13. Die Globalisierung ist das Zeitalter des freien Handels und unerlässlich für die wirtschaftliche Entwicklung im 21. Jahrhundert
13. Globalisation is the epoch of free trade and essential for economic development in the 21st century
Das Wort Globalisierung wurde erstmals Mitte der 1990er Jahre verwendet, um die Aktivitäten großer amerikanischer Unternehmen zu beschreiben. Das Ende des Kalten Krieges brachte die USA in eine Zwickmühle: Das Wettrüsten mit der UdSSR hatte dazu geführt, dass Finanzkreise Geld in die USA strömen ließen, was einen teuren Dollar zur Folge hatte. Dieser wiederum machte es den US-Multinationalen nahezu unmöglich, ihre Waren zu exportieren. US-Unternehmen empfanden es als zu teuer, sich auf ausländischen Märkten wettbewerbsfähig zu halten, wenn die Herstellung ihrer Produkte im Inland ihnen so viel kostete.
The first time the word globalisation was used was in describing the activities of the large American companies during the mid-1990s. The end of the cold war put the US in a conundrum; the arms race with the USSR resulted in financial circles pouring money into the US resulting in an expensive dollar which in turn made the climate for US multi-nationals to export their goods virtually impossible. US Companies found it too expensive to maintain a competitive position overseas when it was costing them so much making the products at home.
Daher mussten günstigere ausländische Märkte gefunden werden. Die Errichtung von Produktionsstätten in einem fremden Land, die die billigen Arbeitskräfte nutzte, bei sehr geringen Arbeitsgesetzen und offenem Missbrauch, wurde als Globalisierung bezeichnet.
Hence cheaper foreign markets had to be found. The setting up of production facilities in a foreign country making use of the cheap labour, with very little labour laws and outright abuse was termed globalisation.
Die erste Nation, an der die Globalisierung erprobt wurde, war Russland und das, was nach dem Zerfall der UdSSR von ihm übrig blieb. Der Fall des Kommunismus im Jahr 1990 und die Auflösung der Sowjetunion boten den kapitalistischen Institutionen eine hervorragende Gelegenheit, eine riesige zentralistische Wirtschaft in eine marktorientierte umzuwandeln. Insgesamt flossen 129 Milliarden US-Dollar nach Russland, wobei der IWF und die Weltbank eine Reihe ihrer Entwicklungsprogramme umsetzten. Die russische Wirtschaft wurde für ausländische Investitionen geöffnet, und Industriebetriebe wurden an Ausländer verkauft, wodurch das Land anfällig für Schwankungen der Weltmarktpreise wurde. Im Jahr 1997 begannen Spekulanten, aufgrund eines Vertrauensverlusts in Russland, ihr Geld abzuziehen, und Russland war nicht in der Lage, sich zu verteidigen, da die Liberalisierung keinerlei Beschränkungen für Kapitalflüsse vorsah. Die Krise ließ die Armut von 2 Millionen auf 60 Millionen ansteigen, eine Zunahme um 3000 %. UNICEF stellte fest, dass dies jährlich zu 500.000 „zusätzlichen“ Todesfällen führte. Russland ist ein klares Beispiel dafür, dass die Globalisierung die Krise direkt ermöglichte, sodass sie das Ausmaß erreichte, das sie erreichte.
The first nation to be given the globalisation treatment was Russia and what was left of it after the collapse of the USSR. The fall of communism in 1990 and the break-up of the Soviet Union represented a wonderful opportunity for capitalist institutes to transform a huge centralist economy to one that was market orientated. A total of $129 billion poured into Russia with the IMF and the World Bank implementing a number of its development schemes. The Russian economy was opened to foreign investment and industry was sold to foreigners leaving the country vulnerable to swings in world prices. In 1997, due to a loss on confidence in Russia, speculators began to withdraw their money and Russia was unable to defend itself as liberalisation required there to be no restrictions on capital flows. The crisis raised poverty from 2 million to 60 million, a 3000% increase. UNICEF noted that this resulted in 500,000 ‘extra’ deaths per year. Russia is a clear example that globalisation directly allowed the crisis to reach the peak it did.
