2.1 Das Aufkommen des westlichen Denkens
2.1 Emergence of Western Thought
Westler haben unterschiedliche Ansichten über die Geschichte ihres Denkens, d. h. über die Stadien der Entstehung ihrer Zivilisation und ihrer modernen Kultur, die als „Aufklärung“ und „Modernismus“ bezeichnet werden. Einige Westler unterteilen die Geschichte in drei Zeitalter: Antike, Mittelalter und Neuzeit. Diese umfassende Einteilung ist vorherrschend. Andere, wie Morris Bishop in seinem Buch The Middle Ages, behaupten, dass das Mittelalter mit dem Fall Roms begann, und unterteilen die Epochen in die Dunklen Zeitalter und das Hochmittelalter. Bishop betrachtete „den 29. Mai 1453“, den Tag, an dem Konstantinopel eingenommen wurde, als eines der „Scharnierdaten“ der westlichen Geschichte, „um das Ende des Mittelalters und den Beginn der Neuzeit zu markieren“. Am Ende des Mittelalters bzw. der mittelalterlichen Epoche begann, wie Herbert Albert Laurens Fisher in seiner dreibändigen Reihe A History of Europe behauptet, das Zeitalter der Renaissance, der Reformation und der Vernunft. H. A. L. Fisher betonte, dass es für den Forscher nicht einfach sei, in der Geschichte die Grenze zwischen Mittelalter und Neuzeit zu bestimmen. Unter den Westlern gibt es solche, die die Stadien ausführlich darstellen, die das westliche Denken durchlaufen hat, etwa Will Durant in seinem Werk The Story of Civilization und Roland N. Stromberg in seinem Buch European Intellectual History since 1789. Stromberg unterteilte die Stadien in das Mittelalter, die Renaissance, die Reformationszeit und die Barockzeit. Laut Stromberg ist die Philosophie der Barockzeit diejenige der nachrenaissancezeitlichen Epoche, oder aus einer anderen Perspektive betrachtet ist sie die Epoche der nachreligiösen Reformationsbewegung, die etwa im Jahr 1570 n. Chr. begann und über 1650 n. Chr. hinaus andauerte. Stromberg hebt dann das siebzehnte Jahrhundert als ein Zeitalter der Vernunft hervor: „Von der gewaltigen Krise der Reformation erschüttert, brachte Europa die wissenschaftliche und intellektuelle Renaissance des siebzehnten Jahrhunderts hervor.“ Stromberg führt Galilei, Newton, Descartes, Spinoza, Hobbes, Locke und Leibniz an, um zu behaupten, dass das siebzehnte Jahrhundert n. Chr. das Zeitalter der Vernunft war. Anschließend gerät Stromberg ins Schwärmen über „jenes außergewöhnliche Kapitel der Geistesgeschichte, die Aufklärung des achtzehnten Jahrhunderts“, bevor er vom ideologischen Charakter des neunzehnten Jahrhunderts n. Chr. spricht.
Westerners have varying views regarding the history of their thought i.e. stages of the emergence of their civilization and their modern culture, described as ‘Enlightenment’ and ‘Modernism.’ Some of the Westerners categorized history into three ages: Antiquity, the Middle Ages and the Modern Age. This comprehensive categorization is predominant. Others, like Morris Bishop in his book, The Middle Ages, assert that the Middle Ages began with the Fall of Rome, categorizing the ages into the Dark Ages and High Middle Ages. Bishop considered “the 29th of May 1453,” the day that Constantinople was opened, as one of the “hinge-dates” of Western history, “to mark the end of the Middle Ages and the beginning of modern times.” By the end of Middle Ages or the medieval period, the age of renaissance, reformation and reason began, as asserted by Herbert Albert Laurens Fisher in his three-volume, A History of Europe. H. A. L. Fisher emphasized that it is not straightforward for the researcher to determine the delineation in history between the Middle and Modern Ages. Amongst the Westerners, there are those who elaborate upon the stages that Western thought passed through, such as Will Durant in his The Story of Civilization, and Roland N. Stromberg in his book, European Intellectual History since 1789, in which Stromberg divided the stages into the Middle Ages, the renaissance period, the reformation period and the Baroque period. According to Stromberg, the philosophy of the Baroque period is that of the post-renaissance era, or from another perspective, it is the era of the post religious reformation movement, beginning in approximately on the year 1570 CE and continued beyond 1650 CE. Stromberg then highlights the seventeenth century as an age of reasoning, “Battered by the terrific crisis of the Reformation, Europe came up with the scientific and intellectual renaissance of the seventeenth century.” Stromberg cites Galileo, Newton, Descartes, Spinoza, Hobbes, Locke and Leibniz to assert that the seventeenth century CE was the age of reasoning. Stromberg enthuses then of “that extraordinary chapter of intellectual history, the eighteenth century Enlightenment,” before speaking of the ideological character of the nineteenth century CE.
