2.5 Befriedigung der Grundbedürfnisse
2.5 Satisfaction of Basic Needs
Denken Sie daran, dass das Hauptziel der islamischen politischen Ökonomie darin besteht, die Grundbedürfnisse jedes Einzelnen zu befriedigen und jedem Einzelnen zu ermöglichen, seine Luxusbedürfnisse zu befriedigen. Aus islamischer Sicht sind die Grundbedürfnisse jedes Menschen unabhängig von dem Ort oder der Zeitepoche, in der die Menschen leben, dieselben. Diese Bedürfnisse stehen in direktem Zusammenhang mit dem Überleben und dem Wohlergehen der Menschen. Der Islam erkennt diese Bedürfnisse an und macht sie zu einem Recht jedes Einzelnen. Im Wesentlichen sind die Grundbedürfnisse eines Menschen Nahrung und Wasser, Kleidung, sichere Unterkunft und Gesundheit; manche mögen einwenden, dass Gesundheit ein Nebenprodukt der anderen Grundbedürfnisse (Nahrung, Kleidung und Unterkunft) ist. Darüber hinaus streben Menschen nach einem komfortableren und luxuriöseren Leben, was im Islam durchaus in Ordnung ist.
Recall that the main objective of the Islamic political economy is to satisfy the basic needs of each individual and to enable each individual to satisfy his luxury needs. From the Islamic perspective, the basic needs of any human are the same irrespective of the place or the time era the people live in. These needs are directly related to the survival and the well-being of people. Islam recognizes these needs and makes them a right for each and every individual. Essentially, the basic needs of a human are the food and water, clothing, secure housing, and health; some may argue that health is a by-product of the other basic needs (food, clothing, and housing). Beyond these needs, human strive for more comfortable and luxurious life, which is perfectly all right in Islam.
In einem Hinweis auf die Grundbedürfnisse des Menschen wird überliefert, dass der Prophet Muhammad ﷺ sagte: „Wer seinen Tag mit Sicherheit im Hause, prächtiger Gesundheit und genügend Nahrung beendet, ist ein Mensch, der alles erlangt hat, was er im Leben braucht.“146 Diese Überlieferung des Propheten ﷺ zeigt, dass Nahrung, sichere Unterkunft und Gesundheit die Grundlagen des Lebens sind, die jeder Einzelne erreichen muss. Ein Hinweis auf Kleidung als Grundbedürfnis findet sich in Surat al-Baqara (Kapitel 2, Vers 233): „Der Vater des Kindes soll die Kosten für Nahrung und Kleidung der Mutter in angemessener Weise tragen.“ Obwohl sich der Hinweis auf eine Verantwortung innerhalb der Familie bezieht, steht der Kontext in Beziehung zu den Bedürfnissen des Einzelnen. Somit macht der Islam es zur Pflicht, dass jeder Einzelne in der Gesellschaft ausreichend Nahrung, ausreichend Kleidung, sichere Wohnung und Gesundheitsschutz erhält. Über diese Grundbedürfnisse hinaus sollte jeder Einzelne Zugang zu den Mitteln und Ressourcen haben, die es ihm ermöglichen, nach den darüberhinausgehenden luxuriösen Bedürfnissen zu streben.
In a reference to the basic needs of individuals, it is reported that Prophet Mohammad (PBUH) said, “Whoever ends his day, with security at home, splendid health, and enough food, is a person who obtained all that he needs in life.”146 This narration by the Prophet indicates that food, secure shelter, and health constitute the essentials of life which each and every individual must attain. A reference to clothing as a basic need is found in Surah Albaqara (chapter 2, verse 233): “The father of the child shall bear the cost of the mother’s food and clothing on a reasonable basis.” Although the reference is to a family type responsibility, but the context is related to the needs of an individual. Thus Islam makes it a must that each and every individual in the society receives sufficient food, sufficient clothing, secure housing, and health protection. Beyond these basic needs, each individual should have access to the tools and resources which enable him to seek more of the luxurious needs.
