Wortbedeutungen
Word Meanings
Die Interpretationsunterschiede, die über die Bedeutungen von Wörtern entstanden, nahmen drei grundlegende Formen an:
The interpretational differences, which occurred over the meanings of words, took three basic forms:
A) Gemeinsame wörtliche Bedeutungen
A) Shared Literal Meanings
Es gibt einige Wörter, die sowohl im Qur’aan als auch in der Sunnah mit mehr als einer wörtlichen Bedeutung vorkommen; zum Beispiel das Wort Qur (Plural Quroo’ oder Aqraa’), das sowohl die Menstruation als auch die Zeit der Reinheit zwischen den Menstruationen bedeutet.
There are a few words which occur in both the Qur’aan and the Sunnah with more than one literal meanings; for example, the word Qur (plural Quroo’ or Aqraa’), which means menses as well as the time of purity between menses.
So sind die Gelehrten der Fiqh bezüglich der Auslegung des Qur'an-Verses „Geschiedene Frauen sollen drei Quruʾ abwarten“ in zwei Lager gespalten.153
Thus, scholars of Fiqh were divided into two camps concerning the interpretation of the Qur’anic verse, “Divorced women should wait three Quroo’.”153
Die gewählte Auslegung macht einen wichtigen Unterschied, wenn es um den Fall einer geschiedenen Frau geht, die ihre dritte Menstruation begonnen hat. Nach der Auffassung derer, die qurʾ als die Reinheitsperiode verstanden, ist die Scheidung bereits mit dem Beginn ihrer Menstruation endgültig vollzogen. Nach der Auffassung derer hingegen, die qurʾ als die Menstruation selbst verstanden, ist sie erst dann endgültig, wenn ihre dritte Menstruation beendet ist.
The particular interpretation chosen makes an important difference when considering the case of a divorced woman who has started her third menses. According to those who considered Qur’ to be the period of purity, the divorce becomes finalized as soon as her menses have started , while according to those who viewed Qur’ as the actual menses, it is not finalized until her third menses have ended.
(i) Mālik, Asch-Schāfiʿī und Aḥmad urteilten, dass Qurʾ die Zeit der Reinheit bedeute.
(i) Maalik, Ash-Shaafi’ee and Ahmad ruled that Qur’ meant the period of purity.
(ii) Abu Haneefa entschied, dass Qur’ die tatsächliche Menstruation bedeute.154
(ii) Abu Haneefa, ruled that Qur’ meant the actual menses.154
Hinweis:
Note:
‘Aa’eshah sagte: „Umm Habeebah hatte unregelmäßige Menses, und sie fragte den Propheten ﷺ danach. Er trug ihr auf, während der Tage ihrer Qur’ aufzuhören zu beten.“155 Von ‘Aa’eshah wird ferner überliefert, dass sie sagte: „Ich sagte zu Bareerah, sie solle eine ‘Iddah von drei Menses einhalten.“156
‘Aa’eshah said, “Umm Habeebah had irregualr menses and she asked the Prophet (s.w.) about it. He told her to stop praying during the days of her Qur’s.”155 ‘Aa’eshah was also reported to have said, “I told Bareerah to observe a waiting period (‘Iddah) of three menses.”156
Diese Überlieferungen zeigen eindeutig, dass mit dem Wort „Qur'" tatsächlich die Menstruation selbst gemeint ist.
These narrations clearly indicate that the intended meaning of Qur’ is the menses itself.
B) Wörtliche und übertragene Bedeutungen
B) Literal And Figurative Meanings
Auch im Qur'an und in der Sunnah gibt es einige Wörter, die sowohl eine wörtliche als auch eine übertragene Bedeutung haben. Zum Beispiel wird das Wort Lams (Berührung) wörtlich verwendet, um das Berühren mit der Hand oder das Aufeinandertreffen zweier Gegenstände zu bezeichnen, und übertragen, um den Geschlechtsverkehr zu bezeichnen. Daher vertraten die Rechtsgelehrten drei verschiedene Ansichten bezüglich der Bedeutung des Qur'an-Verses:
There are also some words in the Qur’aan and the Sunnah which have both literal and figurative meanings. For example to word Lams (touch) is literally used to indicate touching by the hand or the coming in contact of two objects, and figuratively to indicate sexual intercourse. Thus, the jurists were of three different opinions concernign the meaning of the Qur’anic verse:
„… oder ihr habt (Lāmastum) Frauen berührt und findet kein Wasser, dann vollzieht Tayammum157 mit sauberer Erde."158
“… or you touched (Laamastum) women and can not find water, then make Tayammum157 from clean earth.”158
Dieser Vers steht im Zusammenhang mit den Dingen, die den Zustand der Wudu' (rituelle Waschung) aufheben.159
This verse occurs in the context of the factors which break the state of Wudoo.159
(i) Asch-Schafi'i und die meisten seiner Schüler entschieden, dass mit Lams die Berührung mit der Hand oder Körperkontakt gemeint sei. Wenn daher ein Mann eine Frau absichtlich oder versehentlich berührt oder umgekehrt, Haut auf Haut, dann verlieren beide ihren Zustand der Wudu'.
