7 Die zwei Stufen der Da'wah
7 The Two Stages of the Da’wah
Die Da'wah des Gesandten Allahs ﷺ in Makkah gliederte sich in zwei Stufen. Die erste Stufe war die Stufe der Belehrung, der geistigen und intellektuellen Bildung und des seelischen Aufbaus. Die zweite Stufe war die Verbreitung der Botschaft und der Kampf. Die erste Stufe diente dazu, das richtige Verständnis der neuen Konzepte sicherzustellen, sie in die Persönlichkeiten aufzunehmen und die Persönlichkeiten um diese Konzepte herum aufzubauen. Die zweite Stufe diente dazu, diese Konzepte in eine mobilisierende Kraft in der Gesellschaft zu verwandeln, die sie antreibt, sie in den verschiedenen Lebensbereichen umzusetzen. Konzepte sind nichts als eine Masse lebloser Informationen, solange sie nicht in einer Gesellschaft verwirklicht werden. Damit diese Konzepte belebt und umgesetzt werden können, müssen sie zunächst den Prozess durchlaufen, von bloßen Gedanken zu einer treibenden Kraft innerhalb der Gesellschaft zu werden, indem Menschen sie annehmen, erkennen, tragen und sich darum bemühen, sie umzusetzen. Letztlich würde die Umsetzung dieser Konzepte unausweichlich werden.
The Da’wah of the Messenger of Allah (pbuh) in Makkah was divided into two stages. The first stage was the stage of teaching, culturing and intellectual and spiritual building. The second stage was the spreading of the Message and the struggle. The first stage was to ensure the correct understanding of new concepts and to incorporate them into personalities and to structure them around these concepts. The second stage was to transfer these concepts into a mobilizing force in the society that drives it to implement them in the different walks of life. Concepts are nothing but a mass of lifeless information unless they are implemented in a society. In order for these concepts to be energized and implemented, they first have to go through the process of being transformed from mere thoughts to becoming a driving force within the society, with people adopting them, realizing, carrying them and struggling to implement them. Eventually, the implementation of these concepts would become inevitable.
So ging der Gesandte Allahs ﷺ in Makkah bei seinem Ruf vor. In der ersten Phase rief er die Menschen zum Islam, bildete sie mit seinen Begriffen und lehrte sie seine Regeln. Er versammelte jeden, den er erreichen konnte, auf der Grundlage des islamischen Glaubens. Dies war die Phase, in der einzelne Menschen heimlich zusammengeführt und auf den Da'wah ausgerichtet wurden. Der Gesandte Allahs ﷺ verfolgte den Ruf unermüdlich, begierig darauf, alle, die den Islam annahmen, zu formen. Er versammelte sie im Haus von al-Arqam oder schickte jemanden, der sie in Kreisen in ihren eigenen Häusern oder in den Bergtälern unterwies. Sie taten dies im Verborgenen und kamen als Gruppe zusammen. Ihr Glaube wurde stärker, die Beziehungen zwischen ihnen enger und ihr Bewusstsein für die Aufgabe, der sie sich täglich gegenübersahen, wuchs, bis sie bereit waren, alles für den Da'wah zu opfern. Die Botschaft wurzelte tief in ihren Herzen und in ihrem Verstand, der Islam wurde für sie wie das Blut in ihren Adern, und sie wurden zu lebenden Beispielen des Islam. Daher konnte die Botschaft niemals auf sie selbst beschränkt bleiben, trotz ihrer Bemühungen, sich selbst und den Da'wah den Augen der Quraisch zu entziehen.
This is how the Messenger of Allah (pbuh) went about his call in Makkah. In the first stage, he called people to Islam, cultured them with its concepts and taught them its rules. He gathered whoever he could on the basis of the Islamic belief. This was the stage of secretly grouping individuals and orienting them for the Da’wah. Allah’s Messenger (pbuh) relentlessly pursued the call, eager to acculturate all those who embraced Islam. He gathered them in the house of al- Arqam, or sent someone to culture them in circles in their own homes or in the mountain valleys. They did so in secret and gathered in a group. Their belief became stronger, and relations between them closer, and their awareness of the task that they faced daily until they were ready to sacrifice anything in the way of the Da’wah. The Message took deep root in their hearts and in their minds, Islam became like the blood in their veins - they became walking examples of Islam. Therefore, the Message could never remain confined within themselves, despite their attempts to keep themselves and the Da’wah away from the eyes of Quraysh.
