Bani Al-Mustaliq (Muraisi‘) Ghazwa, Scha'ban 6 n. H.
Bani Al-mustaliq (muraisi‘) Ghazwah, Sha'ban 6 Hijri:
Obwohl dieser Ghazwah militärisch nicht in seinem vollen Ausmaß zum Tragen kam, hatte er gewisse Folgen, die innerhalb des islamischen Staates einen Zustand der Unruhe hervorriefen und dazu führten, dass die Heuchler mit Schande bekleidet wurden. Darüber hinaus zog er den Erlass festigender Gesetze nach sich, die der islamischen Gemeinschaft den Eindruck von Edelmut, Würde und Reinheit der Seelen verliehen.
Though militarily it did not assume its full dimension, this Ghazwah had certain implications that brought about a state of turbulence within the Islamic State, and resulted in disgracefulness to clothe in the hypocrites. Moreover, it entailed enactment of consolidating legislations that attached an impression of nobility, dignity and purity of souls to the Islamic community.
Am 2. Sha'ban erreichte den Propheten ﷺ die Nachricht, dass der Anführer der Banu Al-Mustaliq, Al-Harith bin Dirar, seine Männer zusammen mit einigen Arabern mobilisiert habe, um Madinah anzugreifen. Buraidah bin Al-Haseeb Al-Aslami wurde sofort entsandt, um die Berichte zu überprüfen. Er wechselte einige Worte mit Abi Dirar, der seine Kriegsabsicht bestätigte. Später schickte er einen Kundschafter aus, um die Stellungen der Muslime zu erkunden, doch dieser wurde gefangen genommen und getötet. Der Prophet ﷺ rief seine Männer zusammen und befahl ihnen, sich für den Krieg vorzubereiten. Vor seinem Aufbruch wurde Zaid bin Haritha damit beauftragt, sich um die Angelegenheiten Madinahs zu kümmern und sie zu regeln. Als die Ungläubigen vom Herannahen der Muslime hörten, gerieten sie in Furcht, und die Araber, die mit ihnen zogen, fielen ab und liefen um ihr Leben davon. Abu Bakr wurde das Banner der Auswanderer anvertraut, das der Helfer ging an Sa'd bin 'Ubada. Die beiden Heere lagerten an einem Brunnen namens Muraisi. Eine Stunde lang wurde mit Pfeilen geschossen, dann stürmten die Muslime vor und traten mit dem Feind in eine Schlacht ein, die mit einem vollständigen Sieg der Muslime endete. Einige Männer wurden getötet, die Frauen und Kinder der Ungläubigen als Gefangene genommen, und viel Beute fiel den Muslimen zu. Nur ein Muslim wurde irrtümlich von einem Helfer getötet. Unter den Gefangenen war Juwairiyah, die Tochter des Al-Harith, des Anführers der Ungläubigen. Der Prophet ﷺ heiratete sie, und als Ausgleich mussten die Muslime hundert weitere Gefangene des Feindes freilassen, die den Islam annahmen und fortan die Schwiegerfamilie des Propheten ﷺ genannt wurden.
News reached the Prophet (Peace be upon him) on Sha‘ban 2nd. to the effect that the chief of Bani Al-Mustaliq, Al-Harith bin Dirar had mobilised his men, along with some Arabs, to attack Madinah. Buraidah bin Al-Haseeb Al-Aslami was immediately despatched to verify the reports. He had some words with Abi Dirar, who confirmed his intention of war. He later sent a reconnoiterer to explore the positions of the Muslims but he was captured and killed. The Prophet (Peace be upon him) summoned his men and ordered them to prepare for war. Before leaving, Zaid bin Haritha was mandated to see to the affairs of Madinah and dispose them. On hearing the advent of the Muslims, the disbelievers got frightened and the Arabs going with them defected and ran away to their lives. Abu Bakr was entrusted with the banner of the Emigrants, and that of the Helpers went to Sa‘d bin ‘Ubada. The two armies were stationed at a well called Muraisi. Arrow shooting went on for an hour, and then the Muslims rushed and engaged with the enemy in a battle that ended in full victory for the Muslims. Some men were killed, women and children of the disbelievers taken as captives, and a lot of booty fell to the lot of the Muslims. Only one Muslim was killed by mistake by a Helper. Amongst the captives was Juwairiyah, daughter of Al-Harith, chief of the disbelievers. The Prophet (Peace be upon him) married her and, in compensation, the Muslims had to manumit a hundred others of the enemy prisoners who embraced Islam, and were then called the Prophet’s in-laws.
