2.4.3 Das Währungssystem im Islam
2.4.3 The Monetary System in Islam
Grundsätzlich befasst sich ein Wirtschaftssystem mit dem Prozess der Produktion und des Konsums von Gütern und Dienstleistungen, während die politische Ökonomie ihm den geeigneten politischen Rahmen gibt. Das Geldsystem ist nicht notwendigerweise Teil des Wirtschaftssystems. Geld ist ein Instrument, mit dem der Wert von Gütern und Dienstleistungen während der Produktions- und Konsumprozesse gemessen wird. Dieses Maß wird beim Austausch von Produkten und Vorteilen zwischen Produzenten und Konsumenten benötigt. Frühe Völkergruppen (Stämme und primitive Gesellschaften) konnten alle Güter herstellen, die sie zum Leben und Überleben brauchten, und benötigten daher kein einheitliches Maß für den Wert ihrer Güter und Dienstleistungen. Geld war somit nicht Teil des Systems von Produktion und Konsum.
In principle, an economic system is concerned with the process of production and consumption of goods and services, while the political economy provides it with the proper political framework. The monetary system is not necessarily a part of the economic system. Money is a tool used to measure the value of goods and services during the production and consumption processes. This measure is required during the exchange of products and benefits between the producers and consumers. Ancient groups of peoples (tribes and primitives societies) were able to produce all the goods they needed to live and survive, and hence did not require a standard measure for the values of their goods and services. Money, therefore, was not part of the system of production and consumption.
Der Fortschritt und die Entwicklung der Gesellschaften schufen das Bedürfnis, dass Menschen Güter und Dienstleistungen innerhalb derselben Gesellschaft sowie über Gesellschaften hinweg austauschen. Anfangs wurde der Handel mit Gütern und Dienstleistungen im Tauschhandel betrieben, durch den Austausch von Gütern gegen Güter, Gütern gegen Dienstleistungen oder Dienstleistungen gegen Dienstleistungen. Ein solches Beispiel, das im Qur'an berichtet wird, ist, dass der Prophet Moses (Friede sei mit ihm) acht Jahre lang Dienste leistete, als Gegenleistung dafür, dass er die Tochter seines Arbeitgebers, des Propheten Schu'aib (Friede sei mit ihm), heiratete.135 Der Austausch von Gütern und Dienstleistungen gegen eine bestimmte Recheneinheit, Geld genannt, wurde in der Zeit von 600 bis 650 v. Chr. eingeführt.136 Geld wurde zu einem Standardmaß für den Nutzen, den Güter und Dienstleistungen bieten. Geld ersetzte jedoch den Tauschhandel nicht, sondern bot eine neue Methode. Daher wird Geld definiert als das Mittel, durch das Güter und Dienstleistungen gemessen werden. Die Kapitalisten nannten den Wert von Gütern und Dienstleistungen „Preis", wenn dieser Wert in Geld gemessen wird. Der Preis im Kapitalismus ist also ein anderer Name für den Tauschwert von Gütern und Dienstleistungen. Im Islam ist der in Geld angegebene Preis nicht der innere Wert der Dinge, sondern eine Schätzung dieses Wertes.
The progress and advancement of societies created the need for people to exchange goods and services within the same society as well as across societies. Initially, the trade of goods and services was conducted using barter methods through the exchange of goods for goods, goods for services, or services for services. One such example reported in the Quran is when Prophet Moses (PBUH) paid eight years of services in exchange for marrying the daughter of his employer, Prophet Shuaib (PBUH).135 The exchange of goods and services for a specific unit of exchange, called money, was introduced in the period 600-650 BC.136 Money came to be a standard measure for the benefit found in goods and services. However, money did not replace barter exchange methods but provided a new method. Therefore, money is defined as the medium by which goods and services are measured. The capitalists called the value of goods and services “price” when this value is measured by money. So the price under capitalism is another name for the exchange value of goods and services. Under Islam, the price given in money is not an intrinsic value of things; rather it is an estimate of that value.
Der Preis einer Ware und der Lohn eines Arbeiters stellen beispielsweise jeweils die Einschätzung der Gesellschaft über den Wert dieser Ware und die Mühe dieses Arbeiters dar. Diese Einschätzung des Wertes von Gütern und Dienstleistungen wird durch klar definierte Einheiten ausgedrückt. Diese Einheiten werden zum Maßstab, mit dem der Nutzen, den man aus einer Ware gewinnt, und der Nutzen, den man aus einer Dienstleistung gewinnt, gemessen wird. Diese Einheiten dienen als Tauschmittel, und diese Einheiten sind Geld.
