3.2 Wissenschaft und wissenschaftliche Methode
3.2 Science and Scientific Method
Wenn der Mensch, wie der Westen behauptet, der Gesetzgeber sein soll, wie legiferiert er dann? Woher gewinnt er sein menschliches Wissen? Was ist das Kriterium, an dem sich die Wirklichkeit messen lässt? Der Westen stellte methodologische Fragen, die mit der produktiven Denkweise zusammenhängen, nachdem er die Religion aus dem Leben entfernt hatte, sowohl als Quelle des Wissens als auch als Methode. Die Antwort des Westens beschränkte sich auf zwei Lehren: die rationalistische Lehre und die empirische Lehre. Die rationalistische Lehre behauptet, dass das Denken der Wirklichkeit vorausgeht. Daher hängt es von der Vernunft als Erkenntnisquelle ab und nicht von den Sinnen. Diese Lehre sieht in der Vernunft, sei es durch Intuition, Deduktion oder angeborenes Wissen, das Maß von Gewissheit und Wirklichkeit, nicht die Erfahrung oder das Experiment. Die empirische Lehre hingegen betrachtet die Sinneswahrnehmung als einzige Quelle, aus der Gedanken entstehen. Sie behauptet außerdem, dass alles vorausgehende menschliche Wissen ebenfalls durch Experiment und Sinneswahrnehmung gewonnen wurde, „a posteriori“ (Latein: „aus dem Späteren“) und nicht „a priori“. Im Einklang mit dem Empirismus entstand eine wissenschaftliche Experimentalmethode. Das Wort Empirismus leitet sich vom altgriechischen Wort empeiria, „Erfahrung“, ab, was seine Abhängigkeit vom Experiment als Maß von Wirklichkeit und Wissen anzeigt. Aus dem empirischen Blickwinkel entstanden mehrere Philosophien, die das Denken über die Gesellschaftssysteme im Westen beeinflussten, darunter der Materialismus, der Utilitarismus, der Positivismus, der Pragmatismus und andere.
If man is to be the legislator, as the West asserts, then how does he legislate? How does he derive his human knowledge? What is the criterion to measure reality? The West asked methodological questions, related to the productive way of thinking, after it removed religion from life, both as a source of knowledge and method. The West’s answer was restricted to two doctrines: the Rationalist doctrine and the Empirical doctrine. The Rationalist doctrine asserts that thinking is precedent over reality. So it depends on reason, as a source of knowledge and not the senses. The doctrine views that reason, whether by intuition or deduction or through innate knowledge, is a measure of certainty and reality, not experience or experimentation. As for the Empirical doctrine, it views that sensation is the only source to generate thoughts. It also asserts that all precedent human knowledge was also obtained through experimentation and sensation, “a posteriori” (Latin: “from the latter”) rather than “a priori.” In accordance with Empiricism, a scientific experimental method was formed. The word empiricism is derived from the ancient Greek word empeiria, “experience,” indicating its dependency on experimentation as a measure of reality and knowledge. From the empirical point of view, several philosophies emerged that influenced the thoughts related to systems of the society in the West. From this empirical view, the philosophies of materialism, utilitarianism, positivism, pragmatism and others emerged.
Angesichts der Errungenschaften und Entdeckungen der empirisch-wissenschaftlichen Methode, die zur materiellen Renaissance des Westens beitrugen, übernahm der Westen diese Methode als Denkweise. Sie wurde bis zur Stufe der Heiligkeit verehrt und zur einzigen Grundlage des Denkens und zum Maßstab der Wirklichkeit erhoben. Der Westen gab dem wissenschaftlichen Denken in allen Angelegenheiten die Vorherrschaft und verallgemeinerte es für alle Forschung, sodass selbst ein Teil des Wissens über den Menschen, die Gesellschaft und ihre Beziehungen nach dieser empirisch-wissenschaftlichen Methode betrieben wird, die auf dem mit der Newtonschen Mechanik verbundenen Determinismus beruht. Mit dem Aufkommen der Relativitätstheorie, der Quantentheorie, unkonventioneller Entdeckungen und anderer Themen wurden Fragen gegen die Gewissheit der Wissenschaft sowie gegen den Determinismus aufgeworfen. Dies ebnete ab der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts den Weg für eine Gegenrevolution gegen die Wissenschaft, die empirische Methode und den Determinismus. So versuchten einige westliche Denker, die Wissenschaft und ihre herausragenden Versäumnisse zu widerlegen, insbesondere in Bezug auf ihre Sicht des Menschen als natürliches, materielles Phänomen. Dennoch ist die Wissenschaft dominant geblieben und behält die Vorherrschaft über das Wissen im Westen. Die wissenschaftliche Methode ist nach wie vor ein Maßstab des Denkens, ein Kriterium für Kritik und eine Grundlage des Wissens. Wenn der Westen also von wissenschaftlichem Denken oder kritischem Denken spricht, meint er allein die empirisch-wissenschaftliche Methode.