Der islamische Ansatz zur vollständigen Befriedigung der grundlegenden menschlichen Bedürfnisse unterscheidet sich grundlegend von dem Ansatz der Sozialisten oder Kapitalisten. Die Sozialisten konzentrierten sich auf die Gleichheit des Eigentums an Produktionsmitteln, statt auf die Pflicht, die Grundbedürfnisse der Menschen zu erfüllen. Die Sozialisten hielten die Ziele der politischen Ökonomie selbst dann für erreicht, wenn die Menschen in der Gesellschaft ihre Grundbedürfnisse nicht befriedigen konnten, obwohl sie gleichen Anteil am Eigentum an den Produktionsmitteln hatten. In der Theorie kann man erwarten, dass diese Eigentumsgleichheit naturgemäß zur Befriedigung der Grundbedürfnisse führt; die Praxis zeigt jedoch das Gegenteil. Unter der Führung der Sozialisten in der Sowjetunion garantierte das öffentliche Eigentum an den Produktionsmitteln nicht die Befriedigung der Bedürfnisse der Einzelnen. Die Sowjetunion litt unter großer Armut, und Millionen von Menschen fehlten einige der Grundlagen und Notwendigkeiten des Lebens wie Nahrung, medizinische Versorgung und Wohnraum. Wir müssen stets bedenken, dass diese Bedürfnisse die Bedürfnisse bestimmter Einzelpersonen sind und dass es das Recht eines jeden ist, diese Bedürfnisse gedeckt zu sehen. Und diese Bedürfnisse müssen unmittelbar angegangen werden; sie dürfen nicht als Nebenprodukt eines anderen Ziels behandelt werden. Im Fall des Sozialismus wurde angenommen, dass die Gleichheit des Eigentums an den Produktionsmitteln automatisch für die Bedürfnisse der Einzelnen sorgt. Die Praxis des Sozialismus in der Sowjetunion und in China hat diese Annahme als falsch erwiesen.
The Islamic approach to the complete satisfaction of the basic human needs differs fundamentally from the approach taken by the socialists or capitalists. The socialists focused on the equality of property ownership, rather than the requirement to fulfill the basic needs of the people. The socialists would still consider the objectives of the political economy achieved even when the people in the society fall short of satisfying their basic needs while they enjoy equal ownership of the means of production. In theory, one can expect that this equality of ownership naturally leads to the satisfaction of the basic needs; however, practice proves otherwise. Under the leadership of socialists in the Soviet Union, the public ownership of the means of production did not guarantee the satisfaction of the needs of individuals. The Soviet Union suffered a great deal of poverty and millions of people lacked some of the basics and essentials of life such as food, health care, and shelter. We have to always remember that these needs are needs of specific individuals and it is the right of each to attain these needs. And these needs must be addressed directly; they should not be treated as the by-product of another objective. In the case of socialism, it was assumed that the equality of ownership of the means of production automatically caters for the needs of individuals. The practice of socialism in the Soviet Union and China proved this assumption wrong.
