3.2 Theoretische Grundlage
3.2 Theoretical Foundation
Die theoretische Grundlage des Islam wird in einer Aussage zusammengefasst, die vom Propheten Muhammad ﷺ überliefert ist. Er sagte: „Der Islam ist auf fünf Pfeiler gegründet“:
The theoretical foundation of Islam is summarized in one statement reported by Prophet Mohammad (PBUH). He said, “Islam is constructed upon five tenants”:
Glaube daran, dass Allah der einzige Gott ist und dass Muhammad ﷺ Sein Gesandter ist.
Æ Believe that Allah is the only God and that Mohammad is his Messenger.
Verrichte das Gebet.
Æ Establish prayer.
Entrichte die Zakat-Abgaben.
Æ Pay the Zakah dues.
Fastet im Monat Ramadan.
Æ Fast the month of Ramadan.
Pilgrimage (Hadsch) zum Heiligen Haus in Mekka durchführen.
Æ Perform pilgrimage to the Sacred House in Mecca.
Der erste dieser Grundsätze bildet das gedankliche Fundament der Ideologie des Islam. Er ist die Basis, auf der alles Übrige im Islam aufgebaut ist. Darüber hinaus liefert er das, was als intellektuelle Führung bezeichnet wird, denn sobald dieses Fundament gelegt ist, wird das menschliche Verhalten ganz natürlich von den Gesetzen geformt, die aus diesem Fundament hervorgehen.
The first of these tenants provides the intellectual foundation of the ideology of Islam. It is the base upon which everything else in Islam is constructed. Furthermore, it provides what is called an intellectual leadership, because once this foundation is established, the human behavior is naturally molded by whatever laws that emanates from this foundation.
Der Islam verlangt, dass der Glaube an die Existenz Gottes auf einem verstandesmäßigen Denkprozess beruht. In diesem Zusammenhang misst der Islam jeder Art von Glauben keinen Wert bei, der bloße Nachahmung und Fortführung der Überzeugungen der älteren Generation ist. Bei zahlreichen Gelegenheiten verächtlich macht der Qur'an die Überzeugungen von Menschen, die sich schlicht auf die Überzeugungen ihrer Väter und früherer Generationen stützen. In Surah Al-Maidah (Kapitel 5, Vers 104) heißt es: „Und wenn ihnen gesagt wird: Kommt zu dem, was Allah herabgesandt hat, und zum Gesandten, sagen sie: Genug für uns ist, was wir unsere Väter befolgen gefunden haben, selbst wenn ihre Väter nichts wussten und keine Rechtleitung hatten.“ Dieser Gedanke wird an anderen Stellen des Qur'an wiederholt; siehe beispielsweise die Verse in den Referenzen 161, 162 und 163.
Islam requires the belief in the existence of god to be based upon a mental reasoning process. In this regard, Islam devalues any type of belief if it is a mere imitation and continuation of the beliefs of older generation. In numerous occasions, the Quran belittles the beliefs of people which simply rely on the beliefs of fathers and previous generations. In Surah Al-Maidah (chapter 5, verse 104), it says, “And when it is said to them: Come to what Allah has revealed and unto the Messenger. They say: Enough for us is that which we found our fathers following, even though their fathers had no knowledge whatsoever and no guidance.” This notion is repeated in other places in the Quran; see for example the verses in references.161, 162, and 163
Anstatt einem Glauben zu folgen, der ungeprüft von älteren Generationen übernommen wurde, lädt der Koran die Menschen ein, nachzudenken und ihren Verstand zu gebrauchen, um einen festen Glauben an die Existenz des einen allmächtigen Schöpfers zu gründen. In Sure Al-Ghaschiya (Kapitel 88, Verse 17–20) sagt der Koran: „Betrachten sie denn nicht die Kamele, wie sie erschaffen sind? Und den Himmel, wie er emporgehoben ist? Und die Berge, wie sie gegründet sind? Und die Erde, wie sie ausgebreitet ist?“ In diesem Sinne verweist der Koran zahlreich auf universelle Phänomene und physische Wirklichkeiten, um das menschliche Denken anzuregen und die Aufmerksamkeit auf das Wesen der Schöpfung zu lenken. Man vergleiche etwa die direkte Aufforderung zum verstandesmäßigen Schlussfolgern in Sure Al-Baqara (Kapitel 2, Vers 164): „Wahrlich, in der Erschaffung der Himmel und der Erde, im Wechsel von Nacht und Tag, in den Schiffen, die mit dem, was den Menschen nützt, über das Meer fahren, und im Wasser (Regen), das Allah vom Himmel herabsendet und mit dem Er die Erde nach ihrem Absterben wieder belebt, und in den Lebewesen aller Art, die Er darauf verbreitet hat, und im Wechsel der Winde und der Wolken, die zwischen Himmel und Erde gehalten werden, sind wahrlich Beweise und Zeichen für Menschen, die verständig sind.“ Ein weiterer Hinweis auf die Erzeugnisse des Landes lenkt den Verstand darauf, über den Grund für die Verschiedenheit in Art und Qualität der Früchte und Gemüse nachzudenken, die im selben Garten wachsen.164 Im Koran finden sich mehr als dreihundert Verweise auf verschiedene Zeichen, physische Phänomene und natürliche Ereignisse, die den Verstand dazu bewegen, über die Schöpfung nachzudenken, um für den Menschen, das Leben und das Universum einen festen Glauben an die Existenz des einen Schöpfers zu begründen.165
