7.1 Widerlegung des Gedankens des Individualismus
7.1 Refuting the Thought of Individualism
Das Wort Individualismus leitet sich vom Wort Individuum ab. Sein Ursprung ist das lateinische Wort individuum, das eine unteilbare Einheit bedeutet. Im Westen wird diese Bedeutung im philosophischen Sinne verwendet, indem das Konzept des Individualismus auf eine unteilbare Einheit angewandt wird, den Menschen, in den besonderen Merkmalen des Menschen als eines Wesens, das die Unabhängigkeit genießt, zu denken, zu wählen und zu handeln. Es ist die Theorie, die behauptet, dass das Individuum allen Formen der Wirklichkeit übergeordnet ist und den größten inneren Wert besitzt. Der Begriff Individualismus wird auch im Gegensatz zu Totalitarismus und Kollektivismus verwendet. Er liefert die politische Vorstellung, die dem Individuum und der individuellen Initiative den Vorrang verleiht und die Rolle des Staates verringert oder sogar leugnet. Er liefert auch die gesellschaftliche Vorstellung, die sich auf die Rechte des Individuums statt auf die Gemeinschaft konzentriert, wobei die Rolle des Staates und der gesellschaftlichen Institutionen dem Individuum untergeordnet wird und seine Interessen sichergestellt werden. Das Konzept des Individualismus verkörpert die Wirklichkeit des Kampfes des westlichen Menschen gegen totalitäre und despotische Regime vor der Aufklärung und der Moderne. Es symbolisiert die neue universelle westliche Sichtweise mit politischen, wirtschaftlichen und sozialen Dimensionen, in der die Individuen sowohl Herren als auch Mittelpunkt des Universums werden und die Existenz des Universums kontrollieren. Jeder Einzelne hat die Freiheit, seine Lebensweise und sein Verhalten zu wählen, da er die Einheit ist, die den Einheiten von Staat, Gemeinschaft und Gesellschaft vorausgeht. Das Individuum wird mit natürlichen Rechten geboren, die es genießen muss. Dementsprechend sind die Individuen das Ziel des Staates, der ihre Rechte bewahrt und ihre Freiheit (Liberty) schützt. Der Individualismus ist auch das Ziel der Gesellschaft, in der die Gemeinschaft dem Individuum dient und nicht das Individuum der Gemeinschaft.
The word individualism is derived from the word individual. Its origin is the Latin word individuum, which means an indivisible entity. In the West, this meaning in the philosophical sense, as the concept of individualism is applied on an entity that is indivisible, the human being, in the human's distinguished characteristics as one who enjoys independence to think, choose and act. It is the theory that asserts that an individual is superior to all forms of reality, with the greatest intrinsic worth. The term individualism is also used in contrast to totalitarianism and collectivism. It provides the political vision that lends preeminence to the individual and individual initiative, reducing, or even denying, the role of the state. It also provides the societal vision that focuses on the rights of the individual, as opposed to the community, whilst making the role of the state and societal institutions subservient to the individual and ensuring his interests. The concept of individualism encapsulates the reality of the struggle of the Western man against totalitarian and despotic regimes, before Enlightenment and modernity. It symbolizes the new Western universal view, with political, economic and social dimensions, in which individuals become both masters and the center of the universe, controlling the existence of the universe. Every individual has the freedom to choose his way of life and behavior, as he is the entity that precedes the entities of the state, community and society. The individual is born with natural rights which he must enjoy. Accordingly, individuals are the objective of the state, which preserves their rights and protects their freedom (liberty). Individualism is also the objective of society, where it is a society where the community serves the individual, and not where the individual serves the community.
Die Wirklichkeit des Konzepts des Individualismus ist, dass es aus dem Säkularismus hervorgeht. Das Konzept entstand, als der westliche Mensch sich von der Autorität der Kirche und der Könige befreite, die alle seine weltlichen Angelegenheiten und Handlungen mit dem Jenseits verbanden. Innerhalb dieses Systems fühlte er sich gezwungen und unterdrückt, und sein Wille und seine Rechte im Leben waren zermalmt. In jener Epoche wurde seine Identität nach den Traditionen und Glaubensvorstellungen der Gesellschaft geformt. Als er sich von dieser Autorität befreite, wurde seine Verbindung zum Jenseits gekappt. Er richtete dann seine volle Aufmerksamkeit auf die weltlichen Angelegenheiten. So begann er, in dieser Welt zu leben und nicht außerhalb dieser Welt, wie man so sagt. Stattdessen wurde er zum Herrn dieser Welt. Die Zentralität und Souveränität des Individuums wurde durch die Theorie der Naturrechte verstärkt. Diese Theorie behauptet, dass das Individuum seine Rechte aus seiner Natur ableitet, während die Gesellschaft ihm solche Rechte nicht gewährt. Diese Rechte sind ihm festgeschrieben. Sie sind universell, grundlegend, unveräußerlich und können nicht aufgehoben werden.
