39 Die Schwäche des Staates: Ursachen und Faktoren
39 The State’s Weakness Causes & Factors
Der Islamische Staat gründet sich auf die islamische Ideologie und schöpft seine Stärke allein aus dieser Ideologie. Sie ist die Hauptursache seines Fortschritts und seines Wohlstands und die Grundlage seiner Existenz. Der Islamische Staat entstand und etablierte sich in kraftvoller Weise dank der Stärke des Islam. Er festigte in weniger als einem Jahrhundert große Teile der Welt, obwohl Pferde und Kamele seine einzigen Transportmittel waren, und alle seine eroberten Völker und Nationen nahmen innerhalb kurzer Zeit den Islam an, obwohl seine Kommunikationsmittel auf das gesprochene Wort und die Feder beschränkt waren. Der Islam machte all dies möglich, indem er die treibende Kraft hinter dem Staat war.
The Islamic State is based on the Islamic ideology and derives its strength solely from that ideology. It is its main cause of progress and prosperity and the basis of its existence. The Islamic State came into existence and established itself in a powerful fashion due to the strength of Islam. It consolidated large areas of the world in the space of less than a century despite the fact that horses and camels were its only means of transportation, and all its conquered peoples, and nations embraced Islam within a short period of time despite the fact that its means of communication were limited to the word of mouth and pen. Islam made all this possible by being the driving force behind the State.
Die Feinde des Islam erkannten dies und wussten, dass die Schwächung des Islamischen Staates unmöglich sein würde, solange der Islam tief in den Herzen und Köpfen der Muslime verwurzelt und stark blieb und solange das Verständnis des Islam gesund und seine Umsetzung korrekt und umfassend blieb. Daher griffen die Kuffar zu Mitteln, die das Verständnis der Muslime vom Islam und ihre Umsetzung seiner Regeln schwächen würden.
The enemies of Islam realized this and knew that the weakening of the Islamic State would be impossible as long as Islam remained strong and deeply rooted within the hearts and minds of the Muslims, and as long as the understanding of Islam remained sound and its implementation accurate and comprehensive. Therefore, the Kuffar resorted to finding the means which would weaken the Muslims’ understanding of Islam and their implementation of its rules.
Die Methoden, derer sich die Feinde des Islam bedienten, um dessen Verständnis zu schwächen, waren zahlreich. Einige betrafen den Text selbst, andere die Sprache, die bei seiner Überlieferung und Lehre verwendet wurde, und wieder andere die Verbindung des Islam zur Wirklichkeit. Sie machten sich daran, den Aussprüchen des Gesandten Allahs ﷺ falsche Überlieferungen hinzuzufügen, die nie gesagt worden waren, und sie erdichteten und fügten ihnen nichtislamische Bedeutungen und Vorstellungen ein, die dem Islam widersprachen, in der Hoffnung, die Muslime würden diese übernehmen, dadurch vom rechten Weg abkommen und sich vom Islam entfremden. Tatsächlich gelang ihnen genau das, und sie verbreiteten diese falschen Ahadith unter den Menschen. Die Muslime wurden darüber beunruhigt und enthüllten ihrerseits die bösen Machenschaften jener Zindiqs (Ketzer). Die Muslime zerschlugen ihren üblen Ring und vereitelten ihre Verschwörung. Gelehrte und Hadith-Experten nahmen daraufhin die Herausforderung an und begannen, die Ahadith zu sammeln und zu verzeichnen, indem sie jeden Hadith mit dem Überlieferer, dessen Qualifikation und dem Datum seiner Überlieferung in Verbindung brachten, jeden Hadith kennzeichneten und klassifizierten. Ein Hadith wurde entweder als Sahih (echt) oder als Da'if (schwach) eingestuft, und so wurden sie bewahrt. Die Überlieferung der Ahadith wurde auf die drei Generationen nach den Sahaba beschränkt, und keine nach ihnen berichtete Überlieferung wurde angenommen. Die Überlieferer wurden jeweils einzeln identifiziert, und die Hadith-Werke wurden entsprechend geordnet, bis die Muslime die Echtheit jedes Hadith anhand seines Textes und seiner Überlieferungskette bestimmen konnten. Der Islamische Staat ging hart gegen diese Zindiqs vor, und die meisten von ihnen wurden tatsächlich hingerichtet für ihre Rolle bei der Verfälschung und Erdichtung der Ahadith des Gesandten Allahs ﷺ. Insgesamt hatte die Verschwörung keinen schädlichen Einfluss auf den Islam noch auf den Staat.
