Herrschaft und Fürstenherrschaft bei den Arabern
Rulership And Princeshipamong The Arabs
HERRSCHAFT UND FÜRSTENTUM BEI DEN ARABERN
RULERSHIP AND PRINCESHIPAMONG THE ARABS
Wenn wir über die Araber vor dem Islam sprechen, halten wir es für notwendig, ein kleines Bild der Geschichte ihrer Herrschaft, ihrer Fürstentümer, ihrer Stammesgruppierungen und ihrer religiösen Vorherrschaften zu zeichnen, um das Verständnis der Umstände zu erleichtern, die bei der Entstehung des Islams vorherrschten.
When talking about the Arabs before Islam,we deem it necessary to draw a mini-picture of the history of rulership, princeship, sectarianism and the religious dominations of the Arabs, so as to facilitate the understanding of emergent circumstances when Islam appeared.
Als die Sonne des Islam aufging, gab es in Arabien zwei Arten von Herrschern: gekrönte Könige, die in Wahrheit nicht unabhängig waren, und Stammes- und Clanoberhäupter, die dieselben Befugnisse und Vorrechte genossen wie gekrönte Könige und größtenteils unabhängig waren, wobei manche von ihnen sich einem gekrönten König unterworfen haben mochten. Gekrönte Könige gab es nur im Jemen, in Hīrah und in Ghassān. Alle übrigen Herrscher Arabiens waren nicht gekrönt.
When the sun of Islam rose, rulers of Arabia were of two kinds: crowned kings, who were in fact not independent; and heads of tribes and clans, who enjoyed the same authorities and privileges possessed by crowned kings and were mostly independent, though some of whom could have shown some kind of submission to a crowned king. The crowned kings were only those of Yemen, Heerah and Ghassan. All other rulers of Arabia were non-crowned.
HERRSCHAFT IM JEMEN:
RULERSHIP IN YEMEN:
Die Leute von Saba gehörten zu den ältesten Völkern der reinen Araber, die im Jemen lebten. Ausgrabungen bei „Or“ brachten ihre Existenz fünfundzwanzig Jahrhunderte v. Chr. ans Licht. Ihre Zivilisation erblühte, und ihr Herrschaftsgebiet breitete sich elf Jahrhunderte v. Chr. aus.
The folks of Sheba were one of the oldest nations of the pure Arabs, who lived in Yemen. Excavations at “Or” brought to light their existence twenty five centuries B.C. Their civilization flourished, and their domain spread eleven centuries B.C.
Es ist möglich, ihre Altersstufen nach folgender Einschätzung einzuteilen:
It is possible to divide their ages according to the following estimation:
1. Die Jahrhunderte vor 650 v. Chr., in denen ihre Könige „Makrib Saba“ genannt wurden. Ihre Hauptstadt war „Sarwah“, auch bekannt als „Khriba“, deren Ruinen an einer Stelle liegen, einen Tagesmarsch von der Westseite von „Ma’rib“ entfernt. In dieser Zeit begannen sie mit dem Bau des „Damms von Ma’rib“, der in der Geschichte des Jemen große Bedeutung hatte. Saba soll zudem ein so großes Herrschaftsgebiet gehabt haben, dass es Kolonien innerhalb und außerhalb Arabiens besaß.
1. The centuries before 650 B.C., during which their kings were called “Makrib Sheba”. Their capital was “Sarwah”, also known as “Khriba”, whose ruins lie in a spot, a day’s walk from the western side of “Ma’rib”. During this period, they started building the “Dam of Ma’rib” which had great importance in the history of Yemen. Sheba was also said to have had so great a domain that they had colonies inside and outside Arabia.
2. Von 650 v. Chr. bis 115 v. Chr. Während dieser Epoche gaben sie den Namen „Makrib“ auf und nahmen die Bezeichnung „Könige von Saba“ an. Außerdem machten sie Ma’rib anstelle von Sarwah zu ihrer Hauptstadt. Die Ruinen von Ma’rib liegen etwa sechzig Meilen östlich von Sanaa.
2. From 650 B.C. until 115 B.C. During this era, they gave up the name “Makrib” and assumed the designation of “Kings of Sheba”. They also made Ma’rib their capital instead of Sarwah. The ruins of Ma’rib lie at a distance of sixty miles east of San‘a.
