyrdom in the Islamic tradition. The Prophet Muhammad صلى الله عليه وسلمsaid in this regard, “Anyone who drowns is a martyr.”333 Islamic scholars conclude that if a believer died as a result of being crushed by a building during an earthquake (some even extend this to a plane or a car crash), then they are considered people of paradise. The Prophet Muhammad صلى الله عليه وسلمsaid that one of the martyrs includes “the one who died in a collapsed (building)”.334
Doch Gott könnte eine Welt ohne Leid erschaffen. Ungeachtet der bisherigen Diskussion ist ein zentraler Einwand, der meist darauf folgt, „aber Gott könnte eine Welt ohne Leid erschaffen“. Diese Behauptung ist lediglich eine neue Verpackung des ursprünglichen Arguments; anders gesagt: Warum hat Gott das Bestehen von Übel und Leid zugelassen? Deshalb gilt dieselbe Antwort: die göttliche Weisheit. Wer diesen Einwand erhebt, tut dies, weil er nicht versteht, warum es überhaupt Übel und Leid gibt, und weil er meint, ein barmherziger und allmächtiger Gott müsse jedes Übel und jedes Leid verhindern. Dies wurde jedoch bereits in diesem Kapitel behandelt.
But God could create a world without suffering Notwithstanding the discussion so far, a key objection that usually follows is “but God could create a world without suffering”. This contention is just a repackaging of the original argument; in other words: Why has God allowed evil and suffering to exist? Therefore, the same answer applies; Divine wisdom. The one who makes this objection does so because they cannot understand why there is evil and suffering in the first place, and they believe that a merciful and powerful God should prevent every evil and suffering. Nevertheless, this has already been addressed in this chapter.
Das „Problem“ des Bösen und des Leidens ist für den Gläubigen kein Problem, denn Böses und Leid werden als Ausdruck der tiefen Weisheit, der Vollkommenheit und der Güte Gottes verstanden. Die spirituellen Lehren des Islam vermitteln ein Gefühl von Hoffnung, Geduld und Ruhe. Die logische Folgerung des Atheismus ist, dass man in einen hoffnungslosen Zustand gestürzt wird und keine Antworten darauf hat, warum Böses und Leid existieren. Diese Unwissenheit beruht größtenteils auf einem Egozentrismus, der Atheisten daran scheitern lässt, die Dinge aus einer anderen Perspektive zu sehen, so wie ich es war, als ich meine Eltern für boshaft hielt, weil sie mir verwehrten, den Whisky meines Großvaters zu trinken.
The ‘problem’ of evil and suffering is not a problem for the believer, as evil and suffering are understood as functions of God’s profound wisdom, perfection and goodness. The spiritual teachings of Islam create a sense of hope, patience and tranquillity. The logical implication of atheism is that one is plunged into a hopeless state and does not have any answers to why evil and suffering exist. This ignorance is mostly due to an egocentrism that causes atheists to fail in their ability to see things from another perspective, just as I was when I thought my parents were malicious when they prevented me from drinking my grandfather’s whisky.