12 Unerlaubtes Geld von den Herrschern oder Staatsbediensteten, auf unrechtmäßige Weise erworbenes Geld und Bußgelder
12 Illicit Money from the Rulers or Civil Servants, Money acquired Illegitimately and Fines
Illegitimes Vermögen (Mal al-Ghulul) ist Eigentum, das Gouverneure, Regierungsbeamte und Staatsdiener auf unrechtmäßige Weise erworben haben, sei es aus dem Staatsvermögen oder aus dem Eigentum der Menschen. Für sie ist nichts erlaubt außer dem, was der Staat ihnen als Entschädigung oder Gehalt verpflichtend zugesteht. Jedes andere Geld, das sie durch Gewalt, Autorität oder aufgrund ihrer Stellung erlangt haben, gilt als illegitimes Vermögen und als unrechtmäßig erworben, sei es aus dem Eigentum des Staates oder dem von Einzelpersonen. Es ist Besitz, der ihnen rechtmäßig nicht zusteht, da er auf unrechtmäßigem Wege erworben wurde, und er muss seinem Eigentümer zurückgegeben werden, sofern dieser bekannt ist. Ist der Eigentümer nicht bekannt, so muss es eingezogen und in den Bait ul-Mal der Muslime gelegt werden. Allah (SWT) sagt:
Illicit money (Mal al-Ghulul) is property acquired by the governors, government employees and civil servants illegitimately, whether acquired from the State or peoples’ properties. Nothing is allowed for them except what the State obliged for them as compensation or a salary. Any other money acquired by force, authority or their position is considered illicit property and illegally acquired, whether acquired from the State’s or individuals’ property. It is property not legally owned as it was acquired illegitimately and must be returned to its owner if known. If the owner is not known, then it must be confiscated and placed in the Bait ul-Mal of the Muslims. Allah (swt) says:
„Wer (Besitz) auf unrechtmäßige Weise an sich nahm, wird am Tag des Gerichts das tragen, was er sich angeeignet hat.“ [Al-Imran: 161]
“Whoever took (property) illicitly will bear what he acquired on the Day of Judgement” [Al-Imran: 161]
Von Mu’az bin Jabal, er sagte: „Der Gesandte Allahs ﷺ schickte mich nach Jemen. Als ich unterwegs war, schickte er jemanden hinter mir her, um mich zurückzurufen, also kehrte ich zurück. Er sagte: ‚Weißt du, warum ich nach dir geschickt habe? Nimm nichts an dich, ohne meine Erlaubnis, denn es ist unrechtmäßig (Ghulul), und wer sich auf unrechtmäßige Weise etwas aneignet, wird am Tag des Gerichts das tragen müssen, was er sich angeeignet hat. Deswegen habe ich dich gerufen. Geh also an deine Arbeit.‘“ (überliefert von Tirmidhi). Von Abi Mas’ud, er sagte: „Der Gesandte Allahs ﷺ schickte mich, um Sadaqat einzusammeln, und er sagte: ‚Möge ich dich am Tag des Gerichts nicht dabei antreffen, wie du mit einem Kamel der Sadaqah auf dem Rücken, das du unrechtmäßig angeeignet hast, schäumend daherkommst!‘ Ich sagte: ‚Dann werde ich nicht gehen‘, und er sagte: ‚Dann werde ich dich nicht zwingen.‘“
From Mu’az bin Jabal, he said: “The Messenger of Allah (saw) sent me to Yemen. As I traveled he sent someone after me to call me back so I returned. He said: ‘Do you know why I sent for you? Don’t acquire anything without my permission as it is illicit (Ghulul), and whoever acquired illicitly will bear what he acquired on the Day of Judgement. For this I called you. So proceed with your work’” (narrated by Tirmidhi). From Abi Mas’ud, he said: “The Messenger of Allah (saw) sent me to collect Sadaqat, and he said: ‘Let me not observe you on the Day of Judgement coming with a camel of the camels of Sadaqah that you had illicitly acquired, foaming on your back!’ I said: ‘Then I will not proceed,’ and he said: ‘Then I will not force you.’”.
Die unrechtmäßigen Methoden der Aneignung von Gütern durch Statthalter, Regierungsbeamte und Staatsdiener sind folgende.
The illegitimate methods of acquisition from the governors, government employees and civil servants are as follows.
