Die Zerstörung des Islamischen Staates
44 The Destruction of the Islamic State
Nach dem Ersten Weltkrieg, nachdem ein Waffenstillstand erklärt worden war und die Alliierten ihren umfassenden Sieg errungen hatten, wurde der 'Uthmanische Staat zerstört und in kleine Kleinstaaten zersplittert. Die Alliierten beschlagnahmten alle arabischen Länder, Ägypten, Syrien, Palästina, Transjordanien und den Irak, und entrissen sie dem Staat, sodass den 'Uthmanen nur noch die Türkei verblieb, und selbst diese war von den Alliierten besetzt worden. Britische Kriegsschiffe besetzten den Bosporus, und die britische Armee besetzte Teile der Hauptstadt Istanbul, alle Festungen der Dardanellen und die meisten strategischen Punkte in der gesamten Türkei.
In the wake of the First World War, after a truce had been declared and once allies had secured their sweeping victory, the ‘Uthmani State was destroyed and fragmented into small statelets. The allies seized all the Arab lands, Egypt, Syria, Palestine, TransJordan and Iraq, stripping them from the State so that all that remained in the hands of the ‘Uthmanis was Turkey, and even she had been invaded by the allies. British warships seized the Bosporus and the British army occupied parts of the capital, Istanbul, all the Dardanelle fortresses, and most of the strategic points throughout the whole of Turkey.
Die Franzosen hatten unterdessen auch Teile Istanbuls besetzt, und ihre senegalesischen Soldaten füllten die Straßen der Stadt. Die italienische Armee besetzte Bira und die Eisenbahnen, und die alliierten Streitkräfte übernahmen die Leitung der Polizei, der Nationalgarde und der Häfen. Sie entwaffneten alle Festungen und entließen einen Teil der türkischen Armee. Die „Partei für Einheit und Fortschritt“ wurde aufgelöst, und sowohl Jamal Pascha als auch Anwar Pascha flohen aus dem Land. Die übrigen Mitglieder der Partei gingen in den Untergrund. Anschließend wurde eine Marionettenregierung unter dem Vorsitz von Tawfeeq Pascha gebildet, die die Befehle der Besatzungsmächte ausführen sollte.
The French meanwhile had also occupied parts of Istanbul and their Senegalese soldiers filled its streets. The Italian army occupied Bira and the railways, and the allied forces took over the running of the police, the national guard and the ports. They stripped all the fortresses of their weaponry and discharged part of the Turkish army. The “Union and Progress Party” was dissolved and both Jamal Pasha and Anwar Pasha fled the country. The rest of its members went underground. A puppet government was then formed, headed by Tawfeeq Pasha, to execute the orders of the occupying forces.
Der damalige Khalifah war Waheed al-Deen. Er erkannte, dass er sich der Wirklichkeit stellen und die Lage auf kluge Weise retten musste. Er löste das Parlament auf und übertrug das Amt des Ministerpräsidenten einem seiner treuesten Freunde, Farid Pascha, der ihn in seiner Politik unterstützte, gegenüber den Alliierten nachsichtig zu sein, damit sie das Land nicht zerstörten, das nach dem Ende des Krieges besonders verwundbar war. Er setzte seinen Plan um, und die Lage blieb eine Weile so: Die Alliierten dominierten, und in der Türkei herrschte eine Phase der Ruhe. Dies hielt an bis 1919, als sich die Dinge zu wandeln begannen und die Position der Alliierten schwächer wurde. Eine Reihe von Krisen traf Italien, Frankreich und Großbritannien im Inneren, schwer genug, um ihre innere Stabilität zu bedrohen, und bald traten Differenzen zwischen ihnen zutage. Dies zeigte sich in Istanbul, wo sie sich um die Beute stritten, da jeder den größten Anteil an militärischen Positionen und wirtschaftlichen Vorteilen wollte. Zu diesem Zeitpunkt war die Türkei in der Lage, eine letzte Chance zu ergreifen und ihre Existenz zu retten. Da nun ein Riss zwischen den Alliierten entstanden und ihre Schwächen offenbar geworden waren, kam es zu einem Punkt, an dem jeder von ihnen begann, die Türken gegen den anderen aufzuwiegeln, und dabei gewährten sie den Türken Unterstützung.
The Khalifah at the time was Waheed al-Deen, he realised he had to face the reality and rescue the situation in a wise manner. He dissolved the parliament and assigned the Prime Minister’s post to one of his most faithful friends, Farid Pasha, who backed him in his policy of being lenient with the allies lest they destroy the country, which it was more than especially vulnerable to, now that the war had ended. He executed his plan and the situation remained as such for a while with the allies dominating and Turkey in a state of lull. This continued until 1919, when things began to change and the position of the allies weakened. A series of crises hit Italy, France and Britain at home, serious enough to threaten their internal stability, and soon differences emerged between them. This was evident in Istanbul, where they fought over the booty, each of them wanting the lion’s share of military positions and economic advantages. At this point, Turkey was in a position to seize a last chance and save her existence. Now that a rift had occurred between the allies and their weaknesses were revealed, a point was reached whereby each one of them began inciting the Turks against the other, and in the process they gave the Turks assistance.
Die Friedenskonferenz, die sie geplant hatten, hatte noch nicht stattgefunden, und ihre Bedingungen waren noch nicht festgelegt. Daher erschien am Horizont ein Hoffnungsschimmer, und die Menschen begannen zu glauben, dass sie eine ernsthafte Widerstandsbewegung organisieren könnten. In Istanbul wurden mehr als zehn geheime Vereinigungen gegründet. Ihr Ziel war es, Waffen und Depots unter der Kontrolle des Feindes zu beschaffen und sie an geheime Organisationen im Inland zu senden. Auch einige Beamte waren an dieser Arbeit beteiligt. Ismat, ein Abgeordneter im Kriegsministerium; Fawzi, der Generalstabschef; Fathi, der Innenminister; und Ra’uf, der Marineminister, gehörten zu denen, die diese Bewegungen unterstützten. So wurde die Aufgabe, dem Feind im Geheimen Widerstand zu leisten, von den zahlreichen Vereinigungen übernommen, die zu diesem Zweck gegründet worden waren; auch die „Partei für Einheit und Fortschritt“ wurde wieder sehr aktiv. Einige Militärs schlossen sich diesen Bewegungen an, bis sie schließlich unter einer einzigen, von Mustafa Kemal geführten Bewegung vereint wurden. Er gründete eine Bewegung, um gegen die Alliierten zu kämpfen und sie aus dem Land zu vertreiben, und er schwor, die Armee des Kalifen zu bekämpfen, falls sie sich ihm in den Weg stellen sollte.