Considering the achievements and discoveries made by the scientific empirical method, that contributed to the Renaissance of the Western materially, the West adopted this method as a method of thinking. It was revered to the level of sanctity, making it the only basis of thinking and the measure of reality. The West gave scientific thinking dominance in all matters, generalizing for all research to the extent that some of the knowledge related to even man, society and its relations, is carried out according to this empirical scientific method, based on Determinism associated with Newtonian mechanics. With the emergence of the theory of relativity, quantum theory, unconventional discoveries and other matters, questions were raised against the certainty of science, as well as determinism. This paved the way for a counter-revolution against science, empirical method and determinism, from the middle of the twentieth century. So some of the Western thinkers attempted to refute science and its prominent failures, particularly with regards to its view of man as a natural, material phenomenon. Nevertheless, science has remained dominant, retaining dominance over knowledge in the West. The scientific method has remained as a measure of thinking, as a criterion for criticism and as a basis of knowledge. Thus by referring to scientific thinking or critical thinking, the West means the empirical scientific method alone.
Tatsächlich ist die westliche Wissenschaftstheorie in zweierlei Hinsicht ungültig: Sie ist ungültig in Bezug darauf, dass sie als Wissen an sich betrachtet wird. Ebenso ist sie ungültig in Bezug darauf, dass sie als Grundlage des Denkens angesehen wird.
In fact, the Western theory of science is invalid in two aspects: it is invalid from the aspect of it being a knowledge in itself. Also it is invalid from the aspect of its consideration as the basis of thinking.
Was den Aspekt betrifft, Wissenschaft selbst als Erkenntnis zu betrachten, so findet sich dieser in der Wahrnehmung des Westens. Wissenschaft ist nicht nur eine Methode, sondern gesicherte Erkenntnis, als letztgültiges menschliches Verständnis. Auguste Comte (gest. 1857), der Begründer der Lehre des Positivismus, legte eine Darstellung der gesellschaftlichen Entwicklung vor und vertrat die Auffassung, dass die Gesellschaft auf ihrer Suche nach der Wahrheit gemäß einem allgemeinen Gesetz der drei Stadien drei Phasen durchläuft. Comtes Stadien waren (1) das theologische Stadium, (2) das metaphysische Stadium und (3) das positive Stadium, auch als wissenschaftliches Stadium bekannt.
As for the aspect of considering science as knowledge itself, it is found to be in the perception of the West. Science is not just a method but guaranteed knowledge, as an ultimate human comprehension. Auguste Comte (died 1857), the founder of the doctrine of positivism, offered an account of social evolution, proposing that society undergoes three phases in its quest for the truth according to a general law of three stages. Comte’s stages were (1) the theological stage, (2) the metaphysical stage, and (3) the positivity stage, also known as the scientific stage.
In der theologischen Phase erklärten die Menschen Naturerscheinungen mithilfe übernatürlicher Mächte, die durch Götter repräsentiert wurden. In der metaphysischen Phase, dem Stadium der Untersuchung, begannen die Menschen, über Naturerscheinungen zu reflektieren und zu hinterfragen, und stellten dabei Autorität und Religion in Frage. In der positiven Phase, dem wissenschaftlichen Stadium, lernen die Menschen die Natur nach der empirischen Methode kennen. Sie erklären die Natur mithilfe dieser Methode und formulieren das positive Wissen in wissenschaftlicher und beschreibender Form. Dies ermöglicht es dem Menschen, die Natur zu beherrschen, sie zu kontrollieren und für seine Zwecke zu nutzen, wie Auguste Comte behauptete. Die Wissenschaft hat jedoch trotz aller Behauptungen und Fürsprache kläglich versagt. Sie hat dem Menschen kein umfassendes und ganzheitliches Wissen über seine Existenz, seine Rolle und sein Ziel verschafft. Stattdessen lieferte sie ihm lediglich materialistisches Wissen, das die industrielle und postindustrielle Zivilisation hervorbrachte. Sie zeichnet sich durch ihre tiefgehende qualitative und quantitative Erklärung der Welt aus, die dazu beiträgt, dass der Mensch die Natur nutzt.
