Das islamische Recht wurde in der Phase der Grundlegung aus der Offenbarung abgeleitet, entweder in Form des Qur'ān oder der Sunnah. Der Begriff Sunnah bezieht sich auf die Aussagen und Handlungen des Propheten Muhammad ﷺ sowie auf die Aussagen und Handlungen anderer, die in seiner Gegenwart geschahen und bei denen er kein Missfallen zeigte. Die Sunnah gilt als die zweite Offenbarungsquelle, gestützt auf die Aussage Allahs im Qur'ān: „Er spricht nicht aus eigener Neigung. Es ist nur eine Offenbarung, die offenbart wird.“74
Islamic law during the stage of foundation was derived from revelation, either in the form of the Qur’aan or the Sunnah. The term Sunnah refers to the statements and actions of Prophet Muhammad (s.w.), as well as the statements and actions of others done in his presence which did not meet his disapproval. The Sunnah is considered the second source of revelation based on Allaah’s statement in the Qur’aan, “He does not speak from his desires. Verily it is inspiration which has been revealed.”74.
Dem Propheten ﷺ wurde die Aufgabe übertragen, die letzte Botschaft Gottes an die Menschheit zu überbringen.
The Prophet (s.w.) was given the job of conveying the final message of God to mankind.
„O Gesandter, übermittle, was dir von deinem Herrn offenbart wurde."75 Und ihm wurde auch die Aufgabe übertragen, den Menschen die Absicht Gottes in der Botschaft zu erläutern.
“Oh messenger, convey what has been revealed to you from your Lord.”75. And he was also given the responsibility of clarifying for mankind God’s intent in the message.
durch eine Handlung, und andere Male tat er es durch beides. Zum Beispiel gebot der Qur'aan den Gläubigen, das regelmäßige Salaah (förmliches Gebet) zu verrichten, ohne zu beschreiben, wie das Salaah zu verrichten sei. Daher betete der Prophet ﷺ unter seinen Gefährten und sagte ihnen dann: „Betet so, wie ihr mich beten seht.“77 Bei einer anderen Gelegenheit kam ein Mann, während er betete, und grüßte ihn, woraufhin er seine rechte Hand zur Erwiderung hob.78 Seine Frau 'Aa'eshah berichtete, dass er, wenn er im Salaah das Sujood (Niederwerfung) vollzog, seine Fersen zusammenhielt.79 Bei wieder einer anderen Gelegenheit ging er an Ibn Mas'oud vorbei, der betete, wobei er seine linke Hand auf seine rechte legte. Da entfernte er sie und legte seine rechte Hand auf seine linke.80 Ferner wird überliefert, dass er sagte: „Wenn einer von euch das Sujood vollzieht, soll er nicht niederknien wie das Kamel. Er soll seine Hände (auf den Boden) vor seine Knie legen.“81 So war die Sunnah eine Auslegung des Qur'aan, durch die seine allgemeinen Aussagen erläutert und seine beabsichtigten Bedeutungen präzisiert wurden.
by an act, and yet other times he would do so by both. For example, the Qur’aan commanded the believers to establish regular Salaah (formal prayer) without describing how Salaah should be performed, so the Prophet (s.w.) prayed among his followers then told them, ‘Pray as you have seen me pray.”77 On another occasion, while he was praying a man came and greeted him, so he raised his right hand in response.78 His wife ‘Aa’eshah reported that when he made Sujood (prostration) in Salaah, he would keep his heels together.79 On yet another occasion, he passed by Ibn Mas’oud praying with his left hand on his right, so he removed it and placed his right hand on his left.80 He was also reported to have said, “if any of you makes Sujood, he should not kneel as the camel does. Let him place his hands (on the ground) before his knees.”81 Thus, the Sunnah was an exposition of the Qur’aan by which its generalities were clarified and its intended meanings specified.
Folglich ist alles in der Sunnah im Qur'an angesprochen, entweder durch Ableitung oder durch direkten Verweis. Die Ansprache kann so allgemein sein, dass sie die gesamte Sunnah umfasst, wie im Fall des Verses: „Und Wir haben dir die Ermahnung (den Qur'an) herabgesandt, damit du den Menschen erklärst, was zu ihnen herabgesandt wurde, und damit sie vielleicht nachdenken.“76 Manchmal erläuterte der Prophet ﷺ die Absicht der Qur'an-Texte durch eine Aussage, manchmal tat er dies durch: „Was der Gesandte euch gibt, nehmt es; und was er euch verbietet, lasst es.“82
Consequently, everything in the Sunnah is addressed in the Qur’aan, either by inference or by direct reference. The address may be so general as to include the whole Sunnah as in the case of the verse: “We have revealed the Reminder (Qur’aan) to you, in order that you explain to mankind what was revealed to them, that perhaps they may reflect.”76 Sometimes the Prophet (s.w.) would explain the intent of the Qur’anic texts by making a statement, at other times he would do so “Whatever the messenger gives you, take it; and whatever he forbids you, leave it.”82.
