2 Die Aufzeichnungen des Schatzamts (Dawawin)
2 The Account records of the Treasury (Dawawin)
Das Diwan ist die Bezeichnung für den Ort, an dem die Schreiber zur Arbeit zusammensitzen und Aufzeichnungen aufbewahrt werden. Es ist auch die Bezeichnung für die Aufzeichnungen selbst, und zwischen beiden Bedeutungen besteht eine Verbindung.
The Diwan is a name given to the place where the secretaries sit down to work and records are kept. It is also a name given to the records themselves, and there is an attachment between the two meanings.
Das erste etablierte Diwan
The first established Diwan
Die erste Einrichtung von Diwanen und die Bestimmung eines Ortes zu deren Aufbewahrung erfolgte zur Zeit von ‘Umar b. Al-Khattab im Jahr 20 n. H. Zu Lebzeiten des Gesandten Allahs ﷺ besaß die Schatzkammer kein eigens dafür vorgesehenes Diwan, obwohl der Gesandte Allahs ﷺ Schreiber bestellte, die die Aufzeichnungen über die Gelder führten. Er setzte Mu’ayqeeb Ibnu Abi Fatima Aldusi als Schreiber über die Beute (Al-ghanaim) ein, Zubayr Ibnul Awwam als Schreiber der Sadaqat, Huzaifah Ibnul Yaman als Schreiber über die landwirtschaftlichen Erzeugnisse des Hijaz und Abdullah Ibnu Ruwaha als Schreiber über die landwirtschaftlichen Erzeugnisse von Khaybar. Al Mughira Ibnu Shu’ba wurde als Schreiber für die Darlehen und Geschäftsvorgänge eingesetzt, während Abdullah Ibnu Arqam Schreiber für die Verzeichnisse der Stämme und ihrer Wasserstellen war. Der Gesandte Allahs ﷺ führte jedoch keine Diwane und richtete auch keinen Ort zu deren Aufbewahrung und Niederschrift ein. So blieb es während des Kalifats von Abu Bakr. Als ‘Umar b. Al-Khattab jedoch Kalif wurde und die Eroberungen zunahmen, änderte sich dies. Dadurch strömten immer mehr Gelder nach Madinah, weshalb es notwendig wurde, Diwane einzurichten, Aufzeichnungen zu führen und Orte für deren Aufbewahrung und Niederschrift zu bestimmen.
The first establishment of Diwans and designation of a place to keep them in was at the time of ‘Umar b. Al-Khattab in the year 20AH. In the life time of the Messenger of Allah (saw) , the Treasury did not have a reserved Diwan though the Messenger of Allah (saw) did appoint secretaries to keep record of the funds. He appointed Mu’ayqeeb Ibnu Abi Fatima Aldusi as secretary of the spoils (Al-ghanaim), and Zubayr Ibnul Awwam as secretary of the Sadaqat, Huzaifah Ibnul Yaman as secretary over the agricultural produce of Hijaz, and Abdullah Ibnu Ruwaha as secretary over the agricultural produce of Khaybar. Al Mughira Ibnu Shu’ba was appointed as secretary for the loans and transactions, while Abdullah Ibnu Arqam was a secretary for the records of the tribes and their water. However, the Messenger of Allah (saw) did not keep any Diwans nor did he set up a place for keeping them and writing them. This went on during the Khilafah of Abu Bakr . However, things changed when ‘Umar b. Al-Khattab became Khalifah, and the conquests increased. This consequently increased funds pouring into Madinah, which necessitated the setting up of diwans and writing records and designating places for keeping them and writing them.
Es wird überliefert, dass der unmittelbare Anlass für die Einrichtung der Diwane darin bestand, dass Abu Hurayra einst große Geldbeträge aus Bahrain zu ‘Umar brachte. Da fragte ‘Umar ihn: „Was hast du gebracht?“ Er sagte: „Ich habe dir fünfhunderttausend Dirham (500.000) gebracht.“ ‘Umar sagte zu ihm: „Weißt du, wovon du redest? Du musst müde sein, also geh schlafen und komm morgen früh zu mir.“ Als er am nächsten Tag kam, fragte ‘Umar: „Wie viel ist es?“ Abu Hurayra sagte: „500.000 Dirham.“ ‘Umar erkundigte sich: „Ist es erlaubt (Halal)?“ Abu Hurayra antwortete: „Ich weiß nichts anderes als das.“ Daraufhin stieg ‘Umar auf die Kanzel, pries Allah (swt) und verherrlichte Ihn und sprach dann: „O Leute! Ein großer Geldbetrag ist zu uns gelangt. Wenn ihr wollt, können wir ihn unter euch nach Maß verteilen, oder wenn ihr wollt, können wir ihn zählen.“ Da sagte ein Mann aus den Leuten: „O Amir al-Mu’minin! Warum richtest du nicht Kontenbücher (Diwan) ein, damit du aufzeichnen kannst, was du den Leuten gibst?“
It has been reported that the direct reason behind establishing the Diwans was because Abu Hurayra once brought to ‘Umar a large amount of funds from Bahrain. So ‘Umar asked him: “What have you brought?” He said: “I brought you five hundred thousand Dirhams (500,0000).” ‘Umar said to him: “Do you know what you are talking about? You must be tired, so go to sleep and come and see me in the morning. When he came the next day, ‘Umar asked him ‘How much is it?’ Abu Hurayra said: ‘500,000 Dirham.’ ‘Umar enquired: ‘Is it legitimate (Halal)?’ Abu Hurayra replied: ‘I know nothing else but that. Upon this ‘Umar stepped up the Mimbar, praised Allah (swt) and glorified Him, then said: ‘O people! A large amount of funds has reached us, so if you wish we can divide it among you in measure or if you wish we can count it. A man from among the people said: “O Amir al-Mu’amineen!, Why don’t you set up account books (Diwan) so that you can record whatever you give to people.’”.
