Der britische Versuch, das Kalifat durch politische und rechtliche Maßnahmen zu zerstören
The British Attempt To Destroy The Khilafah Through Political And Legal Actions
Es schien, dass die Briten darauf hofften, durch die Zerstörung des Kalifats und die Errichtung einer Republik auf legitimem und legalem Wege eine radikale Veränderung des Herrschaftssystems herbeizuführen, ohne auf einen Militärputsch oder einen bewaffneten Aufstand zurückgreifen zu müssen. Sie griffen daher zu rein politischen Methoden. Nachdem Izzet Pascha abgesetzt worden war, beauftragte der Khalifah Tawfiq Pascha mit der Bildung der neuen Regierung. Tawfiq Pascha war bekanntermaßen ein britischer Agent. Während der Herrschaft Abdul-Hamids war er Beamter im Staatsdienst und wurde als Botschafter des Osmanischen Staates nach London entsandt, wo es ihm gelang, die Sympathie und das Wohlwollen der Briten zu gewinnen. Als er jedoch seine Regierung bildete, war er ein alter Mann in seinen Achtzigern und nicht in der Lage, die Rolle zu erfüllen, die von ihm erwartet wurde. Daher waren die Briten mit seiner Regierungsbildung unzufrieden.
It seemed that the British were hoping to generate a radical change in the ruling system by destroying the Khilafah and establishing a republic through legitimate and legal means, without having to resort to a military coup or an armed rebellion. So they resorted to purely political styles. Once Izzet Pasha was removed, the Khaleefah instructed Tawfiq Pasha to form the new government. Tawfiq Pasha was known to be a British agent. During the rule of Abdul-Hamid he was a civil servant, appointed as ambassador of the Ottoman State to London, where he managed to gain the sympathy and the pleasure of the British. However, when he formed his government, he was an old man in his eighties and unfit to perform the role expected of him. Thus the British were uneasy about his forming of the government.
Jedoch wollten sie, bevor sie versuchten, ihn zu ersetzen und eine neue Regierung zu bilden, zunächst das Parlament auflösen, das als Kammer der Abgeordneten (Al-Mabuthan) bekannt war. Dies geschah, weil dieser Rat von Menschen aus dem gesamten Osmanischen Staat gewählt worden war, nämlich dem Staat des Khilafah. Demnach war es kein türkisches Parlament, das ausschließlich der Türkei angehörte. Außerdem stammte der größte Teil der Abgeordneten von den Jungtürken und dem Komitee für Einheit und Fortschritt (C.U.P.). Mit anderen Worten: Es handelte sich um die Partei von Anwar und Jamal, deren Ansichten dahin gingen, das Khilafah und alle Teile des Osmanischen Staates zu erhalten. Daher wäre es sehr unwahrscheinlich, dass es der Abschaffung des Khilafah zustimmen oder der Abtrennung der übrigen Teile des Reiches von der Türkei zustimmen würde. Außerdem wollten sie im Land ein politisches Vakuum erzeugen, und die Auflösung des Parlaments würde ihnen dabei helfen. Deshalb waren sie entschlossen, es aufzulösen. Zunächst wollten sie dies auf verfassungsmäßigem Wege tun, ohne auf ein Eingreifen des Sultans als Antwort auf ihre Forderung zurückgreifen zu müssen. Dies geschah, als Mustafa Kemal versuchte, die verfassungsmäßigen Lösungen anzuwenden, und scheiterte.
However, prior to attempting to replace him and bringing a new government, they wanted to dissolve the parliament known as the council of Al-Mabuthan. This was because that council was elected by people from all over the Ottoman State, namely the Khilafah State. Accordingly, it was not a Turkish parliament, exclusive to Turkey. Besides, most of the deputies were from the Young Turks and the Committee of Union & Progress (C.U.P.). In other words the party of Anwar and Jamal, whose views were in favour of maintaining the Khilafah and all the parts of the Ottoman State. Therefore, it would be very unlikely for it to agree to the abolition of the Khilafah, or to agree to the severing of the other parts of the Empire from Turkey. They also wanted to generate a political vacuum in the country, and dissolving parliament would help them generate this vacuum. Hence, they were determined to dissolve it. They wanted at first to dissolve it through constitutional means, without having to resort to an intervention from the Sultan in response to their demand. This was when Mustafa Kemal attempted to apply the constitutional solutions and failed.