3. Von 115 v. Chr. bis 300 n. Chr. Während dieser Periode eroberte der Stamm der Himyar das Königreich Saba und machte Redan anstelle von Ma'rib zur Hauptstadt. Später wurde Redan „Zifar“ genannt. Seine Ruinen liegen noch heute auf dem Berg Mudawwar in der Nähe der Stadt „Yarim“. Während dieser Zeit begannen sie zu verfallen und unterzugehen. Ihr Handel brach in sehr hohem Maße zusammen, erstens wegen der nabatäischen Herrschaft über den Norden des Hidschas; zweitens wegen der römischen Überlegenheit über die Seehandelswege nach der römischen Eroberung Ägyptens, Syriens und des Nordens des Hidschas; und drittens wegen der Stammeskriege. Aufgrund dieser drei genannten Faktoren wurden die Familien der Qahtan zerstritten und zerstreut.
Im Jahr 523 entsandte Dhu Nawas, ein Jude, einen großen Feldzug gegen die Christen von Najran, um sie zum Übertritt zum Judentum zu zwingen. Als sie sich weigerten, wurden sie lebendig in einen großen Graben geworfen, in dem ein gewaltiges Feuer entfacht worden war. Der Qur'an erwähnte dieses Ereignis:
In 523, Dhu Nawas, a Jew, despatched a great campaign against the Christians of Najran in order to force them to convert into Judaism. Having refused to do so, they were thrown alive into a big ditch where a great fire had been set. The Qur’ân referred to this event:
„Verflucht seien die Leute des Grabens.“ [85:4]
• “Cursed were the people of the ditch.” [85:4]
Dies erregte große Empörung unter den Christen, insbesondere unter den römischen Kaisern, die die Abessinier (Äthiopier) nicht nur gegen die Araber aufhetzten, sondern auch eine große Flotte aufboten, die das abessinische Heer von siebzigtausend Kriegern dabei unterstützte, im Jahr 525 n. Chr. ein zweites Mal den Jemen zu erobern. Unter der Führung von Eriat, dem die Herrschaft über den Jemen übertragen wurde, behielt er diese Stellung, bis er von einem seiner Heerführer, Abraha, ermordet wurde. Dieser übernahm nach einer Versöhnung mit dem König von Abessinien die Herrschaft über den Jemen und setzte später seine Soldaten ein, um die Ka‘bah niederzureißen. Daher wurden er und seine Soldaten als die „Männer des Elefanten“ bekannt.
This aroused great wrath among the Christians, and especially the Roman emperors, who not only instigated the Abyssinians (Ethiopians) against Arabs but also assembled a large fleet which helped the Abyssinian (Ethiopian) army, of seventy thousand warriors, to effect a second conquest of Yemen in 525 A.D., under the leadership of Eriat, who was granted rulership over Yemen, a position he held until he was assassinated by one of his army leaders, Abraha, who, after reconciliation with the king of Abyssinia, took rulership over Yemen and, later on, deployed his soldiers to demolish Al-Ka‘bah, and , hence, he and his soldiers came to be known as the “Men of the Elephant”.
Nach dem Vorfall mit dem „Elefanten“ erhoben sich die Leute von Jemen unter der Führung von Ma‘dikarib bin Saif Dhu Yazin Al-Himyari mit persischer Unterstützung gegen die abessinischen (äthiopischen) Eindringlinge, stellten die Unabhängigkeit wieder her und setzten Ma‘dikarib als ihren König ein. Ma‘dikarib wurde jedoch von einem Abessinier (Äthiopier) ermordet, den er in seinem Dienst und zu seinem Schutz in seiner Nähe hielt. Die Familie des Dhu Yazin wurde damit für immer des Königtums beraubt. Kisra, der persische König, setzte einen persischen Herrscher über San‘a ein und machte Jemen so zu einer persischen Kolonie. Die persischen Herrscher behaupteten die Herrschaft über Jemen, bis Badhan, der letzte von ihnen, im Jahr 638 n. Chr. den Islam annahm und damit die persische Herrschaft über Jemen beendete.
After the “Elephant” incident, the people of Yemen, under the leadership of Ma‘dikarib bin Saif Dhu Yazin Al-Himyari, and through Persian assistance, revolted against the Abyssinian (Ethiopian) invaders, restored independence and appointed Ma‘dikarib as their king. However, Ma‘dikarib was assassinated by an Abyssinian (Ethiopian) he used to have him around for service and protection. The family of Dhu Yazin was thus deprived of royalty forever. Kisra, the Persian king, appointed a Persian ruler over San‘a and thus made Yemen a Persian colony. Persian rulers maintained rulership of Yemen until Badhan, the last of them, embraced Islam in 638 A.D., thus terminating the Persian domain over Yemen.
