3.2 Idschtihad
3.2 Ijtihad
Wie wir wissen, ist der Verstand nicht die Quelle der Scharia; vielmehr würde es eine vollständige Verneinung der Scharia bedeuten, ihn als solche zu betrachten. Idschtihad bedeutet nicht, den Verstand zu gebrauchen, um Regeln abzuleiten. Vielmehr besteht Idschtihad darin, den Gebrauch des Verstandes auf zwei grundlegende Aufgaben zu konzentrieren: erstens das Verständnis der Wirklichkeit des jeweils vorliegenden Gegenstands, um die Natur der betreffenden Frage vollständig zu erfassen, und zweitens das Verstehen der islamischen Texte, die mit dieser Frage zusammenhängen.
As we know the mind is not the source of the Shari’ah rather making it such would be a complete negation of the Shari’ah. Ijtihad is not using the intellect to derive rules, rather Ijtihad is focussing the usage of the intellect around two fundamental roles, understanding the reality of the subject matter at hand so as to fully comprehend the nature of the issue at hand, and in understanding the Islamic texts that are connected to the issue.
Um die islamische Methode zur Errichtung des Kalifats festzulegen, müssen wir die islamischen Belege studieren und die Regel daraus ableiten. Imam asch-Schafi'i sagte in seinem berühmten Werk Ar-Risala, Seite 75: „Niemand soll zu einer bestimmten Angelegenheit eine Meinung äußern, indem er bloß erklärt, sie sei erlaubt oder verboten, es sei denn, er besitzt sicheres Wissen, und dieses Wissen stützt sich auf den Qur'an oder die Sunna oder ist aus dem Ijma' oder durch Qiyas abgeleitet.“ Er fuhr auf Seite 288, Absatz 493, fort: „Zu allen Angelegenheiten, die das (Leben eines) Muslims betreffen, gibt es entweder eine verbindliche Entscheidung oder einen Hinweis auf die richtige Antwort. Wenn es eine verbindliche Entscheidung gibt, dann ist ihr zu folgen. Wenn es keinen Hinweis gibt, dann wird er durch Idschtihad gesucht.“ Daher gibt es für jede einzelne menschliche Handlung einen Hukm Schar'i, und für jeden Hukm Schar'i gibt es einen Daleel aus der Wahi (Offenbarung), sodass die Ahkam asch-Schari'a (göttliche Regeln) aus den detaillierten Belegen durch den Prozess des Idschtihad abgeleitet werden.
So in order to establish the Islamic method of establishing the Khilafah we are required to study the Islamic evidences and extract the rule. Imam Shafi’i stated in his renowned work Ar Risala page 75: “No one should give an opinion upon a specific issue by merely stating that it is permitted or prohibited, unless he has sure knowledge, and this knowledge is based on the Qur’an or the Sunnah or derived from Ijma’a or through Qiyas.” He went on to say on page 288 paragraph 493: “On alll matters touching the (life of a) Muslim there is either a binding decision or an indication as to the right answer. if there is a binding decision then it should be followed. If there is no indication then it is sought by Ijtihad.” Hence for every single human action there is a Hukm Shari and for every Hukm Shari there is Daleel from the Wahi (revelation), and so the Ahkam Shari’ah (divine rules) are derived from the detailed evidences via the process of Ijtihad.