Al-Waqidi berichtete: Umar b. Al-Khattab zog die Muslime zu Rate, ob man Diwane (Register) einrichten solle. Ali sagte zu ihm: „Du solltest jedes Jahr alle Gelder, die du erhältst, verteilen, ohne etwas zurückzuhalten.“ Uthman sagte: „Ich sehe, dass große Summen an Mitteln an die Leute zu verteilen sind. Wenn diese Leute nicht gezählt werden, damit man nachverfolgen kann, wer etwas erhalten hat und wer nicht, fürchte ich, dass die Dinge außer Kontrolle geraten könnten.“ Daraufhin sagte Al-Walid Ibnu Hisham Ibnul Mughira: „Ich bin nach Ash-Sham gereist und habe erfahren, dass dessen Könige ein Diwan eingerichtet und Wehrpflichtige (für den Krieg) angeworben hatten. Warum tust du also nicht dasselbe?“ Umar nahm seinen Rat an und ließ Aqueel Ibnu Abi Talib, Makhrama Ibnu Nawfal und Jubayr Ibnu Mut’im, die zu den Genealogen der Quraisch gehörten, kommen, und sagte zu ihnen: „Geht und führt eine Volkszählung von Haus zu Haus durch.“ Also begannen sie mit Bani Hashim, dann mit Abu Bakr und dessen Sippe, dann mit Umar und dessen Sippe, anschließend zählten sie die Stämme und berichteten Umar. Als Umar die Zählung betrachtete, sagte er: „Nein, so wollte ich es nicht; beginnt vielmehr mit der Familie des Gesandten Allahs ﷺ, dann mit denen, die ihnen am nächsten stehen, und so weiter, bis ihr Umar dorthin setzt, wohin Allah (SWT) ihn gesetzt hat.“
Al- Waqidi reported: Verily ‘Umar b. Al-Khattab consulted the Muslims about setting up the account books (Diwans). Ali said to him; “Each year, you should divide all the funds you receive without holding back anything.” Uthman said: “I can see that there are large amounts of funds to be given to the people, if these people are not counted to help keep track of who has taken from who has not , I fear that things could get out of hand.” Upon this Al-Walid Ibnu Hisham Ibnul Mughira said: I have been to Ash-Sham and I learnt that its Kings had set up an account book(Diwan) and recruited conscripts (for war), so why don’t you do the same? ‘Umar took up his advice and summoned Aqueel Ibnu Abi Talib and Makhrama Ibnu Nawfal, and Jubayr Ibnu Mut’im who were of the genealogist of Quraysh, and said to them: Go and carry a house to house census. So they began with Bani Hashim, then with Abu Bakr and his folk then ‘Umar and his folk, then they counted the tribes and reported back to ‘Umar. When ‘Umar looked at the census he said: No, I did not want it to be like this, however, do start with the family of the Messenger (saw), then the nearer to them and so on until you put ‘Umar where Allah (swt) has put him.
Dies betraf das Diwan (Rechnungsbuch) der Zuwendungen und der Wehrpflichtigen, und es war auf Arabisch geschrieben. Beim Diwan der Abgabentermine und der Steuereinziehung verhielt es sich anders. Das Diwan des Irak war, wie zur Zeit des persischen Reiches, auf Persisch geschrieben, ebenso das Diwan der Länder, die unter persischer Herrschaft standen. Somit wurden das Diwan ihrer Landsteuer und der Jizya, der Abgabentermine und der Steuereinziehung auf Persisch geführt. Was Asch-Scham und die Gebiete betrifft, die von den Römern beherrscht wurden, so war deren Diwan auf Römisch geschrieben, wie es zur Zeit ihrer Herrschaft durch die Römer üblich war. Dies blieb so von den Tagen ‘Umars b. al-Chattab bis zur Zeit des Kalifats des Umayyaden ‘Abd al-Malik ibn Marwan, als im Jahr 81 n. H. das Diwan von Asch-Scham ins Arabische überführt wurde.
