15 VERFASSUNG: ALLGEMEINE REGELN
15 CONSTITUTION: GENERAL RULES
Artikel 1.
Article 1.
Die islamische Glaubenslehre ('Aqīdah) bildet das Fundament des Staates. Nichts darf in der Struktur der Regierung, in ihrer Rechenschaftspflicht oder in irgendeinem anderen Aspekt, der mit der Regierung verbunden ist, bestehen, wenn es nicht die Glaubenslehre als seine Quelle hat. Die Glaubenslehre ist außerdem die Quelle der Verfassung des Staates und der scharia-rechtlichen Bestimmungen. Nichts, das mit der Verfassung oder den Bestimmungen in Verbindung steht, darf bestehen, es sei denn, es geht aus der islamischen 'Aqīdah hervor.
The Islamic creed (’aqeedah) constitutes the foundation of the State. Nothing is permitted to exist in the government's structure, accountability, or any other aspect connected with the government, that does not take the creed as its source. The creed is also the source for the State's constitution and shar’ai canons. Nothing connected to the constitution or canons, is permitted to exist unless it emanates from the Islamic ’aqeedah.
Artikel 2
Article 2.
Das Gebiet des Islam (Dar al-Islam) ist jene Einheit, die die Regeln des Islam in den Angelegenheiten des Lebens anwendet und deren Sicherheit von Muslimen gewährleistet wird. Das Gebiet des Unglaubens (Dar al-Kufr) ist jene Einheit, die die Regeln des Unglaubens (Kufr) anwendet und deren Sicherheit von den Ungläubigen (Kuffar) gewährleistet wird.
The domain of Islam (Dar al-Islam) is that entity which applies the rules of Islam in life's affairs and whose security is maintained by Muslims. The domain of disbelief (Dar al-Kufr) is that entity which applies the rules of kufr and whose security is maintained by the kuffar.
Artikel 3.
Article 3.
Der Khalifah ist befugt, göttliche Regeln (Ahkam Shari'ah) zu übernehmen, die als Verfassung und Kanones erlassen werden. Sobald der Khalifah eine göttliche Regel übernommen hat, wird genau diese Regel zur göttlichen Regel, die erlassen und anschließend umgesetzt werden muss. Jeder Bürger muss dieser übernommenen Regel offen wie auch heimlich gehorchen. Entwurf einer Verfassung, Artikel 4.
The Khaleefah is empowered to adopt divine rules (AHkam Shari’ah) enacted as consitution and canons. Once the Khaleefah has adopted a divine rule, that rule, alone, becomes the divine rule that must be enacted and then implemented. Every citizen must openly and secretly obey that adopted rule. A Draft Constitution Article 4.
Der Khalifah übernimmt keine göttlichen Vorschriften bezüglich des Gottesdienstes, also der ‘Ibadat, mit Ausnahme derer, die die Almosensteuer (Zakah) und den Krieg (Dschihad) betreffen. Ebenso übernimmt er keine der Gedanken, die mit dem islamischen Glaubensbekenntnis (Aqidah) verbunden sind.
The Khaleefah does not adopt divine rules pertaining to worship, i.e. ‘ibadat, except in connection with alms (zakah) and war (jihad). Also, he does not to adopt any of the thoughts connected with the Islamic creed.
Artikel 5
Article 5.
Alle Bürger des Islamischen Staates haben Anspruch darauf, die göttlichen Rechte und Pflichten zu genießen.
All citizens of the Islamic State are entitled to enjoy the divine rights and duties.
Artikel 6
Article 6.
Alle Bürger des Staates sind ungeachtet ihrer Religion, Rasse, Hautfarbe oder anderer Merkmale gleich zu behandeln. Dem Staat ist es untersagt, zwischen seinen Bürgern in allen Angelegenheiten zu unterscheiden, sei es in der Regierung, in der Rechtsprechung oder in der Fürsorge für die Belange der Menschen.
All citizens of the State shall be treated equally regardless of religion, race, colour or any other matter. The State is forbidden to discriminate among its citizens in all matters, be it ruling or judicial, or caring of affairs.
Artikel 7
Article 7
Der Staat wendet das göttliche Gesetz auf alle Bürger an, die die Staatsangehörigkeit des Islamischen Staates besitzen, ob sie Muslime sind oder nicht, und zwar auf folgende Weise:
The State implements the divine law on all citizens who hold citizenship of the Islamic State, whether Muslims or not, in the following manner:
a. Das göttliche Gesetz wird an allen Muslimen in seiner Gesamtheit ohne Ausnahme umgesetzt; b. Nichtmuslimen ist es erlaubt, ihren eigenen Glauben und ihre eigenen Gottesdienste auszuüben.
a. The divine law is implemented in its entirety, without exception, on all Muslims; b. Non-Muslims are allowed to follow their own beliefs and worships.
c. Diejenigen, die sich des Abfalls (ridda) vom Islam schuldig gemacht haben, sind gemäß der Regel für Abfall mit dem Tod zu bestrafen, sofern sie selbst den Islam verlassen haben. Sind sie als Nichtmuslime geboren, d. h. sind sie die Söhne von Abtrünnigen, so werden sie entsprechend ihrem Status als Götzendiener (Mushrikun) oder als Angehörige der Buchreligionen wie Nichtmuslime behandelt.