HERRSCHAFT IN AL-HIRAH:
RULERSHIP IN HEERAH:
Seit Korosch dem Großen (557–529 v. Chr.) die Perser vereinte, herrschten sie über Irak und seine Umgebung. Niemand konnte ihre Herrschaft abschütteln, bis Alexander der Große ihren König Dareios I. besiegte und so die Perser im Jahr 326 v. Chr. unterwarf. Die persischen Länder wurden danach von Königen aufgeteilt und regiert, die als „die Könige der Sekten“ bekannt waren, eine Epoche, die bis 230 n. Chr. andauerte. Inzwischen besetzten die Qahtaniten einige irakische Gebiete, und ihnen folgten später einige ʿAdnaniten, die es schafften, sich mit ihnen einige Teile Mesopotamiens zu teilen.
Ever since Korosh the Great (557-529 B.C.) united the Persians, they ruled Iraq and its neighbourhood. Nobody could shake off their authority until Alexander the Great vanquished their king Dara I and thus subdued the Persians in 326 B.C. Persian lands were thenceforth divided and ruled by kings known as “the Kings of Sects”, an era which lasted until 230 A.D. Meanwhile, the Qahtanians occupied some Iraqi territories, and were later followed by some ‘Adnanians who managed to share some parts of Mesopotamia with them.
Die Perser, unter der Führung von Ardaschir, der 226 n. Chr. den Sasanidenstaat gegründet hatte, gewannen genug Einheit und Macht zurück, um die Araber in der Nachbarschaft ihres Reiches zu unterwerfen und die Quḍā'a zu zwingen, nach Syrien auszuwandern, wobei die Bewohner von Ḥīra und Anbār unter persischer Herrschaft blieben.
The Persians, under the leadership of Ardashir, who had established the Sasanian state in 226 A.D, regained enough unity and power to subdue the Arabs living in the vicinity of their kingdom, and force Quda‘a to leave for Syria , leaving the people of Heerah and Anbar under the Persian domain.
Zur Zeit Ardaschirs übte Dschuzaima Alwaddah die Herrschaft über Hira, Rabi'a und Mudar sowie Mesopotamien aus. Ardaschir war zu dem Schluss gelangt, dass es ihm unmöglich sei, die Araber direkt zu beherrschen und sie daran zu hindern, seine Grenzen anzugreifen, es sei denn, er setzte einen von ihnen als König ein, der die Unterstützung und Macht seines Stammes genoss. Er hatte außerdem erkannt, dass er sie gegen die byzantinischen Könige einsetzen konnte, die ihn stets belästigt hatten. Zugleich konnten sich die Araber des Irak den Arabern Syriens entgegenstellen, die sich in der Gewalt der byzantinischen Könige befanden. Dennoch hielt er es für angebracht, ein persisches Bataillon unter dem Befehl des Königs von Hira zu belassen, das gegen jene Araber eingesetzt werden sollte, die sich gegen ihn erheben könnten.
During the time of Ardashir, Juzaima Alwaddah exercised rulership over Heerah, Rabi‘a and Mudar, and Mesopotamia. Ardashir had reckoned that it was impossible for him to rule the Arabs directly and prevent them from attacking his borders unless he appointed as king one of them who enjoyed support and power of his tribe. He had also seen that he could make use of them against the Byzantine kings who always used to harass him. At the same time, the Arabs of Iraq could face the Arabs of Syria who were in the hold of Byzantine kings. However, he deemed it fit to keep a Persian battalion under command of the king of Heerah to be used against those Arabs who might rebel against him.
HERRSCHAFT IM GEOGRAPHISCHEN SYRIEN:
RULERSHIP IN GEOGRAPHICAL SYRIA:
Im Zuge der Stammeswanderungen erreichten einige Sippen von Quda‘a die Grenzen Syriens, wo sie sich niederließen. Sie gehörten zur Familie des Sulaih bin Halwan, zu deren Nachkommen die Söhne des Duj‘am bin Sulaih zählten, die als Ad-Duja‘ima bekannt waren. Solche Sippen von Quda‘a wurden von den Byzantinern zur Verteidigung der byzantinischen Grenzen sowohl gegen arabische Beduinenräuber als auch gegen die Perser eingesetzt und genossen über einen beträchtlichen Zeitraum Autonomie, der angeblich das gesamte zweite Jahrhundert n. Chr. umfasste. Einer ihrer berühmtesten Könige war Zyiad bin Al-Habula. Ihre Herrschaft endete jedoch mit ihrer Niederlage gegen die Ghassaniden, die daraufhin als Stellvertreter die Herrschaft über die Araber Syriens erhielten und Dumat Al-Jandal als ihren Hauptsitz hatten. Diese Herrschaft währte bis zur Schlacht am Yarmuk im Jahr 13 n. H. Ihr letzter König, Jabala bin Al-Aihum, nahm während der Regierungszeit des Oberhaupts der Gläubigen, ‘Umar bin Al-Khattab (möge Allah wohlgefällig auf ihn blicken), den Islam an.