DIE VERRÄTERISCHE ROLLE DER HEUCHLER VOR DEM GHAZWA DER BANI AL-MUSTALIQ
THE TREACHROUS ROLE OF THE HYPOCRITES PRIOR TO THE BANI AL-MUSTALIQ GHAZWAH
‘Abdullah bin Ubai, ein übler Heuchler, war voller Groll gegen den Islam und die Muslime, weil er glaubte, dass der Prophet ﷺ ihm seine Führung über Al-Aws und Al-Khazraj genommen habe, zwei Stämme, die sich bereits auf das Prophetentum Muhammads ﷺ und seine Herrschaft über sie geeinigt hatten.
‘Abdullah bin Ubai, a terrible hypocrite was full of rancour against Islam and the Muslims because he believed that the Prophet (Peace be upon him) had dispossessed him of his leadership over Al-Aws and Al-Khazraj, two clans already agreed on the Prophethood of Muhammad (Peace be upon him) and his masterhood over them.
Der Groll ‘Abdullahs war bereits sichtbar, bevor er den Islam vortäuschte. Nach der Schlacht von Badr gab er vor, ein Muslim zu sein, doch im tiefsten Herzen blieb er jener furchtbare Feind Allahs, Seines Gesandten und aller Gläubigen insgesamt. Sein einziges Ziel war stets, Zwietracht in der muslimischen Gemeinschaft zu säen und die Sache der neuen himmlischen Religion zu untergraben. Sein verräterisches Verhalten war überall zu beobachten, trat aber besonders deutlich in seinen boshaften Versuchen hervor, im Kampf von Uhud Verwirrung unter den Muslimen zu stiften. Seine Heuchelei und Täuschung nahmen ernste und hässliche Ausmaße an, als er kurz vor der Freitagspredigt des Propheten ﷺ unter den Muslimen aufstand und spöttisch zu ihnen sagte: „Dies ist der Gesandte Allahs ﷺ, der euch mit Allah geehrt hat; ihr müsst ihn daher unterstützen, ihm gehorchen und ihm zuhören“, woraufhin er sich wieder setzte. Dasselbe tat er am Freitag nach der Schlacht von Uhud. Er war so dreist und anmaßend, dass seine Worte unverkennbar nach tief verwurzeltem Groll klangen, sodass einige Muslime ihn vorwurfsvoll am Mantel packten und zum Schweigen brachten. Sogleich ging er fort und stieß dabei grobe und spöttische Worte aus. Ein Helfer traf ihn am Tor der Moschee und befahl ihm, zurückzukehren und den Gesandten ﷺ um Allahs Vergebung zu bitten, doch er entgegnete, er habe nie gewollt, dass er darum bitte. Außerdem unterhielt er heimliche Kontakte zu den Banu Nadir, einem anderen jüdischen Stamm, ermutigte sie zu einem Bündnis mit ihm und versprach ihnen Unterstützung; all dies geschah im Rahmen seiner unablässigen Bemühungen in einem langen Prozess von Verschwörung und Ränkespiel gegen die Muslime. Die Worte Allahs bezüglich seiner verräterischen Taten und furchterregenden Machenschaften während der Schlacht um den Graben kamen, um diese Form der Heuchelei ganz deutlich zu bezeugen:
‘Abdullah’s rancour had appeared before he feigned Islam. Following the battle of Badr, he made pretensions of being a Muslim, but deep at heart, he remained that terrible enemy of Allâh, His Messenger; and all the believers, in general. His sole target had always been to sow the seeds of dissension in the Muslim community, and undermine the cause of the new heavenly religion it has. His treacherous behaviour could be witnessed everywhere but was strikingly evident in his wicked attempts at creating a state of confusion and diamongst the Muslims at Uhud Battle. His hypocrisy and deceit assumed serious and ugly dimensions when he used to stand up among the Muslims shortly before the Prophet’s Friday speech, and mockingly say to them: “This is the Messenger of Allâh, who has honoured you with Allâh, so you have got to support, obey and listen to him,” and then he would sit down. He did the same following Uhud Battle on Friday. He was so rude and presumptuous that his words smacked unmistakingly of deeply-rooted