The reality of the concept of individualism is that it emanates from secularism. The concept arose when the Western man rid himself of the authority of the Church and kings, that connected all of his worldly affairs and actions to the Hereafter. Within the system, he felt coerced and oppressed, with his will and rights within life, crushed. In that era, his identity was shaped according to the traditions and beliefs of the society. When he rid himself of this authority, his connection with the Hereafter was severed. He then turned his full attention towards worldly affairs. So he started living in this world and not outside of this world, as they say. Instead, he became master of this world. The centrality and sovereignty of the individual was reinforced by the theory of natural rights. This theory asserts that the individual has his rights derived from his nature, whilst the society does not grant him such rights. These rights are fixed for him. They are universal, fundamental, inalienable and cannot be repealed.
So nimmt der Mensch seine natürlichen Rechte bereits mit seiner Geburt in Anspruch, d. h. seine Existenz mit seinen Rechten geht der Existenz der Gesellschaft, ihrer Gesetze, Gesetzgebungen und Zwänge voraus. Demnach ist die Freiheit das Fundament menschlicher Existenz. Die Individuen sind in diesen Rechten gleich. Keiner von ihnen entzieht oder hebt die Rechte anderer auf. Da das Individuum seinem Ursprung und seiner Natur nach ein nicht-soziales Wesen ist, ist es im Falle der Vergesellschaftung Streit, Konflikt und Chaos ausgesetzt. Daher muss in einer solchen Situation eine Ordnung geschaffen werden, indem die Individuen untereinander Zugeständnisse machen und eine Gemeinschaft bilden. Das Ziel dieser Gemeinschaft ist es, das Recht auf Freiheit und Gleichheit für alle zu verwirklichen, d. h. das Individuum überträgt seine Rechte an den kollektiven Willen, verkörpert durch den Staat, mittels eines Gesellschaftsvertrags. Auf diese Weise wird durch gegenseitigen Vertrag die herrschende Autorität zu einer menschlichen Institution, die ihre Gesetzgebungen aus der regulierenden Übereinkunft zwischen den Menschen ableitet. Der Staat regelt dann die Rechte und Freiheiten, d. h. der Staat handelt auf der Grundlage des menschlichen Willens und nicht auf der Grundlage des göttlichen Willens, wobei der Wille der Individuen die Wurzel und Grundlage des kollektiven Willens ist.
Thus individuals are born with their natural rights i.e. their existence with their rights precedes the existence of the society, its laws, legislations and constraints. Accordingly, freedom is the foundation of human existence. Individuals are equal in these rights. None of them deprives or repeals the rights of others. Since the individual is a non-social entity in terms of origin and nature, he is subjected to quarrel, conflict and chaos in the event of socialization. So there must be an organization in such a situation by making concessions with a community of individuals. This community's objective is to establish the right to freedom and equality for all i.e. the individual concedes his rights to the collective will, embodied by the state through social contract. In this way, through mutual contract, the ruling authority becomes a human institution that derives its legislations from the regulatory agreement between the people. The state then regulates the rights and freedoms, i.e. the state executes upon the basis of human will and not upon the basis of divine will, where the will of individuals is the root and basis of collective will.
Laut westlichen Denkern ist der Individualismus einer der bestimmenden Pfeiler der westlichen Zivilisation. In seinem Buch „Human Accomplishment: The Pursuit of Excellence In the Arts and Sciences, 800 B.C. to 1950“ erklärt der amerikanische Politikwissenschaftler Charles Alan Murray: „Zweck und Autonomie sind eng verbunden mit dem bestimmenden kulturellen Merkmal der europäischen Zivilisation, dem Individualismus.“ Daher wird der Kapitalismus als eine individualistische Ideologie beschrieben. Diese Ideologie betrachtet die Gesellschaft als eine Ansammlung von Individuen. Der Kapitalismus sieht die Gesellschaft nur als zweitrangige Angelegenheit an, während er sich an den Individuen ausrichtet. Dementsprechend ist der Kapitalismus verpflichtet, die individuellen Freiheiten zu gewährleisten. Daher gehört die Glaubensfreiheit zu dem, was er heiligt. Auch die Freiheit des wirtschaftlichen Eigentums gilt nach seiner Philosophie als heilig und darf nicht eingeschränkt werden. Der Staat nimmt Einschränkungen nur vor, um Freiheiten zu sichern. Der Staat setzt diese Einschränkungen mit der Macht des Militärs und strengen Gesetzen durch. Dennoch ist der Staat nur ein Mittel zum Zweck und nicht Selbstzweck. Die Souveränität liegt letztlich bei den Individuen und nicht beim Staat.