In the process of the tribal emigrations, some septs of Quda‘a reached the borders of Syria where they settled down. They belonged to the family of Sulaih bin Halwan, of whose offspring were the sons of Duj‘am bin Sulaih known as Ad-Duja‘ima. Such septs of Quda‘a were used by the Byzantines in the defence of the Byzantine borders against both Arab Bedouin raiders and the Persians, and enjoyed autonomy for a considerable phase of time which is said to have lasted for the whole second century A.D. One of their most famous kings was Zyiad bin Al-Habula. Their authority however came to an end upon defeat by the Ghassanides who were consequently granted the proxy rulership over the Arabs of Syria and had Dumat Al-Jandal as their headquarters, which lasted until the battle of Yarmuk in the year 13 A.H. Their last king Jabala bin Al-Aihum embraced Islam during the reign of the Chief of Believers, ‘Umar bin Al-Khattab (May Allah be pleased with him).
HERRSCHAFT IM HIDschAZ:
RULERSHIP IN HIJAZ:
Ismael (Friede sei mit ihm) übte während seines ganzen Lebens die Herrschaft über Makkah sowie die Hüterschaft über das Heilige Haus aus. Nach seinem Tod im Alter von 137 Jahren folgten ihm zwei seiner Söhne, Nabet und Qidar, nach. Später übernahm ihr Großvater mütterlicherseits, Mudad bin ʿAmr Al-Dschurhumi, die Führung, wodurch die Herrschaft über Makkah an den Stamm der Dschurhum überging. Die Söhne Ismaels behielten zwar eine ehrwürdige Stellung, jedoch nur sehr wenig Macht, aufgrund der Verdienste ihres Vaters beim Bau des Heiligen Hauses. Diese Stellung hielten sie bis zum Niedergang des Stammes der Dschurhum kurz vor dem Aufstieg Bukhtanassars.
Ishmael (Peace be upon him) administered authority over Makkah as well as custodianship of the Holy Sanctuary throughout his lifetime. Upon his death, at the age of 137, two of his sons, Nabet and Qidar, succeeded him. Later on, their maternal grandfather, Mudad bin ‘Amr Al-Jurhumi took over, thus transferring rulership over Makkah to the tribe of Jurhum, preserving a venerable position, though very little authority for Ishmael’s sons due to their father’s exploits in building the Holy Sanctuary, a position they held until the decline of the tribe of Jurhum shortly before the rise of Bukhtanassar.
Die politische Rolle der ’Adnaniden hatte in Makkah begonnen, festeren Boden zu gewinnen, was sich deutlich daran zeigt, dass beim ersten Einfall Bukhtanassars gegen die Araber in „Dhati ‘Irq“ der Anführer der Araber nicht aus Jurhum stammte. Beim zweiten Einfall Bukhtanassars im Jahr 587 v. Chr. jedoch wurden die ’Adnaniden nach Jemen vertrieben, während Burmia An-Nabi mit Ma‘ad nach Syrien floh. Als der Druck Bukhtanassars jedoch nachließ, kehrte Ma‘ad nach Makkah zurück und fand von dem Stamm Jurhum niemanden außer Jursham bin Jalhamah vor, dessen Tochter Mu‘ana ihm als Ehefrau gegeben wurde; sie gebar ihm später einen Sohn namens Nizar.
The political role of the ‘Adnanides had begun to gain firmer grounds in Makkah, which could be clearly attested by the fact that upon Bukhtanassar’s first invasion of the Arabs in ‘Dhati ‘Irq’, the leader of the Arabs was not from Jurhum. Upon Bukhtanassar’s second invasion in 587 B.C., however, the ‘Adnanides were frightened out to Yemen, while Burmia An-Nabi fled to Syria with Ma‘ad, but when Bukhtanassar’s pressure lessened, Ma‘ad returned to Makkah to find none of the tribe of Jurhum except Jursham bin Jalhamah, whose daughter, Mu‘ana, was given to Ma‘ad as wife who, later, had a son by him named Nizar.
Aufgrund der schwierigen Lebensbedingungen und der verbreiteten Armut in Makkah begann der Stamm Jurhum, Besucher des Heiligen Bezirks zu misshandeln und dessen Mittel zu erpressen. Dies weckte den Groll und den Hass der ‘Adnaniden (Söhne von Bakr bin ‘Abd Manaf bin Kinana), die mit Unterstützung des Stammes Khuza‘a, der sich in einem benachbarten Gebiet namens Marr az-Zahran niedergelassen hatte, Jurhum angriffen und es aus Makkah vertrieben. Die Herrschaft überließen sie Quda‘a Mitte des zweiten Jahrhunderts n. Chr.