Der Kapitalismus hat einen ähnlichen Fehler begangen, insofern er die Befriedigung der Bedürfnisse der Menschen von einem anderen Ziel abhängig gemacht hat. Das Hauptziel der kapitalistischen politischen Ökonomie ist das Wirtschaftswachstum, das die Steigerung der knappen Güter und Dienstleistungen erfordert. Das Wachstum der Wirtschaft, gemessen am Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) oder des Bruttonationaleinkommens (BNE), ist das Hauptziel der kapitalistischen politischen Ökonomie. Die Wirtschaft unter dem Kapitalismus gerät in Rezession oder Depression, wenn das Wirtschaftswachstum unter einen bestimmten Wert fällt. Sie geht in die Erholung über, wenn das Wachstum für einen bestimmten Zeitraum wieder einsetzt. Ob in Rezession, Depression oder Erholung, Millionen von Menschen können weiterhin ohne die Grundbedürfnisse nach Nahrung, Gesundheitsschutz, Unterkunft und Kleidung auskommen. Die Zahl der Menschen, die unter die Armutsgrenze fallen (in vielen Ländern weniger als 1,25 US-Dollar am Tag verdienen), wächst weiter, selbst wenn die allgemeine Gesundheit der Wirtschaft gut ist. Mit anderen Worten: Die Annahme, dass die Gesellschaft umso eher jedem Menschen genug Nahrung, Gesundheitsversorgung, Wohnraum und Kleidung verschafft, je mehr Güter, Dienstleistungen und Reichtum sie produziert, ist falsch. Dies ist durch eine Fülle von Daten belegt; der erste Teil dieses Buches hat alle Arten von Daten und Statistiken geliefert, die diese Schlussfolgerung stützen. Auch der Kapitalismus hat, ähnlich wie der Sozialismus, es versäumt, die existenziellen Grundbedürfnisse jedes Einzelnen als eigenständiges Ziel zu betrachten, das von der politischen Ökonomie verfolgt werden sollte. Stattdessen hat der Kapitalismus die Befriedigung der Bedürfnisse des Einzelnen als Nebenprodukt eines anderen Ziels betrachtet, nämlich des Wirtschaftswachstums und der Steigerung der Produktion.
Capitalism made a similar mistake in the sense that it left the satisfaction of the needs of people to depend on another goal. The main goal pursued by the capitalist political economy is the economic growth which calls for increasing the scarce products and services. The growth of the economy measured in terms of the increase in the gross domestic product (GDP) or gross national product (GNP) is the main objective of the capitalist political economy. The economy under capitalism goes in recession or depression when economic growth slows down below a certain value. It goes into recovery when the growth resumes for a given period of time. Whether in recession, depression, or recovery, millions of people may continue to lack the basic needs of food, health protection, shelter, and clothing. The number of people who fall below a poverty line (earning less than $1.25 a day in many countries) continues to grow even when the overall health of the economy is in good shape. In other words, the assumption that the more goods, services, and wealth the society produces, the more likely for people to receive enough food, health care, housing, and clothing is incorrect. This has been proven with abundance of data; the first part of this book provided all types of data and statistics which support this conclusion. Again, capitalism, similar to socialism, has failed to consider the essentials of life for each individual as an objective that stands on its own, which ought to be pursued by the political economy. Instead, capitalism considered the satisfaction of the needs of individuals as a by-product of another goal, which is the economic growth and the increase of production.
Der Islam behandelte, wie zuvor erörtert, jeden einzelnen Menschen in der Gesellschaft als ein Subjekt, das für sich selbst angesprochen werden muss. Der Islam erkannte, dass die Befriedigung der Bedürfnisse der Gesellschaft als Ganzes nicht zwangsläufig die Befriedigung der einzelnen Glieder dieser Gesellschaft garantiert. In Bezug auf diese Tatsache erklärte der Prophet ﷺ, dass eine Gemeinschaft, die über reichlich Nahrung und Ressourcen verfügt, sich im sündhaften Irrtum befindet, wenn auch nur eines ihrer Mitglieder nicht genug zu essen erhält (ebenso, wenn es keine Unterkunft, keine medizinische Versorgung und keine Kleidung hat). Im Wesentlichen duldet der Islam in der Gesellschaft weder Obdachlosigkeit, Hunger noch Krankheit.
Islam, as discussed earlier, treated each individual in the society as a subject which needs to be addressed on its own. Islam recognized that the satisfaction of the needs of the society at large does not necessarily guarantee the satisfaction of the individual units of that society. In a reference to this fact, the Prophet (PBUH) declared that a community that has plenty of food and resources remains in a sinful error if at least one of its members does get enough food (by the same token he does not get shelter, health care, and clothing). In essence, Islam does not tolerate the existences of homelessness, hunger, or sickness in the society.