The peace conference, which they had been planning, had not yet taken place and its conditions not laid down. Therefore, a glimmer of hope appeared on the horizon and people began to believe that they could organize a serious resistance movement. More than ten secret associations were established in Istanbul. Their aim was to acquire weapons and depots under the control of the enemy and send them to secret organizations within the country. Some officials were also involved in this work. Ismat, a deputy in the War Ministry; Fawzi, the Chief of Staff; Fathi, the Interior Minister; and Ra’uf, Minister of the Navy were amongst those who helped these movements. Thus, the task of secretly resisting the enemy was taken up by the many associations formed with that purpose in mind; the “Union and Progress Party” also became very active again. These movements were joined by some of the military until eventually they came to be unified under one movement headed by Mustafa Kemal. He established a movement to fight the allies and expel them from the country and he vowed to fight the Khalifah’s army if it stood in his way.
Mustafa Kemals Erfolg bei diesem Vorhaben war bemerkenswert. Als er erkannte, dass die Zentralregierung und die Obrigkeit in Istanbul unter der Kontrolle des Feindes standen, beschloss er, in Anatolien eine nationale Regierung zu errichten. Er organisierte daher in Sywas eine nationale Konferenz (Kundgebung), auf der die Politik und die Mittel zum Schutz der Unabhängigkeit der Türkei erörtert wurden. Die Konferenz verabschiedete einige Beschlüsse, und es wurde ein Exekutivausschuss gebildet, dem Mustafa Kemal vorstehen sollte. Die Konferenz richtete eine Warnung an den Sultan, in der sie die Absetzung des Premierministers Farid und die Abhaltung freier Parlamentswahlen forderte. Unter diesem Druck sah sich der Sultan gezwungen, den Forderungen der Konferenz nachzugeben. So entließ er den Premierminister, ernannte Ali Redha zu dessen Nachfolger und ordnete anschließend Neuwahlen an. Die Delegierten der Konferenz traten bei den Wahlen als Gruppe mit einem Manifest an, das darauf ausgerichtet war, das Land zu retten, und sie erzielten im neuen Parlament eine überwältigende Mehrheit.
Mustafa Kemal’s success in this quest was remarkable. Having realized that the central government and the authority in Istanbul were under the enemy’s control he decided to establish a national government in Anatolia. So he organized a national conference (rally) in Sywas, where the policies and means to safeguard Turkey’s Independence were discussed. The conference adopted a few resolutions and an executive committee was formed, to be headed by Mustafa Kemal. The conference sent a warning to the Sultan demanding the removal of Prime Minister Farid and the holding of free parliamentary elections. Under such pressure, the Sultan was forced to submit to the conferences’ demands, and so he dismissed the Prime Minister and appointed Ali Redha as his successor, then he ordered new elections to be held. The delegates from the conference entered the elections as a group with a manifesto designed to salvage the country and they achieved a sweeping majority in the new parliament.
Nach ihrem Erfolg zogen sie weiter nach Ankara, richteten dort ihr Hauptquartier ein, hielten eine Versammlung ab und schlugen vor, dass das Parlament in Istanbul zusammentreten und ihr Repräsentantenrat aufgelöst werden sollte, da dessen Mitglieder nun offizielle Abgeordnete geworden seien. Mustafa Kemal lehnte diese beiden Vorschläge jedoch entschieden ab und sagte: „Der Repräsentantenrat sollte weiter bestehen, bis die Verlässlichkeit und Integrität des Parlaments klar erwiesen sind und bis seine Politik bekannt wird. Was den Umzug in die Hauptstadt betrifft, so wäre dies reiner Wahnsinn, denn wenn ihr das tut, würdet ihr der Gnade des Feindes ausgeliefert sein. Die Briten kontrollieren das Land nach wie vor, und die Behörden werden sich zweifellos in eure Angelegenheiten einmischen und euch vielleicht festnehmen. Das Parlament sollte daher hier in Ankara zusammentreten, damit es unabhängig bleibt.“ Mustafa Kemal beharrte auf seiner Meinung und verteidigte sie nachdrücklich, konnte die Abgeordneten jedoch nicht überzeugen, die Sitzungen des Parlaments in Ankara abzuhalten. Die Abgeordneten begaben sich daraufhin pflichtgemäß in die Hauptstadt, bekundeten ihre Treue zum Kalifen und setzten ihre Arbeit fort. Dies geschah im Januar 1920.
After their success they moved on to Ankara and established their headquarters there where they held a meeting and proposed that the parliament should meet in Istanbul and their Council of Representatives should be dissolved since its members had now become official deputies. However, Mustafa Kemal strongly opposed these two proposals saying, “The Council of Representatives should continue until the parliament’s commitment and integrity is made clear and until its policy becomes known. As for the move to the capital, this would be sheer madness, for if you did this you would be under the mercy of the enemy. The British still control the country and the authorities will undoubtedly meddle in your affairs and perhaps arrest you. The parliament should therefore convene here in Ankara so that it remains independent.” Mustafa Kemal persisted and defended his opinion strongly, but failed to persuade the deputies to hold the parliament’s sessions in Ankara. The deputies duly went to the capital and expressed their loyalty to the Khalifah, and continued on with their work. This was in January 1920.
Der Khalif versuchte, den Abgeordneten seinen Willen aufzuzwingen, doch diese leisteten Widerstand und bekundeten ihre Bereitschaft, an den Rechten des Landes festzuhalten. Als der Druck der Verbündeten auf sie wuchs, mobilisierten sie die öffentliche Meinung für den Pakt, auf den sie sich auf der Konferenz von Sivas geeinigt hatten. Der Pakt enthielt die Bedingungen, unter denen sie bereit waren, einem Frieden zuzustimmen. Am wichtigsten unter diesen Bedingungen war, dass die Türkei innerhalb festgelegter Grenzen ein freier und unabhängiger Staat werden sollte. Die Verbündeten, besonders die Briten, frohlockten, denn genau das hatten sie angestrebt. Darüber hinaus wollten sie, dass dies aus den Türken selbst hervorging.
The Khalifah tried to impose his will on the deputies but they resisted and showed their willingness to hold on to the country’s rights. When pressure from the allies mounted on them, they rallied public opinion for the covenant which they had agreed upon during the Sywas conference. The covenant included the conditions according to which they were prepared to accept peace. Most important of these conditions was that Turkey should become a free and independent state within specified borders. The allies, especially the British, rejoiced, for this was exactly what they had been aiming at. Moreover, they wanted it to come from the Turks themselves.
