3.1 Vernunft und Rationalismus
3.1 Reason and Rationalism
Was den Rationalismus betrifft, so hat er in der westlichen Kultur mehrere Bedeutungen. Dazu gehört eine besondere philosophische Bedeutung, die im Gegensatz zum Empirismus steht. Dazu gehört auch die allgemeine Bedeutung, auf die John Cottingham in seinem Buch „The Rationalists“ anspielt, wenn er sagt: „Die ‚Rationalisten‘, angeführt von Descartes, Spinoza und Leibniz, galten als Denker, die ihre philosophischen Systeme rein a priori zu errichten versuchten.“ Diese allgemeine Bedeutung ist es, mit der wir uns in diesem Thema beschäftigen. Denn der gemeinsame Nenner aller westlichen Denker ist die Übereinkunft, den Verstand zum Gesetzgeber (ḥākim) zu machen, unabhängig von seinen Werkzeugen der Analyse und Beurteilung. Das heißt, der Verstand ist der Maßstab, nach dem Dinge und Angelegenheiten beurteilt werden, und nicht die Religion. Clarence Crane Brinton schreibt in seinem Buch „The Shaping of the Modern Mind“: „Der Rationalismus neigt also dazu, Gott und das Übernatürliche aus dem Universum zu verbannen. Es bleibt nur das Natürliche, das der Rationalist als letztlich verstehbar betrachtet, fast immer durch das, was die meisten von uns als Methoden der wissenschaftlichen Untersuchung kennen.“ Das Verzeichnis europaeischewerte.info fasst in seiner Veröffentlichung „Definition of the most basic European Values“ zusammen: „Im Zeitalter der Aufklärung gründeten Descartes und andere Philosophen und Wissenschaftler ihr Denken auf Vernunft und Rationalität ... Die Vernunft steht über dem Glauben ... Die Vernunft wird zur letzten Quelle der Entscheidung ... Der Gebrauch der Vernunft setzt religiöse und absolutistische Verbote des freien Denkens und Handelns außer Kraft ... ‚Gut‘ wird als ‚vernünftig‘ definiert ... Die Bewertung erfolgt auf der Grundlage einer rationalen Betrachtung der Situation.“
As for Rationalism, it has several meanings in the Western culture. This includes a particular philosophical meaning that appears in mention that is in contrast to Empiricism. This also includes the general meaning, as alluded to by John Cottingham in his book, The Rationalists when he said, “the 'rationalist', led by Descartes, Spinoza, and Leibniz, were seen as attempting to construct their philosophical systems purely a priori.” This general meaning is what we are concerned about in this subject. This is because the common denominator between all the Western thinkers is the agreement to make mind as the legislator (hakim), regardless of its tools for analysis and judgement i.e. the mind is the reference to judge upon things and matters and not religion. Clarence Crane Brinton in his book, The Shaping of the Modem Mind states “Rationalism tends then to banish God and the supernatural from the universe. It has left only the natural, which the rationalist holds to be ultimately understandable, almost always by what most of us know as the methods of scientific investigation.” The repository europaeischewerte.info summarizes, in its publication, Definition of the most basic European Values that “In the Age of Enlightenment, Descartes and other philosophers and scientists based their thinking on reason and rationality... Reason stands above faith... Reason becomes the ultimate source of decision... The use of reason overrules religious and absolutistic bans on free thought and acts... “Good” is defined as “reasonable”... Evaluation occurs on the basis of a rational consideration of the situation.”.
Somit ist der Westen insofern rationalistisch, als er sich von der Religion abwendet und allein die Vernunft als Gesetzgeber anerkennt. Die Herrschaft der Vernunft zeigt sich im Westen innerhalb dessen, was die Westler als Prinzipien, Werte und Normen anerkennen. Diese bilden die Grundlagen des westlichen Denkens insgesamt, als Ideologie, Zivilisation und Kultur. Für sie sind Werte im Sinne von bloß erfassten Wahrnehmungen über Dinge und Handlungen zu verstehen, insofern als sie diese als gut (khair) oder schlecht (sharr), angenehm (hasan) oder hässlich (qabeeh), richtig oder falsch sowie moralisch oder unmoralisch beschreiben. Folglich werden Dinge und Handlungen als wünschenswert oder unerwünscht bezeichnet. Für den Westen gelten die etablierten und angenommenen Werte einerseits als Kriterien dessen, was den Einzelnen und Gruppen gut (khair) oder angenehm (hasan) ist. Andererseits gelten sie als umfassende Kriterien, die das Verhalten des Einzelnen und der Gesellschaft leiten und lenken.
Thus the West is rationalist in the sense that it abandons religion and comes to rely on reason, and reason alone, as a legislator. The dominance of reason appears in the West within what the Westerners acknowledge as principles, values and norms. These constitute the foundations of Western thought as a whole, as an ideology, civilization and culture. For them, values are in the sense of mere comprehended perceptions about things and actions, in terms of describing them as good (khair) or bad (sharr), pleasant (hasan) or ugly (qabeeh), right or wrong and moral or immoral. Consequently, things and actions are described as desirable or undesirable. For the West, the established and adopted values are considered on the one side as criteria of what is good (khair) or pleasant (hasan) to the individuals and groups. On the other side, they are considered as comprehensive criteria that guide and direct the individual and societal behavior.