The methods which the enemies of Islam used to weaken its understanding were numerous. Some were related to the text and others to the language used in conveying and teaching it, still other methods used were related to Islam’s relevance with reality. They set about adding false narrations to the Ahadeeth of the Messenger of Allah (pbuh) which were never said, and they managed to fabricate and include in them non-Islamic meanings and concepts that contradicted Islam in the hope that these would be adopted by the Muslims and thus deviate them and alienate them from Islam. Indeed, they managed to do just that, and they spread these false Ahadeeth among the people. The Muslims came to be alarmed by this and they in turn divulged the evil schemes of those Zanadiqah (heretics). The Muslims smashed their evil ring and aborted their conspiracy. Scholars and Ahadeeth experts then rose to the challenge and began gathering and listing the Ahadeeth by relating each Ahadeeth to the narrator, his qualification, and the date each Ahadeeth was narrated, underlining each Ahadeeth and classifying it. The Ahadeeth was either classified as Sahih (genuine) and Da’if (weak) and were protected. The narrations of the Ahadeeth were restricted to the three generations after the Sahabah and no other narration reported after them was accepted. The narrators were all individually identified and the books of Ahadeeth were also classified accordingly until the Muslims were able to relate the authenticity of any Ahadeeth by relating its text and chain of narrators. The Islamic State dealt harshly with those Zanadiqah and most of them were actually executed for their part in falsifying and fabricating the Ahadeeth of the Messenger of Allah (pbuh). Overall, the conspiracy did not have any damaging effect on Islam nor the State.
Die Feinde des Islam griffen daraufhin die arabische Sprache an, da sie das Medium ist, durch das der Islam und seine Vorschriften überliefert werden, und sie versuchten, sie vom Islam zu trennen. Zunächst hatten sie damit keinen Erfolg, denn die Muslime zogen in ihren Eroberungen voran, ausgerüstet mit dem Buch, der Sunnah und der arabischen Sprache, und sie lehrten die Menschen alle drei. Die Menschen nahmen den Islam an und wurden fließend im Arabischen, und einige der Nicht-Araber wurden sogar herausragende Mujtahidun, wie Imam Abu Hanifah. Andere wurden außergewöhnliche Dichter, wie Baschschar ibn Burd, und manche wurden beredte Schriftsteller, wie Ibn al-Muqaffa'. Die Muslime widmeten der arabischen Sprache große Aufmerksamkeit. Imam asch-Schafi'i untersagte die Übersetzung des Qur'an und untersagte das Gebet in einer anderen Sprache als Arabisch. Diejenigen, die die Übersetzung des Qur'an gguthießen, wie Imam Abu Hanifah, nannten den übersetzten Text jedoch keineswegs Qur'an. Die arabische Sprache blieb im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, weil sie ein grundlegender Bestandteil des Islam und eine notwendige Voraussetzung für Idschtihad ist. Das Verständnis des Islam aus seinen Quellen gelingt nur auf Arabisch, und die Ableitung der Scharia kann nur auf Arabisch vollzogen werden. Die Aufmerksamkeit, Sorgfalt und Bedeutung, die der arabischen Sprache beigemessen wurde, nahm jedoch gegen Ende des sechsten Jahrhunderts nach der Hidschra ab, als Herrscher an die Macht kamen, die die Bedeutung der arabischen Sprache nicht schätzten und nicht erkannten. Sie vernachlässigten daher diesen Bereich, und infolgedessen stagnierte der Idschtihad aufgrund mangelnder Sprachkenntnis im Arabischen, einer der wichtigsten Voraussetzungen für die Ableitung der Scharia. Auf dieser Stufe wurde die arabische Sprache vom Islam getrennt, das Verständnis der Scharia im Staat verschwamm, und in der Folge verschwamm auch die Umsetzung der Vorschriften. Dies trug in erheblichem Maße zum Niedergang des Staates bei. Dadurch verlor es an Fähigkeit, neue Fragen zu verstehen und anzugehen, was dazu führte, dass es die aufkommenden Probleme nicht lösen konnte oder sie auf fehlerhafte Weise löste. Infolgedessen häuften sich die Probleme vor dem Staat an, und dies führte dazu, dass er überfordert wurde.
