Der Prophet auf dem Schlachtfeld ﷺ
The Prophet On The Battlefield
Die Quraisch, beschämt über die Flucht des Propheten ﷺ zusammen mit seinen treuen Gefährten und eifersüchtig auf seine wachsende Macht in Madinah, hielten die in Mekka zurückgebliebenen Muslime streng unter Beobachtung und verfolgten sie auf jede nur mögliche Weise. Außerdem nahmen sie vor der Auswanderung des Propheten ﷺ heimliche Kontakte zu ʿAbdullah bin Ubayy bin Salul auf, dem Anführer der Polytheisten von Madinah und designierten Oberhaupt der Stämme al-ʾAus und al-Chazradsch. Sie sandten ihm ein scharf formuliertes Ultimatum, in dem sie ihm befahlen, gegen den Propheten ﷺ zu kämpfen oder ihn zu vertreiben; andernfalls würden sie einen umfassenden Feldzug starten, der sein Volk vernichten und seine Frauen versklaven werde.
The Quraishites, mortified at the escape of the Prophet (Peace be upon him) along with his devoted companions, and jealous of his growing power in Madinah, kept a stringent watch over the Muslims left behind and persecuted them in every possible way. They also initiated clandestine contacts with ‘Abdullah bin Uabi bin Salul, chief of Madinese polytheists, and president designate of the tribes ‘Aws and Khazraj before the Prophet’s emigration. They senthim a strongly-worded ultimatum ordering him to fight or expel the Prophet, otherwise they would launch a widespread military campaign that would exterminate his people and proscribe his women.
Seines verletzten Stolzes beraubt und seiner Königsherrschaft verlustig, antwortete ‘Abdullah bin Ubayy bin Salul den mitpolytheistischen Quraisch-Verbündeten von vornherein positiv. Er mobilisierte seine Anhänger, um den Muslimen entgegenzuwirken. Als der Prophet ﷺ von diesem unheiligen Bündnis erfuhr, ließ er ‘Abdullah rufen und ermahnte ihn, vernünftiger und umsichtiger zu sein, und warnte seine Leute davor, sich in böse Ränke verstricken zu lassen. Die Männer gaben den Gedanken aus Feigheit oder aus Vernunft auf. Ihr Anführer hingegen schien zwar nachzugeben, doch im Herzen blieb er ein boshafter, unberechenbarer Komplize der Quraisch und der neidischen Juden. Scharmützel und Provokationen begannen, den Weg für eine große Konfrontation zwischen den Muslimen und den Polytheisten zu bereiten. Sa‘d bin Mu‘adh, ein herausragender Helfer, kündigte seine Absicht an, die ‘Umrah (die kleine Pilgerfahrt) zu vollziehen, und machte sich nach Makkah auf. Dort stellte ihm Umayya bin Khalaf einen Schutzbegleiter zur Verfügung, damit er die rituelle Umkreisung der Ka'ba vollziehen konnte. Abu Jahl, ein erbitterter Feind des Islam, sah ihn im Heiligen Bezirk und drohte, ihn getötet zu haben, wäre er nicht in Gesellschaft Umayyas gewesen. Sa‘d forderte ihn furchtlos und trotzig heraus, irgendeine Torheit zu begehen, und riskierte dabei, dass ihre Karawanen abgeschnitten würden. Die provokanten Handlungen gingen weiter, und die Quraisch schickten den Muslimen eine Nachricht, in der sie drohten, sie in ihrer eigenen Heimat zu töten. Das waren keine bloßen Worte, denn der Prophet ﷺ erhielt von verlässlichen Quellen Kunde, die echte Intrigen und Anschläge der Feinde des Islam bestätigten. Es wurden Vorsichtsmaßnahmen ergriffen und Wachsamkeit war geboten, unter anderem die Postierung von Sicherheitswachen um das Haus des Propheten ﷺ und an strategisch wichtigen Stellen. ‘Aischa (möge Allah an ihr Wohlgefallen haben) berichtete, dass der Gesandte Allahs ﷺ in einer Nacht nach seiner Ankunft in Madinah sich auf sein Bett legte und sagte: „Gäbe es doch einen frommen Mann unter meinen Gefährten, der in dieser Nacht für mich Wache hielte!“ Sie [‘Ā’ischa (möge Allah Wohlgefallen an ihr haben)] sagte: Wir waren in diesem Zustand, als wir das klirrende Geräusch von Waffen hörten. Er [der Prophet ﷺ] sagte: Wer ist da? Er sagte: Das ist Sa‘d ibn Abī Waqqās. Der Gesandte Allahs ﷺ sagte zu ihm: Was führt dich hierher? Daraufhin sagte er: Ich hatte Furcht (davor, dass dem) Gesandten Allahs ﷺ ein Schaden zustoßen könnte, deshalb kam ich, um dein Wächter zu sein. Der Gesandte Allahs ﷺ sprach ihm seinen Segen aus und schlief dann ein.
