4.3 Der Kampf gegen den Herrscher
4.3 Fighting the Ruler
Eine andere Sichtweise, die an die Ummah gerichtet wird, ist die Vorstellung, die Herrscher zu bekämpfen und dass der Islam durch den bewaffneten Kampf wieder auf die Weltbühne zurückkehren werde. Auch dies stützt sich auf ein bestimmtes Hadith. Aus vielen Überlieferungen, darunter bei Imam Muslim, wird berichtet, dass der Prophet ﷺ sagte: „Stellt euch nicht gegen die Machthaber, es sei denn, ihr seht offenkundigen Kufr, für den ihr einen klaren Beweis von Allah (aus dem Islam) habt.“ Ibn Kathir erklärt in seinem Tafsir, dass man, falls der Khalifah zur Herrschaft des Unglaubens zurückkehrt, gegen ihn kämpfen müsse, bis er zur Umsetzung des Islam und der Scharia zurückkehre.
Another view that is being addressed to the Ummah is the concept of fighting the rulers and that through military struggle Islam will return to the world stage. Again this is based upon a particular Hadith. It has been narrated from many sources including Imam Muslim that the Prophet (saw) said, “Do not challenge the people of authority unless you see explicit Kufr of which you have clear proof from Allah(from Islam)”. Ibn Kathir in his Tafseer states that if the Khaleefah reverts to the rule of disbelief, he would be fought until he returned to the implementation of Islam and the Shari’ah.
Ibn Hajr sagt in seinem Fath al-Bari außerdem, dass man gegen ihn kämpfen und ihn absetzen muss, wenn er zum Kafir wird oder die Scharia ändert. Diese Ansicht wird auch in Nayl al-Awtar erwähnt und von Imam Schawkani unterstützt. Das bedeutet: Wenn der Herrscher nicht nach der Scharia regiert, wird gegen ihn gekämpft, bis er entweder bereut oder abgesetzt wird. Dies gilt jedoch nur für diesen Fall, also für die Herrschaft eines Khalifen, der nach einer Regierungsweise handelt, die Kufr ist, und Allah ungehorsam wird. Es betrifft nicht den Khalifen, der zum Tyrannen wird, und auch nicht den Fall, dass seine Persönlichkeit verdorben ist. In diesen Fällen ist der Gehorsam ihm gegenüber verbindlich, und die Muslime sollen weiterhin hinter ihm beten und hinter ihm Dschihad führen.
Ibn Hajr in his Fateh al-Bari also states that if he becomes a Kafir, or changes the Shari’ah he should be fought and removed. This view is also mentioned in Nayl al-Awtar and supported by Imam Shawkani. That is, if the ruler rules by other than the Shari’ah he is fought until he either repents or is removed. However that is the only situation that it applies to i.e. the ruling of a Khaleefah who resorts to the Kufr ruling and disobedience to Allah. It does not relate to the Khaleefah becoming tyrannical and also does not relate to his personality becoming corrupt. In which case obedience to him is binding and the Muslims should still pray behind him and fight Jihad behind him.
Diese Ahadith stehen jedoch nicht in Zusammenhang mit der gegenwärtigen Situation. Sie alle beziehen sich auf Aufstand und Auflehnung gegen den Khalifen und sind unter dem Kapitel „Khurooj min al-Khaleefah“ eingeordnet, d. h. die Auflehnung gegen die Autorität eines Khalifen oder Imams.
However, these Ahadith are not connected to the current situation. They are all connected to revolt and rising against the Khaleefah and are titled under the subject of ‘Khurooj min al Khaleefah’ i.e. rising against the authority of a Khaleefah or an Imam.