The enemies of Islam then resorted to attacking the Arabic language as this is the language2 by which Islam and its rules are conveyed and they attempted to divorce it from Islam. They did not succeed at first because the Muslims went forward in their conquests armed with the Book, the Sunnah and the Arabic language and they would teach the people all three. The people embraced Islam and became fluent in Arabic and some of the non Arabs actually became distinguished Mujtahideen like Imam Abu Hanifah. Others became exceptional poets like Bashar ibn Burd and some became eloquent writers like Ibn al-Muqaffa’. The Muslims devoted a great deal of attention to the Arabic language. Imam Shafi’i disallowed the translation of Qur’an and disallowed praying other than in Arabic. Those who did endorse the translation of Qur’an, like Imam Abu Hanifah, in any case did not call the translated text Qur’an at all. Arabic remained the focus of attention because it is the fundamental part of Islam and a necessary prerequisite of Ijtihad. The understanding of Islam from its sources does not come about but in Arabic and the extraction of the Shari’yah cannot be accomplished except in Arabic. However, the attention, care and importance given to the Arabic language diminished by the end of the sixth century Hijri when the rulers, who did not appreciate and realize the importance of the Arabic language, came to power. They, therefore, neglected that area and as a result Ijtihad was stalled due to the lack of fluency in the Arabic language, one of the main ingredients in deducing the Shari’yah. At this stage, the Arabic language became separated from Islam and the State’s understanding of the Shari’yah became blurred and as a consequence the implementation of the rules also became blurred. This contributed a great deal towards the ailing of the State. It became diminished in its ability to understand and tackle new issues, thus leading to its failure to solve the problems that arose or to solving them in an erroneous way. As a result, problems accumulated in the face of the State and this caused it to become overwhelmed.
Muslime haben im Laufe ihrer Geschichte Versuche der Shu'ubiyyah (Anti-Arabismus und Ressentiments gegen die arabische Sprache) erlebt, sowohl zur Zeit der Umayyaden als auch der Abbasiden, ebenso Versuche einiger Perser, in der Zeit der Abbasiden die Herrschaft im Staat an sich zu reißen. Diese Bewegungen hinterließen ihre Spuren in der arabischen Sprache. Später, in der Neuzeit, nahm der Angriff auf die arabische Sprache verschiedene Formen an, und er wurde von europäischen Nationen angeheizt.
2Translator - Muslims witnessed during their history atempts of Shu’ubiyyah (anti-Arabism and Arabic language sentiments) in the days of Ummayds and Abbasids and attempts of some Persians to take over the State in the days of Abbasids. These movements left their effects on the Arabic language. Later on, in the modern history, the onslaught against Arabic language started having different shapes and it was fuelled by European nations.