Es sei an dieser Stelle erwähnt, dass alle Länder, die der ʿUthmānī-Staat als Wilāyāt in seiner Eigenschaft als islamischer Staat beherrschte, nach dem Ersten Weltkrieg jeweils ein Abkommen erhielten, das von den Alliierten für sie aufgesetzt worden war und ihnen die Unabhängigkeit des Teils verkündete, den die Alliierten getrennt halten wollten. Der Irak besaß daher ein Abkommen, das die Unabhängigkeit des Irak umfasste, ebenso Syrien, Palästina, Ägypten und so weiter. Es war daher nur natürlich, dass die Alliierten, besonders die Briten, über diesen türkisch-nationalistischen Vertrag frohlockten, denn er entsprach genau dem, was sie wollten: der Zerstückelung des ʿUthmānī-Staates und seiner Aufteilung in Kleinstaaten, damit er nicht wieder als ein starker Staat erstehe. Ihr Traum, den Staat der Muslime zu zerstören, schien nun in Erfüllung zu gehen.
It is worth mentioning here that all the countries which the ‘Uthmani State used to rule over as Wilayat in her capacity, as the Islamic State, had each had, in the wake of the First World War, a covenant drawn up for them by the allies and which proclaimed for them the independence of the part which the allies wanted to keep separate. Iraq, therefore, had a covenant comprising the independence of Iraq, as did Syria, Palestine, Egypt and so on. Thus, it was only natural for the allies, especially the British, to rejoice at this Turkish Nationalistic Covenant, for it was exactly what they wanted; the dismembering of the ‘Uthmani State and its division into statelets lest it return again as one strong State. Their dream of destroying the Muslims’ State looked as though it would now come to fruition.
Wären die Verträge nicht gewesen, die die Alliierten überall durchzusetzen vermochten, hätte die Lage eine andere Wendung genommen. Der Grund dafür war, dass der ʿUthmānī-Staat ein einziges Gebilde war, das alle seine Wilāyāt als Teil von sich betrachtete. Er hatte ein System der Einheit (d. h. eines Bundesstaates) und nicht der Union (d. h. eines Staatenbundes) übernommen, und so gab es in der Politik des Staates keinen Unterschied zwischen dem Ḥiǧāz oder der Türkei, noch zwischen dem Bezirk al-Quds und dem Bezirk Iskandarona. Alle waren Teil eines einzigen Staates.
Had it not been for the covenants, which the allies managed to set up everywhere, the situation would have taken a different turn. The reason for this was because the ‘Uthmani State was a single entity which considered all of its Wilayat as part of it. It had adopted a system of Unity (i.e., a federation) and not Union (i.e., a confederation) and so there was no difference in the State’s policy between Hijaz or Turkey, nor between the district of al-Quds and the district of Iskandarona. All of them were part of one single State.
Außerdem hätte die Lage durch die Bedingungen, die den besiegten Mächten am Kriegsende auferlegt wurden, noch komplizierter werden müssen. Denn die Niederlage der Türkei glich der Deutschlands, da beide im Krieg Verbündete gewesen waren, und die Friedensbedingungen, die dem einen Land auferlegt wurden, hätten auch für das andere gelten müssen. Wenn also das deutsche Volk sich dagegen wehrte, auch nur eine Handspanne seines Landes abzugeben, und dagegen kämpfte, dass sein Land zerstückelt wird, so hätte dies auch für den ʿUthmānī-Staat gelten müssen, und auch er hätte niemals zerstückelt werden dürfen. Die Alliierten waren sich dieser Gegebenheiten bewusst und berücksichtigten sie. Als jedoch die ʿUthmānīs selbst darum baten, ihr Land zu zerstückeln, ein Anliegen, das sowohl von Arabern als auch von Türken verfolgt wurde, griffen die Alliierten die Gelegenheit begierig auf und ermutigten solche Schritte eifrig; besonders im Zentrum des Staates (der Türkei), wo der Großteil der Herrschaft innerhalb des Staates seinen Ursprung hatte und wo er vertreten war.
In addition, the situation should have been further complicated by the conditions imposed on the defeated powers at war’s end. This was because the defeat of Turkey was similar to that of Germany, since they were allies in the war together, and the conditions of peace laid down on one country should have applied to the other. Thus, if the people of Germany resisted the idea of having to part with as much as a handspan of their land, and fought against their country being dismembered, so should have been the case for the ‘Uthmani State, and she too should never have been dismembered. The allies were aware of these realities and took them into account. However, when the ‘Uthmanis themselves requested their country to be dismembered, a request sought by Arabs and Turks alike, the allies leaped at the chance and ardently encouraged such moves; especially in the State’s center (Turkey) where most of the rule within the State originated and where it was represented.
Daher betrachteten die Alliierten das Abkommen als ihren endgültigen Sieg. Den Türken wurde somit die Freiheit des Widerstands zugestanden, sobald es veröffentlicht worden war, und die Alliierten begannen daraufhin, ihre Truppen aus allen Winkeln des Landes abzuziehen. Die britischen und französischen Truppen wurden aus dem Land entfernt. Zugleich begannen die Türken, an Kraft zu gewinnen. Eine Widerstandsbewegung entstand, die schließlich in eine Revolution gegen den Khalifen umschlug, sodass dieser gezwungen war, ein Heer zu entsenden, um die Bewegung niederzuschlagen. Dies gelang ihm, bis alle Menschen zum Sultan standen, außer denen in Ankara, wo das Zentrum der Revolution lag. Schließlich stand Ankara selbst kurz vor der Niederlage. Angesichts des Heeres des Khalifen fielen die umliegenden Dörfer nacheinander und schlossen sich ihm dann an. Mustafa Kemal und diejenigen, die bei ihm waren, befanden sich in einer sehr kritischen Lage, doch Mustafa Kemal war entschlossen weiterzukämpfen, und so rief er die Nationalisten zum Handeln auf. Sie folgten seinem Aufruf und gewannen an Kraft. In den türkischen Provinzen und Dörfern verbreiteten sich Gerüchte, die britische Armee werde bald die Hauptstadt besetzen, die Nationalisten verhaften und das Parlamentsgebäude gewaltsam schließen.
Therefore, the allies considered the covenant to be their final victory. The Turks were thus allowed the freedom of resistance, once it had been published, and the allies then began to pull their troops out from every corner of the land. The British and the French troops were removed from the country. Concomitantly, the Turks began gathering strength. A resistance movement was formed which eventually turned into a revolution against the Khalifah, thus forcing him to send in an army to crush the movement. This it managed to do until all the people stood by the Sultan except those in Ankara where the stronghold of the revolution was. Eventually, Ankara itself was on the brink of defeat. In the face of the Khalifah’s army, the surrounding villages fell one after the other and then joined it. Mustafa Kemal and those with him were placed in a very critical situation, but Mustafa Kemal was determined to fight on and so he incited the nationalists. They responded and gathered strength. Rumors were spread in the Turkish provinces and villages that the British army was about to occupy the capital, arrest the nationalists and shut down the house of parliament by force.