Die gegenwärtige Lage gleicht nicht der der Khulafaa’, die nach Islam regierten und sich dann vom Islam abwandten. Das heutige Problem betrifft auch nicht lediglich die Absetzung eines Herrschers durch dessen Tötung. Vielmehr werden seit über 76 Jahren ganze Systeme des Kufr über den Muslimen umgesetzt, keiner der Herrscher hat je nach der Shari’ah regiert, und keiner von ihnen ist ein Khaleefah innerhalb eines Khilafah. Die Systeme, die sie anwenden, sind entweder Monarchien oder kapitalistische Systeme mit einer Art demokratischem Rahmen. Die Wirklichkeit ist daher nicht die Entfernung eines schlechten Khaleefah innerhalb eines islamischen Staates. Die Wirklichkeit ist die Ausrottung eines gesamten Kufr-Systems einschließlich seines Herrschers, um erneut das Dar ul-Islam zu errichten. Die gegenwärtigen Herrscher sind in keiner Weise mit den Khulafaa’ vergleichbar, die lediglich ein einzelnes Kufr-Gesetz in das Khilafah eingeführt haben. Daher finden diese Ahadith, die stets im Kontext des Dar ul-Islam verstanden wurden, also dort, wo der Islam umgesetzt wird und die Muslime über Sicherheit verfügen, auf die gegenwärtige Lage keine Anwendung. Die Wirklichkeit, die sie behandeln, ist die Absetzung eines Khaleefah, der innerhalb des islamischen Staates mit Kufr regiert, nicht die Ausrottung eines gesamten Kufr-Systems allein durch Kampf und Tötung seines Herrschers.
The current situation is not that of the Khulafaa’ who used to rule by Islam and then turned away from Islam. The current problem is also not merely related to removing a ruler by killing him. Rather, entire systems of Kufr have been implemented over Muslims for over 76 years, none of the rulers have ever ruled by the Shari’ah and none of them are Khulafaa’ within a Khilafah. The systems that they are applying are either monarchies or Capitalistic with some sort of democratic framework. Hence, the reality isn’t that of removing a bad Khaleefah within an Islamic State. The reality is of uprooting an entire Kufr system, including it’s ruler, to again establish Dar ul-Islam. The current rulers are not comparable in any way to Khulafaa’ who have introduced one Kufr law into the Khilafah. Hence these Ahadith, which have always been understood in the context of Dar ul-Islam i.e. where Islam is implemented and the Muslims possess the security, do not apply upon the current situation. The reality which they address is that of removing a Khaleefah who rules with Kufr within the Islamic State, not that of uprooting an entire Kufr system merely by fighting and killing the ruler of that system.
Die einzige Situation, die aus den Belegen vergleichbar ist, ist die erstmalige Errichtung des Islamischen Staates durch den Propheten ﷺ und das Ringen, das er ﷺ auf sich nahm, um diesen Staat zu errichten und das Dar ul-Kufr in ein Dar ul-Islam zu verwandeln. Dieses Ringen ist jenes, auf das er ﷺ im Hadith von Hamza verwies und wie es in den Büchern der Sunnah und der Seerah dargestellt wird. Denn dies ist der einzige Fall, in dem ein vollständiges System des Kufr bestand und in ein vollständiges System des Islam verwandelt wurde. Die Angelegenheit betrifft also die Veränderung eines Systems, nicht bloß eines Herrschers. Die Ahadith über den Kampf beziehen sich auf die Veränderung eines Herrschers, d. h. eines Khalifen, der vom Weg abgekommen ist, nicht auf ein System; nur das Ringen des Propheten ﷺ in Makkah findet Anwendung auf die Veränderung eines Systems. Der militärische Kampf ist daher nicht die Methode zur Wiedererrichtung des Khilafah.
The only situation that is comparable from the evidences is the establishment of the Islamic State for the very first time by the Prophet (saw) and the struggle which he (saw) went through in order to establish this State and change Dar ul-Kufr to Dar ul-Islam. This is the struggle which he (saw) referred to in the Hadith of Hamza and as is illustrated in the Books of Sunnah and Seerah. As that is the only instance in which a complete system of Kufr existed and was changed to a complete system of Islam. So the matter is regarding the changing of a system, not merely a ruler. The Ahadith of fighting, apply to changing a ruler i.e. a Khaleefah who has gone astray not a system, only the struggle of the Prophet (saw) in Makkah applies to the changing of a system. So military struggle is not the method of re-establishing the Khilafah.