Bei der Befriedigung der Grundbedürfnisse des Einzelnen setzt der Islam mehrere Mechanismen ein. Der erste Mechanismus weist jedem Einzelnen in der Gesellschaft eine verantwortliche Partei zu, die garantiert, dass der Einzelne seine Grundbedürfnisse erfüllt. Der zweite Mechanismus richtet einen verpflichtenden Fonds ein, bekannt als Zakah, der den ersten Mechanismus ergänzt und darauf abzielt, die Bedürfnisse des Einzelnen zu decken. Dieser Mechanismus wird durch weitere Formen der Wohltätigkeit (Sadaqat) noch verstärkt. Der dritte Mechanismus wird durch das öffentliche und staatliche Eigentum bereitgestellt. Der zweite Teil der Ziele der islamischen politischen Ökonomie, nämlich die Befriedigung von mehr als den Grundbedürfnissen, wird durch das Privateigentum erreicht, wie es weiter vorne in diesem Buch erörtert wurde. Diese Mechanismen werden in den folgenden Abschnitten weiter besprochen und ausgeführt.
In the process of satisfying the basic needs of individuals, Islam deploys several mechanisms. The first mechanism assigns for each individual in the society a responsible party to guarantee that the individual meets his or her basic needs. The second mechanism establishes an obligatory fund, known as Zakah, which augments the first mechanism and seeks to fulfill the needs of individuals. This mechanism is further enhanced by other forms of charity (sadaqat). The third mechanism is provided by the public and state ownerships. The second part of the objectives of the Islamic political economy, which is the satisfaction of more than the basic needs, is achieved through the private ownership as discussed earlier in this book. These mechanisms are further discussed and elaborated in the following sections.
Kinder, Eltern und Verwandte – Unterstützung
Children, Parents, and Relatives Support
Der Islam weist jedem Einzelnen in der Gesellschaft eine hierarchische Ordnung zu, nach der seine grundlegenden Bedürfnisse versorgt werden. Die erste Stufe der Unterstützung liegt beim Einzelnen selbst. Der Islam hat es leistungsfähigen Männern zur Pflicht gemacht, zu arbeiten und für sich selbst sowie für ihre Angehörigen zu sorgen. Allah (SWT) ermutigt die Menschen in der Sure Al-Mulk (Kapitel 67, Vers 30), die Fülle der Ressourcen auf der Erde zu nutzen; Er sagt: „Er ist es, Der die Erde euch dienstbar gemacht hat (d. h. sie für euch leicht begehbar, bewohnbar und landwirtschaftlich nutzbar gemacht hat). So zieht auf ihren Wegen und esst von Seiner Versorgung. Und zu Ihm wird die Auferstehung sein.“ Vom Propheten Mohammad ﷺ wird überliefert, dass er sagte: „Anstatt Menschen um Unterstützung zu bitten, die gewährt werden kann oder auch nicht, sollte ein Mann hinausgehen und Arbeit suchen, etwa indem er Holz aus den Wäldern auf seinem Rücken herbeischafft und Holz verkauft.“147 Es steht fest, dass alle leistungsfähigen Männer verpflichtet sind, Arbeit zu suchen und für ihre eigenen grundlegenden Bedürfnisse sowie für diejenigen zu sorgen, die von ihnen abhängig sind. Diese Regel gilt ausschließlich für die Männer der Gesellschaft. Frauen sind im Islam nicht verpflichtet zu arbeiten, um ihre grundlegenden Bedürfnisse zu decken. Der Islam hat für alle Frauen Unterhaltszahlungen vorgeschrieben, unabhängig davon, ob sie arbeiten können oder nicht; die Versorgung der Frauen fällt unter die Kategorie der Versorgung von Töchtern, Ehefrauen oder Müttern. Ebenso hat der Islam Unterhaltszahlungen (im islamischen Sprachgebrauch Nafaqah genannt) für alle Männer vorgeschrieben, die aufgrund einer Behinderung oder weil sie keine Arbeit finden können, nicht arbeiten können.