Das Zeitalter der Aufklärung (Französisch: Siècle des Lumières) ist die Bezeichnung für die Philosophie, die im achtzehnten Jahrhundert n. Chr., von 1715 bis 1789 n. Chr., in Europa vorherrschte, insbesondere in Frankreich, England und Deutschland. So sprach der französische Historiker Pierre Chaunu, Autor von „La civilisation de l'Europe des Lumières“ (Die Zivilisation des Europas der Aufklärung), von der Aufklärung Europas in drei Sprachen, nach ihrer Bedeutung geordnet als Französisch, Englisch und Deutsch. Bryan S. Turner stellt in seinem „The Cambridge Dictionary of Sociology“ zur Aufklärung fest: „In der westlichen Tradition bezeichnet Aufklärung (eclaircissement, Aufklärung) den Prozess, in Denken und Handeln vernünftig zu werden. Sie kann individuell oder gesellschaftsweit sein. In beiden Fällen wird die Vernunft als ein Licht dargestellt, das das Verständnis erhellt und die Finsternis von Unwissenheit und Aberglauben vertreibt.“
The Age of Enlightenment (French: Siecle des Lumieres) is the terminology used to express the philosophy that prevailed in Europe in the eighteenth century CE, from 1715 to 1789 CE, specifically in France, English and Germany. Thus, the French historian Pierre Chaunu, author of The Civilization of Europe of Enlightenment (French: La civilisation de I'Europe des Lumieres) spoke of the enlightenment of Europe, in three languages, ordered by significance as French, English and German. Bryan S. Turner’s The Cambridge Dictionary of Sociology states regarding Enlightenment that “In the western tradition, Enlightenment (eclaircissement, aufklarung) refers to the process of becoming rational in thought and action. It can be individual or society-wide. Either way, reason is figured as a light that illuminates the understanding and dispels the darkness of ignorance and superstition.”.
Roland N. Stromberg beschreibt die intensive Debatte während der Aufklärung in seinem Werk „European Intellectual History Since 1789“ und verweist dabei auf jene, die einen „deistischen Antiklerikalismus“ vertraten, sowie auf William James’ Standpunkt: „Die verschiedenen Mythen oder Vorstellungen, in denen Religionen objektiv verkörpert sind, sind nicht grundlegend; sie sind bloße Hülsen der Religion. Das Grundlegende ist der Instinkt zu glauben, das Bedürfnis des menschlichen Geistes, sich auszudrücken.“
Roland N. Stromberg depicts the intense debate during the Enlightenment, European Intellectual History Since 1789, referring to those who adopted “deistic anticlericalism” as well as describing William James’ viewpoint as “the various myths or conceptualizations in which religions are objectively embodied are not fundamental; they are the mere husks of religion. What is basic is the instinct to believe, the need for the human spirit to express itself.”.
Gunnar Skirbekk und Nils Gilje schrieben in ihrem Buch „A History of Western Thought from Ancient Greece to the Twentieth Century“: „Die Epoche der Aufklärung war somit geprägt von einem fortschrittlichen Optimismus innerhalb der wachsenden Mittelschicht: einem neu erwachten Vertrauen in die Vernunft und in den Menschen. Es entstand ein säkularisierter Messianismus, in dem die Vernunft das Evangelium ersetzte. Mit Hilfe der Vernunft würde der Mensch nun das innerste Wesen der Wirklichkeit enthüllen und materiellen Fortschritt erreichen. Der Mensch würde allmählich autonom werden, auf grundlose Autorität und theologische Vormundschaft verzichten. Das Denken wurde befreit, weil der Mensch sich als selbstbestimmt und unabhängig von Offenbarung und Tradition empfand. Der Atheismus wurde modern.“
Gunnar Skirbekk and Nils Gilje wrote in their book, A History of Western Thought from Ancient Greece to the Twentieth Century, “The period of the Enlightenment was thus marked by progressive optimism within the expanding middle class: a newly awakened confidence in reason and in man. There was a secularized Messianism, in which reason supplanted the Gospel. By the aid of reason, man would now uncover the innermost essence of reality and achieve material progress. Man would gradually become autonomous, dispensing with groundless authority and theological tutelage. Thought was liberated because man felt himself to be self-governed and independent of revelation and tradition. Atheism became fashionable.”.