Was die islamischen Texte und die Sprache betrifft, so war das so weit. Was die Anwendbarkeit des Islam auf die Wirklichkeit des Lebens betrifft, so entstand die gefährliche Tendenz, indische Philosophie mit dem Islam in Einklang zu bringen. Das Streben nach dem Jenseits wurde durch Askese und Selbstkasteiung verwirklicht, und dies führte dazu, dass viele Menschen sich von den Freuden des Lebens abwandten und ein passives Leben annahmen. Sie verzichteten auf ihre Rolle als aktive Mitglieder der Gesellschaft, und dies hatte zur Folge, dass ein großer Verlust für den islamischen Staat und die Muslime insgesamt entstand. Infolgedessen verlor der Staat viele talentierte junge Männer, die sich der Botschaft des Islam hätten widmen können, anstatt zu Askese und Selbstkasteiung Zuflucht zu nehmen.
This was as far as the Islamic texts and the language were concerned. As for the applicability of Islam to the realities of life, the dangerous trend of reconciling Indian philosophy with Islam emerged. The seeking of the Hereafter was achieved through asceticism and self deprivation and this led many people to turn away from life’s pleasures and to adopt a passive life. They renounced their role of being active members of society and consequently this resulted in a big loss to the Islamic State and Muslims in general. As a result of this, the State lost many talented young men who could have devoted themselves to the Message of Islam, instead of resorting to asceticism and self deprivation.
Später brachte die kulturelle Invasion des Westens eine dem Islam fremde Kultur mit sich. Der Westen täuschte die Muslime, indem er behauptete, er habe diese Kultur von ihnen übernommen, und dass die Systeme, die er mitbrachte, nicht im Widerspruch zu den islamischen Regeln stünden. Der Westen brachte Gesetzgebungen ein, die gegen die Scharia verstießen. Dies traf die Muslime in hohem Maße und führte dazu, dass die westliche Kultur vordrang und die Muslime beeinflusste. Die Muslime begannen, das Leben nach dem Nutzen zu beurteilen. Während der Herrschaft des Osmanischen Kalifats wurden einige westliche Gesetze übernommen, ein westliches Bankensystem eingerichtet, Riba gerechtfertigt, und das Strafrecht geriet ins Stocken und wurde durch westliche Strafgesetzbücher ersetzt. Obwohl Fatwas erlassen wurden, um solche Handlungen zu rechtfertigen, hatten sie eine verheerende Wirkung auf den Staat und führten ihn weg von der islamischen Herrschaft. Diese Abkehr vom Islam löschte den einst starken Iman der Muslime aus, brachte den Staat vom rechten Weg ab und führte in der Folge zu seiner Schwäche und seinem Zerfall.
Later, the cultural invasion by the West brought with it a culture alien to Islam, the West duped the Muslims by claiming that they took this culture from them and that the systems which it brought did not contradict the Islamic rules. The West had brought legislation which contravened the Shari’yah. This affected the Muslims to a great extent and led to the encroachment of Western culture and influenced the Muslims. The Muslims began to see life as being based on benefit. During the ‘Uthmani Khilafah’s rule, some Western laws were adopted, a Western banking system was established, Riba justified, and the penal code stalled and replaced by Western penal codes. Despite the fact that Fatawa were issued to justify such acts they had a disastrous effect on the State and led her astray from the Islamic rule. This deviation from Islam extinguished the strong Iman Muslims once had, took the State away from the right path, and subsequently led to its weakness and disintegration.