According to the Western thinkers, individualism is amongst the defining pillars of the Western civilization. In his book, Human Accomplishment: The Pursuit of Excellence In the Arts and Sciences, 800 B.C. to 1950, American political scientist Charles Alan Murray states, “Purpose and autonomy are intertwined with the defining cultural characteristic of European civilization, individualism.” Thus capitalism is described as an individualistic ideology. The ideology views that society is a collection of individuals. Capitalism views society only as a secondary consideration, whilst being orientated towards individuals. Accordingly, capitalism is obliged to ensure individual freedoms. Hence, freedom of belief is within what it sanctifies. Freedom of economic ownership is also sacred and must not be restricted, according to its philosophy. The state makes restrictions only to ensure freedoms. The state executes these restrictions with the power of the army and strict laws. Nevertheless, the state is only a means to an end, not an end in itself. Sovereignty ultimately belongs to individuals and not to the state.
Der Kapitalismus ist eine ungültige Philosophie in seiner Auffassung vom Menschen, von der Gesellschaft und vom Begriff der Rechte. Die Belege für seine Ungültigkeit sind zahlreich, darunter:
Capitalism is an invalid philosophy in its perception about man, society and the concept of rights. The evidence for its invalidity are many, including:
Erstens: In seinem Werk Leviathan definierte Thomas Hobbes die natürlichen Rechte, auf denen die Philosophie des Individualismus aufbaut, mit den Worten: „Das Recht der Natur, das Schriftsteller gemeinhin jus naturale nennen, ist die Freiheit, die jeder Mensch besitzt, seine eigene Kraft nach seinem eigenen Willen zur Erhaltung seiner eigenen Natur, das heißt seines eigenen Lebens, zu gebrauchen und folglich alles zu tun, was er nach seinem eigenen Urteil und seiner eigenen Vernunft für das dazu geeignetste Mittel hält.“ In dem Buch Kritik der praktischen Vernunft sprach Immanuel Kant vom Vorrang des Individuums als Person, indem er sagte: „Nur durch das, was man ohne Rücksicht auf Genuss, in völliger Freiheit und unabhängig von dem tut, was die Natur passiv für ihn bereitstellen könnte, gibt man seinem Leben als Dasein einer Person einen absoluten Wert.“
Firstly: In Leviathan, Thomas Hobbes defined the natural rights upon which the philosophy of individualism is built, by saying, “The right of nature, which writers commonly call jus naturale, is the liberty each man hath to use his own power as he will himself for the preservation of his own nature; that is to say, of his own life; and consequently, of doing anything which, in his own judgement and reason, he shall conceive to be the aptest means thereunto.” In the book, Critique of Practical Reason, Immanuel Kant spoke of the preeminence of the individual as a person, by saying, “Only by what one does heedless of enjoyment, in complete freedom and independently of what nature could passively procure for him, does he give to his life, as the existence of a person, an absolute worth.”.
Sie meinten damit, dass der Mensch mit einer bestimmten Natur (Fitra) geboren wird. Diese Natur, mit der er geboren wird bzw. vorgefunden wird, ist sein Gesetz für Verhalten und Handeln. Das bedeutet, dass diese Natur von sich aus feste Prinzipien, d. h. Rechte, besitzt. Die Theorie besagt, dass das Individuum natürliche Rechte besitzt. Diese natürlichen Rechte sind, wie man sagt, vorpolitische bzw. vorvertragliche Rechte. Diese Natur soll Rechte begründen, die der Gesellschaft mit ihren Systemen, Gesetzen und Gesetzgebungen vorausgehen, und zwar auf der Vorstellung des Naturzustandes aufbauend. Der Naturzustand ist der virtuelle und imaginäre Zustand in den Köpfen einiger Philosophen wie Thomas Hobbes, John Locke und anderer. Er hat keine Wirklichkeit, da er auf Spekulationen, Annahmen und Vorstellungen beruht. Der Gegenstand der Untersuchung bezieht sich nicht auf den ersten Menschen, dessen Wirklichkeit nur in ihren Köpfen vorgestellt wird. Er bezieht sich auch nicht auf prähistorische oder vorzivilisatorische Menschen. Vielmehr bezieht er sich auf den Menschen, insofern er greifbar und sinnlich wahrnehmbar ist, sowohl als Individuum als auch als kollektive Gemeinschaft.