• Das Erste: Die Führung der Pilger von ‘Arafat nach Muzdalifah und danach von Mina zum Steinigungspfeiler Al-‘Aqabah. Diese Befugnis lag bei der Familie des Al-Ghawth bin Murra, einer der Sippen des Elias bin Mudar, die als „Sofa“ bezeichnet wurden. Dieses Vorrecht bedeutete, dass die Pilger nicht mit der Steinigung von Al-‘Aqabah beginnen durften, bevor einer der Männer von „Sofa“ dies getan hatte. Wenn sie mit der Steinigung fertig waren und das Tal von Mina verlassen wollten, standen Männer von „Sofa“ auf beiden Seiten von Al-‘Aqabah, und niemand durfte diese Stelle passieren, bis die Männer von „Sofa“ vorbeigegangen waren und den Weg für die Pilger freigemacht hatten. Als Sofa ausstarb, übernahm die Familie des Sa‘d bin Zaid Manat aus dem Stamm der Tamim diese Aufgabe.
• The First: Leading pilgrims from ‘Arafat to Muzdalifah and then from Mina to the ‘Aqabah Stoning Pillar. This was the authority of the family of Al-Ghawth bin Murra, one of the septs of Elias bin Mudar, who were called ‘Sofa’. This privilege meant that the pilgrims were not allowed to throw stones at Al-‘Aqabah until one of the ‘Sofa’ men did that. When they had finished stoning and wanted to leave the valley of Mina, ‘Sofa’ men stood on the two sides of Al-‘Aqabah and nobody would pass that position until the men of ‘Sofa’ passed and cleared the way for the pilgrims. When Sofa perished, the family of Sa‘d bin Zaid Manat from Tamim tribe took over.
Die zweite: Al-Ifadah (der Aufbruch nach Mina nach Muzdalifah) am Morgen des Opferfestes, und dies war die Pflicht der Sippe der Adwan.
The Second: Al-Ifadah (leaving for Mina after Muzdalifah) on sacrifice morning, and this was the responsibility of the family of Adwan.
Der Dritte: Das Verschieben der heiligen Monate, und dies oblag der Familie des Tamim bin ‘Adi aus den Banu Kinana.
The Third: Deferment of the sacred months, and this was the responsibility of the family of Tamim bin ‘Adi from Bani Kinana.
Die Herrschaft der Chuza'a in Makka dauerte dreihundert Jahre, während derer sich die 'Adnaniden über ganz Nadschd und die Gebiete von Bahrain und Irak ausbreiteten, während kleine Sippen der Quraisch an den Rändern Makkas zurückblieben; es waren die Haloul, die Harum und einige Familien der Kinana. Sie genossen in Makka oder im Heiligen Haus keinerlei Vorrechte, bis zum Auftreten Qusais ibn Kilab, dessen Vater, wie es heißt, starb, als er noch ein Säugling war, und dessen Mutter danach Rabi'a ibn Haram aus dem Stamm der Banu 'Udhra heiratete. Rabi'a nahm seine Frau und ihr Kind mit in seine Heimat an den Grenzen Syriens. Als Qusai ein junger Mann geworden war, kehrte er nach Makka zurück, das von Halil ibn Habscha aus den Chuza'a regiert wurde, der Qusai seine Tochter Hubba zur Frau gab. Nach Halils Tod brach ein Krieg zwischen den Chuza'a und den Quraisch aus, der dazu führte, dass Qusai die Herrschaft über Makka und das Heilige Haus an sich riss.
DIE GRÜNDE DIESES KRIEGES WURDEN IN DREI FASSUNGEN DARGESTELLT:
THE REASONS OF THIS WAR HAVE BEEN ILLUSTRATED IN THREE VERSIONS:
• Erstens: Als Qusai bemerkte, dass sich seine Nachkommen vermehrten, sein Besitz wuchs und sein Ansehen nach Halils Tod gestiegen war, hielt er sich eher als die Stämme Khuza‘a und Bani Bakr dazu berechtigt, die Herrschaft über Makkah und die Hüterschaft des Heiligen Hauses zu übernehmen. Ferner vertrat er die Ansicht, dass die Quraisch die Anführer der Nachkommen Ismaels seien. Deshalb beriet er sich mit einigen Männern aus Quraisch und Kinana über seinen Wunsch, Khuza‘a und Bani Bakr aus Makkah zu vertreiben. Sie fanden Gefallen an seiner Meinung und unterstützten ihn. • Zweitens: Khuza‘a behauptete, Halil habe Qusai gebeten, nach seinem Tod die Hüterschaft der Ka‘bah und die Herrschaft über Makkah zu innehaben.