Allah (swt) sagt in Sure al-Ma'idah:
Allah (swt) states in Surah al-Ma’idah,
„Heute habe ich euch eure Religion vervollkommnet, meine Gnade an euch vollendet und den Islam als eure Religion für euch gewählt.“ (TMQ al-Ma’idah, Vers 4)
“This day I have perfected for you your Deen and completed my favour upon you and have chosen Islam as your Deen.” (TMQ al-Ma’idah, verse 4)
Imam Suyuti erwähnt, dass alle Ahkam des Islam offenbart wurden und die Religion (Deen) somit in diesem Sinne zu diesem Zeitpunkt vollendet war (Al Itqan fe 'Ulum ul Qur'an, zitiert von Sabuni in seinem Tibyan fee 'Ulum ul Qur'an, S. 18-19). Daher wurde uns eine vollkommene und vollendete Religion gegeben, in der kein menschliches Problem unberücksichtigt geblieben ist, und zwar in Form der Ahkam Shari'ah, also der Regeln, die Allah (SWT) für die Muslime festgelegt hat, um ihr Leben zu gestalten. Die Regeln der Shari'ah sind deshalb der alleinige Bezugspunkt der Gläubigen in allem, was sie tun, einschließlich der Methodik zur Errichtung des Khilafah. Allah (SWT) sagt im Qur'an:
Imam Suyuti mentions that all the Ahkam of Islam were revealed and so in that sense the Deen had become completed at this point (Al Itqan fe ‘Ulum ul Qur’an quoted by Sabuni in his Tibyan fee ‘Ulum ul Qur’an p18-19). Hence we have been given a perfected and completed Deen where no human problem has not been addressed in the form of Ahkam Shari’ah i.e. rules that Allah (swt) has laid down for the Muslims in order to live their lives. Hence the Shari’ah rules are the sole reference point of the believers in all that they do, including the methodology of establishing the Khilafah Allah (swt) states in the Qur’an,
„Was auch immer der Gesandte euch gibt, nehmt es an, und was auch immer er euch untersagt, lasst es. Und fürchtet Allah, denn Allah ist streng in der Bestrafung.“ (TMQ al-Hashr, Vers 7)
“Whatever the Messenger (saw) gives you take it and whatever he forbids you leave it, fear Allah for verily Allah is most stern in His punishment.” (TMQ al-Hashr, verse 7)
Daher dürfen wir nur das übernehmen, was aus der Offenbarung des Qur'an und der Sunnah stammt und was auf diese hinweist, nämlich den Idschma' der Sahaba (ra) oder das, worauf er hinweist, das heißt den Qiyas (Analogieschluss). Ebenso ist es uns untersagt, in allen Angelegenheiten des Lebens irgendeine Regel oder ein Gesetz aus anderen Quellen als diesen zu übernehmen.
So we can only adopt from the revelation of the Qur’an and the Sunnah and what indicates it, namely the Ijma’a of the Sahabah (ra) or what it points to, that is Qiyas (Analogy). Similarly we are prevented from adopting any rule or law from other than these sources in all of the affairs of life.
Der Prophet ﷺ sagte: „Wer eine Handlung vollzieht, die nicht auf unserer Angelegenheit gründet, dem wird sie zurückgewiesen.“ (überliefert von ‘Ā’ischa (ra) im Jami’u us-Sahih von Imam Muslim)
The Prophet (saw) stated,“Whosoever enacts an action not established upon our affair will have it rejected” (Narrated by ‘A’ishah (ra) in the Jami’u us Sahih of Imam Muslim)
Wir sind also verpflichtet, uns in allen unseren Handlungen an die Ahkam Shari'ah zu halten, gleichgültig ob es darum geht, eine Pflicht festzulegen, etwa das Gebet, die Einsetzung eines Khalifen oder das Fasten im Ramadan, ein Verbot, etwa Zina, Lügen oder das Urteilen nach Kufr, eine Erlaubnis, etwa Essen und Trinken, die Nutzung von Technologie oder Experimente in den Naturwissenschaften, oder jede andere Kategorie einer Shari'ah-Regel wie das Empfohlene (Mandub) oder das Verabscheute (Makruh). Für all dies wären Belege aus dem Qur'an oder der Sunnah erforderlich, um die Sicht des Islam und das Hukm Allahs zu jeder Frage zu bestimmen.
So we are required to restrict ourselves to the Ahkam Shari’ah in all of our actions irrespective of whether in determining an obligation e.g. prayer, the appointing of a Khaleefah, fasting in Ramadhan etc., a prohibition e.g. Zina, lying, the prohibition of ruling by Kufr etc., a permission e.g. eating and drinking, utilising technology, experimentation in natural sciences etc. or any other classification of Shari’ah rule such as the favourable (Mandoub) or disliked (Makruh). All of these would require evidence from the Qur’an or the Sunnah to determine the view of Islam and Hukm of Allah on any issue.
Daher ist es, nachdem wir festgestellt haben, dass die Wiederaufnahme der islamischen Lebensweise durch die Errichtung des Kalifats die lebenswichtige Frage ist, der sich die Umma gegenübersieht, notwendig, dass wir uns dem Islam zuwenden, um die Handlungen zu bestimmen, die wir unternehmen müssen, um das Kalifat wiederherzustellen und damit den Islam wieder in die Angelegenheiten des Lebens zu bringen.