(i) Ash-Shaafi’ee and most of his students ruled that Lams meant the touch of the hand or body contact. Therefore, if a man intentionally of accidentally touche a woman or vice versa, skin, then both of them would lose their state of Wudoo.
(ii) Imam Malik und die meisten seiner Schüler entschieden ebenfalls, dass mit Lams das Berühren mit der Hand gemeint sei. Er stellte jedoch die Bedingung, dass das Wudu nur dann ungültig werde, wenn die Berührung lustvoll sei, gleichgültig, ob die Berührung beabsichtigt oder unbeabsichtigt sei und ob Haut auf Haut oder anders erfolge. Dies war auch die bekannteste Auffassung des Imam Ahmad. Sie vertraten die Position, dass das entscheidende Kriterium das Auftreten von Lust sei, aufgrund der authentischen Überlieferungen, nach denen der Prophet ﷺ seine Frau ʿĀʾischa berührte, indem er ihren Fuß beiseiteschob, wenn er sich während des Gebets niederwarf (Sujūd).160
(ii) Imaam Maalik and most of his students also ruled that Lams meant touching by the hand. However, he stupulated that Wudoo would only be broken if the touch were pleasurable, whether the touch were intended or unintended, skin on skin or otherwise. This was also the most well known position of Imaam Ahmad. They took the position that the dciding factor was the occurrence of pleasure due to the existance of accurate Hadeeths stating that the Prophet (s.w.) used to touch his wife ‘Aa’eshah’s foot in order to move it out of the way when he was making Sujood (prostration during prayer).160
(iii) Imam Abu Hanifa entschied, dass mit Lams im betreffenden Vers Geschlechtsverkehr gemeint sei, und daher die Berührung einer Frau das Wudu nicht aufhebe, gleichgültig, ob sie mit einem Lustgefühl verbunden sei oder nicht.161 Diese Ansicht stützte sich auf das bereits erwähnte Hadith von ‘Aa’eshah sowie auf ein weiteres von ihr überliefertes Hadith, das der Sahaabee ‘Urwah berichtet, wonach der Prophet ﷺ einige seiner Frauen küsste und dann ohne erneutes Wudu zum Salaah ging.162
C) Grammatikalische Bedeutungen
C) Gramatical Meanings
Es gab auch bestimmte grammatikalische Konstruktionen im Arabischen, die mehrdeutig waren. Zum Beispiel das Wort ʿalā (auf/über), wobei die Übersetzung hier ungenau ist, da im Original „elaa" steht. Hinweis: Im Original steht „elaa" als Beispiel, das als „ila" (zu, bis) zu verstehen ist. Die Übersetzung lautet daher: Es gab auch bestimmte grammatikalische Konstruktionen im Arabischen, die mehrdeutig waren. Zum Beispiel das Wort „ilā" (zu).