Islam assigns for each individual in the society a hierarchical order to take care of his or her basic needs. The first level of support falls upon the individual himself. Islam made it an obligation upon able men to work and provide for themselves and their dependents. Allah (SWT) in Surah Al-Mulk (chapter 67, verse 30) urges people to take advantage of the plenty of resources in the earth; He says, “He it is Who has made the earth subservient to you (i.e. easy for you to walk, to live and to do agriculture on it); so walk in the path thereof and eat of His provision. And to Him will be the Resurrection.” Prophet Mohammad (PBUH) is reported to have said, “Rather than asking people for support, which may or may not be granted, a man should go out and seek work such as bringing wood on his back from the forests and selling wood.”147 It is established that all able men are required to seek work and provide for their own basic needs and for those who depend on them. This rule applies exclusively to males in the society. Women in Islam are not required to work in order to provide for their basic needs. Islam mandated alimony support for all women, whether they are able to work or not; women support comes under the category of support for daughters, wives, or mothers. In the same manner, Islam mandated alimony support (called Nafaqah in Islamic terms) for all men who are unable to work due to disability or being unable to find work.
Zakat: Ein Fonds zur Deckung der Bedürfnisse von Einzelpersonen
Zakah: A Fund for Satisfying the Needs of Individuals
Die Zakah (Pflichtabgabe) ist eine der fünf Säulen des Islam. Überliefert ist, dass der Prophet Mohammad ﷺ gesagt hat: „Der Islam ist auf fünf Dingen errichtet“;151 eine der fünf Säulen ist die Zakah. Die Zakah ist ein bestimmter, genau festgelegter Anteil am Vermögen, der dem Besitz wohlhabender Personen entnommen und den Armen zugewendet wird. Überliefert ist, dass der Prophet Mohammad ﷺ seinem Gefährten Muʿadh ibn Dschabal, als er ihn in den Jemen entsandte, auftrug, den neuen Muslimen mitzuteilen, dass es zu ihren Pflichten gehöre, von dem Vermögen der Reichen eine Zakah abzuziehen und sie den Armen zu geben.152 Um das ordnungsgemäße Funktionieren der Zakah zu gewährleisten, hat der Islam diese Form der Wohltätigkeit zu einer der wichtigsten Formen der Anbetung gemacht, die ein Muslim verrichtet; im Koran wird sie häufig zusammen mit dem Gebet genannt. Darüber hinaus hat der Islam dem Staat die Aufgabe übertragen, die Zakah-Gelder einzuziehen und sie nach vorher festgelegten Verteilungsregeln zu verteilen. Der Koran bestimmt acht Kategorien von Menschen, die Anspruch auf den Empfang der Zakah haben.
The Zakah (Obligatory Charity) is one of the main pillars of Islam. It is narrated that Prophet Mohammad (PBUH) had said, “Islam is constructed upon five”;151 one of the five pillars is the Zakah. The Zakah is a particular and well-defined portion of wealth deducted out of the wealth of rich individuals and devoted to the poor ones. It is narrated that Prophet Mohammad (PBUH) had told his companion Muath Bin Jabal when he sent him in a mission to Yemen to inform the new Muslims that one of their duties is to deduct a Zakah from the wealth of the rich ones and give it to the poor ones.152 To guarantee the proper functionality of the Zakah, Islam made this form of charity as one of the main forms of worship carried out by a Muslim; it is frequently cited along with the prayer in the Quran. Furthermore, Islam mandated the state to be in charge of collecting the Zakah funds and distributing the funds according to preestablished rules of distribution. The Quran designated eight categories of people who are entitled to receive the Zakah charity.