Das Konzept der Aufklärung im westlichen Denken ist mit dem Konzept der Moderne verflochten. Manche betrachten die Aufklärung als Vorläuferin der Moderne. Andere halten beide für gleichbedeutend. Wieder andere sind der Ansicht, dass die Aufklärung aus der Moderne hervorgegangen ist. Und manche sagen, der Begriff Aufklärung beschreibe ein Denken, das die Finsternis des Westens mit dem Licht der Vernunft und des Wissens erleuchtet habe. Was die Moderne betrifft, so beschreibt sie das Denken, das in seinem Wissen und seinen Methoden die Gegenwärtigkeit eingeführt hat, im Bruch mit der Antike.
The concept of Enlightenment in the Western thought is interconnected to the concept of modernity. There are those who consider Enlightenment a precursor to modernity. There are those who consider both to be synonymous. There are those who view that enlightenment emerged from modernity. There are those who say the term enlightenment is a description of a thought that enlightened the darkness of the West, with the light of reason and knowledge. As for modernity, it is the description of the thought that introduced contemporariness in its knowledge and methods, in a break from antiquity.
Unabhängig von den verschiedenen Theorien ist das Fundament und der Eckpfeiler der Moderne die Abschaffung der Religion, ihre Verdrängung an den Rand oder ihre Trennung vom Leben, verkörpert in der Haltung des deutschen Philosophen Martin Heidegger, und sie steht im Einklang mit der Aufklärung. Das deutet außerdem darauf hin, dass Moderne und Aufklärung eine Beschreibung ein und desselben Phänomens sind. Der französische Soziologe Alain Touraine sagt in seiner Kritik der Moderne (französisch: Critique de la modernité): „Die Idee der Moderne macht die Wissenschaft, und nicht Gott, zum Mittelpunkt der Gesellschaft und verweist religiöse Überzeugungen bestenfalls in den inneren Bereich des Lebens. Das ist die eine Seite. Auf der anderen Seite erlaubt uns das bloße Vorhandensein technologischer Anwendungen der Wissenschaft nicht, von einer modernen Gesellschaft zu sprechen. Intellektuelle Tätigkeit muss auch sowohl vor politischer Propaganda als auch vor religiösen Überzeugungen geschützt werden ... Die Idee der Moderne ist daher eng mit der der Rationalisierung verbunden.“
Irrespective of the various theories, the foundation and cornerstone of modernity is religion’s abolition, sidelining or separation from life, exemplified in the stance of the German philosopher Martin Heidegger, and it is in accordance with Enlightenment. This also indicates that both modernity and Enlightenment are a description of the same phenomenon. The French sociologist Alain Touraine says in his Critique of Modernity (French: Critique de la modernite) that, “The idea of modernity makes science, rather than God, central to society, and at best relegates religious beliefs to the inner realm of life. This is on one side and on the other side, the mere presence of technological applications of science does not allow us to speak of a modern society. Intellectual activity must also be protected from both political propaganda and religious beliefs... the idea of modernity is therefore closely associated with that of rationalization.”.
Hier stellt sich die Frage: Warum dreht sich die Geschichte des westlichen Denkens, die als Aufklärung und Moderne beschrieben wird, um das Thema der Ablehnung, Trennung, Zurückdrängung und Loslösung von der Religion?
Here the question arises: Why does the history of Western thought, that is described as Enlightenment and modernity, revolve around the subject of rejecting, separating, sidelining and detaching religion?