What they intended by this is that man is born with a specific nature. It is this nature, upon which he is born or he is found, that is his law of conduct and behavior. This means that this nature is by itself of fixed principles i.e. rights. The theory is that the individual possesses natural rights. These natural rights are pre-political rights or pre- contractual rights, as they say. This nature is supposed to constitute rights that precede the society with its systems, laws and legislations, based on the idea of state of nature. State of nature is the virtual and imaginary state in the minds of some philosophers such as Thomas Hobbes, John Locke and others. It has no reality as it is based on speculations, assumptions and perceptions. The focus of study is not related to the first human being, whose reality is imagined in their minds. It is not related to prehistoric or pre-civilized humans either. Instead it is related to human beings in terms of being tangible and sensed, both as individuals or as a collective community.
So müssen wir nicht die Wirklichkeit eines Menschen voraussetzen, um ihn zu untersuchen und dann ein Urteil über ihn zu fällen. Vielmehr müssen wir von der vorhandenen Wirklichkeit ausgehen, um durch Analogie vom Abwesenden auf das Wahrgenommene zu schließen, und nicht umgekehrt. Die Natur des Menschen, über die sie sprechen, ist das, was im Menschen geschaffen ist oder vorgefunden wird. Das Wesen eines Menschen kann man untersuchen, indem man seine Handlungen und Verhaltensweisen betrachtet. Bei der Betrachtung der Handlungen eines Menschen kann man in ihm eine Lebensenergie beobachten. Diese Lebensenergie hat natürliche Empfindungen, die den Menschen dazu bewegen, sie zu stillen. Diese Antriebe erzeugen Gefühle und Empfindungen, die der Befriedigung bedürfen. Unter diesen Gefühlen und Empfindungen gibt es solche, die eine Befriedigung zwingend erfordern. Werden sie nicht befriedigt, stirbt der Mensch, weil sie mit dem Bestehen der Lebensenergie zusammenhängen, insofern sie für die Existenz des Menschen notwendig ist. Dann gibt es Gefühle und Empfindungen, die eine Befriedigung erfordern, dies aber nicht zwingend. Befriedigt sie ein Mensch nicht, wird er unruhig, bleibt aber am Leben. Denn sie hängen mit den Bedürfnissen der Lebensenergie zusammen, nicht aber mit deren Bestehen. Demnach gibt es zweierlei Lebensenergie: die eine Art erfordert zwingend Befriedigung und heißt organische Bedürfnisse, etwa Hunger, Durst und die Notdurft. Die andere Art erfordert Befriedigung, aber nicht zwingend, und heißt Instinkte. Es gibt drei Instinkte: 1) Den Selbsterhaltungstrieb, dessen Erscheinungsformen Furcht, die Liebe zum Besitz, die Liebe zur Herrschaft und andere sind, die dem Überleben des Menschen dienen. 2) Den Fortpflanzungstrieb, dessen Erscheinungsformen sexuelle Neigungen, Mutterschaft, Vaterschaft und andere sind, die dem Fortbestand der menschlichen Art dienen. 3) Den Heiligungstrieb, dessen Erscheinungsformen die Gefühle von Mangel, Unvermögen, Bedürftigkeit und Ehrfurcht sind. Er ist die höchste Achtung im Herzen vor einem Gegenstand unter anderen, die den Menschen antreiben, nach seinem Wesen, seinem Dasein und seinem größten Problem zu suchen, das durch die entscheidenden Fragen dargestellt wird: Woher kommen wir? Wohin sollen wir gehen? Warum ist es so?
So we do not need to assume the reality of a human in order to study him and then to make a judgment upon him. Instead, we must proceed from the existing reality to make analogy upon the absent, with what is witnessed. Not the other way around. The nature of humans which they discuss is what is created or found within humans. The essence of a man can be studied by looking at his actions and behaviors. When looking at the actions of a man, one can observe within him vital energy. This life energy has natural sensations that motivate man to satiate them. This motivation creates feelings and sensations that require to satiation. Amongst those feelings and sensations are those that mandate satiation. If they are not satiated, man will die because they are related to the existence of vital energy, in terms of the existence of humans. Then there are feelings and sensations that require satiation, but they do not mandate sensation. If a man does not satiate these, he will be agitated but he will remain alive. This is because they are related to the needs of the vital energy, but not the existence of the energy. Accordingly, life energy is of two kinds: one kind requires mandatory satiation and are called organic needs such as hunger, thirst and relieving the call of nature. The other kind requires satiation but not mandatorily and are called instincts. There are three instincts: 1) Survival instinct whose manifestations are fear, love to own, love to dominate and others that serve for the survival of humans. 2) Procreation instinct, whose manifestations are sexual inclinations, motherhood, fatherhood and others that serve for the existence of human species. 3) Sanctification instinct, whose manifestations are the feelings of deficiency, incapability, need and reverence. It is the ultimate respect in the heart for something amongst others that motivate man to search for his essence, existence and his greatest problem represented by the crucial questions, where are we from? Where shall we go? Why is it so?
