1. Demokratie ist eine Voraussetzung für Entwicklung
1. Democracy is a prerequisite for development
In fast allen Studien zur Entwicklung gilt Demokratie als Voraussetzung für Fortschritt, sei es wirtschaftlich oder im Bereich technologischer und wissenschaftlicher Entwicklung. Mancur Olson (Universität von Maryland), der weltweit renommierte Ökonom, legte in seinem preisgekrönten Buch „Power and Prosperity“ (2000) dar, dass Demokratien sich im Vergleich zu anderen Regierungssystemen im Allgemeinen besser entwickeln und vorankommen. Olson argumentierte, dass unter Anarchie nur ein Anreiz besteht zu stehlen und zu zerstören, während ein Diktator einen Anreiz hat, ein gewisses Maß an wirtschaftlichem Erfolg zu fördern, da er erwarten wird, lange genug an der Macht zu bleiben, um einen Anteil daran zu nehmen. In Demokratien beobachtet er, dass der Schutz der Bürger und ihres Eigentums zu größerem Wohlstand führt, da Führungspersonen an der Wahlurne abgewählt werden können. Olson sah im Übergang zur Demokratie die Keime der Zivilisation, die den Weg zu Wohlstand ebnen, der wiederum die Anreize für gute Regierungsführung verbessert, indem sie sich stärker an den Wünschen der Bevölkerung ausrichtet.
In almost all studies of development, democracy is considered a prerequisite for progress, be it economic or technological and scientific advancement. Mancur Olsen (University of Maryland) the world renowned economist presented in his award winning book ‘Power and Prosperity’ (2000) that democracies generally develop and progress relative to other systems of governance. Olson argued that under anarchy there is an incentive only to steal and destroy, whilst a dictator has an incentive to encourage a degree of economic success, since he will expect to be in power long enough to take a share of it. In democracies he observes that the protection of one’s citizens and property leads to greater prosperity as leaders could be removed at the ballot box. Olson saw in the move to democracy the seeds of civilization, paving the way for prosperity, which improves incentives for good government by more closely aligning it with the wishes of the population.
Andere Forschungen haben Demokratie sogar zu einer Voraussetzung für wirtschaftlichen Erfolg erklärt. Evan Rodrik, Politikwissenschaftler an der University of Illinois, argumentierte, dass „Demokratie als die ‚Meta-Institution‘ hilft, andere Institutionen aufzubauen, und Demokratie die einzig angemessene institutionelle Bedingung für Erfolg ist.“ (2) Obwohl es keine allgemein anerkannte Definition von Demokratie gibt, müssen jede Definition von Demokratie zwei Grundsätze aufweisen. Der erste Grundsatz besagt, dass alle Mitglieder der Gesellschaft gleichen Zugang zur Macht haben, und der zweite, dass alle Mitglieder universell anerkannte Freiheiten und Rechte genießen.
Other research has even made democracy a precondition for economic success. Evan Rodrik political science expert at the University of Illinois argued that “democracy as the ‘meta institution’ helps build other institutions and democracy is the only appropriate institutional conditionally for success.” (2) Even though there is no universally accepted definition of democracy there are two principles that any definition of democracy is required to have. The first principle is that all members of the society have equal access to power and the second that all members enjoy universally recognised freedoms and liberties.
