43 Die politische Belagerung der islamischen Welt
43 The Political Siege of the Islamic World
Die eigentliche Ursache für die Invasion Andalusiens war die Rache, nach der Europa seit seiner demütigenden Niederlage in den Kreuzzügen verlangte. Nach dem vernichtenden Schlag, den ihm die Muslime versetzt hatten, und nachdem es aus den muslimischen Ländern vertrieben worden war, hegten die Westler einen Groll gegen die Muslime. Ihre Herzen waren erfüllt von Hass und Bosheit gegenüber den Muslimen. Sie wagten es nicht, ihr Unternehmen im Osten zu wiederholen, denn sie wussten, dass die Muslime jeden Angriff dort abwehren könnten. Sie glaubten, dass sich die Rache in Andalusien leichter verwirklichen ließe. Mit der Zeit richtete Europa seinen Ansturm auf Andalusien und zerfleischte es grausam, indem es seine Bewohner mit Guillotinen und Krematorien behandelte. Es war grausamer als die Bestien und eines der niederträchtigsten unter den vielen schändlichen Taten, die der Westen beging. Dennoch wurden sie durch die Vernachlässigung Andalusiens seitens der Muslime ermutigt, diese Taten zu begehen.
The real cause behind the invasion of Andalus was the revenge which Europe yearned for ever since their humiliating defeat in the crusader wars. After the crushing blow they were dealt by the Muslims, and after they had been chased away from Muslim lands, the Westerners carried a grudge against the Muslims. Their hearts were filled with hatred and malice towards the Muslims. They would not dare repeat their venture in the East, for they knew that the Muslims would be able to repel any offensive there. They thought that revenge would be easier to obtain in Andalus. In time, Europe directed its onslaught to Andalus and savagely ripped it apart using guillotines and crematoriums on its inhabitants. It was more savage than by beasts, being one of the most despicable of many shameful acts carried out by the West. Nevertheless, they were encouraged by the neglect of the Muslims in supporting Andalus.
Zu jener Zeit waren die Muslime stark genug und in der Lage, jene Provinz militärisch gegen ihre westlichen Feinde zu unterstützen. Doch die Muslime erlahmten und überließen Andalusien eine leichte Beute. Dies ermutigte den Westen, noch weiter über Rache nachzudenken, und hätte nicht die Macht der Muslime bestanden, insbesondere des ʿUthmānī-Staates, so wären die Überfälle auf die übrigen muslimischen Länder schnell und heftig gekommen. Es war allein die gewaltige Macht der Muslime und die Eroberung großer Teile Europas durch die vorrückenden ʿUthmānīs, die unter den Westlern große Furcht auslöste und sie dazu brachte, zweimal nachzudenken, bevor sie sich auf irgendein unbedachtes Unternehmen gegen die Muslime einließen, aus Furcht, wie bei den Kreuzzügen besiegt zu werden.
The Muslims were strong enough at the time and in a position to militarily assist that Wilayah (province) against its Western foes. However, the Muslims slackened and left Andalus an easy prey. This encouraged the West to think even further about revenge and had it not been for the might of the Muslims, especially the ‘Uthmani State, the raids would have come strong and fast on the rest of the Muslim lands. It was the sheer might of the Muslims and the conquest of large parts of Europe by the invading ‘Uthmanis which caused great fright among the Westerners and pressed them to think twice about embarking on any rash venture against the Muslims lest they get defeated in the style of the crusades.
Die westliche Invasion musste bis zur zweiten Hälfte des achtzehnten Jahrhunderts aufgeschoben werden. Erst dann hatte die Stagnation die islamische Welt erfasst. So wandten sich die Muslime von der internationalen Verbreitung der islamischen Botschaft ab, und der Eifer für den Islam war in ihren Herzen und Köpfen erloschen. Erst dann nahm auch ihre Größe und Macht in den Augen ihrer Feinde ab. Danach verstärkten sich die kulturellen und missionarischen Invasionen der islamischen Welt, begleitet von der politischen Invasion, die die muslimischen Länder untereinander aufteilte.
The Western invasion had to be delayed until the second half of the eighteenth century. Only then had stagnation hit the Islamic world. Thus, with the Muslims abandoning the conveyance of the Islamic message internationally and with the fervor of Islam having waned in their hearts and minds it was only then that their grandeur and might diminished in the eyes of their enemies. Following this, the cultural and missionary invasions of the Islamic world intensified, accompanied by the political invasion that carved up the Muslim lands.