• The First: Having noticed the spread of his offspring, increase of his property and exalt of his honour after Halil’s death, Qusai found himself more entitled to shoulder responsibility of rulership over Makkah and custodianship of the Sacred House than the tribes of Khuza‘a and Bani Bakr. He also advocated that Quraish were the chiefs of Ishmael’s descendants. Therefore he consulted some men from Quraish and Kinana concerning his desire to evacuate Khuza‘a and Bani Bakr from Makkah. They took a liking to his opinion and supported him. The Second: Khuza‘a claimed that Halil requested Qusai to hold custodianship of Al-Ka‘bah and rulership over Makkah after his death.
Das Dritte: Halil übertrug das Recht auf den Dienst an der Ka'ba seiner Tochter Hobba und bestimmte Abu Ghabschan Al-Chuza'i, als ihren Bevollmächtigten dafür zu fungieren. Nach Halils Tod kaufte Qusai dieses Recht für einen Lederbeutel Wein, was bei den Männern von Chuza'a Unmut erregte, und sie versuchten, die Hut des Heiligen Hauses von Qusai fernzuhalten. Dieser jedoch gelang es mit der Hilfe von Quraisch und Kinana, die Herrschaft an sich zu reißen und Chuza'a sogar vollständig aus Makkah zu vertreiben.
The Third: Halil gave the right of Al-Ka‘bah service to his daughter Hobba and appointed Abu Ghabshan Al-Khuza‘i to function as her agent whereof. Upon Halil’s death, Qusai bought this right for a leather bag of wine, which aroused dissatisfaction among the men of Khuza‘a and they tried to keep the custodianship of the Sacred House away from Qusai. The latter, however, with the help of Quraish and Kinana, managed to take over and even to expel Khuza‘a completely from Makkah.
Was auch immer die Wahrheit gewesen sein mag, die ganze Angelegenheit führte dazu, dass die Sofa ihrer zuvor erwähnten Privilegien beraubt wurden, Khuza‘a und Bakr aus Makkah vertrieben wurden und die Herrschaft über Makkah sowie die Hüterschaft über das Heilige Heiligtum an Qusai übergingen. Dem waren heftige Kriege zwischen Qusai und Khuza‘a vorausgegangen, die auf beiden Seiten schwere Verluste forderten, danach folgten Versöhnung und ein Schiedsspruch von Ya‘mur bin ‘Awf aus dem Stamm Bakr. Dessen Urteil besagte, dass Qusai zur Herrschaft über Makkah und zur Hüterschaft über das Haus Gottes berechtigt sei, dass Qusai nicht für das vergossene Blut der Khuza‘a verantwortlich sei und dass den Khuza‘a ein Blutgeld auferlegt werde. Qusais Herrschaft über Makkah und das Haus Gottes begann im Jahr 440 n. Chr. und verschaffte ihm sowie danach den Quraisch uneingeschränkte Herrschaft über Makkah und unbestrittene Hüterschaft über das Haus Gottes, zu dem Araber aus ganz Arabien kamen, um ihm ihre Ehrerbietung zu erweisen.
Qusai brachte seine Sippe nach Makkah und wies ihr die Stadt zu, wobei er den Quraisch einige Wohnstätten dort überließ. An-Nus'a, die Familien von Safwan, Adwan und Murra bin 'Awf behielten dieselben Rechte, die sie vor seiner Ankunft genossen hatten.
Qusai brought his kinspeople to Makkah and allocated it to them, allowing Quraish some dwellings there. An-Nus’a, the families of Safwan, Adwan, Murra bin ‘Awf preserved the same rights they used to enjoy before his arrival.
Eine bedeutende Leistung, die Qusai zugeschrieben wird, war die Errichtung des Dar an-Nadwa (eines Versammlungshauses) auf der Nordseite der Kaaba-Moschee, das als Treffpunkt für die Quraisch dienen sollte. Dieses Haus war für die Quraisch sehr nützlich, denn es sicherte die Einigkeit ihrer Meinungen und eine einvernehmliche Lösung ihrer Probleme.
A significant achievement credited to Qusai was the establishment of An-Nadwa House (an assembly house) on the northern side of Al-Ka‘bah Mosque, to serve as a meeting place for Quraish. This very house had benefited Quraish a lot because it secured unity of opinions amongst them and cordial solution to their problem.
QUSAI JEDOCH GENOSS FOLGENDE VORRECHTE DER FÜHRUNG UND DER EHRE:
QUSAI HOWEVER ENJOYED THE FOLLONG PRIVILEGED OF LEADERSHIP AND HONOUR:
1. Leitung der Sitzungen im Haus der An-Nadwa, in denen Beratungen über ernste Angelegenheiten geführt und Eheverträge bekanntgegeben wurden.