c. Those who are guilty of apostasy (murtad) from Islam are to be executed according to the rule of apostasy, provided they have themselves renounced Islam. If they are born as non-Muslims, i.e., if they are the sons of apostates, then they are treated as non-Muslims according to their status as being either polytheists (mushriks) or People of the Book.
d. Bei Fragen der Speise und Kleidung werden Nichtmuslime entsprechend ihrer Religion behandelt, innerhalb der Grenzen, die die Ahkam asch-Schari'ah erlaubt.
d. In matters of food and clothing the non-Muslims are treated according to their religions within the limits allowed by AHkam Shara’iah.
e. Eheangelegenheiten, einschließlich der Scheidung, zwischen Nichtmuslimen werden gemäß ihren Religionen geregelt, zwischen Nichtmuslimen und Muslimen dagegen gemäß dem göttlichen Recht.
e. Marital affairs, including divorce, among non-Muslims are settled in accordance with their religions, but between non-Muslims and Muslims they are settled according to the divine law.
f. Alle übrigen Angelegenheiten und Bestimmungen der Shari'ah, wie die Anwendung von Rechtsgeschäften, Strafen und Beweismitteln (vor Gericht), das Herrschaftssystem und die Wirtschaft, werden vom Staat gegenüber allen umgesetzt, Muslimen wie Nicht-Muslimen gleichermaßen. Dies betrifft die Vertragspartner (Mu'ahid), die Schutzbefohlenen (Ahlu Dhimmah) und alle, die sich der Autorität des Islam unterwerfen. Die Umsetzung gegenüber diesen Personen erfolgt in gleicher Weise wie gegenüber den Untertanen des Staates. Botschafter und Gesandte genießen diplomatische Immunität.
f. All the remaining Shara'iah matters and rules, such as: the application of transactions, punishments and evidences (at court), the system of ruling and economics are implemented by the State upon everyone, Muslim and non-Muslim alike. This includes the people of treaties (muâaahid), the protected subjects (ahlu zimmah) and all who submit to the authority of Islam. The implementation on these people is the same as the implementation on the subjects of the State. Ambassadors and envoys enjoy diplomatic immunity.
Artikel 8.
Article 8.
Arabisch ist die Sprache des Islam und die alleinige Staatssprache.
The Arabic is the language of Islam and the sole language of the State.
Artikel 9.
Article 9.
Idschtihad (persönliche Anstrengung zur Ableitung der islamischen Rechtsbestimmung) ist eine Pflicht der Gemeinschaft (fard kifaya). Jeder Muslim hat das Recht, Idschtihad auszuüben, sofern er die dafür notwendigen Voraussetzungen erworben hat.
Ijtihad (personal exertion to derive the Islamic rule) is fard kifayah (a collective duty). Every Muslim has the right to exercise ijtihad if he has acquired the necessary conditions to perform it.
Artikel 10.
Article 10.
Im Islam gibt es keine Geistlichkeit, da alle Muslime die Verantwortung für den Islam tragen. Der Staat wird alles verhindern, was auf das Bestehen einer Geistlichkeit unter den Muslimen hindeutet.
There is no such thing as a clergy in Islam as all Muslims bear the responsibility for Islam. The State will prevent anything that signifies the existence of a clergy among Muslims.
Artikel 11.
Article 11.
Die primäre Funktion des Staates ist die Verbreitung des Rufes (Da'wah) zum Islam.
The primary function of the State is the propagation of the invitation (dâwah) to Islam.
Artikel 12.
Article 12.
Die einzigen Beweise, die für die göttlichen Rechtsbestimmungen (Ahkam Shar'iyyah) zu berücksichtigen sind, sind: der Qur'an, die Sunnah, der Konsens der Gefährten (Ijma' as-Sahabah) und der Analogieschluss (Qiyas). Gesetzgebung darf aus keiner anderen Quelle als diesen Beweisen abgeleitet werden. Artikel 13.
The only evidences to be considered for the divine rules (AHkam Shara’iah) are: the Qur'an, the Sunnah, the consensus of the Companions (ijmaâ as-sahabah) and analogy (qiyas). Legislation cannot be taken from any source other than these evidences. Article 13.
Jeder Mensch gilt als unschuldig, bis seine Schuld bewiesen ist. Niemand darf ohne ein gerichtliches Urteil bestraft werden. Folter ist absolut verboten, und wer jemandem Folter zufügt, wird bestraft.
Every individual is innocent until proven guilty. No person shall be punished without a court sentence. Torturing is absolutely forbidden and whoever inflicts torture on anyone shall be punished.
Artikel 14.
Article 14.
Alle menschlichen Handlungen sind ihrem Ursprung nach durch die göttlichen Regeln (Ahkam Shari'ah) gebunden, und keine Handlung darf unternommen werden, bevor ihre Regel (Hukm) bekannt ist. Jede Sache oder jeder Gegenstand ist erlaubt, d. h. halal, solange kein Beweis für ein Verbot vorliegt.
All human actions are, in origin, restricted by the divine rules (AHkam Shari’ah), and no action shall be undertaken until its rule (hukm) is known. Every thing or object is permitted, i.e., halal, unless there is an evidence of prohibition.
Artikel 15.
Article 15.
Jedes Mittel, das mit großer Wahrscheinlichkeit zu einem Verbot (Haram) führt, ist selbst haram. Wenn es jedoch nur befürchtet wird, dass es zu einem Verbot führt, ist es nicht haram.
Any means that most likely leads to a prohibition (haram) is itself haram. However if it is (only) feared to lead (to a prohibition) it would not be haram.