Dann löste der Sultan überraschend das Parlament per Dekret auf; und dies konnte nur auf einer Forderung beruhen, von der er überzeugt war oder die er sich nicht leisten konnte abzulehnen.
Then the Sultan, in an unexpected move, dissolved parliament by a decree; and this could only be based on a demand of which he was convinced or which he could not afford to refuse.
Genauer gesagt wurde es für Tawfiq Pascha zwingend notwendig, nach den verfassungsrechtlichen Regeln ein Vertrauensvotum des Parlaments zu erhalten, und so sollte eine Parlamentssitzung stattfinden, in der dieses Votum abgegeben wird. Mustafa Kemal, der gerade aus Aleppo und Adana zurückgekehrt war, eilte herbei, um die Abgeordneten davon zu überzeugen, der Regierung das Misstrauen auszusprechen. Er hatte einige Freunde unter den Unionisten, die die Mehrheit des Parlaments stellten. Unter ihnen war Fathi Beik, der Macht und Einfluss besaß. Fathi Beik versammelte für ihn eine Reihe von Abgeordneten, und er eröffnete mit ihnen in einem Nebenraum eine Debatte, in der Mustafa Kemal seinen Vorschlag vorbrachte, nämlich der Regierung das Misstrauen auszusprechen.
More specifically, it became imperative for Tawfiq Pasha to gain a parliamentary vote of confidence according to the constitutional rules,and so a parliamentary session to cast that vote was to be held. Mustafa Kemal who had just returned from Aleppo and Adhano, rushed to convince the deputies to give the government a vote of no confidence. He had some friends from among the unionists who represented the majority of parliament. From among those was Fathi Beik who had power and influence. Fathi Beik gathered for him a number of deputies and he initiated a debate with them in an adjacent room, and Mustafa Kemal put forward his proposal, that is, to give the government a vote of no confidence.
Sie widersprachen jedoch dieser Absicht und behaupteten, ein Misstrauensvotum werde unweigerlich zur Auflösung des Rates führen. Daraufhin konnte er die Ziele, die er verfolgte, nicht länger verbergen, und so antwortete er umgehend: Und das wäre auf lange Sicht besser, denn dadurch können wir abwarten und unsere Angelegenheiten so vorbereiten, dass wir die Regierung bilden, die wir wollen. Die Abstimmungsglocke ertönte, und die Abgeordneten begaben sich in den Plenarsaal. Doch als der Zeitpunkt der Stimmabgabe kam und der Sprecher das Ergebnis verkündete, sprach die überwältigende Mehrheit der Regierung das Vertrauen aus. Als Mustafa Kemal davon erfuhr, verließ er das Parlamentsgebäude, und sobald er zu Hause angekommen war, telefonierte er mit dem Palast und bat um ein dringendes Treffen mit dem Sultan. Sultan Wahid-ud-Deen war sich der Gedanken Mustafa Kemals bewusst und wusste von seinem Ehrgeiz, die Macht an sich zu reißen. Tatsächlich spürte er in ihm eine gewisse Macht und glaubte, er habe mächtige Verbündete in der Armee und besitze Einfluss auf das Militär. Wahid-ud-Deens größte Sorge war es, seinen Thron zu erhalten, und er betrachtete Mustafa Kemal als Bedrohung für sich. Als dieser um eine Audienz bat, stimmte er daher sofort zu.
However, they objected to this, claiming that casting a vote of no confidence would inevitably lead to the dissolution of the council. Upon this he could no longer conceal the objectives he was aiming for so he promptly replied : And this would be better in the long term, for through this, we can bide our time and prepare our affairs to form the government that we want. The division bell rang and the deputies made their way into the parliament chamber. But when the time came to cast the votes and the speaker announced the result, the overwhelming majority gave the government a vote of confidence. When Mustafa Kemal learnt this, he left the parliament buildings and as soon as he arrived home, he telephoned the palace requesting an urgent meeting with the Sultan. Sultan Wahid-ud-Deen was aware of Mustafa Kemals thoughts and knew about his ambition to seize power. Indeed, he sensed in him some power and thought that he had powerful allies in the army and had influence over the army. Wahid-ud-Deens main concern was to maintain his throne and he viewed Mustafa Kemal as a threat to him. Thus, when he requested an audience with him he immediately agreed.