Was die Prinzipien betrifft, so unterscheiden manche von ihnen die Prinzipien von den Werten, während andere zwischen ihnen nicht unterscheiden. Die Unterscheidung, die manche treffen, bezieht sich nicht auf die Bedeutung, sondern auf Beständigkeit und Besonderheit. Einige der Werte sind also dem Wandel und der Relativität unterworfen. Die Prinzipien hingegen sind feste Werte, die sich nicht ändern. Sie gelten als universell menschlich, darunter Freiheit, Gleichheit und Säkularismus. Was die Normen betrifft, so sind sie - nach westlicher Auffassung - die Gesamtheit der Verhaltensregeln, die partiell und spezifisch sind, abgesehen von den Gesetzen, die üblicherweise aus Werten hervorgehen. Sie beziehen sich auf die Sitten und Traditionen, die in der Gesellschaft vorherrschen und darüber bestimmen, ob ein Verhalten akzeptabel oder abzulehnen ist. Diese westlichen Werte, Prinzipien und Normen sind aus der westlichen Sicht auf das Leben entstanden, der sogenannten Ideologie. Sie beruhen auf der Trennung von Religion und Leben sowie auf der alleinigen Schiedsrichterrolle des Verstandes. Dadurch wird der Nutzen zur Grundlage, um die Bedeutung von Gut und Schlecht sowie von Angenehm und Hässlich zu bestimmen. Dies drückt sich in der westlichen Philosophie aus, die Dinge und Handlungen im Hinblick auf Normen betrachtet. Sie umfasst Enthaltung und Ausführung im Sinne eines Urteils, das Belohnung und Strafe einschließt, und im Sinne der Absicht und der Werte, die während des Handelns zu berücksichtigen sind.
As for the principles, some of them differentiate the principles from the values, whilst others do not differentiate amongst them. The differentiation made by some is not in the sense of meaning, but in the sense of continuity and particularity. So, some of the values are subject to change and relativity. However, as for the principles, they are fixed values that do not change. They are considered as humanly universal, including freedom, equality and secularism. As for the norms, they are - according to the West - the collection of rulings of conduct that are partial and specific, apart from the laws that usually emerge from values. They are related to the morals and traditions prevalent amongst the society, that determine whether the behavior is acceptable or rejected. These Western values, principles and norms emerged from the Western viewpoint about life or the so-called ideology. They are based on the separation of religion from life and the arbitration by the mind alone. This makes benefit as a basis to define the meaning of good and bad, as well as pleasant and ugly. This is expressed from the Western philosophy related to things and actions in terms of norms. It includes abstinence and performance, in terms of judgment that include reward and punishment, and in terms of the intent and values to be taken into account during action.
Sie stützten sich auf die Folge und das Ergebnis einer Handlung, um die Handlung als gut oder angenehm zu bestimmen. Dies wird ihrer Ansicht nach Konsequentialismus genannt. Konsequentialistische Theorien berücksichtigen Lust, das Fehlen von Schmerz, die Befriedigung persönlicher Präferenzen und weiter gefasste Vorstellungen vom „allgemeinen Wohl“. In seinem Buch „An Introduction to the Principles of Morals and Legislation“ schrieb Jeremy Bentham: „Unter Nützlichkeit versteht man jene Eigenschaft eines Objekts, durch die es dazu neigt, Nutzen, Vorteil, Lust, Gutes oder Glück hervorzubringen.“ Somit definiert der Utilitarismus das Ziel des Menschen darin, das Erreichen von Glück anzustreben. Es wird behauptet, Glück werde durch alles verwirklicht, was nützt, während alles, was nützt, Lust sei. Diese Sichtweise ist im Westen verbreitet und bildet wie selbstverständlich wahrgenommenen westliche Lebensauffassung. Dennoch drücken sie sie neu aus, mit dem Begriff des Wohlergehens, wie sie sagen. Die Handlung wird im Hinblick auf ihre moralische Annahme oder Ablehnung bewertet, und zwar in Abwägung dessen, ob sie angenehm oder schlecht ist, entsprechend dem, was an Wohlergehen des Menschen als Individuum oder als Gruppe erreicht wird. Werte und Normen werden allein zur Erreichung dieser Vorstellung festgelegt.
They relied on the consequence and result of an action to establish the action as being good or pleasant. This is called, according to them, Consequentialism. Consequentialist theories consider pleasure, the absence of pain, the satisfaction of one's preferences and broader notions of the “general good.” In his book, An Introduction to the Principles of Morals and Legislation, Jeremy Bentham stated, “By utility is meant that property in any object, whereby it tends to produce benefit, advantage, pleasure, good, or happiness.” Thus Utilitarianism defines the objective of man to pursue the achieving happiness. It is claimed that happiness is realized by all that benefits, whilst all that benefits is pleasure. This view is prevalent amongst the West, forming the practical Western perception of life. Nevertheless, they express it anew, with the concept of welfare, as they say. The action is evaluated for moral acceptance or rejection, in consideration of its being pleasant or bad, according to what is achieved of the welfare of man as an individual or a group. Values and norms are set only to achieve that notion.
Somit ist das einzige Ergebnis der Nutzen, der vom menschlichen Verstand bestimmt wird. Es gibt keine Einmischung von Religion oder Gott. Daher bekräftigen die Rationalisten die Fähigkeit des Verstandes, aus sich selbst heraus zu erfassen, was gut und was schlecht ist. Sie behaupten, dass Religion überflüssig sei. Sie berufen sich auf das sogenannte Euthyphron-Dilemma, das sich im Dialog Euthyphron von Platon findet, in dem Sokrates Euthyphron fragt: „Wird das Fromme von den Göttern geliebt, weil es fromm ist, oder ist es fromm, weil es von den Göttern geliebt wird?“ Wenn man die erste Prämisse bejaht, würden die Rationalisten sagen, dass dies bedeutet, die Handlung habe in Wahrheit gar keinen Wert. Vielmehr sei sie eine rechtliche Angelegenheit, die dem Willen Gottes unterworfen ist. Wenn Gott dir also nicht geboten hätte, gerecht zu sein, wärst du nicht gerecht gewesen, obwohl Gerechtigkeit für alle Menschen eine Wirklichkeit ist, ohne die das Leben nicht geordnet werden kann. Wenn man die zweite Prämisse bejaht, würden sie sagen, dass, wenn die Handlung und ihr Maßstab an sich gut sind, sie unabhängig von Gott ist. Der menschliche Verstand kann sie ohne die Notwendigkeit Gottes erfassen. Auf diese Weise etablierte der Westen mithilfe seines Rationalismus sein rationales Wertesystem, unter Ausschluss der Religion.