His pride wounded and kingship no longer his, ‘Abdullah bin Uabi bin Salul, a priori responded positively to his Quraishite co-polytheists. He mobilized his supporters to counteract the Muslims. The Prophet (Peace be upon him) on hearing about this unholy alliance, summoned ‘Abdullah and admonished him to be more sensible and thoughtful and cautioned his men against being snared in malicious tricks. The men, on grounds of cowardice, or reason, gave up the idea. Their chief, however, seemingly complied, but at heart, he remained a wicked unpredictable accomplice with Quraish and the envious Jews. Skirmishes and provocations started to pave the way for a major confrontation between the Muslims and polytheists. Sa‘d bin Mu‘adh, an outstanding Helper, announced his intention to observe ‘Umrah (lesser pilgrimage) and headed for Makkah. There Omaiya bin Khalaf provided tutelage for him to observe the ritual circumambulation. Abu Jahl, an archenemy of Islam saw him in the Sacred Sanctuary and threatened he would have killed him if he had not been in the company of Omaiya. Sa‘d, fearlessly and defiantly, challenged him to committing any folly at the risk of cutting their caravans off. Provocative actions continued and Quraish sent the Muslims a note threatening to put them to death in their own homeland. Those were not mere words, for the Prophet (Peace be upon him) received information from reliable sources attesting to real intrigues and plots being hatched by the enemies of Islam. Precautionary measures were taken and a state of alertness was called for, including the positioning of security guards around the house of the Prophet (Peace be upon him) and strategic junctures. ‘Aishah (May Allah be pleased with her) reported that Allâh’s Messenger (Peace be upon him) lay down on bed during one night on his arrival in Madinah and said: Were there a pious person from amongst my Companions who should keep a watch for me during the night? She [‘Aishah (May Allah be pleased with her)] said: We were in this state when we heard the clanging noise of arms. He [the Prophet (Peace be upon him)] said: Who is it? He said: This is Sa‘d bin Abi Waqqas. Allâh’s Messenger (Peace be upon him) said to him: What brings you here? Thereupon he said: I harboured fear (lest any harm should come to) Allâh’s Messenger (Peace be upon him), so I came to serve as your sentinel. Allâh’s Messenger (Peace be upon him) invoked blessings upon him and then he slept.
Dieser Zustand genauer Wachsamkeit hielt unablässig an, bis die Worte Allahs offenbart wurden, die lauteten:
This state of close vigilance continued ceaselessly until the Words of Allâh were revealed saying:
„Allah wird dich vor den Menschen beschützen.“ [5:67].
•“Allâh will protect you from mankind.”[5:67].
Hier spähte der Prophet ﷺ vom Dach seines Hauses hervor, forderte seine Leute auf fortzugehen und machte deutlich, dass Allah selbst die Verantwortung für seinen Schutz übernehmen werde. Das Leben des Propheten ﷺ war nicht das einzige Ziel der bösen Machenschaften, sondern ebenso das Leben und das gesamte Gefüge der Muslime. Als die Bewohner Madinas dem Propheten ﷺ und seinen Gefährten sicheren Zufluchtsort boten, begannen die Beduinen der Wüste, sie alle mit demselben Blick zu betrachten, und erklärten alle Muslime für vogelfrei.
Here, the Prophet (Peace be upon him) peeped from the dome of his house asking his people to go away, and making it clear that Allâh would take the charge of protecting him. The Prophet’s life was not the only target of the wicked schemes, but rather the lives and the whole entity of the Muslims. When the Madinese provided the Prophet (Peace be upon him) and his Companions with safe refuge, the desert bedouins began to look at them all in the same perspective, and outlawed all the Muslims.