The price of a commodity and the wage of a worker, for instance, each represent the society’s estimate of the value of that commodity and the effort of that worker. This estimation of the value of goods and services is expressed by well-defined units. These units become the measure by which the benefit obtained from a commodity and the benefit obtained from a service is measured. These units would act as a medium of exchange, and these units are money.
Der Islam hat sowohl eine tauschähnliche Methode als auch Geld für die Durchführung von Handelsgeschäften gebilligt. Den Menschen ist es erlaubt, je nach gegenseitiger Vereinbarung und dem besten Interesse der Handelspartner eine der beiden Methoden für den Austausch von Waren und Dienstleistungen zu wählen. In beiden Fällen, ob Tausch oder Geld, muss der Preis der Waren oder Dienstleistungen im Austauschprozess ausdrücklich festgelegt werden. Zum Beispiel kann jemand ein Pferd kaufen, indem er eine Woche im Pferdestall des Verkäufers arbeitet, vorausgesetzt, die Anzahl der Arbeitsstunden pro Tag ist klar festgelegt, oder er kann eine Unze Gold für das Pferd bezahlen.
Islam approved barterlike method as well as money for conducting trade transactions. People are allowed to choose either method for the exchange of goods and services based on mutual agreement and the best interest of the trading parties. Either way, using barter or money, the price of the goods or services has to be explicitly defined in the process of exchange. For example, a person can purchase a horse in exchange for working a week in the horse stable of the seller, given that the number of hours of work per day is well defined, or he can pay an ounce of gold for the horse.
Der Islam hat das Währungssystem nicht ungeregelt gelassen; vielmehr hat er Gold und Silber als Grundeinheiten des Währungssystems festgelegt. Sowohl Gold als auch Silber wurden von Gesellschaften und Zivilisationen vor dem Islam weitgehend verwendet, aufgrund des inneren Wertes dieser Edelmetalle. Das Römische Reich nutzte Gold als Hauptwährung und prägte mehrere Goldeinheiten mit genau festgelegter Form und festgelegtem Gewicht; eine dieser Einheiten war der „denarius“ bzw. der Dinar, die Hauptmünze, die von der römischen Republik und dem Kaiserreich ausgegeben wurde. Der Goldene Dinar wurde im gesamten Römischen Reich und in seinen Satellitenstaaten verwendet.
Islam did not leave the monetary system undefined; rather it specified the gold and silver as the base units for the monetary system. Both gold and silver were extensively used by societies and civilizations before Islam due to the intrinsic value of these precious metals. The Roman Empire used gold as the main currency and struck several gold-based units at a well-defined shape and weight; one of these units was the “denarius” or the dinar, which was the main coin issued by republican and imperial Rome. The gold dinar was used throughout the Roman Empire and its satellite states.
Das Perserreich verwendete Silber als hauptsächliche Währung und prägte drei Arten von Silbermünzen, Dirham genannt, mit unterschiedlichen Formen und Gewichten. Der arabische Stamm der Quraisch, in dem Muhammad ﷺ, der Prophet, geboren wurde, besaß keine eigene Währung; vielmehr verwendeten die Quraisch den römischen Golddinar und den persischen Silberdirham, die sie im Austausch für ihre Waren erhielten. Die Araber benutzten das Gewicht der Gold- und Silbermünzen als Tauschmaßstab statt der Anzahl der Münzen.
The Persian empire used silver as its main currency and issued three types of silver coins, called dirham, with different shapes and weights. The Arab tribe of Quraish, where Mohammad the Prophet was born, did not have a currency of its own; rather Quraish used the Roman gold dinar and Persian silver dirham, which they received in exchange of their merchandise. The Arabs used the weight of the gold and silver coins as units of exchange instead of the number of coins.