Was das Verständnis des Islam betrifft, so trugen viele Faktoren zur Fehlanwendung der Scharia bei. Ein solcher Faktor waren die politischen Parteien, von denen jede ihre eigene Meinung durchsetzen wollte und zu militärischen Mitteln griff, um die Macht und Herrschaft an sich zu reißen. Die Abbasiden taten genau dies, indem sie Persien und den Irak eroberten und sie als Basis nutzten, bis sie die uneingeschränkte Macht erlangt und das Herrschaftsamt auf den Clan der Banu Haschim beschränkt hatten. Dann kamen die Fatimiden. Sie übernahmen die Provinz Ägypten und errichteten dort einen Staat, um ihn als Stützpunkt zu nutzen, mit dem letztendlichen Ziel, die Herrschaft über den Islamischen Staat auf die Söhne Fatimas, der Tochter des Gesandten Allahs ﷺ, zu übertragen. Ihr Vorgehen brachte dem Islamischen Staat einen Rückschlag und lähmte den Dschihad, zugleich führte es zur Entstehung einer zweiten Macht, die um die Kontrolle über das Kalifat wetteiferte, obwohl der Islamische Staat ein Staat der Einheit ist und es den Muslimen verboten ist, gleichzeitig mehr als einen Kalifen zu haben. Der Gesandte Allahs ﷺ sagte in diesem Zusammenhang: „Wenn für zwei Kalifen der Treueeid geleistet wird, so töte den Letzteren von ihnen.“
This was as far as understanding Islam was concerned, as for its implementation, many factors contributed to the misapplication of the Shari’yah. One such factor was the political parties, each one wanting to impose their own opinion and resorting to military means in order to seize authority and rule. The Abbasids did just that by seizing Persia and Iraq and using them as a platform until they had managed to capture total power and restrict the function of ruling to the clan of Banu Hashim. Then came the Fatimids. They took over the Wilayah of Egypt and established a state there so as to use it as a support point with the ultimate aim of transferring the rule of the Islamic State to the sons of Fatimah, daughter of Allah’s Messenger (pbuh). Their action caused a setback to the Islamic State and stalled the Jihad, while it resulted in the establishment of a second power vying for control over the Khilafah despite the fact that the Islamic State is a state of unity and it is forbidden for the Muslims to have more than one Khaleefah at the same time. The Messenger of Allah (pbuh) said in reference to this, “If a pledge of allegiance is taken for two Khulafah, kill the latter of them.”.
Diese Faktoren trugen maßgeblich zur Schwächung des Staates bei und führten zudem zu einem Stillstand der Eroberungen, wodurch die Verbreitung der Botschaft des Islam vernachlässigt wurde.
These factors contributed greatly to the weakening of the State, as well as leading to a suspension of the conquests and thereby resulting in neglect towards conveying the Message of Islam.
Was jedoch jene politischen Parteien dazu veranlasste, zu dieser Art von Methode zu greifen, um die Macht an sich zu reißen, war das Ergebnis dessen, was während der Herrschaft der Umayyaden geschah. Die Umayyaden führten die Methode ein, das Khilafah dem Thronfolger zu übergeben, dem dann die Ba’yah geleistet wurde. Dadurch wurde die Ba’yah zu einer bloßen Formalität, und die Hoffnung, auf diesem Weg in die Position des Herrschers zu gelangen, erstarb. Mu’awiyah beispielsweise übertrug die Herrschaft an seinen Sohn und nahm später die Ba’yah für ihn entgegen. Danach folgte jeder Khalifah demselben Weg: Er nahm den Eid für seine Erben ab und forderte dann das Volk auf, ihnen die Ba’yah zu leisten. Den Menschen blieb nur, die Ba’yah dem zu geben, den der Khalifah benannt hatte, und nur selten, sie einem anderen zu geben. Diese Methode trieb jene politischen Parteien dazu, zur Gewalt zu greifen, um die Macht an sich zu reißen. Obwohl Abu Bakr die Methode der Benennung anwandte, führte ihre fehlerhafte Anwendung durch die Umayyaden dazu, dass diese Probleme entstanden. Abu Bakr hatte nämlich die Muslime in dieser Angelegenheit konsultiert, und infolgedessen traten ’Umar und ’Ali als die beiden Kandidaten hervor. Die Benennung fiel dann auf ’Umar, und er wurde nach dem Tod Abu Bakrs zum Khalifah gewählt. ’Umar nahm die Ba’yah von der Ummah entgegen. Dies entsprach tatsächlich der Scharia. Die Khulafa der Banu Umayya wendeten diese Regel fehlerhaft an und benannten ihre Söhne, Brüder oder Verwandten. In manchen Fällen benannten sie sogar mehr als eine Person. Eine solche fehlerhafte Anwendung führte dazu, dass den Muslimen die Möglichkeit genommen wurde, die Ba’yah demjenigen zu geben, den sie wollten, und dies wiederum schwächte den Staat. Zunächst hatte dies auf den Staat nicht viel Auswirkung, da er so mächtig war, doch bald zeigten sich die Anzeichen des Zerfalls.