In dieser prekären Lage, da die Quraisch ihre aggressiven und teuflischen Pläne verfolgten, erlaubte Allah, der Allerhöchste, den Muslimen, gegen die Ungläubigen zu den Waffen zu greifen:
At this precarious juncture with Quraish, intent on pursuing their aggressive and devilish plans, Allâh, the All-High, gave the Muslims the permission to take arms against the disbelievers:
• „Die Erlaubnis zum Kampf wird jenen gegeben (d. h. den Gläubigen gegen die Ungläubigen), die gegen sie kämpfen, weil ihnen Unrecht getan wurde; und gewiss ist Allah imstande, den Gläubigen zum Sieg zu verhelfen.“ [22:39]
• “Permission to fight is given to those (i.e. believers against those disbelievers), who are fighting them, (and) because they (believers) have been wronged, and surely Allâh is Able to give them (believers) victory.” [22:39]
Dieser Vers wurde im größeren Zusammenhang göttlicher Anweisungen offenbart, alles Falsche zu beseitigen und die Symbole und Riten Allahs in Ehren zu halten:
This verse was revealed in a larger context of Divine instructions to eradicate all aspects of falsehood, and hold in honour the symbols and rites of Allâh:
• „Jene (muslimischen Herrscher), die, wenn Wir ihnen Macht auf Erden geben, das Iqamat-as-Salât [d. h. das Verrichten des Salât (Gebet) – die fünf verpflichtenden Gemeinschaftsgebete (für die Männer in den Moscheen)] anordnen, die Zakât (Pflichtabgabe) entrichten, das Al-Ma‘ruf gebieten (d. h. den islamischen Monotheismus und alles, wozu der Islam verpflichtet) und das Al-Munkar verbieten (d. h. Unglauben, Vielgötterei und alles, was der Islam untersagt hat) [d. h. sie machen den Qur’ân in allen Lebensbereichen zum Gesetz ihres Landes].“ [22:41].
• “Those (Muslim rulers) who, if We give them power in the land, (they) order for Iqamat-as-Salât: [i.e. to perform Salât (prayer) — the five compulsory, congregational prayers (the males in Mosques)], to pay the Zakat (obligatory charity), and they enjoin Al-Ma‘ruf (i.e. Islamic Monotheism and all that Islam orders one to do), and forbid Al-Munkar (i.e. disbelief, polytheism and all that Islam has forbidden) [i.e. they make the Qur’ân as the Law of their country in all the spheres of life].” [22:41].
Zweifellos wurde die Erlaubnis zum Kampf nach der Auswanderung in Madinah offenbart, nicht in Makkah, jedoch ist das genaue Datum dafür ungewiss.
Doubtlessly, the permission to fight was revealed in Madinah after emigration, not in Makkah, still the exact date where of is in doubt.
Die Erlaubnis zum Kampf war bereits gegeben, doch angesichts der bestehenden Lage war es für die Muslime klug, die Handelsrouten, die nach Makkah führten, unter ihre Kontrolle zu bringen. Um dieses strategische Ziel zu verwirklichen, musste der Prophet ﷺ eine von zwei Möglichkeiten wählen:
The permission to fight was already there, but in the light of the status quo, it was wise for the Muslims to bring the commercial routes leading to Makkah under their control. To realize this strategic objective, the Prophet (Peace be upon him) had to choose either of two options:
1. Den Abschluss von Nichtangriffspakten mit den Stämmen, die entweder in den an die Handelswege angrenzenden Gebieten oder zwischen diesen Wegen und Madinah wohnen. Im Hinblick auf dieses Vorgehen hatte der Prophet ﷺ bereits gemeinsam mit den Juden und anderen benachbarten Stämmen den erwähnten Pakt der Zusammenarbeit und guten Nachbarschaft unterzeichnet.
VORBEREITENDE MISSIONEN UND FELDZÜGE VOR BADR:
PRE-BADR MISSIONS AND INVASIONS:
Um diese Pläne umzusetzen, begannen die Muslime echte militärische Aktivitäten, die zunächst in Form von Aufklärungspatrouillen bestanden, die damit beauftragt waren, die geopolitischen Gegebenheiten der Straßen rund um Madinah und jener, die nach Makkah führten, zu erkunden, sowie Bündnisse mit den benachbarten Stämmen zu schließen. Der Prophet ﷺ wollte den Polytheisten und Juden von Madinah ebenso wie den Beduinen in dessen Umgebung vor Augen führen, dass die Muslime ihre alten Ängste überwunden hatten und zu stark waren, um ungestraft angegriffen zu werden. Außerdem wollte er die Stärke seiner Anhänger zeigen, um die Quraisch davon abzuschrecken, gegen ihn militärische Torheiten zu begehen, die ihr Wirtschaftsleben und ihre Lebensgrundlage gefährden könnten, und um sie davon abzuhalten, die hilflosen Muslime zu verfolgen, die in Makkah festgehalten wurden. Daher nutzte er diese Gelegenheit, um seine Aufgabe, den göttlichen Ruf frei zu verbreiten, wieder aufzunehmen. Im Folgenden ist eine Zusammenfassung dieser Unternehmungen und Missionen wiedergegeben.