Hence after having determined that the resumption of the Islamic way of life by establishing the Khilafah is the vital issue that faces the Ummah we are required to look to Islam to determine the actions that we are required to undertake in order to re-establish the Khilafah, thereby bringing Islam back to the affairs of life.
Daher müssen wir erkennen, dass es für jede menschliche Handlung ein Hukm Shar'i gibt, also eine göttliche Regel. Für jedes Hukm Shar'i gibt es einen Beleg aus dem Qur'an und der Sunnah oder dem Ijma' der Sahabah, oder es wird durch Qiyas auf Grundlage der Texte angezeigt.
So we must realise that for every human action there is a Hukm Shari’i, i.e. divine rule. For every Hukm Shari’i there is an evidence from the Qur’an and the Sunnah or the Ijma’a of the Sahabah or indicated through Qiyas based upon the texts.
Ahkam der Scharia, die aus den eindeutigen Belegen (Daleel) abgeleitet werden Bei der genauen Betrachtung des Qur'an und der Sunnah stellen wir fest, dass es bestimmte Regeln gibt, deren Beleg unbestreitbar ist und bei denen kein Raum für Idschtihad besteht. Sie finden sich in den Versen des Qur'an, deren Bedeutung qat'i (eindeutig, endgültig) ist, sowie in jenen Überlieferungen des Propheten ﷺ, deren Herkunft vom Propheten ﷺ unbestreitbar feststeht (mutawatir) und deren Bedeutung ebenfalls qat'i ist. Dies sind qat'i Belege, die nur auf eine einzige Weise verstanden werden können, und deren Ablehnung einen Menschen zum Kufr führen würde. Beispiele sind Fragen der Aqida wie der Glaube an das Paradies (Dschanna) und die Hölle (Dschahannam) sowie der Glaube an den Tag des Gerichts; sie sind unbestreitbar und gehören zu den feststehenden Teilen der Religion, an die wir glauben müssen.
Ahkam Shari’ah deduced from the Daleel (evidences) that are definite When scrutinising the Qur’an and the Sunnah we would find that there are certain rules whose evidence is indisputable and there is no room for Ijtihad. They are found in the verses of Qur’an whose meaning is Qat’i (definitive) and those Ahadith of the Prophet (saw) which are indisputably known to be from the Prophet (saw) (Mutawatir) and whose meanings are also Qat’i. These are Qat’i evidences which can only be understood in one manner and the rejection of which would lead a person to Kufr. For example, matters of Aqeedah such as the belief in Jannah (Paradise) and Jahannam (Hellfire), and the belief in the Day of Judgement are indisputable and are definitive parts of the Deen that we must believe in.
Ebenso sind bestimmte Ahkam Shari'ah sicher und unbestreitbar, und die Ablehnung dieser würde Kufr (Unglaube) darstellen.
Similarly certain Ahkam Shari’ah are definitive and indisputable, and the rejection of these would be Kufr (disbelief).
Zum Beispiel enthalten der Qur'an und die Sunnah zahlreiche Belege für die Pflicht zur Verrichtung des regelmäßigen Salah (Gebet). Die Ablehnung dieser Pflicht wäre Kufr. Ein Beispiel für einen solchen Daleel ist, wenn Allah (swt) in Surah al-Mu'minun sagt: „Gewiss, die Gläubigen haben den Erfolg (im Jenseits) erlangt, jene, die ihr Gebet bewahren.“ (TMQ al-Mu'minun, Verse 1-2)
For example the Qur’an and Sunnah contain numerous evidences concerning the obligation of the establishment of the regular Salah (prayer). The rejection of this obligation would be Kufr. An example of a Daleel for this would be when Allah (swt) said in Surah al-Mu’minun, “Verily the believers have attained the Success (in the hereafter), those who guard there prayers.” (TMQ al-Mu’minun, verses 1-2)
Auch das Hadith des Propheten ﷺ, wie es authentisch im Musnad des Imam Ahmad ibn Hanbal überliefert ist:
Also the Hadith of the Prophet (saw) as narrated authentically in the Musnad of Imam Ahmed ibn Hanbal:
„Der Bund zwischen mir und euch ist das Gebet. Wer das Gebet aufgibt, begeht eine Handlung des Unglaubens.“ Daher ist das Hukm Shar'i hinsichtlich der Verpflichtung (Fard) des Gebets eindeutig.