Er legte jedoch den Termin der Zusammenkunft auf den frühesten Freitag fest.
However, he set the date of the meeting to be on the earliest Friday.
Wahid-ud-Deen wählte diesen Tag, weil es der Tag war, an dem die Salammalik stattfand, also das Zusammentreffen des Khalifen mit den Menschen, die kamen, um ihn zu begrüßen. Seine Absicht war, dass Mustafa Kemal seine Verbindung zum Sultan erklärt und seine Treue zum Khalifen bestätigt, zusammen mit dem gemeinsamen Verrichten des Freitagsgebets. Dann würde er die geeigneten Vorkehrungen treffen, um dessen Rede - von der er wusste - unter vier Augen anzuhören.
Wahid-ud-Deen chose that day because it was the day when the Salammalik took place, meaning when the Khaleefah met with the people who came to greet him. His intention was to get Mustafa Kemal to declare his links with the Sultan and to confirm his loyalty to the Khaleefah along with performing the Jumaa prayer with him. Then he would take the appropriate arrangements to listen to his talk -which he knew- in private.
Nachdem das Salah beendet war, bat Wahid-ud-Deen Mustafa Kemal, ihn in den Salon zu begleiten. Der Sultan zögerte das Gespräch absichtlich hinaus, und die Unterredung dauerte eine ganze Stunde. Der Sultan wandte sich an Mustafa Kemal mit den Worten: Ich bin völlig überzeugt, dass die Armeekommandeure und Offiziere großes Vertrauen in Sie haben; würden Sie mir daher garantieren, dass die Armee keine Maßnahmen gegen mich ergreifen wird? Mustafa Kemal erwiderte: Euer Exzellenz, ich weiß nichts über die Zukunft. Doch was ich zum gegenwärtigen Zeitpunkt sehen kann, ist, dass die Kommandeure keinen Grund finden, sich gegen Ihren Thron zu erheben; ich kann Ihnen sogar bestätigen, dass es absolut nichts gibt, was Ihre Befürchtungen rechtfertigen würde. Darauf sagte der Sultan: Ich spreche nicht von der Gegenwart, sondern ich möchte wissen, was in Zukunft zu erwarten ist. Was Mustafa Kemal daraufhin antwortete, ist nicht bekannt, doch scheint er in einer Weise mit ihm gesprochen zu haben, die ihn beruhigte, denn der Sultan sagte ihm danach: Sie sind ein weiser Kommandeur, und zweifellos können Sie Ihre Kollegen beeinflussen, sie zur Ruhe überreden und ermahnen, mit Besonnenheit zu handeln. Diese besondere Unterredung, an der niemand sonst teilnahm, weckte die Neugier der Menschen im Palast, und sie versuchten herauszufinden, worum es dabei gegangen war. Der Khaleefah erließ jedoch noch am selben Tag des Treffens ein Dekret, in dem er die Auflösung des Parlaments anordnete, ohne einen Termin für Neuwahlen festzusetzen. Dieses Dekret überraschte alle, zumal es eine willkürliche Maßnahme ohne Begründung war. Für die Auflösung wurden keinerlei verfassungsmäßige Rechtfertigungen oder Gründe genannt. Daher glaubten die Menschen, Mustafa Kemal habe dem Khaleefah vorgeschlagen, das Parlament aufzulösen, und dessen Entscheidung beeinflusst, was er tatsächlich getan hatte. Dies war insbesondere deshalb der Fall, weil das Gesuch um eine Audienz im Zuge von Mustafa Kemals Bemühungen einging, die Abgeordneten dazu zu bewegen, der Regierung ein Misstrauensvotum zu erteilen, da dies unweigerlich zur Auflösung des Parlaments geführt hätte. Die Umstände rund um die Auflösung legten jedoch nahe, dass die Entscheidung des Khaleefah absolut nichts mit dem Einfluss Mustafa Kemals zu tun hatte. Dies lag daran, dass sie am selben Tag wie die Versammlung getroffen wurde, und es war sehr unwahrscheinlich, dass sie infolge dessen zustande kam, was in der Versammlung gesagt wurde, zumal die Versammlung an einem Freitag stattfand, einem gesetzlichen Feiertag. Außerdem traf Mustafa Kemal den Sultan zum ersten Mal nach der Unterzeichnung des Waffenstillstands und dem Ende des Krieges, und ungeachtet seines Einflusses hätte die Erfüllung seines Anliegens nicht in einem derart blitzschnellen Tempo erfolgen können.