Einführung der Demokratie (Jahre, in denen das allgemeine Wahlrecht erreicht wurde)
Introduction of Democracy (Years when universal suffrage was achieved)
Neuseeland: 1907
New Zealand: 1907
Dänemark: 1915
Denmark: 1915
Schweden: 1918
Sweden: 1918
UK: 1928
UK: 1928
Frankreich: 1946
France: 1946
Deutschland: 1946
Germany: 1946
Italien: 1946
Italy: 1946
Belgien: 1948
Belgium: 1948
USA: 1965
USA: 1965
Ein flüchtiger Blick auf die Nationen, die eine solche Ansicht weiterhin vertreten und die im Namen der Demokratie weiterhin überall in der Welt intervenieren, zeigt, dass ein solches Argument keine Substanz hat. Tatsächlich hat sich ein Großteil der entwickelten Welt durch antidemokratische Politiken entwickelt, und es gibt die Auffassung, dass das Fehlen von Demokratie der Entwicklung förderlich sei. Als das Wahlrecht im Westen erstmals eingeführt wurde, war es auf eine sehr kleine Minderheit von landbesitzenden und eigentumsbesitzenden Männern beschränkt, wobei die Zahl der Stimmen ungleich verteilt war und sich nach einer Skala richtete, die auf Eigentum, Bildungsabschluss und Alter beruhte. In den USA erhielten schwarze Männer das Wahlrecht erst durch den Voting Rights Act von 1965, nach der Bürgerrechtsbewegung. Zwar durften sie bereits 1870 durch den fünfzehnten Zusatzartikel zur Verfassung wählen, der es verbot, jemandem das Wahlrecht aufgrund von Rasse oder Hautfarbe zu verweigern, doch wurden die Südstaaten durch Kopfsteuern und Eigentumsvoraussetzungen von der Zentralregierung faktisch vom Wahlrecht ausgeschlossen.
A cursory glance at the nations who continue to advocate such a view and who continue to intervene around the world in the name of democracy illustrates that such an argument holds no weight. In fact much of the developed world developed through antidemocratic polices and there is an argument that the absence of democracy aids development. When voting was first introduced in the West it was confined to a very small minority of land and property-owning men with an unequal number of votes apportioned according to a scale based on property, educational achievement and age. In the US, black males were only given voting rights in the Voting Rights Act of 1965 after the civil rights movement. Although they were permitted to vote in 1870 by the fifteenth amendment to the constitution which would not deny vote to anyone on account of race and colour, Southern sates were disfranchised through the use of poll tax and property conditions by central government.
Frankreich gewährte 1830 das Wahlrecht nur denjenigen, die älter als 30 Jahre waren und 300 Franken an direkten Steuern zahlten, was etwa 0,02 % der 32 Millionen Einwohner entsprach. 1848 wurde das allgemeine Männerwahlrecht eingeführt, und erst während des Zweiten Weltkriegs erhielten die französischen Frauen das Wahlrecht, lange nachdem das Land industrialisiert war. Japan erreichte das allgemeine Wahlrecht, nachdem es seinen militärischen Höhepunkt erreicht hatte, und selbst dann war es eine Bedingung, die die USA ihm auferlegten, um die Macht vom ursprünglichen Regime wegzuverteilen. Die USA hielten es für angebracht, Japan bis 1952 die vollen Wahlrechte zu geben, glaubten aber, dass es weitere 13 Jahre brauche, um dieselben Rechte den eigenen Bürgern zu gewähren! Im Jahr 1800, das als Höhepunkt der kolonialen Überlegenheit Großbritanniens gilt, besaßen nur 3 % der britischen Bevölkerung das Wahlrecht. Nur Wähler, die größere Landflächen in einem Flickenteppich von Wahlbezirken besaßen, die im Mittelalter geschaffen worden waren, konnten Abgeordnete ins Unterhaus wählen. Dieses System verwehrte das Wahlrecht Kaufleuten, Fabrikanten und Facharbeitern, die kein Land besaßen. Regionen, die Hunderte von Jahren zuvor wohlhabend gewesen waren, waren im Parlament überrepräsentiert, während viele neue städtische Zentren überhaupt keine Vertretung hatten. Einige Parlamentssitze gehörten praktisch einzelnen Personen. Bis 1867 konnten 13 % der Bevölkerung wählen. Es dauerte bis 1928 (weitere 61 Jahre), bis Männer und Frauen gleiches Wahlrecht erhielten. Demokratie kam mit Sicherheit nach der Entwicklung und spielte keine Rolle beim Aufstieg Großbritanniens.
Reference: Geopolitische Mythen - Adnan Khan