Die Antwort erfordert, dass wir auf den Zeitabschnitt der westlichen Geschichte Bezug nehmen, der als Mittelalter bezeichnet wird und sich von der Epoche der Neuzeit unterscheidet. Bertrand Russell schrieb in seinem Buch „A History of Western Philosophy“: „Die Periode der Geschichte, die gemeinhin als ‚modern‘ bezeichnet wird, hat eine geistige Haltung, die sich in vielerlei Hinsicht von der des Mittelalters unterscheidet. Davon sind zwei die bedeutendsten: die schwindende Autorität der Kirche und die wachsende Autorität der Wissenschaft.“ Europa während des Mittelalters war ein Europa, in dem die Kirche absolute Souveränität und alleinige Autorität besaß, das Leben, den Menschen, die Gesellschaft und den Staat beherrschte. Morris Bishop erklärt in seinem Buch „The Middle Ages“: „Die Kirche war, alles in allem, mehr als die Förderin der mittelalterlichen Kultur; sie war die mittelalterliche Kultur.“ Bishop fährt fort: „Die Kirche und ihre Lehren durchdrangen das gesamte Leben des Menschen. Man konnte keinen Handel abschließen, sich nicht in den Finger schneiden oder ein Ackergerät verlieren, ohne himmlische Gunst zu erflehen.“
The answer necessitates our referring to the time period of Western history called the Middle Ages, distinct from the era of modernity. Bertrand Russell stated his book, A History of Western Philosophy, that “The period of history which is commonly called “modern” has a mental outlook which differs from that of the medieval period in many ways. Of these, two are the most important: the diminishing authority of the Church, and the increasing authority of science.” Europe during the Middle Ages was a Europe with the Church having absolute sovereignty and sole authority, dominating life, man, society and the state. Morris Bishop states in his book, The Middle Ages that “The church was, in sum, more than the patron of medieval culture; it was medieval culture.” Bishop also states, “The church and its teachings pervaded man’s entire life. One could not strike bargain, cut finger, or lose farm tool without invoking celestial favor.”.
Im Mittelalter weitete die Kirche im Namen der Religion ihre Souveränität und Hegemonie über die Gesellschaft aus, gemäß der scholastischen philosophischen Weltanschauung, die sich im dreizehnten Jahrhundert herausbildete, als man ein Denken übernahm, das die aristotelische Philosophie mit der christlichen Theologie in Einklang brachte. Dieses Denken war mit einer Reihe fehlerhafter Vorstellungen und Lehren über den Menschen, die Natur, das Universum und das Leben verbunden. Es wurde übernommen und als absolut beansprucht, während Gewissheiten aus der heiligen, unfehlbaren Autorität hervorgingen. Keine Auslegung, Weiterentwicklung oder Veränderung wurde akzeptiert. Man musste daran glauben, sich ihm unterwerfen und ihm gehorchen. Die Kirche pflegte jede Ansicht oder Aussage zurückzuweisen, die ihren Lehren widersprach. Sie lehnte jeden Gedanken ab, der ihre Glaubwürdigkeit untergrub. So wandte die Kirche Strafmittel gegen diejenigen an, die ihre Lehren verließen. Sie bediente sich der Methode der Exkommunikation sowie der Anklage wegen Gotteslästerung gegen Andersdenkende und Ketzer. Sie unterdrückte jede intellektuelle oder wissenschaftliche Bewegung, die ihre Auslegungen infrage stellte und ihre Konzepte widerlegte.
In the Middle Ages, the Church was extending its sovereignty and hegemony over the society in the name of religion, according to the scholastic philosophical vision that formed in the thirteenth century, upon the adoption of thought reconciled between the philosophy of Aristotelian and Christian theology. This thought was associated with a number of erroneous concepts and teachings about man, nature, universe and life. It was adopted and claimed as absolute, whilst certainties emerged from the holy infallible authority. No interpretation or development or change was accepted. One must believe in it, submit to it and be compliant to it. The Church used to refuse any view or saying that contradicted its teachings. It rejected any thought that undermined its credibility. Thus the Church used means of punishment for those who left its teachings. It adopted the method of excommunication and charging blasphemy against heterodoxy and heresy. It suppressed any intellectual or scientific movement that challenged its interpretations and refuted its concepts.