Während der Herrschaft Katharinas (1762–1796) kämpfte Russland gegen die Osmanen und besiegte sie. Dabei wurde ein großes Gebiet von ihrem Land abgetrennt. Die Russen nahmen die Stadt Azow und die Halbinsel al-Qaram (die Krim) ein, ebenso die gesamte Nordküste des Schwarzen Meeres. Auf der Halbinsel gründeten sie die Stadt Sewastopol als Militärstützpunkt, und im Süden der Ukraine am Schwarzen Meer errichteten sie den Handelshafen Odessa. Russland wurde zu einem wichtigen Faktor der Außenpolitik des Osmanischen Staates, indem es die Herrschaft über die römischen Emirate beanspruchte und sich als Schutzmacht des Christentums innerhalb des Osmanischen Staates betrachtete.
During the rule of Catherine (1762-1796), Russia fought the ‘Uthmanis and defeated them. In the process, a large area was sliced off of their land. The Russians took the city of Azov and the al-Qaram Peninsula (the Crimea), as well as the whole of the Northern coast of the Black sea. They founded the city of Sevastopol as a military base in the Peninsula and built the commercial port of Odessa on the Black Sea in the South of the Ukraine. Russia became a major concern for the foreign policy of the ‘Uthmani State by assuming sovereignty over the Roman emirates and considering herself the protector of Christianity within the ‘Uthmani State.
1884 riss Russland ganz Turkistan vom Islamischen Staat ab, und danach vollendete es die Besetzung des gesamten Kaukasus. Russland war jedoch nicht der einzige Staat, der die ‘Uthmanen herausforderte; auch die übrigen westlichen Mächte taten dies. Am 1. Juli 1798 griff Napoleon Ägypten an und besetzte es rasch. Im Februar 1799 griff er die südliche Hafenstadt al-Sham an und eroberte Gazza, al-Ramlah und Yafa. Er stand vor der Festung Akka (in den Kreuzzügen als Akkon bekannt), doch sein Angriff geriet ins Stocken, sodass er nach Ägypten und dann nach Frankreich zurückkehrte; sein Unternehmen scheiterte endgültig im Jahr 1801. Doch obwohl sein Feldzug erfolglos und vergeblich blieb, traf er den ‘Uthmanischen Staat tief. In seiner Folge drängten sich die meisten Länder Europas, um die islamische Welt anzugreifen und Teile ihres Landes zu besetzen. Die Franzosen besetzten 1830 Algerien und arbeiteten darauf hin, Tunesien zu besetzen, was sie 1881 erreichten. 1912 besetzten sie Marrakesch. Die Italiener besetzten 1911 Tripolis, und damit war Nordafrika, das nicht mehr unter islamischer Herrschaft stand, vom ‘Uthmanischen Staat getrennt. Es wurde von Ungläubigen regiert und direkt von ihnen kolonisiert.
In 1884, Russia cut the whole of Turkistan from the Islamic State, and then completed its occupation of all of Qafqas. However, Russia was not the only state to challenge the ‘Uthmanis, the rest of the Western powers did so too. On July 1st, 1798, Napoleon attacked Egypt and quickly occupied her. In February, 1799, he attacked the southern port of al-Sham and seized Gazza, al-Ramlah and Yafa. He stood near the fort of Akka (famous in the crusades as Acre), but his onslaught faltered and so he returned to Egypt, then to France and his venture finally failed in 1801. However, despite the fact that his campaign proved unsuccessful and abortive, it deeply affected the ‘Uthmani State. In its aftermath, most of the countries of Europe queued up to attack the Islamic world and occupy parts of its land. The French occupied Algeria in 1830, and worked towards occupying Tunisia until they did so in 1881. They occupied Marrakesh in 1912. The Italians occupied Tripoli in 1911 and this marked the separation of North Africa, which was no longer under Islamic rule, from the ‘Uthmani State. It came to be ruled by the disbelievers and was directly colonized by them.