Auch Gerüchte wurden verbreitet, wonach der Khalifah und seine Regierung die Besatzung unterstützten. Die Lage änderte sich bald. Die Menschen begannen, sich vom Khalifah abzuwenden, und die öffentliche Meinung verlagerte sich zugunsten der Nationalisten in Ankara. Männer und Frauen zogen nach Ankara, um sich freiwillig zur Verteidigung der Türkei zu melden. Viele Soldaten desertierten aus der Armee des Khalifah und schlossen sich der Armee Mustafa Kemals an, der inzwischen zu einem Helden der Türken und zum Symbol ihrer Hoffnungen geworden war. Seine Stellung gewann an Stärke, und nahezu das ganze Land geriet unter seine Kontrolle. Er veröffentlichte ein Flugblatt, in dem er zur Wahl eines nationalen Repräsentantenrates aufrief, der Ankara als seinen Sitz haben sollte. Die Wahl fand statt, und die neu gewählten Abgeordneten traten zusammen und nannten sich Große Nationalversammlung. Sie betrachteten sich als die rechtmäßige Regierung. Sie wählten Mustafa Kemal zum Präsidenten des Repräsentantenrates. Ankara wurde zum Zentrum der nationalen Regierung, und alle Türken billigten dies. Mustafa Kemal rückte daraufhin vor und zerschlug, was von der Armee des Khalifah noch übrig war, wodurch der Bürgerkrieg beendet wurde. Danach konzentrierte er sich auf den Kampf gegen die Griechen, und es folgten mehrere blutige Schlachten. Zunächst hatten die Griechen die Oberhand, doch bald verschob sich das Gleichgewicht zugunsten Mustafa Kemals.
Rumors about the Khalifah and his government supporting the occupation were also spread. The situation soon changed. People began deserting the Khalifah and public opinion shifted towards the nationalists in Ankara. Men and women drifted towards Ankara volunteering to defend Turkey. Many soldiers deserted the Khalifah’s army and joined the army of Mustafa Kemal, who by then had become a hero for the Turks and a symbol of their hopes. His position gathered strength and almost the entire country came under his control. He issued a leaflet calling for the election of a national Council of Representatives that would position Ankara as its headquarters. The election took place and the newly elected members convened, calling themselves the National Assembly. They considered themselves the legitimate government. They voted Mustafa Kemal as president of the Council of Representatives. Ankara became the center of the national government and all the Turks approved of it. Mustafa Kemal then moved and destroyed what remained of the Khalifah’s army, putting an end to the civil war. He then concentrated on fighting the Greeks, and several bloody battles ensued. The Greeks had the upper hand at first but soon the balance shifted in Mustafa Kemal’s favor.
Im August 1921 startete er einen raschen und erfolgreichen Angriff auf die Griechen, die damals Izmir und andere Teile der türkischen Küsten besetzt hielten. Anfang September ließ er Ismat rufen, damit dieser mit Harrington zusammentraf und die Einzelheiten ausarbeitete. Bei diesem Treffen einigten sich die Alliierten darauf, die Griechen aus Tarees zu vertreiben und sich selbst aus Istanbul und der ganzen Türkei zurückzuziehen. Wenn wir Mustafa Kemals Schritte genau verfolgen, erschließt sich uns, dass die Alliierten seinen Forderungen nur dann zustimmten, wenn sie das Versprechen erhielten, dass er im Gegenzug die islamische Herrschaft beseitigen würde. Dies wurde deutlicher, als die Nationalversammlung nach den von ihm errungenen Siegen mit ihm über die Zukunft der Türkei sprach. Er antwortete: „Ich glaube weder an einen Bund islamischer Länder noch an einen Bund des osmanischen Volkes, und jeder von uns ist frei, jede beliebige Meinung zu vertreten. Doch die Regierung sollte an einer festen und durchdachten Politik festhalten, die auf den Gegebenheiten beruht. Eine Politik, die ein einziges Ziel verfolgt, nämlich das Land und seine Unabhängigkeit innerhalb seiner natürlichen Grenzen zu schützen. Gefühle und Illusionen sollten unsere Politik nicht beeinflussen, und zum Teufel mit den Träumen und den Mythen, die uns in der Vergangenheit teuer zu stehen kamen.“
By August 1921, he launched a swift and successful attack on the Greeks who at the time occupied Izmir and other parts of the Turkish coasts. In the beginning of September, he sent for Ismat to meet Harrington and work out the details. At that meeting, the allies agreed to expel the Greeks from Tarees and to withdraw themselves from Istanbul and the whole of Turkey. If we closely followed Mustafa Kemal’s moves, we deduce that the allies agreed to his demands only when they secured a promise that he would destroy Islamic rule in return. This was made clearer when the National Assembly discussed with him the future of Turkey in the wake of the victories he had achieved. He replied, “I do not believe in a league of Islamic countries, nor in a league of the ‘Uthmani people, and each one of us is free to embrace any opinion he wishes. However, the government should adhere to a fixed and devised policy based on realities. A policy that carries one single objective, that is to protect the country and its independence within its natural borders. Sentiments and illusions should not affect our policy, and damn to the dreams and the myths, they have in the past cost us dearly.”.
Mit dieser Erklärung wollte er die Unabhängigkeit der Türkei auf der Grundlage schmieden, dass sie ein Land für das türkische Volk und nicht für die islamische Ummah sein sollte. Einige der Abgeordneten und Politiker fragten ihn, wie die Regierung des neuen Türkei gestaltet werden sollte, denn es wäre undenkbar, dass sie zwei Regierungen hätte, wie es zu jener Zeit der Fall war: eine Übergangsregierung mit Macht und Ankara als ihrem Hauptsitz sowie eine offizielle, jedoch nur nominelle Regierung in der Hauptstadt, geleitet vom Khalifah und seinen Ministern. Die Politiker drängten Kemal, seine Meinung zu dieser Frage klar darzulegen. Er antwortete ihnen nicht und verbarg seine Absichten. Stattdessen begann er, die öffentliche Meinung gegen Khalifah Waheed al-Deen aufzuwiegeln, und warf ihm vor, mit den Briten und den Griechen zu kollaborieren. Die Menschen waren wütend auf den Khalifah, und inmitten der öffentlichen Euphorie hinter ihm rief Mustafa Kemal eine Sitzung der Nationalversammlung ein, um seinen Plan bezüglich des Sultans und der Regierung darzulegen. Er hatte die ganze Zeit gewusst, dass er die Abgeordneten davon überzeugen konnte, Waheed al-Deen abzusetzen und dem Khalifah jegliche Autorität zu entziehen, doch er konnte nicht so kühn sein, das Chilafat direkt anzugreifen, da dies islamische Gefühle ausgelöst hätte. Er löste das Chilafat daher nicht auf und vermied es, das Problem frontal anzugehen. Stattdessen schlug er listig vor, dem Khalifah alle Macht zu entziehen.