Bestechung
Bribery
Dies ist alles Geld, das dem Gouverneur, Beamten, Richter oder Staatsbediensteten gegeben wird, damit er eines der Interessen der Menschen erfüllt, zu dessen Erfüllung er ohne solche Zahlung verpflichtet ist. Jede Bestechung, gleich welcher Art, ist Haram, unabhängig von der Höhe, dem Mittel oder dem Grund ihrer Zahlung. Abu Dawud überlieferte von Abu Hurayra, er sagte: „Der Gesandte Allahs ﷺ sagte: ‚Der Fluch Allahs (swt) liegt auf dem Bestechenden und dem Bestechlichen, der Autorität innehat.‘“ Tirmidhi überlieferte von Abdullah bin Amru, er sagte: „Der Gesandte Allahs ﷺ sagte: ‚Der Fluch Allahs (swt) liegt auf dem Bestechenden und dem Bestechlichen.‘“ Ahmad überlieferte von Thauban, er sagte: „Der Gesandte Allahs ﷺ verfluchte den Bestechenden, den Bestechlichen und den Vermittler zwischen ihnen.“ Diese Ahadith legen eindeutig das absolute Verbot der Bestechung fest.
This is all money given to the governor, official, judge or civil servant to fulfil one of the interests of the people that he is obliged to fulfil without such payment. All bribery, whatever its type, is Haram irrespective of the amount, the means, or reason for it’s payment. Abu Dawud narrated from Abu Hurayra, he said: “The Messenger of Allah (saw) said: ‘The curse of Allah (swt) is on the briber and the taker in authority.’” Tirmidhi narrated from Abdullah bin Amru, he said: “The Messenger of Allah (saw) said: ‘The curse of Allah (swt) is on the briber and taker.’” Ahmad narrated from Thauban, he said: “The Messenger of Allah (saw) cursed the briber, taker and the middle-man between them.” These Ahadith are explicit in establishing the absolute prohibition of bribery.
Bestechung wird verstanden als Entgelt dafür, dass ein Interesse erfüllt wird, das ohne ein solches Entgelt von demjenigen erfüllt werden muss, der dazu verpflichtet ist. Sie wird auch als Entgelt dafür genommen, dass eine Handlung unterlassen wird, die unternommen werden müsste, und sie kann als Entgelt dafür genommen werden, dass eine vom Staat verbotene Handlung unternommen wird. Es macht dabei keinen Unterschied für das Interesse, ob dadurch ein Nutzen erlangt oder ein Schaden abgewendet wird, und ob es rechtmäßig (Haqq) oder nichtig (Batil) ist. Jeder Besitz, der auf dem Weg der Bestechung erworben wurde, gilt als verboten (Haram), sofern er nicht rechtmäßig angeeignet wurde. Er muss eingezogen und in den Bait ul-Mal gegeben werden, da er auf unrechtmäßige Weise erworben wurde. Der Nehmer, der Geber und der Vermittler zwischen ihnen müssen alle bestraft werden.
Bribery is taken, as remuneration for fulfilling an interest that must be fulfilled without such remuneration for the one obliged to fulfil it. It is also taken as remuneration for not undertaking an action that must be undertaken, and it can be taken as remuneration for undertaking an action prohibited by the State. There is no difference in the interest whether it is obtaining a benefit or avoiding harm, or whether it was valid (Haqq) or void (Batil). Every property acquired by way of bribery is considered prohibited (Haram) that it is not legally owned. It must be confiscated and placed in Bait ul-Mal for it has been illegitimately acquired. The taker, payer and middleman between them must all be punished.