Nach dem Aufkommen des Islams billigte Mohammad ﷺ die Verwendung des Golddinars und des Silberdirhams, wie sie die Araber in Mekka benutzten. Er billigte auch das Gewicht des Golddinars, das das übliche Gewicht der Kaufleute der Quraisch in Mekka war. Überliefert ist, dass Mohammad ﷺ sagte: „Das Gewicht (des Golddinars) ist dasselbe wie das in Mekka verwendete Gewicht.“137 Die islamische Betrachtung von Gold und Silber als Grundlage für die Währung zeigt sich außerdem in den folgenden Fällen:
After the rise of Islam, Mohammad (PBUH) approved the use of gold dinar and silver dirham as was used by the Arabs in Mecca. He also approved the weight of the gold dinar which was the standard weight used by the Quraish merchants in Mecca. It is narrated that Mohammad (PBUH) said, “The weight (of the gold Dinar) is the same as the weight used in Mecca.”137 The Islamic consideration of gold and silver as a base for currency is further evident in the following cases:
1. Als der Islam das Horten von Reichtum verbot, untersagte er nur das Horten von Gold und Silber, obwohl Reichtum jeden Besitz umfasst, der in Eigentum gehalten werden kann. Zum Reichtum gehören Geld (Gold und Silber), Land, Vieh, Getreide und vieles mehr. Das Horten bezieht sich jedoch nur auf Geldvermögen; es betrifft nicht andere Formen des Reichtums. Es ist möglich, dass Menschen bestimmte Waren und Güter wie Lebensmittel einlagern, doch diese Handlung fällt unter den Begriff des Monopols und nicht des Hortens, das darauf abzielt, die Preise der Waren in die Höhe zu treiben. Das Verbot des Monopols wird an anderen Stellen im Qur'an und in der Sunna erwähnt. Allein das Horten von Geld unterbricht den Produktionskreislauf der Waren. Daher ist das Verbot, Gold und Silber zu horten, ein indirekter Hinweis darauf, dass Gold und Silber in einem islamischen Staat das gesetzliche Zahlungsmittel bilden. Der Vers, der das Horten von Gold und Silber verbietet, bezieht sich somit tatsächlich auf das Horten von Geld und auf die Festlegung von Gold und Silber als Geldgrundlage.
1. When Islam prohibited the hoarding of wealth, it only prohibited the hoarding of gold and silver despite the fact that wealth includes any property that can be owned. Wealth includes money (gold and silver), land, cattle, grains, and much more. However, hoarding applies only to monetary wealth; it does not apply to other forms of wealth. It is possible for people to stash away certain goods and commodities such as food items, but this act falls under the term monopoly rather than hoarding, which aims at raising the prices of goods. The prohibition of monopoly is referenced in other places in the Quran and Sunnah. It is the hoarding of money alone which interrupts the production cycle of goods. Therefore, prohibiting the hoarding of gold and silver is an indirect reference to the fact that gold and silver constitute the monetary currency in the Islamic state. Hence the verse which prohibits the hoarding of gold and silver in fact refers to the hoarding of money and established gold and silver as the money base.
[9:34] Und diejenigen, die Gold und Silber horten und es nicht auf dem Weg Allahs ausgeben – verkünde ihnen eine schmerzhafte Strafe.
[9:34] And those who hoard gold and silver and do not spend them in the way of Allah, let them know that a severe punishment is awaiting them.
2. Der Islam hat Gold und Silber an eine Reihe von Regeln geknüpft, die Geldgeschäfte betreffen. So hat der Islam etwa einen bestimmten Goldbetrag als Buße festgelegt, die anstelle einer versehentlichen Tötung zu zahlen ist (bekannt als Diyyah oder Blutgeld). Der Gesandte Allahs ﷺ soll gesagt haben: „Das Blutgeld für eine Seele betrüge 100 Kamele … und für jene, die mit Gold handeln, 1000 Dinare.“138 Auch andere Bußen wurden in Gold und/oder Silber bemessen. Auch der Mindestwert des gestohlenen Vermögens, der die strafrechtliche Vorschrift der Handabhacken auslöst, wird in Gold bemessen. Al-Bukhari überlieferte auf die Autorität von Aischa hin, dass der Gesandte Allahs ﷺ sagte: „Die Hand wird abgeschnitten für den Diebstahl von einem Viertel (Gold-)Dinar und darüber.“ Die Verknüpfung bestimmter finanzieller Regeln mit dem Dinar und dem Dirham macht den Dinar mit seinem Goldgewicht und den Dirham mit seinem Silbergewicht zur Währungseinheit, mit der die Werte von Waren und Dienstleistungen bemessen werden. Diese Währungseinheit bildet die Grundlage für die Geldwährung im islamischen Staat.