Once the Salah ended, Wahid-ud-Deen asked Mustafa Kemal to accompany him to the lounge. The Sultan was deliberately prolonging the meeting and the discussion took one whole hour. The Sultan addressed Mustafa Kemal by saying : I am totally convinced that the army commanders and officers have a great confidence in you; so would you guarantee to me that the army would not undertake any action against me? Mustafa Kemal replied: Your Excellency, I know nothing about the future. But what I can see at the present time is that the commanders do not find any justification to rebel against your throne; I can even confirm to you that there is absolutely nothing to justify your fears. Upon this the Sultan said : I am not talking about the present time, but I wish to know what is expected to happen in the future. It is not known what Mustafa Kemal replied, but it seems that he talked to him in a way that reassured him, for the Sultan said to him afterwards : You are a wise commander, and undoubtedly you can influence your colleagues and persuade them to be calm and exhort them to use deliberation. This special meeting, which no one else attended, caught the imagination of the people who were in the palace, and they tried to find out what it is was about. However, the Khaleefah issued on the very day of the meeting a decree in which he ordered the dissolution of parliament, without setting a date for new elections. This decree took everyone by surprise, especially as it was an arbitrary measure with no justification. No constitutional justifications or reasons were given for the dissolution. Hence, people thought that Mustafa Kemal had suggested to the Khaleefah to dissolve parliament and influenced his decision, as indeed he had done. This was particularly so as the request for an audience came in the wake of Mustafa Kemals endeavour to persuade the deputies to give the government a vote of no confidence, for this would have inevitably led to the dissolution of parliament. However, events surrounding the dissolution suggested that the Khaleefahs decision had absolutely nothing to do with Mustafa Kemals influence. This was because it took place on the same day of the meeting and it was very unlikely for it to have been as a result of what was said in the meeting, especially as the meeting was on a Friday, which is a public holiday. Besides, Mustafa Kemal was meeting the Sultan for the first time after the signing of the truce and the end of the war, and no matter how influential he had been, the fulfilment of his request could not have been achieved at such a lightening speed.
Daher deuten die Ereignisse darauf hin, dass die Auflösung des Parlaments bereits vor der Sitzung vorbereitet worden war, und dass ihre willkürliche Verkündung ohne jeden Zweifel zeigt, dass sie auf einer Angelegenheit beruhte, die außerhalb der Kontrolle des Sultans lag. Man kann nur folgern, dass sie von den Briten gesteuert wurde, denn diese hatten durch die Besatzung direkte Kontrolle über den Khalifen und das Land.
Therefore, events indicate that the issue of dissolving parliament had been prepared before the meeting, and that its declaration in such an arbitrary manner indicates without any shade of a doubt that it was based on a matter that was beyond the Sultans control. One could only deduce that it was orchestrated by the British, for they were directly in control of the Khaleefah and the country through occupation.
Dennoch löste die Auflösung des Parlaments im ganzen Land einen großen Aufruhr und Verwirrung aus. Es verbreiteten sich Gerüchte, die Unionisten hätten ihre Anhänger bewaffnet, um die Revolution in Kleinasien auszurufen, denn dies war ein verhängnisvoller Schlag für die Unionisten. Inmitten dieses Aufruhrs verschwand Tawfiq Pascha, und ihm folgte Damad Farid Pascha nach, der als der „englische Gentleman“ bekannt war und zudem der Schwiegersohn des Sultans war.