During the theological stage, humans used to explain natural phenomena by way of supernatural powers, represented by gods. During the metaphysical stage, the stage of the investigation, humans started reasoning and questioning, questioning authority and religion, regarding natural phenomena. During the positivity stage, the scientific stage, humans learn regarding nature according to the empirical method. They explain nature through this method, formulating the positive knowledge in the scientific and descriptive forms. This enables man to dominate nature, controlling it and utilizing it for his purpose, as Auguste Comte claimed. However, science has failed miserably, regardless of claims and advocacy. Science did not provide man with comprehensive and inclusive knowledge about his existence, his role and objective. Instead, it only provided him materialistic knowledge that generated the industrial and post-industrial civilization. It is distinguished by its in-depth qualitative and quantitative explanation of the world, contributing to human beings utilizing nature.
Dennoch hat die Wissenschaft den Menschen davon abgehalten, sich selbst zu erkennen, das Wesen seiner Menschlichkeit zu begreifen, und lenkt ihn davon ab, sein Sein und sein Werden zu verstehen. Dies liegt daran, dass die Wissenschaft die Suche des Menschen nach dem Ziel seiner Existenz und nach der Wirklichkeit seiner Bestimmung lediglich als philosophische Forschung betrachtet. Die Wissenschaft verweist diese Suche in den Bereich der Kosmologie, der Ontologie und der Metaphysik. Die Wissenschaft vertritt die Auffassung, dass das greifbare Wissen über die materielle Wirklichkeit darüber hinausgeht und daher diese Suche nicht abgeschlossen werden kann, weshalb es keinen Sinn habe, sie zu erforschen. So ist die Wissenschaft ihrem Wesen nach beschreibend und bestimmt die Welt qualitativ und quantitativ. Deshalb steht die Wissenschaft eher der Beschreibung als der Deutung nahe, da Deutung Dinge einschließt, die über die Beschreibung hinausgehen. Deutung (Tafsir) ist die Untersuchung der Ursachen des Daseins von Phänomenen und ihres Zwecks. Die Beschreibung durch die Wissenschaft gibt dem Menschen keine Erklärung seiner Wirklichkeit. Dies liegt daran, dass die Wissenschaft es unterlässt, den Zweck zu erklären. Sie analysiert die Welt nur in qualitativer und quantitativer Hinsicht. Sie hilft der Menschheit lediglich, die Welt in ihrer Beschreibung zu verstehen. Sie liefert der Menschheit jedoch keine Grundsätze für das Handeln und keine Vorstellungen über den Sinn. Ungeachtet ihres Umfangs ist das von der Wissenschaft vermittelte Wissen nur ein Teilwissen, das sich auf einen Teil der Existenz des Menschen und seiner Welt bezieht. Die Wissenschaft umfasst nicht alle Erscheinungen seines Lebens und die Aspekte seiner Existenz. Allah (SWT) sagt:
However, science has kept man away from knowing himself, comprehending the essence of his humanity and distracting him from comprehending his being and his becoming. This is because science considers the search of man for both his objective in existence and the reality of his destiny, as mere philosophical research. Science relegates this search to the realm of cosmology, ontology and metaphysics. Science maintains that tangible knowledge of material reality transcends and so this search cannot be concluded, so there is no use in researching. Thus the nature of science is of a descriptive nature, defining the world qualitatively and quantitatively. Therefore, science is closer to description than interpretation, as interpretation entails matters beyond description. Interpretation (tafseer) is the study of causes of existence of phenomena and its objective. Description by science does not provide man with the explanation of his reality. This is because science disregards explaining the objective. It only analyzes the world in both qualitative and quantitative senses. It only helps humankind to understand the world in terms of its description. However, it does not provide humankind principles for conduct or concepts regarding purpose. Regardless of its expanse, the knowledge provided by science is only a partial knowledge, related to a part of man’s existence and his world. Science does not encompass all the phenomena of his life and the aspects of his existence. Allah (swt) says,
„Sie kennen nur das Äußere des diesseitigen Lebens, vom Jenseits aber sind sie unachtsam.“ [TMQ Surah Ar-Rum 30:7] Es gibt viele Fragen, die die Wissenschaft nicht zu beantworten vermag. Die wichtigsten unter ihnen betreffen das Warum: Warum existiert der Mensch? Warum existiert das Universum? Warum existiert das Leben? All diese Fragen sind für den Menschen und sein Leben von entscheidender Bedeutung. Der Mensch kann weder zur Ruhe kommen noch Entscheidungen treffen, solange er keine Antworten darauf findet, ob diese Antworten nun gültig oder ungültig sind.