rancour, so that some of the Muslims took him by his cloak reproachingly and silenced him. He immediately left, uttering rude and mocking words. A Helper met him at the Mosque gate and ordered him to return and beg the Messenger for Allâh’s forgiveness, but he retorted that he had never wanted him to ask for that. He, moreover, conducted clandestine contacts with Bani Nadir, another tribe of Jews, encouraging them to make alliance with him and promising support for them; all of this in his ceaseless efforts in a long process of conspiracy and intrigue hatched against the Muslims. Allâh’s Words as regards his treacherous acts and awe-inspiring attempts during the Trench Battle came to testify quite clearly to this mode of hypocrisy:
DIE BÖSE ROLLE, DIE SIE IM VERLAUF DER GHAZWA DER BANU AL-MUSTALIQ SPIELTEN:
THE WICKED ROLE THEY PLAYED IN THE COURSE OF THE GHAZWAH OF BANI AL-MUSTALIQ:
Während dieser Ghazwah wären die Heuchler beinahe imstande gewesen, eine Art Zwietracht unter den Muslimen selbst zu stiften, verbunden mit einer ernsten und hässlichen Verleumdung gegen den Propheten ﷺ selbst. Kurz gesagt war ihr Verhalten eine authentische Übersetzung der Worte Allâhs:
During this Ghazwah, the hypocrites almost managed to create a sort of discord among the Muslims themselves, coupled with a serious and ugly slander against the Prophet (Peace be upon him) himself. In short, their behaviour was an authentic translation of Allâh’s Words:
• „Wären sie mit euch ausgezogen, so hätten sie euch nichts als Verwirrung eingebracht, und sie wären in eurer Mitte hin und her geeilt (und hätten Unheil gestiftet) und Zwietracht unter euch gesät …“ [9:47].
• “Had they marched out with you, they would have added to you nothing except disorder, and they would have hurried about in your midst (spreading corruption) and sowing sedition among you …” [9:47].
Es war fast zu einem Streit zwischen den Auswanderern und den Helfern gekommen, ausgelöst durch Ränke und böse Absichten der Heuchler. Der Prophet ﷺ wies sie zurecht und bezeichnete ihr Verhalten als etwas, das nach den Gepflogenheiten der Zeit vor dem Islam rieche. Sie, die Heuchler mit ‘Abdullah bin ‘Ubai an der Spitze, waren wütend darüber, dass die Muslime sich den feindseligen Plänen und bösartigen Machenschaften entgegenstellten, die hinter verschlossenen Türen gesponnen wurden. Sie schworen: „Der Ehrenwerteste wird den Niedrigsten aus Madinah vertreiben“, und fügten hinzu: „Sie (die Muslime) haben uns an Zahl übertroffen und sich unser Land geteilt. Wenn du deinen Hund mästest, wird er dich fressen.“ Als diese Worte dem Propheten ﷺ berichtet wurden, bat ‘Umar, ein angesehener Gefährte, um die Erlaubnis, Ibn ‘Ubai töten zu dürfen. Der Prophet ﷺ lehnte diesen Vorschlag selbstverständlich ab, mit der Begründung, es zieme sich nicht für einen Propheten ﷺ, beschuldigt zu werden, sein eigenes Volk zu töten. Stattdessen forderte er ‘Umar in einem unerwarteten Schritt auf, den Aufbruch anzukündigen. Er zog mit seinen Männern zwei Tage lang weiter, bis die Sonne zu heiß wurde. Dann hielten sie an und schliefen ein, ein geschickter Versuch, die Aufmerksamkeit seiner Leute von dem vorherigen Vorfall abzulenken. Der Sohn ‘Abdullahs erfuhr von der niederträchtigen Tat seines Vaters, und als die Gruppe Madinah erreichte, zog er sein Schwert und versperrte seinem Vater den Zutritt zur Stadt, bis dieser bekannte und erklärte, dass er selbst der Niedrigste unter den Bürgern Madinahs sei und der Prophet ﷺ der Ehrenwerteste unter ihnen. So fiel die Prahlerei auf ihn selbst zurück. Es wird auch berichtet, dass der Sohn bereit gewesen wäre, seinen Vater zu töten, wenn der Prophet ﷺ es gewollt hätte.