Sie begannen, mit Menschen zu sprechen, denen sie vertrauten und bei denen sie die Bereitschaft spürten, den Islam anzunehmen. So erfuhren die Leute von ihrer Botschaft und spürten ihre Gegenwart. In dieser Phase stand der Ruf am Ausgangspunkt und musste nun auf den Weg gebracht werden. Damit endete die erste Stufe, nämlich die Sammlung und Verwurzelung der Gläubigen, und der Ruf ging zwangsläufig in die zweite Stufe über, die der Auseinandersetzung und des Kampfes. Dazu gehörte, den Menschen den Islam und seine Vorstellungen darzulegen. Manche Menschen antworteten darauf und nahmen den Glauben an, andere wiesen ihn zurück und bekämpften ihn. Bevor jedoch Unglaube und Falschheit besiegt werden konnten und bevor der Iman und die Rechtschaffenheit die Oberhand gewinnen konnten, war eine solche Auseinandersetzung unvermeidlich. Doch so starrsinnig die Gesinnung der Menschen auch sein mag, kann sie den Weg der richtigen Vorstellungen niemals dauerhaft versperren, auch wenn sie versuchen, ihnen auszuweichen, um unberührt zu bleiben.
They began talking to people they trusted, and to those in whom they felt a readiness to accept Islam. People, therefore, found out about their Message and felt their presence. At this stage, the call was positioned at the starting point and needed to be launched. This marked the end of the first stage, i.e. the collectivization and acculturation, and the call inevitably moved to the second stage, that of interaction and struggle. It involved expounding Islam and its concepts to the people. Some people responded and accepted, and others rejected and fought it. However, before disbelief and falsehood could be defeated and before Iman and righteousness could gain the upper hand, such a clash was inevitable. Yet, no matter how stubborn peoples’ minds are, they can never permanently block the path of the right concepts, although they try to avoid them so as to remain unaffected.
Daher begann die Phase der Auseinandersetzung, die den Kampf zwischen den beiden gegensätzlichen Denkrichtungen umfasste, nämlich dem Islam und dem Kufr. Sie nahm ihren Anfang, als der Gesandte Allahs ﷺ mit seiner Gruppe von Sahabah in einer Weise hervortrat, wie sie die Araber zuvor noch nie erlebt hatten, und sie gemeinsam die Ka'bah umschritten und die Botschaft verkündeten. Von dieser Zeit an lud der Gesandte Allahs ﷺ die Menschen in Makkah öffentlich zum Islam ein und stellte ihre bestehende Lebensweise infrage.
Therefore, the stage of interaction commenced, incorporating as it did the struggle between the two disparate streams of thoughts, that of Islam and Kufr. It proceeded from the time that the Messenger of Allah (pbuh) emerged with his group of Sahabah, in a manner never before witnessed by the Arabs, and together they circumumbulated the Ka’bah declaring the Message. From that time on, the Messenger of Allah (pbuh) publicly invited people to Islam in Makkah, challenging their existing lifestyles.
Qur'anische Verse, die die Einheit Allahs (SWT) verkünden, wurden dem Gesandten Allahs ﷺ offenbart, ebenso die Verse, die Unglauben und Götzendienst verurteilen, und die Verse, die die blinde Nachahmung der Vorfahren angreifen. Diese Verse wurden herabgesandt, um die verderblichen Praktiken in der Gesellschaft zu verabscheuen; sie wandten sich gegen den Zins (Riba) sowie gegen Korruption und Betrug beim Abwiegen (Tatfif). Um die Menschen anzusprechen, redete der Gesandte Allahs ﷺ mit ihnen in Gruppen über den Islam. Er begann damit, seine Sippe zu versammeln und sie zu Mahlzeiten einzuladen. Dann lud er sie zum Islam ein und bat sie, ihn zu unterstützen, doch sie wiesen ihn zurück. Er versammelte die Bewohner Makkas auf dem as-Safa und sprach zu ihnen, doch dies erzürnte die Anführer der Quraisch, besonders Abu Lahab, sodass sich die Kluft zwischen dem Gesandten Allahs ﷺ und den Quraisch sowie zwischen ihm und den übrigen Arabern vertiefte. So wurde die Ansprache an die Öffentlichkeit begleitet von einer konzentrierten Unterweisung, die in Häusern erteilt wurde, insbesondere im Haus von al-Arqam und in den Tälern.
Qur’anic verses proclaiming the Oneness of Allah (swt) were revealed to the Messenger of Allah (pbuh), as were the verses deploring disbelief and idol-worship, and the verses attacking the way people blindly followed their forefathers. These verses were revealed to abhor the corrupt dealings within society, they attacked interest (Riba) and corruption and cheating in the scales (Tatfeef). In order to address the people, the Messenger of Allah (pbuh) talked to them about Islam in groups. He started by gathering together his clan, inviting them for meals. Then he invited them to Islam and asked them to support him, but they rejected him. He gathered the Makkans at al-Safa and talked to them, but this enraged the leaders of the Quraysh, especially Abu Lahab, thus the rift deepened between Allah’s Messenger (pbuh) and the Quraysh and between him and the other Arabs. Thus, the interaction with the public was coupled with the concentrated education being delivered in houses, specifically in the house of al-Arqam and in the valleys.