“They know what is apparent of the worldly life, but they, of the Hereafter, are unaware.” [TMQ Surah Ar-Rum 30:7], There are many questions which science is unable to answer. The most important of them are regarding why? Why do humans exist? Why does the Universe exist? Why does life exist? These are all crucial questions related to man and his life. Man can neither rest nor make decisions, unless he finds the answers for them, whether the answers are valid or invalid.
In diesem Zusammenhang schrieb der französische Politiker und Schriftsteller André Malraux (gestorben 1976) den Roman Die Eroberer (französisch: La Condition humaine, „Die menschliche Bedingung“), der die Unmöglichkeit darstellt, dauerhaften Sinn oder Menschlichkeit zu finden, und darin findet sich die Bemerkung: „Man kann sogar mit dem Tod kommunizieren .... Das ist am schwierigsten, doch vielleicht ist das der Sinn des Lebens ...“ Darüber hinaus gelten als Merkmale der wissenschaftlichen Methode, wie die Westler sagen, Fortschrittlichkeit und Vervielfältigung. Daraus folgt, dass alles wissenschaftliche Wissen der Entwicklung, Weiterentwicklung, Anpassung und Veränderung unterworfen ist. Das bedeutet jedoch auch, dass die Wissenschaft kein endgültiges Wissen liefert. Somit ist es für einen Menschen nicht möglich, sein Leben und seine Systeme auf dieser Grundlage aufzubauen. Es ist daher falsch zu sagen, die Wissenschaft sei ein Wissen, das den Sinn des Lebens festlegt und die Wirklichkeit der menschlichen Existenz erklärt.
In this respect, the French politician and writer Andre Malraux (died 1976) wrote the novel Man's Fate (French: La Condition humaine, The Human Condition'), which dramatizes the impossibility of finding permanent meaning or humanity, including the remark, “One can communicate even with death .... It’s most difficult, but perhaps that is the meaning of life ..." In addition to this, the traits of scientific method, as Westerners say, are progressivism and proliferation. The implication of this is that all the scientific knowledge is subject to development, evolution, adjustment and change. However, this also means that science does not provide ultimate knowledge. Thus it is not possible for a man to build his life and his systems upon this basis. It is thus wrong to say that science is a knowledge that establishes the meaning of life, explaining the reality of human existence.
Was den zweiten Aspekt betrifft: Wenn man die wissenschaftliche Methode als Grundlage des Denkens betrachtet, so ist ihre Methodik verdorben. Diese Verdorbenheit zeigt sich unter mehreren Gesichtspunkten, von denen einige folgende sind:
As for second the aspect, considering scientific method as a basis of thinking, its methodology is corrupted. Its corruption is from several aspects, some of which are:
Erstens: Die wissenschaftliche Methode zur Erkenntnisgewinnung ist die spezifische Methode der Forschung, mit der man wahre Erkenntnis über den untersuchten Gegenstand erlangt. Sie beruht auf bestimmten Schritten: Beobachtung, Induktion (Formulierung von Hypothesen), Deduktion (Formulierung eines Experiments), Prüfung (Datensammlung) und Auswertung (Datenanalyse und Theoriebildung). Dies sind die Schritte der klassischen wissenschaftlichen Methode. Unter westlichen Denkern gibt es Debatten darüber, ob die Beobachtung der Hypothese vorausgeht oder umgekehrt. Die Westler unterscheiden daher die induktive Methode, bei der eine Menge von Beobachtungen zu einem allgemeinen Prinzip zusammengefasst wird, von der deduktiven Methode, dem Prozess des Schließens von einer oder mehreren Aussagen (Prämissen) auf eine logische Schlussfolgerung. Nichtsdestotrotz bestimmt die wissenschaftliche Methode einen Großteil der Naturwissenschaften, etwa Physik, Chemie und Biologie, ebenso wie der Sozialwissenschaften, darunter Soziologie, Managementwissenschaft, Politikwissenschaft, Psychologie und Geschichte.