Nevertheless, the dissolution of parliament caused a major uproar and confusion throughout the country. Rumours spread that the unionists had armed their supporters in order to declare the revolution in Asia Minor, for this was a fatal blow to the unionists. Amidst this uproar, Tawfiq Pasha disappeared and was succeeded by Damad Farid Pasha who was known as the English Gentleman and he also was the Sultans son-inlaw.
Was Mustafa Kemal betrifft, so mietete er ein Haus in Schilly, einem Vorort von Bira, und lebte dort als gewöhnliche Privatperson. Er zog sich aus der Politik zurück und hielt sich im Hintergrund. Man sah ihn gelegentlich in einigen Klubs verkehren und unter Menschen der feinen Gesellschaft. Dennoch blieb er sehr zurückhaltend; seine Äußerungen ließen nichts Bestimmtes erkennen, und niemand wusste, ob er für oder gegen den Sultan war.
As for Mustafa Kemal, he rented a house in Shilly, a suburb of Bira, and lived there as an ordinary individual. He deserted politics and kept a low profile. He used to be seen frequenting some clubs and mixing with people in high society. However, he remained very discreet, his talk did not imply anything in particular and no one knew whether he was with or against the Sultan.
Der Sultan war jedoch über die Absichten Mustafa Kemals im Bilde, denn er kannte dessen Gedanken und Pläne. Deshalb widersetzte er sich ihm stets heftig und griff ihn an. Er pflegte zu seiner Umgebung zu sagen, Mustafa Kemal wolle die Türken von seiner Familie entfremden und Feindseligkeit zwischen ihm und den Massen säen, um ihn abzusetzen. Mustafa Kemals Rückzug aus der politischen Tätigkeit bot ihm jedoch keinen Vorwand gegen ihn. Viele Menschen missbilligten die Feindseligkeit des Sultans gegenüber Mustafa Kemal.
However, the Sultan was aware of Mustafa Kemals intentions, for he was acquainted with his thoughts and his designs. Hence, he used to fiercely resist him and attack him. He used to say to his entourage that Mustafa Kemal wanted to estrange the Turks from his family and cause animosity between him and the masses in order to remove him. However, Mustafa Kemals retirement from political activity did not give him any excuse over him. So many people disapproved of the Sultans hostility towards Mustafa Kemal.
Nachdem Damad Farid die Regierung gebildet hatte und die Briten ihre Zustimmung dazu bekundet hatten, wuchsen die Ängste des Sultans, und er meinte, er könne seinen Thron nicht ohne die Hilfe Großbritanniens behaupten.
Once Damad Farid had formed the government, and once the British showed their approval of it, the fears of the Sultan increased and he thought that he could not maintain his throne without the help of Britain.
So sah er in Damad Farid einen wichtigen Verbündeten und Unterstützer an seiner Seite.
Thus he used to see in Damad Farid a major ally and supporter of his.
Der Sultan und der Damad erschöpften alle nur erdenklichen Mittel, um die Briten zufriedenzustellen.
The Sultan and Damad exhausted all possible means to please the British.
Sie gründeten einen Verein, den sie „Freunde Großbritanniens“ nannten, und die Regierung unterstützte diesen Verein mit allen Mitteln. Die Briten ihrerseits finanzierten ihn reichlich mit verlockendem Gold. Die einfachen Leute sowie die große Mehrheit der Jugend und der Offiziere der Armee verachteten jedoch die Briten und hegten Groll gegen die Besatzer.
They established an association which they named Friends of Britain, and the government backed this association with all means. The British for their part copiously financed it with tempting gold. However, the common people, and the majority of the youth and army officers used to despise the British and to harbour malice against the occupiers.
Daher warfen sich der Sultan und sein Premierminister vollständig in die Arme der Briten, und sie verließen sich voll und ganz auf sie. Die Briten hatten inzwischen einen Hohen Kommissar in Istanbul ernannt, um die politischen Angelegenheiten des Landes zu leiten, zusammen mit dem britischen General Harrington, dem Oberbefehlshaber der alliierten Streitkräfte. Daraufhin begannen sie, dem Sultan ihre Meinungen aufzuzwingen und ihn nach Belieben zu manipulieren.