Dies ist die Natur des Menschen. Dabei ist zu beachten, dass ein Mensch, wenn er sich beeilt, seine Bedürfnisse oder Triebe zu befriedigen, dies nur auf der Grundlage des verstandesmäßigen Begreifens tut, wodurch er sich von den Tieren unterscheidet, deren Reaktion nicht bloß instinktiv ist. So benötigt der Mensch für sein Verhalten zwei Vorstellungen: die Vorstellung von einer Sache hinsichtlich dessen, ob sie befriedigt oder nicht befriedigt, und die Vorstellung vom Leben hinsichtlich dessen, ob es erlaubt ist, mit der Sache zu befriedigen oder nicht. Die Vorstellungen vom Leben ergeben sich nicht aus dem Wesen der Dinge und nicht aus dem Wesen des Menschen. Vielmehr sind sie äußere Angelegenheiten, die mit dem Gesichtspunkt und dem Maßstab der übernommenen Handlungen verbunden sind. Anders gesagt, sind sie mit dem System verknüpft, das aus dem Glauben hervorgeht und die Rechte und Pflichten eines Menschen als Einzelperson oder Gemeinschaft festlegt.
This is the nature of humans. It is to be noted that when a man rushes to satiate his needs or instincts, he only does that based on the rational comprehension, distinguished from animals in that it is not a merely an instinctive reaction. Thus a man needs two concepts for the behavior: The concept about a thing in terms whether it satiates or does not satiate, and the concept about life in terms of whether the thing is permissible to satiate with or not. Concepts about life are not derived from the essence of things and not from the essence of humans. Instead they are external matters connected to the viewpoint and criterion of adopted actions. In other words, they are connected to the system emerging from the creed that defines rights and obligations for a man as an individual or community.
Es gibt keine natürlichen Rechte, die einem Menschen von Geburt an innewohnen. Denn Rechte werden durch die zivilisatorischen und kulturellen Vorstellungen bestimmt, die die Einzelnen übernehmen. Zivilisationen unterscheiden sich in allem, was sie an Vorstellungen und Systemen übernehmen, und deren Gültigkeit bemisst sich daran, inwieweit sie mit der menschlichen Natur (Fitra) übereinstimmen. So widerspricht die mittelalterliche europäische Zivilisation der menschlichen Natur, indem sie die Idee des Mönchtums und der Unterdrückung übernimmt. Ebenso widerspricht die moderne europäische Zivilisation der menschlichen Natur, indem sie die Idee der Pornografie übernimmt und Homosexualität billigt. Die islamische Zivilisation dagegen stimmt mit der menschlichen Natur überein, indem sie das Konzept der Ordnung und der Sättigung übernimmt, ohne sie zu unterdrücken oder ins Maßlose zu entfesseln. Der Islam erkennt den Trieb und seine Befriedigung an und ordnet zugleich die Äußerung des Triebes, ohne ihn zu entfesseln.
There are no such thing as natural rights that exist within a person from birth. This is because rights are determined by the civilizational and cultural concepts, adopted by the individuals. Civilizations are distinct with regards to all that they adopt in terms of concepts and systems, whose validity is measured according to the extent of their agreement with the human nature (fitra). For example, Medieval European civilization contradicts human nature by adopting the idea of monasticism and repression. Likewise, Modern European Civilization contradicts human nature by its adoption of the idea of pornography and approving homosexuality. As for the Islamic civilization, it agrees with human nature by adopting the concept of organization and satiation, without repressing it or unleashing it to excess. Islam acknowledges the instinct and its satiation, whilst also organizing the manifestation of the instinct without unleashing it.
Zweitens: Seit der Mensch bekanntlich in einer Gesellschaft lebt, in einem zivilen Staat, wie man sagt, befindet er sich nicht in einem natürlichen Zustand. Die Wirklichkeit ist, dass er ein soziales Wesen ist, das einem System innerhalb der Gesellschaft und des Staates unterworfen ist, welches seine Rechte und Pflichten festlegt. Die Behauptung, der Mensch wandle sich vom Naturzustand in einen zivilen Zustand, zivilisiert in einer bürgerlichen Gesellschaft, durch einen Gesellschaftsvertrag, der individualisierte natürliche Rechte garantiert, ist sowohl theoretisch als auch praktisch ungültig. Ebenso ungültig, sowohl theoretisch als auch praktisch, ist die Behauptung, der Wille des Individuums sei die Grundlage und Vorstufe der Gemeinschaft, weshalb die Individualität bewahrt werden müsse, indem man die Gesellschaft als eine Sammlung von Individuen betrachte, in der das System die Werte der Individuen und nicht der Gemeinschaft festlegt. Die Wirklichkeit der Gesellschaft ist, dass sie eine Ansammlung von Menschen mit dauerhaften Beziehungen ist. So können Individuen, auch in Millionenzahl, zusammenkommen und eine Gruppe bilden. Es ist die Ansammlung von Individuen, die zu einer Gruppe wird. Bestehen dauerhafte Beziehungen zwischen ihnen, werden sie zu einer Gesellschaft. Bestehen keine dauerhaften Beziehungen zwischen ihnen, bleiben sie lediglich eine Gruppe. Sie können nur dann eine Gesellschaft bilden, wenn zwischen ihnen dauerhafte Beziehungen bestehen.