Die Westler hielten dort nicht inne, sondern setzten die Festigung ihrer Besetzung der übrigen Teile des Staates fort. Großbritannien besetzte 1839 Aden und erweiterte seinen Vertrag so, dass er Lahadsch und die neun anderen Protektorate einschloss, die sich vom südjemenitischen Grenzgebiet bis zum Osten der Halbinsel erstreckten. Die Briten hatten sich zuvor schon lange Indiens bemächtigt und dabei den Muslimen ihre Herrschaft darüber entrissen. Sie konzentrierten ihre Unterdrückung besonders auf die Muslime, die in Indien die herrschende Schicht gewesen waren. So ergriffen die Briten diese Herrschaft und kolonisierten Indien. Danach begannen sie einen Prozess, der darauf abzielte, die Stellung der Muslime insgesamt zu schwächen.
The Westerners did not stop there but continued to complete the consolidation of their occupation of the remaining parts of the State. Britain occupied Aden in 1839 and expanded its covenant to include the Lahaj and the other nine Protectorates which spread from the Southern Yemeni border to the East of the Peninsula. The British had long before seized India, therefore, stripping the Muslims from their authority over it in the process. They specifically concentrated their oppression on the Muslims, who had been the people in authority in India, the British thus seized that authority and colonized India. Then they began a process aimed at weakening the Muslim stand in general.
Im Jahr 1882 besetzte Großbritannien Ägypten, und 1898 den Sudan. Unterdessen besetzten die Niederlande die Ostindischen Inseln; Afghanistan geriet unter anglo-russischen Druck, und ebenso Iran. Der westliche Ansturm auf die islamische Welt verstärkte sich so sehr, dass man glaubte, sie werde insgesamt unter westliche Vorherrschaft fallen, und dass der Kreuzzug der Kreuzfahrer wieder aufgenommen worden sei und Erfolg um Erfolg erziele. Es wurden Schritte unternommen, um dieser westlichen Invasion Widerstand zu leisten und ihren schweren Druck zu mindern. An mehreren Orten brachen Widerstandsbewegungen aus. In Algerien erhob sich eine Revolution, die Muslime in China griffen zu den Waffen, ebenso die Mahdiyya im Sudan. Auch die Sanusiyya-Revolution brach aus. Das bewies tatsächlich, dass trotz seines Niedergangs und seiner Schwäche in der islamischen Welt noch eine gewisse Lebenskraft vorhanden war. Doch alle diese Versuche scheiterten völlig, und es gelang ihnen nie, die islamische Welt zu retten.
In 1882, Britain seized Egypt and in 1898 Sudan. Meanwhile, Holland occupied the East Indies; Afghanistan was put under Anglo-Russian pressure and so was Iran. The Western onslaught on the Islamic world intensified until it was felt that it was about to fall under Western hegemony altogether and that the crusaders’ campaign had been resumed and was achieving success after success. Steps were taken to resist this Western invasion and to minimize its heavy pressure. Resistance movements broke out in several places. A revolution erupted in Algeria, the Muslims of China rose up in arms, as did the Mahdyyun in Sudan. The Sanusyya revolution also erupted. This actually proved that there was still some kind of vitality left within the Islamic world despite its decline and weakness. However, all these attempts completely failed and they never did manage to salvage the Islamic world.
Der Westen begnügte sich nicht mit seiner militärischen Invasion, sondern machte sich daran, die islamische Welt kulturell und politisch zu spalten. Er riss weitere Teile der islamischen Welt ab und arbeitete hartnäckig auf die Zerstörung des Osmanischen Staates hin, denn dieser war der islamische Staat, der die Muslime weltweit repräsentierte. Mit diesem Ziel vor Augen schuf der Westen ethnische und nationalistische Gruppen. Zunächst stachelte er die Bevölkerung des Balkans im Jahr 1804 zur Rebellion an. Solche Aufstände wurden vom Westen finanziert und führten schließlich im Jahr 1878 dazu, dass der Balkan seine Unabhängigkeit erlangte.
The West, in addition to its military invasion, set about dividing the Islamic world culturally and politically, and went on to sever other parts of the Islamic world and worked tenaciously towards destroying the ‘Uthmani State, for this was the Islamic State that represented the Muslims world-wide. With this purpose in mind the West established ethnic and nationalist groups. To begin with, they incited the people of the Balkans to rebel in 1804. Such rebellions as these were financed by the West and they eventually led in 1878 to the Balkans gaining their independence.