Thus the only result is benefit decided by the human mind. There is no interference of religion or God. Thus rationalists affirm the ability of the mind to comprehend what is good and bad on its own. They assert the redundancy of religion. They cite the so-called Euthyphro dilemma, which is found in Plato's dialogue Euthyphro, in which Socrates asks Euthyphro, “Is the pious loved by the gods because it is pious, or is it pious because it is loved by the gods?” If one asserts the first premise, the Rationalists would say that the meaning of this is that action has in fact no value at all. Instead it is a legal consideration subject to the will of God. Thus if God had not commanded you to be just, you would have not been just, whilst justice is a reality for all human beings, without which life will not be put in order. If one asserts the second premise, they would say that if the action and its criterion are intrinsically good, then it is independent of God. The human mind can comprehend it without the need for God. In this way, the West established its rational system of values, excluding religion by using its Rationalism.
Das Euthyphro-Dilemma, auf dem die westliche rationalistische Sichtweise beruht, sei es der Konsequentialismus oder der Idealismus, bezieht sich auf das Thema Werte und Moral insgesamt. Es wird als rationales Argument betrachtet, das den Ausschluss der Religion aus dem Leben rechtfertigt. Dieses Dilemma ist jedoch nichts anderes als ein Trugschluss. Denn ungeachtet ihres Missverständnisses von Gott und der Verderbnis ihres Glaubens beruht es auf der falschen Grundlage der Annahme, dass Handlungen an sich gut und schlecht oder angenehm und hässlich seien, sodass der Verstand sie erfassen und bestimmen könne, ob sie wünschenswert oder unerwünscht sind.
The Euthyphro dilemma upon which the Western rationalistic view, whether consequentialism or idealism, is built with respect to the subject of values and morals as a whole, considering them as a rational argument that justifies the exclusion of religion from life. This dilemma is nothing but a fallacy. This is because, regardless of their misperception of God and the corruption of their belief, it is established upon the false basis of recognition that actions are intrinsically good and bad, or pleasant and ugly, such that the mind can comprehend them, determining whether they are desirable or undesirable.
Was Gutes und Schlechtes betrifft, so ist es die Kennzeichnung von Handlungen hinsichtlich ihrer Wirkung, aus der Sicht des Menschen, im Hinblick auf Unterlassung und Ausführung entsprechend. So mag der Mensch Dinge, die in den Bereich fallen, den er entweder beherrscht oder der ihn beherrscht. Ebenso hasst er Dinge innerhalb beider Bereiche. Daher versucht er, diese Liebe und diesen Hass als gut und schlecht auszulegen. Er neigt dazu, das, was er liebt, als gut zu bezeichnen, und das, was er hasst, als schlecht. Ebenso nennt er einige Handlungen gut, andere schlecht, je nachdem, was ihm nützt oder was ihm schadet.
As for what is pertaining to good and bad, it is the characterization of actions in terms of its influence, according to the perspective of man, in terms of abstinence and performance, accordingly. Thus man likes things that fall under the sphere which either he dominates or the sphere that dominates him. Also he hates things within both spheres. So he attempts to interpret this love and hatred, as good and bad. He inclines to call what he loves, as good, and what he hates, as bad. Similarly, he calls some actions to be good, whilst others to be bad on the basis of what benefits him or what harms him.
In Wirklichkeit können Handlungen, die vom Menschen ausgehen und in seinem Herrschaftsbereich liegen, an sich nicht als gut oder schlecht bezeichnet werden. Denn sie sind lediglich Handlungen, die an sich nicht als gut oder schlecht gekennzeichnet sind. Die Kennzeichnung als gut oder schlecht beruht vielmehr auf äußeren Erwägungen, die außerhalb des Wesens der Handlungen liegen. So kann das Töten einer menschlichen Seele weder als gut noch als schlecht bezeichnet werden. Es wird lediglich als Töten bezeichnet. Die Kennzeichnung als gut oder schlecht liegt außerhalb dieser Handlung. Somit ist das Töten dessen, der Krieg führt, gut, während das Töten des Bürgers, des Vertragsangehörigen oder der Person, die unter Schutz steht (musta’min), schlecht ist. Der erste Täter wird belohnt, der zweite Täter wird bestraft, obwohl beide dieselbe Handlung ausführen, nämlich das Töten, ohne Unterschied. Was über Gut und Schlecht entscheidet, sind die Beweggründe, die den Menschen zu dieser Handlung antreiben, sowie das Ziel, um dessen willen er die Handlung ausführt. Die Beweggründe, die den Menschen zur Handlung antreiben, und das Ziel, um dessen willen er die Handlung ausführt, sind also die beiden Dinge, die das Gute und Schlechte an einer Handlung bestimmen. Dies gilt unabhängig davon, ob der Mensch diese Handlung mag oder hasst und ob die Handlung ihm nützt oder schadet.
In reality, actions emanating from man, within his sphere of dominance, cannot be described as good or bad in themselves. This is because they are actions alone, that are not characterized as good or bad in themselves. Instead, the characterization of being good or bad is based on external considerations, outside of the nature of actions. So, killing a human soul cannot be called good or bad. Instead it is only called killing. The characterization of being good or bad is external to that action. Thus, killing the one who wages war is good, whilst killing the citizen, or covenanted person or the one who is under protection (musta’min), is bad. The first killer will be rewarded, whilst the second killer will be punished, although both are undertaking the same action, of killing, without differentiation. What decides the good and bad are the factors that drive man to do that action, as well as the objective for which he carries that action. Thus, the factors that drive man to do the action and the objective for which he carries out that action, are the two things that determine the good and bad in an action. This is irrespective of whether man likes or hates that action and whether the action benefits him or harms him.