1. Presiding over An-Nadwa House meetings where consultations relating to serious issues were conducted, and marriage contracts were announced.
2. Der Maßstab: Er hatte die Angelegenheiten, die mit der Eröffnung eines Krieges zusammenhängen, allein in seiner Hand konzentriert.
2. The Standard: He monopolized in his hand issues relevant to war launching.
3. Türhüterschaft der Kaaba: Er war der Einzige, der berechtigt war, ihr Tor zu öffnen, und er war für ihren Dienst und ihren Schutz verantwortlich.
3. Doorkeeping of Al-Ka‘bah: He was the only one eligible to open its gate, and was responsible for its service and protection.
4. Die Versorgung der Pilger mit Wasser: Damit ist gemeint, dass er Becken mit Wasser füllte, das mit Datteln und Rosinen gesüßt war, damit die Pilger es trinken konnten.
4. Providing water for the Pilgrims: This means that he used to fill basins sweetened by dates and raisins for the pilgrims to drink.
5. Speisung der Pilger: Gemeint ist, Speisen für Pilger zuzubereiten, die sich diese nicht leisten konnten. Qusai erhob sogar von den Quraisch eine jährliche Landsteuer, die zur Zeit der Pilgerfahrt entrichtet wurde, um damit Verpflegung zu finanzieren.
5. Feeding Pilgrims: This means making food for pilgrims who could not afford it. Qusai even imposed on Quraish annual land tax, paid at the season of pilgrimage, for food.
Es ist jedoch bemerkenswert, dass Qusai ‘Abd Manaf, einen seiner Söhne, mit Ehre und Ansehen auszeichnete, obwohl er nicht sein ältester Sohn war (das war ‘Abd Ad-Dar), und ihm Aufgaben übertrug wie den Vorsitz im Haus An-Nadwa, das Banner, die Türhut der Ka‘bah sowie die Versorgung der Pilger mit Wasser und Nahrung. Da Qusais Handlungen als unanfechtbar galten und seine Anordnungen als unverletzlich, führte sein Tod nicht zu Streitigkeiten unter seinen Söhnen. Später aber kam es unter seinen Enkeln dazu: Kaum war ‘Abd Manaf gestorben, gerieten seine Söhne mit ihren Vettern, den Söhnen ‘Abd Ad-Dars, in Streit. Dieser hätte zu Zwietracht und Kämpfen im gesamten Stamm der Quraisch geführt, wäre nicht ein Friedensvertrag geschlossen worden, durch den die Ämter neu verteilt wurden: Die Versorgung der Pilger mit Nahrung und Wasser blieb den Söhnen ‘Abd Manafs überlassen, während das Haus An-Nadwa, das Banner und die Türhut der Ka‘bah den Söhnen ‘Abd Ad-Dars verblieben. Die Söhne ‘Abd Manafs warfen jedoch das Los um ihr Amt und überließen daraufhin die Versorgung mit Nahrung und Wasser Haschim bin ‘Abd Manaf. Nach dessen Tod ging das Amt an seinen Bruder al-Muttalib bin ‘Abd Manaf über und danach an ‘Abd al-Muttalib bin Haschim, den Großvater des Propheten ﷺ. Dessen Söhne bekleideten dieses Amt bis zum Aufkommen des Islam, während dessen ‘Abbas bin ‘Abdul-Muttalib dafür zuständig war.
HERRSCHAFT IN GANZ-ARABIEN:
RULERSHIP IN PAN-ARABIA:
Wir haben bereits die Auswanderungen der Qahtaniden und der ‘Adnaniden sowie die Aufteilung Arabiens zwischen diesen beiden Stämmen erwähnt. Jene Stämme, die in der Nähe von Heerah wohnten, standen unter der Herrschaft des arabischen Königs von Heerah, während jene, die in der syrischen Halbwüste lebten, dem arabischen Ghassanidenkönig unterstanden. Dies war eine Art Abhängigkeit, die in Wirklichkeit eher formal als tatsächlich war. Diejenigen, die in den abgelegenen Wüstengebieten lebten, genossen dagegen volle Autonomie.
We have previously mentioned the Qahtanide and ‘Adnanide emigrations, and division of Arabia between these two tribes. Those tribes dwelling near Heerah were subordinate to the Arabian king of Heerah, while those dwelling in the Syrian semi-desert were under domain of the Arabian Ghassanide king, a sort of dependency that was in reality formal rather than actual. However, those living in the hinder deserts enjoyed full autonomy.