Oder die Anrede bezieht sich auf allgemein gefasste Gesetze, deren Einzelheiten der Sunna überlassen bleiben. Daher kann die Sunna die Vorgehensweise, die Gründe, die Voraussetzungen und den Ort erläutern, oder sie kann die Einschlüsse erklären, die sich nicht logisch ableiten ließen. Ein Beispiel für solche Einschlüsse findet sich im Fall der verbotenen Speisen, die über jene hinausgehen, die im Qur'an erwähnt werden.
Or the address may indicate generally defined laws, the details of which are left to the Sunnah. Hence, the Sunnah may explain may explain the methodology, reasons, requirements and location, or it may explain the inclusions, which could not be logically deduced. An example of such inclusions may be found in the case of forbidden foods beyond those mentioned in the Qur’aan.
Allah sagt in Bezug auf den Propheten (s.w.):
Allaah does state in reference to the Prophet (s.w.):.
„Er hat ihnen die guten (und reinen) Dinge für erlaubt erklärt und ihnen die schlechten (und unreinen) verboten.“83.
“He made lawful for them the good (and pure) things and forbade them the bad (and impure).”83.
Anas ibn Maalik sagte: „Am Tag der Schlacht von Chaybar kam ein Besucher und sagte: ‚O Gesandter Allahs, die Esel wurden gegessen.‘ Dann kam ein anderer und sagte: ‚O Gesandter Allahs, die Esel werden vernichtet.‘ Da schickte der Gesandte Allahs ﷺ Abu Talha, damit er bekanntgebe: Allah und Sein Gesandter ﷺ haben euch verboten, das Fleisch der Hausesel zu essen, denn es ist schlecht (und unrein).“84.
Anas ibn Maalik said, “on the day of the Battle of khaybar, a visitor came and said, ‘Oh messenger of Allaah, the donkeys have been eaten’ Then another came and said, ‘Oh messenger of Allaah, the donkeys are being destroyed.’ Allaah’s messenger (s.w.) then sent Abu Talhah to Make an announcement: Allaah and His Messenger have prohibited you from eating the flesh of domesticated donkeys, for it is bad (and impure).”84.
Oder die Anrede kann allgemeine Grundsätze andeuten, aus denen der Prophet ﷺ Urteile ableiten kann. Solche Urteile können von Allah bestätigt werden, wenn sie richtig sind, oder von Allah korrigiert werden, wenn sie falsch sind.
Or the address may indicate general principles from which the Prophet (s.w.) may deduce rulings. Such rulings may be confirmed by Allaah if correct, or corrected by Allaah if incorrect.
Unter den Regelungen, die als gesichert aus dem Islamischen Recht abgeleitet gelten, findet sich der Fall der Ehe mit einer Frau und ihrer mütterlichen oder väterlichen Tante. Der Qur'an verbietet die Ehe mit einer Frau und ihrer Tochter sowie die gleichzeitige Ehe mit zwei Schwestern, und fährt dann fort: „Außer diesen ist alles andere erlaubt …“85
Among what appears to be confirmed deduced rulings is the case of marriage to a woman and her maternal or paternal aunt. The Qur’aan forbids marrying a woman and her daughter or the simultaneous marriage of two sisters, then says, “Except for these, all others are lawful…”85.
Jedoch berichtete Abu Hurayrah, dass der Gesandte Allahs ﷺ sagte: „Man soll nicht eine Frau und deren Vaterschwester oder eine Frau und deren Mutterschwester zugleich heiraten.“86 Diese Bestimmung mag daraus abgeleitet worden sein, dass der Grund für das Verbot, eine Frau und ihre Tochter oder zwei Schwestern zugleich zu heiraten, auch bei der Verbindung einer Frau mit ihrer Tante vorliegt. Denn in den Überlieferungen dieser Aussage des Propheten ﷺ findet sich der erläuternde Zusatz: „Wenn ihr das tut, werdet ihr die verwandtschaftlichen Bande zerreißen.“ Das heißt: So wie die Heiligkeit der Beziehung zwischen Schwestern oder zwischen einer Mutter und ihrer Tochter durch den Geist der Rivalität zerstört würde, der zwischen Mitfrauen herrscht, so würde sie auch zwischen einer Frau und ihrer Tante zerstört.