So begann die Welle kirchlicher Verfolgung gegen Denker, die ihre Lehren und die weit verbreitete Korruption kritisierten. Im Jahr 1415 n. Chr. wurde der Tscheche Johannes Hus (lohannes Hus), der die Korruption der Kirche kritisierte und ihr vorwarf, von ihren Grundsätzen abgewichen zu sein, verbrannt. Im Jahr 1498 n. Chr. wurde Girolamo Savonarola in Italien gefoltert, gehängt und anschließend verbrannt. Im Jahr 1612 wurden Bartholomew Legate und Edward Wightman in England wegen des Vorwurfs der Häresie verbrannt. Georges Minois schrieb in seinem Buch „L’Eglise et la science. Histoire d’un malentendu“ (deutsch: Die Kirche und die Wissenschaft: Geschichte eines Konflikts): „Seit 1544 verurteilte die Pariser Theologische Schule die Aristotelischen Beobachtungen des Pierre de La Ramée, der den Philosophen Aristoteles kritisierte, und ihm wurde das Lehren untersagt. Im Jahr 1546 wurde Etienne Dolet gefoltert. Gegen Ende des Jahrhunderts häuften sich die Verfolgungen. Patrizi wurde 1595 vom Heiligen Offizium einigen Schikanen ausgesetzt. Campanella wurde 1594 erstmals verhaftet, nachdem die Inquisition (das Heilige Offizium) seine Papiere gestohlen hatte. Giordano Bruno wurde 1600 hingerichtet. Im Jahr 1601, gefolgt vom Jahr 1602, wurde die Universität Paris gegründet, gefolgt vom Parlament, um die Autorität der peripatetischen Lehre zu bekräftigen. Campanella wurde 1601 zu lebenslanger Haft verurteilt ... 1616 wurde die Schule des Kopernikus (polnisch: Kopernik) als häretische Denkrichtung erklärt. Vanini wurde die Zunge herausgeschnitten, und er wurde lebendig verbrannt, auf das Urteil des Parlaments von Toulouse hin, das ihn als Astrologen, Okkultisten und Atheisten bezeichnete. 1624 wurden drei Autoren, die sich dem Aristotelismus widersetzten, auf Antrag der Theologischen Fakultät in Paris innerhalb von vierundzwanzig Stunden ausgewiesen. 1629 wurden Maßnahmen gegen einige anti-aristotelische Chemiker ergriffen ... Das Heilige Offizium verurteilte Galilei und setzte ihn unter Hausarrest.“
Thus the movement of ecclesiastical persecution began against the thinkers who criticized its teachings and rampant corruption. In the year 1415 CE, the Czech John Huss (lohannes Hus), who criticized the corruption of the Church and accused it of departing from its principles, was burned at the stake. In the year 1498 CE Girolamo Savonarola was tortured, hanged and then burnt in Italy. In the year 1612, Bartholomew Legate and Edward Wightman were burnt in England, due to the accusation of heresy. Georges Minois stated in his book, The Church and Science: History of Conflict (French: L’Eglise et la science. Histoire d’un malentendu) that “Since 1544, The Paris School of Theology had been condemning the Aristotelian Observations, authored by Pierre de La Ramee, who criticized the philosopher Aristotle, and he was prohibited to teach. In the year 1546, The Etienne Dolet was tortured. By the end of the century, the prosecutions were multiplied. Patrizi was subjected to some harassment from the Holy Office in 1595. Campanella was arrested for the first time in 1594 after the Inquisition (the Holy Office) had stolen his papers. Giordano Bruno was executed in 1600. In the year 1601 followed by the year 1602, the University of Paris was established followed by the parliament to reiterate the authority of peripatetic doctrine. Campanella was sentenced with life imprisonment in 1601...In 1616, Copernicus (Polish: Kopernik) school of thought was declared as a heretical school of thought. The tongue of Vanini was cut out and he was burnt alive, upon the verdict passed by the Parliament of Toulouse describing him as an astrologer, occultist, and atheist. In 1624, three authors opposed to Aristotelianism were expelled within twenty-four hours based on the request of the Faculty of Theology in Paris. In 1629, measures were taken against some anti-Aristotelian chemists... The holy office condemned Galileo and forced him to be under house arrest.”.