Secondly: Since when man is known to live in a society, living in a civil state, as they say, he is not in a natural state. The reality is that he is a social being subjected to a system within the society and state that defines his rights and obligations. As for the claim that man turns from the state of nature into a civil state, civilized in a civil society, through a social contract that guarantees individualized natural rights, it is invalid both theoretically and practically. As for the claim that the individual’s will is the basis and precursor of community and so individuality must be preserved by looking at society as a collection of individuals, in which the system establishes the values of individuals and not the community, this is also invalid both theoretically and practically. The reality of society is that it is a collection of people with permanent relationships. Thus, individuals can come together even in millions to form a group. It is the collection of individuals that forms into a group. If there exist permanent relationships between them, then they become society. If there are no permanent relationships, between them, then they remain a group alone. They can form a society only when there are permanent relationships between them.
Was eine Gruppe von Menschen zu einer Gesellschaft macht, ist das Bestehen dauerhafter Beziehungen ('alaaqaat) zwischen ihnen. Diese Beziehungen entstehen als Folge ihrer Interessen (maSaalaH), denn die Menschen brauchen einander, um ihre vielfältigen und unterschiedlichen Interessen zu verwirklichen. Interessen sind also der Beweggrund für das Knüpfen von Beziehungen, und wo keine Interessen sind, gibt es keine Beziehungen. Solche Interessen sind jedoch hinsichtlich ihres Wesens als Interessen nur dann wirklich oder verfälscht, wenn der Mensch sie durch seine Vorstellung von den Interessen bestimmt. Da Vorstellungen die Bedeutungen von Gedanken sind, bestimmen Gedanken die Interessen. Somit erzeugt das Vorhandensein von Gedanken und deren Vereinheitlichung innerhalb eines Volkes dessen Beziehungen.
What makes a group of people form a society is the existence of permanent relationships ('alaaqaat) between them. These relationships emerge as a consequence of their interests (maSaalaH) because people need one another to fulfill their many, varied interests. Thus, interests are the motive for establishing relationships and if there are no interests, there will be no relationships. However, such interests are only real or corrupted, in terms of their nature as being interests, by the concept of man about the interests. Since concepts are the meanings of thoughts, thoughts determine the interests. Thus the existence of thoughts and their unification amongst a people, generates their relationships.
Da es Gefühle (mashaa'ir) zusätzlich zu Gedanken geben muss, wie Freude, Vergnügen, Zorn und andere, müssen auch solche Gefühle in Übereinstimmung mit dem Interesse vereinheitlicht werden. Doch selbst Gedanken und Gefühle reichen nicht aus, um die Beziehung dauerhaft zu erzeugen. Es muss ein System geben, das dieses Interesse behandelt, damit diese Beziehung dauerhaft besteht. Demnach muss unter einem Volk eine Vereinheitlichung (waHdah) von Gedanken, Gefühlen und Systemen erreicht werden, um Beziehungen zwischen ihnen zu begründen. Gibt es unter ihnen keine Vereinheitlichung dieser drei Dinge, so wird es keine Beziehungen geben. Somit ist die Gesellschaft ein Volk und die Vereinheitlichung von Gedanken, Gefühlen und Systemen unter ihnen. Die Gesellschaft ist nicht so, wie die Kapitalisten behaupten. Sie ist nicht bloß eine Gruppe von Individuen, in der jedes Individuum daran arbeitet, sein persönliches Interesse zu verwirklichen. Nach ihrer Auffassung ist die Gesellschaft ein Nebenprodukt der Summe der Willen einzelner Individuen.
Since there must be emotions (mashaa'ir) in addition to thoughts, such as joy, pleasure, anger and others, such emotions must also be unified in harmony with the interest. Yet, even both thoughts and emotions are not sufficient to generate the relationship permanently. There must be a system to treat this interest, so that this relationship exists on a permanent basis. Accordingly, unification (waHdah) of thoughts, emotions and systems must be achieved amongst a people, in order to establish relationships between them. If there is no unification of these three matters amongst them, then there will be no relationships. Thus society is a people and the unification of thoughts, emotions and systems amongst them. Society is not as the capitalists claim. It is not merely a group of individuals in which each individual works to achieve his personal interest. According to them, society is a byproduct of the aggregate of the wills of individuals.