First: Scientific method in arriving at knowledge is the specific method of research, achieving true knowledge of a subject that is researched. It is based on specific steps: Observation, Induction (formulation of hypotheses), Deduction (experiment formulation), Testing (data collection) and Evaluation (data analysis and theory formulation). These are the steps of the classical scientific method. There are debates amongst the Western thinkers about the precedence of observation over hypothesis and vice versa. So the Westerners distinguish the inductive method, body of observations is synthesized to come up with a general principle, from the deductive method, the process of reasoning from one or more statements (premises) to reach a logical conclusion. Nonetheless the scientific method determines much of natural science, such as physics, chemistry and biology, as well as social science, including sociology, management science, political science, psychology and history.
Die sogenannte wissenschaftliche Methode ist nicht geeignet, die Grundlage des Denkens für den Menschen zu bilden. Denn die Grundlegung des Denkens für die Menschheit setzt voraus, dass sie allen Menschen zugänglich sein muss, damit sie alle auf ihr das eigene Denken aufbauen können. Die wissenschaftliche Methode ist jedoch tatsächlich ein kompliziertes Verfahren, das bestimmten Gesetzen und Bedingungen unterliegt, die nicht alle Menschen einhalten oder erfüllen können. Realistisch betrachtet kann wissenschaftliches Denken eine Grundlage des Denkens für bestimmte Personen und Gruppen sein, nicht aber für die breiten Massen. Wenn Wissen oder Wirklichkeit das Recht aller Menschen ist, muss das Denken auf einer allgemeinen Grundlage zugänglich gemacht werden, auf der alle aufbauen können. Dies ist bei der wissenschaftlichen Methode nicht der Fall. Das Aufkommen der wissenschaftlichen Methode im Westen und ihre gesellschaftliche Bedeutung beruhten beide auf einer revolutionären, kritischen Strömung, die das kirchliche Wissen ablehnte. Diese Ablehnung geschah, weil die Kirche und der Klerus die individuelle Freiheit zur Diskussion und Kritik beschlagnahmten und das Recht nahmen, aus eigenem Willen anzunehmen oder abzulehnen.
The method called the scientific method is not fit to be a basis of thinking for man. This is because laying a basis of thinking for humankind necessitates that it must be accessible to all of humanity, so that they can all build a foundation for their thinking. However, the scientific method is in fact a complicated method that is subject to specific laws and conditions, which not all humans can either adhere to or fulfill. Realistically, scientific thinking can be a basis of thinking for particular people and factions, but not for the general masses. If knowledge or reality is the right of all the people, thinking must be made accessible upon a general basis, for everyone to build upon. This is not the case in the scientific method. The emergence of the scientific method in the West and its societal prominence were both based on a revolutionary critical trend that rejected ecclesiastical knowledge. The rejection was because the Church and clergy confiscated individual freedom for discussion and criticism, depriving the right to accept or reject by volition.
Darüber hinaus verdrängte die Wissenschaft im Westen, indem sie zur Grundlage des Denkens wurde, die Kirche als erhabene Autorität, der man Gehör schenken und Folge leisten musste. Was die Wissenschaft als Erklärungen für das Universum und das Leben bereitstellte, obwohl deren Formulierung und Verständnis nicht allen zugänglich ist, wurde zur Pflicht für jedermann, sich ihnen zu unterwerfen. Dies, obwohl es sich dabei lediglich um Hypothesen handelt, die das Niveau gesicherten Wissens nicht erreicht haben. Selbst wenn wissenschaftliche Erkenntnisse bewiesen sind, können sie nicht als endgültiges Wissen betrachtet werden, denn sie unterliegen stets der Korrektur, Änderung und Weiterentwicklung. So wandelte sich das westliche Denken von der Unterwerfung unter die Kirche zur blinden Unterwerfung unter die Wissenschaft und deren Gefolgschaft. Manche von ihnen betrachten die Wissenschaft sogar als Religion, wie das Beispiel des Scientology-Kults zeigt. Die Wissenschaft besitzt keine endgültige Antwort auf die Frage nach der menschlichen Existenz. Daher wurde die Wissenschaft, die im Westen dazu bestimmt war, den Menschen zu befreien, selbst zur Fessel.