However, what in fact led those political parties to resort to that type of methodology in order to seize power, was as a result of what took place during the rule of the Ummayads. The Ummayads introduced the method of handing over the Khilafah to the heir apparent, who was then given the Ba’yah. This turned the Ba’yah into a mere protocol and killed the hope of reaching the position of ruling by its means. Mu’awiyah for instance passed on the authority to his son and took the Ba’yah for him later. Subsequently, every Khalifah followed the same trend, taking an oath for their heirs and then asking the people to give them the Ba’yah. The people were restricted to giving the Ba’yah to whoever the Khalifah had nominated, and rarely giving the Ba’yah to anyone else. This method pushed those political parties to resort to force in order to seize power. Despite the fact that Abu Bakr adopted the method of nomination, its misapplication by the Ummayads led to those problems arising. Abu Bakr had in fact consulted the Muslims over this issue and as a result ‘Umar and ‘Ali emerged as the two candidates. Nomination was then given to ‘Umar and he was elected as Khalifah after the death of Abu Bakr. ‘Umar took the Ba’yah from the Ummah. This was actually in accordance with the Shari’yah. The Khulafah of Bani Umayyah misapplied this rule and nominated their sons, brothers or relatives. In some cases, they even nominated more than one person. Such misapplication led to the deprivation of the Muslims from giving the Ba’yah to whoever they wished and this in turn led to the weakening of the State. At first, this did not have much effect on the State because it was so powerful, but the signs of cracking soon emerged.
Die Fehlanwendung beschränkte sich nicht nur auf den Staat. Auch die Wilayat wurden von demselben Übel befallen. Das Schweigen der Abbasiden zum Vorgehen ʿAbd ar-Rahman ad-Dakhils in al-Andalus begünstigte dies. Sein Handeln führte dazu, dass ein großer Teil des Staates abgetrennt wurde, als er al-Andalus unabhängig regierte, ebenso wie die Statthalter, die nach ihm kamen; einige von ihnen nahmen sogar den Titel Amir al-Mu'minin an. Zwar erklärte al-Andalus nicht vollständig seine Unabhängigkeit vom islamischen Staat. Dennoch wurde es separat regiert, und dies führte dazu, dass sich Schwäche in die Struktur des Staates einschlich.
Misapplication was not simply confined to the State. The Wilayat came to be infected by the same malaise. The Abbasids’ silence over the action of ‘Abd al-Rahman al-Dakhil in Andalus ensured this. His action led to the amputation of a big part of the State when he ruled Andalus independently, as did the governors who succeeded him, some of them even acquired the title of Amir al-Mu’mineen. Although, Andalus did not declare total independence from the Islamic State. It was, nevertheless, ruled separately and this resulted in weakness creeping into the State’s structure.
Letztlich ermöglichte dies deren Eroberung durch die Ungläubigen, während der Islamische Staat auf dem Höhepunkt seines Ruhmes und seiner größten Stärke stand. Der Staat konnte wenig tun, um den Untergang von al-Andalus abzuwenden, und dies war auf den Zerfall der Verwaltung von al-Andalus zurückzuführen. Das geschah an der Westfront. Im Osten erhielten die Walis weitreichende allgemeine und verpflichtende Vollmachten, was ihren Stolz anstachelte. Sie begannen, ihre Wilayat nach eigenem Gutdünken zu führen, und der Khalif stimmte diesem Zustand zu. Er war zufrieden mit dem Lob, das ihm von deren Kanzeln zuteilwurde, mit der Erwähnung, dass in seinem Namen Entscheidungen getroffen wurden, mit der Ausgabe von Münzen, die seinen Namen trugen, oder mit dem weiterhin von ihnen eingehenden Kharaj-Ertrag. Diese Wilayat wurden zu kleinen, unabhängigen Gebilden. So war es bei den Wilayat der Saljuqiyyeen und der Hamdaniyyeen sowie bei vielen anderen. Auch dies trug zur Schwächung des Staates bei.