“The covenant between myself and yourself is the Salah whoever abandons prayer commits an action of disbelief” Hence the Hukm Shari’i is definitive on the obligation (Fard) of Salah.
Ein weiteres eindeutiges Beispiel ist das Verbot von Riba (Wucher/Zins), das im Qur'an ohne jeglichen Raum für Missverständnisse festgelegt wurde, als Allah (SWT) sagte:
Another example of a definite rule would be the prohibition of Riba (usury/interest) that has been established without any room for misunderstanding in the Qur’an when Allah (swt) said:
„Und Allah hat den Handel erlaubt, den Wucher aber verboten.“ (TMQ al-Baqarah, Vers 275)
“And Allah has permitted trade but forbidden usury.” (TMQ al-Baqarah, verse 275)
Diese sowie andere Belege sind eindeutig und zweifelsfrei in ihrer Aussage und können nur das Verbot (Tahreem) von Zinsgeschäften in ihrer Gesamtheit bedeuten, sei es durch persönliche Bankgeschäfte, die Aufnahme von IWF-Krediten oder die Unterstützung des IWF durch Spenden.
This amongst other evidences are clear and definitive in their import and can only mean the prohibition (Tahreem) of interest dealings in their totality, whether this occurred through personal banking, the taking of IMF loans or the supporting of the IMF through donations.
Weitere Beispiele für unumstrittene Ahkam sind Angelegenheiten wie die Pflicht zum Fasten im Monat Ramadhan, das Verbot, dass Kuffar in islamischen Ländern wie al-Quds Autorität besitzen, die Pflicht, die Herrschaft Allahs wiederherzustellen, und die Pflicht zum Dschihad. Alle diese Ahkam sind unumstritten, da sie über eindeutige (qat'i) Daleel verfügen.
Other examples of Ahkam that are indisputable are matters such as the obligation of fasting in the month of Ramadhan, the prohibition of Kuffar having authority in the Islamic lands such as al-Quds, the obligation of restoring the rule of Allah and the obligation of Jihad. All of these Ahkam are indisputable since they have Daleel that are definitive.
In diesen Angelegenheiten ist kein Raum für Meinungsverschiedenheiten oder abweichende Ansichten.
There is no room in these matters for any differences of opinions or divergences of views.
Ahkam Shari'ah, die aus einem Daleel abgeleitet werden, der unbestimmt ist, werden ebenfalls aus Belegen gewonnen, bei denen Spielraum für Auslegung besteht, und zwar hinsichtlich der Bedeutungen, des Bezugs zum vorliegenden Problem und der Gültigkeit. Hier sind wir verpflichtet, die Belege genauer zu prüfen, da Allah (swt) den Muslimen befiehlt,
Ahkam Shari’ah deduced from Daleel that are indefinite Ahkam Shari’ah are also derived from evidences where there is room for interpretation regarding meanings, connection with the problem at hand and validity. This is where we are required to scrutinise the evidences further, since Allah (swt) orders the Muslims,
„Und wenn ihr in einer Sache uneins seid, so bringt sie vor Allah und den Gesandten ﷺ“ (Sure an-Nisā', Vers 59)
“Then if you dispute in a matter return it to Allah and His Messenger (saw)” (TMQ al-Nisa’a, verse 59)
Daher ist in Fragen, bei denen der Daleel (Beweis) auf mehr als eine Weise ausgelegt werden kann, größtmögliche Mühe darauf zu verwenden, die betreffenden Belege zu verstehen und sie im Lichte des Qur'an und der Sunnah abzuwägen, d. h. alle mit der jeweils behandelten Frage zusammenhängenden Belege gegeneinander abzuwägen.
Hence, in matters where the Daleel (evidence) is interpretable in more than one manner the utmost must be done in understanding the relevant evidences and weighing them up in light of the Qur’an and the Sunnah i.e. weighing up all the related evidences pertaining to the matter under discussion.