Instead of following a belief that has been simply inherited from older generation without careful scrutiny, the Quran invites the people to ponder and use their minds to establish a firm belief in the existence of one Almighty Creator. In Surah Al-Ghashiah (chapter 88, verse 17-20), the Quran says, “Do they not look at the camels, how they are created? And at the heaven, how it is raised? And at the mountains, how they are rooted (and fixed firm)? And at the earth, how it is outspread?” Along these lines, the Quran makes numerous references to universal phenomena and physical realities to instigate the human thought and draw the attention to the essence of creation. See for example the direct invitation to mental reasoning in Surah Al-Baqara (chapter 2, verse 164): “Verily! In the creation of the heavens and the earth, and in the alternation of night and day, and the ships which sail through the sea with that which is of use to mankind, and the water (rain) which Allah sends down from the sky and makes the earth alive therewith after its death, and the moving (living) creatures of all kinds that He has scattered therein, and in the veering of winds and clouds which are held between the sky and the earth, are indeed proofs, evidences and signs for people who reason.” Another reference to the products of land draws the attention of the mind to ponder on the reason behind the variation in kind and quality of fruits and vegetables which grow in the same garden.164 There are more than three hundred references in the Quran to various signs, physical phenomena, and natural events which compel the mind to think and ponder about the creation, in order to establish a firm belief in the existence of the one Creator for man, life, and the universe.165
Die zahlreichen Hinweise im Qur'an lenken stets die Aufmerksamkeit des Verstandes darauf, dass alle existierenden Dinge die Eigenschaften teilen, in Zeit und Raum begrenzt zu sein und sich nicht selbst genügen zu können. Keiner der bestehenden Körper, weder im äußeren Universum noch in den Bereichen des Lebens, vermag seine eigene Existenz aufrechtzuerhalten. Alle existierenden materiellen Wesen sind zu ihrem Dasein und zu ihrem Fortbestehen auf äußere Faktoren angewiesen. Der Gedanke dahinter ist, dass der Islam will, dass die Menschen den Begriff der Schöpfung zu würdigen wissen und eine tiefe und gründliche Überzeugung vom Kerngedanken des Glaubens gewinnen.
The numerous references in the Quran always draw the attention of the mind to the fact that all existing materials share the qualities of being limited in time and space, and in being self-insufficient. None of the existing bodies, whether in the outer universe or in the realms of life, can sustain its own existence. All existing material beings depend on external factors to exist and to be sustained. The idea is that Islam wants the people to appreciate the concept of creation and to have a deep and thorough conviction in the core idea of belief.
Da der Glaube an die Grundlagen des Islam auf der Vernunft beruht, zwingt der Islam die Menschen nicht zum Glauben. Er überlässt die Frage des Glaubens der geistigen Urteilskraft des Menschen.166 Die Überzeugung von den Grundlagen des Glaubens ist erforderlich, weil der Islam auf diesen Grundlagen ein gesamtes System für das Leben errichtet. Den Aufbau und die Aufrechterhaltung eines solchen Systems erfordert eine enorme Menge an Energie, die nur dann aufgebracht werden kann, wenn sowohl der Verstand als auch das Herz der Menschen vollständig in dieses System eingebunden sind.
Because the belief in the foundation of Islam is based on reason, Islam does not force people into belief. It leaves the matter of belief for the human mental discretion.166 The conviction in the foundation of belief is required because upon this foundation, Islam builds an entire system for life. Building and sustaining such system requires a tremendous amount of energy, which can only be drawn if both the mind and the heart of the people are totally engaged in this system.