Eventually this facilitated its seizure by the disbelievers while the Islamic State was at the height of its glory and at its most formidable strength. The State could do little to save Andalus’ downfall and this was due to the disintegration of Andalus’ administration. That occurred on the Western front. In the East, the Wulaa’ were given general and wide mandatory powers which triggered their ego. They began to operate their Wilayat according to their own way and the Khaleefah agreed to this state of affairs. He was content with the praise which he received from their pulpit and by the mention that decisions were taken on his behalf or by the issuance of currency bearing his name or with the continued receipt of Kharaj revenues from them. These Wilayat became small independent entity. This was the case with the Wilayat of Saljuqiyyeen and Hamdaniyyeen and many others. This too became a contributory factor in the weakening of the State.
Auf diese Periode folgten die ʿUthmānīs, und die Macht ging an sie über. Das ʿUthmānische Kalifat vereinte den größten Teil der muslimischen Länder unter seiner Führung. Sie leiteten den Dschihad in ganz Europa ein und nahmen die Verbreitung der Botschaft des Islam wieder auf. Diese Aufbruchsstimmung wurde jedoch nur durch den festen Glauben (Īmān) der ersten ʿUthmānischen Khulafāʾ und die militärische Stärke des Heeres getragen, nicht aber durch ein klares Verständnis der islamischen Konzepte und eine umfassende Umsetzung des Islam. Deshalb erreichten diese Eroberungen nicht das, was die Eroberungen früherer Zeiten erreicht hatten, und die Stärke der Herrscher erfasste nicht alle Bereiche des islamischen Staates. Infolgedessen verfiel der Staat bald, bis er schließlich zusammenbrach und ganz zu bestehen aufhörte. Dies war die unmittelbare Folge der genannten Faktoren, verbunden mit den vielen Verschwörungen, die sich gegen den Staat zusammenbrauten.
Following this period came the ‘Uthmanis and the power shifted to them. The ‘Uthmani Khilafah united most of the Muslim lands under its leadership. They initiated Jihad throughout Europe and resumed the conveyance of the Message of Islam. However, this outburst in activity was only backed by the solid Iman of the first ‘Uthmani Khulafah and the military might of the army, and not on a clear understanding of the Islamic concepts and comprehensive implementation of Islam. Therefore, these conquests did not achieve what the conquests of old had achieved, and the strength of the rulers did not embrace all areas of the Islamic State. Consequently, the State soon waned, eventually collapsing until it finally ceased to function. This was as a direct result of the factors mentioned coupled with the many conspiracies brewing against the State.
Die Faktoren, die zur Schwächung des Staates beitrugen, lassen sich auf zwei Hauptursachen zurückführen: das schwache und verschwommene Verständnis des Islam und die daraus folgende Fehlanwendung seiner göttlichen Regeln. Daher würde nur ein klares Verständnis des Islam den Islamischen Staat zurückbringen. Der Bestand des Staates würde davon abhängen, wie stark er ein solches klares Verständnis bewahrt, die Scharia im eigenen Land richtig umsetzt und die Botschaft des Islam in die Welt trägt.
The factors which contributed to the weakness of the State can be summarized into two main reasons: the weak and defocused understanding of Islam and the resultant misapplication of its Divine rules. Therefore, only a clear understanding of Islam would bring back the Islamic State. The maintenance of the State would rely on its strength of safeguarding such a clear understanding, and the proper implementation of its Shari’yah at home and the conveyance of its Message of Islam to the world.