Was den Menschen betrifft, so beurteilt er die Handlungen, die von ihm ausgehen oder die an ihm in dem Bereich geschehen, den er beherrscht, als gut oder schlecht, je nachdem, ob er sie liebt oder hasst und ob sie ihm nützen oder schaden. Diese Beurteilung bedeutet jedoch nicht, dass die Handlungen tatsächlich so beschaffen sind. Der Mensch mag etwas für gut halten, während es in Wahrheit schlecht ist. Und der Mensch mag etwas für schlecht halten, während es in Wahrheit gut ist. Allah (SWT) sagt:
As for the actions that occur from a person or against him in the sphere that dominates him, man describes them to be good or bad based on his love or hatred towards them and based on his benefit or harm from them. However, this characterization does not mean that they are characterized by their reality. Man may see something as good, whilst it is in fact bad. Man may see something as bad, whilst it is in fact good. Allah (swt) said,
„Vielleicht aber verabscheut ihr etwas, und es ist gut für euch; und vielleicht liebt ihr etwas, und es ist schlecht für euch. Und Allah weiß, ihr aber wisst nicht.“ [TMQ Surah Al-Baqarah 2: 216],
“But perhaps you hate a thing and it is good for you; and perhaps you love a thing and it is bad for you. And Allah Knows, while you know not.” [TMQ Surah Al-Baqarah 2: 216],
Dies bezieht sich auf Gut und Böse. Was den Gegenstand des Angenehmen/Schönen (ḥasan) und des Hässlichen (qabīḥ) betrifft, so werden Handlungen durch das Urteil des Menschen charakterisiert, durch deren Belohnung und Bestrafung. Die Handlungen des Menschen sind allein materiell, in Bezug auf ihre innere Beschaffenheit, bei all ihren Umständen und Erwägungen. Die Eigenschaft, materiell zu sein, kennzeichnet sie nicht als angenehm oder hässlich. Vielmehr werden die Handlungen durch ihre äußeren Umstände und Erwägungen beschrieben, die außerhalb der Handlungen liegen. Dieser andere Umstand ist es, der erklärt, dass die Art der Handlung entweder ḥasan oder qabīḥ ist. Das kann nicht der Verstand sein, denn der Verstand ist Unterschieden, Verschiedenheit und Widersprüchen unterworfen. Die Einschätzungen des Verstandes darüber, was ḥasan und qabīḥ ist, werden von der Umgebung beeinflusst, in der ein Mensch lebt. Der Verstand unterliegt im Lauf der Zeit Unterschieden und Verschiedenheit. Würde man den Verstand bestimmen lassen, was ḥasan und qabīḥ ist, so wäre das, was für die eine Gruppe von Menschen qabīḥ ist, für eine andere Gruppe ḥasan. Dasselbe kann zu einer Zeit ḥasan und zu anderen Zeiten qabīḥ sein. Die Beschreibung einer Handlung als ḥasan oder qabīḥ muss jedoch für alle Menschen zu allen Zeiten zutreffen. Dementsprechend muss die Kennzeichnung von Handlungen als ḥasan oder qabīḥ ihrer Natur nach von einer Macht kommen, die über dem Verstand steht, nämlich von Allah (SWT).
This is in relation to good and bad. As for the subject of pleasant/pretty (hasan) and ugly (qabeeh), actions are characterized by the judgment of man, by the reward and punishment of them. Actions of man are materialistic alone, with respect to their intrinsic nature, for all of their circumstances and considerations. The nature of being materialistic does not characterize itself as being either pleasant or ugly. Instead, the actions are described by their external circumstances and considerations external to the actions. This other matter is what explains the nature of action as being either hasan or qabeeh. This cannot be the mind because the mind is subject to disparity, difference and contradiction. The mind’s estimations of hasan and qabeeh are influenced by the environment in which a person lives. Minds are subject to disparity and difference over the passage of time. If the mind is left to determine hasan and qabeeh, then the thing that is qabeeh to one group of people will be hasan to another group. The same thing may be hasan at one time, whilst qabeeh at other times. The description of an action to be hasan or qabeeh must be applicable to all human beings, at all times. Accordingly, the characterization of actions being either hasan or qabeeh, by their nature, must come from a power that is beyond mind, which is Allah (swt).
Der Mensch maßt sich durch Analogien zu Dingen die Befugnis an, Handlungen entweder als ḥasan oder als qabīḥ zu beurteilen. Da der Mensch feststellt, dass er das Bittere als hässlich (qabīḥ), das Süße als angenehm (ḥasan), die abstoßende Gestalt als hässlich (qabīḥ) und die schöne Gestalt als angenehm (ḥasan) beurteilen kann, glaubt er, er könne auch die Wahrheit als ḥasan, die Falschheit als qabīḥ, das Einhalten eines Versprechens als ḥasan und den Verrat als qabīḥ beurteilen. So hat er sich die Befugnis zugesprochen, Handlungen als ḥasan oder qabīḥ zu beurteilen. Auf Grundlage seines Urteils bestimmte er die Strafe für die hässliche Handlung und die Belohnung für die angenehme Handlung. Dies tat er, obwohl Handlungen nicht mit Dingen verglichen werden können. Der Grund ist, dass Dinge hinsichtlich ihrer Bitterkeit, Süße, Hässlichkeit und Schönheit wahrgenommen werden können und man daher über sie urteilen kann. Dagegen gibt es an Handlungen nichts, was der Mensch wahrnehmen könnte, sodass er über sie urteilen könnte, ob sie qabīḥ oder ḥasan sind. Somit können Handlungen selbst nicht absolut als qabīḥ oder ḥasan beurteilt werden.