This, as far as the Diwan (account book) of the grants and the conscripts is concerned, and it was written in Arabic. As for the Diwan of the payment time and fund collection, the case was different. The Diwan of Iraq was written in Persian as it was the case in the times of the Persian empire, so was the Diwan of the countries which were under the Persian ruling. Thus the Diwan of their land tax and Jizya, payment time and funds collection were written in Persian. As for Ash- Sham and the areas which were ruled by the Romans, their Diwan was written in Roman as it was the case when these were ruled by the Romans. This went on since the days of ‘Umar b. Al- Khattab until the time of the Khilafah of the Umayyad Abdul Malik Ibnu Marwan, when in the year 81AH the Diwan of Ash-sham was transferred to Arabic.
Es wird berichtet, dass Abd al-Malik ibn Marwan den Diwan deshalb vom Römischen ins Arabische übertragen ließ, weil der Sekretär des Diwans, der Römer war, einmal Wasser für sein Tintenfass benötigte. Anstatt Wasser hineinzugießen, urinierte er in das Tintenfass. Abd al-Malik erfuhr davon und tadelte ihn. Daraufhin befahl er Sulayman ibn Sa'd, den Diwan ins Arabische zu übertragen. Dieser bat ihn um Unterstützung, und so stellte Abd al-Malik ihm für ein Jahr die Kharaj-Abgaben Jordaniens zur Verfügung. Sulayman stimmte zu, und er ernannte ihn zum Wali über Jordanien, dessen Kharaj 180.000 Dinare betrug. Sulayman benötigte weniger als ein Jahr, um die Übertragung des Diwans ins Arabische abzuschließen. Er brachte es zu Abd al-Malik ibn Marwan, der daraufhin seinen Sekretär Sarjun herbeirief und ihm den Diwan zeigte. Sarjun war darüber betrübt und verließ den Hof Abd al-Maliks niedergeschlagen. Andere römische Schreiber trafen ihn, und so sagte er zu ihnen: „Ihr solltet besser einen anderen Weg suchen, um euren Lebensunterhalt zu verdienen, denn Allah (swt) hat euch diese Versorgung genommen.“
It has been reported that what led Abdul Malik Ibnu Marwan to transfer the Diwan from Roman to Arabic was that the Secretary of the Diwan who was Roman, was once in need of water for his inkwell so he urinated in the inkwell instead of putting water. Abdul Malik heard of this and rebuked him; then he ordered Sulayman Ibnu Sa’ad to tranfer the Diwan to Arabic. So he asked him for assistance by making the Kharaj of Jordan available to him for one year. He agreed and appointed him Wali over Jordan, whose Kharaj was 180,000 Dinars. It took Sulayman less than a year to complete the translation of the Diwan into Arabic. He took it to Abdul Malik Ibnu Marwan who then summoned his Secretary Sarjoon and showed it to him. Sarjoon was saddened by this and left Abdul Malik’s court dejected. Other Roman clerks met with him, so he said to them: “You better seek another way of earning your living, for Allah (swt) has taken away this provision from you.”.
Was das Diwan von Irak betrifft, so war es der Wali von Al-Hajjaj Abdul Malik über Irak, der seinen Sekretär Salih Ibnu Abdul-Rahman anwies, es aus dem Persischen ins Arabische zu übertragen. Salih beherrschte beide Sprachen fließend, weshalb er dies übernahm und Zeit erhielt, die Aufgabe abzuschließen. Als der persische Sekretär des Al-Hajjaj, Muradnashah Ibnu Zadan Farukh, davon erfuhr, versuchte er, Salih mit 100.000 Dirham zu bestechen, damit dieser seine Unfähigkeit vortäuscht, doch Salih lehnte ab. Daraufhin sagte er zu ihm: Möge Allah (swt) dich aus diesem Leben herausschneiden, so wie du die persische Sprache zerlegt hast.
As for the Diwan of Iraq, it was Al- Hajjaj Abdul Malik’s Wali over Iraq that ordered his Secretary Salih Ibnu Abdul-Rahman to transfer it from Persian into Arabic. Salih was fluent in both languages, so he agreed to do this and was given time to complete the task. When the Persian Secretary of Al- Hajjaj, Muradnashah Ibnu Zadan Farukh, heard of this, he tried to bribe Salih with 100,000 Dirham in order to pretend his incompetence, but he refused. So he said to him: May Allah (swt) dissect you from this life as you have dissected the Persian language.