Globalisierung ist heute in Wirklichkeit die Supermacht, die verschiedene Politiken vorantreibt, die Freihandel implizieren, was tatsächlich eine Fortsetzung merkantilistischer Prozesse ist, wie sie in der gesamten Geschichte zu beobachten sind. Die USA lösten sich 1776 von der britischen Kolonialherrschaft, indem sie die Ungerechtigkeit und Härte der Politik des Britischen Empires erkannten. Doch inzwischen haben die USA diese Rolle übernommen und tun dasselbe, was die Briten einst anderen angetan haben. Kurz nach dem Krieg von 1812, der geführt wurde, um die britischen merkantilistischen Handelspraktiken zu besiegen, wies der US-Staatsmann Henry Clay auf die Notwendigkeit hin, dass die Vereinigten Staaten eine Verteidigungsfähigkeit entwickeln müssten, und zitierte dabei einen britischen Staatsführer: „Die Nationen wussten ebenso gut wie wir [selbst], dass wir unter ‚Freihandel‘ nichts anderes und nichts weniger verstanden als, mittels des großen Vorteils, den wir genossen, eine Monopolstellung auf allen ihren Märkten für unsere Manufakturen zu erlangen und sie alle daran zu hindern, jemals selbst Industrienationen zu werden.“25
Globalisation today in reality is the superpower pushing for various policies that imply free trade which is in fact a continuation of mercantilist processes seen throughout history. The US broke away from British colonial rule in 1776, recognising the unfairness and harshness in Imperial Britain’s policies. However, the US has now taken on that role and is doing the same things that the British once did to others. Shortly after the War of 1812 that was fought to defeat British mercantilist trade practices, US statesman Henry Clay pointed to the necessity of the United States developing a defensive capability by quoting a British leader, ‘Nations knew, as well as [ourselves], what we meant by “free trade” was nothing more nor less than, by means of the great advantage we enjoyed, to get a monopoly of all their markets for our manufactures, and to prevent them, one and all, from ever becoming manufacturing nations.’25
Besonders in der Ära Reagan und Thatcher wurde der Freihandel unter dem Deckmantel der Globalisierung in die meisten Teile der Welt getragen. Alles, was staatlich war, wurde nahezu dämonisiert, und die Privatisierung alles dessen, was der Öffentlichkeit gehörte, wurde gefördert, notfalls auch mit militärischer Intervention.
The Reagan and Thatcher era in particular, saw free trade pushed to most parts of the globe under the guise of globalisation. Almost demonising anything that was state owned, and encouraging the privatisation of anything that was owned by the public, using military intervention if needed.
Strukturanpassungsprogramme wurden eingesetzt, um die Volkswirtschaften ärmerer Länder zu öffnen, damit Großunternehmen aus den reichen Ländern viele Ressourcen günstig besitzen oder nutzen konnten.
Structural adjustment policies were used to open up economies of poorer countries so that big businesses from the rich countries could own or access many resources cheaply.
Die Globalisierung hat eine Bilanz des Scheiterns vorzuweisen. In der vielleicht umfassendsten Studie zur Armut bis heute, Scorecard on Globalization 1980-2000, dokumentierten Mark Weisbrot, Dean Baker und andere Forscher am Centre for Economic and Policy Research, dass das Wirtschaftswachstum sowie die Verbesserungsraten bei der Lebenserwartung, der Kindersterblichkeit, dem Bildungsniveau und der Alphabetisierung in der Ära der Globalisierung (1980–2000) im Vergleich zu den Jahren 1960–1980 zurückgegangen sind. Von 1960 bis 1980 hielten viele Länder an protektionistischen Politiken fest, um ihre Volkswirtschaften vor dem internationalen Markt abzuschirmen, ihre heimische Industrie zu fördern und ihr wettbewerbsfähig werden zu lassen. Genau diese Politiken lagen auch dem wirtschaftlichen Wohlstand der USA zugrunde.
Globalisation has a track record of failure. In perhaps the most comprehensive study of poverty to date, Scorecard on Globalization 1980-2000, Mark Weisbrot, Dean Baker and other researchers at the Centre for Economic and Policy Research documented that economic growth and rates of improvement in life expectancy, child mortality, education levels and literacy all have declined in the era of globalization (1980-2000) compared to the years 1960-1980. From 1960-1980 many countries maintained protectionist policies to insulate their economies from the international market to nurture their domestic industries and allow them to become competitive. Those policies are the same ones on which US economic prosperity was built.
Reference: Geopolitische Mythen - Adnan Khan