Geschenke und Spenden
Gifts and Donations
Jede Zuwendung an Statthalter, Beamte, Richter oder Staatsbedienstete in Form von Geschenken oder Spenden gilt als Bestechung, und es ist den genannten Personen nicht erlaubt, sie anzunehmen. Es gibt keinen Grund, dass jemand solchen Beamten ein Geschenk macht, außer er verfolgt ein Eigeninteresse, das er durchsetzen möchte, oder er möchte sich eine Gunst verschaffen. Geschenke und Spenden an Statthalter, Beamte, Richter und Staatsbedienstete gelten als unrechtmäßiger Besitz (Ghulul) und führen ins Höllenfeuer. Vom Propheten ﷺ ist ein ausdrückliches Verbot der Annahme solcher Geschenke überliefert. Al-Bukhari und Muslim überlieferten von Abu Hamid As-Sa'idi, er sagte: „Der Prophet ﷺ setzte einen Mann aus dem Stamm der Banu Asad, bekannt als Ibnul-Lutbiyya, über die Sadaqah ein. Als dieser zurückkam, sagte er: ‚Das gehört euch, und das wurde mir geschenkt.‘ Da stellte sich der Prophet ﷺ auf die Kanzel, lobte und pries Allah (SWT) und sprach dann: ‚Was ist mit dem Beamten los, den wir eingesetzt haben, dass er kommt und sagt: Das gehört euch, und das wurde mir geschenkt? Warum blieb er nicht im Haus seines Vaters oder seiner Mutter sitzen, um zu sehen, ob ihm Geschenke gemacht würden oder nicht? Bei Dem, in Dessen Hand die Seele Muhammads ﷺ liegt: Keiner von euch wird etwas derart erlangen, ohne dass er es am Tag des Gerichts auf seinem Nacken tragend kommen wird, sei es ein schäumendes Kamel, eine brüllende Kuh oder ein blökendes Schaf!‘ Dann hob er seine Arme empor, bis wir die Haare seiner beiden Achselhöhlen sahen, und sagte zweimal: ‚O Allah (SWT), habe ich es übermittelt?‘“
Any property presented to the governors, officials, judges or civil servants by way of gifts or donations is considered as bribery and it is not allowed for the persons listed to accept it. There is no reason for a person to present such a gift to these officials unless he has an interest he wishes to pursue or if he wishes to gain some kind of favour. Gifts and donations to governors, officials, judges and civil servants are considered illicit property (Ghulul) and lead to Hellfire. There has come explicit prohibition from the Prophet (saw) about accepting such gifts. Al-Bukhari and Muslim narrated from Abu Hamid As-Sa’idi, he said: “The Prophet (saw) appointed a man from Banu Asad, known as ibnul- Lutbiyya, over the Sadaqah.When he returned he said: ‘This is for you and this has been gifted to me.’ The Prophet (saw) stood on the Mimbar, praised and commended Allah (swt) then said: ‘What is wrong with the official we appointed that he comes and says: This is for you and this has been gifted to me.Why did he not sit in his father’s or mother’s house to see if he would get any gifts or not? By the One in whose hand the soul of Muhammad (saw) lies, none of you will obtain anything of the like save that he will come bearing it on his neck on the Day of Judgement, whether a foaming camel or a mooing cow or a bleating sheep!’ Then he raised his arms upwards until we saw the hair of his two armpits and said twice: ‘O Allah (swt), have I conveyed?’”.
Eigentum, das durch Einfluss und durch die Macht des Herrschers beschlagnahmt wurde
Properties Seized by Influence and the Ruler’s Power
Dies sind die Besitztümer und Ländereien, die Herrscher, Statthalter, Amtsträger, deren Verwandte oder Staatsdiener durch Zwang, Machtausübung und Gewaltherrschaft kraft der Macht und Stellung des Herrschers aus dem Eigentum des Staates oder des Volkes an Besitztümern und Ländereien an sich gebracht haben. Jedes Gut, das auf eine dieser Arten angeeignet wurde, sei es Staats- oder Volkseigentum an Besitztümern und Ländereien, gilt als unrechtmäßig erworben und ist rechtlich nicht im Besitz des Betreffenden. Jede solche Aneignung gilt als Ungerechtigkeit (Zulm), und Ungerechtigkeit ist haram und eine Finsternis am Tag des Gerichts. Es gilt außerdem als unrechtmäßiger Besitz (Ghulul), der dem Höllenfeuer gehört. Der Prophet ﷺ sagte: „Wer sich irgendetwas von Land auf unrechtmäßige Weise nimmt, wird am Tag des Gerichts bis hinab zu sieben Erdschichten versenkt werden.“ In einer anderen Überlieferung heißt es: „Wer eine Handspanne Land ungerechterweise nimmt, dem wird am Tag des Gerichts als Halsband ein Ring aus sieben Erden um den Hals gelegt werden“ (überliefert von den beiden Shaikhs). Von Aischa wird berichtet, dass sie sagte: „Der Prophet ﷺ sagte: ‚Wer eine Handspanne Land ungerechterweise nimmt, dem wird Allah (swt) ein Halsband aus sieben Erden um den Hals legen‘“ (übereinstimmend überliefert).
