27 Währungen (An-Nuqud) im Islam
27 Currencies (An-Nuqud) in Islam
An-Naqd wird im Sprachgebrauch für das Unterscheiden von Dirham-Münzen und das Aussondern der Falschmünzen verwendet. Es wird auch für das Geben und Nehmen von Dirhams gebraucht. Ein Beispiel für die letztere Bedeutung ist das Hadith von Dschabir über sein Kamel, das der Gesandte Allahs ﷺ von ihm gekauft hatte, und er sagte: „Er (Naqada) bezahlte mir dessen Preis“, d. h. er gab mir ihn sofort als Naqd. Es wird auch für das Zahlungsmittel selbst verwendet.
An-naqd is used in the language to mean the distinguishing of Dirhams and removing the counterfeit from them. It is also used for giving and taking Dirhams. An example for the latter meaning is the Hadith of Jabir regarding his camel which the Messenger of Allah (saw) purchased from him and he said: “He (Naqada) paid me its price” i.e. gave to me as Naqd immediately. It is also used for currency itself.
Währungen sind jene Dinge, die die Menschen traditionell als Preise für Waren und als Löhne für Arbeit und Dienstleistungen zu verwenden übereingekommen sind, ob metallisch oder nicht, so dass alle Waren, Arbeit und Dienstleistungen mit ihnen bemessen werden.
Currencies are known as that thing which people traditionally agreed to use as prices for goods and wages for labour and services, whether metallic or not, such that all goods, labour and services are measured with it.
Früher tauschten die Menschen Waren und Dienstleistungen durch Tauschhandel, bevor sie Währungen kannten. Da der Tauschhandel jedoch mit vielen Schwierigkeiten verbunden war, die zu Einschränkungen im Handelsverkehr führten, kamen die Gesellschaften auf die Idee, ein Hauptgut mit innerem Wert zu wählen, das sich leicht tauschen lässt, um als Maßstab (Miqyas) für die Messung aller Waren und Dienstleistungen zu dienen. So schufen sie Währungen, die zum alleinigen Maßstab wurden. Da Gold und Silber seit alters her wertvolle Mineralien mit innerem Wert für den Menschen sind, wurden sie als Währung genutzt, und aus ihnen wurden Dinare und Dirhame geprägt. Dies geschah, weil sie sich besonders durch ihre relative Knappheit auszeichnen, ähnlich wie Gold durch seine Beständigkeit über die Zeit hinweg hervorsticht.
People used to trade and exchange goods and services by barter before they knew currencies. However, because exchanging goods and services by barter is surrounded by many difficulties resulting in restrictions in trading transactions, societies thought of choosing a principal good with an intrinsic value that is easily exchanged to become a standard (Miqyas) to measure all goods and services. So they initiated currencies which became the sole measurement. As gold and silver are valuable minerals with intrinsic value from ancient times for human beings, they were taken as currency, and Dinars and Dirhams were coined from them. This was because they are especially characterised by relative scarcity just like gold is distinguished by durability over time.
Der Römische Staat und die ihm untergeordneten Länder machten Gold zur Grundlage ihrer Währung, sodass sie daraus Heraklische Dinare von bestimmter Form und bestimmtem Gewicht prägten. Der Persische Staat und die ihm untergeordneten Länder machten Silber zur Grundlage ihrer Währung, sodass sie Dirhams von bestimmter Form und bestimmtem Gewicht prägten. Die Römischen Dinare hatten nur eine einzige Form und ein einziges Gewicht, während die Persischen Dirhams zahlreiche Formen und Gewichte aufwiesen.
The Roman State and the countries subordinate to it adopted gold as the basis of their currency such that they coined from it Heraclian Dinars that has a specific shape and weight. The Persian State and countries subordinate to it adopted silver as the basis of its currency such that it coined Dirhams of a specific shape and weight. Roman Dinars were of only one shape and weight, whereas Persian Dirhams had numerous shapes and weights.