Die westlichen Ansichten über die Gesellschaft haben die Definition von Gesellschaft als offensichtliche, bestehende Wirklichkeit nicht tatsächlich verändert. Vielmehr hat sich nur die Funktion der Gesellschaft unter ihnen gewandelt, da das Konzept der Beziehungen in einen bestimmten Farbton getaucht wurde. Der Individualismus bedeutet den Vorrang des Individuums mit dem Schwerpunkt auf den Rechten und Freiheiten der Einzelnen. Dies beruht auf der Charakterisierung der Individuen als eigenständige Wesen, getrennt von der Gemeinschaft. Nach der westlichen Auffassung ist das gesellschaftliche Leben nichts anderes als eine Frage individueller Entscheidungen und nützlichkeitsorientierter Wahlen, in der Verbindungen und Beziehungen darauf ausgerichtet sind, den Interessen der Einzelnen zu gefallen. So ist die kapitalistische Gesellschaft eine Gesellschaft, die aus Beziehungen besteht, die auf dem Interesse beruhen und vom Nutzen (Vorteil) bestimmt werden, und dies führt zu Isolation, Introversion, Selbstsucht, Gleichgültigkeit, mangelnder Kooperation und dysfunktionalen Familienbeziehungen sowie zum Verlust familiärer Werte in der Gesellschaft insgesamt.
Western views about society did not in fact change the definition of society as an evident, existing reality. Instead, it is only the function of society that has changed amongst them, as the concept of relationships was painted with a particular hue. Individualism constitutes preeminence of the individual, with a focus on the rights and freedoms of the individuals. This is upon the characterization of individuals being independent beings, separated from the community. In the Western view, societal life is nothing but an issue of individual decisions and utilitarian choices, in which connections and relations are conditioned to please the interests of individuals. Thus capitalist society is a society formed with relationships based on the interest, governed by utility (benefit), thereby resulting in isolation, introversion, selfishness, indifference, lack of cooperation and dysfunctional family relationships and the loss of family values within the society at large.
Dies wiederum führte zu wachsender Kritik am Individualismus, auch im Westen, und zu Forderungen, Kollektivismus und Solidarität als Werte für den Einzelnen wiederzubeleben.
This in turn led to growing criticism of individualism even in the West and the emergence of calls to revive collectivism and solidarity, as values for individuals.
Darüber hinaus haben sich die westlichen Staaten selbst inzwischen in viele wirtschaftliche, politische und soziale Angelegenheiten eingemischt und den Individualismus unter dem Vorwand eingeschränkt, ein Gleichgewicht in der Gesellschaft herzustellen. Dies ist eine Anerkennung der Existenz öffentlicher Interessen, die über den privaten, individualistischen Interessen stehen, bis die Systeme begannen, totalitären Regimen zu ähneln.
Moreover, the Western states themselves have actually begun to interfere in many of the economic, political and social matters, restricting individualism on the pretext of creating a balance in the society. It is a recognition of the existence of public interests, preferred over the private, individualistic interests, until the regimes began to resemble totalitarian regimes.
Drittens: Die Philosophie des Individualismus geht davon aus, dass sich das Individuum in einem ständigen und fortwährenden Bemühen befindet, sich selbst, seine Unabhängigkeit und seine Rechte zu bewahren, selbst zu besitzen und selbst zu entscheiden, aus Furcht, in einer ihm durch Zwang aufgezwungenen kollektiven Identität aufgelöst zu werden. So sind die Individuen in der kapitalistischen Gesellschaft getrennte Einheiten oder einzelne Wesen, die miteinander konkurrieren. Jeder getrennte Einzelne ist somit dem anderen durch Gewalt oder Handlung ein Feind, was bedeutet, dass der Individualismus das Bestehen eines Konflikts zwischen dem Individuum und der Gemeinschaft voraussetzt. In der westlichen Sicht muss der Mensch eine von zwei Optionen wählen. Die erste Option ist der Individualismus, in dem er den höchsten Wert besitzt und es ihm erlaubt ist, seine Gegenwart und Zukunft nach seinem Wunsch und Willen zu gestalten. Die zweite Option ist der Kollektivismus, in dem eine Gruppe und nicht die Einzelpersonen den höchsten Wert besitzt, was unweigerlich und automatisch den Wunsch und Willen der Gemeinschaft anhand des Kriteriums formen würde, wie es einige ideologische Lehren wie der Sozialismus behaupten.
Thirdly: The philosophy of individualism perceives that an individual is in a persistent and continuous effort to preserve himself, his independence and rights to own and decide by himself, with a fear of dissolving into a collective identity imposed on him by coercion. Thus individuals in capitalist society are separated entities or individual beings, who compete with one another. So each separated individual is an enemy to another by force or action, which means individualism supposes the existence of conflict between the individual and the community. In the Western view man has to choose one of the two options. The first option is individualism in which he is of supreme value, allowing him to formulate his present and future, according to his desire and will. The second option is collectivism in which a group is of supreme value, instead of individuals, which would inevitably and automatically shape, based on the criterion, the desire and will of the community, as claimed by some ideological doctrines, such as socialism.
