12. Die Länder der Dritten Welt müssen ihre Volkswirtschaften liberalisieren, damit sie sich entwickeln können.
12. The third world need to liberalise their economies for them to develop
Die letzten drei Jahrzehnte haben erlebt, wie der Kapitalismus die internationale Entwicklungsszene dominierte. Er hat die wirtschaftliche Entwicklung vollständig monopolisiert und seine Formel der Welt aufgezwungen. Die asiatischen Tigerstaaten China, Südkorea, Taiwan, Singapur und Hongkong werden regelmäßig als erfolgreiche Nationen dargestellt, die den Liberalismus übernahmen und sich weiterentwickelten. Der IWF und die Weltbank verkündeten gemeinsam, dass Industrialisierung und die Verbreitung liberaler wirtschaftlicher Ideen traditionelle Volkswirtschaften und Gesellschaften verwandeln würden. Diese Einflüsse würden arme Länder auf einen Entwicklungspfad bringen, ähnlich dem, den die westlichen Industrienationen während der industriellen Revolution durchlaufen haben.
The last three decades have seen Capitalism dominate the international development scene. It has completely monopolised economic development and enforced its formula upon the world. The Asian tiger economies of China, South Korea, Taiwan, Singapore and Hong Kong are shown regularly as successful nations who adopted liberalism and progressed. The IMF alongside the World Bank proclaimed industrialisation and the diffusion of liberal economic ideas would transform traditional economies and societies. These influences would place poor countries on a path of development similar to that experienced by Western industrialised nations during the Industrial Revolution.
Heute ist Armut für die Mehrheit der Menschen auf der Welt der Normalzustand. Drei Milliarden Menschen auf der Welt leben von weniger als zwei Dollar am Tag; weitere 1,3 Milliarden Menschen leben von weniger als einem Dollar am Tag.
Today poverty is the state for the majority of the world’s people. Three billion people in the world live on fewer than two dollars a day; another 1.3 billion people live on less than one dollar a day.
1,3 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Wasser, drei Milliarden haben keinen Zugang zu sanitären Anlagen, und zwei Milliarden haben keinen Zugang zu Elektrizität. Der Liberalismus war tatsächlich die Ursache der Vermögensunterschiede in der Welt und der Armut, der sich der größte Teil der Weltbevölkerung gegenübersieht. Der Liberalismus hat dazu geführt, dass sich die westliche Welt auf Kosten des Restes der Welt bereichert. Der Liberalismus hat in keiner Weise zur Linderung der Armut beigetragen, sondern sie sogar verstärkt, und daher wird jede Fortsetzung liberaler Wirtschaftspolitik in der Dritten Welt dazu führen, dass die Armen noch ärmer werden.
1.3 billion have no access to clean water; three billion have no access to sanitation and two billion have no access to electricity. Liberalism has actually been the cause of the wealth disparities in the world and the poverty the majority of the world’s people face. Liberalism has resulted in the Western world feeding off the remainder of the world. Liberalism has in no way helped alleviate poverty, it actually contributed to it, and hence any continuation of liberal economic policies in the third world will result in the poor getting even poorer.
Der Liberalismus hat im Westen sogar enorme Vermögensunterschiede hervorgebracht, und dies lässt sich schon an den USA und dem Vereinigten Königreich allein erkennen. Das Vereinigte Königreich erwirtschaftete beispielsweise im Jahr 2005 ein Vermögen (BIP) von 2,2 Billionen Pfund, was einen Anstieg gegenüber dem Vorjahr darstellte. Für liberale Ökonomen bedeutet dies, dass die Menschen mehr Vermögen haben, mehr ausgeben können und daher glücklich sein müssen. Wenn wir jedoch betrachten, wie viel die 60
Liberalism has even created huge wealth disparities in the West and this can be seen by looking at just the US and the UK. The UK for example generated wealth (GDP) of £2.2 trillion in 2005, this was an increase from the previous year which for liberal economists means people have more wealth, have more to spend thus they must be happy. However, if we look at how much the 60
…Million Einwohner des Vereinigten Königreichs erhielten von diesem erwirtschafteten Wohlstand. Statistiken von HM Revenue and Customs aus dem Jahr 2005 zeigen, dass die reichsten 10 % mehr als 50 % des Vermögens der Nation besitzen und dass 40 % der britischen Bevölkerung nur 5 % dieses Vermögens teilen. Dies hat dazu geführt, dass die Mehrheit der Bevölkerung zur Kreditaufnahme greift, um ihren Lebensstil zu finanzieren, und deshalb belaufen sich die Konsumschulden im Vereinigten Königreich auf mehr als 1,3 Billionen Pfund, was mehr ist als die tatsächliche Wirtschaftsleistung. Die Lage in den USA ist noch schlimmer: Die USA erwirtschaften möglicherweise 13 Billionen Dollar Wohlstand im Jahr, die Staatsverschuldung beträgt jedoch 8,5 Billionen Dollar. Das bedeutet, dass US-Bürger ihren Lebensstil mit geliehenem Geld finanzieren, anstatt mit den 13 Billionen Dollar, die die Wirtschaft erzeugt hat. In einem Bericht der Harvard-Universität aus dem Jahr 2005 wurde errechnet, dass 10 % der Bevölkerung 71 % des Vermögens besaßen und das oberste 1 % 40 % kontrollierte. Die unteren 40 % hingegen besaßen weniger als 1 % des Vermögens der Nation.