Die vorislamischen Araber, insbesondere die Quraisch, trieben Handel mit den benachbarten Ländern und Regionen. Allah (SWT) sagt:
Pre-Islamic Arabs, particularly the Quraysh, used to trade with neighbouring countries and regions. Allah (swt) says:
„Zur Bändigung der Quraisch, damit sie sicher aufbrechen können: die Karawanen im Winter und im Sommer." [At-Takathur: 1-2]
“For the taming of Quraysh such that the (Quraysh) caravans set forth safe in winter and in summer” [At-Takathur: 1-2]
Sie kehrten aus Ash-Sham mit goldenen Caesarischen Dinaren zurück, mit silbernen Chosroes-Dirhams aus dem Irak und seltener mit Humayri-Dirhams aus dem Jemen. Sie brachten herakleisches Gold und sasanidisches Silber in den Hidschaz. Sie handelten mit diesen Dinaren und Dirhams jedoch nicht nach ihrer Stückzahl, sondern nach ihrem Gewicht, und betrachteten sie als Rohmaterial (Tibr), also als reines Gold- und Silbermaterial und nicht als geprägtes Geld. Sie sahen davon ab, sie als Münzgeld zu behandeln, aufgrund der verschiedenen Arten von Dirhams und ihrer unterschiedlichen Gewichte sowie der Wahrscheinlichkeit, dass Dinare durch häufigen Umtausch an Gewicht verloren, obwohl sie zu jener Zeit ein festes Gewicht hatten. Sie verließen sich auf das Gewicht, um Betrug zu verhindern, und sie verwendeten bestimmte Gewichtseinheiten zum Wiegen, nämlich das Pfund, die Unze, den Nusch, das Samenkorn (Nuwat), den Mithqal, den Dirham, den Daniq, das Karat und das Korn (Hubbat). Der Mithqal, die Grundlage des Gewichts, hatte ein bekanntes Gewicht. Sein Gewicht betrug 22 Karat weniger ein Korn, und ihre zehn Dirhams wogen sieben Mithqal.
They would return from Ash-Sham bearing golden Caesarean Dinars, and silver Chosroes Dirhams from Iraq, and, less often Humayri Dirhams from Yemen. They would bring Heraclian gold and Sassanid silver to the Hijaz. However, they did not deal with these Dinars and Dirhams by number but by weight considering them as ore (Tibr) i.e. (pure) material of gold and silver not coined money. They ignored taking them as coined currency due to the various types of Dirhams and their different weights, and the probability of Dinars being reduced (in weight) due to their frequent exchange even though they had a fixed weight at that time. They depended on weight to prevent fraud and they had specific weights used for weighing which were the pound, ounce, Nush, seed (Nuwat), Mithqal, Dirham, Daniq, carat and grain (Hubbat). The Mithqal the basis of weight-had a known weight. Its weight was 22 carats less one grain, and their ten Dirhams weighed seven Mithqal.
Als der Islam kam, billigte der Gesandte Allahs ﷺ den Umgang mit diesen Dinaren und Dirhams. Er billigte auch, dass sie als Währung betrachtet wurden, ebenso wie er das Gewicht billigte, mit dem die Quraisch diese Dinare und Dirhams wogen. Tawus überlieferte von Ibn ‘Umar, der sagte: „Der Gesandte Allahs ﷺ sagte: ‚Das Gewicht ist das Gewicht der Leute von Makka, und das Maß ist das Maß der Leute von Madinah.‘“ Al-Baladhri überlieferte von Abdullah bin Th’alaba bin Sa’eer, der sagte: „Heraklianische Dinare kamen in der Dschahiliyya zu den Leuten von Makka, ebenso wie Dirhams von al-Furs al-Bughliyya (den Persern). Wenn sie mit ihnen Handel trieben, betrachteten sie diese nur als Rohmetall. Das Mithqal hatte für sie ein bekanntes Gewicht, ein Gewicht von 22 Karat abzüglich eines Bruchteils. Zehn Dirhams wogen sieben Mithqal, und das Pfund betrug 12 Unzen, wobei jede Unze 40 Dirhams entsprach. Der Gesandte Allahs ﷺ billigte dies, ebenso wie Abu Bakr, ‘Umar, ‘Uthman und ‘Ali.“
When Islam came, the Messenger of Allah (saw) consented to dealing with these Dinars and Dirhams. He also consented to considering them as currency, as he consented to the weight with which the Quraysh weighed these Dinars and Dirhams. Tawus narrated from Ibn ‘Umar who said: “The Messenger of Allah (saw) said: “The weight is the weight of the people of Makka, and the measure is the measure of the people of Madinah.’” Al-Baladhri narrated from Abdullah bin Th’alaba bin Sa’eer who said: “Heraclian Dinars came to the people of Makkah in Jahiliyyah as came Dirhams of al-Furs al- Bughliyya (Persians), and when they traded with them they considered them only as ore. The Mithqal had a well-known weight for them, a weight of 22 carats less a fraction. Ten Dirhams weighed seven Mithqal and the pound was 12 ounces with each ounce being 40 Dirhams. The Messenger of Allah (saw) consented to this, as did Abu Bakr, ‘Umar, Uthman and Ali.”.