Die fremden Mächte stachelten auch Griechenland an, sich im Jahr 1821 zu erheben, bis dieser Aufstand dank ihrer Einmischung im Jahr 1830 damit endete, dass Griechenland seine Unabhängigkeit vom ‘Uthmani-Staat erlangte. Erst danach folgte der Balkan diesem Beispiel, bis der Schatten des ‘Uthmani-Staates nicht mehr über Kreta, Zypern und den größten Teil der Mittelmeerinseln lag, die er einst regiert hatte. Die meisten Bewohner dieser Orte wurden in der Folge aufgrund der Grausamkeit der Ungläubigen aus ihrer Heimat vertrieben und zur Flucht gezwungen. Sie suchten Zuflucht in den arabischen Ländern, die noch muslimisches Land waren und weiterhin zum Islamischen Staat gehörten. Die Tscherkessen, die Bosniaken, die Tschetschenen und andere sind die Söhne jener Helden, die sich weigerten, der Herrschaft der Ungläubigen nachzugeben, und mit ihrer Religion in die Sicherheit des islamischen Hauses und der islamischen Herrschaft flohen.
The foreign powers also incited Greece to rebel in 1821 until this rebellion, thanks to their intervention, ended in Greece gaining its independence from the ‘Uthmani State in 1830. It was at this stage then that the Balkans followed suit, until the shadow of the ‘Uthmani State no longer engulfed Crete, Cyprus and most of the Mediterranean Islands which it had once governed over. Most of the inhabitants of these places were subsequently expelled from their homes and forced to flee due to the savagery of the disbelievers. They sought refuge in the Arab countries which were still Muslim land and remained part of the Islamic State. The Circassians, the Bushnaks, the Chechens and others are the sons of those heroes who refused to yield to the rule of the disbelievers and fled with their Deen to the safety of the Islamic household and Islamic rule.
Die Westler gingen noch weiter: Sie ermutigten und unterstützten heimlich separatistische Bewegungen unter den Muslimen selbst innerhalb des Staates, also zwischen Arabern und Türken. Sie unterstützten die nationalistischen Bewegungen und halfen bei der Gründung türkischer und arabischer politischer Parteien wie der „Turkyya al-Fatah-Partei“ (Junge Türken), der „Union-und-Fortschritt-Partei“, der „Arabischen Unabhängigkeitspartei“ und der „Bund-(Al-A’hd)-Partei“, neben anderen. Dadurch wurde der Körper des Staates von innen heftig erschüttert, und er begann zu zerfallen, verbunden mit ausländischen Invasionen. Die ungläubigen Mächte sahen darin eine vielversprechende Gelegenheit, ihren Angriff gegen die islamische Welt zu richten, den Rest ihres Landes an sich zu reißen und den Islamischen Staat auszulöschen. Dies geschah zu Beginn des Ersten Weltkriegs, in den der ʿUthmānī-Staat hineingezwungen wurde und der mit seiner Niederlage endete. Die Alliierten gingen als Sieger hervor und teilten die islamische Welt untereinander als Kriegsbeute auf. Vom Islamischen Staat blieb nur das türkische Land übrig, das später als Türkei bekannt wurde und das am Ende des Krieges im Jahr 1918 bis 1921 der Gnade der westlichen Mächte ausgeliefert blieb. Dann gelang es ihr, ihre Unabhängigkeit von ihnen zu erlangen, nachdem sie den Alliierten die Zusicherung gegeben hatte, das islamische System der Regierung aufzugeben.
The Westerners went even further and secretly encouraged and supported separatist movements among the Muslims themselves within the State, i.e. between Arabs and Turks. They backed the nationalist movements and helped to establish Turkish and Arab political parties such as the “Turkyya al-Fatah Party” (Young Turks), the “Union and Progress Party”, the “Arab Independence Party”, and the “Covenant (Al-A’hd) Party”, amongst others. This resulted in the State’s body being violently shaken from within and it began to crumble, coupled with foreign invasions. The disbelieving forces found it very promising to direct their onslaught against the Islamic world, seizing the rest of its land and destroying the Islamic State by wiping it out of existence. This was at the start of the First World War which the ‘Uthmani State was forced into and which ended in its defeat. The allies emerged as the victors and they divided the Islamic world between them as war booty. All that remained of the Islamic State was Turkish land which came to be known as Turkey and which remained at the end of the war in 1918 at the mercy of the Western forces until 1921, when she in turn managed to gain her independence from them after giving the allies guarantees that she would abandon the Islamic system of government.