Diese Stämme hatten tatsächlich Oberhäupter, die vom gesamten Stamm gewählt wurden; es war eine Art Halbregierung, die auf Stammessolidarität und gemeinsamen Interessen zur Verteidigung von Land und Besitz beruhte. Die Stammesoberhäupter genossen diktatorische Vorrechte, ähnlich denen von Königen, und wurden sowohl im Krieg als auch im Frieden uneingeschränkt gehorcht und unterstützt. Der Wettstreit unter Vettern um die Herrschaft trieb sie jedoch häufig dazu an, einander zu übertreffen: in der Bewirtung von Gästen, in der Zurschaustellung von Großzügigkeit, Weisheit und Ritterlichkeit, einzig zu dem Zweck, ihre Rivalen zu überflügeln und sich Ruhm unter den Menschen zu verschaffen, besonders bei den Dichtern, die damals die offiziellen Sprecher waren.
These tribes in fact had heads chosen by the whole tribe which was a demi-government based on tribal solidarity and collective interests in defence of land and property. Heads of tribes enjoyed dictatorial privileges similar to those of kings, and were rendered full obedience and subordination in both war and peace. Rivalry among cousins for rulership, however, often drove them to outdo one another in entertaining guests, affecting generosity, wisdom and chivalry for the sole purpose of outranking their rivals, and gaining fame among people especially poets who were the official spokesmen at the time.
Stammesführer und Herren hatten besondere Ansprüche auf die Kriegsbeute, etwa den Viertelanteil der Beute, alles, was er für sich selbst auswählte, was er auf dem Rückweg fand, oder sogar den verbleibenden, nicht teilbaren Teil der Beute.
Heads of tribes and masters had special claims to spoils of war such as the quarter of the spoils, whatever he chose for himself, or found on his way back or even the remaining indivisible spoils.
DIE POLITISCHE LAGE:
THE POLITICAL SITUATION:
Die drei arabischen Regionen, die an Fremde grenzten, litten unter großer Schwäche und Minderwertigkeit. Die Menschen dort waren entweder Herren oder Sklaven, Herrscher oder Untergebene. Die Herren, besonders die Fremden, hatten Anspruch auf jeden Vorteil; die Sklaven hatten nichts als Pflichten zu tragen. Mit anderen Worten: Eine willkürliche, autokratische Herrschaft führte zur Verletzung der Rechte der Untergebenen, zu Unwissenheit, Unterdrückung, Ungerechtigkeit, Unrecht und Not und verwandelte sie in Menschen, die im Dunkeln und in Unwissenheit tappten, d. h. in fruchtbares Land, dessen Erträge den Herrschern und Machthabern zufielen, die sie maßlos für ihre Vergnügungen und Genüsse, ihre Launen und Begierden, ihre Tyrannei und Aggression verschwendeten. Die Stämme, die in der Nähe dieser Regionen lebten, schwankten zwischen Syrien und Irak, während diejenigen, die im Inneren Arabiens lebten, uneinig waren und von Stammesfehden sowie rassischen und religiösen Streitigkeiten beherrscht wurden. Sie hatten weder einen König, der ihre Unabhängigkeit sicherte, noch einen Beistand, bei dem sie in Not Rat suchen oder auf den sie sich verlassen konnten.
The three Arab regions adjacent to foreigners suffered great weakness and inferiority. The people there were either masters or slaves, rulers or subordinates. Masters, especially the foreigners, had claim to every advantage; slaves had nothing but responsibilities to shoulder. In other words, arbitrary autocratic rulership brought about encroachment on the rights of subordinates, ignorance, oppression, iniquity, injustice and hardship, and turning them into people groping in darkness and ignorance, viz., fertile land which rendered its fruits to the rulers and men of power to extravagantly dissipate on their pleasures and enjoyments, whims and desires, tyranny and aggression. The tribes living near these regions were fluctuating between Syria and Iraq, whereas those living inside Arabia were disunited and governed by tribal conflicts and racial and religious disputes. They had neither a king to sustain their independence nor a supporter to seek advice from, or depend upon, in hardships.
Die Herrscher des Hidschas genossen jedoch bei den Arabern großes Ansehen und Respekt und galten als Herrscher und Diener des religiösen Zentrums. Die Herrschaft über den Hidschas war tatsächlich eine Mischung aus weltlichem und amtlichem Vorrang sowie religiöser Führung. Sie herrschten unter den Arabern im Namen der religiösen Führung und beanspruchten stets die Hüterschaft über das Heilige Heiligtum und seine Umgebung. Sie kümmerten sich um die Interessen der Besucher der Al-Ka'bah und waren dafür verantwortlich, die Ordnung Abrahams umzusetzen. Sie hatten sogar Ämter und Abteilungen, wie sie die Parlamente von heute besitzen. Sie waren jedoch zu schwach, um die schwere Last zu tragen, wie dies während der abessinischen (äthiopischen) Invasion offensichtlich zutage trat.