Die Muslime gebrauchten während des Lebens des Gesandten Allahs ﷺ, des Kalifats von Abu Bakr as-Siddiq und der ersten Jahre des Kalifats von ‘Umar weiterhin die Heraklianischen Dinare und die Chosroes-Dirhams in ihrer Form, Prägung und ihren Bildern. Im 20. Jahr der Hidschra, das dem 8. Jahr von ‘Umars Kalifat entsprach, ließ ‘Umar neue Dirhams im sasanidischen Stil prägen. Dabei behielt er die pahlawinischen Gesichter und Schriftzeichen bei und fügte einige Worte in kufischen arabischen Buchstaben hinzu, etwa „Im Namen Allahs (swt)“ und „Im Namen Allahs (swt), meines Herrn“. Die Muslime gebrauchten weiterhin Dinare im byzantinischen Stil und Dirhams im sasanidischen Stil, zusammen mit der Schreibung bestimmter islamischer Worte in arabischen Buchstaben, bis zur Zeit von ‘Abd al-Malik ibn Marwan. Im 75. Jahr, oder möglicherweise im 76. Jahr, ließ ‘Abd al-Malik Dirhams in einem spezifisch islamischen Stil prägen, die islamische Texte in kufischer Schrift trugen, nachdem er den sasanidischen Stil aufgegeben hatte. Im 77. Jahr ließ er Dinare in einem spezifisch islamischen Stil prägen und darauf islamische Texte in kufischer arabischer Schrift eingravieren, während er den bisherigen byzantinischen Stil aufgab. Nachdem ‘Abd al-Malik Dirhams und Dinare in einem spezifisch islamischen Stil hatte prägen lassen, besaßen die Muslime eine eigene Währung in einem einzigartigen islamischen Stil, und sie gaben die Währungen anderer Völker auf.
The Muslims continued using Heraclian Dinars and Chosroes Dirhams in their shape, coinage and pictures throughout the life of the Messenger of Allah (saw) , the Khilafah of Abu Bakr as-Siddiq and the first years of ‘Umar’s Khilafah. In the 20th year of the Hijra, which was the 8th year of ‘Umar’s Khilafah, ‘Umar coined new Dirhams in the Sassanid style and retained the Pahlavi faces and writing while adding some words in Kufic Arabic letters such as “In the name of Allah (swt)” and “In the name of Allah (swt), my Lord.” Muslims continued using Dinars in Byzantine style and Dirhams in Sassanid style together with writing certain Islamic words in Arabic letters until the time of Abdul Malik bin Marwan. In the 75th year, or possibly in the 76th year, Abdul Malik coined Dirhams in specific Islamic style carrying Islamic texts engraved upon the Dirhams in Kufic script after abandoning the Sassanid style. In the 77th year, he coined Dinars in a specific Islamic style and engraved upon them Islamic texts with Kufic Arabic script while abandoning the previous Byzantine style. After Abdul Malik had coined Dirhams and Dinars in a specific Islamic style, Muslims had their distinct currency in a unique Islamic style and they abandoned other people’s currency.