By this declaration, he wanted to forge the independence of Turkey on the basis of being a country for the Turkish people and not the Islamic Ummah. Some of the deputies and politicians asked him about how the government of the new Turkey should be shaped, for it would be inconceivable for her to have two governments as was the case at that time: a transitional government with power and Ankara as its headquarters and an official yet nominal government in the capital headed by the Khalifah and his ministers. The politicians insisted upon Kemal that he should clearly state his opinion about this issue. He did not answer them and concealed his intentions. Instead he began to incite public opinion against Khalifah Waheed al-Deen, accusing him of collaborating with the British and the Greeks. People were enraged against the Khalifah and amidst the public euphoria behind him, Mustafa Kemal called for a meeting of the National Assembly to outline his plan regarding the Sultan and the government. He had known all along that he was capable of convincing the deputies to remove Waheed al-Deen and strip the Khalifah of authority, but he could not be so daring as to risk a direct attack on the Khilafah, since this would have triggered Islamic sentiment. He did not therefore dissolve the Khilafah and avoided tackling the issue head on. Instead, he slyly suggested stripping the Khalifah of all power.
So konnte das Sultanat abgeschafft und Wahideddin entfernt werden. Sobald die Abgeordneten dies hörten, verschlug es ihnen die Sprache, und sie erkannten rasch die gefährlichen Folgen des Antrags, den sie bestätigen sollten, und drängten darauf, zunächst die vorliegende Angelegenheit zu debattieren. Mustafa Kemal war außerordentlich besorgt und fürchtete eine solche Debatte, weshalb er stattdessen eine Abstimmung über den Antrag verlangte. Er erhielt die Unterstützung von achtzig Abgeordneten, die zu seinen persönlichen Anhängern gehörten.
Thus, the Sultanate could be dissolved and Waheed al-Deen removed. As soon as the deputies heard this they became speechless, and quickly realized the dangerous implications of the proposal which they had been asked to endorse and they moved to first debate the issue at hand. Mustafa Kemal was exceedingly apprehensive and fearful of such a debate, so he asked instead for a motion (vote) regarding the proposal to take place. He received the backing of eighty of the deputies, who were from among his personal supporters.
Die Nationalversammlung lehnte es jedoch ab, ihm seinen Wunsch zu erfüllen, und überwies den Vorschlag stattdessen an den Rechtsausschuss zur Prüfung. Als der Ausschuss am nächsten Tag zusammentrat, war Mustafa Kemal anwesend und verfolgte den Verlauf der Ereignisse genau. Der Ausschuss, der aus Gelehrten und Juristen bestand, debattierte die Angelegenheit einige Stunden lang und erkannte bald, dass der Vorschlag gegen die Texte der Scharia verstieß, denn im Islam gibt es nichts, das religiöse Autorität und weltliche Autorität genannt wird; „Sultanat und Kalifat“ sind ein und dasselbe. Das Konzept, die Religion vom Staat zu trennen, existiert im Islam nicht und hat in seiner gesamten Geschichte nie existiert. Es gab ein islamisches System, und der Staat setzte das System um. Zwangsläufig konnte der Rechtsausschuss keine Rechtfertigung für eine solche Trennung finden und auch keinen Grund, die Angelegenheit zu debattieren, da die islamischen Texte zu diesem Thema eindeutig und bestimmt sind (keiner Auslegung unterliegen). Es überrascht nicht, dass der Ausschuss den Vorschlag ablehnte.
However, the National Assembly refused to grant him his wish and alternatively referred the proposal to the legal committee to look into. When the committee convened the next day, Mustafa Kemal attended and watched the course of events closely. The committee, comprising of scholars and lawyers, debated the issue for a few hours and soon realized that the proposal violated the Shari’ah texts, since in Islam there is nothing called religious authority and temporal authority, “Sultana and Khilafah”, are one and the same. The concept of separating the Deen from the State does not exist in Islam and had never existed throughout its history. There was an Islamic System and the State implemented the System. Inevitably, the legal committee could not find any justification for such a separation nor could it find a reason for conducting a debate on the issue because the Islamic texts are clear-cut and decisive (not open to interpretation) about this issue. Not surprisingly, the committee rejected the proposal.
Mustafa Kemal war jedoch entschlossen, die Religion vom Staat zu trennen, indem er das Sultanat vom Kalifat trennte. Dies war die Erfüllung der Ziele der Alliierten: die Zerstörung der Überreste des islamischen Staates durch die Hände seines eigenen Volkes. Seine kolonialistische Prägung, die ihn dazu brachte, die Westler nachzuahmen, die die weltliche Macht von der geistlichen trennten, trieb ihn dazu, das Sultanat vom Kalifat zu trennen, so wie in der westlichen Welt die Kirche vom Staat getrennt worden war. Als Mustafa Kemal erkannte, dass die Debatte des Ausschusses einen anderen Verlauf nahm als von ihm gewollt, verlor er die Beherrschung, sprang von seinem Sitz auf, stellte sich wutentbrannt auf einen Stuhl und unterbrach die Debatte des Ausschusses mit den Worten: „Exzellenzen! Der osmanische Sultan hat die Autorität des Volkes mit Gewalt an sich gerissen, und mit Gewalt hat das Volk beschlossen, sie zurückzuerlangen. Das Sultanat muss vom Kalifat getrennt und aufgelöst werden. Dies wird geschehen, ob Sie zustimmen oder nicht. Es bleibt nur zu sagen, dass dabei einigen Ihrer Köpfe der Verlust drohen könnte.“ Er sprach wie ein Diktator, dann wurde die Sitzung des Ausschusses aufgelöst. Die Große Nationalversammlung wurde umgehend einberufen, um den Vorschlag zu beraten und zu erörtern.
However, Mustafa Kemal was determined to separate the Deen from the State by separating the Sultanate from the Khilafah, which was the fulfillment of the aims of the allies; the destruction of the remains of the Islamic State by the hands of its own people. His colonialist culture, which makes him imitate the Westerners in their separation of the temporal power from the spiritual one drove him to separate the Sultanate from the Khilafah, just as the Church had come to be separated from the state in the West. When Mustafa Kemal realized that the debate of the committee was taking a course different to his, he lost his temper and leaped off his seat, he stood on a chair fuming with rage and interrupted the debate of the committee by shouting, “Your excellencies! The ‘Uthmani Sultan has seized the authority of the people by force, and it is by force that the people have decided to regain it. The Sultanate must be separated from the Khilafah and dissolved, this shall take place whether you agree or not, all there is to it is that some of your heads will fall in the process.” He spoke like a dictator, then the meeting of the committee broke up. The National Assembly was immediately called for to meet and discuss the proposal.