Man gives himself the authority to judge actions to be either hasan or qabeeh by making analogies upon things. Since man finds that he is able to judge the bitter thing as ugly (qabeeh), the sweet thing as pleasant (hasan), the hideous form as ugly (qabeeh) and the beautiful form as pleasant (hasan), he thinks that he can judge truth as hasan, false as qabeeh, fulfilling the promise as hasan and treachery as qabeeh. So he gave himself the authority of judging actions as hasan or qabeeh. Based on his judgment, he determined penalty for the ugly action and reward for the pleasant action. He did so even though actions cannot be compared with things. This is because things can be sensed for their bitterness, sweetness, hideousness and beauty and so judgment can be passed upon them. In contrast, nothing can be found within actions that can be sensed by man, so that he can judge upon them, as to whether they are qabeeh or hasan. Thus, actions themselves cannot be judged as qabeeh or hasan absolutely.
Die Maßstäbe, die der Mensch für gut und schlecht sowie für ḥasan und qabīḥ setzt, sind wechselnde und einander widersprechende Maßstäbe. Das liegt daran, dass sie aus einem beschränkten Verstand hervorgehen und auf Empfindungen beruhen, die widersprüchlich und nicht eindeutig sind. Es ist nicht richtig, die Bestimmung von gut und schlecht bzw. von ḥasan und qabīḥ dem Menschen zu überlassen. Denn das Angenehme und das Hässliche wird von einer Zeit zur anderen und von einer Gruppe zur anderen verschieden sein. Dies widerspricht der Wirklichkeit einer Ideologie, die universal ist, indem sie Handlungen für die gesamte Menschheit und für alle Zeitalter charakterisiert. Daher muss die Charakterisierung von einer Macht ausgehen, die über dem Verstand steht, um dem Menschen zu erklären, was gut und schlecht ist und was ḥasan und qabīḥ ist, und ihm so zu bestimmen, was ihm Nutzen bringt und was Schaden verhindert. Diese Macht ist der Schöpfer des Menschen, Allah (swt). Allah (swt) sagte:
The analogies made by man for good and bad, and for hasan and qabeeh, are varying and contradicting analogies. This is because they emanate from a limited mind, based upon sensations that are contradictory and not definite. It is not correct to leave the measuring of good and bad, or hasan and qabeeh, to man. This is because pleasant and ugly will be different from one time to another, from one group to another. This contradicts the reality of ideology being universal, through its characterization of actions for the whole of humankind, for all ages. Therefore, the characterization must be from a power that is beyond the mind, to explain to man what is good and bad and what is hasan and qabeeh, thereby determining for him what brings him benefit and what prevents harm. This power is the Creator of Man who is Allah (swt). Allah (swt) said,
„Weiß denn Derjenige, Der erschaffen hat, nicht (Bescheid), wo Er doch der Subtile, der Allkundige ist?“ [TMQ Surah Al-Mulk 67:14],
“Does He who created not know, while He is the Subtle, the Acquainted?” [TMQ Surah Al-Mulk 67:14],
Es darf hier nicht gesagt werden, dass der Unterschied und die Verschiedenheit nicht zwangsläufig negativ sein müssen, da sie auch positiv sein können, als Zeichen von Entwicklung, Fortschritt und Fortentwicklung. Dementsprechend ist die Entwicklung der westlichen Gesetze auf die Entwicklung der Gesellschaften und der Menschen zurückzuführen. Dies darf nicht gesagt werden, denn die Regelungen sind ihrem Ursprung nach geordnete Bestimmungen, um einen Menschen zufriedenzustellen, mit Blick auf seine organischen Bedürfnisse und Instinkte, wobei er als Mensch betrachtet wird. Die Wirklichkeit des Systems besteht darin, dass es die Probleme des Menschen nicht auf individueller Basis behandelt, indem es weder den Ort noch die Zeit berücksichtigt, in denen er lebt. Vielmehr würde das System die Probleme des Menschen so angehen, dass es ihn als Menschen betrachtet, ob Mann oder Frau, Araber oder Nicht-Araber, weiß oder schwarz, sowie ob er ein Mensch der Vergangenheit, der Gegenwart oder der Zukunft ist. Das System würde ihn als Menschen behandeln, ohne Unterschiede über Zeit und Ort hinweg. Es gibt keinen Unterschied zwischen dem heutigen Menschen und dem Menschen der Vorzeit. Die Frage des heutigen Menschen ist die Frage des Menschen der Vorzeit, denn beide empfinden Hunger, Durst, Furcht und Begierde. Das liegt daran, dass die organischen Bedürfnisse und Instinkte bei jedem Menschen gleich sind. Sie unterscheiden sich weder von einem Individuum zum anderen, noch verändern sie sich von einer Zeit zur anderen. Was als Wandel in der menschlichen Lebensweise erscheint, betrifft die praktischen Gegebenheiten und nicht die Natur des Menschen selbst. Der Wandel betrifft nur die Formen der Lebensweise. So lebte der Mensch der Vorzeit in Höhlen und ritt auf Pferden, während der heutige Mensch in Wolkenkratzern lebt und mit Flugzeugen fliegt. Betrachten wir genau, so finden wir, dass der Beweggrund des Menschen der Vorzeit, in Höhlen zu leben und auf Pferden zu reiten, derselbe ist wie der Beweggrund des heutigen Menschen, in Gebäuden zu wohnen und mit Flugzeugen zu fliegen. Demnach ist das System, das für alle Zeiten und Orte gut ist, dasjenige System, das Lösungen für die Probleme bietet, die alle Menschen betreffen, unabhängig von ihrer Hautfarbe, ihrem Geschlecht, ihrer Rasse, ihrem Ort und ihrer Zeit.