Das Gewicht der Dinare und Dirhams
The Weight of Dinars and Dirhams
Das Gewicht des Dinars unterschied sich weder in der Zeit der Jahiliyyah noch im Islam; er hatte ein festes Gewicht. Byzantinische Dinare wurden in der Zeit der Jahiliyyah, zur Zeit des Gesandten Allahs ﷺ und der Khulafa’a nach ihm verwendet. Dann prägte Abdul Malik islamische Dinare vom gleichen Gewicht. Der byzantinische Dinar wog ein Mithqal, wobei das Mithqal 8 Dawaniq entsprach, die 20 Karat oder etwas weniger als 22 Karat wogen; beide Gewichte sind gleich, da es einen Unterschied im Gewicht der beiden Karat-Arten gibt. Das Mithqal wird als 72 Körner eines durchschnittlichen Gerstenkorns gemessen, dessen beide winzigen Enden abgeschnitten sind, und es wird außerdem auf 6.000 Körner durchschnittlich großen Wildsenfs geschätzt.
The weight of the Dinar did not differ either in Jahiliyyah or Islam; it has a fixed weight. Byzantine Dinars were used in the time of Jahiliyyah, the time of the Messenger of Allah (saw) and the Khulafa’a after him. Then Abdul Malik coined Islamic Dinars of the same weight. The Byzantine Dinar weighed a Mithqal, where the Mithqal was 8 Dawaniq which weighed 20 carats or a fraction less than 22 carats, both weights being the same as there is a difference in the weight of the two types of carats. The Mithqal is measured as 72 grains of an average barley seed whose two tiny edges are cut off, and it is also estimated as 6,000 grains of average-sized wild mustard.
Der Gesandte Allahs ﷺ billigte dieses Dinar-Gewicht und verknüpfte damit die Regeln der Zakat, des Blutgeldes und der Handabhackung beim Diebstahl. So wurde es zum Scharia-Gewicht für Dinare, und es ist dasselbe Gewicht, auf das sich Abdul Malik stützte, als er den islamischen Dinar prägte und ihn zum Mithqal machte.
The Messenger of Allah (saw) consented to this Dinar weight and linked with it the rules of Zakat, blood-money and the cutting for theft. So it became the Shari’ah weight for Dinars, and it is the same weight that Abdul Malik depended upon when he coined the Islamic Dinar and made it a Mithqal.
Was die Dirhams betrifft, so hatten sie unterschiedliche Gewichte, weil die Perser drei Arten von Dirhams hatten: den großen, dessen Gewicht ein Mithqal war, also 20 Karat, den kleinen, dessen Gewicht die Hälfte eines Mithqal war, also 10 Karat, und den mittleren, von dem zehn Stück 6 Mithqal wogen, also 12 Karat. Al-Balathari überlieferte von Al-Hassan bin Salih, der sagte: „Die von Nichtarabern geprägten Dirhams hatten unterschiedliche Gewichte, sowohl schwere als auch leichte. Man prägte daraus einen Mithqal, der 20 Karat entspricht, einen anderen von 12 Karat und einen weiteren von 10 Karat, was der mittlere Mithqal ist.“ Er überlieferte auch von einem anderen als Al-Hassan bin Salih, der sagte: „Die Dirhams der Nichtaraber waren so beschaffen, dass zehn von ihnen 10 Mithqal wogen, zehn von ihnen 6 Mithqal wogen und zehn von ihnen 5 Mithqal wogen.“ Sie nannten die großen Dirhams „Mulisch“ (Bughliyya) oder die vollständig schwarzen (Sood Wafiya), zur Bestimmung des Grundgewichts des Dirhams, das dem Gewicht des Mithqal in Gold entspricht, also 8 Dawaniq, wobei ein Daniq zweieinhalb Karat ist, sodass es 20 Karat ergibt. Dieses Gewicht wurde zur Zeit der Sassaniden, der rechtgeleiteten Kalifen und der Umayyaden geprägt.