DIE VERLEUMDUNGSAFFÄRE:
THE SLANDER AFFAIR:
Dieser äußerst schmerzliche Vorfall ereignete sich auf der Rückkehr des Propheten ﷺ von der Expedition gegen die Banu Mustaliq. Das muslimische Heer musste für eine Nacht an einem Ort, unweit von Madinah, Halt machen. Auf dieser Expedition wurde der Prophet ﷺ von seiner edlen und begabten Frau 'Aischa (möge Allah an ihr Wohlgefallen haben) begleitet. Wie es sich fügte, entfernte sich 'Aischa (möge Allah an ihr Wohlgefallen haben) ein Stück weit vom Lager, um ihre Notdurft zu verrichten. Als sie zurückkehrte, bemerkte sie, dass sie ihre Halskette irgendwo verloren hatte. Die Halskette selbst war nicht von großem Wert, doch da sie eine Leihgabe von einer Freundin war, ging 'Aischa (möge Allah an ihr Wohlgefallen haben) erneut hinaus, um danach zu suchen. Als sie zurückkam, war zu ihrem großen Kummer und ihrer Beschämung das Heer bereits mit dem Kamel, auf dem sie geritten war, weitergezogen, denn ihre Begleiter hatten gedacht, sie sitze in der Sänfte, da sie damals schlank, sehr jung und leichtgewichtig war. In ihrer Hilflosigkeit setzte sie sich nieder und weinte, bis der Schlaf sie übermannte. Safwan bin Mu'attal, ein Auswanderer, der als Letzter nachkam, erkannte sie, da er sie schon gesehen hatte, bevor der Vers über die Verschleierung herabgesandt wurde. Er brachte sie auf seinem Kamel nach Madinah, ohne ein einziges Wort zu ihr zu sprechen, und ging selbst hinter dem Tier her. Die Heuchler von Madinah, angeführt von 'Abdullah bin 'Ubai bin Salul, suchten aus diesem Vorfall Kapital zu schlagen und verbreiteten einen böswilligen Skandal gegen 'Aischa (möge Allah an ihr Wohlgefallen haben), und unglücklicherweise ließen sich auch einige Muslime darin hineinziehen. Nach der Ankunft in Madinah beriet sich der Prophet ﷺ mit seinen Gefährten, die unterschiedliche Meinungen vertraten, die von Scheidung bis Beibehaltung reichten. Der Vorfall hätte beinahe einen Streit zwischen zwei rivalisierenden Parteien, den Aus und den Chazradsch, entfacht, doch das Eingreifen des Propheten ﷺ brachte beide Seiten sogleich zum Schweigen. 'Aischa (möge Allah an ihr Wohlgefallen haben), die von den umlaufenden Gerüchten nichts ahnte, erkrankte und war einen Monat lang ans Bett gefesselt. Als sie sich erholt hatte, erfuhr sie von der Verleumdung und bat um Erlaubnis, zu ihren Eltern zu gehen, um sich verlässliche Nachrichten zu beschaffen. Dann brach sie in Tränen aus und blieb zwei Tage und eine schlaflose Nacht, in denen sie ununterbrochen weinte, und zwar so sehr, dass sie meinte, ihre Leber werde zerreißen. Der Prophet ﷺ besuchte sie in dieser Lage, und nachdem er die Einheit Allahs (SWT) bezeugt hatte, sagte er zu ihr: „Wenn du unschuldig bist, wird Allah dich freisprechen; andernfalls musst du Ihn um Vergebung und Verzeihung bitten.“ Sie hörte auf zu weinen und bat ihre Eltern, für sie zu sprechen, doch sie hatten nichts zu sagen. So ergriff sie selbst die Initiative und sagte: „Sollte ich euch sagen, dass ich unschuldig bin, und Allah weiß, dass ich gewiss unschuldig bin, werdet ihr mir nicht glauben; und sollte ich etwas zugeben, von dem Allah weiß, dass ich dessen unschuldig bin, würdet ihr mir glauben. Dann habe ich nichts, worauf ich zurückgreifen könnte, außer den Worten des Vaters des Propheten Yusuf (Josef):