It must not be said here that the difference and disparity do not necessarily have to be in a negative sense, as they may be in a positive sense indicating evolution, development and progress. Accordingly, the evolution of Western laws is because of the evolution of societies and people. This must not be said because the treatments, in origin, are the organized rulings to satisfy a human, with respect to his organic needs and instincts, whilst considering him as a human. The reality of the system is that it does not treat the problems of humans, by considering them on an individual basis, or considering the place and time in which they live. Instead, the system would address the problems of Man by considering him as a human, whether male or female, Arabs or non-Arab, white or black, as well as whether he is an ancient Man, contemporary Man or future Man. The system would treat him as a human, without differing over time and place. There is no difference between a current Man and ancient Man. The issue of the contemporary Man is the issue of ancient Man, as both would feel hunger, thirst, fear and lust. This is because the organic needs and instincts are the same for every human. They do not differ from one individual to another, nor do they vary from one time to another. What is seen as a change in human living is in terms of practical realities and not in terms of the nature of humans themselves. The change occurs only in the forms of lifestyle. So the ancient man lived in caves and rode on horses, whilst the contemporary man lives in skyscrapers and flies in airplanes. If we scrutinize closely, we will find that the motive for ancient Man to live in caves and ride on horses, is the same as the motive for contemporary man to live in buildings and fly over airplanes. Accordingly, the system that is good for all times and places, is the system that provides treatments for the problems applicable to all the human beings regardless of their color, sex, race, place and time.
Was die Werte betrifft, so hat das westliche Denken in seiner Forschung in vier Punkten geirrt:
As for the values, Western thought erred in its research in four aspects:.
Erstens: Was die Werte betrifft, über die westliche Denker sprechen, wie Freiheit, Würde, Gerechtigkeit, Gleichheit, Barmherzigkeit, Integrität, Toleranz, Verantwortlichkeit und andere, so sind dies bloße Begriffe, deren Bedeutungen nicht verstanden werden, es sei denn, sie werden mit konkreten Vorstellungen verbunden, d. h. mit den anerkannten Quellen und den praktisch umgesetzten Verfahren. Dementsprechend sehen wir, dass sich die Menschen nicht darüber uneinig sind, diese Begriffe als solche anzunehmen. Vielmehr unterscheiden sie sich in den anerkannten Quellen und deren praktischer Umsetzung. Daher ist es betrügerisch zu sagen, etwa dass Gleichheit ein universeller Wert und ein menschliches Bedürfnis sei, wo doch das, was sie für einen Europäer bedeutet, etwas anderes ist als das, was sie für einen Muslim bedeutet. Im Kapitalismus wird sie auf eine andere Weise verstanden als im Islam.
Firstly, regarding the values discussed by Western thinkers such as freedom, dignity, justice, equality, mercy, integrity, tolerance, liability and others. These are mere concepts whose meanings are not understood, unless they are connected with sensations, i.e. with the accepted sources and implemented treatments. Accordingly, we see that people do not differ over their adoption as mere concepts. Instead, they differ over the accepted sources and their practical implementations. Accordingly, it is fraudulent to say, for instance, that equality is a universal value and human requirement, knowing what it is means for a Westerner, is other than what it means for a Muslim. It is meant in Capitalism in a manner other than what is meant in Islam.
Zweitens sind die Werte, die die Westler erörtern und in ihren Gesellschaften betonen wollen, nicht erreichbar. Das liegt daran, dass sie dem westlichen Standpunkt bzw. der Ideologie widersprechen, die das Leben unter dem utilitaristischen Blickwinkel des Nutzens betrachtet. Wenn die Werte nicht mit der westlichen Sicht auf das Leben übereinstimmen, sind sie somit bloße Ideen, die sich nicht in Zielsetzung und Praxis umsetzen. Diese Wirklichkeit ist einer Gruppe westlicher Denker selbst bekannt. Sie veranlasste sie, die sogenannte Theorie der deontologischen Ethik (pflichtbasierte Ethik) wiederzubeleben. Das bedeutet, dass sie die Möglichkeit einer westlichen Verpflichtung auf Werte sehen, ohne deren Folgen und Nutzen zu berücksichtigen. So meinen sie, dass Westler nicht lügen werden, weil Lügen an sich hässlich (qabeeh) ist, und dass sie wahrhaftig sein werden, weil Wahrheit ihrer Natur nach gut (hasan) ist. Das ist eine Sichtweise idealistischer Fantasie, die in keiner Gruppe von Menschen im Westen erreichbar ist, da es keinen Beweggrund für die Umsetzung gibt. Nur weil ein Mensch weiß, dass Wahrhaftigkeit gut ist, folgt daraus nicht automatisch, dass er sich daran hält. Es muss ein verbindlicher Beweggrund vorhanden sein, verbunden mit Lob oder Tadel. Für einen Menschen, dessen Glaube diese Welt von dem trennt, was davor und danach liegt, der sein Ich zum Mittelpunkt des Universums macht und ihm ein einziges Leben ausmalt, nämlich das diesseitige Leben, wird gelten, dass er die Freuden dieser Welt so weit wie möglich verschlingt. Ein solcher Mensch wird der Wahrhaftigkeit nur insoweit Beachtung schenken, wie sie ihm nützt. Hier kann nicht gesagt werden, dass Gesetze mit ihrer strafenden Autorität abschreckend wirken und zur Befolgung anspornen könnten. Das kann nicht gesagt werden, weil Gesetze das menschliche Verhalten zu keiner Zeit und an keinem Ort wirklich steuern. Vielmehr ist ihre Steuerung des Verhaltens mangelhaft und von begrenzter Wirkung. Der Einzelne braucht einen weiteren Antrieb, wenn er die Gesetze vernachlässigt.