Dennoch wurde von den Vorreitern der wissenschaftlichen Bewegungen im Westen, wie Kopernikus (gest. 1543), Johannes Kepler (gest. 1630) und Galileo Galilei (gest. 1642), eine Reihe wissenschaftlicher Entdeckungen vorangetrieben, die das Vertrauen in die Lehre der Kirche erschütterten und ihre Glaubwürdigkeit untergruben. Diese stärkten das Vertrauen in die westlichen Denker aufgrund ihrer wissenschaftlichen Fähigkeit und ihres Erfolges. Die wissenschaftliche Forschung und die Auflehnung gegen die Kirche gingen weiter. Das Aufkommen jeder neuen Entdeckung und jedes modernen Gedankens wirkte wie eine Spitzhacke, die zur Zerstörung des geistigen Gebäudes der Kirche beitrug. So erhielt die Kirche schmerzhafte Schläge von Newton (gest. 1757), Linnaeus (gest. 1778), Lavoisier (gest. 1794), Claude Bernard (gest. 1878) und Darwin (gest. 1882), sodass die Vormachtstellung der Kirche allmählich schwand. Die Kirche musste nicht mehr reformiert werden, wie die Bewegungen von Martin Luther (gest. 1546) und Jean Calvin (gest. 1564) zeigten, die zum Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) führten, dessen Ergebnis für die europäischen Nationen verheerend war. Es genügte nicht mehr, die Kirche lediglich zu reformieren. Vielmehr musste sie niedergerissen werden. Die Angelegenheit endete mit der vollständigen Diffamierung der priesterlichen kirchlichen Lehren, indem ihre Konzepte, Lehren und geistigen Vorstellungen restlos widerlegt wurden.
Nevertheless, a series of scientific discoveries were undertaken by the pioneers of scientific movements in the West, such as Copernicus (d. 1543), Johannes Kepler (d. 1630) and Galileo Galilei (d. 1642), that shook trust in the concept of the Church and undermined its credibility. These strengthened trust in Western thinkers by virtue of their scientific ability and success. The scientific research and the defiance of the Church continued. The emergence of every new discovery and every modern thought acted as a pickaxe that contributed to the destruction of the Church’s intellectual edifice. Thus there were painful blows to the Church from Newton (d. 1757), Lisnnaeus (d. 1778), Lavoisier (d 1794), Claude Bernard (d. 1878), and Darwin (d. 1882), such that the dominance of the church gradually waned. The Church was no longer required to be reformed, as apparent in the movement of Martin Luther (d. 1546) and Jean Calvin (d. 1564) that resulted into the Thirty Years’ War (1618-1648), whose result was catastrophic to the European nations. It was no longer required to merely reform the Church. Instead, it was required to demolish it. The matter concluded with the defamation of priestly ecclesiastical teachings in its entirety, refuting its concepts, teachings and intellectual perceptions, absolutely.
Der berühmte Ausspruch des schottischen Philosophen David Hume (gest. 1776) in seinem Buch „An Enquiry Concerning Human Understanding“ fasst die Sicht der Gelehrten auf die Kirche, ihr Wissen und ihre Methoden im achtzehnten Jahrhundert n. Chr. zusammen, indem er sagt: „Wenn wir irgendeinen Band in die Hand nehmen – etwa über Theologie oder scholastische Metaphysik –, so lasst uns fragen: Enthält er eine abstrakte Argumentation über Größe oder Zahl? Nein. Enthält er eine erfahrungsbezogene Argumentation über Tatsachen und Existenz? Nein. Dann werft ihn ins Feuer, denn er kann nichts als Sophisterei und Täuschung enthalten.“
The famous phrase of the Scottish philosopher David Hume (d. 1776) in his book, An Enquiry Concerning Human Understanding, summarizes the view of scholars about the Church, its knowledge and methods in the eighteenth century CE, by saying, “If we take in our hand any volume - of divinity or school metaphysics, for instance - let us ask, does it contain any abstract reasoning about quantity or number? No. Does it contain any experiential reasoning about matters of fact and existence? No. Then throw it in the fire, for it can contain nothing but sophistry and illusion.”.