2. Islam has linked gold and silver to a set of rules which involve monetary transactions. For example, Islam named a specific amount of gold as a fine to be paid in lieu of a killing by mistake (known as Diyyah or blood money). Messenger of Allah was reported to have said, “The blood money for one soul would be 100 camels . . . and for those who deal in gold is 1000 Dinars.”138 Other fines were estimated in terms of gold and/or silver as well. The minimum amount of stolen wealth which invokes the punitive rule of hand amputation is also estimated in gold. Al-Bukhari reported on the authority of Aisha that the Messenger of Allah said, “The hand is cut for the theft of one-quarter (gold) dinar and up The attachment of certain financial rules with the dinar and the dirham makes the dinar with its weight in gold, and the dirham with its weight in silver, the monetary unit by which the values of goods and services are measured. This monetary unit constitutes the base for the money currency in the Islamic state.
3. Der Gesandte Allahs hat bestimmt, dass Gold und Silber als Geld verwendet werden, hat sie ausschließlich zum Währungsmaßstab gemacht, um Waren und Dienstleistungen zu bewerten, und dafür gesorgt, dass alle Geschäfte auf ihrer Grundlage abgewickelt werden. Er hat außerdem die Einheiten dieses Geldes festgelegt, die zur Zeit des Gesandten Allahs ﷺ wohlbekannt und weitverbreitet waren und von allen Menschen weithin benutzt wurden. Ebenso ist überliefert, dass der Gesandte Allahs ﷺ sie gebilligt hat. Alle Handels- und Eheverträge wurden in Gold und Silber in ihrer Eigenschaft als Geld abgeschlossen, und dies ist in zahlreichen Hadithen des Propheten ﷺ belegt. Der Gesandte Allahs ﷺ hat das Gewicht von Gold und Silber mit einem bestimmten Gewicht festgelegt, nämlich dem Gewicht der Leute von Mekka. Abu Dawud und An-Nasa'i überlieferten auf die Autorität von Ibn Umar, dass der Gesandte Allahs ﷺ sagte: „Das Gewicht soll das der Leute von Mekka sein.“ 4. Als die Zakat-Abgaben auf Geld vorgeschrieben wurden, bestimmte der Islam den Mindestbetrag an Geld, der für die Zakat qualifiziert, in Gold und Silber. Dies ist ein weiterer Hinweis darauf, dass Geld Gold und Silber ist.
3. The messenger of Allah has determined that gold and silver be used as money, and exclusively made them the monetary measure to evaluate goods and services, and ensured that all transactions be conducted with them as their basis. He also established the units of this money, which were well-known and widespread during the lifetime of the messenger of Allah and they were widely used by all people. It has also been established that the messenger of Allah approved of them. All trade and marriage transactions were conducted in gold and silver, in their quality as money, and this has been documented in numerous Hadeeths of the Prophet. The Messenger of Allah has determined the weight of gold and silver with a specific weight, which was the weight of the people of Mecca. Abu Dawud and An-Nisai reported on the authority of Ibn Umar that the Messenger of Allah said, “The weight should be that of the people of Mecca.” 4. When the Zakah dues on money was decreed, Islam determined the minimum amount of money which qualifies for Zakah in terms of gold and silver. This is another reference to money as being the gold and silver.
5. Die Regeln des Währungstauschs legten nur die Regeln für den Tausch zwischen Gold- und Silberwährungen fest; dies ist ein klarer Beleg dafür, dass Geld allein auf Gold und Silber gegründet sein sollte. Tirmidhi überlieferte, dass der Gesandte Allahs ﷺ sagte: „Tauscht Gold gegen Silber, wie ihr wollt, aber Hand in Hand (ohne Verzögerung).“ Auch Bukhari überlieferte, dass der Gesandte Allahs ﷺ sagte: „Gold gegen Silber wäre Riba, es sei denn, es geschieht Hand in Hand (ohne Verzögerung).“ Eine solide Grundlage für das Währungsfundament ist für die Stabilität sowohl des Finanz- als auch des Wirtschaftssystems unerlässlich, und daher hat der Islam die Regeln für das Währungsfundament festgelegt und sie nicht unbestimmt gelassen oder den Schwankungen der wirtschaftlichen Verhältnisse überlassen. Die Gesetze der Scharia haben stets auf Gold und Silber verwiesen, wann immer es um Geldgeschäfte ging. Folglich wäre die Währung innerhalb der islamischen politischen Ökonomie Gold und Silber oder auf Gold und Silber gestützt. Mit dem Aufstieg des nächsten islamischen Staates ist zu erwarten, dass eine entschiedene Rückkehr zu einem soliderem und stabileren Gold- und Silberstandard als Grundlage des Finanzsystems erfolgen wird.