Secondly, the values discussed by the Westerners, seeking to emphasize them in their societies, are not achievable. This is because they contradict the Western viewpoint or ideology that depicts life from the utilitarian angle of benefits. Thus, if the values are not concordant to the Western viewpoint about life, then they are mere ideas that do not transform into purpose and practice. This reality is known by a group of the Western thinkers themselves. It prompted them to revive the so-called theory of deontological ethics (duty-based ethics). This means that they perceive the possibility of Western commitment to values, without considering their consequences and benefits. So they perceive that Westerners will not lie because lying is ugly (qabeeh) in itself and to be truthful because truth, by its nature, is good (hasan). This is a view of idealistic fantasy that is not achievable in any group of individuals in the West, as there is no motive for the implementation. Just because a Man knows that truthfulness is good, it does not automatically follow that he will adhere to it. There must be a binding motive, accompanied by praise or condemnation. So for a man whose creed separates this world from what is before and what is after, makes his individuality the center of the universe, depicts for him a single life which is the worldly life, he would devour the pleasures of this world as much as possible. This person will not pay any attention to truthfulness, except to the extent that it benefits him. It cannot be said here that the laws with their punitive authority could be a deterrent and stimulus for abiding. This cannot be said because the laws do not control human behavior at any time and place. Instead, their control over the behavior is deficient and has limited effect. The individual needs another stimulus, when neglecting the laws.
Drittens ist die Bewertung von Werten keine rationale Angelegenheit, die der Mensch beurteilen kann. Denn der Mensch könnte sich einfach auf bestimmte Begriffe und Werte konzentrieren, um sie zu bestätigen, während er andere vernachlässigt, je nach seiner Sicht auf das Leben. So hat etwa der Begriff der Ehre im Westen keine Bedeutung, während er zu den grundlegenden Begriffen der Muslime gehört. Der geistige Wert ist im westlichen Wertesystem nicht vorhanden, obwohl Millionen Menschen religiös sind. Dennoch ignoriert der Westen ihn, weil der Westen säkular ist und sich nicht um religiöse Aspekte kümmert. Außerdem liegt es beim Menschen, Werte miteinander zu vergleichen, um den besten von ihnen zu wählen, selbst wenn die Werte nicht vergleichbar oder gleichwertig sind. Doch damit gibt er sich nicht zufrieden. Er vergleicht und setzt die Werte dennoch gleich. Der Vergleich und die Gleichsetzung beruhen jedoch nicht auf der Tugend des Wertes selbst, sondern darauf, wie sich der Wert auf ihn auswirkt. Demzufolge stellt die Menschheit Vergleiche und Gleichsetzungen zwischen Werten an, je nachdem, welchen Nutzen oder Schaden der Wert ihm bringt. Auf diese Weise macht er sich selbst zum Maßstab oder macht die Wirkung dieser Werte auf sich zum Maßstab. Dies ist tatsächlich ein Vergleich der Auswirkungen dieser Werte auf ihn selbst, und nicht ein Vergleich der Werte an sich. Da sich die Veranlagungen der Menschen hinsichtlich der Wirkung von Werten unterscheiden, unterscheiden sie sich auch in ihrem Vergleich der Werte. Individuen, die von materialistischen Neigungen beherrscht und von Begierden getrieben werden, vernachlässigen Werte, die nicht materieller Natur sind. Sie bevorzugen materialistische Werte und bemühen sich, diese zu erreichen, so wie es der Realität entspricht, die im Westen wahrgenommen wird.
Thirdly, characterizing values is not a rational issue for Man to evaluate. This is because Man could simply focus on some concepts and values to validate them, whilst neglecting others, based on the viewpoint about life. For instance, the concept of honor has no meaning within the West, whilst it is amongst the basic concepts of Muslims. Spiritual value is not present in the Western system of values although millions of people are religious. Yet, the West ignores it because the West is secular and does not care about religious aspects. Also, it is up to a man to compare between values in order to choose the best of them, even if the values do not have comparison or equality. However, he would not be satisfied with that. He would still compare and equate between the values. However, the comparison and equation are not based on the virtue of the value itself, but based on how the value affects him. Accordingly, humankind builds comparison and equation between values, with respect to what the value bring of benefit or harm to him. Accordingly, he makes himself the criterion, or makes the effect of these values upon him, as the criterion. This is, in fact, the comparison between the effects of these values on himself, as opposed to between the values themselves. Since the constitutions of human beings differ with respect to the effects of values, they differ in their comparison between the values. Individuals who are dominated by materialistic inclinations, driven by lusts, would neglect values other than materialistic ones. They would prefer materialistic values and go out to achieve them, as is the reality perceived in the West.
Viertens: Das westliche Wertesystem ist in seiner Grundlage ungültig. Denn alle westlichen Denker haben, ungeachtet ihrer unterschiedlichen Schulen und Neigungen, bei der Betrachtung der Regulierung des Verhaltens nicht zwischen den Konzepten, die das Verhalten leiten, und dem Ziel (qasd) dieser Konzepte unterschieden. Ihre Untersuchungen drehten sich durchweg um die Werte, die mit den Regulatoren des Verhaltens zusammenhängen, und nicht um deren Ziel. Die Werte, die sie erörtern, von denen es Hunderte gibt, wie Integrität, Liebe, Konzentration, Empathie, Disziplin, Demut, Verständnis, Toleranz, Freiheit, Demokratie, Mut, Gleichheit, Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit und andere, sind also Werte, die all das umfassen, was unter die Konzepte der Regulierung fällt, die sich auf den Einzelnen sowie auf die Beziehungen zwischen den Einzelnen beziehen, mit anderen Worten, die regulierenden Konzepte, die sich auf Gruppen in einer Gesellschaft beziehen. Die westlichen Werte umfassen das, was zu den individuellen moralischen Eigenschaften gehört, die in keinem Zusammenhang mit den Werten von Handlungen stehen. Denn der Mensch handelt als Mensch, um seine Triebe und organischen Bedürfnisse zu befriedigen, nach einem bestimmten Konzept, das für ihn die Zulässigkeit einer Handlung oder ihr Unterlassen bestimmt. Er handelt jedoch nicht allein im Hinblick auf die regulierenden Konzepte. Vielmehr berücksichtigt er auch die Verwirklichung des Ziels der Handlung, die er ausführt. Andernfalls wäre die Handlung vergeblich. Das Ziel (qasd) der Handlung, also wozu er die Handlung ausführt, wird als der Wert der Handlung bezeichnet.