These are the properties and lands seized by the rulers, governors, officials, their relatives or civil servants from the State’s or people’s properties and lands by coercion, authority and domination due to the ruler’s power and position. Any property seized in any of these ways, whether of the State’s or people’s properties and lands, is considered illegally acquired and is not legally owned. All such seizures are considered injustice (Zulm) and injustice is Haram and darkness on the Day of Judgement. It is also considered illicit property (Ghulul) that belongs to Hellfire. The Prophet (saw) said: “Whoever takes anything from land illegitimately he will be sunk on the Day of Judgement down to seven earth’s.” In another narration: “Whoever takes a hand span of land unjustly it will be put around his neck as a collar of seven earths on the Day of Judgement” (narrated by the two Shaikhs). From Aiesha, she said “that the Prophet (saw) said: ‘Whoever takes unjustly a hand span of land Allah (swt) will put around his neck a collar of seven earth’s’”(agreed upon).
Wenn die beschlagnahmten Güter und Ländereien Eigentum von Menschen sind, deren Eigentümer bekannt sind, müssen sie ihnen zurückgegeben werden. Sind ihre Eigentümer nicht bekannt, müssen sie in den Bait ul-Mal gelegt werden. Gehören sie dem Staat, müssen sie unweigerlich in den Bait ul-Mal zurückgeführt werden. Als ʿUmar bin ʿAbdul-ʿAziz das Kalifat übernahm, gab er alle Güter und Ländereien, die die Banu Umayya vom Staatseigentum oder vom Eigentum der Menschen an sich gebracht hatten, dem Bait ul-Mal der Muslime zurück, mit Ausnahme derjenigen, die er ihren Eigentümern zurückgab, da diese bekannt waren. Außerdem entzog er den Banu Umayya ihre zugewiesenen Landzuteilungen und alles, was sie an sich genommen hatten, da er der Ansicht war, dass sie es durch die Macht ihrer Autorität und auf unrechtmäßige Weise an sich gebracht hatten und es daher nicht rechtmäßig besaßen. Er begann tatsächlich bei sich selbst und übergab all seine Gelder, Besitztümer, Reittiere, Parfums und sein bewegliches Eigentum, die er anschließend für 32.000 Dinar verkaufte und in den Bait ul-Mal legte.
Vertretung und Vermittlung
Agency and Brokerage
Dies ist jeglicher Besitz, der von Gouverneuren, Beamten und Staatsbediensteten durch Vermittlung und Maklertätigkeit von ausländischen oder regionalen Unternehmen oder Einzelpersonen im Austausch für die Vergabe von Verträgen oder Aufträgen zwischen ihnen und dem Staat erworben wird. Jeglicher Besitz, der auf diesem Wege erlangt wird, gilt als unrechtmäßig und harām, daher ist er rechtlich nicht im Eigentum des Betreffenden. Er muss in den Bait al-Māl der Muslime gelegt werden, da er auf unrechtmäßige Weise erworben wurde. Von Mu'ādh ibn Jabal berichtet er sagte: „Der Prophet ﷺ schickte mich nach Jemen. Als ich fortging, schickte er jemanden hinter mir her, um mich zurückzurufen, und so kehrte ich zurück. Er sagte: ‚Weißt du, warum ich nach dir geschickt habe? Erwirb nichts ohne meine Erlaubnis, denn es ist unrechtmäßig, und wer etwas unrechtmäßig erwirbt, wird am Tag des Gerichts die Last dessen tragen, was er erworben hat. Deshalb habe ich dich gerufen, geh nun zu deiner Arbeit.‘“
This is any property acquired by the governors, officials and civil servants via agency and brokerage from foreign or regional companies or individuals in exchange for contracting deals or undertakings between them and the State. Any property acquired through this means is considered illicit and Haram so it is not legally owned. It must be placed in Bait ul-Mal of the Muslims as it was illegitimately acquired. From Mu’az bin Jabal, he said: “The Prophet (saw) sent me to Yemen. As I went away, he sent someone after me to call me back so I returned. He said: ‘Do you know why I sent for you? Do not acquire anything without my permission for it is illicit, and whoever acquires anything illicitly he will bear what he acquired on the Day of Judgement. For this I called you, so go now to your work.’”.