However, Abu Hurayrah reported that Allaah’s Messenger (s.w.) said, “One should not combine a woman and her father’s sister in marriage, or a woman and her mother’s sister.”86 This ruling may have been deduced because the reason for prohibiting the combination of a woman and her daughter or two sisters, is present in the combination of a woman and her aunt. For, among the narration’s of this statement of the Prophet (s.w.) is the explanatory addition, “If you do that, you will break family ties.” That is, in the same way that the sanctity of the relationship between sisters, or a mother and her daughter, would be destroyed by the spirit of rivalry found between co-wives, it would also be destroyed between a woman and her aunt.
Unter den Beispielen abgeleiteter Urteile, die nicht bestätigt wurden, befindet sich das der Scheidung durch Ihaar (Dhihaar). Khawlah bint Tha'labah sagte: „Mein Ehemann, Aws ibn as-Saamit, sprach die Worte: Du bist mir wie der Rücken meiner Mutter. Also kam ich zum Gesandten Allahs ﷺ, um mich über meinen Ehemann zu beklagen. Doch der Gesandte Allahs ﷺ widersprach mir und sagte: ‚Fürchte Allah. Er ist dein Cousin.‘ Ich klagte weiter, bis der Vers offenbart wurde: {Allah hat tatsächlich die Worte der Frau gehört, die mit dir über ihren Ehemann stritt und ihre Klage zu Allah brachte, und Allah hört euer Gespräch. Gewiss, Allah hört und sieht alle Dinge. Wenn einige unter euch ihre Ehefrauen wie ihre Mütter erklären (Dhihaar), so können sie nicht ihre Mütter sein. Niemand kann ihre Mütter sein außer denen, die sie geboren haben.}
Among the examples of deduced rulings which were not confirmed is that of the Dhihaar divorce. Khawlah bint Tha’labah said, “My husband, Aws ibn as-Saamit, pronounced the words: You are to me like my mother’s back. So I came to Allaah’s messenger to complain against my husband. However, the messenger of Allaah disagreed with me and said, ‘Fear Allaah. He is your cousin.’ I continued complaining until the verse was revealed: “Allaah has indeed heard the statement of the woman who disputed with you concerning her husband and carried her complaint to Allaah, and Allaah hears your discussion. Surely Allaah hears and sees all things. If any men among you declare their wives like their mothers (Dhihaar), they cannot be their mothers. None can be their mothers except those who gave birth to them.
Sie gebrauchen schlechte Worte und Falschheit…„87.
They use bad words and falsehood…”87.
Der Prophet ﷺ hatte das Zihar als gültige Form der Scheidung anerkannt und Chawlah angewiesen, es hinzunehmen; doch Allah erklärte es für ungültig.
The Prophet (s.w.) had accepted Dhihaar as being a valid form of divorce and had told khawlah to accept it, however Allaah declared it invalid.
Es gibt außerdem eine weitere Kategorie unbestätigter, abgeleiteter Urteile, die zeigen, dass sich die Sunnah auf bestätigte religiöse Urteile beschränkt und die persönlichen Gewohnheiten und Bräuche des Propheten ﷺ ausschließt, zu deren Befolgung er seine Anhänger nicht angewiesen hat.
There also exists another category of unconfirmed deduced rulings which demonstrate that the Sunnah is limited to confirmed religious rulings and exclude personal habits and customs of the Prophet (s.w.) which he did not instruct his followers to follow.