Moreover, by making science as a basis of thinking in the West, it displaced the Church as a sublime authority that must be heeded and complied. What was provided by science as explanations for the universe and life, even though they are not accessible for all to formulate and comprehend, became obliged upon everyone to submit to. This is even though they are mere hypotheses that have not reached the level of certain knowledge. Even when scientific knowledge is proved, it cannot be considered as ultimate knowledge, for it is always subject to correction, amendment and evolution. This was how the Western thinking turned from submission to the Church to the blind submission and following of science. Moreover, some of them consider science as a religion, with the example of the Scientology cult. Science does not possess the ultimate answer related to the issue of human existence. So, science, which was intended to emancipate man in the West, itself became a shackle.
Zweitens: Die wissenschaftliche Methode beruht auf dem Fundament des Experiments. Es ist nur möglich, Dinge zu erforschen, die greifbar und sinnlich wahrnehmbar sind. Im Bereich der Gedanken oder der Forschung, die mit dem Denken zusammenhängt, hat sie keinen Platz. Was den Westen betrifft, so verallgemeinert er die wissenschaftliche Methode auf das gesamte Wissen und alle Felder menschlicher Forschung, und zwar durch Nachahmung und Nachmachen der grundlegenden Denkmethode selbst. Es gibt Westler, die einräumen, dass die empirische Methode nicht auf das gesamte menschliche Wissen angewendet werden kann. Sie führen an, dass menschliche Gefühle und Empfindungen aus der Perspektive empirischer Daten nicht untersucht werden können. Dies liegt daran, dass es sich dabei nicht um greifbare Materie handelt, die wissenschaftlichen Experimenten unterzogen werden könnte. Auch die menschlichen Beziehungen, die die Gesellschaft mit ihren spezifischen Variationen prägen, lassen sich nicht nach empirischen Methoden auf der Grundlage von Laborversuchen untersuchen.
Second: The scientific method is based on the basis of experimentation. It is only possible to research materials that are tangibly sensorial. It has no place within the realm of thoughts or research related to thinking. As for what the West sees of generalizing the scientific method to all the knowledge and all fields of human research, it is by emulation and imitation of the fundamental method of thinking itself. There are Westerners who concede that the empirical method cannot be applied to all human knowledge. They cite that human emotions and sensations cannot be studied from the empirical data perspective. This is because they are not tangible materials that can be subjected to scientific experimentation. Human relationships that shape the society, with specific variations, also cannot be studied according to empirical methods, based on laboratory testing.
Drittens: Die wissenschaftliche Methode liefert keine endgültigen Ergebnisse. Sie ist vielmehr unbestimmt und fehleranfällig. Darin besteht Einigkeit in der wissenschaftlichen Forschung. Daher wird wissenschaftliches Wissen als probabilistisch und sich entwickelndes Wissen beschrieben. Das wissenschaftliche Denken unterliegt Evolution, Entwicklung und Wandel. Somit ist wissenschaftliches Denken nicht gewiss. Dementsprechend eignet sich die wissenschaftliche Methode nicht als Grundlage des menschlichen Denkens, auf der der Mensch seine Existenz gründen und die er als Basis seines Lebens annehmen könnte. Denn sie liefert weder stabile Fakten noch endgültige Erkenntnisse über das Dasein der Dinge, ihre Eigenschaften und ihr Wesen. Sie bietet nicht einmal eine grundlegende Denkmethode. Wird die wissenschaftliche Methode zur Grundlage des Denkens genommen, führt dies zur Verwässerung des Begriffs der menschlichen Existenz und zum Verlust des Lebenssinns. Das wiederum führt zur Undurchsichtigkeit beim Erfassen des Wesens der Existenz und zur Verwirrung im Bewusstsein des Menschen über sich selbst, sein Ziel und seine Rolle im Leben. Dies ist die Sache, die den Menschen erschüttern würde und ihn zu einem bloß absurden Wesen machte. Kurz gesagt: Obwohl die wissenschaftliche Methode ihre Vorzüge hat und der Mensch sie braucht, eignet sie sich nicht als Grundlage des Denkens. Sie ist jedoch für die empirischen Wissenschaften und einige Wissensgebiete geeignet, die einer Laborprüfung unterzogen werden können.