5. The rules of currency exchange specified the rules of exchange between gold and silver currencies only; this serves clear evidence that money should be based on gold and silver only. Tirmidhi reported that the Messenger of Allah said, “Trade gold for silver as you wish, but hand to hand (without delay).” Bukhari also reported that the Messenger of Allah said, “Gold for silver would be Riba, unless it was hand to hand (without delay).” A solid base for monetary foundation is essential for the stability of both the financial and economic systems, and thus Islam has laid down the rules for the monetary foundation and did not leave them undefined or subject to the fluctuation of the economic conditions. The Shari’ah laws have always referred to gold and silver whenever the subject matter involved monetary transaction. Consequently, the currency within the Islamic political economy would be gold and silver, or based on gold and silver. The rise of the next Islamic state is expected to witness a decisive return to a more solid and stable gold and silver standard as a base for the financial system.
Der Gold- und Silberstandard schließt andere Formen des Tauschs nicht aus. Produkte könnten gegen Produkte und Dienstleistungen auf tauschhandelsähnliche Weise getauscht werden. Der Wert von Produkten und Dienstleistungen wird weiterhin anhand des Nutzens geschätzt, der diesen Gütern innewohnt. Der Gold- und Silberstandard gilt nur für Geld und den Geldtausch.
The gold and silver standard does not exclude other forms of exchange. Products could be exchanged for products and services in a barterlike method. The value of products and services will continue to be estimated based on the benefits inherent in these goods. The gold and silver standard only applies to money and monetary exchange.
Die frühe Entwicklung des Islams stützte sich auf Gold und Silber als Grundlage des Geldtauschs. In den Anfangstagen des Islams verwendete der islamische Staat unter der Führung des Propheten Mohammad ﷺ die Gold- und Silbermünzen, die von den Römern, Persern und den jemenitischen Dynastien geprägt worden waren. Die Muslime nutzten diese Münzen, wie es zuvor die Araber vor dem Islam getan hatten, nach ihrem Gewicht und nicht nach ihrer Stückzahl. Dass der Prophet ﷺ ihre Verwendung in dieser Weise billigte, macht den Gebrauch von Gold- und Silbermünzen zu einer islamischen Regel, obwohl sie bereits vor dem Islam in Gebrauch waren. Die Verwendung römischer, persischer und jemenitischer Münzen blieb während der ersten fünfundsiebzig Jahre des Aufstiegs des islamischen Staates bestehen, bis der Kalif Abdul Malik bin Marwan140 neue islamische Gold- und Silbermünzen prägen ließ. Er ließ den Dinar aus Gold und den Dirham aus Silber prägen und verwendete arabische Schrift in islamischer Gestalt, um die islamischen Münzen von anderen zu unterscheiden. Das Gewicht des Dinars betrug 4,25 Gramm Gold, das des Dirhams 2,98 Gramm Silber. Diese Gewichte stimmten mit den Gewichten der von den Römern und Persern geprägten Münzen überein, die die Araber in Mekka vor dem Islam verwendet hatten. Der Gold- und Silberstandard blieb während des gesamten Bestehens des islamischen Staates erhalten, bis er 1924 in Istanbul abgeschafft wurde.
The first rise of Islam utilized the use of gold and silver as a base for monetary exchange. During the early days of Islam, the Islamic state under the leadership of Prophet Mohammad (PBUH) used the gold and silver coins produced by the Romans, Persians, and Yemeni dynasties. The Muslims, like the Arabs before Islam, used these coins in terms of their weights rather than numbers. The fact that the Prophet approved their use as such makes the use of gold and silver coins an Islamic rule, although they were in use before Islam. The use of Roman, Persian, and Yemeni coins continued for the first seventy-five years of the rise of the Islamic state, until Caliph Abdul Malik Bin Marwan140 struck new Islamic gold and silver coins. He minted the dinar in gold and the dirham in silver and he used Islamic Arabic script to distinguish the Islamic coins from others. The weight of the dinar was 4.25 grams of gold and the weight of the dirham was 2.98 silver grams. These weights were consistent with the weights of the coins struck by the Romans and Persians and used by the Arabs in Mecca before Islam. The gold and silver standard continued throughout the existence of the Islamic state until it was abolished in 1924 in Istanbul.