Raafi' ibn Khadeej berichtete, dass der Gesandte Allahs ﷺ nach Madinah kam und die Leute dabei vorfand, wie sie ihre Dattelpalmen veredelten. Er fragte sie, was sie da täten, und sie teilten ihm mit, dass sie die Bäume künstlich bestäubten. Da sagte er: „Vielleicht wäre es besser, wenn ihr das nicht tätet.“ Als sie diese Praxis aufgaben, wurde der Ertrag der Dattelpalmen geringer. Also teilten sie ihm das mit, und er sagte: „Ich bin ein Mensch. Wenn ich euch etwas im Hinblick auf die Religion gebiete, so nehmt es an; wenn ich euch aber etwas aus meiner persönlichen Meinung heraus sage, so bedenkt, dass ich ein Mensch bin.“ Anas berichtete, dass er hinzufügte: „Ihr versteht euch besser auf die (technischen) Fertigkeiten in den Angelegenheiten dieser Welt.“88 Der Prophet ﷺ informierte seine Anhänger ferner darüber, dass er selbst bei rechtlichen Urteilen über ihm vorgelegte Streitfälle unabsichtlich falsch entscheiden könne, da einige dieser Entscheidungen auf seiner eigenen Meinung beruhten. Umm Salamah berichtete, dass der Gesandte Allahs ﷺ sagte: „Ich bin nur ein Mensch, und ihr bringt eure Streitigkeiten zu mir. Vielleicht ist der eine von euch beredter in seiner Argumentation als der andere, und ich urteile zu seinen Gunsten entsprechend dem, was ich von ihm höre. Was ich aber jemandem zugunsten dessen entscheide, was seinem Bruder gehört, soll er davon nichts nehmen, denn ich habe ihm nur ein Stück des Höllenfeuers zugesprochen.“89 Solche auf persönlichem Urteil beruhenden Entscheidungen dienten den Gefährten des Propheten ﷺ als Unterweisung in der Methodik der Anwendung der Scharia. Sie lehrten sie, dass ein Richter nicht dafür verantwortlich gemacht wird, wenn er sich in seinem Urteil irrt, sofern dies auf Faktoren zurückgeht, die außerhalb seiner Kontrolle liegen.
Raafi’ ibn Khadeej reported that Allaah’s Messenger (s.w.) came to Madeenah and found the people grafting their date-palm trees. He asked them what they were doing and they informed him that they were artificially pollinating the trees. He then said, “Perhaps it would be better if you did not do that.” When they abandoned the practice, the yield of the date palms becomes less. So they informed him and he said, “I am a human being. So when I tell you to do something pertaining to the religion accept it, but when I tell you something from my personal opinion, keep in mind that I an a human being.” Anas reported that he added, “you have better knowledge (of technical skills) in the affairs of this world.”88 The Prophet (s.w.) further informed his followers that even in the case of legal judgements with regard to disputes brought before him, he could unintentionally rule incorrectly, as some of such decisions were based on his own opinion. Umm Salamah reported that Allaah’s Messenger (s.w.) said, “I am only a human being, and you bring your disputes to me. Perhaps some of you are more eloquent in their plea than others, and I judge in their favor according to what I hear from them. So, whatever I rule in anyone’s favor which belongs to his brother, he should not take any of it, because I have only granted him a piece of Hell.”89 Such decisions based on personal reasoning represented training for the companions of the Prophet (s.w.) in the methodology of application of the Sharee’ah. It taught them that a judge is not held responsible if he makes a mistake in judgement due to factors beyond his control.
Um diesen wichtigen Punkt noch stärker zu betonen, sagte der Prophet (s.w.) außerdem: „Wer eine begründete Entscheidung trifft (Ijtihaad) und dabei richtig liegt, erhält zwei Belohnungen, wer sie jedoch trifft und dabei falsch liegt, erhält eine Belohnung.“90 Solche Entscheidungen müssen jedoch auf Wissen beruhen, denn der Gesandte Allahs ﷺ sagte ebenfalls: „Es gibt drei Arten von Richtern: Einer kommt ins Paradies und zwei kommen in die Hölle. Der im Paradies ist der Mann, der die Wahrheit kennt und gemäß ihr richtet. Der Mann, der die Wahrheit kennt, aber in seinem Urteil ungerecht ist, kommt in die Hölle. Und der Mann ohne Wissen, der Menschen richtet, kommt ebenfalls in die Hölle.“91 Der Prophet ﷺ ermutigte seine Gefährten außerdem, Rechtsurteile zu fällen, um sie darauf vorzubereiten, die Anwendung der Scharia nach seinem Weggang fortzuführen.
And, in order to further emplasize this important point, the Prophet (s.w.) also said, “whoever makes a reasoned decision (Ijtihaad) and is correct will receive two rewards, while he who does so and is incorrect will receive one reward.”90 However, such decisions have to be based on knowledge, for the messenger of Allaah (s.w.) also said, “There are three types of judges; one who will go to paradise and two who will go to Hell. The one in paradise is the man who knows the truth and judges according to it. The man who knows the truth and is unjust in his judgement will be in Hell. And the man without knowledge who makes judgement for people will also go to Hell.91 The Prophet (s.w.) also encouraged his companions to make legal rulings in order to prepare them to carry on the application of the Sharee’ah after he left them.