Da jedoch nach der Philosophie des Individualismus das Individuum Vorrang vor der Gemeinschaft hat, der Einzelne also eher berechtigt ist, sich durchzusetzen, an erster Stelle zu stehen und den höchsten Wert zu besitzen, erhält dies nur den Zustand des Konflikts in einer Gesellschaft aufrecht, der zwischen den Individuen und der größeren Gemeinschaft fortbesteht.
However, since an individual takes precedence over a community, according to the philosophy of Individualism, one is more deserving to prevail, be first in preference and be of supreme value, this only maintains the state of conflict in a society, which continues to exist between the individuals and the wider community.
Der Individualismus löst weder die Angelegenheiten, noch sind sie so organisiert, dass sie einem Menschen Glück und Zufriedenheit sichern, indem er als Einzelner Teil einer Gemeinschaft ist. Stattdessen stellt er eine Partei gegen die andere und hält die Gesellschaft im Feuer des Konflikts brennen. Tatsache ist, dass die Beziehungen eines Einzelnen zur Gemeinschaft einer Gesellschaft, also zu den Menschen, mit der Eigenschaft, Individuen zu sein, und zugleich Teil einer Gemeinschaft zu sein, so geordnet werden müssen, dass sie Harmonie, Kohärenz, Konfliktfreiheit und Widerspruchsfreiheit zwischen Wünschen und Willen gewährleisten, da sonst Konflikt, Bruch und Zerfall entstehen. Die Gemeinschaft muss daher als ein Ganzes betrachtet werden, das aus Teilen besteht, während der Einzelne als Teil dieser Gemeinschaft betrachtet werden muss, untrennbar von der Gemeinschaft als Ganzes. Dass der Einzelne Teil einer Gemeinschaft ist, bedeutet jedoch nicht, dass er wie eine bloße Speiche in einem Rad ist. Vielmehr bedeutet es, dass er ein bedeutender Teil des Ganzen ist, wie eine Hand ein Teil des Körpers ist. So ist die islamische Sicht auf die Gesellschaft, einschließlich der Beziehung der Einzelnen zur Gemeinschaft. Dementsprechend kümmert sich der Islam um den Einzelnen als Teil einer Gemeinschaft und nicht als einen von der Gemeinschaft getrennten Individuum, was zur Bewahrung der Gemeinschaft führt. Zugleich kümmert sich der Islam um die Gemeinschaft, nicht als ein Ganzes ohne Teile, sondern als ein Ganzes, das aus Teilen besteht, die Individuen sind, was wiederum zur Bewahrung dieser Individuen als Teile führt. Diese islamische Sicht ist die einzige, die die Errichtung von Frieden, Ruhe, Zuneigung und Mitgefühl in der Gesellschaft gewährleistet. Nu'man ibn Baschir berichtete, dass der Gesandte Allahs ﷺ sagte.
Individualism does neither the affairs, nor are they organized to ensure happiness and contentment for a man, by being an individual as part of a community. Instead, it pits one party over another and keeps the society burning in the fires of conflict. The fact is that the relationships of an individual with the community of a society i.e. people, with the characterization of being individuals, whilst being part of a community, must be organized to ensure harmony, coherence, non-conflict and non-contradiction between desires and wills, which will lead to conflict, rupture and disintegration. So the community must be viewed as a whole having parts, whilst the individual must be viewed as a part of this community, inseparable from the community at large. However, the nature of an individual being a part of a community does not mean that it is a part is like a mere spoke in a wheel. Instead it means a significant part of the whole, like a hand being a part of the body. Such is the Islamic view about the society, including the relation of individuals with the community. Accordingly, Islam takes care of this individual as a part of a community and not as an individual separate from the community, which leads to the preservation of community. At the same time, Islam takes care of the community, not as a whole without having parts, but as a whole composed of parts who are individuals, which in turn leads to the preservation of those individuals as parts. This Islamic view is the only view that ensures the establishment of peace, tranquility, affection and compassion in society. Nu’man bin Bashir reported that the Messenger of Allah (saw) said.
Muslime sind wie ein einziger Körper eines Menschen; wenn das Auge schmerzt, schmerzt der ganze Körper, und wenn der Kopf schmerzt, schmerzt der ganze Körper." [Überliefert von Muslim in seinem Sahih]
Muslims are like one body of a person; if the eye is sore, the whole body aches, and if the head aches, the whole body aches.” [Narrated by Muslim in his Sahih],