Agentur- und Vermittlungsprovisionen sind Gelder, die Unternehmen und Einzelpersonen an Gouverneure, Amtsträger und Staatsbedienstete zahlen, ohne dass der Staat davon weiß und hinter seinem Rücken, ähnlich wie Bestechung. Sie dienen dazu, dass Unternehmen oder Einzelpersonen Verträge oder Verpflichtungen zur Durchführung von Projekten erlangen, und zwar so, dass ihren eigenen Interessen gedient wird, nicht den Interessen des Staates oder der Umma.
Agency and brokerage are funds from companies and individuals to governors, officials and civil servants who remunerates them without the State’s knowledge and behind her back, like bribery. It is used to facilitate companies or individuals contracting bargains or commitments to undertake projects in a manner calculated to achieve their interests, not the interests of the State or Ummah.
Veruntreuung
Misappropriation
Dies ist das Vermögen, das von Gouverneuren, Beamten oder Staatsbediensteten aus dem Staatseigentum unterschlagen wird, das ihrer Kontrolle unterstellt ist, um ihre Pflichten zu erfüllen oder Anlagen, Projekte und andere Dinge zu beaufsichtigen, die mit den Interessen oder Einrichtungen des Staates zusammenhängen. Damit verbunden ist das, was Post-, Telegrafen-, Telefon- oder Telekommunikationsbeamte sowie Beamte anderer Behörden den Menschen über die festgesetzten Gebühren hinaus durch Täuschung, Betrug oder Fälschung abnehmen. Alle diese Gelder, die durch Unterschlagung von Staatseigentum oder durch Täuschung und Betrug an den Menschen erlangt werden, gelten als haram erworbene Güter, die nicht rechtmäßig besessen werden. Sie gelten als unrechtmäßiges Vermögen, das eingezogen und in Bait ul-Mal überführt werden muss.
This is the property embezzled by governors, officials or civil servants from the State property placed under their control to fulfil their duties or supervise installations, projects and other things related to the State’s interests or utilities. Linked to this is what is taken from the people by postal, telegraph, telephone or telecommunications officials, as well as officials of other departments, in excess of the established rates by way of tricking them, deceit or forgery. All these funds acquired through embezzlement from State properties or by the way of tricking people and deceit is considered Haram acquisitions that are not legally owned. These are considered illicit property that must be confiscated and placed in Bait ul- Mal.
Wenn ‘Umar ibn Al-Khattab einen Statthalter oder Beamten verdächtigte, beschlagnahmte er dessen Besitz, der den ihm zugewiesenen Betrag überstieg, oder teilte ihn zwischen ihm und dem Staat auf. Er pflegte das Vermögen der Statthalter und Beamten vor und nach ihrer Ernennung zu zählen. Fand er zusätzliche Mittel oder wurde er misstrauisch, so beschlagnahmte er ihr Vermögen oder nahm die Hälfte davon und legte sie in den Bait ul-Mal. So verfuhr er auch mit Abu Sufyan, als dieser von seinem Sohn Mu’awiya zurückkehrte, der ‘Umars Statthalter in Ash-Sham war. Abu Sufyan war gekommen, um ‘Umar zu begrüßen. Als ‘Umar vermutete, dass Mu’awiya seinem Vater bei dessen Rückkehr Geld überreicht hatte, sagte er zu ihm: „Gib uns eine Gegengabe, o Abu Sufyan.“ Abu Sufyan erwiderte: „Wir haben nichts erhalten, wofür wir euch eine Gegengabe schulden.“ Daraufhin streckte ‘Umar die Hand nach dem Ring an Abu Sufyans Hand aus und nahm ihn ihm ab. Dann schickte er den Ring mit einem Boten zu Hind, der Frau Abu Sufyans. Er befahl dem Boten, ihr im Namen Abu Sufyans zu sagen: „Suche die beiden Satteltaschen, mit denen ich gekommen bin, und schick sie.“ Ohne Verzögerung kehrte der Bote mit den beiden Satteltaschen zurück, die 10.000 Dirham enthielten, und ‘Umar legte sie in den Bait ul-Mal.