There were also certain grammatical constructions in Arabic, which were ambiguous. For example, the word elaa (to)
„elaa“ könnte einfach „bis (aber nicht einschließlich)“ bedeuten, wie im Fall des Qur'an-Verses: {Und vollendet das Fasten bis (ilā) zur Nacht.}163
could simply mean “up to but not including”, as in the case of the Qur’anic verse, “And complete the fast up to (elaa) the night.”163
Das Fasten wird bis zum Maghrib (Sonnenuntergang), dem Beginn der Nacht, fortgesetzt, schließt die Nacht selbst jedoch nicht ein. Über diese Auslegung besteht kein Streit. Allerdings bedeutet elaa auch „bis einschließlich“, wie in dem Koranvers: {Und Wir werden die Sünder wie eine erschöpfte Herde zur Hölle treiben}.164
The fast is continued up to Maghrib (sunset), the beginning of the night, but does not include the night itself. There is no dispute about this interpretation. However, elaa also means “up to and including” as in the Qur’anic verse, “And We will drive the guilty up to (elaa) Hell like a weary herd.”164
So haben die Faqih-Gelehrten zwei Meinungen über die Bedeutung des folgenden Qur'an-Verses vertreten, der einen Aspekt der Verrichtung der Wudu beschreibt:
Thus, Fiqh scholars held two opinions concerning the meaning of the following Qur’anic verse describing an aspect of the performance of Wudoo:
„… dann wascht euer Gesicht und eure Hände bis zu (elaa) den Ellbogen.“165
“… then wash your faces and your hands up to (elaa) your elbows.”165
(i) Abu Hanifahs Schüler Zufar, Ibn Daawood adh-Dhaahiree166 und einige Schüler Malik'167
(i) Abu Hane4efah’s student Zufar, Ibn Daawood adhDhaahiree166 and some of Maalik’s students interpreted this verse to mean “up to but not including the elbows.”167
(ii) Alle vier Imame entschieden, dass der Vers „bis einschließlich der Ellbogen“ bedeutet.168 Diese Auffassung wird durch die Beschreibung gestützt, die in authentischen Hadithen über die Art und Weise überliefert ist, wie der Prophet ﷺ die Waschung (Wudu) vollzog.169
(ii) The four Imaams all ruled that the verse meant “up to and including the elbows.”168 This position is supported by the description found in authentic Hadeeths of the Prophet’s (s.w.) method of performing Wudoo.169
Sure ayah (2:228) reference: "Sūrah al-Baqarah (2): 228." Translation: Sūrah al-Baqarah (2): 228.
153 Soorah al-Baqarah (2): 228.
154 Abdullaah ʿAbdul-Muhsin at-Tarki, Asbaab Ikhtilaaf al-Fuqahaa, (Riad: Matbaʿah as-Saʿaadah, 1. Aufl. 1974), S. 190. 155 Überliefert von an-Nasaʾee und Abu Daawood. Siehe Ahmad Hasan, Sunan Abu Dawud (engl. Übers.), (Lahore: SH. Muhammad Ashraf, 1984), Bd.
154 Abdullaah ‘abdul-Muhsin at-Tarki, Asbaab Ikhtilaaf al-Fuqahaa, (Riyadh: Matba’ah as-Sa’aadah, 1st ed. 1974), p. 190. 155 Collected by an-Nasaa’ee and Abu Daawood. See Ahmad Hasan, Sunan Abu Dawud (English Trans.), (Lahore: SH. Muhammad Ashraf, 1984), vol.
1, S. 71. Nr. 285: Dieses Hadith wird auch von Muslim überliefert (Sahih Muslim (engl. Übers.), Bd. 1, S. 188-189, Nr. 652), allerdings mit einer Abweichung im Wortlaut.
1, p. 71. No. 285 this Hadeeth is also collected by Mulim (Sahih Muslim (English Trans.), vol. 1, pp. 188-9, no. 652) with a variation in wording.
Die Überlieferungen von Abu Daawood und an-Nasaa'ee werden von al-Albaanee in Irwaa al-Ghaleel (Beirut: al-Maktab al-Islaamee, 1. Auflage, 1979), Band 7, S. 199, Nr. 2118, als authentisch bestätigt.
Abu Daawood and an-Nasaa’ee’s narrations are authenticated by alAlbaanee in Irwaa al-Ghaleel (Beirut: al-Maktab al-Islaamee, 1st ed., 1979), vol. 7, p. 199, no. 2118.
156 Überliefert von Ibn Maajah und authentisch erklärt von al-Albaanee in Irwaa al-Ghaleel, Bd. 7, S. 200, Nr. 2120.
156 Collected by Ibn Maajah and authenticated by al-Albaanee in Irwaa alGhaleel, vol.7, p. 200, no. 2120.
157 Tayammum: Die Reinigung mit Staub bei Abwesenheit von Wasser. 158 Sure an-Nisā' (4): 43 und Sure al-Mā'ida (5): 6.
157 Purificationwith dust in the absence of water. 158 Soorah an-Nisaa (4): 43 and Sorrah a-Maaidah (5): 6.
159 Ein rituell reiner Zustand, der als Voraussetzung für bestimmte Gottesdienste vorgeschrieben ist.
159 A ritual state of purity stipulated as a precondition for certain acts of worship.