Ein wichtiger Aspekt des Glaubens an Gott ist der Glaube an die Attribute Gottes. Das wichtigste Attribut, das den Islam als Ideologie qualifiziert, ist der Begriff der Souveränität Gottes. Im Kern stellt dieses Attribut Gott als die einzige Quelle von Gesetzen und Regeln dar, die das Verhalten von Einzelpersonen und Gesellschaften prägen. Dieser Begriff wird im Qur'an deutlich ausgesprochen. In einem Vers heißt es: „Er ist Allah, außer dem es keinen Gott gibt, der im Himmel und auf der Erde angebetet wird. Und Er ist der Allweise, der Allwissende."167 In einem anderen Vers heißt es: „Die Anordnung (bzw. die Herrschaft) gehört nur Allah. Er hat geboten, dass ihr niemanden außer Ihm anbetet; das ist die (wahre) gerade Religion, doch die meisten Menschen wissen es nicht."168
An important aspect of the belief in god is the belief in the attributes of god. The main attribute, which qualifies Islam as an ideology, is the notion of sovereignty of god. In essence, this attribute places god as the only source of laws and rules, which shape the behavior of individuals and societies. This notion is clearly stated in the Quran. In one verse, it says, “It is He (Allah) Who is the only God to be worshiped in the heaven and the only God to be worshiped on the earth. And He is the All-Wise, the All-Knower.”167 In another verse, it says, “The command (or the governance) is for none but Allah. He has commanded that you worship none but Him; that is the (true) straight religion, but most men know not.”168
Die Übermittlung der Lehren des Islam vom Schöpfer an die Menschen erfolgt in Form der Offenbarung an den Gesandten Mohammed ﷺ. Der Koran betont immer wieder, dass die offenbarte Botschaft der einzige Maßstab ist, dem alle folgen sollen, einschließlich des Propheten selbst. Siehe beispielsweise Sure Al-A'raf (Kapitel 7, Vers 203), wo der Koran sagt: „Ich (Mohammed ﷺ) folge nur dem, was mir von meinem Herrn offenbart wird. Dies (der Koran) sind nichts als Beweise von eurem Herrn, eine Rechtleitung und eine Barmherzigkeit für ein Volk, das glaubt." Der Koran wiederum erfuhr besondere Aufmerksamkeit, sodass er eine einzigartige lexikalische, syntaktische und semantische Struktur besitzt. Diese Einzigartigkeit ermöglichte es, dass der Koran über die Zeit hinweg unverändert und unverfälscht bewahrt blieb. Zudem wird die Einzigartigkeit des Koran als Beweis dafür angesehen, dass er tatsächlich von Gott offenbart wurde. Im Koran wird festgestellt, dass niemand jemals in der Lage sein wird, den Koran oder auch nur einen Teil davon nachzubilden; diese Herausforderung gilt bis heute. In Sure Al-Isra' (Kapitel 17, Vers 88) sagt der Koran: „Wenn sich Menschen und Dschinn zusammentäten, um etwas Gleiches wie diesen Koran hervorzubringen, so könnten sie etwas Gleiches nicht hervorbringen, selbst wenn sie einander dabei helfen würden." Seit der Offenbarung des Koran im siebten Jahrhundert wurde keine Nachbildung des Koran jemals angefertigt, und der ursprüngliche Text des Koran ist bewahrt geblieben. Bis heute gibt es nur eine einzige Fassung des Koran in arabischer Sprache. Übersetzungen des Koran in andere Sprachen gibt es zahlreich, aber nur eine Fassung auf Arabisch.
The delivery of the systems of Islam from the Creator to the people comes in the form of revelation to the messenger Mohammad (PBUH). Repeatedly, the Quran emphasizes that the revealed message is the only code which should be followed by all, including the Prophet himself. See for example Surah Al-Araf (chapter 7, verse 203), where the Quran says, “I (Mohammad) but follow what is revealed to me from my Lord. This (the Quran) is nothing but evidences from your Lord, and a guidance and a mercy for a people who believe.” The Quran, in turn, received special attention such that it had a unique lexical, syntactic, and semantic structure. This uniqueness enabled the preservation of the Quran over time albeit unaltered and unchanged. Besides, the uniqueness of the Quran is perceived as an evidence and proof that the Quran is indeed revealed by god. It is stated in the Quran that no one will ever be able to replicate the Quran or any part of it; this challenge is valid until today. In Surah Al-Isra’a (chapter 17, verse 88), the Quran says, “If the mankind and the jinn were together to produce the like of this Quran, they could not produce the like thereof, even if they helped one another.” Since the revelation of the Quran in the seventh century, no replica of the Quran had ever been made, and the original text of the Quran had been preserved. Until today, there is only one copy of the Quran in the Arabic language. The translations of the Quran into other languages are numerous, but there is only one version in Arabic.