Neben der Verwendung von Gold und Silber verwendete der islamische Staat auch Kupfermünzen für den Kauf und Verkauf geringfügiger, preiswerter Waren. Die Kupfermünzen waren jedoch stets in Golddinare oder Silberdirhams eintauschbar. Der Punkt ist, dass der Islam die Verwendung von Währungen in jeder Form erlaubt (Gold, Silber, Kupfer, Papier, digitale Token), solange diese Währung in Gold umtauschbar ist, d. h. durch Gold gedeckt ist. Da der Goldstandard und der Silberstandard ein Gebot des islamischen Rechts (Shari'ah) sind, wäre es dem islamischen Staat untersagt, Papiergeld auszugeben, das nicht vollständig durch Gold oder Silber gedeckt ist, und es wäre dem Staat untersagt, das Papiergeld gegenüber der vorab festgelegten Gold- und Silberparität abzuwerten. Die Integrität der islamischen Währung und damit das Vertrauen in diese Währung sollten als stabilisierende Kraft in der islamischen politischen Ökonomie wirken. Dies sollte zudem die Vertrauenswürdigkeit des islamischen Finanzsystems erhalten und steigern, zumal die Welt unter der Vorherrschaft der kapitalistischen Wirtschaft stark unter Währungsschwankungen gelitten hat.
Besides the use of gold and silver, the Islamic state also used copper coins for buying and selling negligible low-cost items. However, the copper coins were always convertible to gold dinars or silver dirhams. The point is that Islam allows the use of currency printed in any form (gold, silver, copper, paper, digital tokens) as long as that currency is convertible to gold, i.e., backed by gold. Because the gold and silver standard is a Shari’ah Islamic law, it would be prohibited for the Islamic state to issue paper money which is not completely backed by gold or silver, and it would be prohibited for the state to devalue the paper money against the pre-established gold and silver equivalence. The integrity of the Islamic currency, and hence the confidence in such currency, should serve as a stabilizing force in the Islamic political economy. This should also sustain and increase the trustworthiness of the Islamic financial system, especially since the world had suffered a great deal from currency fluctuations under the dominance of capitalist economy.
Unter dem Kapitalismus hatte der Goldstandard mehrere Rückschläge erlitten, obwohl sich die Weltgemeinschaft am Ende des Ersten und des Zweiten Weltkriegs auf den Goldstandard verständigt hatte. Der Islam betrachtet die Verwendung von Gold und Silber als Grundlage der Währung, eine islamische Vorschrift, die von den Machthabern des Staates nicht verletzt werden darf und nicht den Bedingungen des Marktes oder der internationalen Angelegenheiten unterworfen ist.
Under capitalism, the gold standard had suffered several setbacks even when the world community had agreed on the gold standard at the end of the first and second world wars. Islam considers the use of gold and silver a base for currency, an Islamic rule which cannot be violated by the executives of the state and is not subject for the conditions of the market or the international affairs.