million population of the UK received of this generated wealth, 2005 statistics from HM Revenue and Customs show that the richest 10% have more then 50% of the nation’s wealth and that 40% of the British population shared in only 5% of this wealth. This has resulted in the majority of the population resorting to borrowing to fund their lifestyles and this is why UK consumer debt is more than £1.3 trillion, more than the actual economy. The US situation is even worse; the US may generate $13 trillion a year in wealth but national debt is $8.5 trillion. This means US citizens are funding their lifestyles by borrowed money rather than the $13 trillion the economy generated. In a 2005 Harvard report it was calculated that 10% of the population owned 71% of the wealth, and the top 1% controlled 40%. On the other hand, the bottom 40% owned less than 1% of the nation's wealth.
Daher hat der Liberalismus selbst in der entwickelten Welt, die seit über einem Jahrhundert unter freien Märkten lebt, ein enormes Vermögensgefälle geschaffen.
Hence liberalism has created an enormous wealth disparity even in the developed world who have lived under free markets for over a century.
Die westliche Welt hat sich selbst mit Politiken entwickelt, die genau dem entgegengesetzt sind, was sie heute verbreitet. In seinem bahnbrechenden Werk „Kicking Away the Ladder" (2003) dokumentierte Professor Ha Joon Chang von der Universität Cambridge die Entwicklung jedes industrialisierten Landes und zeigte, dass protektionistische Politiken in fast allen Fällen ein grundlegender Bestandteil der Entwicklungsstrategie waren. Der Entwicklungsprozess, der sich aus dieser Geschichte ergibt, besteht nicht darin, komparative Vorteile zu maximieren, sondern darin, komparative Vorteile durch kalkulierte Marktverzerrungen auf Güter mit hohem Wert zu verlagern. Im Fall des Vereinigten Königreichs und der Vereinigten Staaten kamen diese Marktverzerrungen ursprünglich in Form von Kolonialismus und Sklaverei. Doch Marktverzerrungen bestehen in den USA auch heute fort, etwa in Form von Subventionen für die Landwirtschaft und die Stahlindustrie, ganz zu schweigen von den enormen staatlichen Ausgaben für Biotechnologie und Verteidigung, die für diese Sektoren weitgehend als Subventionen dienen.
The Western world themselves developed with policies completely opposite to what they are propagating today. In his groundbreaking work, Kicking Away the Ladder (2003), Professor Ha Joon Chang of Cambridge University documented the development of every industrialised country, showing that protectionist policies were a fundamental part of development strategy in almost every case. The process of development that emerges from this story is not maximizing comparative advantage but rather shifting comparative advantage to high value goods through calculated market distortions. In the case of the UK and the United States, those market distortions originally came in the form of colonialism and slavery. But market distortions continue in the US today in the form of agriculture and steel subsidies, not to mention the tremendous government spending on biotechnology and defence, which largely serves as a subsidy for those sectors.
Daher ist der Liberalismus nicht die Lösung für die Entwicklung der Dritten Welt, sondern das Hindernis dafür. Er ist die unmittelbare Ursache der Armut in der Dritten Welt.
Hence liberalism is the obstacle for development in the third world not the solution. It is the direct cause of poverty for the third world.
Reference: Geopolitische Mythen - Adnan Khan