With a view to implementing these plans, the Muslims commenced real military activities, which at first took the form of reconnaissance patrols delegated to explore the geopolitical features of the roads surrounding Madinah and others leading to Makkah, and building alliances with the tribes nearby. The Prophet wanted to impress upon the polytheists and Jews of Madinah as well as the bedouins in its vicinity, that the Muslims had smashed their old fears, and had been too strong to be attacked with impunity. He also wanted to display the power of his followers in order to deter Quraish from committing any military folly against him which might jeopardize their economic life and means of living, and to stop them from persecuting the helpless Muslims detained in Makkah, consequently he would avail himself of this opportunity and resume his job of propagating the Divine Call freely. The following is a resume of these missions and errands:
1. Der Saif-Al-Bahr-Trupp wurde im Ramadan des 1. n. H., also im Jahr 623 n. Chr., unter der Führung von Hamzah bin ʿAbdul Muttalib entsandt. Er bestand aus 30 Auswanderern (Muhājirūn) und hatte den klar umrissenen Auftrag, eine Karawane der Quraisch abzufangen. Es war eine Karawane mit 300 Personen, unter ihnen Abu Jahl bin Hischam. Die beiden Parteien trafen aufeinander und stellten sich zum Kampf auf. Majdi bin ʿAmr, der mit beiden Seiten gut befreundet war, war zufällig zugegen und konnte einen drohenden Zusammenstoß verhindern.
1. Saif Al-Bahr Platoon sent in Ramadan 1 A.H., i.e. 623 A.D. led by Hamzah bin ‘Abdul Muttalib and comprising 30 Emigrants with a definite task of intercepting a caravan belonging to Quraish. It was a caravan of 300 people including Abu Jahl bin Hisham. The two parties encountered each other and aligned in preparation for fighting. Majdi bin ‘Amr, on good terms with both sides, happened to be there and managed to prevent an imminent clash.
Die Worte Allâhs waren ganz klar und besagten, dass das Getöse, das die Polytheisten verursachten, grundlos war. Die heiligen unverletzlichen Heiligtümer waren im langen Prozess des Kampfes gegen den Islam und der Verfolgung seiner Anhänger wiederholt verletzt worden. Der Besitz der Muslime sowie ihre Häuser waren bereits angetastet worden, und ihr Prophet ﷺ war Ziel wiederholter Mordanschläge gewesen. Kurz gesagt, eine solche Propaganda könnte zu Recht als Unverschämtheit und Prostitution bezeichnet werden. Dies war eine Zusammenfassung der Abteilungen und Einfälle vor Badr. Keiner von ihnen erlebte irgendeine Art von Plünderung von Eigentum oder Tötung von Menschen, außer wenn die Polytheisten solche Verbrechen unter der Führung von Karz bin Jabir Al-Fahri begangen hatten. Es waren in der Tat die Polytheisten, die solche Handlungen eingeleitet hatten. Kein Wunder, denn ein solches schlechtes Benehmen liegt in ihrer natürlichen Veranlagung begründet.
The Words of Allâh were quite clear and said that the tumult created by the polytheists was groundless. The sacred inviolable sanctities had been repeatedly violated in the long process of fighting Islam and persecuting its adherents. The wealth of the Muslims as well as their homes had already been violated and their Prophet (Peace be upon him) had been the target of repeated attempts on his life. In short, that sort of propaganda could deservedly be described as impudence and prostitution. This has been a resume of pre-Badr platoons and invasions. None of them witnessed any sort of looting property or killing people except when the polytheists had committed such crimes under the leadership of Karz bin Jabir Al-Fahri. It was, in fact, the polytheists who had initiated such acts. No wonder, for such ill-behaviour is immanent in their natural disposition.
Kurz darauf wurden die beiden Gefangenen freigelassen, und dem Vater des getöteten Mannes wurde das Blutgeld gegeben.
Shortly afterwards, the two captives were released and blood money was given to the killed man’s father.
Nach diesem Ereignis begannen die Quraisch, die wirkliche Gefahr zu erkennen, die von Madinah ausgehen konnte. Sie erfuhren, dass Madinah stets wachsam gewesen war und ihre Handelskarawanen genau beobachtete. Es war ihnen daraufhin allgemein bekannt, dass die Muslime in ihrer neuen Heimat ihre militärischen Aktivitäten über ein Gebiet von 300 Meilen ausdehnen und es unter vollständige Kontrolle bringen konnten. Doch selbst angesichts der neuen Lage ließen sich die Makkaner nicht abschrecken; sie waren zu starrsinnig, um sich mit der neu aufstrebenden Macht des Islam abzufinden. Sie waren entschlossen, deren Untergang mit eigenen Händen herbeizuführen, und mit dieser Verwegenheit lösten sie die große Schlacht von Badr aus.
After this event, Quraish began to realize the real danger that Madinah could present with. They came to know that Madinah had always been on the alert, watching closely their commercial caravans. It was then common knowledge to them that the Muslims in their new abode could span and extend their military activities over an area of 300 miles. and bring it under full control. However, the new situation borne in mind, the Makkans could not be deterred and were too obstinate to come to terms with the new rising power of Islam. They were determined to bring their fall by their own hands and with this recklessness they precipitated the great battle of Badr.