Vorteile des Goldstandards
Benefits of the Gold Standard
Abgesehen davon, dass der Goldstandard eine islamisch erlaubte Regel ist, hat er mehrere Vorteile, die, wenn man sie berücksichtigt, den Goldstandard zu einem brauchbaren globalen Standard für die Weltgemeinschaft insgesamt machen würden. Während der gesamten Geschichte des Geldes und bis zum Ersten Weltkrieg arbeitete die ganze Welt mit dem Gold- und Silberstandard. Bis dahin waren der Welt keine anderen Standards bekannt. Die hohen Kosten des Krieges und die imperialen kolonialen Weltangelegenheiten, die nach dem Krieg fortbestanden, führten zum Zusammenbruch des Goldstandards und zur Einführung von Papiergeld ohne Gold- oder Silberdeckung. Im Bewusstsein der Bedeutung des Goldstandards für die finanzielle und wirtschaftliche Stabilität versuchten 1933 mehrere europäische Länder und die Vereinigten Staaten, den Goldstandard wiederherzustellen, scheiterten jedoch unter dem starken Druck der Weltwirtschaftskrise. Am Ende des Zweiten Weltkrieges kamen die Vereinigten Staaten, Europa und mehrere andere Nationen überein, dass ein Goldstandard für die Stabilität der Weltwirtschaft und damit für den Weltfrieden unverzichtbar sei, und unterzeichneten daraufhin das Abkommen von Bretton Woods.141
Besides the fact that the gold standard is an Islamically lawful rule, it has several benefits, which if considered, would make the gold standard a viable global standard for the world community at large. Throughout the history of money and up until the First World War, the whole world operated the gold and silver standards. No other standards were known to the world until then. The heavy cost of the war and the imperial colonial world affairs which persisted after the war led to the collapse of the gold standard and the introduction of paper money with no gold or silver backup. Realizing the importance of the gold standard for the financial and economic stability, several European countries and the United States tried in 1933 to restore the gold standard but failed under the heavy pressure of depression. At the end of the Second World War, the United States and Europe and several other nations concurred that a gold standard is essential to the stability of the global economy and hence to world peace and subsequently signed the Bretton Woods Agreement.141
1971 hob die Vereinigten Staaten den Goldstandard einseitig auf und zwangen nahezu alle anderen Nationen, anstelle von Goldreserven US-Dollar zu halten. Seit den siebziger Jahren gab es zahlreiche Forderungen nach einem erneuerten internationalen System, um das Problem der ungezügelten Kapitalströme zu lösen. Diese Idee fand jedoch erst Ende 2008 breite Unterstützung führender Politiker. Am 26. September 2008 sagte der französische Präsident Nicolas Sarkozy: „Wir müssen das Finanzsystem von Grund auf neu denken, so wie in Bretton Woods.“142 Am 13. Oktober 2008 erklärte der britische Premierminister Gordon Brown, die Weltführer müssten zusammenkommen und sich auf ein neues Wirtschaftssystem einigen: „Wir brauchen ein neues Bretton Woods, das eine neue internationale Finanzarchitektur für die kommenden Jahre aufbaut.“143 Zweifellos bringt der Goldstandard der globalen Gemeinschaft zahlreiche Vorteile. Zu diesen Vorteilen zählen die folgenden:
Die Methoden der Ausgabe von Währung
The Methods of Issuing Currency
Im islamischen Wirtschaftsrahmen wird der Preis definiert als die Schätzung der Gesellschaft über den Wert von Gütern, und der Lohn wird definiert als die Schätzung der Gesellschaft über den Wert von Dienstleistungen. Geld hingegen ist das Medium, durch das diese Schätzung ausgedrückt wird. Es ist das Medium, das es den Menschen ermöglicht, verschiedene Güter und Dienstleistungen zu messen und sie auf eine gemeinsame Basis zu beziehen, und so den Vergleich zwischen verschiedenen Gütern und zwischen verschiedenen Dienstleistungen erleichtert, indem sie auf eine allgemeine Einheit bezogen werden, die als allgemeiner Maßstab dient. Preise werden für Güter gezahlt, und Löhne werden für Arbeitskräfte auf der Grundlage dieser Einheit gezahlt, nämlich des Geldes.
In the Islamic economic framework, the price is defined as the society’s estimate of the value of goods, and the wage is defined as the society’s estimate of the value of services. Money, on the other hand, is the medium by which this estimate is expressed. It is the medium which enables people to measure various goods and services and refers them to one common base, thus facilitating the process of making a comparison between various goods and between various services by referring them to one general unit which serves as the general standard. Prices are paid for goods and wages are paid for workers on the basis of this unit, which is money.
Der Wert des Geldes wird an seiner Kaufkraft gemessen, d. h. daran, wie viele Güter und Dienstleistungen eine Person mit einer Geldeinheit erwerben könnte. Daher muss das Medium, mit dem die Gesellschaft den Wert von Gütern und Dienstleistungen bemisst, eine Kaufkraft besitzen, um als Geld zu gelten, d. h. eine Kraft, mit der jede Person Güter und Dienstleistungen erwerben könnte.
The value of money is estimated by its purchasing power, i.e., by how many goods and services a person could buy with one unit of the money. Therefore, the medium by which the society estimates the value of goods and services must have a purchasing power in order to qualify as money, i.e., a power with which any person could acquire goods and services.