‘Alee ibn Abee Taalib sagte: „Der Gesandte Allahs ﷺ schickte mich als Richter in den Jemen. Da fragte ich: ‚O Gesandter Allahs! Du schickst mich, und ich bin jung und habe kein Wissen über das Urteilen?‘ Er antwortete: ‚Allah wird dein Herz leiten und deine Zunge festigen (sodass sie an der Wahrheit festhält). Wenn zwei Streitparteien vor dir sitzen, entscheide nicht, bevor du nicht auch das gehört hast, was der andere zu sagen hat, so wie du das erste gehört hast, denn so wird dir das richtige Urteil eher klar werden.‘ “92 Abu Sa’eed al-Khudree berichtete: „Der Stamm der Banu Quraiza ergab sich unter der Bedingung, dass Sa’d ibn Mu’aadh über sie urteilen solle. Daraufhin ließ der Gesandte Allahs ﷺ nach ihm schicken. Als Sa’d auf einem Esel zur Moschee kam, sagte der Gesandte Allahs ﷺ zu den Ansaar (den Muslimen von Madinah): ‚Steht auf, um euren Anführer zu empfangen.‘ Und zu Sa’d sagte er: ‚Diese Leute haben sich unter der Bedingung ergeben, dass du entscheidest.‘ Sa’d sagte: ‚Ihre Krieger sollen hingerichtet werden, und ihre Frauen und Kinder sollen als Gefangene genommen werden.‘ Als der Prophet ﷺ das hörte, sagte er: ‚Du hast nach dem Urteil Allahs geurteilt.‘ “93 Der Prozess, auf dem Wege vernunftgeleiteten Denkens zu Entscheidungen zu gelangen, die neuen Umständen gerecht werden, sowie diese Entscheidungen selbst werden als Ijtihaad bezeichnet. Wie gesehen, haben sowohl der Prophet ﷺ als auch seine Gefährten in dieser Phase der Entwicklung des islamischen Rechts Ijtihaad praktiziert. Dabei ist jedoch zu beachten, dass die Ijtihaads des Propheten ﷺ aus dieser Zeit nicht als eigenständige Rechtsquelle gelten, da ihre Gültigkeit von der göttlichen Offenbarung zur Bestätigung abhing. Die Ijtihaads des Propheten ﷺ dienten daher im Wesentlichen dazu, den Gefährten Unterricht in den Methoden des Ijtihaad zu geben, und die Ijtihaads der Sahaabah dienten in ihrem frühen Stadium im Grunde der Übung.
‘Alee ibn Abee Taalib said, “Allaah’s messenger (s.w.) sent me to Yemen as a judge, so I asked, ‘Oh messenger of Allaah! You are sending me and I am young, and I have no knowledge of giving judgement?’ He replied, ‘Allaah will guide your heart and keep your tongue firmly (attached to the truth). When two litigants sit before you, do not decide until you have heard what the other has to say the way you heard the first, for it is more suitable for the correct judgement to become clear to you.’ ”92 Abu Sa’eed al-Khudree was reported to have said, “The QuraydHah tribe surrendered on the condition that it would be Sa’d ibn Mu’aadh who would pass judgement on them, so the Messenger of Allaah (s.w.) sent for him. When Sa’d approached the Masjid riding on a donkey, Allaah’s messenger (s.w.) said to the Ansaar (Muslims of Madeenah), ‘Stand up to receive you chief.’ And he said to Sa’d, ‘These people have surrendered accepting your decision.’ Sa’d said, ‘Execute their warriors and take their women and children as prisoners.’ On hearing that the Prophet (s.w.) said, ‘You have judged according to Allaah’s judgement.’ ”93 The process of arriving at reasoned decisions to suit new circumstances and the decisions themselves are referred to as Ijtihaad. As has been seen, both the Prophet (s.w.) and his companions practiced Ijtihaad during this stage in the development of Islamic law. However, it should be noted that the Ijtihaads of the Prophet (s.w.) which occurred during this period are not considered an independent source of law, because their validity depended on divine revelation for confirmation. Thus, the Ijtihaads of the Prophet (s.w.) were essentially a means of giving the companions lessons in the methods of Ijtihaad, and the Ijtihaads of the Sahaabah, at its early stage, were basically for practice.