Dieser Vorgang wird als Idschtihad bezeichnet. Der Prophet ﷺ leitete die Sahaba an, den Idschtihad als Methode anzuwenden, um aus ihren Daleel die Ahkam Shari'ah abzuleiten. Es wird überliefert, dass der Prophet ﷺ, als er Mu'adh und Abu Musa Al-Ash'ari in den Jemen sandte, sagte: „Wonach werdet ihr urteilen?“ Sie antworteten: „Wenn wir die Regel weder im Qur'an noch in der Sunnah finden, werden wir einen Fall mit einem anderen vergleichen, und was dem Haqq näher ist, danach werden wir handeln.“ Diese Analogie, die die Sahaba (ra) anstellten und die vom Propheten ﷺ gebilligt wurde, beschreibt den Vorgang des Idschtihad bei der Ableitung von Regeln. Ferner wird über ihn ﷺ überliefert: Als er Mu'adh als Statthalter in den Jemen sandte, sagte er zu ihm: „Wonach wirst du urteilen?“ Mu'adh sagte: „Nach dem Qur'an Allahs.“ Der Prophet ﷺ fragte weiter: „Wenn du es nicht findest?“ Er sagte: „Nach der Sunnah des Gesandten Allahs ﷺ.“ Der Prophet ﷺ sagte: „Wenn du es nicht findest?“ Mu'adh sagte: „Dann strenge ich mich mit aller Kraft an und bilde mir eine Meinung.“ Darauf sagte der Prophet ﷺ: „Alhamdu Lillah (Preis sei Allah), dass Er den Gesandten Allahs zu dem geleitet hat, was Allah und Sein Gesandter lieben.“ Dieser Hadith erlaubt Mu'adh eindeutig, Idschtihad zu betreiben. Außerdem ist die Erkenntnis des göttlichen Urteils (Hukm Shari') untrennbar mit dem Idschtihad verbunden, und zwar so sehr, dass es ohne ihn nicht möglich ist, die Regeln zu erkennen.
This process is known as Ijtihad. The Prophet (saw) guided the Sahabah to make Ijtihad as the methodology to extract the Ahkam Shari’ah from their Daleel. It has been narrated that when the Prophet (saw) sent Mu’adh and Abu Musa Al-Ashari to Yemen, he (saw) said, ‘What are you going to rule by?’ They said, ‘If we don’t find the rule in the Qur’an and the Sunnah, we will compare a case to another and whatever is closer to the Haqq, we will act upon it.” This analogy made by the Sahabah (ra) and approved by the Prophet (saw) described the process of Ijtihad in deriving rules. Also, it was narrated about him (saw) that, “When he sent Mu’adh as a governor to Yemen, he (saw) said to him, ‘What are you going to rule by?’ Mu’adh said, ‘By the Qur’an of Allah.’ The Prophet (saaw) then asked, ‘If you don’t find (the rule)?’ He said, ‘By the Sunnah of the Messenger (saw) of Allah.’ The Prophet (saw) said, ‘If you don’t find (the rule)?’ Mu’adh said, ‘I exert my utmost and give my opinion.’ The Prophet (saw) said, ‘Alhamdu Lillah (Praise be to Allah) that He led the Messenger of Allah to that which Allah and His Messenger like.” This Hadeeth clearly permits Mu’adh to perform Ijtihad. Moreover, knowing the Hukm Shari’ (divine rule) is inexorably linked with Ijtihad to the extent that it is not possible to know the rules without it.
Der Prophet ﷺ sagte in einem Hadith: „Wenn der Richter Ijtihad übt und irrt, erhält er einen Lohn; und wenn er das Richtige trifft, erhält er zwei Lohnungen.“ (Sahih al-Bukhari, mit einer ähnlichen Überlieferung in Sahih Muslim)
The Prophet (saw) said in one Hadeeth, “When the judge makes Ijtihad and he errs he gets one reward and if he hits the mark he gets two rewards” (Sahih al-Bukhari with a similar narration in Sahih Muslim)
Wenn der Mujtahid Ijtihad betreibt, um eine göttliche Regel abzuleiten, und sein Äußerstes aufbietet, um die Belege zu verstehen, wird er belohnt, unabhängig davon, ob er richtig liegt oder nicht. Daher ist es in diesen Bereichen natürlich, dass es Meinungsverschiedenheiten gibt, solange diese verschiedenen Meinungen von qualifizierten Mujtahiden abgeleitet werden, die sich um das Verständnis der betreffenden Belege bemüht haben.
So when the Mujtahid performs Ijtihad in order to extract a divine rule and exerts his utmost in understanding the evidences he will be rewarded whether he is correct or not. Hence in these areas it is natural for there to be differences of opinion as long as these different opinions are extracted by qualified Mujtahideen having exerted themselves in understanding the relevant evidences.