In Sure At-Tauba (Kapitel 9, Vers 60) sagt der Koran: „Die Almosen (hier bedeutet as-sadaqāt die Zakāt) sind nur für die Fuqarāʾ (Armen), die Masākīn (die sehr Armen) und jene, die mit deren Einziehung beauftragt sind, und um die Herzen derer zu gewinnen, die zum Islam geneigt sind; und um Sklaven freizukaufen, und für jene, die in Schulden geraten sind, und für die Sache Allahs (d. h. für die Mudschāhidūn – jene, die in einem heiligen Kampf kämpfen), und für den Reisenden (einen Wanderer, der von allem abgeschnitten ist); eine von Allah auferlegte Pflicht. Und Allah ist der Allwissende, der Allweise.“ Fünf der acht Kategorien sind der Befriedigung der Grundbedürfnisse von Menschen gewidmet, die Schwierigkeiten haben könnten, für ihre eigenen Bedürfnisse zu sorgen.
Öffentliches und staatliches Eigentum: Keine menschlichen Bedürfnisse bleiben unerfüllt
Public and State Property: No Human Needs Remain Unsatisfied
Keine menschlichen Bedürfnisse sollten unbefriedigt bleiben. Dies ist ein grundlegendes Prinzip, das der Islam ehrt. Dies wird im Koran in Sure Al-Isra (Kapitel 17, Vers 70) klar dargelegt: „Und wahrlich, Wir haben die Kinder Adams geehrt, und Wir haben sie zu Lande und zu Wasser getragen, und Wir haben ihnen von den guten Dingen (At-Tayyibât) beschert und sie vor vielen Unserer Geschöpfe mit deutlichem Vorzug bevorzugt.“ Um die Befriedigung der Grundbedürfnisse zu gewährleisten, hat der Islam eine weitere Ebene der Unterstützung hinzugefügt, für den Fall, dass die ersten beiden Ebenen nicht ausreichen, um die Bedürfnisse mancher Menschen zu decken. Naturkatastrophen, Kriege und schwierige wirtschaftliche Verhältnisse können leicht dazu führen, dass viele Einzelpersonen ohne die angemessene Unterstützung ihrer nächsten Angehörigen dastehen, und können die Mittel aus der Zakat leicht versiegen lassen, weil das Vermögen der Reichen und Wohlhabenden schrumpft. Die dritte Ebene der Unterstützung im islamischen Wirtschaftssystem bilden das öffentliche Eigentum und das Staatseigentum, die in Abschnitt 4.2 behandelt wurden.
No human needs should remain unsatisfied. This is a basic principle which Islam honours. This is clearly stated in the Quran in Surah Al-Israa (chapter 17, verse 70). “And indeed We have honored the Children of Adam, and We have carried them on land and sea, and have provided them with At-Tayyibât (lawful good things), and have preferred them above many of those whom We have created with a marked preferment.” In order to guarantee the satisfaction of the basic needs, Islam added one more level of support in case the first two levels fail to cover the needs of some people. Natural disasters, wars, and hard economic conditions can easily leave many individuals without the proper support of their immediate relatives and can easily dry out the funds of Zakah due to revenue depletion of the rich and wealthy. The third level of support provided by the Islamic economic system is the public and state property, which was discussed in section 4.2.
Die Einnahmen aus dem öffentlichen Eigentum werden vom Staat verwaltet. Das öffentliche Eigentum gehört allen Bürgern gleichermaßen, Reichen wie Armen. Daher werden die Erträge dieser Art von Eigentum zur Finanzierung von Projekten von gemeinsamem Interesse für die gesamte Bevölkerung verwendet. Beispiele für solche Projekte sind Gesundheit, Bildung, Straßen, Brücken, Eisenbahnen, Kommunikationsinfrastruktur, Versorgungsbetriebe und dergleichen. Somit tragen die Einnahmen aus dem öffentlichen Eigentum dazu bei, die grundlegenden Bedürfnisse nach Gesundheit und Bildung für alle Bürger der Gesellschaft zu decken, Reiche wie Arme gleichermaßen.