Therefore, the Sultan and his Prime Minister threw themselves completely into the embrace of the British and they fully relied upon them. The British had by then appointed a High Commissioner in Istanbul in order to run the political affairs of the country, alongside the British General Harrington, the Commander in Chief of the allied forces. Hence, they started dictating their opinions to the Sultan and manipulating him at will.
Infolgedessen verlor er seine tatsächliche Autorität und wurde wie ein Gefangener.
Consquently, he lost his effective authority and became like a prisoner.
Die tatsächliche Autorität fiel in die Hände der Verbündeten, genauer gesagt allein in die Hände der Briten, die durch den britischen Hochkommissar und General Harrington vertreten wurden.
The effective authority fell into the hands of the allies, or more specifically in the hands of the British alone, who were represented by the British High Commissioner and General Harrington.
Das britische Bestreben, ein politisches Vakuum zu erzeugen
The British Endeavour To Generate The Political Vacuum
Des Weiteren wollten die Briten im Land ein politisches Vakuum erzeugen, damit sie es nach ihrem Belieben selbst füllen könnten. Oberflächlich betrachtet überließen sie die politischen Angelegenheiten des Landes den eigenen Leuten, während sie ihre Agenten dazu drängten, die politischen Aktivitäten zu übernehmen. Dann standen sie im Hintergrund und erzeugten im Land Unruhen und politische Instabilität, um die Unfähigkeit der Einheimischen zu demonstrieren, das Land zu regieren, und so ein politisches Vakuum zu verursachen. Dies deshalb, weil das Vakuum die Unfähigkeit zu handeln und die Unfähigkeit zum Durchhalten bedeutet; mit anderen Worten bedeutet es, dass eine Kraft vorhanden ist, diese Kraft sich jedoch nicht in ihrer angemessenen Form und mit ausreichender Fähigkeit äußert.
Furthermore, the British wanted to generate a political vacuum in the country so that they could fill it themselves as they wished. On the surface, they left the political matters of the country to be run by her own people while they pushed their agents into undertaking the political activities. Then they stood behind the scenes and generated in the country turmoil and political instability, in order to highlight the inability of the locals to govern the country, thereby causing a political vacuum. This is so because the vacuum means the inability to act and the inability to persevere; in other words it means that there is a force, but this force does not manifest itself in its appropriate form and with an adequate capability.
Das Vakuum könnte entweder politischer, militärischer oder strategischer Natur sein.
The vacuum could either be political, military or strategic.
Das politische Vakuum entsteht, wenn der Staat instabil, unkoordiniert ist und in Unruhe und politische Instabilität gestürzt wird. In diesem Fall wird es zwingend notwendig, dieses Vakuum zu füllen, indem dem Staat die Macht und die Fähigkeit gegeben werden, zu funktionieren und fortzubestehen. Nachdem die Briten den Osmanischen Staat besetzt hatten, beschränkten sie diesen auf das türkische Gebiet und überließen ihm die Verantwortung für die Politik des Landes und für die Führung der Landesangelegenheiten.
The political vacuum occurs when the state is unstable, uncoordinated and plunged into disquiet and political instability. It becomes imperative in this case to fill this vacuum by giving the state the power and the ability to function and persevere. Having occupied the Ottoman State, the British confined her to the Turkish region and left her in charge of the countrys policies and of looking after the countrys affairs.
So wurde eine politische Kraft im Land hervorgebracht, doch man ergriff eine Reihe von Maßnahmen, die darauf abzielten, zu verhindern, dass diese Kraft in einer geeigneten Form und mit angemessener Fähigkeit in Erscheinung tritt; ebenso, sie unfähig zu machen, die Verantwortung der Regierung zu tragen, und unfähig, auszuharren. Daher führten sie ihren Plan aus, das Parlament aufzulösen, um Unruhe und Instabilität zu erzeugen.