If ‘Umar ibn Al-Khattab suspected a governor or official, he would confiscate his properties that exceeded the amount specified for him or divide it between him and the State. He used to count the wealth of the governors and officials before and after their appointment. If he found extra funds or became suspicious, he confiscated their wealth or took half of it and placed it in Bait ul-Mal. He did this with Abu Sufyan when he returned from his son Mu’awiya who was ‘Umar’s governor in Ash-Sham. Abu Sufyan had come to greet ‘Umar, so ‘Umar, after he had suspected that Mu’awiya had presented funds to his father on his return, said to him: “Recompense us, O Abu Sufyan.” Abu Sufyan replied: “We did not obtain anything such that we should recompense you.” So ‘Umar extended his hand to the ring on Abu Sufyan’s hand and took it from him. He then sent the ring with a Messenger (saw) to Hind, Abu Sufyan’s wife. He commanded the Messenger (saw) to say to her quoting Abu Sufyan: “Look for the two saddlebags that I came with and send them.” There was no delay before the Messenger (saw) returned with the two saddlebags containing 10,000 Dirhams, so ‘Umar placed them in the Bait ul-Mal.
Bußgelder
Fines
Zu den Einnahmequellen des Bait ul-Mal gehören die Geldbußen, die der Staat gegen diejenigen verhängt, die Straftaten begehen oder gegen Gesetze, Verwaltungssysteme oder Vorschriften verstoßen. Geldbußen sind durch die Sunnah festgelegt. Amr ibn Schu’aib überlieferte von seinem Vater, von seinem Großvater Abdullah ibn Amr ibn al-‘As, dass der Gesandte Allahs ﷺ gefragt wurde, was es mit Früchten auf einem Baum auf sich habe. Da antwortete er: „Wer aus Not isst, ohne etwas davon mitzunehmen, dem ist nichts vorzuwerfen. Wer aber etwas davon mitnimmt, dem wird als Strafe eine Buße in doppelter Höhe seines Wertes auferlegt.“ Überliefert ist auch, dass der Prophet ﷺ sagte: „Wer ein angebundenes Kamel davontreibt, dem wird als Buße dessen Gegenwert sowie noch einmal derselbe Betrag auferlegt.“ Ebenso wird von demjenigen, der die Zakat verweigert, als Züchtigung zusätzlich zur ihm obliegenden Zakat die Hälfte seines Vermögens eingezogen, aufgrund der Worte des Propheten ﷺ: „Und wer sie zurückhält, dem werde ich sie nehmen samt der Hälfte seines Vermögens.“ All dies weist auf die Zulässigkeit der Verhängung von Geldbußen als züchtigende Strafe hin. Es obliegt dem Khalifen, die Arten von Vergehen und Verstößen festzulegen, für die Geldbußen verhängt werden, ebenso die Höhe dieser Bußen einschließlich ihrer oberen und unteren Grenzen, und er verpflichtet die Gouverneure, Beamten, Richter und Staatsbediensteten, sich daran zu halten. Alternativ kann der Khalife die Festlegung dieser Bußen dem Ijtihad der Gouverneure, Beamten, Richter und Staatsbediensteten überlassen. Es liegt im Ermessen des Khalifen, zu wählen, was das Beste ist, um die Angelegenheiten der Muslime gemäß seinem eigenen Ijtihad zu besorgen.
Among the sources of income for the Bait ul-Mal are the fines imposed by the State upon those who commit offences or contravene laws, administrative systems or regulations. Fines are established by the Sunnah. Amru bin Shu’aib narrated from his father from his grandfather Abdullah bin Amru bin al ‘As that the Messenger of Allah (saw) was asked about fruits hanging on a tree so he answered: “Whoever eats out of need, without taking something with himself then there is nothing against him. But whoever leaves taking with him anything then a fine equal to double of its value is imposed as a punishment.” It was also narrated that the Prophet (saw) said: “The one who causes a tethered camel to stray is fined its equivalent plus the same again.” Similarly, a fine is taken from the abstainer of paying Zakat half of his wealth as chastisement above the Zakat obliged upon him due to the Prophet (saw) saying: “and whoever prevented it then I will take it plus half of his wealth.” All this indicates the legality of imposing fines as a chastising punishment. It is for the Khalifah to determine the types of offences and contraventions for which fines are imposed, the amount of these fines including upper and lower limits, and he obliges the governors, officials, judges and civil servants to adhere to these. Alternatively the Khalifah may leave the responsibility of determining them to the Ijtihad of governors, officials, judges and civil servants. It is up to the Khalifah to choose which is best, in looking after the affairs of the Muslims according to his own Ijtihad.