Der Niedergang der Kirche ging mit dem Verfall ihrer Lehren und Vorstellungen über das Universum, den Menschen, das Leben und die Gesellschaft einher. Damit verbunden wuchs im Westen das Vertrauen in die Fähigkeiten des menschlichen Verstandes, die Geheimnisse des Universums, der Natur und des Menschen zu enthüllen. So begann die Vernunft im Westen nach und nach die „göttliche“ Kirche und ihre Theologie zu ersetzen. Der Rationalismus entstand, um die kosmischen Erscheinungen zu erklären, während gesellschaftliche Gegebenheiten nach rationalen Gesichtspunkten analysiert wurden, frei von allen priesterlichen oder religiösen Beschränkungen. Will Durant drückte in seinem Buch „The Story of Civilization Volume 7“ aus: „Die Wissenschaft begann sich nun von der Plazenta ihrer Mutter, der Philosophie, zu befreien. Sie schüttelte Aristoteles von ihrem Rücken, wandte ihr Gesicht von der Metaphysik der Natur zu, entwickelte ihre eigenen unverwechselbaren Methoden und strebte danach, das Leben des Menschen auf Erden zu verbessern. Diese Bewegung gehörte zum Kern des Zeitalters der Vernunft, doch sie setzte nicht auf „reine Vernunft“, also eine Vernunft unabhängig von Erfahrung und Experiment. Allzu oft hatte solches Denken mythische Netze gewoben.“
The fall of the Church accompanied its teachings and concepts about universe, man, life and society. This was accompanied by a growing confidence in the West about the abilities of the human mind to reveal the secrets of the universe, nature and man. Thus, reason in the West began replacing the “divine” church and its theology, gradually. Rationalism emerged to explain the cosmic phenomena, whilst societal parameters were analyzed according to rational views, free from all priestly or religious restrictions. Will Durant expressed in his book, The Story of Civilization Volume 7 that “Science now began to liberate itself from the placenta of its mother, philosophy. It shrugged Aristotle from its back, turned its face from metaphysics to Nature, developed its own distinctive methods, and looked to improve the life of man on the earth. This movement belonged to the heart of the Age of Reason, but it did not put its faith in “pure reason”- reason independent of experience and experiment. Too often such reasoning had woven mythical webs.”.
So entstanden die neuen Vorstellungen über den Menschen, das Denken, das Wissen, die Gesellschaft, die Politik, die Wirtschaft, den Staat, die Herrschaft und die Rechtsnormen in den Vordergrund. Die Ansichten von Francis Bacon (gest. 1626), René Descartes (gest. 1650), Blaise Pascal (gest. 1662), Baruch Spinoza (gest. 1677), Thomas Hobbes (gest. 1679), John Locke (gest. 1704), Montesquieu (gest. 1755), Voltaire (gest. 1778) und Jean-Jacques Rousseau (gest. 1778), Adam Smith (gest. 1790), Immanuel Kant (gest. 1804), Jeremy Bentham (gest. 1832), John Stuart Mill (gest. 1873) und anderen trugen dazu bei, die Grundlagen des modernen westlichen Denkens zu legen.
Thus the new thoughts about humankind, reasoning, knowledge, society, politics, economy, state, ruling and canons became prominent. The views of Francis Bacon (d. 1626), Rene Descartes (d. 1650), Blaise Pascal (d. 1662), Baruch Spinoza (d. 1677), Thomas Hobbes (d. 1679), John Locke (d. 1704), Montesquieu (d. 1755), Voltaire (1778), and Jean-Jacques Rousseau (1778), Adam Smith (d. 1790), Immanuel Kant (d. 1804), Jeremy Bentham (d. 1832), John Stuart Mill (d. 1873) and others contributed to laying the foundations of modern Western thought.
Dies ist die Zusammenfassung der Entstehung des modernen westlichen Denkens, so wie sie die westlichen Historiker erzählen. Ungeachtet der Genauigkeit in der Geschichte des westlichen Denkens und unabhängig davon, Fakten von übertriebenen Mythen zu unterscheiden, die der Propaganda des sogenannten westlichen Wunders dienen, das die Zivilisation der Aufklärung und Moderne hervorgebracht hat, ist es für uns am besten, die Natur dieses westlichen Denkens zu untersuchen, um seine Wirklichkeit zu erkennen und anschließend seine Verderbtheit offenzulegen.
This is the summary of the formation of modern Western thought, as narrated by the Western historians. Regardless of the accuracy in the history of Western thought, distinguishing facts from exaggerated myth serving the propaganda of the so-called Western miracle, that produced the civilization of Enlightenment and modernity, regardless of all of that, it is best for us to examine at the nature of this Western thought, to know its reality and then expose its corruption.