Der Ruf ging von der Einladung einzelner Menschen mit gutem Potenzial zur Einladung aller Menschen über. Der öffentliche Ruf und die Auseinandersetzung mit der Umwelt zeigten sichtbare Wirkung bei den Quraisch, denn aus ihren Reihen brach ein gewaltiger Hass hervor, der wuchs, je mehr die Gefahr des Rufes zunahm. Die Quraisch begannen, ernsthafte Maßnahmen zu ergreifen, um die Da'wa zu bekämpfen und ihr Widerstand zu leisten, nachdem sie erkannt hatten, dass sie Muhammad ﷺ und seine Botschaft nicht länger ignorieren konnten. So verschärften sich die Feindseligkeiten gegen den Gesandten Allahs ﷺ und seine Gefährten.
The call moved from inviting individuals who displayed good potential to inviting all people. The public call and acculturation had a visible effect on the Quraysh, for it unleashed from their quarters a great deal of hatred which mounted, as the threat of the call increased/became more prevalent. The Quraysh began taking serious measures to counter and resist the Da’wah after realizing that it could no longer ignore Muhammad (pbuh) and his Message. Thus, the hostilities intensified against Allah’s Messenger (pbuh) and his Sahabah.
Die öffentliche Vorgehensweise der Gruppe hatte jedoch eine enorme Wirkung. Sie schuf die öffentliche Meinung, die für das Wachstum der Da'wah notwendig war, und dies half bei ihrer raschen Ausbreitung in ganz Makkah. Mit jedem vergehenden Tag wuchs die Zahl der Muslime. Die Armen, die Benachteiligten und die Unterdrückten nahmen den Islam an, ebenso die Edlen und Anführer sowie die reichen Händler, deren Handel sie nicht davon abhielt, über das nachzudenken, wozu der Gesandte Allahs ﷺ aufrief. Diejenigen, die den Islam annahmen, waren jene, deren Verstand und Herz Reinheit, Weisheit und Wahrheit begriffen, und jene, die sich über Starrsinn und Hochmut erhoben. Sie nahmen den Islam an, sobald sie seine Rechtschaffenheit und die Wahrhaftigkeit desjenigen erkannten, der die Botschaft überbrachte. So verbreitete sich der Islam in Makkah, und Männer wie Frauen nahmen ihn an. Die gemeinsame Da'wah spielte eine große Rolle dabei, die Botschaft einem breiteren Publikum zu bringen, trotz der Prüfungen und Leiden, die die Muslime dabei ertragen mussten. Der Erfolg der Da'wah erzürnte die Anführer der Quraisch noch mehr; er brannte wie ein Feuer in ihren Herzen. Der Gesandte Allahs ﷺ führte einen unermüdlichen, ideologischen Feldzug gegen Ungerechtigkeit, Härte und Unterdrückung, die Makkah beherrschten, und er verspottete, griff an und entlarvte ihre unglückseligen Vorstellungen und Praktiken.
The public approach of the group, however, had a massive effect. It created the public opinion necessary for the growth of the Da’wah and this asssisted in its rapid expansion throughout Makkah. Every day that passed saw a growth in the number of Muslims, the poor, the deprived and the oppressed embraced Islam so did the nobles and leaders, and the rich traders whose trading did not distract them from reflecting on what the Messenger of Allah (pbuh) was calling for. Those who embraced Islam were the ones whose minds and hearts understood purity, wisdom and truth, and those who raised themselves above stubbornness and haughtiness. They embraced Islam the moment they realized its righteousness and the truthfulness of the one who conveyed the Message. Islam spread in Makkah therein, and men and women embraced it. The collective Da’wah played a major role in taking the Message to a wider audience despite the trials and suffering that the Muslims had to endure in the process. The success of the Da’wah enraged the leaders of the Quraysh still further, and was like a fire burning through their hearts. The Messenger of Allah (pbuh) waged an unrelenting, ideological campaign against injustice, harshness and oppression that dominated Makkah, and he mocked, attacked and exposed their ill-fated concepts and practices.
Dies markierte den Beginn einer der härtesten Phasen zwischen dem Gesandten Allahs ﷺ und seinen Gefährten auf der einen Seite und den ungläubigen Quraisch auf der anderen. Obwohl die Zwischenphase zwischen der Phase der Anpassung und der Phase der Auseinandersetzung als die heikelste und empfindlichste gilt, da sie viel Weisheit, Geduld und Präzision erfordert, ist die Phase der Auseinandersetzung tatsächlich die schwierigste, denn sie verlangt Offenheit und Widerstandskraft, ohne Rücksicht auf die Ergebnisse oder die jeweiligen Umstände zu nehmen. Dies liegt daran, dass die Muslime in ihrem Din und ihrem Iman auf die Probe gestellt werden sollten.