Das folgende Beispiel dient dazu, diesen Punkt zu veranschaulichen:
The following is an example to illustrate this point:
In einem bekannten Hadith wird überliefert, dass der Prophet ﷺ gesagt hat: „Für denjenigen, der in jeder einzelnen Rak'a nicht die Fatiha des Kitab rezitiert, gibt es kein Gebet (Laa Salaat).“ Die Rechtsgelehrten sind sich in der Auslegung dieser Überlieferung uneins. Einige haben festgestellt, dass der Prophet ﷺ die Gültigkeit des Salah (Sihhatus Salah) verneint hat, also das Gebet ohne Rezitation der Surah Al-Fatiha, und dass es daher notwendig ist, sie in jedem einzelnen Gebet zu lesen, auch hinter dem Imam. Da dies die offensichtliche Bedeutung des Textes ist und nicht anders verstanden werden kann als mit einem anderen Daleel, wird diese Auffassung Imam Schafi'i zugeschrieben.
In a well known Hadith the Prophet (saw) is narrated to have stated, “There is no prayer (Laa Salaat) for the one who does recite the Fatiha of the Kitab in every single rakaa’a. “ The jurists have differed in their understanding in the purport of this narration. Some have stated that the Prophet (saw) negated the validity of Salah (Sihhatus Salah), prayer without reciting Surah Fatiha and therefore it necessary to read it in every single prayer including behind the Imam. As this is the obvious meaning of the text and can not be understood in any other manner except with another Daleel. This understanding has been attributed to Imam Shafi’i.
Andere haben gesagt, dass der Ausdruck „laa salaat“, was „kein Gebet“ bedeutet, keine Verneinung der Gültigkeit (Sihhah) ist, sondern eine Verneinung der Vollkommenheit (Kamala), wie im Hadith, den Imam Nawawi in seinen Arbaeen als authentisch bewertet hat: „Laa yuminoo …“, „Keiner von euch hat den Iman erlangt, bis er für seinen Bruder liebt, was er für sich selbst liebt.“ Daher hat das Folgen des Imams Vorrang vor dem Rezitieren der Fatiha, und sie sollte deshalb nicht hinter dem Imam gelesen werden, sondern nur dann, wenn man allein betet. Diese Meinung wird Imam Abu Hanifah zugeschrieben.
Others have said that the expression laa salaat meaning ‘no prayer’ is not a negation of validity (Sihhah) but rather a negation of perfection (Kamala) as in the hadeeth authenticated by Imam Nawawi in his Arbaeen, “Laa yuminoo.....”, “Not one of you has attained Iman until he loves for his brother what he loves for himself.” Therefore the following of the Imam takes precedence over the reciting the Fatiha and therefore should not be done behind the Imam but only recited when prayer by ones self. This opinion has been attributed to Imam Abu Hanifah.
Eine dritte Ansicht besteht, und diese Ansicht wird Imam Malik zugeschrieben: Hinter dem Imam solle man die Fatiha nur in den Rak'a, in denen der Imam still ist, rezitieren, nicht aber dann, wenn der Imam laut rezitiert, d. h. in den ersten zwei Rak'a des Maghrib-, des Ischa- und des Fadschr-Gebets.
A third view exists and this view has been attributed to Imam Malik, which is that when behind the Imam one should only recite the Fatiha in the raka’aat that the Imam is silent, but not recited when the Imam recites aloud i.e. the first two Raka’aat of Maghrib, Isha and Salatul Fajr.
Dieses Beispiel soll veranschaulichen, dass Ijtihad tatsächlich auf dem Qur'an und der Sunnah beruht und nicht bloß bedeutet, mit dem Verstand eine Regel abzuleiten.
This example should illustrate how Ijtihad is actually based upon the Qur’an and Sunnah and does not merely mean using the mind to derive a rule.
Ebenso sind wir verpflichtet, die Ideen, die als Methodologien vorgebracht werden, kritisch zu prüfen: ob sie tatsächlich die einschlägigen islamischen Belege sind oder ob es sich um Ijtihadat handelt.
Similarly we are required to scrutinise the ideas that are put forward as methodologies and whether they are actually the relevant Islamic evidences or whether they are Ijtihadaat.