Während der gesamten Debatte erkannte Mustafa Kemal, dass die Mehrheit der Abgeordneten gegen den Antrag war. Daher scharte er seine Anhänger um sich und forderte eine Abstimmung über den Antrag durch einmaliges Handheben. Die Abgeordneten widersprachen dem und sagten: „Wenn eine Abstimmung unbedingt notwendig ist, sollte sie durch den namentlichen Aufruf jedes Abgeordneten erfolgen.“ Mustafa Kemal wies dies zurück und rief drohend: „Ich bin zuversichtlich, dass die Nationalversammlung den Antrag in allgemeinem Konsens billigen wird, und es genügt, nur durch Handheben abzustimmen.“ Der Antrag wurde zur Abstimmung gestellt, und nur wenige Hände wurden gehoben. Dennoch wurde das Ergebnis so verkündet, als habe die Nationalversammlung den Antrag mit einer klaren Mehrheit angenommen. Die Abgeordneten waren darüber fassungslos, und einige sprangen protestierend und rufend von ihren Sitzen auf: „Das ist nicht wahr, wir haben nicht zugestimmt!“ Die Anhänger Mustafa Kemals schrien zurück und hielten sie zurück, es kam zu Beleidigungen. Daraufhin verkündete der Präsident der Nationalversammlung das Abstimmungsergebnis erneut und erklärte, die Nationalversammlung habe die Auflösung des Sultanats mit klarer Mehrheit gebilligt. Die Sitzung wurde vertagt. Mustafa Kemal verließ das Konferenzzentrum umgeben von seinen Anhängern. Als Waheed al-Deen, der Khalifah, davon erfuhr, floh er aus dem Land, und kurz darauf wurde sein Neffe ‘Abdul Majid zum Khalifah der Muslime ernannt, allerdings ohne jegliche Befugnisse. Das Land blieb jedoch ohne einen legitimen Herrscher.
Throughout the debate, Mustafa Kemal realized that the majority of the deputies were against the proposal, so he gathered his supporters around him and called for a vote on the proposal by raising hands once. The deputies objected to this and said, “If it is absolutely necessary to vote, let this take place by calling out the name of each deputy.” Mustafa Kemal rejected this and shouted out menacingly, “I am confident that the National Assembly will endorse the proposal by general consensus and it will be sufficient to take votes by raising hands only.” The proposal was put to the vote and only a few hands were raised. However, the result was declared as though the National Assembly had accepted the proposal by a clear majority. The deputies were stunned by this and some of them leaped from their seats protesting and shouting, “This is not true, we did not agree!” The supporters of Mustafa Kemal shouted back at them and restrained them, insults were exchanged then the President of the National Assembly declared the result of the vote once more stating that the National Assembly had approved by a clear majority the dissolution of the Sultanate. The meeting was adjourned. Mustafa Kemal left the conference center surrounded by his supporters. When Waheed al-Deen, the Khaleefah, received news of this he fled the country and soon after his nephew, ‘Abdul Majid, was nominated as the Khalifah of the Muslims, albeit stripped of any authority. The country, however, remained without a legitimate ruler.
Wenn das Sultanat vom Kalifat getrennt wurde, wer war dann der rechtmäßige Herrscher? Mustafa Kemal war von Anfang an sehr darauf bedacht, das Sultanat vom Kalifat zu trennen, und er tat dies, ohne die Regierungsform preiszugeben, die die Türkei übernehmen sollte. Mit der Abschaffung des Sultanats war es notwendig geworden, das Format der neuen Regierung festzulegen. Würde Mustafa Kemal die Regierung bilden und Präsident einer konstitutionellen Regierung werden, während er den Kalifen als maßgebliche Autorität beibehielt? Wenn ja, wäre dann die Entscheidung, das Sultanat abzuschaffen, nicht von vornherein wirkungslos gewesen?
If the Sultanate was separated from the Khilafah, who then was the legal ruler? Mustafa Kemal had all along been very anxious to separate the Sultanate from the Khilafah, and he did so without revealing the structure of government which Turkey was to adopt. With the dissolution of the Sultanate it had become necessary to decide the format of the new government. Would Mustafa Kemal form the government and become the President of a constitutional government while keeping the Khalifah as the authoritative figure? If so, then would not the decision to dissolve the Sultanate have been ineffectual in the first place?
Mustafa Kemal weigerte sich, eine Regierung zu bilden, und gab seine Absichten nicht preis. Gestützt auf seine Macht und Autorität, durch die er die Menschen kontrollierte, ging er daran, eine Partei zu gründen, die er „Volkspartei“ nannte. Seine Absicht war es, die öffentliche Meinung zu seinen Gunsten zu gewinnen, denn trotz seiner Macht stand die überwältigende Mehrheit im Rat der Abgeordneten auch nach der Erklärung der Trennung des Sultanats vom Kalifat weiterhin gegen ihn. Dies veranlasste ihn, die Gestalt der neuen Regierung zu enthüllen, die er zu bilden beschlossen hatte, indem er die Türkei zur Republik erklärte, mit sich selbst als Präsident. Er begann mit einer Verleumdungskampagne gegen die Nationalversammlung, die eine peinliche politische Krise hervorrief und so zum Rücktritt der amtierenden Regierung führte. Die Regierung reichte ihren Rücktritt bei der Nationalversammlung ein und hinterließ damit ein Machtvakuum. Inmitten der sich vertiefenden Krise schlugen einige Abgeordnete dem Rat der Abgeordneten vor, Mustafa Kemal zum Regierungschef zu ernennen, um die Krise zu lösen. Zunächst tat er so, als hege er keinerlei Ambitionen für dieses Amt; dann stimmte er zu und ging zum Rednerpult, um vor der Nationalversammlung zu sprechen.
Mustafa Kemal refused to form a government and did not reveal his intentions. Backed up by his power and authority, through which he had control over the people, he went on to form a party which he called the “People’s Party”. His intention was to gain public opinion in his favor because despite his power, the sweeping majority in the Council of Representatives were still against him even after the declaration of the separation of the Sultanate from the Khilafah. This led him to consider disclosing the shape of the new government which he had decided to form, declaring Turkey to be a republic with himself as its President. He started by initiating a smear campaign against the National Assembly and this produced an embarrassing political crisis, thus leading to the resignation of the government in office. The government tendered its resignation to the National Assembly creating a power vacuum. Amidst the deepening crisis, some of the deputies suggested to the Council of Representatives that it should appoint Mustafa Kemal as the head of the government in order to solve the crisis. At first he pretended that he held no ambitions for the job, then he agreed and went up to the stand to address the National Assembly.