This marked the beginning of one of the most severest of stages between the Messenger of Allah (pbuh) and his Sahabah on one side and the disbelievers of the Quraysh on the other. Although the intermediate phase between the stage of acculturation and the stage of interaction is considered to be the most delicate and sensitive, because it requires a great deal of wisdom, patience and precision, the phase of interaction is actually the most difficult because it requires frankness and defiance without giving any account to results or conditions of the situation at hand. This is so due to the fact that the Muslims would be tested in their Deen and Iman.
Der Gesandte Allahs ﷺ und seine Gefährten durchlebten jene Phase, indem sie Unterdrückung, Folter, Verfolgung und Aggression erduldeten, unter deren Last selbst der höchste Berg zerbrechen würde.
The Messenger of Allah (pbuh) and his Companions passed through that phase enduring the kind of oppression, torture, persecution and aggression that would weigh down the highest mountain.
Einige von ihnen wanderten nach Abessinien aus, einige kamen unter der Folter ums Leben, und einige überlebten die grausamsten Arten der Aggression. Sie setzten ihren unermüdlichen Kampf fort, bis sie die makkanische Gesellschaft mit dem Licht des Islam erreichen und die Finsternis zu vertreiben begannen, die der Unglaube hervorgebracht hatte und in die Makkah gestürzt war. Obwohl der Gesandte Allahs ﷺ drei Jahre im Haus al-Arqams verbrachte und damit die erste Phase der Da'wah abgeschlossen hatte, musste er noch weitere acht Jahre gegen den Unglauben ankämpfen, obwohl er seine Prophetie bereits durch viele Wunder klar bewiesen hatte. All dies geschah, ohne dass die Quraisch den Muslimen je eine Atempause von Folter gewährten oder Anzeichen zeigten, ihre harte Haltung gegenüber dem Islam zu mildern. Durch die Auseinandersetzung zwischen den Muslimen und den Quraisch verbreitete sich die Wirkung der Da'wah über die ganze Halbinsel und wurde zum Gesprächsthema aller; die Pilger halfen, die Nachricht vom Ruf unter den arabischen Stämmen zu verbreiten. Dennoch blieben jene Araber größtenteils Zuschauer und machten nie einen Schritt in Richtung Iman, da ihr Hauptanliegen darin bestand, die Quraisch nicht zu verärgern. Sie mieden den Gesandten Allahs ﷺ, um nicht mit den Quraisch in Konflikt zu geraten. Diese gefährliche Lage des Gesandten Allahs ﷺ und der Sahaba machte deutlich, dass der Übergang der Da'wah in die dritte Phase, in der der Islam umgesetzt wird, unumgänglich war.
Some of them emigrated to Abyssinia, some of them perished under torture and some of them survived the most atrocious types of aggression. They pursued their relentless struggle until they were able to affect the Makkan society with the light of Islam and to begin to dissipate the darkness that disbelief had engendered, and that Makkah had been plunged into. Despite the fact that the Messenger of Allah (pbuh) spent three years in the House of al- Arqam, having completed the first stage of the Da’wah, he had to struggle against disbelief, even though he had clearly demonstrated his Prophethood through many miracles, for another eight years. All of this transpired without the Quraysh once giving any respite from torturing the Muslims, nor showing any signs of appeasing their harsh stance against Islam. As a result of the interaction between the Muslims and the Quraysh, the impact of the Da’wah spread throughout the Peninsula and became a subject on everyone’s lips; the pilgrims helped in spreading the news of the call amongst the Arab tribes. However, those Arabs remained mainly spectators and never moved one step towards Iman, as their main concern was not to upset the Quraysh. They avoided the Messenger of Allah (pbuh) in order not to clash with the Quraysh. This dangerous situation of the Messenger of Allah (pbuh) and the Sahabah made it evident that moving the Da’wah to the third phase in which Islam will be implemented is a must.
Die Zeichen in Makkah deuteten jedoch nicht darauf hin, dass dies eine gangbare Option war. Hinzu kam, dass die zunehmenden Feindseligkeiten gegen die Muslime sie daran hinderten, sich ganz dem Ruf zu widmen, und die Ablehnung durch die Menschen verschärfte die Lage noch und machte sie schlimmer.
However, the signs in Makkah were not indicative towards it being a viable option. Additionally, the increase in hostilities against the Muslims prevented them from fully devoting their time to the call and the people’s rejection compounded the situation and made it worse.