Thirdly: The scientific method is not of definitive results. Instead, it is indefinite and subject to error. This is the matter observed and agreed upon in scientific research. Therefore, scientific knowledge is described as probabilistic and developing knowledge. Scientific thinking is subjected to evolution, development and change. Thus scientific thinking is not certain. Accordingly, the scientific method is not fit as a basis for human thinking, which man can establish his existence upon and adopt as the basis of his life. This is because it neither provides stable facts nor does it give ultimate results about the existence of things, their characteristics and their essences. It doesn't even provide a fundamental method of thinking. If the scientific method is taken as the basis of thinking, it will lead to the dilution of the concept of human existence, losing the meaning of life. This will result in obscurity in comprehending the essence of existence and confusion within man’s awareness of himself, his objective and his role in life. This is the matter that would shake man, making him a mere absurd being. In short, though the scientific method has its advantages and is needed by man, it is not fit to be a basis of thinking. This is even whilst it is appropriate for empirical sciences and some of the fields of knowledge that can be subjected to laboratory testing.
Die richtige Methode, die als Grundlage des Denkens dienen muss und zum Schiedsrichter bei der Beurteilung von Dingen und Angelegenheiten gemacht wird, ist die rationale Denkmethode. Wird die rationale Methode richtig angewandt, indem die wahrgenommene Wirklichkeit durch die Sinne an das Gehirn übermittelt wird, unter Hinzuziehung vorhergehender Informationen (die weder vorgefasste noch nachträgliche Meinung sind), so deutet sie die Wirklichkeit und liefert richtige Ergebnisse. Die Empfindung ist untrennbar vom Denken, entgegen dem, was einige westliche Denker behaupten. Vorhergehende Informationen sind nicht die zuvor gehegten Meinungen, wie einige westliche Denker behaupten. Vorhergehende Informationen sind das notwendige Element, das zum Denken erforderlich ist. Die rationale Methode, ob sie nun richtig definiert ist oder nicht, ist die Methode, nach der der Mensch handelt, um als Mensch zu denken.
The correct method that must be taken as a basis of thinking, making it an arbitrator to judge on things and matters, is the rational method of thinking. If the rational method is utilized correctly by transmitting the sensed reality through sensations to the brain with the presence of previous information (which is neither previous nor subsequent opinion), this will interpret the reality, as it gives the correct results. Sensation is inseparable from thinking, contrary to what some Western thinkers assert. Previous information is not the previously held opinions, as asserted by some Western thinkers. Previous information is the necessary element required for thinking. The rational method, whether it is defined correctly or not, is the method upon which man acts to think as a human,
die Beurteilung von Dingen, das Erfassen ihrer Existenz, Wirklichkeit und Eigenschaften. Es ist die Denkweise, die allen Menschen zugänglich ist und die Menschen unabhängig von ihrem Bildungsstand in ihrem Verstehen, Begreifen und in ihrer Urteilsbildung automatisch anwenden. Die rationale Methode eignet sich für alle Wissenszweige und Forschungsbereiche. Somit eignet sie sich sowohl für die Naturwissenschaften als auch für die Sozialwissenschaften. Darüber hinaus besitzt sie zwei Merkmale, die sich in der wissenschaftlichen Methode nicht finden. Die rationale Methode zeichnet sich durch ihre Fähigkeit aus, neue Ideen hervorzubringen, anders als die wissenschaftliche Methode, die durch die Fähigkeit zur Entdeckung und Schlussfolgerung gekennzeichnet ist. Das liegt daran, dass die wissenschaftliche Methode das Vorhandene offenlegt und nicht das Nichtvorhandene bietet. Sie baut auf dem Vorhandenen auf und bringt das Nichtvorhandene nicht hervor. Daher erzeugt die wissenschaftliche Methode keine neuen Ideen. Das zweite Merkmal der rationalen Methode ist die Fähigkeit, eindeutige Ergebnisse über das Dasein von Dingen zu liefern. Sie verschafft dem Menschen entscheidende und endgültige Erkenntnisse, um den Sinn seines Lebens zu begreifen, anders als die wissenschaftliche Methode, die probabilistischer Natur ist. Die wissenschaftliche Methode liefert dem Menschen nichts als Vermutungen, die fehlerhaft sein können.