Dieses Tauschmittel muss ursprünglich einen eigenen inneren Wert besitzen oder von einem inneren Wert abhängen, d. h. es sollte selbst einen von der Öffentlichkeit anerkannten Wert haben, um als Geld betrachtet zu werden. Genau dies verleiht Gold und Silber die Eignung, als Grundlage für Geld zu dienen; Gold und Silber besitzen einen inneren Wert, der im Verlauf der Menschheitsgeschichte von Gesellschaften anerkannt wurde. Sie wurden als Edelmetall verwendet, als Schmuck für Männer und Frauen, als Sicherheiten und Bürgschaften für Darlehen sowie als Recheneinheiten im Tausch. Das Verfahren zur Ausgabe von Geld (Einheiten mit Kaufkraft) ist jedoch nicht in allen Ländern der Welt dasselbe. Manche Länder mögen Geld übernehmen, das einen inneren Wert besitzt (Gold und Silber) oder von einem inneren Wert abhängt. Andere Länder mögen konventionelles Geld (nicht einlösbar) übernehmen, d. h. sie einigen sich auf ein Tauschmittel, das als Geld gelten soll, und verleihen ihm durch Gesetzgebung oder Regierungsdekret Kaufkraft; in diesem Fall besitzt das Geld aus sich heraus keinen realen Wert.
Wechselkurs von Währungen
Exchange Rate of Currencies
Währungstausch ist der Vorgang, bei dem eine Währung gegen eine andere getauscht wird. Dies kann entweder der Tausch einer Sache gegen eine gleichartige sein, etwa der Tausch von Gold gegen Gold und Silber gegen Silber, oder der Tausch einer Art gegen eine andere Art, etwa der Tausch von Gold gegen Silber oder umgekehrt.
Currency exchange is the process of converting one currency for another. This would be either exchanging one currency for another of the same type, such as the exchange of gold for gold, and silver for silver, or the exchange of one currency type for another one of a different type, such as the exchange of gold for silver or vice versa.
Der Austausch von Währungen derselben Art ist im Islam unter zwei Bedingungen erlaubt. Erstens muss der Austausch in exakt gleicher Menge erfolgen, und zweitens muss der Austausch zur selben Zeit stattfinden. Der Prophet ﷺ soll gesagt haben: „Der Austausch von Gold gegen Gold muss mit gleichem Gewicht und exakter Menge erfolgen; andernfalls ist der Unterschied Riba (Wucher).“144 Dieselbe Regel gilt für den Austausch von Silbermünzen gegen Silbermünzen. Nehmen wir zum Beispiel an, jemand besitzt ein Goldstück von einhundert Gramm und möchte es gegen fünf kleinere Goldstücke tauschen. Dieses Geschäft ist nur erlaubt, wenn die fünf kleineren Goldstücke zusammen ein Gewicht von einhundert Gramm haben. Außerdem muss der Austausch zur selben Zeit stattfinden, d. h. die Person mit dem einhundert Gramm schweren Stück sollte dieses zur gleichen Zeit übergeben, zu der sie die fünf kleineren Stücke erhält. Mit anderen Worten: Es ist nicht erlaubt, das große Stück zu geben und die fünf Stücke in Raten zu verschiedenen Zeitpunkten zu erhalten. Der Islam betrachtet dieses Geschäft als unrechtmäßig und behandelt es als eine Form von Riba. Diese Regel gilt für alle Arten von Währungen. Wenn also jemand Dollar gegen Dollar oder Euro gegen Euro kaufen möchte, muss die Austauschmenge gleich sein, und das Geld muss zum Zeitpunkt der Transaktion vollständig empfangen werden.
The exchange of currencies which belong to the same type is allowed in Islam under two conditions. First, the exchange has to be for the exact same amount, and second, the exchange has to take place at the same time. The Prophet (PBUH) is reported to have said, “The exchange of gold for gold must be done with equal weight and exact amount; otherwise the difference is Riba (usury).”144 The same rule applies to the exchange of silver coins for silver coins. For example, assume that some person has a one-hundred-gram piece of gold and wants to exchange it for five smaller pieces of gold. This transaction is permitted only if the five smaller pieces of gold have a total weight of one hundred grams. Also, the exchange has to take place at the same time, i.e., the person with the one-hundred-gram piece should hand in his piece at the same time when he receives the five smaller pieces. In other words, it is not allowed to give the large piece and receive the five pieces in installments at different times. Islam considers this transaction illegal and treats it as a form of Riba. This rule is extended to all types of currencies. So, if someone wants to buy dollars with dollars or euros with euros, then the amount of exchange must be the same and the money should be received in full at the time of executing the transaction.