The revenue of the public property is administered by the state. Public property is equally owned by all citizens, rich and poor alike. Therefore, the proceeds of this type of property are used to finance projects of common interest for all the population. Examples of such project include health, education, roads, bridges, railroads, communication infrastructure, utilities and the like. Hence, the public property revenues contribute towards the satisfaction of health and education basic needs for all citizens of the society, rich and poor alike.
Privateigentum: Über die Grundbedürfnisse hinaus
Private Property: Beyond the Basic Needs
Über die Grundbedürfnisse hinaus strebt der Mensch von Natur aus nach mehr und nach einem Leben jenseits des Notwendigen. Der Islam hat anerkannt, dass Menschen eine Liebe und ein Verlangen nach mehr Reichtum und einem luxuriösen Leben entwickeln können. Im Koran, Sure Al-Imran (Kapitel 3, Vers 14), heißt es: {Ausgeschmückt ist den Menschen die Liebe zu dem, was sie begehren: Frauen, Söhne, angehäufte Schätze an Gold und Silber, gekennzeichnete Pferde, Vieh und bestelltes Ackerland. Das ist der Genuss des diesseitigen Lebens; doch bei Allah ist die schönste Heimkehr.} Überliefert ist, dass der Prophet Muhammad ﷺ gesagt hat: „Allah liebt es, die Gunst zu sehen, die Er Seinen Dienern gewährt hat.“ Der Islam hat die Einzelnen nicht daran gehindert, ihren Besitz zu vermehren, um ein besseres Leben zu erreichen. Zu diesem Zweck hat der Islam das Privateigentum erlaubt und gestattet. Er erlaubte auch verschiedene Wege, privaten Reichtum zu mehren, während er andere Wege untersagte, etwa Wucherinvestitionen, den Handel mit Drogen und Alkohol, Prostitution und den Sexhandel.
On top of the basic needs, humans naturally strive for the achievement of more and beyond the basic needs. Islam recognized the fact that people may develop this love and eagerness for more wealth and luxurious life. In Surah Al-Imran (chapter 3, verse 14), the Quran says, “Beautified for men is the love of things they covet; women, children, much of gold and silver (wealth), branded beautiful horses, cattle and well-tilled land. This is the pleasure of the present world’s life; but Allah has the excellent return (Paradise with flowing rivers) with Him.” It is narrated that Prophet Mohammad (PBUH) had said, “Allah likes to see the favors he bestowed upon his servants.” Islam did not restrict the individuals from seeking the expansion of their wealth in order to attain a better life. For this purpose, Islam legalized and permitted the private property ownerships. It also permitted different means of growing private wealth, while restricting some other means such as usury investment, the sale of drugs and alcohol, prostitution, and sex trade.
Der Islam hat keine Obergrenze für die Menge an Reichtum festgelegt, die ein Einzelner erwerben kann. In einigen Überlieferungen sagte der Prophet ﷺ, dass selbst jemand, der das Gegenwert eines Berges aus Gold besäße, damit einen außergewöhnlich großen Reichtum hätte. Die einzigen Grenzen, die der Islam setzt, betreffen die Mittel des Erwerbs oder der Vermehrung von Reichtum. Der Koran hat den Handel als Mittel zur Vermehrung von Reichtum ausdrücklich erlaubt. Weitere Regeln des Islam legen die Bestimmungen für den Handel fest sowie die Grenzen dessen, was als erlaubter oder verbotener Handel gilt. Innerhalb der Grenzen des erlaubten Handels kann ein Einzelner seinen Reichtum jedoch so weit vermehren, wie er es vermag. Überliefert wird, dass Othman Bin Affan, der Gefährte des Propheten ﷺ und dritte Kalif, einen Karawanenhandel leitete, dessen Waren tausenden Kamelladungen entsprachen.