Fourthly: The Western value system is invalid from its basis. This is because all the Western thinkers, irrespective of their different schools of thoughts and tendencies, when looking at the regulation of behavior, did not differentiate between the concepts that guide the behavior and the aim (qasd) of those concepts. Their research was all about the values related to the regulators of behavior and not their aim. Thus, the values which they discuss, which number in their hundreds such as integrity, love, focus, empathy, discipline, humility, understanding, tolerance, freedom, democracy, courage, equality, sincerity, honesty and others, are the values that include what falls within the concepts of regulation related to individuals, as well as relationships between the individuals, in other words, the regulatory concepts related to groups in a society. The Western values include what falls within the individual moral traits, which do not have any relation to the values of actions. This is because man as a human performs actions to satiate his instincts and organic needs, according to a specific concept that determines for him the permissibility of performing the action, or abstaining from the action. However, he does not perform actions with the regulatory concepts in mind alone. In fact, he also takes into account the realization of the aim of the action which he performs. Otherwise, the action would be in vain. The aim (qasd) of the action i.e. for what purpose he performs the action, is called the value of action.
Die westliche Zivilisation gründet auf der Trennung von Religion und Leben, leugnet den Einfluss der Religion auf das Leben, bestimmt das Leben als Nutzen und macht den Utilitarismus zum Maßstab des Handelns. Folglich besitzt sie moralische, geistige oder menschliche Werte nur noch der Form nach. Tatsächlich besitzt die westliche Zivilisation allein utilitaristische, materialistische Werte. Diese utilitaristisch-materialistische Sichtweise ist es, die den Menschen Elend bringt. Der französische Philosoph Émile Bréhier beklagt in seinem Buch „Themen der zeitgenössischen Philosophie“ (französisch: Les thèmes actuels de la philosophie), dass die materielle Wissenschaft zu einer Industriezivilisation geführt habe, die sich tief dem Materialismus hingegeben und die Menschlichkeit des Menschen ausgelöscht habe, sodass er seine innere Natur verliere und zu einem Objekt oder einer Maschine werde. Was die regulativen Verhaltensbegriffe betrifft, also die moralischen Begriffe, die der Westen auch Werte nennt, so begannen die westlichen Denker, über sie zu sprechen, als sie ihre Notwendigkeit und das Bedürfnis der Gesellschaft nach ihnen erkannten. Sie sind jedoch lediglich Korrekturen der kapitalistischen Ideologie, nachdem ihr Scheitern und ihre katastrophalen Auswirkungen auf die Menschheit offensichtlich geworden waren. Dennoch sind jene Werte, die nicht materialistisch sind, nicht an sich um ihrer Gültigkeit willen gewollt. Sie dienen vielmehr nur dem Nutzen, um Elend zu verhindern. Will Durant schrieb in „The Story of Civilization, Band 9, The Age of Voltaire“: „Voltaire sieht vieles. Er argumentiert, dass die Entwicklung der Intelligenz im Menschen auf eine Intelligenz im Universum oder dahinter hinweist. Schließlich kehrt er zu seinem berühmten Satz zurück: ‚Wenn Gott nicht existierte, müsste man ihn erfinden‘ (französisch: Si Dieu n'existait pas, il faudrait l'inventer); dass nämlich ohne den Glauben an ein höchstes Wesen, an dessen Intelligenz und Gerechtigkeit, das Leben mit seinen Geheimnissen und Leiden unerträglich wäre. Er stimmt d'Holbach darin zu, Aberglauben zu verachten, verteidigt aber die Religion als die schlichte Anbetung einer Gottheit.“ Also ist die Moral selbst notwendig, damit das westliche Denken das Interesse oder den Nutzen erreicht
The Western civilization is based on the basis of separating religion from life, denying the impact of religion on life, characterizing life as benefit and making utilitarianism the criterion for actions. Consequently, it does not possess moral or spiritual or human values, except by way of formality. In fact, the Western civilization possesses only utilitarian, materialistic values alone. This utilitarian materialistic view is what brings misery to human beings. The French philosopher, Emile Brehier, in his book, Contemporary Themes in Philosophy (French: Les themes actuels de la philosophie), laments as how material science has led to an industrial civilization that indulged deeply in materialism and eradicated the humanity of man, making him lose his intrinsic nature, turning him into an object or a machine. As for the regulatory concepts of behavior that are moral concepts, which the West also calls values, the Western thinkers began to discuss them as they see their necessity and the society’s need for them. However, they are only amendments to the capitalist ideology after its failure and catastrophic impact on humanity became obvious. Nevertheless, those values other than materialistic are not intended in themselves for their validity. Instead, they are only for the benefit, to prevent misery. Will Durant wrote in The Story of Civilization Volume 9, The Age of Voltaire, that, “Voltaire sees much. He argues that the development of intelligence in man indicates an intelligence in or behind the universe. Finally, he returns to his famous proposition that ‘if God did not exist it would be necessary to invent him (French: Si Dieu n'existait pas, il faudrait I'inventer)’; that without belief in a Supreme Being, in his intelligence and his justice, life with its mysteries and miseries would be unbearable. He joins d'Holbach in scorning superstition, but he defends religion as the simple adoration of a deity.” So, morality itself is necessary for the Western thought to achieve the interest or benefi