Neben dem Koran umfasst die Offenbarung auch die Sunnah des Propheten Muhammad ﷺ, die aus seiner Biografie und den überlieferten Texten besteht. Die Sunnah wurde von einer Gruppe von Gelehrten gesammelt, die neue Methoden zur Authentifizierung und Überprüfung der Sunnah des Propheten Muhammad ﷺ entwickelten.169
Besides the Quran, the revelation includes the Sunnah of Prophet Mohammad which consists of his biography and narrated texts. The Sunnah was compiled by a group of scholars who devised new methods for authentication and validation of the Sunnah of Prophet Mohammad.169
Seit den frühen Tagen der Offenbarung wurde anerkannt, dass der offenbarte Text (in Form des Qur'an und der Sunnah) die Grundlage für die Ableitung von Regeln und Gesetzen bildet. Der Text des Qur'an wurde analysiert und auf eine Weise ausgelegt, die eine genauere Ableitung von Regeln und Gesetzen ermöglichte. Seit den Anfängen des Islam wurden zahlreiche Bücher zur Auslegung des Qur'an verfasst, bekannt als Tafsir.170 Auf der Grundlage der ursprünglichen Texte des Qur'an und der Sunnah des Propheten ﷺ sowie der Auslegungswerke entwickelten muslimische Gelehrte den Wissensbestand der Rechtswissenschaft, im Islam als Wissenschaft des Fiqh bekannt. Im Wesentlichen umfasst diese Wissensgrundlage das Regelwerk aus Vorschriften, Gesetzen, Ethik, täglichen Praktiken und allgemeinen Vorstellungen, die aus dem Qur'an und der Sunnah des Propheten ﷺ abgeleitet sind. Im Laufe eines längeren Zeitraums wurden verschiedene Methoden der Ableitung entwickelt. Auf Grundlage dieser Methoden entstanden mehrere Rechtsschulen des Fiqh.171 Vom siebten Jahrhundert an, während des Aufstiegs des Islam und bis zum Ende des neunzehnten Jahrhunderts, wurden Tausende von Büchern in den Bereichen Tafsir, Auslegung der Sunnah, Rechtswissenschaft (Fiqh) und Glaubenslehre verfasst. Viele dieser Bücher haben trotz der großen Verluste während der mongolischen und der Kreuzzugskriege überdauert.172, 173
Since the early days of revelation, it was recognized that the revealed text (in the form of Quran or Sunnah) provides a base for deriving rules and laws. The text of the Quran was analyzed and interpreted in a manner to allow more accurate derivation of rules and laws. Several books of the interpretation of the Quran, known as the Tafseer, were authored since the early days of Islam.170 Based on the original texts of the Quran and the Sunnah as well as the books of interpretation, Muslim scholars developed the knowledge base of jurisprudence, known in Islam as the science of Fiqh. Essentially, this base includes the set of rules, regulations, laws, ethics, daily practices, and general ideas derived from the Quran and the Sunnah. Over an extended period of time, several methods of derivation were developed. Based on these methods of derivation, several schools of Fiqh emerged.171 Since the seventh century and throughout the rise of Islam and until the end of the nineteenth century, thousands of books in the areas of Tafseer, Sunnah interpretation, jurisprudence (Fiqh), and creed were authored. Many of these books survived despite the great loss incurred during the Mogul and crusade wars.172, 173
Die theoretische Grundlage der islamischen Ideologie ist in der umfangreichen, über dreizehn Jahrhunderte entstandenen Literatur verständlich und ohne jede Zweideutigkeit dargelegt. Die Richtigkeit der Theorie wird nachdrücklich durch einen klar definierten Denkprozess belegt, der auf das Fundament des Glaubens angewandt wird: Gott, den Gesandten und den Koran. Die Richtigkeit der Systeme von Gesetzen und Vorschriften wird auf der Grundlage einer korrekten Methodik der Ableitung festgestellt. Die Stärke dieser Idee liegt in der Vorstellung, dass nur die Basis, aus der die Ableitung erfolgt, eines ursprünglichen Beweises bedarf. Das Gesetzessystem gilt als richtig, wenn die Grundlage, von der es ausgeht, richtig ist und die Methode, aus der das System abgeleitet wird, richtig ist. Mit anderen Worten: Es ist nicht erforderlich zu beweisen, dass das fünfmalige Gebet am Tag eine richtige Praxis ist. Vielmehr ist zu beweisen, dass das fünfmalige Gebet am Tag in einem gültigen Text des Korans oder der Sunna offenbart wurde und dass die Methode der Auslegung dieses Textes einem soliden und korrekten Verfahren folgt. Ebenso ist es nicht erforderlich, die Richtigkeit des Verbots des Zinses bei Finanztransaktionen zu beweisen. Vielmehr ist zu beweisen, dass das Zinsverbot in den Texten des Korans und der Sunna enthalten ist und dass die Methode, aus diesen Texten das Gesetz abzuleiten, eine gültige und richtige Methode ist.