In seiner Rede sagte er zu den Abgeordneten: „Sie haben mich gerufen, damit ich in dieser kritischen Stunde zu Hilfe komme. Die kritische Lage ist jedoch Ihr eigenes Werk. Daher ist dieser Zustand kein vorübergehender Zwischenfall, sondern ein grundlegender Urteilsfehler im System unserer Regierung. Die Nationalversammlung hat derzeit zwei Funktionen, eine gesetzgebende und eine ausführende. Jeder Abgeordnete will an jeder Entscheidung eines Ministers teilnehmen und sich in jede Abteilung der Regierung und jede Entscheidung eines Ministers einmischen. Verehrte Herren, kein Minister kann sich unter solchen Umständen mit seiner Aufgabe und Verantwortung vertraut machen und ein Amt annehmen. Sie müssen begreifen, dass eine auf dieser Grundlage gegründete Regierung nicht zu errichten ist, und wenn sie dennoch errichtet würde, würden Sie sie nicht Regierung nennen, sondern Chaos, und wir müssen diesen Zustand anerkennen. Deshalb habe ich beschlossen, die Türkei in eine Republik mit einem gewählten Präsidenten umzuwandeln.“ Als er seine Rede beendet hatte, wurde schnell klar, dass er bereits ein Dekret vorbereitet hatte, mit dem die Türkei zur Republik erklärt und er selbst zum ersten Präsidenten der Türkischen Republik gewählt wurde. Er machte sich so zum rechtmäßigen Herrscher des Landes.
In his speech he said to the deputies, “You have sent for me to come to the rescue at this critical hour. However, the critical situation is of your own doing. Therefore, this state of affairs is not a passing incident, but a fundamental error of judgment in the system of our government. The National Assembly has at the moment two functions, legislative and executive. Each deputy wants to take part in every ministerial decision and stick his nose into every government department and every decision made by a minister. Your excellencies, no minister can become familiar with his job and responsibility, and accept a post in such circumstances. You have to realize that a government founded on this basis is impossible to establish, and if it were established, you would not call it a government, but shambles, and we have to appreciate this state of affairs. Therefore, I have decided to turn Turkey into a republic, with an elected President.” Once he had finished his speech, it was soon realized that he had already prepared a decree, making Turkey a republic and electing himself as the first President of the Turkish republic. He turned himself into the lawful ruler of the country.
Mustafa Kemal verlief es jedoch nicht so reibungslos, wie er es sich gewünscht hatte. Zum einen ist das türkische Volk muslimisch, und was Mustafa Kemal tat, widersprach dem Islam. Das Gefühl verbreitete sich, Mustafa Kemal beabsichtige, den Islam zu zerstören, genährt durch Kemals eigene persönliche Handlungen. In seinem Privatleben verachtete er den Islam, verletzte alle göttlichen Vorschriften der Shari'ah und verhöhnte alles, was Muslime hoch achten und als heilig betrachten. Die Menschen erkannten bald, dass die neuen Machthaber in Ankara verdammte Kafireen waren, und sie begannen, sich um den Khalifah ‘Abdul Majid zu scharen. Sie versuchten, ihm die Autorität zurückzugeben und ihn zum eigentlichen Herrscher zu machen, damit er diese Abtrünnigen beseitigen könne. Mustafa Kemal spürte die wachsende Gefahr und erkannte, dass die Mehrheit der Menschen ihn verachtete und ihn als Zindiq und Kafir beschuldigte. Er dachte lange und gründlich darüber nach und verstärkte infolgedessen seine Verleumdungskampagne gegen den Khalifah und das Khilafah, indem er die Leidenschaft der Nationalversammlung anstachelte, bis diese ein Gesetz verabschiedete und in Kraft setzte, wonach jede Opposition gegen die Republik und jede Parteinahme für den Sultan als Verrat gelten und mit der Todesstrafe geahndet werden sollte. Mustafa Kemal begann dann bei jeder Sitzung, insbesondere in der Nationalversammlung, über die Nachteile des Khilafah zu sprechen. Er fing an, den Boden für die Abschaffung des Khilafah zu bereiten. Einige Abgeordnete begegneten dieser Bedrohung, indem sie über die diplomatischen Vorteile des Khilafah sprachen; sie wurden wiederum von einem scharfen Angriff Mustafa Kemals getroffen. Er sagte zur Nationalversammlung: „Haben nicht wegen des Khilafah, des Islam und der Geistlichkeit die türkischen Bauern fünf Jahrhunderte lang gekämpft und ihr Leben gelassen? Es ist höchste Zeit, dass die Türkei ihre eigenen Interessen wahrnimmt und die Inder und Araber ignoriert. Die Türkei sollte sich davon befreien, die Muslime anzuführen.“
However, things did not run as smoothly for Mustafa Kemal as he had wished. For one thing, the Turkish people are Muslim and what Mustafa Kemal did contradicts Islam. A feeling that Mustafa Kemal intended to destroy Islam spread, fueled by Kamal’s own personal actions. In his private life, he held Islam in contempt, violating all the Divine Shari’ah rules, mocking everything that Muslims hold in high esteem and sanctity. People soon realized that the new rulers of Ankara were damned Kafireen and they began to gather around the Khalifah ‘Abdul Majid. They attempted to hand him back the authority and make him the effective ruler so that he could get rid of these apostates. Mustafa Kemal sensed the growing danger and realized that the majority of the people despised him, accusing him of being a Zindiq and Kafir. He thought long and hard about the matter and as a result intensified his smear campaign against the Khalifah and the Khilafah, inciting the fervor of the National Assembly, until it adopted and enacted a law stating that any opposition to the republic and any siding with the Sultan would be considered an act of treachery, carrying the death penalty. Mustafa Kemal then began to talk about the disadvantages of the Khilafah at every meeting, especially the National Assembly. He started to prepare the ground to abolish the Khilafah. Some of the deputies countered this threat by speaking out about the diplomatic advantages of the Khilafah, they were met in turn by a fierce attack from Mustafa Kemal. He said to the National Assembly, “Was it not because of the Khilafah, Islam and the clergy, that the Turkish peasants fought and died for five centuries? It is high time Turkey looked after her own interests and ignored the Indians and the Arabs. Turkey should rid itself of leading the Muslims.”.
Mustafa Kemal führte seine Diffamierungskampagne gegen das Kalifat fort und hob dessen Nachteile für das türkische Volk hervor. Auch den Kalifen selbst verleumdete er, indem er ihn und seine Anhänger als die eigentlichen Verräter und als britische Marionetten darstellte. Mustafa Kemal blieb jedoch nicht dabei, sondern finanzierte darüber hinaus eine Terrorkampagne gegen diejenigen, die sich für das Kalifat einsetzten. Seine Reaktion auf einen der Abgeordneten, der offen die Pflicht erklärte, am Kalifat festzuhalten und die Religion (ad-Deen) zu schützen, bestand darin, jemanden anzuheuern, der ihn in der Nacht töten sollte, in der er sprechen sollte. So ermordete ihn einer seiner Anhänger in jener Nacht auf dem Heimweg von der Nationalversammlung. Ein anderer Abgeordneter hielt eine islamische Rede, woraufhin Mustafa Kemal ihn zu sich bestellte und ihm mit dem Galgen drohte, falls er jemals wieder den Mund aufmache.