judging upon things, comprehending their existence, reality and characteristics. It is the method of thinking that is accessible to all people, which humans, regardless of their educational level, automatically adopt in their understandings, comprehensions and in passing their udgments. The rational method is suitable for all the branches of knowledge and research fields. Thus it is suitable for natural science as well as social science. Moreover, it has two distinguishing features that are not found in the scientific method. The rational method is distinguished by its ability to generate new ideas, unlike the scientific method, which is characterized by the capacity of discovery and conclusion. This is because the scientific method reveals the existing and it does not offer the non-existent. It is built upon the existing and does not generate the non-existent. Thus the scientific method does not generate new ideas. As for the second distinguishing feature of the rational method, it is the ability of providing definitive results about the existence of things. It provides man with decisive and definitive facts to comprehend the meaning of his life, unlike the scientific method which has a probabilistic nature. The scientific method does not provide man anything but speculations, having the possibility of error.
Es könnte gefragt werden: Wie kann die rationale Denkweise zur grundlegenden Denkweise gemacht werden, wo doch zuvor festgestellt wurde, dass der Verstand (‘aql) unfähig, mangelhaft und begrenzt ist und deshalb nicht bestimmen kann, was gut (khair) oder schlecht (sharr) und was angenehm (hassan) oder hässlich (qabeeh) ist? Oder wie kann das rationale Denken die grundlegende Denkweise des Menschen sein, wo doch danach gesagt wird, dass es eine andere Macht als den Verstand gibt, die für den Menschen bestimmt, was ihm Nutzen bringt und was Schaden verhindert? Die Antwort lautet: Das rationale Denken ist selbst die Grundlage, um eine solche Macht zu bejahen, die für den Menschen bestimmt, was gut oder schlecht, angenehm oder hässlich ist. So bestätigt der Verstand, dass es hinter dem Universum, dem Menschen und dem Leben einen Schöpfer gibt, der sie alle erschaffen hat, und dieser ist Allah (swt). Der Verstand bestätigt außerdem, dass der Mensch ein Geschöpf ist, das nicht fähig ist, ein System zu entwickeln, das sein Verhältnis zu seinem Schöpfer ordnet. Demnach muss es einen Gesandten geben, der die Botschaft des Schöpfers überbringt und das System vermittelt, das die Beziehungen zwischen dem Schöpfer und dem Geschaffenen regelt. Der Verstand bestätigt ferner die Unfähigkeit eines Geschöpfes, ein vollständiges System ohne Widerspruch, Ungleichheit oder Unterschied hervorzubringen, auf dessen Grundlage der Mensch seine Triebe und organischen Bedürfnisse in bester Weise befriedigen könnte. Aus dieser Sicht muss also auch ein System, frei von Unvollkommenheit und Widerspruch, durch den Gesandten überbracht werden, mit dem der Schöpfer zufrieden ist. Somit besteht kein Widerspruch zwischen der Erhebung der rationalen Denkweise zur grundlegenden Denkweise und dem Imaan (gefestigten Glauben) an die Macht, die Allah (swt) ist, der die Lebensangelegenheiten der Menschen ordnet und ihnen bestimmt, was gut, schlecht, angenehm und hässlich ist.
It may be asked: how can the rational method of thinking be made the fundamental thinking, as it has been established previously that the mind (‘aql) is incapable, deficient and limited and so it cannot define what is good (khair) or bad (sharr), and what is pleasant (hassan) or ugly (qabeeh)? Or how can rational thinking be the fundamental thinking for humans, when it is said after that there is a Power other than the mind that determines for man what brings him benefit and what prevents harm? The answer is: Rational thinking is itself the basis to affirm such a Power that determines for a man what is good or bad, what is pleasant or ugly. Thus, the mind confirms that there is a Creator behind the universe, man and life who created them all, and He is Allah (swt). The mind also confirms that man is a creation who is incapable of generating a system to organize his relationship with his Creator. Accordingly, there must be a Messenger who conveys the Message of the Creator, placing the system to organize the relationships between the Creator and the created. The mind also confirms the inability of a creature to generate a complete system without contradiction or disparity or difference, upon whose basis man would satiate his instincts and organic needs, with the finest of arrangements. Accordingly, from this perspective, there must also be a system devoid of imperfection and contradiction conveyed by the Messenger, which the Creator is pleased with. Thus there is no contradiction between making the rational method the fundamental thinking and Imaan (confirmed belief) in the Power Who is Allah (swt), Who organizes the life affairs of humans, defining for them what is good, bad, pleasant and ugly.