The theoretical foundation of the Islamic ideology is intelligibly and without any ambiguity detailed in the vast collection of literature produced over thirteen centuries. The soundness of the theory is vigorously established through a well-defined reasoning process which applies to the foundation of faith: God, Messenger, and the Quran. The correctness of the systems of laws and regulations is established on the basis of a correct derivation methodology. The power of this idea lies in the notion that only the base upon which the derivation is processed needs to have an original proof. The system of laws is deemed correct if the base from which it emanates is correct, and the method of deriving the system is correct. In other words, it is not required to prove that praying five times a day is a correct practice. Rather, it is required to prove that praying five times a day was revealed in a valid Quran or Sunnah text, and the method of interpreting that text follows a sound and correct method. By the same token, it is not required to prove the correctness of the law banning usury in financial transactions. Rather, it is required to prove that the antiusury law is found in the texts of Quran and Sunnah, and the method of generating the law from these texts is a valid and correct method.
Dass der Islam ein verstandesmäßiges Begründen seiner Kerngedanken und Grundsätze verlangt, zeigt das Vertrauen des Islam in die Tragfähigkeit der intellektuellen Grundlage seiner Ideologie. Der rationalistische Charakter des islamischen Fundaments wurde vom französischen Historiker und Gelehrten Edward Montet anerkannt und bestätigt.174 Montet kommt zu folgendem Schluss: „Der Islam ist eine Religion, die im weitesten Sinne dieses Begriffs, etymologisch und historisch betrachtet, im Wesentlichen rationalistisch ist.“ Weiter erklärt er: „Der Koran hat stets seinen Platz als grundlegender Ausgangspunkt behalten, und das Dogma von der Einheit Gottes wurde darin stets mit einer Erhabenheit, einer Majestät, einer unveränderlichen Reinheit und einem Ton sicherer Überzeugung verkündet, wie er außerhalb des Islam kaum zu übertreffen ist.“ Die Rationalität des Glaubens beschreibt Montet als „ein Glaubensbekenntnis, so präzise, so frei von theologischen Verwicklungen und folglich so dem gewöhnlichen Verständnis zugänglich, dass man von ihm eine wunderbare Kraft erwarten darf, sich den Weg in die Gewissen der Menschen zu bahnen, und es tatsächlich auch besitzt.“ Die ausführlichen Beweise für die Kerngedanken des Islam würden den Rahmen dieses Buches sprengen. Sie werden in einer anderen Veröffentlichung des Autors behandelt. Der Leser kann sich in der Zwischenzeit auf zahlreiche Veröffentlichungen stützen, die dieses Thema ausführlicher behandeln.
The fact that Islam demanded a mental reasoning for the belief in its core ideas and principles demonstrates the confidence of Islam in the soundness of the intellectual base of its ideology. The rationalistic nature of the Islamic foundation was recognized and acknowledged by French historian and scholar Edward Montet.174 Montet makes the following conclusion: “Islam is a religion that is essentially rationalistic in the widest sense of this term considered etymologically and historically.” He further explains, “The Qur’an has invariably kept its place as the fundamental starting point, and the dogma of unity of God has always been proclaimed therein with a grandeur a majesty, an invariable purity and with a note of sure conviction, which it is hard to find surpassed outside the pale of Islam.” Montet describes the rationality of the creed as “a creed so precise, so stripped of all theological complexities and consequently so accessible to the ordinary understanding might be expected to possess and does indeed possess a marvelous power of winning its way into the consciences of men.” The extended proofs of the core ideas of Islam are beyond the scope of this book. This will be dealt with in another publication by the author. In the meantime, the reader can refer to numerous publications which address this issue in greater details.