Mustafa Kemal pursued his smear campaign against the Khilafah, highlighting its disadvantages to the Turkish people. He also smeared the Khalifah himself by portraying him and his supporters as the real traitors and as British puppets. Mustafa Kemal did not stop there, but went on to sponsor a terror campaign against those who championed the Khilafah. His reaction towards one of the deputies who openly declared the obligation of holding onto the Khilafah and safeguarding the Deen was to hire someone to kill him the very night that he was meant to speak. So one of his followers assassinated him that night while he was on his way back home from the National Assembly. Another deputy delivered an Islamic speech, so Mustafa Kemal summoned him and threatened him with hanging if he opened his mouth again.
Mustafa Kemal verbreitete überall Terror. Mit der Zeit befahl er dem Gouverneur von Istanbul, das Protokoll und die zeremonielle Zurschaustellung, die den Leichenzug des Khalifen beim Salat ul Jumu'ah umgaben, zu verringern. Außerdem kürzte er das Gehalt des Khalifen auf das Mindestmaß und forderte seine Anhänger auf, ihn im Stich zu lassen. Als einige gemäßigte Anhänger Mustafa Kemals dies mitansahen, flammten ihre islamischen Gefühle wieder auf, und sie fürchteten die Abschaffung des Khilafah. Sie schlugen Mustafa Kemal vor, sich selbst zum Khalifen über die Muslime zu ernennen. Er lehnte das rundheraus ab. Dann wurde er von zwei Delegationen besucht, einer aus Ägypten und einer aus Indien, die ihn baten, sich selbst zum Khalifen der Muslime zu ernennen, und ihn wiederholt inständig drängten, doch vergeblich. Mustafa Kemal hatte inzwischen den Weg bereitet, um die Totenglocke zu läuten und dem Khilafah den letzten Schlag zu versetzen.
Mustafa Kemal spread terror everywhere. In time, he ordered the Governor of Istanbul to scale down the protocol and ceremonial display that surrounds the Khalifah’s cortege during Salat ul Jumu’ah. He also cut down the Khalifah’s salary to the minimum and exhorted his followers to desert him. When some of Mustafa Kemal’s moderate supporters witnessed this, their Islamic feelings began to run high again and they feared the annulment of the Khilafah. They proposed to Mustafa Kemal the idea of appointing himself as Khalifah over the Muslims. He flatly refused. Then he was visited by two delegations, one from Egypt and the other from India, asking him to appoint himself as Khalifah of the Muslims, pleading with him repeatedly but to no avail. Mustafa Kemal had by now prepared the way to ring the death knell and deal his final blow to the Khilafah.
Hass und Verachtung gegenüber Ausländern, dem Feind und seinem vermeintlichen Verbündeten, dem Khalifah, verbreitete Kemal unter dem Volk, den Streitkräften und der Nationalversammlung. Das Schüren von Hass gegen Ausländer diente lediglich als Vorwand, um dem Khalifah vorzuwerfen, ihr Verbündeter zu sein. Als sich die öffentliche Meinung zu seinen Gunsten gewandelt hatte und die Gefühle gegen den Khalifah stark aufgeladen waren, legte Mustafa Kemal der Nationalversammlung am 3. März 1924 einen Antrag vor, der die Abschaffung des Khilafah sowie die Absetzung und Ausweisung des Khalifah vorsah, und trennte damit formell die Religion (Deen) vom Staat.
Hatred and contempt for foreigners, the enemy and their supposed ally the Khalifah was spread by Kemal amongst the people, the armed forces and the National Assembly. Inciting the feeling of hatred towards foreigners was merely a ploy intended to accuse the Khalifah of being their ally. When public opinion had shifted towards him and with feelings against the Khalifah running high, Mustafa Kemal presented to the National Assembly on March 3rd, 1924 a motion stating the annulment of the Khilafah and the removal and expulsion of the Khalifah, thereby formally separating the Deen from the State.
Einige der Worte, die er sprach, als er den Antrag den Abgeordneten vorlegte, lauteten wie folgt: „Zu welchem Preis soll die bedrohte Republik geschützt und auf einer starken wissenschaftlichen Grundlage errichtet werden? Das Khalifat und die Hinterlassenschaften der „Ahl ul Uthman“ müssen verschwinden, die alten religiösen Gerichte und ihre Gesetze müssen durch moderne Gerichte und moderne Gesetze ersetzt werden, die Schulen des Klerus müssen weltlichen staatlichen Schulen weichen.“ Anschließend griff er die Religion und die Männer an, die er religiöse Männer nannte. Mit echter diktatorischer Autorität machte er sich den Antrag selbst zu eigen und sicherte sich die Zustimmung der Nationalversammlung ohne jede Debatte. Danach sandte er dem Gouverneur von Istanbul einen Befehl, wonach der Khalifah, ‘Abdul Majid, die Türkei vor der Morgendämmerung des folgenden Tages verlassen sollte. Der Gouverneur selbst begab sich um Mitternacht mit einer Gruppe von Polizisten und Soldaten zum Palast des Khalifah. Sie zwangen ihn, in einen Karren zu steigen, und geleiteten ihn zur Grenze, wobei sie ihm nicht erlaubten, mehr als einen Koffer mit etwas Kleidung und ein wenig Geld mitzunehmen.
Some of the words which he said when he presented the motion to the deputies were as follows, “At what cost should the threatened republic be safeguarded and be established on a strong scientific basis? The Khalifah and the legacies of “Ahl ul Uthman” must go, the ancient religious courts and their laws must be replaced by modern courts and modern laws, the schools of the clergy must give way to secular government schools.” He then went on to attack the Deen and what he called religious men. Displaying real dictatorial authority, he adopted the motion himself and secured the National Assembly’s approval without any debate. He then sent an order to the Governor of Istanbul stating that the Khalifah, ‘Abdul Majid, should leave Turkey before dawn the following day. The Governor himself, went with a group of policemen and soldiers to the Khalifah’s Palace at midnight. They forced him to get into a cart and escorted him to the border not allowing him to take more than one suitcase containing some clothing and a little money.
So schaffte Mustafa Kemal den Islamischen Staat und das Islamische System ab und errichtete an ihrer Stelle einen kapitalistischen Staat und ein kapitalistisches System. Indem er den Islamischen Staat zerstörte, erfüllte er den Traum der Ungläubigen, den sie seit den Kreuzzügen gehegt hatten.
This is how Mustafa Kemal abolished the Islamic State and the Islamic System, and in its place established a Capitalist state and a Capitalist system. By destroying the Islamic State, he fulfilled the dream of the disbelievers which they had nurtured ever since the Crusades.